{"id":65946,"date":"2016-03-09T11:29:43","date_gmt":"2016-03-09T09:29:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65946"},"modified":"2016-03-09T11:29:43","modified_gmt":"2016-03-09T09:29:43","slug":"v-r-45-14-zur-ehrenamtlichen-taetigkeit-des-vorstandes-eines-sparkassenverbandes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-45-14-zur-ehrenamtlichen-taetigkeit-des-vorstandes-eines-sparkassenverbandes\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;45\/14 &#8211; Zur ehrenamtlichen T&auml;tigkeit des Vorstandes eines Sparkassenverbandes"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2015, V R 45\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur ehrenamtlichen T&auml;tigkeit des Vorstandes eines Sparkassenverbandes<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ehrenamtlich werden u.a. jene T&auml;tigkeiten ausge&uuml;bt, die in einem anderen Gesetz als dem UStG ausdr&uuml;cklich als solche bezeichnet werden.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der zur Definition der ehrenamtlichen T&auml;tigkeit verwendete Gesetzesbegriff ist enger als der des &sect; 4 AO und umfasst keine Satzungen juristischer Personen des &ouml;ffentlichen Rechts.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Bis zur Rechtsprechungs&auml;nderung durch das BFH-Urteil vom 20. August 2009 V R 32\/08 (BFHE 227, 207, BStBl II 2010, 88, Rz 31) zur umsatzsteuerrechtlichen Beurteilung der Aufsichtsratst&auml;tigkeit f&uuml;r Volksbanken kommt Vertrauensschutz nach &sect; 176 Abs. 1 Nr. 3 AO in Betracht.&nbsp;&nbsp;.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen den Gerichtsbescheid des Finanzgerichts des Saarlandes vom 4. August 2014&nbsp;&nbsp;1 K 1481\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) war im Streitjahr (2006) Vorstands-Vorsitzender einer Sparkasse. Daneben &uuml;bte er selbst&auml;ndig verschiedene Aufsichtsrats- und Vorstandst&auml;tigkeiten aus. Streitig sind vorliegend die T&auml;tigkeiten f&uuml;r den Sparkassenverband X als Vorstandsmitglied und als Mitglied des &quot;&#8230;ausschusses&quot;. Er erhielt hierf&uuml;r im Streitjahr Aufwandsentsch&auml;digungen und Sitzungsgelder, und zwar als Vorstandsmitglied &#8230;&nbsp;EUR und als Ausschussmitglied &#8230;&nbsp;EUR. Der Kl&auml;ger erkl&auml;rte diese sowohl in seiner Umsatzsteuererkl&auml;rung vom 2.&nbsp;Januar 2008 als auch in seiner berichtigten Umsatzsteuererkl&auml;rung vom 28.&nbsp;Februar 2011 als nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 Buchst.&nbsp;a des Umsatzsteuergesetzes (UStG) steuerfrei. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem zun&auml;chst, setzte aber mit Umsatzsteuerbescheid vom 3.&nbsp;Januar 2012 Umsatzsteuer zun&auml;chst auf die Ums&auml;tze aus der T&auml;tigkeit als Vorstandsmitglied und im Einspruchsverfahren nach vorheriger Anh&ouml;rung im verb&ouml;sernden Umsatzsteuerbescheid vom 16.&nbsp;November 2012 auf alle gegen&uuml;ber dem Sparkassenverband X ausgef&uuml;hrten Ums&auml;tze Umsatzsteuer fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage nach erfolglosem Vorverfahren mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 339 ver&ouml;ffentlichten Gerichtsbescheid statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, zu den nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG steuerfreien ehrenamtlichen T&auml;tigkeiten geh&ouml;rten nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) alle T&auml;tigkeiten, die in einem anderen Gesetz als dem UStG ausdr&uuml;cklich als solche genannt w&uuml;rden. Die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers werde in &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;5 der Satzung des Sparkassenverbandes X vom 7.&nbsp;April 1965 i.d.F. vom 25.&nbsp;November 2002 ausdr&uuml;cklich als ehrenamtlich bezeichnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision, die es auf Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 Buchst.&nbsp;a UStG) st&uuml;tzt. Ehrenamtlichkeit einer T&auml;tigkeit kraft gesetzlicher Regelung liege nicht vor, wenn es sich &#8211;wie hier&#8211; bei der Regelung lediglich um eine Bestimmung handele, die im Bereich der Selbstverwaltung als Satzung erlassen worden sei. Im Sparkassengesetz (SSpkG) vom 17.&nbsp;Dezember 1964 i.d.F. der Bekanntmachung vom 8.&nbsp;August 2006 sei die T&auml;tigkeit hingegen nicht als ehrenamtlich bezeichnet. Zudem sei bei der Auslegung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG zu beachten, dass die Sechste Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern vom 17.&nbsp;Mai 1977 (Richtlinie 77\/388\/EWG) keine Umsatzsteuerbefreiung f&uuml;r ehrenamtliche T&auml;tigkeiten vorsehe. Zwar er&ouml;ffne eine Protokollerkl&auml;rung zu Art.&nbsp;4 der Richtlinie 77\/388\/EWG der Bundesrepublik Deutschland die M&ouml;glichkeit, die aus dem Jahr 1958 stammende Steuerbefreiung f&uuml;r ehrenamtliche T&auml;tigkeiten beizubehalten. Hierbei sei aber zu ber&uuml;cksichtigen, dass Art.&nbsp;4 nicht die Befreiungsvorschriften betreffe, sondern den Begriff des &quot;Steuerpflichtigen&quot; regele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>den Gerichtsbescheid des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der Rechtsprechung des BFH sei eine T&auml;tigkeit als ehrenamtlich anzusehen, wenn sie in einem Gesetz als solche bezeichnet werde. Da es sich bei der Satzung des Sparkassenverbandes X um ein Gesetz i.S. des &sect;&nbsp;4 der Abgabenordnung (AO) handle und die Vorstandsmitglieder nach &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;5 dieser Satzung ehrenamtlich t&auml;tig w&uuml;rden, seien die Anforderungen an eine ehrenamtliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 Buchst.&nbsp;a UStG erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zwar zu Unrecht davon ausgegangen, dass die T&auml;tigkeiten des Kl&auml;gers als Vorstands- und Ausschussmitglied vom Begriff der ehrenamtlichen T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG umfasst werden. Das FG-Urteil erweist sich aber aus anderen Gr&uuml;nden als richtig (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Entgegen der Auffassung des FG f&auml;llt die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers nicht unter die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG. Danach ist die ehrenamtliche T&auml;tigkeit steuerfrei, wenn sie f&uuml;r juristische Personen des &ouml;ffentlichen Rechts ausge&uuml;bt wird (Buchst.&nbsp;a) oder wenn das Entgelt f&uuml;r die T&auml;tigkeit nur in Auslagenersatz und einer angemessenen Entsch&auml;digung f&uuml;r Zeitvers&auml;umnis besteht (Buchst.&nbsp;b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Da der Sparkassenverband X gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;40 Satz&nbsp;2 SSpkG eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts ist, &uuml;bt der Kl&auml;ger seine T&auml;tigkeit zwar f&uuml;r eine juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts i.S. des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 Buchst.&nbsp;a UStG aus. Es handelt sich aber um keine ehrenamtliche T&auml;tigkeit. Beide Alternativen des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG, also auch die des Buchst.&nbsp;a setzen aber eine ehrenamtliche T&auml;tigkeit voraus (BFH-Urteil vom 19.&nbsp;April 2012 V&nbsp;R&nbsp;31\/11, BFH\/NV 2012, 1831).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG definiert den Begriff der ehrenamtlichen T&auml;tigkeit nicht. Nach der Rechtsprechung des BFH werden ehrenamtlich jene T&auml;tigkeiten ausge&uuml;bt, die in einem anderen Gesetz als dem UStG ausdr&uuml;cklich als solche genannt werden, die man im allgemeinen Sprachgebrauch herk&ouml;mmlicherweise als ehrenamtlich bezeichnet oder die vom materiellen Begriff der Ehrenamtlichkeit umfasst werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile in BFH\/NV 2012, 1831; vom 20.&nbsp;August 2009 V&nbsp;R&nbsp;32\/08, BFHE 227, 207, BStBl II 2010, 88; vom 14.&nbsp;Mai 2008 XI&nbsp;R&nbsp;70\/07, BFHE 221, 517, BStBl II 2008, 912).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat zutreffend entschieden, dass die vom Kl&auml;ger ausge&uuml;bte T&auml;tigkeit weder im allgemeinen Sprachgebrauch herk&ouml;mmlicherweise als ehrenamtlich bezeichnet noch vom materiellen Begriff der Ehrenamtlichkeit umfasst wird. Auch die Beurteilung des FG, dass der materielle Begriff der Ehrenamtlichkeit das Fehlen eines eigenn&uuml;tzigen Erwerbsstrebens, die fehlende Hauptberuflichkeit und den Einsatz f&uuml;r eine fremdn&uuml;tzig bestimmte Einrichtung voraussetzt (z.B. BFH-Urteile in BFH\/NV 2012, 1831; in BFHE 227, 207, BStBl II 2010, 88; in BFHE 221, 517, BStBl II 2008, 912) und dass der Sparkassenverband keine fremdn&uuml;tzig bestimmte Einrichtung in diesem Sinne ist, trifft zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG ist aber zu Unrecht davon ausgegangen, dass die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers in einem anderen Gesetz (als dem UStG) als ehrenamtlich erw&auml;hnt wird. Die Satzung des Sparkassenverbandes X vom 7.&nbsp;April 1965 i.d.F. vom 25.&nbsp;November 2002, in dessen &sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;5 die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als ehrenamtlich bezeichnet wird, ist kein Gesetz im Sinne der Rechtsprechung zu &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar handelt es sich bei der Satzung des Sparkassenverbandes X um eine autonome &ouml;ffentlich-rechtliche Satzung, die von einer mit Satzungsautonomie ausgestatteten juristischen Person des &ouml;ffentlichen Rechts f&uuml;r ihren Bereich erlassen wurde (vgl. Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 14.&nbsp;Juli 1959&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvF&nbsp;1\/58, BVerfGE 10, 20, 49&nbsp;f.) und damit unter den Gesetzesbegriff des &sect;&nbsp;4 AO f&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der von der Rechtsprechung zur Definition der ehrenamtlichen T&auml;tigkeit verwendete Gesetzesbegriff ist aber enger als der des &sect;&nbsp;4 AO und umfasst jedenfalls keine Satzungen juristischer Personen des &ouml;ffentlichen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese (enge) richtlinienkonforme Auslegung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG ist durch das Unionsrecht geboten. L&auml;sst der Gesetzestext mehrere Auslegungen zu und ist nur eine mit dem Unionsrecht vereinbar, so ist der Auslegung der Vorzug zu geben, nach der die Norm nicht als unionsrechtswidrig zu beurteilen ist (z.B. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;43\/13; vom 15.&nbsp;Februar 2012 XI&nbsp;R&nbsp;24\/09, BFHE 236, 267, BStBl II 2013, 712, Rz&nbsp;18, m.w.N.; vgl. auch BFH-Urteil vom 24.&nbsp;September 2014 V&nbsp;R&nbsp;11\/14, BFH\/NV 2015, 528). Die richtlinienkonforme Auslegung erm&ouml;glicht es damit, zu weit gefasste Regelungen des nationalen Rechts im Rahmen des nach dem Wortlaut der Regelung M&ouml;glichen einschr&auml;nkend auszulegen (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Dezember 2015 V&nbsp;R&nbsp;43\/13).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vorliegend ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Steuerbefreiungen des &sect;&nbsp;4 UStG grunds&auml;tzlich eng auszulegen sind, weil sie Ausnahmen von dem allgemeinen Grundsatz darstellen, dass jede Dienstleistung, die ein Steuerpflichtiger gegen Entgelt erbringt, der Umsatzsteuer unterliegt (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union DTZ Zadelhoff vom 5.&nbsp;Juli 2012 C-259\/11, EU:C:2012:423; Nordea vom 28.&nbsp;Juli 2011 C-350\/10, EU:C:2011:532). Au&szlig;erdem sieht die Richtlinie 77\/388\/EWG &uuml;berhaupt keine Steuerbefreiung f&uuml;r ehrenamtliche T&auml;tigkeiten vor. Lediglich eine Protokollerkl&auml;rung zu Art.&nbsp;4 der Richtlinie 77\/388\/EWG stellt es den Mitgliedstaaten frei, ehrenamtliche Leistungen von der Steuer zu befreien. Infolgedessen ist umstritten, inwieweit &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG &uuml;berhaupt im Einklang mit der Richtlinie 77\/388\/EWG steht (zweifelnd Kulmsee in Rei&szlig;\/Kraeusel\/Langer, UStG &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 Rz&nbsp;11; bejahend Handzik in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;4 UStG Nr.&nbsp;26 Rz&nbsp;5; verneinend Oelmaier in S&ouml;lch\/Ringleb, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 Rz&nbsp;4).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vor diesem Hintergrund gibt es keine Veranlassung, eine T&auml;tigkeit, die weder im allgemeinen Sprachgebrauch herk&ouml;mmlicherweise als ehrenamtlich bezeichnet noch vom materiellen Begriff der Ehrenamtlichkeit umfasst wird, nur deshalb als ehrenamtlich anzusehen, weil eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts diese an sie ausgef&uuml;hrte T&auml;tigkeit in ihrer Satzung als ehrenamtlich bezeichnet. Das gilt umso mehr, als die K&ouml;rperschaft andernfalls allein durch entsprechende Behandlung in der Satzung selbst &uuml;ber die Steuerbefreiung der an sie ausgef&uuml;hrten T&auml;tigkeiten entscheiden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Vorstandsmitglied und Mitglied des Ausschusses f&auml;llt aus diesen Gr&uuml;nden zwar nicht unter die Steuerbefreiung des &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG, gleichwohl unterliegt die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers im Streitjahr im Ergebnis nicht der Umsatzbesteuerung, weil ihm Vertrauensschutz nach &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO zusteht. Danach darf bei der Aufhebung oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids nicht zuungunsten des Steuerpflichtigen ber&uuml;cksichtigt werden, dass sich die Rechtsprechung eines obersten Gerichtshofs des Bundes, die bei der bisherigen Steuerfestsetzung von der Finanzbeh&ouml;rde angewandt worden ist, ge&auml;ndert hat. Damit werden die F&auml;lle umfasst, in denen sich die Rechtsprechung erst nach dem Erlass des urspr&uuml;nglichen Bescheids, aber vor Erlass des &Auml;nderungsbescheids ge&auml;ndert hat. In diesem Fall ist der Steuerpflichtige so zu behandeln, wie er ohne die Rechtsprechungs&auml;nderung gestanden h&auml;tte (vgl. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;April 2013 V&nbsp;R&nbsp;2\/13, BFHE 241, 304, BStBl II 2013, 844, 1.&nbsp;Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Senat hat mit Urteil vom 27.&nbsp;Juli 1972 V&nbsp;R&nbsp;33\/72 (BFHE 106, 479, BStBl II 1972, 844) die Verg&uuml;tung von Aufsichtsratsmitgliedern von Genossenschaftsbanken als nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;26 UStG steuerfrei behandelt. Die Verwaltung hat im Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) vom 21.&nbsp;Mai 1975 (BStBl I 1975, 684) die Wirkungen des BFH-Urteils in BFHE 106, 479, BStBl II 1972, 844 auf Verwaltungsratsmitglieder von Sparkassen ausgedehnt. Zwar ist das BMF-Schreiben vom 21.&nbsp;Mai 1975 aufgrund des BMF-Schreibens vom 21.&nbsp;Januar 1985 VV DEU BMF 1985-01-21 IV&nbsp;A&nbsp;3-S&nbsp;7015-1\/85 (BStBl I 1985, 55) zun&auml;chst auf Ums&auml;tze nach dem 31.&nbsp;Dezember 1984 nicht mehr angewandt und durch das BMF-Schreiben zur Eind&auml;mmung der Normenflut vom 7.&nbsp;Juni 2005 VV DEU BMF 2005-06-07 IV&nbsp;C&nbsp;6-O&nbsp;1000-86\/05 (BStBl I 2005, 717) ganz aufgehoben worden. Es besteht aber Einvernehmen zwischen den Beteiligten, dass die Verwaltung gleichwohl die Verg&uuml;tungen von Aufsichtsr&auml;ten und Verwaltungsratsmitgliedern auch von Sparkassen weiterhin als steuerfrei behandelt hat. Daher ist davon auszugehen, dass das BFH-Urteil in BFHE 106, 479, BStBl II 1972, 844 in der bisherigen Steuerfestsetzung in Gestalt der als Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung (&sect;&nbsp;168 AO) geltenden Steuererkl&auml;rung vom 2.&nbsp;Januar 2008 angewandt worden ist. Der Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;176 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 AO umfasst auch Steueranmeldungen, die gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;168 AO einer Steuerfestsetzung unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gleichstehen (BFH-Urteil vom 2.&nbsp;November 1989 V&nbsp;R&nbsp;56\/84, BFHE 159, 266, BStBl II 1990, 253, 1.&nbsp;Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Mit Urteil in BFHE 227, 207, BStBl II 2010, 88, Rz&nbsp;31 hat der Senat seine Rechtsprechung zur Steuerfreiheit der Aufsichtsratst&auml;tigkeit f&uuml;r Volksbanken ge&auml;ndert und die T&auml;tigkeit nunmehr der Umsatzsteuer unterworfen. Diese Rechtsprechungs&auml;nderung durfte in den Umsatzsteuerbescheiden vom 3.&nbsp;Januar 2012 und vom 16.&nbsp;November 2012 nicht zuungunsten des Kl&auml;gers ber&uuml;cksichtigt werden. Dem steht nicht entgegen, dass der Kl&auml;ger seine Steuererkl&auml;rung am 28.&nbsp;Februar 2011 zuvor selbst berichtigt hatte, weil er auch darin seine T&auml;tigkeit als Vorstandsmitglied und Mitglied des Ausschusses als umsatzsteuerfrei behandelt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Kl&auml;ger ist deshalb so zu stellen, wie er ohne die Rechtsprechungs&auml;nderung durch das BFH-Urteil in BFHE 227, 207, BStBl II 2010, 88 gestanden h&auml;tte. Ohne die Rechtsprechungs&auml;nderung h&auml;tte die Verwaltung weiterhin das BFH-Urteil in BFHE 106, 479, BStBl II 1972, 844 auf die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers angewandt und diese steuerfrei belassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2015, V R 45\/14 Zur ehrenamtlichen T&auml;tigkeit des Vorstandes eines Sparkassenverbandes Leits&auml;tze 1. Ehrenamtlich werden u.a. jene T&auml;tigkeiten ausge&uuml;bt, die in einem anderen Gesetz als dem UStG ausdr&uuml;cklich als solche bezeichnet werden. 2. Der zur Definition der ehrenamtlichen T&auml;tigkeit verwendete Gesetzesbegriff ist enger als der des &sect; 4 AO und umfasst keine &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-45-14-zur-ehrenamtlichen-taetigkeit-des-vorstandes-eines-sparkassenverbandes\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;45\/14 &#8211; Zur ehrenamtlichen T&auml;tigkeit des Vorstandes eines Sparkassenverbandes<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65946","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65946"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65946\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}