{"id":65944,"date":"2016-03-09T11:28:31","date_gmt":"2016-03-09T09:28:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65944"},"modified":"2016-03-09T11:28:31","modified_gmt":"2016-03-09T09:28:31","slug":"i-b-3-15-rueckstellungen-fuer-kosten-eines-zukuenftigen-prozesses-hier-schiedsgerichtsverfahren-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-3-15-rueckstellungen-fuer-kosten-eines-zukuenftigen-prozesses-hier-schiedsgerichtsverfahren-2\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;3\/15 &#8211; R&uuml;ckstellungen f&uuml;r Kosten eines zuk&uuml;nftigen Prozesses (hier: Schiedsgerichtsverfahren)"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.11.2015, I B 3\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">R&uuml;ckstellungen f&uuml;r Kosten eines zuk&uuml;nftigen Prozesses (hier: Schiedsgerichtsverfahren)<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 9. Dezember 2014&nbsp;&nbsp;6 K 9\/13 <noindex>K,G,F<\/noindex> wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin) &#8211;eine GmbH&#8211; unterhielt als Vertriebsgesellschaft Gesch&auml;ftsbeziehungen mit der in Frankreich ans&auml;ssigen D. Nachdem Letztere die Vertragsvereinbarung mit der Kl&auml;gerin im April 2007 gek&uuml;ndigt hatte, leitete die Kl&auml;gerin aufgrund einer entsprechenden Abrede in Art.&nbsp;10 der Vertriebsvereinbarung im M&auml;rz 2008 ein Schiedsgerichtsverfahren ein. Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) erkannte die auf den Ablauf des Streitjahres 2007 gebildete R&uuml;ckstellung f&uuml;r zuk&uuml;nftige Prozesskosten &uuml;ber 517.484&nbsp;EUR nicht an. Die Klage gegen die hiernach ergangenen Steuerbescheide f&uuml;r 2006 und 2007 wurde vom Finanzgericht (FG) unter Hinweis auf die Grunds&auml;tze des Senatsurteils vom 6.&nbsp;Dezember 1995 I&nbsp;R&nbsp;14\/95 (BFHE 180, 258, BStBl II 1996, 406) abgewiesen und die Revision nicht zugelassen (FG D&uuml;sseldorf, Urteil vom 9.&nbsp;Dezember 2014&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;9\/13&nbsp;K,G,F).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die gegen die Nichtzulassung der Revision erhobene Beschwerde ist zu verwerfen, da sie nicht den Anforderungen an die Darlegung der in &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) genannten Revisionszulassungsgr&uuml;nde gen&uuml;gt (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Soweit die Kl&auml;gerin r&uuml;gt, es sei von grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO), ob R&uuml;ckstellungen f&uuml;r zuk&uuml;nftige Prozesskosten nur nach &quot;Existenz&quot; eines Prozesses oder auch aufgrund anderer &#8211;der Prozesseinleitung&#8211; vorgelagerter Umst&auml;nde zu bilden sind, ist ihr Vortrag unschl&uuml;ssig. Die Ausf&uuml;hrungen lassen au&szlig;er Acht, dass die Frage bereits mit Senatsurteil in BFHE 180, 258, BStBl II 1996, 406 dahin entschieden wurde, dass Verbindlichkeitsr&uuml;ckstellungen (&sect;&nbsp;249 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Handelsgesetzbuchs i.V.m. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes 2002 und &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002) nur gebildet werden k&ouml;nnen, wenn die f&uuml;r das Entstehen der Schuld erforderlichen wesentlichen Tatbestandsmerkmale am Bilanzstichtag erf&uuml;llt sind, und deshalb ein zuk&uuml;nftiger Prozesskostenaufwand f&uuml;r einen am Bilanzstichtag noch nicht anh&auml;ngigen Prozess grunds&auml;tzlich nicht zur&uuml;ckgestellt werden kann; zugleich hat der Senat jedoch im Hinblick auf etwaige Kosten eines noch nicht eingelegten Rechtsmittels gegen ein am Bilanzstichtag noch nicht ergangenes vorinstanzliches Urteil erwogen, von einer wirtschaftlichen Erf&uuml;llung der wesentlichen Tatbestandsmerkmale bereits dann auszugehen, wenn sich unter W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde die tats&auml;chliche Einlegung des Rechtsmittels am Bilanzstichtag nur noch als selbstverst&auml;ndliche und daher rein formale Handlung darstellt. Demgem&auml;&szlig; w&auml;re es f&uuml;r eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge erforderlich gewesen, dass die Kl&auml;gerin sich mit dieser Rechtsprechung auseinandergesetzt und im Einzelnen dargelegt h&auml;tte, aus welchen Gr&uuml;nden hiernach im anh&auml;ngigen Verfahren noch ein grunds&auml;tzlicher Kl&auml;rungsbedarf besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Kl&auml;gerin darauf verweist, dass D zun&auml;chst vor dem Landgericht &#8230; Klage erhoben und diese mit R&uuml;cksicht auf das anstehende schiedsgerichtliche Verfahren noch im Dezember 2007 zur&uuml;ckgenommen habe, ist auch dies nicht geeignet, die grunds&auml;tzliche Bedeutung der Rechtssache darzulegen. Dies ergibt sich bereits daraus, dass das FG keine Feststellungen zum konkreten Gegenstand beider Gerichtsverfahren getroffen hat und auch die Beschwerdeschrift hierzu keine substantiierten f&uuml;r den Senat nachvollziehbaren Erl&auml;uterungen enth&auml;lt. Hinzu kommt, dass die Prozessvertreterin noch in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vor dem FG auf Nachfrage ausweislich des Protokolls erkl&auml;rt hatte, keine Kenntnis &uuml;ber den Zeitpunkt der Klager&uuml;cknahme zu haben. Demgem&auml;&szlig; handelt es sich auch insoweit um einen neuen Vortrag, der in einem Revisionsverfahren keine Ber&uuml;cksichtigung finden k&ouml;nnte (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) und der deshalb auch nicht geeignet ist, die Revision zu er&ouml;ffnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im &Uuml;brigen sieht der Senat von einer Begr&uuml;ndung dieses Beschlusses ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.11.2015, I B 3\/15 R&uuml;ckstellungen f&uuml;r Kosten eines zuk&uuml;nftigen Prozesses (hier: Schiedsgerichtsverfahren) Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 9. 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