{"id":65945,"date":"2016-03-09T11:29:30","date_gmt":"2016-03-09T09:29:30","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65945"},"modified":"2016-03-09T11:29:30","modified_gmt":"2016-03-09T09:29:30","slug":"iv-r-18-12-par-6-abs-5-satz-3-estg-1999-als-eigenstaendiger-besteuerungstatbestand-ermessensfehlerhafte-ablehnung-des-sachverstaendigenbeweises-zur-bestimmung-des-teilwerts-einer-beteiligung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-18-12-par-6-abs-5-satz-3-estg-1999-als-eigenstaendiger-besteuerungstatbestand-ermessensfehlerhafte-ablehnung-des-sachverstaendigenbeweises-zur-bestimmung-des-teilwerts-einer-beteiligung\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;18\/12 &#8211; &sect; 6 Abs. 5 Satz 3 EStG 1999 als eigenst&auml;ndiger Besteuerungstatbestand &#8211; Ermessensfehlerhafte Ablehnung des Sachverst&auml;ndigenbeweises zur Bestimmung des Teilwerts einer Beteiligung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2015, IV R 18\/12<\/p>\n<p class=\"titel\">&sect; 6 Abs. 5 Satz 3 EStG 1999 als eigenst&auml;ndiger Besteuerungstatbestand &#8211; Ermessensfehlerhafte Ablehnung des Sachverst&auml;ndigenbeweises zur Bestimmung des Teilwerts einer Beteiligung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. &sect; 6 Abs. 5 Satz 3 EStG 1999 normiert mit der Anordnung des Teilwertansatzes einen eigenen Besteuerungstatbestand, soweit die dort genannten &Uuml;bertragungen weder als Entnahme noch als Einlage zu qualifizieren sind.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Teilwert ist auch dann anzusetzen, wenn er niedriger als der Buchwert ist.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 1. M&auml;rz 2012&nbsp;&nbsp;10 K 688\/10 hinsichtlich der gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Jahr 2000 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht K&ouml;ln zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine aus der &#8230;-AG hervorgegangene GmbH, deren Alleingesellschafterin die A ist. Die Kl&auml;gerin hatte sich im Mai 1998 an der kurz zuvor gegr&uuml;ndeten &#8230;, im Folgenden OHG, beteiligt. Gr&uuml;ndungsgesellschafter der OHG waren die &#8230;, im Folgenden&nbsp;G, und die &#8230;, im Folgenden&nbsp;S.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Jahren 1997 und 1998 verhandelte A mit Gro&szlig;aktion&auml;ren der X-AG &uuml;ber den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an der X-AG. In der X-AG war eine Vielzahl von operativen Beteiligungen der X-Gruppe geb&uuml;ndelt. Die Beteiligungsgesellschaften waren insbesondere in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) auf dem Gebiet der &#8230; t&auml;tig. Strategische Zielsetzung f&uuml;r den Erwerb war die M&ouml;glichkeit, mit der X-Gruppe das deutsche Engagement der A deutlich auszuweiten und Deutschland als weiteren Kernmarkt &#8230; zu etablieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die OHG bot durch ein &ouml;ffentliches &Uuml;bernahmeangebot vom &#8230; 1998 allen Aktion&auml;ren der X-AG an, in der Zeit vom &#8230; 1998 bis zum &#8230; 1998 deren Aktien zu einem Kaufpreis von 210&nbsp;DM (=&nbsp;107,37&nbsp;EUR) je Aktie zu erwerben. In diesem Kaufangebot wurde berichtet, dass die OHG &uuml;ber mehrere Zwischengesellschaften zu 100&nbsp;% zur A&nbsp;geh&ouml;re. Als Gr&uuml;nde f&uuml;r das Kaufangebot wurde angegeben: &quot;&#8230; Aufgrund von Optionsvertr&auml;gen mit verschiedenen Aktion&auml;ren von [X] &#8230; hat [A] Kaufoptionsrechte zum Erwerb von Aktien der [X] erworben und den jeweiligen Verk&auml;ufern Verkaufsoptionen zum Preis von 210&nbsp;DM je Aktie einger&auml;umt &#8230;. Bis zum &#8230; 1998 hat [A] indirekt &uuml;ber &#8230; durch Aus&uuml;bung der ihr einger&auml;umten Optionsrechte &#8230; Aktien an [X] erworben, entsprechend einer durchgerechneten Beteiligung von etwa 54,61&nbsp;% am Grundkapital von [X].&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Zusammenhang mit dem Beteiligungserwerb wurden entsprechende Gutachten zur Vorbereitung von geplanten Beherrschungsvertr&auml;gen mit Beteiligungsgesellschaften zur Angemessenheit von Ausgleichszahlungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;304 des Aktiengesetzes (AktG) und zur H&ouml;he von Abfindungen nach &sect;&nbsp;305 AktG durch eine Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft erstellt und am 30.&nbsp;Juni 1997 vorgelegt. Diese Gutachten wurden nach den &quot;Grunds&auml;tzen zur Durchf&uuml;hrung von Unternehmensbewertungen des Instituts der Wirtschaftspr&uuml;fer in Deutschland e.V.&quot; erstellt. Darin wurde der Wert der X-AG zum 31.&nbsp;Dezember 1996 einschlie&szlig;lich aller Beteiligungen mit &#8230;&nbsp;DM ermittelt, was bezogen auf einen Aktiennennwert von 5&nbsp;DM, nach Aktiensplit bei &#8230; ausgegebenen Aktien, einem Wert von 165,46&nbsp;DM (=&nbsp;84,59&nbsp;EUR) entsprach. Die Aktien wurden letztlich von der OHG zu einem Kaufpreis von 210&nbsp;DM je Aktie erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Jahr 1999 erfolgten weitere Zug&auml;nge mit &#8230;&nbsp;St&uuml;ck und Anschaffungskosten von &#8230;&nbsp;DM. Danach umfasste die Beteiligung &#8230;&nbsp;Aktien von insgesamt &#8230;&nbsp;St&uuml;ck und damit 55,414&nbsp;% des gesamten Kapitals.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine f&uuml;r die Jahre 1998 bis 2000 bei der OHG durchgef&uuml;hrte Au&szlig;enpr&uuml;fung wurden die Anschaffungskosten der Aktien um unstreitige Nebenkosten in H&ouml;he von insgesamt &#8230;&nbsp;DM erh&ouml;ht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 29.&nbsp;September 2000 ver&auml;u&szlig;erte die OHG s&auml;mtliche X-Aktien mit Wirkung zum Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2000 an die an der OHG zu 99,98&nbsp;% beteiligte Kl&auml;gerin. In diesem Vertrag wurde unter &sect;&nbsp;4 vereinbart, dass die Parteien nach Abschluss dieses Vertrages bei einem unabh&auml;ngigen Wirtschaftspr&uuml;fer ein Gutachten &uuml;ber die Angemessenheit des in &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 zugrunde gelegten Kaufpreises in H&ouml;he von 98&nbsp;EUR pro Aktie (insgesamt &#8230;&nbsp;EUR) in Auftrag geben. Gleichzeitig wurde festgehalten, dass jede Partei bis zum 23.&nbsp;Dezember 2000 den Vertragsr&uuml;cktritt erkl&auml;ren k&ouml;nne, wenn der Wirtschaftspr&uuml;fer die Angemessenheit nicht best&auml;tigen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 29.&nbsp;September 2000 sind die im freien Handel befindlichen Aktien der X-AG zum B&ouml;rsenkurs in H&ouml;he von 97,50&nbsp;EUR\/Aktie (niedrigster amtlich notierter Kurs) notiert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Gutachten vom 18.&nbsp;Dezember 2000 bescheinigte die beauftragte Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft die Angemessenheit des Kaufpreises von 98&nbsp;EUR je Aktie zum 29.&nbsp;September 2000. Dieser Wert basiert auf einem abgezinsten Unternehmenswert der X-AG zum 29.&nbsp;September 2000 von &#8230;&nbsp;DM (das entspricht 95,31&nbsp;EUR je Aktie) zuz&uuml;glich eines entsprechenden Dividendenanspruchs pro Aktie von 2,20&nbsp;DM (=&nbsp;1,12&nbsp;EUR).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die OHG ermittelte aus dem Verkauf im Streitjahr unter Ber&uuml;cksichtigung der Anschaffungsnebenkosten einen Ver&auml;u&szlig;erungsverlust wie folgt: &#8230;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die bei der OHG durchgef&uuml;hrte Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat die Auffassung, dass im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung der Anteile der Buchwert dem Teilwert der Anteile entspreche, und egalisierte demzufolge den Ver&auml;u&szlig;erungsverlust durch eine Entnahme der Buchwertdifferenz. Sie &uuml;berpr&uuml;fte das Gutachten der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft und beanstandete dieses im Wesentlichen insoweit, dass kein Wachstumsabschlag bei der Kapitalisierung der ewigen Rente unterstellt wurde. Des Weiteren wurden die Wertermittlung der Beteiligungen sowie das Auseinanderfallen von Verpflichtungs- und Verf&uuml;gungsgesch&auml;ften bem&auml;ngelt. Ferner vertrat die Au&szlig;enpr&uuml;fung die Auffassung, dass keine Anhaltspunkte daf&uuml;r feststellbar seien, dass zwischen dem Erwerb der Aktien Ende 1997 und dem streitbefangenen Verkauf im Streitjahr 2000 ein entsprechender Wertverlust eingetreten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom &#8230; 2006 wurden S und G auf die verbleibende Gesellschafterin der OHG &#8211;die Kl&auml;gerin&#8211; verschmolzen. Nachdem S und G mit der Verschmelzung als pers&ouml;nlich haftende Gesellschafterinnen ausschieden, wuchs das Verm&ouml;gen der OHG bei der Kl&auml;gerin an. Die Eintragung im Handelsregister erfolgte am &#8230; 2007.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte der Auffassung der Au&szlig;enpr&uuml;fung und erlie&szlig; am 23.&nbsp;April 2007 einen entsprechend ge&auml;nderten Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr. Er stellte zudem durch &Auml;nderungsbescheid vom 23.&nbsp;April 2007 den vortragsf&auml;higen Gewerbeverlust auf den 31.&nbsp;Dezember 1999 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM fest. Die Einspr&uuml;che blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte hinsichtlich des Hauptantrags, den Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Beteiligung an der X-AG in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM zu ber&uuml;cksichtigen und die festgestellten Eink&uuml;nfte entsprechend zu mindern, keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte in dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 1485 ver&ouml;ffentlichten Urteil im Wesentlichen aus, der Kaufvertrag zwischen der OHG und der Kl&auml;gerin entspreche nicht fremd&uuml;blichen Bedingungen, da ein zu niedriger Kaufpreis vereinbart worden sei. Die Differenz zwischen dem angemessenen Kaufpreis und dem tats&auml;chlich gezahlten Kaufpreis sei als Entnahme zu werten, die mit dem Teilwert anzusetzen sei. Bei der Ermittlung des Werts der Aktien sei das Gutachten der Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft zugrunde zu legen. Der darin ermittelte Wert sei allerdings dahingehend zu korrigieren, dass ein Wachstumsabschlag zu ber&uuml;cksichtigen sei. Die Annahme eines Nullwachstums f&uuml;r den Zeitraum ab dem Jahr 2006 sei nicht sachgerecht, da f&uuml;r die Detailplanungsphase mit j&auml;hrlichen Steigerungen gerechnet worden sei. Unter Ber&uuml;cksichtigung eines 1&nbsp;%-igen Wachstumsabschlags erh&ouml;he sich der Wert der Aktien um 23&nbsp;EUR\/Aktie. Es sei auch nicht nachvollziehbar, warum f&uuml;r die ewige Rente von einem um 25&nbsp;% niedrigeren Jahresertrag als f&uuml;r das letzte Jahr der Detailplanungsphase ausgegangen werde. Ob ein Wachstumsabschlag vorzunehmen sei, sei eine Rechtsfrage; es bestehe daher keine Veranlassung, die von der Kl&auml;gerin angebotenen Beweise zu erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die von der Kl&auml;gerin gestellten Antr&auml;ge auf Berichtigung der Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung und des Urteilstatbestands wurden vom FG mit Beschl&uuml;ssen vom 27.&nbsp;August 2012 abgelehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung formellen und materiellen Rechts. Das FG habe den Anspruch der Kl&auml;gerin auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt und den Sachverhalt nicht aufgekl&auml;rt. Es habe die Beweisantr&auml;ge der Kl&auml;gerin &#8211;insbesondere zur Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens &uuml;ber den Verkehrswert der Aktien&#8211; unber&uuml;cksichtigt gelassen, obwohl diese die Nichterhebung in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ger&uuml;gt habe. Das FG gehe zu Unrecht davon aus, dass der zum 29.&nbsp;September 2000 vereinbarte Kaufpreis in H&ouml;he von 98&nbsp;EUR nicht fremd&uuml;blich sei. Der im lege&nbsp;artis erstellten Bewertungsgutachten angesetzte Wachstumsabschlag von 0&nbsp;% habe vom FG nicht isoliert auf 1&nbsp;% erh&ouml;ht werden d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das Urteil des FG hinsichtlich der gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Jahr 2000 aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Jahr 2000 vom 26.&nbsp;September 2001, ge&auml;ndert durch Bescheid vom 6.&nbsp;September 2006 und durch Bescheid vom 23.&nbsp;April 2007, in Gestalt der Teil-Einspruchsentscheidung vom 5.&nbsp;Februar 2010 dahingehend abzu&auml;ndern, dass der Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Aktien an der X-AG in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM ber&uuml;cksichtigt wird und die festgestellten Eink&uuml;nfte entsprechend gemindert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG sei rechtsfehlerfrei. Es habe ohne Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens entscheiden k&ouml;nnen. Das FG habe sich in seinen &Uuml;berlegungen auch auf die Ausf&uuml;hrungen einer Gutachterin des Landgerichts (LG) Y bezogen. Im Spruchstellenverfahren zur Abfindung von Aktion&auml;ren anl&auml;sslich des Abschlusses des Beherrschungsvertrages vom 30.&nbsp;Juni 1997 sei am &#8230; 2008 ein gerichtlicher Ausgleich nach &sect;&nbsp;304 AktG beschlossen worden. Die Gutachterin habe den Wert nach Festlegung der Bewertungsparameter f&uuml;r die X-AG und die Z-AG ermittelt. Es seien &quot;folgende Risikozuschl&auml;ge angesetzt worden: &#8230;&quot;. Zudem sei ein Wachstumsabschlag f&uuml;r die ewige Rente (Phase&nbsp;II) in H&ouml;he von 0,75&nbsp;% vorgenommen worden. Bei der Bewertung zum 31.&nbsp;Dezember 2000 seien &auml;hnliche Risikozuschl&auml;ge &#8211;tendenziell sogar etwas h&ouml;her&#8211; zwischen 1,5&nbsp;% und 2,25&nbsp;%, aber kein Wachstumsabschlag angesetzt worden. Dies habe auch die Gutachterin im zivilgerichtlichen Verfahren bem&auml;ngelt. Demnach sei es unzutreffend, dass bereits die geringen Risikozuschl&auml;ge dem Ansatz eines Wachstumsabschlags entgegenst&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat in dem Rechtsstreit am 1.&nbsp;Oktober 2015 m&uuml;ndlich verhandelt. Dort haben die Beteiligten &uuml;bereinstimmend den Antrag gestellt, die m&uuml;ndliche Verhandlung zu vertagen und zugleich ihr Einverst&auml;ndnis mit einer Entscheidung des Gerichts ohne m&uuml;ndliche Verhandlung erkl&auml;rt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt hinsichtlich der gesonderten und einheitlichen Feststellung von Besteuerungsgrundlagen f&uuml;r das Streitjahr zur Aufhebung des angefochtenen Urteils. Die Sache wird nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckverwiesen. Die bisherigen Feststellungen des FG reichen nicht aus, um zum ma&szlig;geblichen Stichtag den Teilwert der Beteiligung an der X-AG bestimmen zu k&ouml;nnen, weil das FG zu Unrecht auf die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens verzichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass die Ermittlung der gesondert und einheitlich festzustellenden Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb f&uuml;r das Streitjahr unter Ber&uuml;cksichtigung des Ergebnisses aus der &Uuml;bertragung der Beteiligung an der X-AG zu erfolgen hat. Dieses ist nach den Grunds&auml;tzen des Betriebsverm&ouml;gensvergleichs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) im Gesamthandsverm&ouml;gen der OHG dergestalt zu ermitteln, dass bei der &Uuml;bertragung der sich im Gesamthandsverm&ouml;gen der OHG befindlichen X-Beteiligung nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung des Steuerentlastungsgesetzes (StEntlG) 1999\/2000\/2002 vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402) &#8211;EStG&nbsp;1999&#8211; der Teilwert anzusetzen ist, ungeachtet dessen, ob die &Uuml;bertragung in das Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin als (damalige) Mitunternehmerin der OHG oder in das Sonderbetriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin bei der OHG stattgefunden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;1999 ist bei der &Uuml;bertragung eines Wirtschaftsguts aus einem Betriebsverm&ouml;gen des Mitunternehmers in das Gesamthandsverm&ouml;gen einer Mitunternehmerschaft und umgekehrt, bei der &Uuml;bertragung eines Wirtschaftsguts aus dem Gesamthandsverm&ouml;gen einer Mitunternehmerschaft in das Sonderbetriebsverm&ouml;gen bei derselben Mitunternehmerschaft und umgekehrt sowie bei der &Uuml;bertragung zwischen den jeweiligen Sonderbetriebsverm&ouml;gen verschiedener Mitunternehmer derselben Mitunternehmerschaft nicht der Buchwert, sondern der Teilwert anzusetzen. Die Vorschrift regelt die Bewertung der in einer solchen &Uuml;bertragung zu sehenden Entnahme und normiert dar&uuml;ber hinaus aber auch einen eigenst&auml;ndigen Besteuerungstatbestand, soweit die &Uuml;bertragung keine Entnahme darstellt, wie hier bei einer &Uuml;bertragung in das Sonderbetriebsverm&ouml;gen, die nicht zu einer nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG mit dem Teilwert zu bewertenden Entnahme f&uuml;hrt (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;September 2012 IV&nbsp;R&nbsp;11\/12, BFHE 239, 76, Rz&nbsp;14). Insoweit unterscheidet sich &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;1999 von dem Regelungsgehalt des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG in der Fassung ab dem Jahr 2001, der als Bewertungsvorschrift f&uuml;r die dort genannten Wirtschaftsguttransfers zu verstehen ist (BFH-Urteil in BFHE 239, 76, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall liegen die Anwendungsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;1999 vor. Die Beteiligung an der X-AG geh&ouml;rte bis zu ihrer &Uuml;bertragung zum Gesamthandsverm&ouml;gen der OHG. Das FG ist davon ausgegangen, dass die Beteiligung in das Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin als damalige Gesellschafterin (Mitunternehmerin) der OHG &uuml;bertragen wurde. Es kommt aber auch in Betracht, dass &#8211;wie das FA in der m&uuml;ndlichen Verhandlung vom 1.&nbsp;Oktober 2015 vorgetragen, das FG aber nicht festgestellt hat&#8211; die Beteiligung in das (gewillk&uuml;rte) Sonderbetriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin bei der OHG &uuml;bertragen worden ist. Eine solche &Uuml;bertragung gew&auml;hrleistete, dass die f&uuml;r eine gewerbesteuerliche Organschaft zwischen der OHG als Organtr&auml;gerin und der X-AG als Organgesellschaft erforderliche Eingliederung (vgl. &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 des Gewerbesteuergesetzes &#8211;GewStG&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;14 Nrn.&nbsp;1 bis&nbsp;3 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211;), wonach der Organtr&auml;ger an der Organgesellschaft vom Beginn ihres Wirtschaftsjahres an ununterbrochen und unmittelbar in einem solchen Ma&szlig;e beteiligt sein musste, dass ihm die Mehrheit der Stimmrechte aus den Anteilen an der Organgesellschaft zusteht (finanzielle Eingliederung), fortbestehen konnte. Ob die Beteiligung in das Betriebsverm&ouml;gen der Kl&auml;gerin oder in ihr Sonderbetriebsverm&ouml;gen bei der OHG &uuml;bertragen wurde, kann aber letztlich dahinstehen, weil beide genannten Alternativen des Wirtschaftsgutstransfers mit zivilrechtlichem Rechtstr&auml;gerwechsel die Merkmale des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;1999 im Streitfall erf&uuml;llen. Anders als das FG meint, ist es deshalb nicht entscheidungserheblich, ob die &Uuml;bertragung der X-Beteiligung eine Entnahme darstellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der aus der Anwendung des &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;1999 folgende Ansatz des Teilwerts ist nicht dadurch ausgeschlossen, dass die Kl&auml;gerin einen Teilwert f&uuml;r die X-Beteiligung unterhalb des Buchwerts und damit die Realisierung stiller Lasten (Differenz zwischen dem Buchwert und dem niedrigeren Teilwert im Zeitpunkt der &Uuml;bertragung) geltend macht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Wortlaut dieser Vorschrift ordnet den Ansatz des Teilwerts ohne Einschr&auml;nkungen bei den in &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 Halbsatz&nbsp;1 EStG&nbsp;1999 genannten &Uuml;bertragungsf&auml;llen an. Es ist nicht ersichtlich, dass der Buchwert die Untergrenze f&uuml;r den Teilwertansatz bilden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch eine teleologische Reduktion des gesetzlich vorgesehenen Teilwertansatzes mit dem Ziel, dass der Buchwert die Untergrenze f&uuml;r den Wertansatz darstellt, ist ausgeschlossen. Zwar l&auml;sst sich aus &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;3 EStG&nbsp;1999 erkennen, dass der Gesetzgeber f&uuml;r &Uuml;bertragungen, also Transfers mit Rechtstr&auml;gerwechsel, keinen Buchwertansatz zulassen wollte. Dies findet seine St&uuml;tze in den Gesetzesmaterialien, aus denen sich ergibt, dass die steuerneutrale &Uuml;bertragung nach dem sog. Mitunternehmererlass (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 20.&nbsp;Dezember 1977 IV&nbsp;B&nbsp;2&nbsp;-S&nbsp;2241-&nbsp;231\/77, BStBl I 1978, 8) abgeschafft werden sollte (Begr&uuml;ndung zum Gesetzentwurf, BTDrucks&nbsp;14\/23, S.&nbsp;172&nbsp;f.), und dass an diesem Ziel auch im Verlauf der Beratungen &uuml;ber das StEntlG&nbsp;1999\/2000\/2002 und der dabei vorgenommenen &Auml;nderungen am Entwurf des &sect;&nbsp;6 EStG festgehalten wurde (Bericht des Finanzausschusses, BTDrucks&nbsp;14\/443, S.&nbsp;24; s. bereits BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juni 2012 IV&nbsp;R&nbsp;1\/08, BFHE 237, 503, Rz&nbsp;28). In den Gesetzesmaterialien wird aber die Realisierung stiller Lasten nicht angesprochen. Es finden sich keine Anhaltspunkte f&uuml;r einen Willen des Gesetzgebers, dass der Ansatz des Buchwerts die Untergrenze f&uuml;r den Teilwertansatz bilden sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat seine aus &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO folgende Pflicht zur Sachaufkl&auml;rung verletzt, indem es ermessensfehlerhaft die beantragte Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens zur Bewertung der X-Beteiligung abgelehnt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Entscheidung des Rechtsstreits h&auml;ngt von der H&ouml;he des Teilwerts (&sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG) ab, der ein objektiver Wert ist und nicht auf der pers&ouml;nlichen Auffassung des Steuerpflichtigen, sondern auf einer allgemeinen Werteinsch&auml;tzung beruht (BFH-Urteil vom 7.&nbsp;November 1990 I&nbsp;R&nbsp;116\/86, BFHE 162, 552, BStBl II 1991, 342). Der vom FG zu bestimmende Teilwert ist eine bestimmte feste Gr&ouml;&szlig;e und darf entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin deshalb nicht nach einer Bandbreite bestimmt werden (BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Dezember 2012 IV&nbsp;B&nbsp;12\/12, BFH\/NV&nbsp;2013, 547, Rz&nbsp;7, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der Teilwertermittlung handelt es sich um eine Sch&auml;tzung nach &sect;&nbsp;162 der Abgabenordnung (vgl. BFH-Urteile vom 4.&nbsp;M&auml;rz 1998 X&nbsp;R&nbsp;151\/94, BFH\/NV 1998, 1086; vom 30.&nbsp;Juli 2009 III&nbsp;R&nbsp;8\/07, BFH\/NV 2010, 190), die Tatsachenfeststellung i.S. von &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO ist und daher revisionsrechtlich nur daraufhin &uuml;berpr&uuml;ft werden kann, ob sie dem Grunde nach zul&auml;ssig war, in verfahrensfehlerfreier Weise zustande gekommen ist und nicht gegen anerkannte Sch&auml;tzungsgrunds&auml;tze, Denkgesetze und allgemeine Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juni 2015 IV&nbsp;R&nbsp;6\/11, BFH\/NV 2015, 1381, Rz&nbsp;28, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens zur Ermittlung des Teilwerts der Beteiligung steht grunds&auml;tzlich im pflichtgem&auml;&szlig;en Ermessen des Gerichts. Die Ermessensfreiheit findet allerdings dort ihre Grenzen, wo sich die Notwendigkeit der Hinzuziehung eines Sachverst&auml;ndigen mangels eigener Sachkunde dem Gericht aufdr&auml;ngen musste (BFH-Urteil in BFH\/NV 2015, 1381, Rz&nbsp;29). Von der Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens absehen kann das FG nur dann, wenn es ausnahmsweise selbst &uuml;ber die n&ouml;tige Sachkunde verf&uuml;gt und diese in den Entscheidungsgr&uuml;nden darlegt (vgl. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Januar 2015 I&nbsp;B&nbsp;42\/13, BFH\/NV 2015, 1093, Rz&nbsp;9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben beruht die Ablehnung des Sachverst&auml;ndigenbeweises zur Bestimmung des Teilwerts der Beteiligung im Streitfall auf einem Ermessensfehler.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ein Beweisantrag auf Einholung eines Sachverst&auml;ndigengutachtens erfordert gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;82 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;403 der Zivilprozessordnung (ZPO) eine hinreichende Konkretisierung sowohl des Beweisthemas als auch der zu beweisenden Tatsachen. Dies ist im Rahmen der vom Amtsermittlungsgrundsatz gepr&auml;gten FGO dahin zu verstehen, dass eine summarische Bezeichnung der zu begutachtenden Punkte ausreicht, aber auch erforderlich ist (BFH-Beschluss vom 25.&nbsp;Juli 2006 IV&nbsp;B&nbsp;116\/04, BFH\/NV 2006, 2270).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diesen Anforderungen gen&uuml;gt das Vorbringen der Kl&auml;gerin, wonach Beweis dar&uuml;ber erhoben werden soll, &quot;ob der im Kaufvertrag vom 29.9.2000 vereinbarte Kaufpreis f&uuml;r die Aktien der [X-AG] dem Verkehrswert der Aktien entspricht bzw. fremd&uuml;blich ist&quot;, und &quot;zu der Frage der Ber&uuml;cksichtigung eines Wachstumsabschlages&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG h&auml;tte den Beweisantr&auml;gen entsprechen m&uuml;ssen, da es nicht selbst ein Sachverst&auml;ndigengutachten eingeholt und nicht die erforderliche eigene Sachkunde zur Teilwertermittlung der Beteiligung an der X-AG in den Entscheidungsgr&uuml;nden dargelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Das FG konnte nicht deshalb von einer Beweiserhebung absehen, weil ihm im Klageverfahren das von der Kl&auml;gerin beigebrachte Gutachten einer Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft als Parteigutachten vorgelegt wurde. Ein Parteigutachten kann das FG seiner Entscheidung nur dann zugrunde legen, wenn keiner der Beteiligten substantiierte Einwendungen gegen die Richtigkeit erhebt (vgl. BFH-Urteil vom 4.&nbsp;M&auml;rz 1993 IV&nbsp;R&nbsp;33\/92, BFH\/NV 1993, 739; BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Dezember 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;88\/11, BFH\/NV 2012, 600). Dies hatte das FA indessen seit dem Feststellungsverfahren getan. Es war dem FG daher nicht ermessensfehlerfrei m&ouml;glich, das Gutachten zugrunde zu legen und dann &#8211;anders als das Gutachten&#8211; streitentscheidend einen Wachstumsabschlag von 1&nbsp;% als &quot;untere Grenze&quot; zugunsten des FA zu ber&uuml;cksichtigen, ohne n&auml;here Ausf&uuml;hrungen zur eigenen Sachkunde zu machen. Das FG legt nicht n&auml;her dar, woraus sich diesbez&uuml;gliche Erkenntnisse &uuml;ber den Ansatz eines Wachstumsabschlags ergeben. Dar&uuml;ber hinaus geht es nicht auf m&ouml;gliche Interdependenzen zwischen dem Wachstumsabschlag und anderen Parametern ein. Insbesondere macht es keine Ausf&uuml;hrungen dazu, ob der Wachstumsabschlag implizit im Risikozuschlag oder in anderen Parametern ber&uuml;cksichtigt worden ist, oder ob sich bei Ansatz eines Wachstumsabschlags andere Parameter h&auml;tten &auml;ndern m&uuml;ssen. Ein Geldentwertungs- oder Wachstumsabschlag auf den als Summe aus dem Basiszinssatz und einem Risikozuschlag ermittelten Kapitalisierungszinssatz ist dann gerechtfertigt, wenn f&uuml;r die im Rahmen des Ertragswertverfahrens zu ber&uuml;cksichtigende zweite Planungsphase im Rahmen der Prognosem&ouml;glichkeiten eine abgesicherte Wachstumserwartung besteht. Ein Wachstumsabschlag tr&auml;gt dem Umstand Rechnung, dass das Unternehmen m&ouml;glicherweise die Geldentwertung durch Preiserh&ouml;hungen auffangen kann (vgl. n&auml;her Stephan in K.&nbsp;Schmidt\/Lutter, AktG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;305 AktG Rz&nbsp;59). Dazu fehlen indes jegliche Feststellungen des FG. Soweit die Vorentscheidung ausf&uuml;hrt, ein Nullwachstum sei absolut un&uuml;blich und es sei gerade in der &#8230;, wie jeder selbst aufgrund der j&auml;hrlich &#8230; wisse und was deshalb gerichtsbekannt sei, mit einem Wachstum zu rechnen, k&ouml;nnen diese Mutma&szlig;ungen konkrete Feststellungen nicht ersetzen und ber&uuml;cksichtigen auch nicht die M&ouml;glichkeit eines nur sehr geringen Wachstums und dessen Auswirkung auf die Wertfindung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Dem Einwand des FA, das FG habe sich bei seinen &Uuml;berlegungen auf die Ausf&uuml;hrungen der unabh&auml;ngigen, gerichtlich bestellten Gutachterin des LG Y im Spruchstellenverfahren zur Abfindung von Aktion&auml;ren anl&auml;sslich des Abschlusses des Beherrschungsvertrages vom 30.&nbsp;Juni 1997 beziehen k&ouml;nnen, ist nicht zu folgen. Unbeschadet dessen, dass es sich um neuen, im Revisionsverfahren nicht zu ber&uuml;cksichtigenden Sachvortrag handelt, hat das FG weder seine Teilwertermittlung auf dieses Gutachten gest&uuml;tzt noch betrifft dieses die hier zu beurteilende Bewertung im Zeitpunkt der Ver&auml;u&szlig;erung im Streitjahr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Die Kl&auml;gerin hat auch ihre schrifts&auml;tzlichen Beweisantr&auml;ge &#8211;ausweislich des Sitzungsprotokolls&#8211; in der m&uuml;ndlichen Verhandlung nochmals wiederholt und um zwei weitere erg&auml;nzt sowie die Nichterhebung der Beweise vorsorglich ger&uuml;gt, weshalb ihr R&uuml;gerecht nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;295 ZPO i.V.m. &sect;&nbsp;155 Satz&nbsp;1 FGO verloren gegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das angefochtene Urteil war wegen des Sachaufkl&auml;rungsmangels aufzuheben. Vor diesem Hintergrund kann offenbleiben, ob die weiteren von der Kl&auml;gerin vorgebrachten Verfahrensfehler gegeben sind. Da die Sache nicht spruchreif ist, war der Rechtsstreit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen. Die bisherigen Feststellungen des FG reichen nicht aus, um den Teilwert der Beteiligung an der X-AG zum Zeitpunkt der &Uuml;bertragung bestimmen zu k&ouml;nnen. Im zweiten Rechtsgang hat das FG Gelegenheit, den erforderlichen Sachverst&auml;ndigenbeweis nachzuholen und auf dessen Grundlage erneut und umfassend zu w&uuml;rdigen, wie hoch der Teilwert dieser Beteiligung war. Der Senat weist f&uuml;r den weiteren Verfahrensgang erg&auml;nzend auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei Wirtschaftsg&uuml;tern, die &#8211;wie im Streitfall die Beteiligung an der X-AG&#8211; nicht der Abnutzung unterliegen, besteht die widerlegbare Vermutung, dass sich ihr Teilwert mit den Anschaffungskosten (Buchwert) deckt. Danach ist die Bewertung einer Beteiligung mit den Anschaffungskosten die Regel und die mit einem davon abweichenden Teilwert die Ausnahme (BFH-Urteil in BFHE 162, 552, BStBl II 1991, 342, unter II.3. der Gr&uuml;nde). Deshalb ist es Sache der Kl&auml;gerin, welche die Bewertung der Beteiligung mit einem niedrigeren Teilwert geltend macht, die Voraussetzungen daf&uuml;r darzulegen. Sie tr&auml;gt die objektive Beweislast (Feststellungslast) f&uuml;r einen niedrigeren Teilwert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der im Streitfall festgestellte Sachverhalt unterscheidet sich von dem dem BFH-Urteil vom 21.&nbsp;September 2011 I&nbsp;R&nbsp;89\/10 (BFHE 235, 263, BStBl II 2014, 612, zur Teilwertabschreibung auf b&ouml;rsennotierte Aktien im Anlageverm&ouml;gen) zugrundeliegenden Sachverhalt. Abweichend von jenem Urteil steht durch den B&ouml;rsenwert (97,50&nbsp;EUR\/Aktie) im Zeitpunkt des Beteiligungserwerbs am 29.&nbsp;September 2000 nicht fest, dass die Teilwertvermutung ersch&uuml;ttert ist, weil im Streitfall mit der H&ouml;he der zu bewertenden Beteiligung in H&ouml;he von 55,414&nbsp;% geldwerte Vorteile verbunden sein k&ouml;nnen, die auch ein gedachter Erwerber durch Zahlung eines sog. Paketzuschlages entgelten w&uuml;rde. Im Streitfall spricht das objektive Marktverhalten der OHG bei ihrem Beteiligungserwerb daf&uuml;r, dass sich der Teilwert nicht nur nach dem B&ouml;rsenkurswert richtet, weil sie selbst in zeitlicher N&auml;he zu der Ver&auml;u&szlig;erung einen Kaufpreis zahlte, der &uuml;ber dem B&ouml;rsenkurswert lag (vgl. BFH-Urteil in BFHE 162, 552, BStBl II 1991, 342; Schmidt\/Kulosa, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;6 Rz&nbsp;278). Die OHG erwarb bis zum Jahr 1999 &#8230;&nbsp;Aktien der X-AG von insgesamt &#8230;&nbsp;St&uuml;ck Aktien und damit 55,414&nbsp;% des gesamten Kapitals. Obwohl eine Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaft den Wert der X-AG zum 31.&nbsp;Dezember 1996 einschlie&szlig;lich aller Beteiligungen mit &#8230;&nbsp;DM ermittelte, was bezogen auf die einzelne Aktie einem Wert von 165,46&nbsp;DM (=&nbsp;84,59&nbsp;EUR) entsprach, hat die OHG die Aktien zu einem Kaufpreis von 210,31&nbsp;DM (=&nbsp;107,53&nbsp;EUR; einschlie&szlig;lich Anschaffungsnebenkosten) je Aktie erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da an der B&ouml;rse nur Anteile gehandelt wurden, die dem Umfang nach der zu bewertenden Beteiligung an der X-AG nicht entsprechen, hat das FG Feststellungen nachzuholen, ob bei der Ver&auml;u&szlig;erung mit der H&ouml;he der zu bewertenden Beteiligung an der X-AG geldwerte Vorteile verbunden waren, die ein gedachter Erwerber durch Zahlung eines Paketzuschlages entgolten h&auml;tte. Das FG hat in diesem Zusammenhang zudem Feststellungen zu dem Einwand der Kl&auml;gerin zu treffen, dass dem Stichtagskurs f&uuml;r Zwecke des Vergleichs mit dem Kaufpreis kein Paketzuschlag hinzuzurechnen sei, weil sich im Kurswert der einzelnen Aktie bereits der werterh&ouml;hende Beteiligungscharakter der von der OHG gehaltenen Mehrheitsbeteiligung widerspiegele. Dies ergebe sich aus der Entwicklung des B&ouml;rsenkurses innerhalb von sechs Monaten vor dem 29.&nbsp;September 2000. Der Kurs der Aktie sei von &#8230;&nbsp;EUR am 20.&nbsp;Juli 2000 auf 97,60&nbsp;EUR am 29.&nbsp;September 2000 gestiegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Teilwert der X-Beteiligung in H&ouml;he von 55,414&nbsp;% ist ein Wert, der sich nicht in einzelne Berechnungsfaktoren zerlegen l&auml;sst (vgl. BFH-Urteil in BFHE 162, 552, BStBl II 1991, 342, unter II.6.c&nbsp;aa der Gr&uuml;nde). Sinkt oder steigt der B&ouml;rsenkurswert einer Aktie, so m&uuml;ssen deshalb nicht zwingend auch die Wiederbeschaffungskosten einer &quot;Beteiligung&quot; an derselben AG sinken oder steigen. Dies ergibt sich schon daraus, dass die &quot;Beteiligung&quot; nicht an der B&ouml;rse gehandelt wird und die B&ouml;rsenkurswerte auch von Spekulationsabsichten der Aktienerwerber und -ver&auml;u&szlig;erer sowie von allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, Erwartungen und Tendenzen beeinflusst werden. Diese Faktoren haben nicht den gleichen Einfluss auf den Wert einer Beteiligung. Deren innerer Wert muss sich deshalb bei einem sinkenden oder steigenden B&ouml;rsenkurswert nicht zwingend ver&auml;ndern. Eine entsprechende Wertminderung kann nur dann angenommen werden, wenn sie sich auch in anderen den inneren Wert der Beteiligung bildenden Faktoren niederschl&auml;gt. Dazu geh&ouml;rt der Ertragswert der Beteiligung, der nach den Ertragsaussichten der Gesellschaft zu ermitteln ist. Auch hierzu wird das FG im zweiten Rechtsgang substantiierte Feststellungen zu treffen haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat weist darauf hin, dass das FG noch &uuml;ber den Antrag auf Urteilsberichtigung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;107 FGO vom 24.&nbsp;Oktober 2012 zu entscheiden hat. Der Vorinstanz ist bei der Feststellung des gewerbesteuerlichen Verlustvortrages auf den 31.&nbsp;Dezember 1999 im Urteilstenor ein Rechenfehler i.S. des &sect;&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 FGO in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM (Differenz zwischen dem genannten Betrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM =&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR und dem sich bei korrekter Berechnung ergebenden Betrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM =&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR) unterlaufen. Die Zust&auml;ndigkeit des FG f&uuml;r die Entscheidung &uuml;ber den Berichtigungsantrag folgt aus dem Umstand, dass die Feststellung des gewerbesteuerlichen Verlustvortrages auf den 31.&nbsp;Dezember 1999 mit der Revision nicht angegriffen worden und daher nicht beim BFH anh&auml;ngig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.12.2015, IV R 18\/12 &sect; 6 Abs. 5 Satz 3 EStG 1999 als eigenst&auml;ndiger Besteuerungstatbestand &#8211; Ermessensfehlerhafte Ablehnung des Sachverst&auml;ndigenbeweises zur Bestimmung des Teilwerts einer Beteiligung Leits&auml;tze 1. &sect; 6 Abs. 5 Satz 3 EStG 1999 normiert mit der Anordnung des Teilwertansatzes einen eigenen Besteuerungstatbestand, soweit die dort genannten &Uuml;bertragungen weder als &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-18-12-par-6-abs-5-satz-3-estg-1999-als-eigenstaendiger-besteuerungstatbestand-ermessensfehlerhafte-ablehnung-des-sachverstaendigenbeweises-zur-bestimmung-des-teilwerts-einer-beteiligung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;18\/12 &#8211; &sect; 6 Abs. 5 Satz 3 EStG 1999 als eigenst&auml;ndiger Besteuerungstatbestand &#8211; Ermessensfehlerhafte Ablehnung des Sachverst&auml;ndigenbeweises zur Bestimmung des Teilwerts einer Beteiligung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65945","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65945","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65945"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65945\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65945"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65945"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65945"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}