{"id":65939,"date":"2016-03-09T11:28:45","date_gmt":"2016-03-09T09:28:45","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65939"},"modified":"2016-03-09T11:28:45","modified_gmt":"2016-03-09T09:28:45","slug":"vi-r-47-14-kein-lohn-durch-betriebshaftpflichtversicherung-eines-krankenhauses","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-47-14-kein-lohn-durch-betriebshaftpflichtversicherung-eines-krankenhauses\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;47\/14 &#8211; Kein Lohn durch Betriebshaftpflichtversicherung eines Krankenhauses"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2015, VI R 47\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Lohn durch Betriebshaftpflichtversicherung eines Krankenhauses<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Mitversicherung angestellter Klinik&auml;rzte in der Betriebshaftpflichtversicherung eines Krankenhauses nach &sect; 102 Abs. 1 VVG ist kein Lohn, weil die Mitversicherung keine Gegenleistung f&uuml;r die Besch&auml;ftigung ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 25. Juni 2014&nbsp;&nbsp;2 K 78\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die von einem Krankenhaus f&uuml;r die dort besch&auml;ftigten Klinik&auml;rzte abgeschlossene Betriebshaftpflichtversicherung einen lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil bei den Klinik&auml;rzten begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) betrieb im streitigen Zeitraum 2007 bis 2009 ein Krankenhaus. Sie geh&ouml;rte zum Gesundheitskonzern &#8230; GmbH, einem privaten Betreiber von Krankenh&auml;usern und Gesundheitseinrichtungen. Die Kl&auml;gerin war in den Versicherungsschutz des Haftpflicht-Rahmenvertrags mit der &#8230; Versicherung vom 1.&nbsp;Januar 2006 einbezogen, der das mit dem Betrieb des Krankenhauses f&uuml;r die Kl&auml;gerin erwachsende Haftungsrisiko erfasste. Er erstreckte sich nach &sect;&nbsp;102 Abs.&nbsp;1 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) auch auf die Haftung f&uuml;r die zur Vertretung der Kl&auml;gerin befugten Personen sowie auf die Personen, die in einem Dienstverh&auml;ltnis zur Kl&auml;gerin standen, n&auml;mlich insbesondere auf medizinisches Fachpersonal und die angestellten &Auml;rzte. Der dadurch gew&auml;hrleistete Versicherungsschutz f&uuml;r angestellte &Auml;rzte beschr&auml;nkte sich auf das aus dem Anstellungsverh&auml;ltnis erwachsende Haftungsrisiko. Beitr&auml;ge f&uuml;r private, auf angestellte &Auml;rzte pers&ouml;nlich lautende Berufshaftpflichtversicherungen hatte die Kl&auml;gerin nicht &uuml;bernommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) vertrat im Anschluss an eine bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrte Lohnsteuer-Au&szlig;enpr&uuml;fung die Auffassung, dass die von der Kl&auml;gerin gezahlten Versicherungsbeitr&auml;ge, soweit sie sich auf die angestellten &Auml;rzte erstreckten, einen geldwerten lohnsteuerlichen Vorteil darstellten. &sect;&nbsp;21 der Berufsordnung (Satzung) der &Auml;rztekammer Schleswig-Holstein (BO) verpflichte &Auml;rzte, eine Haftpflichtversicherung abzuschlie&szlig;en. Die Kl&auml;gerin habe als Arbeitgeber mit den &Auml;rzten einen Dienstvertrag vereinbart, in dem sich die Kl&auml;gerin verpflichtet habe, f&uuml;r die &Auml;rzte eine Haftpflichtversicherung gegen Schadenersatzanspr&uuml;che Dritter abzuschlie&szlig;en. Im j&auml;hrlichen Versicherungsbeitrag in H&ouml;he von 138.000&nbsp;EUR seien Anteile enthalten, die die Beitr&auml;ge der angestellten &Auml;rzte abdeckten. Die &Uuml;bernahme dieser Beitr&auml;ge durch den Arbeitgeber f&uuml;hre zu Arbeitslohn; der auf die &Auml;rzte entfallende j&auml;hrliche Vorteil sei auf 6.505&nbsp;EUR zu sch&auml;tzen. Dementsprechend erlie&szlig; das FA f&uuml;r die Jahre 2007 bis 2009 einen Haftungsbescheid &uuml;ber insgesamt 6.830,25&nbsp;EUR Lohnsteuer zuz&uuml;glich Annexsteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im erfolglos durchgef&uuml;hrten Einspruchsverfahren machte die Kl&auml;gerin insbesondere geltend, dass nach &sect;&nbsp;30 Nr.&nbsp;6 des Heilberufekammergesetzes (HBKG) vom 29.&nbsp;Februar 1996 (Gesetz- und Verordnungsblatt Schleswig-Holstein 1996, 248) die Kammermitglieder nur zu einer ausreichenden Berufshaftpflichtversicherung verpflichtet seien, soweit nicht zur Deckung der Sch&auml;den Vorsorge durch eine Betriebshaftpflichtversicherung getroffen sei. Die Kl&auml;gerin habe eine solche Betriebshaftpflichtversicherung abgeschlossen, so dass dar&uuml;ber hinaus f&uuml;r die angestellten &Auml;rzte keine gesetzliche Verpflichtung best&uuml;nde, eine eigene Berufshaftpflichtversicherung abzuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage war aus den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1620 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden erfolgreich. Die Mitversicherung der angestellten Klinik&auml;rzte in der Betriebshaftpflichtversicherung der Kl&auml;gerin sei f&uuml;r die &Auml;rzte mangels eigener gesetzlicher Pflicht zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung kein geldwerter Vorteil.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt mit der Revision die Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts (FG) vom 25.&nbsp;Juni 2014&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;78\/13 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zutreffend entschieden, dass die Mitversicherung der angestellten Klinik&auml;rzte in der Betriebshaftpflichtversicherung der Kl&auml;gerin f&uuml;r die angestellten &Auml;rzte mangels eigener gesetzlicher Pflicht zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung kein geldwerter Vorteil war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zu den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG &#8211;neben Geh&auml;ltern und L&ouml;hnen&#8211; auch andere Bez&uuml;ge und Vorteile, die &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden, unabh&auml;ngig davon, ob ein Rechtsanspruch auf sie besteht und ob es sich um laufende oder um einmalige Bez&uuml;ge handelt (&sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz 2 EStG). Diese Bez&uuml;ge oder Vorteile gelten dann als f&uuml;r eine Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt, wenn sie durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasst sind, ohne dass ihnen eine Gegenleistung f&uuml;r eine konkrete (einzelne) Dienstleistung des Arbeitnehmers zugrunde liegen muss. Eine Veranlassung durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis ist vielmehr zu bejahen, wenn die Einnahmen dem Empf&auml;nger mit R&uuml;cksicht auf das Dienstverh&auml;ltnis zuflie&szlig;en und sich als Ertrag der nichtselbst&auml;ndigen Arbeit darstellen, wenn sich die Leistung des Arbeitgebers also im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweist (st&auml;ndige Senatsrechtsprechung, vgl. zuletzt Urteil vom 7.&nbsp;Mai 2014 VI&nbsp;R&nbsp;73\/12, BFHE 245, 230, BStBl II 2014, 904).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Vorteile, die sich bei objektiver W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde nicht als Entlohnung, sondern lediglich als notwendige Begleiterscheinung betriebsfunktionaler Zielsetzungen erweisen, sind dagegen nicht als Arbeitslohn anzusehen. Vorteile besitzen danach keinen Arbeitslohncharakter, wenn sie im ganz &uuml;berwiegend eigenbetrieblichen Interesse des Arbeitgebers gew&auml;hrt werden. Das ist der Fall, wenn sich aus den Begleitumst&auml;nden wie Anlass, Art und H&ouml;he des Vorteils, Auswahl der Beg&uuml;nstigten, freie oder nur gebundene Verf&uuml;gbarkeit, Freiwilligkeit oder Zwang zur Annahme des Vorteils und seiner besonderen Geeignetheit f&uuml;r den jeweils verfolgten betrieblichen Zweck ergibt, dass diese Zielsetzung ganz im Vordergrund steht und ein damit einhergehendes eigenes Interesse des Arbeitnehmers, den betreffenden Vorteil zu erlangen, vernachl&auml;ssigt werden kann (st&auml;ndige Rechtsprechung, zuletzt Senatsurteil vom 14.&nbsp;November 2013 VI&nbsp;R&nbsp;36\/12, BFHE 243, 520, BStBl II 2014, 278).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Durch das individuelle Dienstverh&auml;ltnis veranlasste, zu Lohn f&uuml;hrende Zuwendungen erbringt der Arbeitgeber gegen&uuml;ber seinen Arbeitnehmern erst recht nicht, wenn er ausschlie&szlig;lich gegen&uuml;ber Dritten t&auml;tig wird, nur ihnen gegen&uuml;ber eigene Verpflichtungen eingeht und eigene Anspr&uuml;che erwirbt, die keinen unmittelbaren Zusammenhang zu seinen Arbeitnehmern und den mit ihnen begr&uuml;ndeten Dienstverh&auml;ltnissen aufweisen. Daraus f&uuml;r die Arbeitnehmer folgende etwaige Annehmlichkeiten sind blo&szlig;e Reflexwirkungen einer origin&auml;r ausschlie&szlig;lich eigenbetrieblichen Bet&auml;tigung des Arbeitgebers, mit der er andere betriebsfunktionale Zielsetzungen als die Entlohnung seiner Arbeitnehmer verfolgt. Dementsprechend entstehen keine durch das Dienstverh&auml;ltnis veranlassten geldwerten Vorteile, die &quot;f&uuml;r&quot; eine Besch&auml;ftigung im &ouml;ffentlichen oder privaten Dienst gew&auml;hrt werden. Dies gilt insbesondere in den F&auml;llen, in denen solche, einen vermeintlichen Vorteil begr&uuml;ndenden Reflexwirkungen zwingend aus gesetzlichen Regelungen folgen, ohne dass der Arbeitgeber andere rechtliche M&ouml;glichkeiten hat, die von ihm angestrebte betriebsfunktionale Zielsetzung zu erreichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach Ma&szlig;gabe dieser vorgenannten Rechtsgrunds&auml;tze hat die Kl&auml;gerin mit dem Abschluss ihrer eigenen Betriebshaftpflichtversicherung ihren angestellten &Auml;rzten keinen lohnsteuerrechtlich erheblichen Vorteil zugewandt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat Bestand, Inhalt und Zweckbestimmung der durch ein Landesgesetz geregelten Anforderungen an den Versicherungsschutz von &Auml;rzten in Schleswig-Holstein, n&auml;mlich die &sect;&sect;&nbsp;29, 30 HBKG, festgestellt. Es hat diese als gesetzliche Ausnahmeregelungen verstanden, nach denen f&uuml;r die angestellten &Auml;rzte gerade keine eigene Verpflichtung zum Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung bestehe, soweit sie in einem Krankenhaus nichtselbst&auml;ndig t&auml;tig und in der Betriebshaftpflichtversicherung des Krankenhauses mitversichert seien. Daran ist der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;560 der Zivilprozessordnung wie an tats&auml;chliche Feststellungen des FG gebunden. Denn es handelt sich um die Auslegung von Landesrecht, auf dessen Verletzung die Revision nicht gest&uuml;tzt werden kann (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Die Einw&auml;nde des FA gegen die Auslegung der &sect;&sect;&nbsp;29, 30 HBKG durch das FG sind daher unbeachtlich (st&auml;ndige Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs, Senatsurteile vom 9.&nbsp;Juni 1989 VI&nbsp;R&nbsp;154\/86, BFHE 157, 530, BStBl II 1990, 121; VI&nbsp;R&nbsp;27\/88, BFHE 157, 535, BStBl II 1990, 123, 125; jeweils m.w.N.). Nichts anderes gilt f&uuml;r den Einwand des FA, dass das FG &sect;&nbsp;23 BO und die dazu ergangene Rechtsprechung des Landesarbeitsgerichts Hamm unzutreffend ausgelegt habe. Danach steht fest, dass die bei der Kl&auml;gerin angestellten &Auml;rzte nicht verpflichtet waren, eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der von der Kl&auml;gerin erworbene Versicherungsschutz zur Deckung des mit dem Betrieb ihres Krankenhauses erwachsenden Haftungsrisikos diente ihrem eigenen Versicherungsschutz. Die Kl&auml;gerin wandte damit ihren Arbeitnehmern nichts zu; die Einbeziehung der Arbeitnehmer in die Versicherung folgt allein aus der gesetzlichen Regelung des &sect;&nbsp;102 Abs.&nbsp;1 VVG. Danach erstreckt sich die f&uuml;r ein Unternehmen bestehende Versicherung auf die Haftpflicht der zur Vertretung des Unternehmens befugten Personen sowie der Personen, die in einem Dienstverh&auml;ltnis zu dem Unternehmen stehen. Soweit die angestellten &Auml;rzte der Kl&auml;gerin angesichts dieser Rechtslage und in Verbindung mit &sect;&nbsp;30 Nr.&nbsp;6 HBKG keinen eigenen Haftpflichtversicherungsschutz mehr erwerben mussten, sind dies blo&szlig;e Reflexwirkungen der origin&auml;r eigenbetrieblichen Bet&auml;tigung der Kl&auml;gerin als Arbeitgeber. Diese bestand darin, dass die Kl&auml;gerin gegen m&ouml;gliche Haftpflichtanspr&uuml;che aus Schadensf&auml;llen, die ihr im Zusammenhang mit ihrer eigenen unternehmerischen T&auml;tigkeit entstehen k&ouml;nnen, als Versicherungsnehmerin eine eigene Betriebshaftpflichtversicherung i.S. des &sect;&nbsp;102 Abs.&nbsp;1 VVG abzuschlie&szlig;en hatte. Soweit die Betriebshaftpflichtversicherung nach &sect;&nbsp;102 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 VVG als f&uuml;r fremde Rechnung i.S. der &sect;&sect;&nbsp;43&nbsp;ff. VVG genommen gilt und sich dadurch auch auf die Haftpflicht der in einem Dienstverh&auml;ltnis zu dem Unternehmen stehenden Personen erstreckt, ist der damit gegebenenfalls bestehende Versicherungsschutz lediglich Folge der insoweit zwingenden gesetzlichen Regelung f&uuml;r die Betriebshaftpflichtversicherung, ohne dass der Arbeitgeber damit etwas &quot;f&uuml;r&quot; die Besch&auml;ftigung gew&auml;hrt. Im versicherungsrechtlichen Sinne mag die Betriebshaftpflichtversicherung dadurch zwar als aufgespaltete Versicherung gelten, n&auml;mlich als Eigenversicherung zu Gunsten des Versicherungsnehmers und als davon zu unterscheidende Fremdversicherung zu Gunsten des Versicherten (Koch in: Bruck\/M&ouml;ller, VVG, 9.&nbsp;Aufl. 2013, &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;7, mit Hinweis auf das Urteil des Bundesgerichtshofs vom 14.&nbsp;Dezember 1967 II&nbsp;ZR&nbsp;169\/65, BGHZ 49, 130). In lohnsteuerrechtlicher Hinsicht wendet aber der Arbeitgeber damit den Arbeitnehmern nichts zu. Denn insoweit fehlt es im Sinne der st&auml;ndigen Rechtsprechung des erkennenden Senats an einer Leistung des Arbeitgebers, die sich im weitesten Sinne als Gegenleistung f&uuml;r das Zurverf&uuml;gungstellen der individuellen Arbeitskraft des Arbeitnehmers erweisen k&ouml;nnte (z.B. Senatsurteil in BFHE 245, 230, BStBl II 2014, 904).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem entspricht der versicherungsrechtliche Regelungszweck. Denn Bedeutung und Zweck der Erweiterung des Versicherungsschutzes werden insbesondere darin gesehen, dem Versicherungsnehmer einen m&ouml;glichst umfassenden Versicherungsschutz f&uuml;r alle bei ihm besch&auml;ftigten Personen zu gew&auml;hren, weil nur dann erreicht werden kann, die Haftpflichtrisiken aus der unternehmerischen T&auml;tigkeit weitgehend auf den Versicherer abzuw&auml;lzen (Langheid\/Wandt\/Littbarski, M&uuml;nchener Kommentar zum Versicherungsvertragsgesetz, Bd. 2, &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;70&nbsp;f.). Im Weiteren wird aus versicherungsrechtlicher Sicht auch zutreffend darauf hingewiesen, dass Arbeitnehmer nach den Grunds&auml;tzen des innerbetrieblichen Schadenausgleichs gegen&uuml;ber dem Unternehmer h&auml;ufig nicht oder nur beschr&auml;nkt haften und im Falle ihrer Inanspruchnahme durch Dritte wegen Sch&auml;den aus ihrer beruflichen T&auml;tigkeit Freistellung vom Unternehmer verlangen k&ouml;nnen. Die Ausdehnung des Versicherungsschutzes auf die gesetzliche Haftpflicht von Betriebsangeh&ouml;rigen hilft somit, Spannungen zwischen den Mitarbeitern und dem Versicherungsnehmer (Arbeitgeber) zu vermeiden, die bei ihrer unmittelbaren Inanspruchnahme durch den gesch&auml;digten Dritten entstehen k&ouml;nnen, und dient so letztlich dem Unternehmenswohl (Koch in: Bruck\/M&ouml;ller, a.a.O., &sect;&nbsp;102 Rz&nbsp;3&nbsp;ff.). Regelungszweck des &sect;&nbsp;102 Abs.&nbsp;1 VVG ist damit zuv&ouml;rderst nicht die Zuwendung lohnsteuerrechtlicher Vorteile, sondern die Absicherung unternehmerischer Bet&auml;tigung durch entsprechende versicherungsrechtliche Regelungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG hat schlie&szlig;lich auch zutreffend entschieden, dass der Streitfall nicht mit den F&auml;llen vergleichbar ist, in denen der Arbeitgeber eigene Beitr&auml;ge der Arbeitnehmer zu deren von ihnen selbst abzuschlie&szlig;enden Versicherungen &uuml;bernimmt, wie dies der Senat etwa zur &Uuml;bernahme der Beitr&auml;ge zur Berufshaftpflichtversicherung eines angestellten Rechtsanwalts durch den Arbeitgeber entschieden hat. In solchen F&auml;llen liegt eine Zuwendung des Arbeitgebers vor, die zu Arbeitslohn f&uuml;hrt (vgl. dazu im einzelnen Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juli 2007 VI&nbsp;R&nbsp;64\/06, BFHE 218, 370, BStBl II 2007, 892; Senatsbeschl&uuml;sse vom 6.&nbsp;Mai 2009 VI&nbsp;B&nbsp;4\/09, BFH\/NV 2009, 1431; vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2011 VI&nbsp;B&nbsp;31\/11, BFH\/NV 2011, 1322).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.11.2015, VI R 47\/14 Kein Lohn durch Betriebshaftpflichtversicherung eines Krankenhauses Leits&auml;tze Die Mitversicherung angestellter Klinik&auml;rzte in der Betriebshaftpflichtversicherung eines Krankenhauses nach &sect; 102 Abs. 1 VVG ist kein Lohn, weil die Mitversicherung keine Gegenleistung f&uuml;r die Besch&auml;ftigung ist. Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts vom 25. 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