{"id":65952,"date":"2016-03-09T11:28:46","date_gmt":"2016-03-09T09:28:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65952"},"modified":"2016-03-09T11:28:46","modified_gmt":"2016-03-09T09:28:46","slug":"vii-r-55-13-luftverkehrsteuerbescheide-unionsrechtskonform","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-55-13-luftverkehrsteuerbescheide-unionsrechtskonform\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;55\/13 &#8211; Luftverkehrsteuerbescheide unionsrechtskonform"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.12.2015, VII R 55\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Luftverkehrsteuerbescheide unionsrechtskonform<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die Luftverkehrsteuer ist nicht nur nach nationalem Recht, sondern auch nach Art. 1 RL 2008\/118\/EG keine Verbrauchsteuer. Etwaige Verst&ouml;&szlig;e der im <noindex>LuftVStG<\/noindex> geregelten Beg&uuml;nstigungen gegen das unionsrechtliche Beihilfeverbot (Art. 107 Abs. 1 AEUV) oder der Verpflichtung zur Bestellung eines steuerlichen Beauftragten gegen die Dienstleistungsfreiheit (Art. 56 AEUV) bzw. das allgemeine Diskriminierungsverbot (Art. 18 AEUV) f&uuml;hren nicht zur Aufhebung eines Luftverkehrsteuerbescheids.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerinnen gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 16. Mai 2013&nbsp;&nbsp;1 K 1074\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;gerinnen zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 1. (Kl&auml;gerin zu 1.) ist ein in der Europ&auml;ischen Union ans&auml;ssiges Luftfahrtunternehmen. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin zu 2. (Kl&auml;gerin zu 2.) ist die inl&auml;ndische steuerliche Beauftragte der Kl&auml;gerin zu 1. (&sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 des Luftverkehrsteuergesetzes i.d.F. vom 9.&nbsp;Dezember 2010, BGBl I 2010, 1885 &#8211;LuftVStG&#8211; i.V.m. &sect;&nbsp;8 LuftVStG). Beide Kl&auml;gerinnen erhoben gegen die als Steuerbescheid geltende Luftverkehrsteueranmeldung f&uuml;r den Monat Januar 2011 Sprungklage mit dem Ziel, diesen Bescheid aufzuheben bzw. das Verfahren auszusetzen und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) Fragen zur Unionsrechtskonformit&auml;t des LuftVStG vorzulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Urteil vom 16.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1074\/11 (Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern &#8211;ZfZ&#8211; 2014, Beilage Nr.&nbsp;2, 24) wies das Finanzgericht (FG) die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Das LuftVStG sei formell und materiell verfassungskonform. Ein Vorabentscheidungsersuchen an den EuGH scheide aus, da das LuftVStG dar&uuml;ber hinaus unionsrechtskonform sei. Die Luftverkehrsteuer sei weder als Verbrauchsteuer zu qualifizieren noch verstie&szlig;en die Regelungen &uuml;ber den steuerlichen Beauftragten gegen die Dienstleistungsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;56 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) oder gegen das allgemeine Diskriminierungsverbot gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;18 AEUV. Auch ein Versto&szlig; gegen das unionsrechtliche Beihilfeverbot gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 AEUV liege nicht vor. Im &Uuml;brigen k&ouml;nne ein solcher Versto&szlig; nicht im hiesigen Klageverfahren geltend gemacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision machen die Kl&auml;gerinnen insbesondere einen Versto&szlig; des LuftVStG gegen Unionsrecht geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum einen sei die Luftverkehrsteuer eine Verbrauchsteuer i.S. des Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2008\/118\/EG (VStSystRL) des Rates vom 16.&nbsp;Dezember 2008 &uuml;ber das allgemeine Verbrauchsteuersystem und zur Aufhebung der Richtlinie 92\/12\/EWG (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; 2009 Nr.&nbsp;L&nbsp;9\/12). Hierf&uuml;r sei kein direkt proportionaler Zusammenhang mit der verbrauchten Menge der zu besteuernden Ware erforderlich. Vielmehr reiche es aus, dass das LuftVStG wegen der Staffelung nach L&auml;ndergruppen materiell bzw. mittelbar an den Verbrauch von Kraftstoff f&uuml;r die Luftfahrt kn&uuml;pfe. Dem entsprechend habe die Kommission auch die mit der Luftverkehrsteuer vergleichbare irische &quot;Air Travel Tax&quot; als Verbrauchsteuer bezeichnet. Die verdeckte Besteuerung von Flugbenzin durch das LuftVStG sei nicht mit Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b der Richtlinie 2003\/96\/EG (EnergieStRL) des Rates vom 27.&nbsp;Oktober 2003 zur Restrukturierung der gemeinschaftlichen Rahmenvorschriften zur Besteuerung von Energieerzeugnissen und elektrischem Strom (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;283\/51) vereinbar, der eine zwingende Steuerbefreiung f&uuml;r Flugbenzin vorsehe. Eine Anwendung des Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 bzw.&nbsp;3 VStSystRL komme nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum anderen f&uuml;hre das LuftVStG zu unzul&auml;ssigen Beihilfen i.S. des Art.&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 AEUV. Dies gelte f&uuml;r die Verschonung der Luftfracht und der Rundfluganbieter sowie f&uuml;r das Umsteigerprivileg gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 und&nbsp;5 LuftVStG und die aus der Ausgestaltung des Steuersatzes folgende Beg&uuml;nstigung von Fluggesellschaften, die &uuml;berwiegend Fl&uuml;ge im oberen Preissegment anbieten. Hinsichtlich des Umsteigerprivilegs verweisen die Kl&auml;gerinnen insbesondere auf die vom Gericht der Europ&auml;ischen Union zur irischen &quot;Air Travel Tax&quot; ge&auml;u&szlig;erten Bedenken (Urteil Ryanair\/Kommission vom 25.&nbsp;November 2014 T-512\/11, EU:T:2014:989). Das daraus folgende Durchf&uuml;hrungsverbot gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 AEUV sei durch die Aufhebung des Steuerbescheids umzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Des Weiteren verstie&szlig;en die Regelungen &uuml;ber den steuerlichen Beauftragten gegen die Dienstleistungsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;56 AEUV und das allgemeine Diskriminierungsverbot gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;18 AEUV, soweit sie bis zu den mit Wirkung zum 1.&nbsp;Januar 2013 in Kraft getretenen Gesetzes&auml;nderungen auch bei einem Sitz des Luftverkehrsunternehmens in einem anderen Mitgliedsstaat der Europ&auml;ischen Union Anwendung fanden. Es handele sich um eine offene Diskriminierung aus Gr&uuml;nden der Staatsangeh&ouml;rigkeit, die nicht aus Gr&uuml;nden der &ouml;ffentlichen Ordnung oder Sicherheit gerechtfertigt sei. Insbesondere gen&uuml;ge hierf&uuml;r nicht das Ziel, Steuerausf&auml;lle zu vermeiden. Die fehlende Rechtfertigung sei auch entscheidungserheblich, da die Verletzung der Dienstleistungsfreiheit die Nichtanwendung des LuftVStG zur Folge haben m&uuml;sse. Entgegen der Auffassung des FG f&uuml;hre die freiwillige Bestellung als steuerliche Beauftragte im Streitfall zu keinem anderen Ergebnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich l&auml;gen auch ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 des Abkommens &uuml;ber die internationale Zivilluftfahrt vom 7.&nbsp;Dezember 1944 (Chicagoer Abkommen) sowie ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c des Luftverkehrsabkommens vom 25.&nbsp;April 2007 zwischen der Europ&auml;ischen Union und ihren Mitgliedstaaten einerseits sowie den Vereinigten Staaten von Amerika andererseits (&quot;Open-Skies&quot;-Abkommen, ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;134\/4) vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) schlie&szlig;t sich der Begr&uuml;ndung des FG an und macht dar&uuml;ber hinaus geltend, dass eine Rechtswidrigkeit der Vorschriften &uuml;ber die Bestellung eines steuerlichen Beauftragten keinen Einfluss auf die Steuerpflicht nach dem LuftVStG habe. Dies gelte auch f&uuml;r die im Streitfall klagende steuerliche Beauftragte, da diese sich freiwillig zur Verf&uuml;gung gestellt habe. Im &Uuml;brigen habe sie weder einen Haftungsschaden noch einen anderen finanziellen Schaden dargelegt. Des Weiteren seien die angegriffenen Regelungen erst mit Ablauf der Umsetzungsfristen der Richtlinie 2011\/16\/EU (AmtshilfeRL) des Rates vom 15.&nbsp;Februar 2011 &uuml;ber die Zusammenarbeit der Verwaltungsbeh&ouml;rden im Bereich der Besteuerung und zur Aufhebung der Richtlinie 77\/799\/EWG (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;64\/1) und der Richtlinie 2010\/24\/EU (EU-BeitreibungsRL) des Rates vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2010 &uuml;ber die Amtshilfe bei der Beitreibung von Forderungen in Bezug auf bestimmte Steuern, Abgaben und sonstige Ma&szlig;nahmen (ABlEU Nr.&nbsp;L&nbsp;84\/1) rechtswidrig geworden, da die Luftverkehrsteuer vorher nicht von diesen Regelungen erfasst gewesen sei. Sobald die Umsetzungsfristen der novellierten Fassungen der AmtshilfeRL und der EU-BeitreibungsRL abgelaufen seien, habe der Gesetzgeber die Regelungen zur Bestellung eines steuerlichen Beauftragten an die neue unionsrechtliche Rechtslage angepasst. Das von den Kl&auml;gerinnen angef&uuml;hrte Chicagoer Abkommen stelle einfaches Bundesrecht dar, so dass der Gesetzgeber hier&uuml;ber verf&uuml;gen k&ouml;nne. Im &Uuml;brigen seien keine Steuern erfasst. Das &quot;Open-Skies&quot;-Abkommen sei bereits nicht anwendbar, weil es nur Steuern auf Treibstoff verbiete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das Urteil entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 FGO). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die als Steuerbescheid wirkende Anmeldung zur Luftverkehrsteuer vom 10.&nbsp;Februar 2011 f&uuml;r den Monat Januar 2011 rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Das FG ist zun&auml;chst zutreffend von der formellen und materiellen Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des LufVStG ausgegangen. Dies folgt aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 5.&nbsp;November 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;3\/11 (BGBl I 2014, 1764, BVerfGE 137, 350).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerinnen ist das LuftVStG dar&uuml;ber hinaus auch unionsrechtskonform.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EnergieStRL (zwingende Steuerbefreiung f&uuml;r Flugturbinenkraftstoff KN-Code 2710&nbsp;19&nbsp;21 bei Verwendung als Kraftstoff f&uuml;r die gewerbliche Luftfahrt) entf&auml;llt bereits, weil es sich bei der Luftverkehrsteuer unionsrechtlich nicht um eine Verbrauchsteuer i.S. des Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 VStSystRL handelt, die mittelbar oder unmittelbar auf den Verbrauch eines Energieerzeugnisses i.S. der EnergieStRL erhoben wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar hat der EuGH in seinem Urteil Braathens vom 10.&nbsp;Juni 1999 C-346\/97 (EU:C:1999:291, ZfZ 1999, 341) hinsichtlich der schwedischen Umweltsteuer auf den Inlandsflugverkehr aus dem Jahr 1988 entschieden, ein Versto&szlig; gegen die Richtlinie 92\/81\/EWG liege vor, wenn eine solche Umweltschutzabgabe nach den Angaben &uuml;ber den Kraftstoffverbrauch sowie &uuml;ber die Kohlenwasserstoff- und Stickstoffmonoxidemissionen der betreffenden Flugzeugtypen auf einer durchschnittlichen Flugstrecke berechnet werde. Hintergrund war aber die Feststellung des EuGH, dass ein unmittelbarer, untrennbarer Zusammenhang zwischen dem Kraftstoffverbrauch und den genannten Schadstoffen bestehe, so dass die streitige Abgabe insgesamt auf den Verbrauch von Kraftstoff selbst erhoben anzusehen sei. Auch die von Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 VStSystRL erfasste Variante der mittelbaren Erhebung der Steuer auf den Verbrauch eines Energieerzeugnisses setzt also einen Ankn&uuml;pfungspunkt voraus, der seinerseits in einem proportionalen Verh&auml;ltnis zur verbrauchten Menge des Energieerzeugnisses steht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Auslegung des Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 VStSystRL wird durch Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 EnergieStRL best&auml;tigt, nach dem die EnergieStRL (nur) die Gesamtheit derjenigen indirekten Steuern erfasst, die direkt oder indirekt anhand der Menge an Energieerzeugnissen und elektrischem Strom berechnet werden. Eine weitere Best&auml;tigung folgt aus dem Urteil des EuGH Kernkraftwerke Lippe-Ems, KLE vom 4.&nbsp;Juni 2015 C-5\/14 (EU:C:2015:354, ZfZ 2015, 189) zum deutschen Kernbrennstoffsteuergesetz. Der EuGH verneint in dieser Entscheidung einen Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 VStSystRL mit dem Hinweis, es bestehe kein unmittelbarer und untrennbarer Zusammenhang zwischen der von der Besteuerung erfassten Verwendung von Kernbrennstoff und dem Verbrauch des vom Reaktor erzeugten Stroms. Die Steuer werde weder direkt noch indirekt anhand der Menge des elektrischen Stroms i.S. des Art.&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 EnergieStRL berechnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anwendung dieser Grunds&auml;tze f&uuml;hrt zu dem Ergebnis, dass die Luftverkehrsteuer weder unter Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 VStSystRL noch unter die EnergieStRL f&auml;llt. Denn die Luftverkehrsteuer wird weder unmittelbar noch mittelbar auf den Verbrauch von Flugturbinenkraftstoff erhoben, sondern setzt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 LuftVStG an dem Rechtsvorgang an, der zum Abflug eines Fluggastes mit einem Flugzeug oder Drehfl&uuml;gler berechtigt. Zwar ist sie durch die Einteilung in L&auml;nderklassen (&sect;&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 LuftVStG) grunds&auml;tzlich nach den Entfernungen zum Zielort und damit nach einem den Kraftstoffverbrauch beeinflussenden Kriterium gestaffelt und jeder Fluggast f&uuml;hrt auch zu einer Erh&ouml;hung des Gewichts und damit zu einer Erh&ouml;hung des ben&ouml;tigten Kraftstoffs. Die H&ouml;he der Steuer ist im Ergebnis aber trotzdem nicht von der H&ouml;he des verbrauchten Kraftstoffs unmittelbar oder mittelbar abh&auml;ngig, da zahlreiche weitere f&uuml;r den Kraftstoffverbrauch ma&szlig;gebliche Faktoren unber&uuml;cksichtigt bleiben. Dies gilt insbesondere f&uuml;r den Flugzeugtyp sowie f&uuml;r die Auslastung des Flugzeugs. Au&szlig;erdem f&auml;llt die Luftverkehrsteuer unabh&auml;ngig davon an, ob &uuml;berhaupt ein Kraftstoff i.S. der EnergieStRL verwendet wird. So w&auml;ren beispielsweise auch Flugzeuge mit Solarantrieb erfasst. Dass die Luftverkehrsteuer im Bundestag als ein &quot;Ersatz f&uuml;r eine national nicht einzuf&uuml;hrende Besteuerung von Flugbenzin&quot; bezeichnet worden ist, f&uuml;hrt zu keiner &Auml;nderung. Vielmehr wird daraus deutlich, dass eine (unzul&auml;ssige) Besteuerung des Flugturbinenkraftstoffs gerade nicht gewollt war. Darauf nimmt auch die Kommission in Rz&nbsp;64 ihrer beihilferechtlichen Entscheidung vom 19.&nbsp;Dezember 2012 C&nbsp;(2012) 9451 Bezug, in der sie im &Uuml;brigen die Auffassung des Senats zur fehlenden Proportionalit&auml;t zwischen der Fluggastzahl und dem Kraftstoffverbrauch teilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus liegt keine andere indirekte Steuer gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 VStSystRL vor, die f&uuml;r besondere Zwecke auf ein Energieerzeugnis i.S. der EnergieStRL erhoben wird. Denn die Luftverkehrsteuer ist zwar eine indirekte Steuer, aber nicht &#8211;wie Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 VStSystRL ebenfalls voraussetzt&#8211; auf eine verbrauchsteuerpflichtige Ware i.S. des Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 VStSystRL. Insoweit wird auf die Ausf&uuml;hrungen zu Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 VStSystRL Bezug genommen. Damit kann offen bleiben, ob sich der Gesetzgeber bei Einf&uuml;hrung einer anderen indirekten Steuer auf Flugturbinenkraftstoff darauf berufen k&ouml;nnte, dass die Steuerbefreiungen der EnergieStRL gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 VStSystRL unber&uuml;cksichtigt bleiben k&ouml;nnen, oder ob eine solche Steuer auf Grundlage des EuGH-Urteils Braathens (EU:C:1999:291, ZfZ 1999, 341) von vorneherein ausgeschlossen w&auml;re, weil bei einem nach der EnergieStRL steuerbefreiten Energieerzeugnis ein R&uuml;ckgriff auf Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;2 VStSystRL ausscheidet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob die Luftverkehrsteuer unter Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 VStSystRL f&auml;llt (vgl. auch Rz&nbsp;50&nbsp;f. der beihilferechtlichen Entscheidung der Kommission vom 19.&nbsp;Dezember 2012&nbsp;C (2012) 9451, wonach die LuftVSt an eine T&auml;tigkeit und nicht an eine Ware oder Dienstleistung gekn&uuml;pft ist), kann ebenfalls offen bleiben, da sie jedenfalls keine mit dem Grenz&uuml;bertritt verbundenen Formalit&auml;ten nach sich zieht und damit die Restriktionen des Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;3 VStSystRL beachtet. Denn Sinn und Zweck ist nach dem Erw&auml;gungsgrund&nbsp;5 der VStSystRL allein der freie Warenverkehr. Dieser wird durch die von den Kl&auml;gerinnen ger&uuml;gten Registrierungserfordernisse gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 LuftVStG nicht ber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerinnen k&ouml;nnen sich auch nicht auf das Durchf&uuml;hrungsverbot des Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 AEUV berufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zun&auml;chst ist festzustellen, dass es den mitgliedstaatlichen Gerichten grunds&auml;tzlich nicht obliegt zu entscheiden, ob eine Beihilfe i.S. des Art.&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 AEUV mit dem Gemeinsamen Markt vereinbar ist. Denn nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH ist ausschlie&szlig;lich die Kommission f&uuml;r die Beurteilung der Vereinbarkeit von Beihilfema&szlig;nahmen oder einer Beihilferegelung mit dem Gemeinsamen Markt zust&auml;ndig (EuGH-Urteile Lucchini vom 18.&nbsp;Juli 2007 C-119\/05, EU:C:2007:434 und Steinike &#038; Weinlig vom 22.&nbsp;M&auml;rz 1977 Rs.&nbsp;78\/76, EU:C:1977:52, Rz&nbsp;9). Innerstaatlich ist das Beihilfeverbot des Art.&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 AEUV, das weder absolut noch unbedingt ist, nicht unmittelbar anwendbar (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 31.&nbsp;Juli 2013 I&nbsp;R&nbsp;82\/12, BFHE 243, 180, BStBl II 2015, 123; Senatsbeschluss vom 25.&nbsp;November 2014 VII&nbsp;B&nbsp;65\/14, BFHE 247, 182, BStBl II 2015, 207).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sofern es &#8211;wie im Streitfall&#8211; um Ma&szlig;nahmen zur Umsetzung des Durchf&uuml;hrungsverbots gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 AEUV geht und die Kommission noch kein f&ouml;rmliches Pr&uuml;fverfahren gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;2 AEUV er&ouml;ffnet hat, m&uuml;ssen die nationalen Gerichte den Beihilfebegriff allerdings selbst auslegen und anwenden, um zu bestimmen, ob die Kommission von diesen Ma&szlig;nahmen h&auml;tte unterrichtet werden m&uuml;ssen (EuGH-Urteil Deutsche Lufthansa vom 21.&nbsp;November 2013 C-284\/12, EU:C:2013:755, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2013, 3771).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Trotzdem kommt es im Streitfall nicht darauf an, ob bzw. inwieweit das LuftVStG zu unionsrechtswidrigen Beihilfen i.S. des Art.&nbsp;107 Abs.&nbsp;1 AEUV f&uuml;hrt und welche konkreten gerichtlichen Ma&szlig;nahmen deshalb im Rahmen des Art.&nbsp;108 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 AEUV ergriffen werden k&ouml;nnen. Denn das HZA hat zu Recht darauf hingewiesen, dass nach der Rechtsprechung des EuGH die etwaige Rechtswidrigkeit einer Steuerbefreiung wegen Versto&szlig;es gegen das unionsrechtliche Beihilfeverbot nicht die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Steuer selbst ber&uuml;hren kann. Unternehmen, die diese Steuer zu entrichten haben, k&ouml;nnen sich vor den nationalen Gerichten nicht auf die Rechtswidrigkeit einer anderen Unternehmen gew&auml;hrten Steuerbefreiung berufen, um sich der Entrichtung dieser Steuer zu entziehen oder deren Erstattung zu erwirken (Urteile des EuGH Air Liquide Industries Belgium vom 15.&nbsp;Juni 2006 C-393\/04 und C-41\/05, EU:C:2006:403 und Finanzamt Linz vom 6.&nbsp;Oktober 2015 C-66\/14, EU:C:2015:661). Entsprechendes muss gelten, wenn das nationale Steuergesetz keine Steuerbefreiung vorsieht, sondern von vorneherein den Steuertatbestand beschr&auml;nkt bzw. eine einheitlich erhobene Steuer bei Steuerpflichtigen, die unterschiedliche Gesch&auml;ftsmodelle haben, zu unterschiedlichen Belastungswirkungen f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom EuGH-Urteil Air Liquide Industries Belgium (EU:C:2006:403) entwickelten Voraussetzungen f&uuml;r eine Ausnahme von diesen Grunds&auml;tzen liegen im Streitfall nicht vor. Die Luftverkehrsteuer und die streitigen Beg&uuml;nstigungen sind keinesfalls integraler Bestandteil einer etwaigen Beihilfema&szlig;nahme, da zwischen ihnen kein zwingender Verwendungszusammenhang besteht, d.h. das Aufkommen aus der Luftverkehrsteuer wird nicht zur Finanzierung der Beg&uuml;nstigungen verwendet. Dar&uuml;ber hinaus liegt der Streitfall anders als der im Urteil des EuGH Laboratoires Boiron vom 7.&nbsp;September 2006 C-526\/04 (EU:C:2006:528). Diese Entscheidung betraf den Sonderfall zweier direkt miteinander konkurrierender Gruppen von Wettbewerbern, von denen (nur) eine Gruppe mit einer Direktverkaufsabgabe belegt worden war, um zwischen beiden Gruppen gleiche Wettbewerbsbedingungen herzustellen. Dem entsprechend betonte der EuGH, dass die Abgabe und die etwaige Beihilfema&szlig;nahme untrennbare Bestandteile ein- und derselben fiskalischen Ma&szlig;nahme seien. Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall nicht vor, und zwar nicht nur hinsichtlich der Verschonung von Luftfrachtunternehmen und Rundfluganbietern sowie hinsichtlich etwaiger Belastungsunterschiede in Abh&auml;ngigkeit von dem gew&auml;hlten Gesch&auml;ftsmodell, sondern auch hinsichtlich des Umsteigerprivilegs des &sect;&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 und&nbsp;5 LuftVStG. Dies folgt bereits daraus, dass die Luftverkehrsteuer nicht zur Beg&uuml;nstigung eines anderen Wettbewerbers, sondern zur Gewinnung von Staatseinnahmen und zur Einbeziehung des Flugverkehrs in eine &ouml;kologisch orientierte Mobilit&auml;tsbesteuerung erhoben wird (vgl. BVerfG-Urteil in BGBl I 2014, 1764, BVerfGE 137, 350 unter Verweis auf BTDrucks&nbsp;17\/3030, S.&nbsp;36).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerinnen k&ouml;nnen sich auch nicht mit Erfolg auf das EuGH-Urteil Deutsche Lufthansa (EU:C:2013:755, NJW 2013, 3771) berufen. Denn im Gegensatz zum Streitfall ging es dort nicht darum, das von einer etwaigen Beihilfe nicht beg&uuml;nstigte Unternehmen von seinen Belastungen zu befreien, sondern um Ma&szlig;nahmen der nationalen Gerichte gegen&uuml;ber dem beg&uuml;nstigten Unternehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein etwaiger Versto&szlig; des LuftVStG gegen die Dienstleistungsfreiheit gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;56 AEUV oder das allgemeine Diskriminierungsverbot gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;18 AEUV aufgrund der Ankn&uuml;pfung der Verpflichtung zur Benennung eines steuerlichen Beauftragten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;8 LuftVStG an Luftverkehrsunternehmen, die keinen Sitz im Inland haben (&sect;&nbsp;7 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 LuftVStG in der bis zum 31.&nbsp;Dezember 2012 geltenden Fassung), und die damit im Zusammenhang stehende Haftung des Eigent&uuml;mers oder Halters des Luftfahrzeugs gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 LuftVStG sowie die Steuerschuldnerschaft des steuerlichen Beauftragten gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 LuftVStG f&uuml;hrt ebenfalls nicht zu einem Erfolg der Klage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der Kl&auml;gerin zu&nbsp;1. folgt dies bereits daraus, dass die H&ouml;he der Steuerschuld nicht von der Bestellung eines steuerlichen Beauftragten abh&auml;ngt. Etwaige zus&auml;tzliche Belastungen aufgrund der Verpflichtung zur Bestellung eines steuerlichen Beauftragten k&ouml;nnen nicht im Verfahren gegen den streitigen Steuerbescheid geltend gemacht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen w&auml;re die Kl&auml;gerin zu&nbsp;2. ohne die Bestellung als steuerliche Beauftragte keine zus&auml;tzliche Steuerschuldnerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 LuftVStG. Aus ihrer Sicht ist diese Bestellung aber die Folge einer freien unternehmerischen Entscheidung, f&uuml;r die sie ein Entgelt verlangen kann, das die mit der Bestellung verbundenen Nachteile kompensiert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Dar&uuml;ber hinaus verst&ouml;&szlig;t das LuftVStG nicht gegen Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 des Chicagoer Abkommens, nach dem die Vertragsstaaten &quot;keine Geb&uuml;hren, Taxen oder sonstige Abgaben&quot; lediglich f&uuml;r das Recht der Durchreise, Einreise oder Ausreise eines Luftfahrzeugs oder der an Bord befindlichen Personen oder G&uuml;ter erheben d&uuml;rfen (vgl. auch Hessisches FG, Urteil vom 3.&nbsp;Juni 2015&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;631\/12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Trotz der weiten Formulierung &quot;sonstige Abgaben&quot; erfasst Art.&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 des Chicagoer Abkommens keine Steuern, sondern nur solche Abgaben, mit denen ein konkreter Vorteil ausgeglichen bzw. eine Gegenleistung erbracht wird. Dies ergibt sich zun&auml;chst aus einer systematischen Auslegung unter Ber&uuml;cksichtigung der &Uuml;berschrift des Art.&nbsp;15 des Chicagoer Abkommens (&quot;Flughafen- und &auml;hnliche Geb&uuml;hren&quot;). Eine Best&auml;tigung dieser Auslegung folgt aus einem Vergleich mit der englischen Sprachfassung. Dort ist ebenfalls nur von &quot;fees, dues and other charges&quot; und damit nicht von Steuern die Rede. Im &Uuml;brigen entspricht diese Auslegung dem Verst&auml;ndnis der International Civil Aviation Organization (ICAO), wie es in den &quot;Policies on Taxation in the Field of International Air Transport&quot; aus dem Jahr 2000 (Doc&nbsp;8632) zum Ausdruck kommt. Dort hei&szlig;t es ausdr&uuml;cklich: &quot;ICAO, for the purpose of its policy objectives, makes a distinction between a charge and a tax, in that charges are levies to defray the costs of providing facilities and services for civil aviation while taxes are levies to raise general national and local government revenues that are applied for non-aviation purposes.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Schlie&szlig;lich liegt auch kein Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;11 Abs.&nbsp;1 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;c des &quot;Open-Skies&quot;-Abkommen vor. Zwar sollen nach dieser Vorschrift auf Treibstoffe, die zur Verwendung in einem im internationalen Luftverkehr eingesetzten Luftfahrzeug eines Luftfahrtunternehmens der anderen Vertragspartei in das Gebiet einer Vertragspartei eingef&uuml;hrt oder dort geliefert werden, keine Steuern, Z&ouml;lle, Geb&uuml;hren und Abgaben erhoben werden. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, stellt die Luftverkehrsteuer aber weder eine unmittelbare noch eine mittelbare Besteuerung des von den Flugzeugen verwendeten Treibstoffs dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Ob bzw. inwieweit das Chicagoer Abkommen und das &quot;Open-Skies&quot;-Abkommen &uuml;berhaupt subjektiv-&ouml;ffentliche Rechte der Kl&auml;gerinnen begr&uuml;nden, kann aufgrund der Ausf&uuml;hrungen unter Ziffer&nbsp;3. und&nbsp;4. dahingestellt bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Der Senat h&auml;lt die von ihm vorgenommene Auslegung des einschl&auml;gigen Unionsrechts aufgrund der Rechtsprechung des EuGH f&uuml;r eindeutig. Ein Anlass zur Einholung einer Vorabentscheidung des EuGH besteht demnach nicht (vgl. EuGH-Urteil CILFIT vom 6.&nbsp;Oktober 1982 Rs.&nbsp;283\/81, EU:C:1982:335).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 1.12.2015, VII R 55\/13 Luftverkehrsteuerbescheide unionsrechtskonform Leits&auml;tze Die Luftverkehrsteuer ist nicht nur nach nationalem Recht, sondern auch nach Art. 1 RL 2008\/118\/EG keine Verbrauchsteuer. Etwaige Verst&ouml;&szlig;e der im LuftVStG geregelten Beg&uuml;nstigungen gegen das unionsrechtliche Beihilfeverbot (Art. 107 Abs. 1 AEUV) oder der Verpflichtung zur Bestellung eines steuerlichen Beauftragten gegen die Dienstleistungsfreiheit (Art. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-55-13-luftverkehrsteuerbescheide-unionsrechtskonform\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;55\/13 &#8211; Luftverkehrsteuerbescheide unionsrechtskonform<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65952","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65952","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65952"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65952\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65952"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65952"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65952"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}