{"id":65948,"date":"2016-03-09T11:29:22","date_gmt":"2016-03-09T09:29:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65948"},"modified":"2016-03-09T11:29:22","modified_gmt":"2016-03-09T09:29:22","slug":"x-r-56-13-aenderung-von-antrags-und-wahlrechten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-56-13-aenderung-von-antrags-und-wahlrechten\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;56\/13 &#8211; &Auml;nderung von Antrags- und Wahlrechten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2015, X R 56\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung von Antrags- und Wahlrechten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Aus&uuml;bung von Antrags- oder Wahlrechten, die dem Grunde nach keiner zeitlichen Begrenzung unterliegen, kann ge&auml;ndert werden, solange der entsprechende Steuerbescheid nicht formell und materiell bestandskr&auml;ftig ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Im Falle einer partiellen Bestandskraft kommt die &Auml;nderung nur in Betracht, wenn ihre steuerlichen Folgen nicht &uuml;ber den durch &sect; 351 Abs. 1 AO gesetzten Rahmen hinausgehen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Die &Auml;nderung eines Wahlrechts rechtfertigt auch dann f&uuml;r sich genommen die &Auml;nderung des Steuerbescheids nicht, wenn sie auf einer &Auml;nderung der wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsgrundlage beruht.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Die in der Rechtsprechung zum Veranlagungswahlrecht der Ehegatten entwickelten Grunds&auml;tze sind auf das Wahlrecht nach &sect; 34 Abs. 3 EStG nicht &uuml;bertragbar.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 19. November 2013&nbsp;&nbsp;13 K 3624\/11 E aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind die Ehefrau bzw. der Sohn des im Jahre 2008 verstorbenen E. Die Kl&auml;gerin und E wurden im Streitjahr 2002 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Sie erkl&auml;rten laufende Verluste aus Gewerbebetrieb des E aus einer Beteiligung an einer KG von 835.697&nbsp;EUR und einen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn von 1.134.763&nbsp;EUR, f&uuml;r den sie den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) beantragten. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) veranlagte antragsgem&auml;&szlig; und setzte mit Bescheid vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2005 die Einkommensteuer auf 90.029&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund einer Mitteilung &uuml;ber die gesonderte und einheitliche Feststellung von Besteuerungsgrundlagen setzte das FA mit Bescheid vom 16.&nbsp;Februar 2009 die Einkommensteuer auf 81.323&nbsp;EUR fest. Dem waren nunmehr laufende Verluste aus Gewerbebetrieb von 871.604&nbsp;EUR zugrunde gelegt. Der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn blieb unver&auml;ndert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrem Einspruch vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2009 beantragten die Kl&auml;ger, auf die au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nfte nicht den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG anzuwenden. Mit Schreiben vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2009 teilte das FA ohne Rechtsbehelfsbelehrung mit, es lehne das Begehren auf verb&ouml;sernde Festsetzung der Einkommensteuer 2002 &#8211;die von den Kl&auml;gern angestrebte Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes in einem Folgejahr h&auml;tte per Saldo zu einem h&ouml;heren Steuervorteil gef&uuml;hrt&#8211; nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen ab. Mit weiterem Einspruch vom 27.&nbsp;Mai 2009 machten die Kl&auml;ger geltend, der Antrag nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG k&ouml;nne bis zur Unanfechtbarkeit der Steuerfestsetzung jederzeit widerrufen werden. Mit Einspruchsentscheidungen vom 15.&nbsp;September 2011 wies das FA den Einspruch gegen den Einkommensteuerbescheid als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck und verwarf den Einspruch gegen die Ablehnung vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2009 als unzul&auml;ssig, da es sich nicht um einen Verwaltungsakt handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die Klage als Verpflichtungsklage dahingehend ausgelegt, dass die Kl&auml;ger sich gegen den Ablehnungsbescheid vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2009 und die zugeh&ouml;rige Einspruchsentscheidung wenden, und dieser stattgegeben (Urteil ver&ouml;ffentlicht in Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 201). Die R&uuml;cknahme des Antrags nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG sei zul&auml;ssig gewesen. Das Wahlrecht sei nach dem Gesetzeswortlaut zeitlich nicht befristet, k&ouml;nne bis zur Bestandskraft des Steuerbescheids ausge&uuml;bt werden und sei erst mit Eintritt der Unanfechtbarkeit des entsprechenden Bescheids verbraucht. Es habe daher nach Erlass des Einkommensteuerbescheids vom 16.&nbsp;Februar 2009 bis zum Ablauf der Monatsfrist des &sect;&nbsp;355 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) frei ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen. Dem stehe &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO nicht entgegen. Es g&auml;lten die gleichen Grunds&auml;tze wie sie der Bundesfinanzhof (BFH) in st&auml;ndiger Rechtsprechung f&uuml;r Ehegatten aufgestellt habe, die ihr Veranlagungswahlrecht bis zur Unanfechtbarkeit eines Berichtigungs- oder &Auml;nderungsbescheids unbeschr&auml;nkt &auml;ndern k&ouml;nnten. In beiden F&auml;llen gehe es nicht um eine Anfechtung von Besteuerungsgrundlagen, sondern um ein auf Anwendung oder Nichtanwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes gerichtetes Verpflichtungsbegehren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es k&ouml;nne dahinstehen, ob im Fall der R&uuml;cknahme des Antrags nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG die Regelung des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO entsprechend anwendbar sei. Die materielle Reichweite eines Wahlrechts h&auml;nge nicht vom Bestehen einer &Auml;nderungsnorm ab. Die effektive Durchsetzung eines bestehenden Rechts entspreche dem aus Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 des Grundgesetzes (GG) folgenden Grundsatz einer rechtsschutzgew&auml;hrenden Anwendung und Auslegung der Verfahrensvorschriften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision erl&auml;utert das FA zum wirtschaftlichen Hintergrund, die Kl&auml;ger wollten den erm&auml;&szlig;igten Steuersatz in einem anderen Veranlagungszeitraum (2005) beantragen, in dem der zu versteuernde Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn wesentlich h&ouml;her war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Rechtlich stehe der begehrten &Auml;nderung &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO entgegen. Da der Einkommensteuerbescheid vom 16.&nbsp;Februar 2009 die Einkommensteuer gemindert habe, k&ouml;nnten die Kl&auml;ger h&ouml;chstens die Heraufsetzung der Einkommensteuer auf den zuvor festgesetzten Betrag von 90.029&nbsp;EUR erlangen. Daf&uuml;r aber bed&uuml;rfe es weiterhin der zumindest teilweisen Anwendung des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG, da sich ohne Anwendung der erm&auml;&szlig;igten Besteuerung eine Einkommensteuer von 92.060&nbsp;EUR erg&auml;be. Das entspreche nicht dem Antrag der Kl&auml;ger. Soweit der Antrag im Gegensatz zur fr&uuml;heren Rechtslage mittlerweile widerruflich sei, gelte dies bereits nach der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks 14\/2683, S.&nbsp;115&nbsp;ff.) nur im Rahmen der &Auml;nderungsm&ouml;glichkeiten der AO. Der Wunsch der Kl&auml;ger, die Vorteile des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG nunmehr f&uuml;r einen sp&auml;teren Veranlagungszeitraum in Anspruch zu nehmen, sei kein Grund, die Bestandskraft des Bescheids f&uuml;r 2002 &uuml;ber &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO hinaus zu durchbrechen und so die &Auml;nderung des Wahlrechts nur dem Steuerpflichtigen zu erm&ouml;glichen, der zuf&auml;llig das Gl&uuml;ck habe, dass sein Steuerbescheid aus au&szlig;erhalb des &sect;&nbsp;34 EStG liegenden Gr&uuml;nden ge&auml;ndert werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Rechtsprechung zum Wahlrecht zwischen der getrennten Veranlagung und der Zusammenveranlagung sei nicht &uuml;bertragbar. Die ge&auml;nderte Wahl der Veranlagungsart f&uuml;hre zu einer vollst&auml;ndigen Neuveranlagung und ggf. Entscheidungen, die &uuml;ber die H&ouml;he der festgesetzten Steuer hinausgingen, so dass &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO dort nicht anwendbar sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie sind der Auffassung, &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO sei auf das Wahlrecht nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG nicht anwendbar. Es k&ouml;nne der H&ouml;he nach nicht eingeschr&auml;nkt werden, da es sich um ein absolutes Gestaltungswahlrecht handele, ebenso wie das Veranlagungswahlrecht nach &sect;&sect;&nbsp;26&nbsp;ff. EStG sowie die Antr&auml;ge nach &sect;&nbsp;10d EStG oder &sect;&nbsp;32d Abs.&nbsp;4 und 6 EStG. Nachdem der Gesetzgeber das Wahlrecht nicht mehr unwiderruflich gestaltet habe, m&uuml;sse er beabsichtigt haben, die vollst&auml;ndige R&uuml;cknahme des Antrags zu erm&ouml;glichen. Mit einer Begrenzung auf den Korrekturrahmen des &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO liefe dies aber praktisch weitgehend leer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei vergleichbaren Gestaltungswahlrechten, namentlich dem Veranlagungswahlrecht der Ehegatten, sei nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH die erneute Wahlrechtsaus&uuml;bung zul&auml;ssig, weil die Besteuerungsgrundlagen unver&auml;ndert blieben und der Steuerpflichtige &#8211;wie bei der vorliegenden Streitfrage auch&#8211; ein sch&uuml;tzenswertes Interesse habe, die Besteuerungsgrundlagen bei Aus&uuml;bung eines Wahlrechts vollst&auml;ndig zu kennen. Da der BFH seine Auffassung zum Veranlagungswahlrecht der Ehegatten ma&szlig;gebend darauf gest&uuml;tzt habe, dass &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO die Besteuerungsgrundlagen unber&uuml;hrt lassen wolle, m&uuml;sse f&uuml;r das streitige Wahlrecht, das ebenfalls nur den Tarif betreffe, dasselbe gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Wahlrecht stehe dem Steuerpflichtigen nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;4 EStG nur einmal im Leben zu. Daher m&uuml;sse dieser sich darauf verlassen k&ouml;nnen, dass sich die einmalige Tariferm&auml;&szlig;igung auch in der von ihm erwarteten H&ouml;he zu seinen Gunsten auswirke, bzw. andernfalls Gelegenheit haben, die Aus&uuml;bung des Wahlrechts zu &uuml;berdenken. Immerhin habe der &Auml;nderungsbescheid vom 16.&nbsp;Februar 2009 den durch das Wahlrecht bewirkten Steuervorteil deutlich gemindert. E habe die Erh&ouml;hung der Verluste im Streitjahr, die auf einer Minderheitsbeteiligung an einer KG beruhten, nicht vorhersehen k&ouml;nnen. Ebenso wenig habe er den hohen Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn des Jahres 2005 antizipieren k&ouml;nnen, der letztlich dazu f&uuml;hre, dass der Verbrauch der Tariferm&auml;&szlig;igung im Streitjahr 2002 wirtschaftlich nachteilig sei. Da eine ge&auml;nderte gesonderte Feststellung die &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2002 ausgel&ouml;st habe, stehe als Rechtsgrundlage f&uuml;r die von den Kl&auml;gern begehrte weitere &Auml;nderung des Bescheids &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO zur Verf&uuml;gung. Andernfalls w&uuml;rde der Rechtsschutz des Kommanditisten, dessen Einkommensteuerveranlagung im Gegensatz zu der des Einzelunternehmers regelm&auml;&szlig;ig nicht unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung stehe, ungerechtfertigt verk&uuml;rzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Auf die Revision des FA ist das Urteil des FG aufzuheben und die Klage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abzuweisen. Die Kl&auml;ger haben keinen Anspruch auf &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids 2002 in der Weise, dass der Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn nicht nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG erm&auml;&szlig;igt besteuert und demzufolge eine h&ouml;here Steuer festgesetzt wird. Das Wahlrecht nach dieser Vorschrift ist zwar grunds&auml;tzlich jederzeit &auml;nderbar (dazu 1.). Die entsprechende &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids ist jedoch nur und in dem Umfang m&ouml;glich, soweit dieser aus Gr&uuml;nden, die au&szlig;erhalb der &Auml;nderung des Wahlrechts liegen m&uuml;ssen, verfahrensrechtlich ge&auml;ndert werden kann (dazu 2.). Solche liegen im Streitfall nicht vor (dazu 3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG kann die Steuer auf au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte auf Antrag unter bestimmten Voraussetzungen nach einem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz bemessen werden. Der Antrag nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG in der im Streitjahr geltenden Fassung ist grunds&auml;tzlich frei widerruflich. Eine gesetzliche Frist besteht nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG i.d.F. des Steuerentlastungsgesetzes 1999\/2000\/2002 vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 (BGBl I 1999, 402) wurden au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte auf unwiderruflichen Antrag nach der sog. F&uuml;nftelregelung besteuert. Eine dem sp&auml;teren &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG entsprechende Regelung existierte noch nicht. Mit dem Gesetz zur Senkung der Steuers&auml;tze und zur Reform der Unternehmensbesteuerung (Steuersenkungsgesetz &#8211;StSenkG&#8211;) vom 23.&nbsp;Oktober 2000 (BGBl I 2000, 1433, BStBl I 2000, 1428) wurde das Wort &quot;unwiderruflich&quot; in &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG gestrichen. Das Gesetz zur Erg&auml;nzung des Steuersenkungsgesetzes (Steuersenkungserg&auml;nzungsgesetz &#8211;StSenkErgG&#8211;) vom 19.&nbsp;Dezember 2000 (BGBl I 2000, 1812, BStBl I 2001, 25) f&uuml;gte schlie&szlig;lich Abs.&nbsp;3 in der Gestalt ein, wie sie strukturell der noch heute geltenden Fassung entspricht. Lediglich die Betragsgrenze wurde von 10&nbsp;Mio.&nbsp;DM auf 5&nbsp;Mio.&nbsp;EUR gesenkt, der erm&auml;&szlig;igte Steuersatz von 50&nbsp;% auf 56&nbsp;% des sonst geltenden durchschnittlichen Steuersatzes angehoben, der Mindeststeuersatz wiederum von 19,9&nbsp;% auf 14&nbsp;% gesenkt. Aussagen zur Widerruflichkeit des Antrags oder eine Frist hat die Vorschrift zu keinem Zeitpunkt enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine anderweitige Selbstbindung des Steuerpflichtigen an einen einmal gestellten Antrag oder an das Nichtstellen eines Antrags ist weder dem EStG noch der AO zu entnehmen. Ob die ge&auml;nderte Aus&uuml;bung des Wahlrechts durch erstmaligen Antrag, durch R&uuml;cknahme eines Antrags oder durch abweichende Aus&uuml;bung eines Antrags ihrerseits eine &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids rechtfertigt, ist eine hiervon zu trennende Frage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die der &Auml;nderung einer Wahlrechtsaus&uuml;bung entsprechende &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids setzt allerdings voraus, dass dieser aus anderen Gr&uuml;nden verfahrensrechtlich &auml;nderbar ist. Eine abweichende Wahlrechtsaus&uuml;bung begr&uuml;ndet f&uuml;r sich genommen keine &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die st&auml;ndige Rechtsprechung des BFH l&auml;sst die Aus&uuml;bung von Antrags- oder Wahlrechten, die dem Grunde nach keiner zeitlichen Begrenzung unterliegen, grunds&auml;tzlich nur zu, solange der entsprechende Steuerbescheid nicht formell und materiell bestandskr&auml;ftig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Ist ein Steuerbescheid insgesamt bestandskr&auml;ftig geworden, ist die erstmalige oder ge&auml;nderte Aus&uuml;bung eines Antrags- oder Wahlrechts zum Zwecke der Durchbrechung der Bestandskraft nicht mehr m&ouml;glich (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. zu &sect;&nbsp;7b EStG BFH-Urteile vom 10.&nbsp;Oktober 1969 VI&nbsp;R&nbsp;180\/67, BFHE 97, 186, BStBl II 1970, 63; vom 18.&nbsp;Dezember 1973 VIII&nbsp;R&nbsp;101\/69, BFHE 111, 302, BStBl II 1974, 319, sowie vom 25.&nbsp;Februar 1992 IX&nbsp;R&nbsp;41\/91, BFHE 167, 369, BStBl II 1992, 621; zu &sect;&nbsp;4 des F&ouml;rdergebietsgesetzes &#8211;F&ouml;rdG&#8211; BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Februar 1997 IV&nbsp;R&nbsp;59\/95, BFH\/NV 1997, 635, sowie BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Mai 2010 IX&nbsp;B&nbsp;220\/09, BFH\/NV 2010, 1415; zu &sect;&nbsp;10d Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;7 EStG i.d.F. des damaligen Streitjahres 2001 BFH-Urteil vom 17.&nbsp;September 2008 IX&nbsp;R&nbsp;72\/06, BFHE 222, 571, BStBl II 2009, 639; zu &sect;&nbsp;14a Abs.&nbsp;5 EStG BFH-Urteil vom 14.&nbsp;Mai 2009 IV&nbsp;R&nbsp;6\/07, BFH\/NV 2009, 1989, sowie BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Oktober 2011 IV&nbsp;B&nbsp;106\/10, BFH\/NV 2012, 166; zu &sect;&nbsp;6c i.V.m. &sect;&nbsp;6b EStG BFH-Urteil vom 30.&nbsp;August 2001 IV&nbsp;R&nbsp;30\/99, BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49, sowie BFH-Beschluss vom 11.&nbsp;Juni 2014 IV&nbsp;B&nbsp;46\/13, BFH\/NV 2014, 1369).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Folgerichtig kann der Steuerpflichtige frei &uuml;ber das Wahlrecht verf&uuml;gen, wenn der Einkommensteuerbescheid noch nicht formell bestandskr&auml;ftig und deshalb ohnehin &auml;nderbar ist, insbesondere also dann, wenn &uuml;ber einen Einspruch oder eine Klage gegen den Bescheid insgesamt noch nicht entschieden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ferner ist der Bescheid und damit auch die Aus&uuml;bung des Wahlrechts &auml;nderbar, wenn der Bescheid noch nicht materiell bestandskr&auml;ftig ist, namentlich unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung steht (vgl. zu &sect;&nbsp;9 des Umsatzsteuergesetzes &#8211;UStG&#8211; BFH-Urteile vom 19.&nbsp;Dezember 2013 V&nbsp;R&nbsp;6\/12, BFHE 245, 71, BFH\/NV 2014, 1126, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2014, 666, sowie V&nbsp;R&nbsp;7\/12, BFHE 245, 80, BFH\/NV 2014, 1130, HFR 2014, 669; ebenso, zwar zu &sect;&nbsp;26 EStG, indes mit allgemeingehaltener Formulierung BFH-Urteil vom 3.&nbsp;Februar 1987 IX&nbsp;R&nbsp;255\/84, BFH\/NV 1987, 751; anders f&uuml;r die sachverhaltsbezogene und daher von einem reinen Antrags- oder Wahlrecht zu unterscheidende Sch&auml;tzung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 UStG BFH-Urteile vom 2.&nbsp;M&auml;rz 2006 V&nbsp;R&nbsp;49\/05, BFHE 213, 249, BStBl II 2006, 729, sowie vom 22.&nbsp;November 2007 V&nbsp;R&nbsp;35\/06, BFH\/NV 2008, 628, beide m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diese Grunds&auml;tze widersprechen nicht der prinzipiell freien Widerruflichkeit derartiger Antrags- und Wahlrechte. Letztere trifft keine Aussage dar&uuml;ber, bis wann ein Widerruf verfahrensrechtlich noch ber&uuml;cksichtigt werden kann. Sie sind auch auf das Wahlrecht nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG anzuwenden, das insoweit keine Besonderheiten erkennen l&auml;sst (ebenso Horn in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;34 EStG Rz&nbsp;83; Sieker, in: Kirchhof\/ S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;34 Rz&nbsp;C&nbsp;26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Das bedeutet umgekehrt zwingend, dass die ge&auml;nderte Aus&uuml;bung eines Antrags- oder Wahlrechts f&uuml;r sich genommen keine verfahrensrechtliche Grundlage f&uuml;r eine &Auml;nderung von Bescheiden darstellt. Anders als das FG wohl meint, h&auml;ngt nicht die Bestandskraft des Bescheids vom Antrags- oder Wahlrecht ab. Vielmehr h&auml;ngt das Antrags- oder Wahlrecht von der Bestandskraft ab. Aus der Entscheidung des BFH in BFHE 196, 507, BStBl II 2002, 49 ergibt sich entgegen dem Verst&auml;ndnis des FG nichts anderes. Zwar hat der BFH dort unter Bezugnahme auf Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;4 GG aus dem Gebot der rechtsschutzgew&auml;hrenden Anwendung und Auslegung von Verfahrensvorschriften die entsprechende Anwendung von &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO abgeleitet, um die materiell zul&auml;ssige Aus&uuml;bung des Wahlrechts auch formell umzusetzen und die Gestaltungswirkung des Wahlrechts auch &uuml;ber den Eintritt der Bestandskraft hinaus zu erhalten (unter II.3.). Der BFH ist jedoch gerade nicht davon ausgegangen, dass die Aus&uuml;bung des Wahlrechts die Bestandskraft zu durchbrechen vermag. Vielmehr beziehen sich diese Ausf&uuml;hrungen auf eine Zeitspanne, in der ein finanzgerichtliches Urteil zwar erlassen und zugestellt, aber noch nicht rechtskr&auml;ftig, der Bescheid folglich noch nicht bestandskr&auml;ftig geworden war und auf die Frage, auf welche &Auml;nderungsvorschrift die folgerichtige &Auml;nderung des Bescheids zu st&uuml;tzen war. Es entspricht daher den vorstehenden Grunds&auml;tzen, dass der BFH die Wahlrechtsaus&uuml;bung zugelassen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die &Auml;nderung eines Antrags- oder Wahlrechts ist damit auch dann zuzulassen, wenn und soweit der Bescheid lediglich partiell noch nicht formell und materiell bestandskr&auml;ftig ist. Das betrifft zun&auml;chst den teilweisen Nichteintritt der Bestandskraft infolge von Teileinspruchsentscheidungen nach &sect;&nbsp;367 Abs.&nbsp;2a AO. Zudem erfasst es diejenigen F&auml;lle, in denen &Auml;nderungsbescheide auf der Grundlage einer selbst&auml;ndigen &Auml;nderungsvorschrift &#8211;etwa &sect;&sect;&nbsp;172&nbsp;ff. AO&#8211; die teilweise Durchbrechung der Bestandskraft bewirken.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Wird ein solcher &Auml;nderungsbescheid angefochten, so folgt jedoch aus &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO, dass die &Auml;nderung der Antrags- oder Wahlrechtsaus&uuml;bung nur dann m&ouml;glich ist, wenn die dadurch zu erzielende Steuer&auml;nderung den durch die partielle Durchbrechung der Bestandskraft gesetzten Rahmen nicht verl&auml;sst. Die Vorschrift begrenzt die Anfechtbarkeit und damit auch die durch den Einspruch bewirkte &Auml;nderbarkeit eines &Auml;nderungsbescheids auf den Umfang der &Auml;nderung und stellt damit u.a. klar, dass es im &Uuml;brigen bei der zuvor eingetretenen Bestandskraft bleibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) F&uuml;r &Auml;nderungen, die &uuml;ber diesen Rahmen hinausgehen und demnach im Wege eines Verpflichtungsbegehrens zu verfolgen w&auml;ren, bedarf es folglich einer eigenen &Auml;nderungsvorschrift. Die &Auml;nderung eines Antrags- oder Wahlrechts stellt aber f&uuml;r sich genommen keine &Auml;nderungsvorschrift dar. Ebenso wenig erf&uuml;llt die seitens der Kl&auml;ger herangezogene &Auml;nderung der Gesch&auml;ftsgrundlage die tatbestandlichen Voraussetzungen einer &Auml;nderungsvorschrift. Beides ergibt sich mittelbar aus der unter 2.a dargestellten Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Kl&auml;ger sich in diesem Zusammenhang auf &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO berufen, geht dies fehl. Auch diese Vorschrift durchbricht die Bestandskraft nur insoweit, als ein Folgebescheid an einen Grundlagenbescheid anzupassen (zu erlassen, aufzuheben oder zu &auml;ndern) ist. Das Wahlrecht ist aber nicht Gegenstand des Grundlagenbescheids. Eine &Auml;nderung des Antrags- oder Wahlrechts ist nach alledem nicht m&ouml;glich, wenn ihre Auswirkungen &uuml;ber den durch &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO abgesteckten &Auml;nderungsrahmen hinausgehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob dies anders zu beurteilen ist, wenn ein Grundlagenbescheid eine Anpassung des Folgebescheids gerade im Hinblick auf den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinn verlangt, auf den das Wahlrecht sich bezieht, ist im Streitfall nicht zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Der Senat vermag keinen Grund zu erkennen, die tatbestandlich ohne Weiteres einschl&auml;gige Regelung des &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO nicht anzuwenden. F&uuml;r eine teleologische Reduktion der Vorschrift besteht kein Anlass. Dieser folgt auch nicht aus der fehlenden Teilbarkeit des Antrags aus &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG. Die Teilung des Antragsrechts ist gesetzlich nicht vorgesehen und h&auml;tte zudem in einer Konstellation wie im Streitfall den nicht dem Begehren der Kl&auml;ger entsprechenden Verbrauch des Antragsrechts zur Folge. Es besteht damit kein Grund, ohne verfahrensrechtliche Grundlage einen gesetzlich vorgesehenen &Auml;nderungsrahmen zu sprengen. Aus dem begehrten Ergebnis folgt kein Anspruch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Die abweichenden Grunds&auml;tze, die der BFH in st&auml;ndiger Rechtsprechung zum Veranlagungswahlrecht der Ehegatten entwickelt hat, sind auf das streitige Wahlrecht nicht &uuml;bertragbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Diese Rechtsprechung beruht in erster Linie auf der verfahrensrechtlichen &Uuml;berlegung, dass der Antrag auf &Auml;nderung der Veranlagungsart nicht als Anfechtung der Steuerfestsetzung zu verstehen ist, sondern als ein auf Durchf&uuml;hrung einer erneuten Veranlagung in einer bestimmten Veranlagungsart gerichtetes Verpflichtungsbegehren. Die verschiedenen Veranlagungsformen sind jeweils wesensverschiedene Veranlagungsverfahren. Die &Auml;nderung der Veranlagung ersch&ouml;pft sich daher nicht in der &Auml;nderung eines bereits ergangenen Bescheids, sondern f&uuml;hrt zu einem neuen Veranlagungsverfahren (vgl. insbesondere BFH-Urteile vom 24.&nbsp;Januar 2002 III&nbsp;R&nbsp;49\/00, BFHE 198, 12, BStBl II 2002, 408, sowie vom 19.&nbsp;Mai 2004 III&nbsp;R&nbsp;18\/02, BFHE 206, 201, BStBl II 2004, 980). Das Veranlagungswahlrecht betrifft eine die gesamte Veranlagung betreffende Ordnung (Verbindung oder Trennung) der steuerlichen Verh&auml;ltnisse zweier Personen. Im Gegensatz zu dem Veranlagungswahlrecht ist das hier streitige Antragsrecht eine punktuelle Ma&szlig;nahme, die auf die Besteuerungsmodalit&auml;ten einer bestimmten Besteuerungsgrundlage und deren Auswirkungen auf eine bestimmte &#8211;einzige&#8211; Steuerfestsetzung abzielt und insofern nicht vergleichbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der verfahrensrechtlichen Lage, die die &Auml;nderung des Veranlagungswahlrechts bewirkt, ist die unmittelbare Anwendung von &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO strukturell nicht m&ouml;glich. Sie fordert einen Vergleich der Steuerfestsetzungen vor und nach der &Auml;nderung. Im Rahmen des Veranlagungswahlrechts w&auml;ren zur Durchf&uuml;hrung des Vergleichs die Steuern verschiedener Personen zusammenzurechnen. Daf&uuml;r bed&uuml;rfte es einer besonderen Rechtsgrundlage. Diese ist folgerichtig (erst) in Gestalt von &sect;&nbsp;26 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 Nr.&nbsp;3 EStG heutiger Fassung geschaffen worden. Der Senat weist vorsorglich darauf hin, dass eine entsprechende Anwendung der aktuellen Vorschriften &uuml;ber die &Auml;nderung des Veranlagungswahlrechts &#8211;f&uuml;r die er ohnehin keinen Grund sieht&#8211; den Kl&auml;gern auch nicht zum Ziel verhelfen k&ouml;nnte. Dort setzt die &Auml;nderung eine Minderung der Steuer f&uuml;r das betreffende Jahr voraus, woran es im Streitfall gerade fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Soweit der BFH seine Entscheidungen zur Frage des Veranlagungswahlrechts teilweise mit weiteren &Uuml;berlegungen versehen hat, handelt es sich um erg&auml;nzende, nicht aber um wesentliche Gesichtspunkte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Er hat zwar ausgef&uuml;hrt, dass es sich um ein reines Tarifwahlrecht handele, das die Besteuerungsgrundlagen &#8211;der Zielrichtung des &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO ohnehin entsprechend&#8211; unber&uuml;hrt lassen wolle (BFH-Urteil vom 25.&nbsp;Juni 1993 III&nbsp;R&nbsp;32\/91, BFHE 171, 407, BStBl II 1993, 824). Aus &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO ergibt sich jedoch, dass der in &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO definierte Umfang der Anfechtbarkeit gerade nicht die Besteuerungsgrundlagen, sondern die H&ouml;he der Steuerfestsetzung betrifft; es kann sich daher lediglich um einen zus&auml;tzlichen und nicht ma&szlig;gebenden Aspekt handeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Ebenfalls keine entscheidende Bedeutung kommt dem Gedanken zu, dass ein &Auml;nderungsbescheid die Gesch&auml;ftsgrundlage f&uuml;r die Aus&uuml;bung des Veranlagungswahlrechts wesentlich &auml;ndern k&ouml;nne (Antwort des III.&nbsp;Senats auf eine Divergenzanfrage des XI.&nbsp;Senats zu &sect;&nbsp;10d EStG vom 6.&nbsp;Februar 1998 III&nbsp;ER-S-4\/97, BFH\/NV 1999, 160). Die &Auml;nderung der Gesch&auml;ftsgrundlage, die der Steuerpflichtige seinen steuerlichen Dispositionen zugrunde gelegt hat, erf&uuml;llt f&uuml;r sich allein nicht den Tatbestand einer &Auml;nderungsvorschrift und kann deswegen allein auch nicht die &Auml;nderung von Bescheiden rechtfertigen (s.o.). Anders als die Kl&auml;ger wohl meinen, existiert kein allgemeiner Rechtsgrundsatz des Inhalts, dass bei neuen Erkenntnissen &uuml;ber die wirtschaftlichen Folgen von Wahlrechten diese ungeachtet eingetretener Bestandskraft erneut ausge&uuml;bt werden k&ouml;nnen mit der Folge, dass ein Bescheid ge&auml;ndert werden k&ouml;nnte und m&uuml;sste. Dies ist auch nicht aus Gr&uuml;nden des Vertrauensschutzes geboten. Der Steuerpflichtige kennt seine aktuellen Eink&uuml;nfte und kann seine zu erwartenden Eink&uuml;nfte besser als jeder andere prognostizieren, insbesondere besser als das FA. Er kann deshalb selbst die Folgen seiner Wahlrechtsaus&uuml;bung am besten absch&auml;tzen und entsprechend planen. Es ist daher folgerichtig, wenn er auch das Risiko einer etwaigen Fehleinsch&auml;tzung tr&auml;gt. Die &Uuml;berlegung der Kl&auml;ger, der Steuerpflichtige m&uuml;sse sich auf die Auswirkungen des Wahlrechts verlassen k&ouml;nnen, geht deshalb ins Leere. Abweichendes ergibt sich auch nicht aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung des StSenkG und des StSenkErgG. Wie das FA zu Recht ausf&uuml;hrt, nimmt diese auf den Rahmen Bezug, den die AO vorgibt, und geht damit gerade nicht von einer voraussetzungslosen &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit des Wahlrechts aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der insoweit abweichenden Auffassung des Schleswig-Holsteinischen FG (Urteil vom 2.&nbsp;Oktober 2003&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;394\/02, EFG 2004, 349) sowie des FG Hamburg (Gerichtsbescheid vom 18.&nbsp;Februar 2005 III&nbsp;157\/04, EFG 2005, 965) folgt der Senat aus den vorstehenden Gr&uuml;nden nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Abgesehen davon, dass die Behandlung der Frage im Rahmen anderer Antrags- und Wahlrechte f&uuml;r die Behandlung des streitigen Antragsrechts aus &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;3 EStG unerheblich ist, hat der BFH die zu dem Veranlagungswahlrecht entwickelten weiten Grunds&auml;tze folgerichtig bisher nicht ausgedehnt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Unerheblich ist nach den vorstehenden Grunds&auml;tzen allerdings auch, worauf die partielle Durchbrechung der Bestandskraft beruht. Bewegt sich die durch eine zul&auml;ssige &Auml;nderung eines Antrags- oder Wahlrechts bewirkte Steuer&auml;nderung innerhalb des Rahmens des &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO, ist es nach &sect;&nbsp;157 Abs.&nbsp;2 AO daher auch gleichg&uuml;ltig, ob die &Auml;nderung einen Bezug zu den Ver&auml;u&szlig;erungsgewinnen aufweist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Verwerfungen, die die Beteiligten in diesen Grunds&auml;tzen sehen, bestehen nicht. Soweit die Wahlrechtsaus&uuml;bung im Rahmen eines Rechtsbehelfsverfahrens auch zur Gestaltung eingesetzt werden kann, ist das der fehlenden Bestandskraft immanent. Soweit die &Auml;nderung des Wahlrechts nicht m&ouml;glich ist, wenn sie zu einer das &Auml;nderungspotential nur um 1&nbsp;EUR &uuml;bersteigenden Steuer&auml;nderung f&uuml;hrt, ist das eine unvermeidbare Folge des Umstands, dass der Erm&auml;&szlig;igungsantrag als solcher nicht teilbar ist. Gleichzeitig vermeidet dies aber auch, dass bereits eine geringf&uuml;gige &Auml;nderung eines Bescheids das Antragswahlrecht in vollem Umfange neu er&ouml;ffnete. Da im &Uuml;brigen jeder umfassende Rechtsbehelf eine umf&auml;ngliche &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, ist Letztere keineswegs praktisch bedeutungslos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist im Streitfall die antragsgem&auml;&szlig;e &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids nicht m&ouml;glich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Soweit die Kl&auml;ger mit ihrem Einspruch vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2009 den &Auml;nderungsbescheid vom 16.&nbsp;Februar 2009 angefochten haben, kommt eine &Auml;nderung des Bescheids durch Abhilfe im Einspruchsverfahren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;367 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 AO &#8211;ungeachtet prozessualer Fragen&#8211; nicht in Betracht. Die begehrte &Auml;nderung ginge &uuml;ber den durch &sect;&nbsp;351 Abs.&nbsp;1 AO gesetzten Rahmen hinaus. Deshalb kann es im Streitfall dahinstehen, ob die Kl&auml;ger hinsichtlich dieses Bescheids, der eine &Auml;nderung zu Gunsten der Kl&auml;ger enthielt, &uuml;berhaupt nach &sect;&nbsp;350 AO einspruchsbefugt waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Folgerichtig hat das FG prozessual zutreffend die Rechtsverfolgung der Kl&auml;ger als Verpflichtungsbegehren dahin ausgelegt, dass sie die &Auml;nderung des Bescheids anstreben. F&uuml;r eine derartige &Auml;nderung bedarf es einer &Auml;nderungsvorschrift, die nach dem Vorstehenden nicht existiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Eine auf &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;2 AO gest&uuml;tzte Saldierung der zu Gunsten der Kl&auml;ger vorgenommenen &Auml;nderung mit der begehrten &Auml;nderung zu ihren Lasten findet ebenfalls nicht statt. Die Saldierungsm&ouml;glichkeit besteht nur, soweit die &Auml;nderung reicht. Im &Uuml;brigen setzt die Saldierung materielle Fehler voraus. Die Steuerfestsetzung ist aber hinsichtlich der erm&auml;&szlig;igten Besteuerung nicht fehlerhaft, da sie antragsgem&auml;&szlig; erfolgt ist. Eine selbst&auml;ndige Rechtfertigung, den Antrag zu &auml;ndern, enth&auml;lt &sect;&nbsp;177 Abs.&nbsp;2 AO nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit der Senat mit seinen Ausf&uuml;hrungen unter 2.b von dem Beschluss des IX.&nbsp;Senats in BFH\/NV 2010, 1415 abweicht, hat dieser auf eine Anfrage in einem weiteren Verfahren des Senats (X&nbsp;R&nbsp;44\/13) erkl&auml;rt, der Abweichung zuzustimmen. Im &Uuml;brigen bliebe im Streitfall die Klage auch dann ohne Erfolg, wenn eine &Auml;nderung des Antragsrechts nach einmal eingetretener Bestandskraft ungeachtet einer nachtr&auml;glichen partiellen Durchbrechung schlechterdings nicht mehr m&ouml;glich w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.12.2015, X R 56\/13 &Auml;nderung von Antrags- und Wahlrechten Leits&auml;tze 1. Die Aus&uuml;bung von Antrags- oder Wahlrechten, die dem Grunde nach keiner zeitlichen Begrenzung unterliegen, kann ge&auml;ndert werden, solange der entsprechende Steuerbescheid nicht formell und materiell bestandskr&auml;ftig ist. 2. Im Falle einer partiellen Bestandskraft kommt die &Auml;nderung nur in Betracht, wenn ihre &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-56-13-aenderung-von-antrags-und-wahlrechten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;56\/13 &#8211; &Auml;nderung von Antrags- und Wahlrechten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65948","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65948","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65948"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65948\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65948"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65948"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65948"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}