{"id":65942,"date":"2016-03-09T11:28:16","date_gmt":"2016-03-09T09:28:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65942"},"modified":"2016-03-09T11:28:16","modified_gmt":"2016-03-09T09:28:16","slug":"iii-r-17-14-entlastungsbetrag-bei-besonderer-veranlagung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-17-14-entlastungsbetrag-bei-besonderer-veranlagung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;17\/14 &#8211; Entlastungsbetrag bei besonderer Veranlagung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.11.2015, III R 17\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Entlastungsbetrag bei besonderer Veranlagung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 5. Mai 2014&nbsp;&nbsp;6 K 2901\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) ist die Mutter einer im Juni 2001 geborenen Tochter, von deren Vater sie zuletzt getrennt war. Von Januar bis Ende Oktober 2012 lebte sie zusammen mit der Tochter in einer Wohnung. Am 29.&nbsp;Oktober 2012 heiratete sie. Ihr Ehemann war erst wenige Tage zuvor in die Wohnung der Kl&auml;gerin eingezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte f&uuml;r das Jahr der Eheschlie&szlig;ung die besondere Veranlagung nach &sect;&nbsp;26c des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr 2012 geltenden Fassung (EStG). Au&szlig;erdem begehrte sie den Abzug des anteiligen Entlastungsbetrags f&uuml;r Alleinerziehende nach &sect;&nbsp;24b EStG f&uuml;r den Zeitraum bis zur Eheschlie&szlig;ung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte die Kl&auml;gerin nach &sect;&nbsp;26c EStG, lehnte aber eine Ber&uuml;cksichtigung des Entlastungsbetrags ab, weil die Kl&auml;gerin die Voraussetzungen f&uuml;r das Splitting-Verfahren erf&uuml;lle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der nach erfolglosem Einspruch erhobenen Klage statt (Urteil vom 5.&nbsp;Mai 2014&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;2901\/13, Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 1395).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung der dagegen gerichteten Revision tr&auml;gt das FA vor, &sect;&nbsp;24b EStG verweise auf die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung des Splitting-Verfahrens, welche hier vorl&auml;gen. Die Vorg&auml;ngerregelung &#8211;der Haushaltsfreibetrag nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;7 EStG&nbsp;a.F.&#8211; habe noch ausdr&uuml;cklich darauf abgestellt, ob das Splitting-Verfahren anzuwenden sei bzw. ob die getrennte Veranlagung durchgef&uuml;hrt werde. Nach &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;2 EStG gen&uuml;ge es, wenn die Voraussetzungen f&uuml;r eine Zusammenveranlagung zu einem beliebigen Zeitpunkt des Veranlagungszeitraums vorgelegen h&auml;tten, unabh&auml;ngig von der Veranlagungsart, f&uuml;r welche sich die Steuerpflichtigen tats&auml;chlich entschieden h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beteiligten sind mit einer Entscheidung ohne m&uuml;ndliche Verhandlung einverstanden (&sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;121 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und wird daher zur&uuml;ckgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat der Kl&auml;gerin zu Recht zeitanteilig den Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;1 EStG k&ouml;nnen bei Vorliegen weiterer, hier nicht streitiger Voraussetzungen alleinstehende Steuerpflichtige einen Entlastungsbetrag in H&ouml;he von 1.308&nbsp;EUR im Kalenderjahr von der Summe der Eink&uuml;nfte abziehen, wenn zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind geh&ouml;rt, f&uuml;r das ihnen ein Freibetrag nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG oder Kindergeld zusteht. Wer die Voraussetzungen des Splitting-Verfahrens (&sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EStG) erf&uuml;llt, ist nach &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG nicht alleinstehend, sofern er nicht als Verwitweter den Splittingtarif in Anspruch nehmen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin erf&uuml;llte im Streitjahr nicht die Voraussetzungen des Splitting-Verfahrens, da sie und ihr Ehegatte sich f&uuml;r die besondere Veranlagung nach &sect;&nbsp;26c EStG entschieden haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unbeschr&auml;nkt einkommensteuerpflichtige und nicht dauernd getrennt lebende Ehegatten, bei denen diese Voraussetzungen zu Beginn des Veranlagungszeitraums vorgelegen haben oder im Laufe des Veranlagungszeitraums eingetreten sind, haben nach &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 EStG das Recht zur Wahl der Zusammenveranlagung (&sect;&nbsp;26b EStG), der getrennten Veranlagung (&sect;&nbsp;26a EStG) oder der besonderen Veranlagung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum der Eheschlie&szlig;ung (&sect;&nbsp;26c EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dieses Wahlrecht haben die Kl&auml;gerin und ihr Ehemann zugunsten der besonderen Veranlagung ausge&uuml;bt. Aufgrund der Wahl dieser &#8211;im Streitjahr 2012 noch er&ouml;ffneten&#8211; Veranlagungsart werden die Kl&auml;gerin und ihr Ehemann so behandelt, als ob sie die Ehe nicht geschlossen h&auml;tten (&sect;&nbsp;26c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Fiktion schlie&szlig;t grunds&auml;tzlich die Anwendung aller einkommensteuerrechtlichen Vorschriften aus, die an das Tatbestandsmerkmal &quot;Ehe&quot; ankn&uuml;pfen (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 22.&nbsp;September 1993 X&nbsp;R&nbsp;60\/91, BFHE 172, 359, BStBl II 1994, 26). Die Kl&auml;gerin und ihr Ehemann sind daher auch bei der Anwendung des &sect;&nbsp;24b EStG so zu behandeln, als h&auml;tten sie die Ehe nicht geschlossen. Sie erf&uuml;llen damit nicht die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung des Splitting-Verfahrens i.S. von &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;2 EStG (Schmidt\/Loschelder, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;24b Rz&nbsp;18; Seiler in Kirchhof, EStG, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;26c Rz&nbsp;5; Schneider in Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghof&#8218; EStG, &sect;&nbsp;26c Rz&nbsp;A&nbsp;21; a.A. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 29.&nbsp;Oktober 2004, BStBl I 2004, 1042, Abschn.&nbsp;II.2.). Der Umstand, dass die M&ouml;glichkeit bestanden h&auml;tte, sich daf&uuml;r zu entscheiden, gen&uuml;gt nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Diese Auslegung entspricht den Intentionen des Gesetzgebers, die er mit der Einf&uuml;hrung der besonderen Veranlagung nach &sect;&nbsp;26c EStG ab dem Veranlagungszeitraum 1986 durch das Steuersenkungsgesetz 1986\/1988 vom 26.&nbsp;Juni 1985 (BGBl I 1985, 1153) verfolgt hat; darauf hat das FG zu Recht hingewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Wahl der besonderen Veranlagung erm&ouml;glichte im Jahr der Eheschlie&szlig;ung die Beibehaltung des Haushaltsfreibetrags nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;7 EStG&nbsp;a.F., der Vorg&auml;ngerregelung zu dem ab Veranlagungszeitraum 2004 eingef&uuml;hrten Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24b EStG. Nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks&nbsp;10\/2884, S.&nbsp;100&nbsp;f.) sollte vermieden werden, dass Steuerpflichtige, f&uuml;r die der Lohnsteuerabzug nach der Lohnsteuerklasse&nbsp;II durchgef&uuml;hrt wurde, in Ausnahmef&auml;llen aufgrund der Eheschlie&szlig;ung eine Nachzahlung zu leisten hatten; in die Lohnsteuerklasse&nbsp;II war der Haushaltsfreibetrag eingearbeitet (&sect;&nbsp;38b Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F.). Diese Nachteile konnten durch Wahl der besonderen Veranlagung vermieden werden. Das Gleiche galt f&uuml;r Steuerpflichtige, die das sog. &quot;Witwensplitting&quot; nach &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG in Anspruch nehmen konnten, wenn dieses vorteilhafter war als eine Zusammenveranlagung mit dem neuen Ehegatten oder eine getrennte Veranlagung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Wollte man die in &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;2 EStG enthaltene Tatbestandsvoraussetzung, wonach die Voraussetzungen des Splitting-Verfahrens nicht erf&uuml;llt sein d&uuml;rfen, dahin auslegen, dass der Steuerabzug in den F&auml;llen der besonderen Veranlagung ausscheidet, so liefe dies dem Gesetzeszweck, wie er urspr&uuml;nglich bei der Einf&uuml;hrung dieser Veranlagungsart verfolgt worden war, zuwider. Auch wenn der Wortlaut des &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;2 EStG im Vergleich zu &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 EStG&nbsp;a.F., der den Abzug des Haushaltsfreibetrags (u.a.) von der Anwendung des Splitting-Verfahrens abh&auml;ngig machte, weniger eindeutig ist, l&auml;sst er dennoch eine Auslegung zu, die den Abzug des Entlastungsbetrags f&uuml;r Alleinerziehende in den F&auml;llen der besonderen Veranlagung erm&ouml;glicht. Der Senat teilt deshalb nicht die in der Begr&uuml;ndung zum Gesetzesentwurf des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 vertretene Ansicht, dass der Hauptanwendungsbereich des &sect;&nbsp;26c EStG nach dem Wegfall des Haushaltsfreibetrags entfallen sei (vgl. BTDrucks&nbsp;17\/5125, S.&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Aufgrund der Fiktion des Unverheiratetseins erf&uuml;llte die Kl&auml;gerin nicht die Voraussetzungen des Splitting-Verfahrens. Das FG hat demnach zu Recht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24b Abs.&nbsp;3 i.V.m. Abs.&nbsp;1 EStG den anteiligen Entlastungsbetrag f&uuml;r die (vollen) Monate, in denen die Kl&auml;gerin noch nicht mit ihrem sp&auml;teren Ehemann zusammenlebte, gew&auml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 5.11.2015, III R 17\/14 Entlastungsbetrag bei besonderer Veranlagung Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 5. Mai 2014&nbsp;&nbsp;6 K 2901\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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