{"id":65965,"date":"2016-03-09T11:29:49","date_gmt":"2016-03-09T09:29:49","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=65965"},"modified":"2016-03-09T11:29:49","modified_gmt":"2016-03-09T09:29:49","slug":"v-r-13-15-zur-verfolgungsverjaehrung-bei-zu-unrecht-erlangtem-kindergeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-13-15-zur-verfolgungsverjaehrung-bei-zu-unrecht-erlangtem-kindergeld\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;13\/15 &#8211; Zur Verfolgungsverj&auml;hrung bei zu Unrecht erlangtem Kindergeld"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2015, V R 13\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Verfolgungsverj&auml;hrung bei zu Unrecht erlangtem Kindergeld<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin wird zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Auf die Revision der Familienkasse wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 24. Juli 2014&nbsp;&nbsp;1 K 102\/13 insoweit aufgehoben, als es die Aufhebung der Kindergeldfestsetzungen f&uuml;r die Monate Januar 2002 bis Dezember 2007 aufgehoben hat; die Klage wird auch insoweit abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kl&auml;gerin tr&auml;gt die Kosten des gesamten Verfahrens.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist das Kindergeld f&uuml;r in der T&uuml;rkei in Ausbildung befindliche minderj&auml;hrige Kinder.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die 1972 geborene Kl&auml;gerin, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist t&uuml;rkischer Abstammung. Sie ist seit 1990 verheiratet und Mutter der am &#8230;.&nbsp;Januar 1994 in O (Inland) geborenen T&ouml;chter B und K. Der Ehemann lebt und arbeitet seit 1992 in der T&uuml;rkei; mittlerweile ist er Rentner. Die Kl&auml;gerin und ihre beiden Kinder wurden 1999 in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) eingeb&uuml;rgert. Die Kl&auml;gerin lebt in N (Inland) bei ihren Eltern und wird von ihnen unterst&uuml;tzt. Die Kinder B und K lebten zun&auml;chst bei der Kl&auml;gerin in N. Im Jahr 2000 wurden sie am Wohnort des Vaters in der T&uuml;rkei eingeschult, blieben aber weiter unter der Anschrift der Kl&auml;gerin in N gemeldet. Beide Kinder waren von 1996 bis 2000 in N in kinder&auml;rztlicher und vom 29.&nbsp;Mai 1998 bis zum 5.&nbsp;Juni 2000 in BR in HNO-&auml;rztlicher Behandlung. Die Kinder sind im Jahr 2000 zu ihrem Vater in die T&uuml;rkei gezogen, sind dort eingeschult worden, haben dort in den Folgejahren die Schule besucht und schlie&szlig;lich abgeschlossen und studieren dort mittlerweile. Die Kl&auml;gerin bezog seit der Geburt der Kinder Kindergeld.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus den Merkbl&auml;ttern zum Kindergeld 1994, 1995, 1996, 1998 und 2000 ging hervor, dass alle &Auml;nderungen, die f&uuml;r den Anspruch auf Kindergeld von Bedeutung sind, insbesondere wenn ein Kind den Haushalt des Kindergeldberechtigten verl&auml;sst und in den Haushalt des anderen Elternteils &uuml;berwechselt, unverz&uuml;glich dem Arbeitsamt (Kindergeldkasse) mitzuteilen waren. Die Kl&auml;gerin hat bei ihrem Erstantrag auf Kindergeld 1994 sowie in einer weiteren Erkl&auml;rung vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1994 unterschrieben, dass sie das Merkblatt &uuml;ber Kindergeld erhalten und von seinem Inhalt Kenntnis genommen habe. In der Erkl&auml;rung vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1994 erkl&auml;rte sie ferner, dass sich ihre Kinder voraussichtlich auf nicht absehbare Zeit in Deutschland aufhalten w&uuml;rden und dass sie &uuml;ber ihre Verpflichtung, die Kindergeldkasse unverz&uuml;glich &uuml;ber eine R&uuml;ckkehr eines der Kinder in die T&uuml;rkei zu informieren, belehrt worden sei. Auch in den zweisprachig deutsch-t&uuml;rkisch gefassten Frageb&ouml;gen zur Pr&uuml;fung des Anspruchs auf Kindergeld 1995, 1996 und 1998 erkl&auml;rte die Kl&auml;gerin, Kenntnis von dieser Verpflichtung zu haben und das Merkblatt zum Kindergeld erhalten und zur Kenntnis genommen zu haben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Januar 2000 reichte die Kl&auml;gerin bei der Beklagten, Revisionskl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Familienkasse) die Kopie ihrer Einb&uuml;rgerungsurkunde ein. Im Zeitraum Februar 2000 bis November 2011 sind keine Kontakte zwischen der Kl&auml;gerin und der Familienkasse aktenkundig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Hinweisen der Familienkasse im November 2011 auf den bevorstehenden Eintritt der Vollj&auml;hrigkeit der Kinder B und K beantragte die Kl&auml;gerin am 5.&nbsp;Januar 2012 Kindergeld. In dem Antrag bejahte sie die Frage, ob die Kinder au&szlig;erhalb ihres Haushalts lebten und gab als Anschrift der Kinder die ihres Ehemannes an. Die Kl&auml;gerin legte am 7.&nbsp;September 2012 eine Bescheinigung ihres Ehemannes auf amtlichem Vordruck &uuml;ber die Weiterleitung des Kindergeldes an ihn vor. Der Bescheinigung beigef&uuml;gt war auch eine Erkl&auml;rung der Kl&auml;gerin zur Haushaltszugeh&ouml;rigkeit der Kinder, in der sie angab, dass die Kinder seit 1997 nicht mehr in ihrem Haushalt lebten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Bescheid &uuml;ber die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung f&uuml;r den Zeitraum Januar 2002 bis Januar 2012 vom 28.&nbsp;September 2012 ist der Kl&auml;gerin nicht zugegangen. Deshalb &uuml;bersandte die Familienkasse dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin mit Schriftsatz vom 25.&nbsp;Februar 2013 eine Kopie des Bescheids vom 28.&nbsp;September 2012 unter ausdr&uuml;cklicher Erkl&auml;rung des Bekanntgabewillens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach erfolglosem Einspruchsverfahren gab das Finanzgericht (FG) der Klage teilweise statt, hob den Bescheid &uuml;ber die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung von Januar 2002 bis Januar 2012 vom 28.&nbsp;September 2012 und den Einspruchsbescheid vom 15.&nbsp;Mai 2012, soweit sie die Kindergeldfestsetzungen Januar 2002 bis Dezember 2007 betrafen auf und wies die Klage im &Uuml;brigen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;gerin stehe Kindergeld f&uuml;r den Streitzeitraum nicht zu, weil die Kinder B und K weder einen Wohnsitz noch ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland, in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) oder in einem Staat, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung finde, gehabt h&auml;tten. Ein Kind, das sich zum Zwecke des Schulbesuchs mehrere Jahre im Ausland aufhalte, behalte seinen inl&auml;ndischen Wohnsitz regelm&auml;&szlig;ig nicht bei. Das gelte auch f&uuml;r B und K, weil sie sich weniger als drei Monate bei der Kl&auml;gerin in Deutschland aufgehalten h&auml;tten. Die Familienkasse habe daher die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;70 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes in der in den Streitjahren geltenden Fassung (EStG), wonach die Kindergeldfestsetzung bei einer &Auml;nderung der f&uuml;r den Anspruch auf Kindergeld erheblichen Verh&auml;ltnisse mit Wirkung vom Zeitpunkt der &Auml;nderung der Verh&auml;ltnisse aufzuheben sei, zutreffend bejaht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Aufhebung stehe f&uuml;r den Zeitraum Januar 2002 bis Dezember 2007 allerdings der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung entgegen. Eine Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz 2, &sect;&nbsp;370 der Abgabenordnung (AO) wegen Steuerhinterziehung auf zehn Jahre komme nicht in Betracht. Zwar habe die Kl&auml;gerin den objektiven Tatbestand des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO erf&uuml;llt, indem sie die Familienkasse pflichtwidrig &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis gelassen habe. Es sei insoweit aber kein Vorsatz festzustellen. Die Festsetzungsverj&auml;hrung habe sich allerdings auf f&uuml;nf Jahre verl&auml;ngert, weil die Kl&auml;gerin insoweit leichtfertig gehandelt habe. Unter Ber&uuml;cksichtigung der Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist auf f&uuml;nf Jahre habe die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Monate Januar 2008 bis Januar 2012 zu Recht aufgehoben; im &Uuml;brigen sei Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Nichtzulassungsbeschwerde der Kl&auml;gerin lie&szlig; der Senat die Revision mit Beschluss vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2015 zu. Ausweislich der Zustellungsurkunde wurde der Beschluss dem Prozessbevollm&auml;chtigten der Kl&auml;gerin am 28.&nbsp;April 2015 zugestellt; auf dem Briefumschlag, in dem die Zustellungsurkunde versandt wurde, ist das Datum der Zustellung nicht erkennbar; danach kann es der 28. oder 29.&nbsp;April 2015 gewesen sein. Mit einem am 29.&nbsp;Mai 2015 beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangenen Telefax legte der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;gerin Revision ein. Die Gesch&auml;ftsstelle des Senats wies den Prozessbevollm&auml;chtigten mit Schreiben vom 2.&nbsp;Juni 2015, das ihm am 8.&nbsp;Juni 2015 mit Zustellungsurkunde zugestellt wurde, auf den versp&auml;teten Eingang der Revision und auf die Regelung in &sect;&nbsp;56 der Finanzgerichtsordnung (FGO) hin. Mit einem am 29.&nbsp;Juli 2015 beim BFH eingegangenen Schriftsatz beantragte die Kl&auml;gerin vorsorglich und nur hilfsweise Wiedereinsetzung in den vorigen Stand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Zul&auml;ssigkeit ihrer Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, der Zulassungsbeschluss des BFH sei ihrem Prozessbevollm&auml;chtigten entgegen der Zustellungsurkunde erst am 29.&nbsp;April 2015 zugestellt worden. Die am 29.&nbsp;Mai 2015 beim BFH eingegangene Revision sei daher rechtzeitig eingelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndetheit tr&auml;gt sie vor, das FG habe zu Unrecht die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung f&uuml;r den Zeitraum Januar 2008 bis Januar 2012 best&auml;tigt, weil die Kinder B und K in den Streitjahren in Deutschland ihren Wohnsitz gehabt h&auml;tten. B und K seien bis 2012 in Deutschland gemeldet gewesen, was zum Ausdruck bringe, dass die Kinder ihren deutschen Wohnsitz nicht aufgegeben h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG, auf den das FG seine Entscheidung st&uuml;tze, sei im &Uuml;brigen verfassungswidrig. Die Eltern deutscher Kinder, die ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt in der T&uuml;rkei haben, w&uuml;rden gegen&uuml;ber bezugsberechtigten Eltern, deren Kinder in Bulgarien oder anderen EU-L&auml;ndern lebten, in ihrem verfassungsrechtlich gesch&uuml;tzten Anspruch auf Gleichbehandlung verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine verfassungsrechtlich unzul&auml;ssige Ungleichbehandlung liege auch zwischen Eltern deutscher Kinder, die ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt in der T&uuml;rkei h&auml;tten und auf die &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG angewendet werde, und Eltern t&uuml;rkischer Kinder, die ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt in der T&uuml;rkei h&auml;tten, vor, weil die Eltern t&uuml;rkischer Kinder im Gegensatz zu den Eltern deutscher Kinder nach dem Abkommen der Bundesrepublik Deutschland und der T&uuml;rkei &uuml;ber soziale Sicherheit (SozSichAbk&nbsp;T&uuml;rkei) einen Anspruch auf Kindergeld h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision des Beklagten zur&uuml;ckzuweisen und<br \/>das FG-Urteil insoweit aufzuheben als darin die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung von Januar 2008 bis Januar 2012 nicht aufgehoben wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/>die Revision der Kl&auml;gerin zur&uuml;ckzuweisen und<br \/>das FG-Urteil aufzuheben, soweit es den Bescheid vom 28.&nbsp;September 2012\/25.&nbsp;Februar 2013 und den Einspruchsbescheid vom 15.&nbsp;Mai 2013 aufgehoben hat und die Klage auch insoweit abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar habe das FG zu Recht festgestellt, dass im Zeitraum kein Kindergeldanspruch f&uuml;r die Kinder B und K bestanden habe. Das FG habe aber unter Missachtung der Regelung in &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;7 AO Festsetzungsverj&auml;hrung f&uuml;r den Zeitraum Januar 2002 bis Dezember 2007 angenommen<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Familienkasse ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils, soweit es der Klage stattgegeben hat und zur Abweisung der Klage auch hinsichtlich der Aufhebung der Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Monate Januar 2002 bis Dezember 2007 (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 FGO); der Aufhebungsbescheid vom 28.&nbsp;September 2012\/25.&nbsp;Februar 2013 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 15.&nbsp;Mai 2013 ist auch hinsichtlich dieses Zeitraums rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision der Kl&auml;gerin ist zul&auml;ssig. Der Senat geht zugunsten der Kl&auml;gerin davon aus, dass sie die Revision innerhalb der Frist der &sect;&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2, 120 Abs.&nbsp;1 FGO eingelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist aber unbegr&uuml;ndet. Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Kl&auml;gerin das Kindergeld f&uuml;r K und B f&uuml;r die Monate Januar 2002 bis Januar 2012 zu Unrecht bezogen hat, weil nach den gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO f&uuml;r den Senat bindenden Feststellungen des FG K und B in den Streitjahren weder einen Wohnsitz noch ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland hatten, sondern im Haushalt des Vaters in der T&uuml;rkei lebten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;62 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1, Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG steht demjenigen, der &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; einen inl&auml;ndischen Wohnsitz hat, Kindergeld nur f&uuml;r die Kinder zu, die im Inland, in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union oder in einem Staat, auf den das Abkommen &uuml;ber den Europ&auml;ischen Wirtschaftsraum Anwendung findet, einen Wohnsitz oder ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt haben. Die T&uuml;rkei z&auml;hlt nicht zu den in &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG genannten Staaten (BFH-Urteile vom 15.&nbsp;Juli 2010 III&nbsp;R&nbsp;6\/08, BFHE 230, 545, BStBl II 2012, 883, Rz&nbsp;11; vom 27.&nbsp;September 2012 III&nbsp;R&nbsp;55\/10, BFHE 239, 109, BStBl II 2014, 473, Rz&nbsp;11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Einen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung unter Umst&auml;nden innehat, die darauf schlie&szlig;en lassen, dass er die Wohnung beibehalten und benutzen wird (&sect;&nbsp;8 AO). Das setzt neben zum dauerhaften Wohnen geeigneten R&auml;umen insbesondere das Innehaben der Wohnung in dem Sinne voraus, dass der Steuerpflichtige tats&auml;chlich &uuml;ber sie verf&uuml;gen kann und sie als Bleibe entweder st&auml;ndig nutzt oder sie doch mit einer gewissen Regelm&auml;&szlig;igkeit &#8211;wenn auch in gr&ouml;&szlig;eren Zeitabst&auml;nden&#8211; aufsucht. Ein nur gelegentliches Verweilen w&auml;hrend unregelm&auml;&szlig;ig aufeinander folgender kurzer Zeitr&auml;ume zu Erholungs- bzw. Besuchszwecken reicht nicht aus (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile in BFHE 230, 545, BStBl II 2012, 883, Rz&nbsp;12; vom 20.&nbsp;November 2008 III&nbsp;R&nbsp;53\/05, BFH\/NV 2009, 564; vom 28.&nbsp;April 2010 III&nbsp;R&nbsp;52\/09, BFHE 229, 270, BStBl II 2010, 1013, jeweils m.w.N.). Ob ein Kind seinen Wohnsitz oder gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland hat, hat das FG unter Ber&uuml;cksichtigung der Umst&auml;nde des Falles im Wege der Tatsachenw&uuml;rdigung zu beurteilen. Der BFH kann die Entscheidung des FG nur eingeschr&auml;nkt &uuml;berpr&uuml;fen. Ist die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und verst&ouml;&szlig;t sie auch nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze, ist sie f&uuml;r den BFH als Revisionsgericht nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend, selbst wenn die Wertung des FG nicht zwingend, sondern lediglich m&ouml;glich ist (BFH-Urteile in BFHE 230, 545, BStBl II 2012, 883, Rz&nbsp;13; in BFH\/NV 2009, 564, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die W&uuml;rdigung des FG, dass die Kinder B und K im Zeitraum Januar 2002 bis Januar 2012 weder einen Wohnsitz noch ihren gew&ouml;hnlichen Aufenthalt im Inland hatten, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG hatten die Aufenthalte der Kinder B und K in Deutschland keinen Wohn-, sondern lediglich Besuchscharakter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin ist die Regelung des &sect;&nbsp;63 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 EStG verfassungsgem&auml;&szlig; und unionrechtskonform (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 23.&nbsp;Februar 1994&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1105\/91, nicht ver&ouml;ffentlicht; BFH-Urteile in BFHE 230, 545, BStBl II 2012, 883, Rz&nbsp;45; vom 26.&nbsp;Februar 2002 VIII&nbsp;R&nbsp;85\/98, BFH\/NV 2002, 912, Leitsatz).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Aus dem SozSichAbk&nbsp;T&uuml;rkei steht der Kl&auml;gerin schon deshalb kein Kindergeld zu, weil deutsche Staatsangeh&ouml;rige &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; nicht von dessen Anwendungsbereich umfasst sind (BFH-Urteil in BFHE 239, 109, BStBl II 2014, 473, Rz&nbsp;18). Hieraus ergibt sich auch keine Ungleichbehandlung gegen&uuml;ber in Deutschland lebenden t&uuml;rkischen Eltern, deren Kinder in der T&uuml;rkei leben, weil auf der Grundlage des SozSichAbk T&uuml;rkei f&uuml;r in der T&uuml;rkei lebende Kinder generell kein Kindergeld in H&ouml;he der Betr&auml;ge des &sect;&nbsp;66 Abs.&nbsp;1 EStG gezahlt werden kann (BFH-Urteil in BFHE 239, 109, BStBl II 2014, 473, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Aus den Diskriminierungsverboten des europ&auml;isch-t&uuml;rkischen Assoziationsrechts ergibt sich kein Anspruch der Kl&auml;gerin auf Kindergeld. Insoweit verweist der Senat auf die BFH-Urteile in BFHE 230, 545, BStBl II 2012, 883, Rz&nbsp;13&nbsp;ff.; in BFHE 239, 109, BStBl II 2014, 473, Rz&nbsp;13&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision der Familienkasse ist begr&uuml;ndet; das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r die Monate Januar 2002 bis Dezember 2007 nicht aufheben durfte, weil insoweit Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dabei hat das FG zu Recht entschieden, dass sich die Festsetzungsfrist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO auf f&uuml;nf Jahre verl&auml;ngert hat, weil der Kl&auml;gerin zumindest eine leichtfertige Steuerverk&uuml;rzung (&sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 AO) vorzuwerfen ist. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 AO handelt ordnungswidrig, wer als Steuerpflichtiger oder bei Wahrnehmung der Angelegenheiten eines Steuerpflichtigen eine der in &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO bezeichneten Taten leichtfertig begeht. Die Kl&auml;gerin hat die Finanzbeh&ouml;rden pflichtwidrig i.S. des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO i.V.m. &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 AO &uuml;ber steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis gelassen. Entgegen &sect;&nbsp;68 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG unterlie&szlig; sie es, der Familienkasse den Umzug ihrer Kinder in die T&uuml;rkei und ihre dortige Einschulung mitzuteilen. Mit dem nach &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;3 EStG als Steuerverg&uuml;tung gew&auml;hrten Kindergeld erlangte die Kl&auml;gerin f&uuml;r sich einen nicht gerechtfertigten Steuervorteil (&sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;378 Abs.&nbsp;1 AO). Die unterbliebene Mitteilung war auch urs&auml;chlich f&uuml;r die Auszahlung des Kindergeldes bis Januar 2012.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Annahme des FG, f&uuml;r die Monate Januar 2002 bis einschlie&szlig;lich Dezember 2007 sei Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten, h&auml;lt angesichts dieser Feststellungen einer rechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung nicht stand. Da die Verfolgung der von der Kl&auml;gerin begangenen Steuerverk&uuml;rzung noch nicht verj&auml;hrt war, wurde der Ablauf der Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;7 AO gehemmt (BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Dezember 2014 III&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFH\/NV 2015, 948; vom 26.&nbsp;Juni 2014 III&nbsp;R&nbsp;21\/13, BFHE 247, 102, BStBl 2015, 886).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;7 i.V.m. &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO endet die Festsetzungsfrist in F&auml;llen der Steuerhinterziehung oder der leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung nicht, bevor die Verfolgung der Steuerstraftat oder der Steuerordnungswidrigkeit verj&auml;hrt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;384 AO verj&auml;hrt die Verfolgung von Steuerordnungswidrigkeiten nach den &sect;&sect;&nbsp;378 bis 380 AO in f&uuml;nf Jahren. Dabei beginnt die Verfolgungsverj&auml;hrung erst mit der letztmals zu Unrecht erlangten Kindergeldzahlung (BFH-Urteile in BFHE 247, 102, BStBl II 2015, 886, Leitsatz, und Rz&nbsp;13&nbsp;ff.; in BFH\/NV 2015, 948, Leitsatz, und Rz&nbsp;22, 23). Die Festsetzungsfrist war somit bei Erlass des Aufhebungsbescheids vom 28.&nbsp;September 2012\/25.&nbsp;Februar 2013 noch nicht abgelaufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 und 2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.12.2015, V R 13\/15 Zur Verfolgungsverj&auml;hrung bei zu Unrecht erlangtem Kindergeld Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin wird zur&uuml;ckgewiesen. Auf die Revision der Familienkasse wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 24. Juli 2014&nbsp;&nbsp;1 K 102\/13 insoweit aufgehoben, als es die Aufhebung der Kindergeldfestsetzungen f&uuml;r die Monate Januar 2002 bis Dezember 2007 aufgehoben &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-13-15-zur-verfolgungsverjaehrung-bei-zu-unrecht-erlangtem-kindergeld\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;13\/15 &#8211; Zur Verfolgungsverj&auml;hrung bei zu Unrecht erlangtem Kindergeld<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-65965","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65965","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=65965"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/65965\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=65965"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=65965"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=65965"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}