{"id":65959,"date":"2016-03-09T11:29:28","date_gmt":"2016-03-09T09:29:28","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65959"},"modified":"2016-03-09T11:29:28","modified_gmt":"2016-03-09T09:29:28","slug":"vii-b-176-14-widerruf-der-erlaubnis-zur-fortfuehrung-des-titels-steuerberater","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-176-14-widerruf-der-erlaubnis-zur-fortfuehrung-des-titels-steuerberater\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;B&nbsp;176\/14 &#8211; Widerruf der Erlaubnis zur Fortf&uuml;hrung des Titels Steuerberater"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.12.2015, VII B 176\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Widerruf der Erlaubnis zur Fortf&uuml;hrung des Titels Steuerberater<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 3. November 2014&nbsp;&nbsp;13 K 2662\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der &#8230; geborene Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) verzichtete im Jahr 2011 aus gesundheitlichen Gr&uuml;nden auf seine Bestellung als Steuerberater. Auf Antrag erhielt er mit Schreiben der Beklagten und Beschwerdegegnerin (Steuerberaterkammer) vom 8.&nbsp;Juni 2011 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 des Steuerberatungsgesetzes (StBerG) die Erlaubnis, sich weiterhin &quot;Steuerberater&quot; zu nennen. Die Erlaubnis war mit folgendem Hinweis verbunden: &quot;Wir machen darauf aufmerksam, dass die Bezeichnung nicht im Rahmen einer anderweitigen Berufst&auml;tigkeit gef&uuml;hrt werden darf. Die Erlaubnis kann nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 StBerG zur&uuml;ckgenommen werden.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem der Kl&auml;ger gegen&uuml;ber der Steuerberaterkammer mehrmals unter einem Briefkopf aufgetreten war, auf dem er sich nicht nur als Steuerberater, sondern auch als Wirtschaftspr&uuml;fer bezeichnete, k&uuml;ndigte die Steuerberaterkammer mit Schreiben vom 29.&nbsp;Oktober 2013 die Pr&uuml;fung einer R&uuml;cknahme bzw. eines Widerrufs dieser Erlaubnis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 StBerG an und gab dem Kl&auml;ger Gelegenheit zur Stellungnahme. Mit Bescheid vom 25.&nbsp;November 2013 widerrief die Steuerberaterkammer die Erlaubnis.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen gerichtete Klage hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) urteilte, der Widerruf sei rechtm&auml;&szlig;ig. Ermessensfehler seien nicht erkennbar. Der Kl&auml;ger sei noch als Wirtschaftspr&uuml;fer zugelassen. Auch wenn er nach eigenen Angaben nicht mehr als Wirtschaftspr&uuml;fer t&auml;tig sei, widerspreche die gleichzeitige Verwendung der Titel &quot;Steuerberater&quot; und &quot;Wirtschaftspr&uuml;fer&quot; unter diesen Umst&auml;nden dem Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 StBerG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Nichtzulassungsbeschwerde macht der Kl&auml;ger geltend, die Rechtssache habe grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Dies betreffe zum einen die Frage, wer im Rahmen des &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 StBerG das rechtliche Geh&ouml;r zu gew&auml;hren habe, und zum anderen die Art und Weise des rechtlichen Geh&ouml;rs. Der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r m&uuml;sse m&uuml;ndlich vor dem Vorstand oder der zust&auml;ndigen Vorstandsabteilung der Steuerberaterkammer wahrgenommen werden k&ouml;nnen. Des Weiteren sei von grunds&auml;tzlicher Bedeutung, unter welchen tats&auml;chlichen Voraussetzungen die Erlaubnis nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 StBerG widerrufen werden k&ouml;nne. Insbesondere stelle sich die Frage, ob bereits die potentielle Bef&auml;higung zur Aus&uuml;bung einer anderen beruflichen T&auml;tigkeit sch&auml;dlich sein k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dar&uuml;ber hinaus sei die Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) erforderlich, um eine Divergenz zu vermeiden (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO). Denn die Schreiben der Steuerberaterkammer vom 26.&nbsp;September 2013 und vom 29.&nbsp;Oktober 2013 seien von Herrn &quot;&#8230;&quot; unterschrieben, einem angestellten Mitarbeiter der Steuerberaterkammer. Nach dem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) vom 19.&nbsp;Juli 2007 StbSt&nbsp;(R)&nbsp;3\/06 (BStBl II 2008, 75) d&uuml;rften aber angestellte Mitarbeiter keine Ma&szlig;nahmen der Berufsaufsicht treffen. Des Weiteren sei das FG auch von dem Urteil des FG K&ouml;ln vom 26.&nbsp;Juni 2008&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;4826\/07 (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2009, 291) abgewichen, da es nicht auf die tats&auml;chliche T&auml;tigkeit als Wirtschaftspr&uuml;fer abgestellt habe, sondern schon auf die wegen der Zulassung als Wirtschaftspr&uuml;fer bestehende M&ouml;glichkeit, eine andere berufliche T&auml;tigkeit auszu&uuml;ben. Eine zus&auml;tzliche Abweichung bestehe zu den Urteilen des BFH, nach denen angefochtene Ermessensentscheidungen erkennen lassen m&uuml;ssten, dass &uuml;berhaupt eine Ermessensentscheidung getroffen worden sei. Die Ausf&uuml;hrungen des FG beruhten insoweit auf sachfremden Erw&auml;gungen, so dass die Revision auch wegen eines besonders schweren Rechtsfehlers zuzulassen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich sei w&auml;hrend des gesamten Verfahrens der Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r verletzt worden, so dass ein Verfahrensmangel i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO vorliege. Die von der Steuerberaterkammer gew&auml;hrte und vom FG nicht beanstandete Frist zur Stellungnahme von weniger als vier Tagen sei objektiv nicht ausreichend gewesen, um sich sachlich fundiert &auml;u&szlig;ern zu k&ouml;nnen. Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts h&auml;tte die Frist zur Stellungnahme aber so bemessen sein m&uuml;ssen, dass das rechtliche Geh&ouml;r nicht in unzumutbarer Weise erschwert werde. Ein weiterer Verfahrensmangel liege darin, dass die m&uuml;ndliche Verhandlung nur zw&ouml;lf Minuten gedauert habe. Damit sei ausgeschlossen, dass die m&uuml;ndliche Verhandlung in der gesetzlich vorgeschriebenen Form durchgef&uuml;hrt worden sei und die ehrenamtlichen Richter in ausreichender Form Informationen &uuml;ber die Sach- und Rechtsfragen erhalten h&auml;tten. Der Kl&auml;ger beantragt, hierzu eine dienstliche &Auml;u&szlig;erung der ehrenamtlichen Richter einzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuerberaterkammer ist der Beschwerde entgegengetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde hat keinen Erfolg, weil die geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde z.T. nicht schl&uuml;ssig dargelegt sind, wie es &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO verlangt, jedenfalls aber nicht vorliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Grunds&auml;tzliche Bedeutung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO ist einer Rechtsfrage beizumessen, deren Beantwortung in dem angestrebten Revisionsverfahren aus Gr&uuml;nden der Rechtssicherheit, der Rechtseinheitlichkeit und\/oder der Rechtsentwicklung im allgemeinen Interesse liegt. Es muss sich also um eine Frage handeln, die kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im konkreten Streitfall auch kl&auml;rungsf&auml;hig ist. Hierzu ist es erforderlich, dass der Beschwerdef&uuml;hrer eine konkrete Rechtsfrage formuliert und substantiiert auf ihre &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung sowie darauf eingeht, weshalb von der Beantwortung der Rechtsfrage die Entscheidung &uuml;ber die Rechtssache abh&auml;ngt (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;Juli 2012 VII&nbsp;B&nbsp;167\/11, BFH\/NV 2012, 2029, m.w.N.). Bei Streitfragen, die ma&szlig;geblich von der Beurteilung des Einzelfalls abh&auml;ngen, bedarf es substantiierter Darlegungen, weshalb der Rechtsfrage ausnahmsweise eine &uuml;ber den Einzelfall hinausgehende Bedeutung zukommen soll (BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Januar 2008 VIII&nbsp;B&nbsp;253\/05, BFH\/NV 2008, 740, 741, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Insbesondere fehlen substantiierte Ausf&uuml;hrungen, weshalb die Frage, welche konkreten Personen auf welche Art und Weise im Rahmen des &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 StBerG rechtliches Geh&ouml;r zu gew&auml;hren haben, von allgemeinem Interesse sein soll. Entsprechendes gilt f&uuml;r die weitere Frage, ob allein die tats&auml;chliche Aus&uuml;bung einer anderen beruflichen T&auml;tigkeit oder bereits die Zulassung als Wirtschaftspr&uuml;fer und die damit verbundene M&ouml;glichkeit der Aus&uuml;bung einer anderen beruflichen T&auml;tigkeit zum Widerruf nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 StBerG berechtigen k&ouml;nnen. Der Hinweis auf die Ma&szlig;geblichkeit f&uuml;r eine abstrakte Zahl von Berufsangeh&ouml;rigen und die fehlende h&ouml;chstrichterliche Kl&auml;rung reichen hierf&uuml;r nicht aus. Insbesondere h&auml;tte substantiiert dargelegt werden m&uuml;ssen, weshalb die Sachverhaltskonstellation eines Verzichts auf die Bestellung als Steuerberater mit anschlie&szlig;endem Antrag nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 StBerG unter gleichzeitiger Beibehaltung der Bestellung als Wirtschaftspr&uuml;fer, obwohl auch insoweit ein entsprechender Verzicht mit anschlie&szlig;endem Antrag nach &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;4 des Gesetzes &uuml;ber die Berufsordnung der Wirtschaftspr&uuml;fer m&ouml;glich gewesen w&auml;re, keinen Ausnahmecharakter haben soll. Dar&uuml;ber hinaus ist der Kl&auml;ger nicht auf eine etwaige Heilung von Verfahrens- und Formfehlern bis zum Ende des finanzgerichtlichen Verfahrens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 der Abgabenordnung eingegangen, obwohl dies Auswirkungen auf die Kl&auml;rungsf&auml;higkeit der verfahrensrechtlichen Fragen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Beschwerde die Frage aufwirft, unter welchen tats&auml;chlichen Voraussetzungen die Erlaubnis nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 StBerG widerrufen werden kann, ist diese Frage einer allgemeinen Kl&auml;rung nicht zug&auml;nglich. Denn es kommt auf die konkreten Umst&auml;nde des jeweiligen Einzelfalls an, ob in diesem ein Widerruf geboten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit der Kl&auml;ger eine Zulassung der Revision zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO geltend macht, f&uuml;hrt die Beschwerde ebenfalls nicht zum Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r eine Darlegung der behaupteten Divergenz im Sinne dieser Vorschrift w&auml;re erforderlich gewesen, dass der Kl&auml;ger tragende und abstrakte Rechtss&auml;tze aus dem angefochtenen Urteil des FG einerseits und aus den behaupteten Divergenzentscheidungen andererseits herausarbeitet und gegen&uuml;berstellt, um so eine Abweichung zu verdeutlichen (Senatsbeschluss vom 2.&nbsp;Dezember 2011 VII&nbsp;B&nbsp;110\/11, BFH\/NV 2012, 616). Diese Voraussetzungen liegen im Streitfall nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sowohl hinsichtlich der Bearbeitung durch einen angestellten Mitarbeiter der Steuerberaterkammer als auch hinsichtlich der Aus&uuml;bung des Ermessens durch die Steuerberaterkammer fehlt bereits die Herausarbeitung eines tragenden und abstrakten Rechtssatzes des angefochtenen Urteils, der von anderen Entscheidungen abweicht. Dies war auch nicht m&ouml;glich, da das FG festgestellt hat, dass keine Formfehler vorliegen und die Steuerberaterkammer ihr Ermessen erkannt hat. Im &Uuml;brigen ist der Streitfall nicht mit dem vom Kl&auml;ger zitierten BGH-Urteil in BStBl II 2008, 75 vergleichbar, da es dort um eine Auskunft nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 StBerG&nbsp;a.F. ging, die nach dem Wortlaut dieser Vorschrift &quot;von dem Vorstand oder dem durch die Satzung bestimmten Organ der Steuerberaterkammer oder einem beauftragten Mitglied des Vorstandes oder des Organs&quot; verlangt werden kann. Dagegen fehlt in &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 StBerG eine entsprechend einschr&auml;nkende Formulierung. Au&szlig;erdem ist abweichend von dem BGH-Urteil nicht der Schutzbereich des Art.&nbsp;12 des Grundgesetzes betroffen, da es lediglich um die Fortf&uuml;hrung des Titels gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 StBerG geht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der materiellen Voraussetzungen f&uuml;r eine Fortf&uuml;hrung des Titels &quot;Steuerberater&quot; bezieht sich das FG in seiner Entscheidung ausdr&uuml;cklich auf das Urteil des FG K&ouml;ln in EFG 2009, 291 und geht wie dieses davon aus, dass der Berufsangeh&ouml;rige nach dem Sinn und Zweck des &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;2 StBerG in keiner Weise mehr beruflich t&auml;tig sein darf, sondern sich vollst&auml;ndig in sein Privatleben zur&uuml;ckgezogen haben muss. Dass bereits die Beibehaltung der Bestellung als Wirtschaftspr&uuml;fer mit der damit verbundenen M&ouml;glichkeit der Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit eines Wirtschaftspr&uuml;fers den vollst&auml;ndigen R&uuml;ckzug in das Privatleben ausschlie&szlig;t, stellt keine Abweichung von diesen Grunds&auml;tzen, sondern lediglich deren Anwendung und Fortentwicklung auf die besonderen Umst&auml;nde des Streitfalls dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Neben den F&auml;llen der Divergenz kann eine Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zwar auch dann in Betracht kommen, wenn das angefochtene Urteil auf einem so schweren Rechtsfehler beruht, dass sein Fortbestand das Vertrauen in die Rechtsprechung besch&auml;digen k&ouml;nnte (Senatsbeschluss vom 3.&nbsp;Juni 2011 VII&nbsp;B&nbsp;203\/10, m.w.N.). Hierf&uuml;r sind aber im Streitfall keine Anhaltspunkte erkennbar. Das Urteil des FG ist weder objektiv willk&uuml;rlich noch greifbar gesetzwidrig, sondern unter Heranziehung von Rechtsprechung und Literatur nachvollziehbar begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Schlie&szlig;lich scheidet auch die Zulassung der Revision wegen eines Verfahrensfehlers (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3&nbsp;FGO) aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit der Kl&auml;ger eine Verletzung des Anspruchs auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs durch eine zu kurze Frist zur Stellungnahme nach &sect;&nbsp;47 Abs.&nbsp;3 Satz 2 StBerG geltend macht, liegt schon kein Verfahrensfehler i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO vor, weil es in dieser Vorschrift nur um Verst&ouml;&szlig;e des FG gegen Vorschriften des Gerichtsverfahrensrechts, nicht aber um Verfahrensverst&ouml;&szlig;e der Steuerberaterkammer im Rahmen des beh&ouml;rdlichen Verfahrens geht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die vom Kl&auml;ger ger&uuml;gte Dauer der m&uuml;ndlichen Verhandlung von maximal zw&ouml;lf Minuten stellt keinen Verfahrensfehler des FG dar, zumal nur die Steuerberaterkammer erschienen war und es sich nicht um einen komplexen Sachverhalt handelte. Unter diesen Umst&auml;nden gibt es keinerlei Anhaltspunkte, dass die Dauer der m&uuml;ndlichen Verhandlung nicht &#8211;wie im Sitzungsprotokoll vom 3.&nbsp;November 2014 vermerkt&#8211; f&uuml;r die Wiedergabe des wesentlichen Inhalts der Akten, die Er&ouml;rterung der Sach- und Rechtslage und die Stellung der Antr&auml;ge ausgereicht haben sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 15.12.2015, VII B 176\/14 Widerruf der Erlaubnis zur Fortf&uuml;hrung des Titels Steuerberater Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Hessischen Finanzgerichts vom 3. November 2014&nbsp;&nbsp;13 K 2662\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Der &#8230; geborene &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-b-176-14-widerruf-der-erlaubnis-zur-fortfuehrung-des-titels-steuerberater\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;B&nbsp;176\/14 &#8211; Widerruf der Erlaubnis zur Fortf&uuml;hrung des Titels Steuerberater<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65959","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65959","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65959"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65959\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65959"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65959"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65959"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}