{"id":6606,"date":"2012-11-30T21:30:39","date_gmt":"2012-11-30T19:30:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6606"},"modified":"2012-11-30T21:30:39","modified_gmt":"2012-11-30T19:30:39","slug":"vii-r-70-10-zolltarif-abgrenzung-automatischer-datenverarbeitungsmaschinen-und-ihrer-einheiten-von-elektronischen-maschinen-apparaten-und-geraeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-70-10-zolltarif-abgrenzung-automatischer-datenverarbeitungsmaschinen-und-ihrer-einheiten-von-elektronischen-maschinen-apparaten-und-geraeten\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;70\/10 &#8211; Zolltarif: Abgrenzung automatischer Datenverarbeitungsmaschinen und ihrer Einheiten von elektronischen Maschinen, Apparaten und Ger&auml;ten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2011, VII R 70\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Zolltarif: Abgrenzung automatischer Datenverarbeitungsmaschinen und ihrer Einheiten von elektronischen Maschinen, Apparaten und Ger&auml;ten<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) beantragte im Juni 2008 die Erteilung einer verbindlichen Zolltarifauskunft (vZTA) f&uuml;r ein sog. Embedded Module mit der Bezeichnung &#8230;, bei dem es sich um einen elektronischen Rechner in Gestalt einer gedruckten Schaltung im sog. ETX-Standard (Embedded Technology extended) handelt, der mit Prozessor, Chipsatz sowie weiteren aktiven und passiven Bauelementen best&uuml;ckt ist und der u.a. &uuml;ber vier ETX-Schnittstellenanschl&uuml;sse, einen Stecksockel f&uuml;r ein DDR-SDRAM Speichermodul, zwei ATA-Anschl&uuml;sse f&uuml;r eine Festplatte sowie einen 2 Megabyte Flashspeicher mit der f&uuml;r die Inbetriebnahme n&ouml;tigen BIOS-Software verf&uuml;gt. Das Embedded Module hat ansonsten keine Anschl&uuml;sse f&uuml;r periphere Ger&auml;te, ist f&uuml;r sich allein nicht funktionst&uuml;chtig und wird deshalb auf ein sog. Baseboard aufgesteckt, das seinerseits &uuml;ber verschiedene Schnittstellen f&uuml;r Monitor, Tastatur, Maus, Ethernet und USB verf&uuml;gt. Das Embedded Module wird in verschiedenen Ger&auml;ten verwendet wie z.B. in der Medizintechnik, in Flugsimulatoren, Industrierobotern sowie in Parkscheinautomaten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der vZTA DE &#8230; vom 26. September 2008 reihte die damals zust&auml;ndige Bundesfinanzdirektion X das Modul in die Unterpos. 8543 70 90 der Kombinierten Nomenklatur (KN) ein. Die hiergegen erhobene Sprungklage, mit der die Kl&auml;gerin die Einreihung des Moduls als Datenverarbeitungsmaschine bzw. als Einheit eines automatischen Datenverarbeitungssystems in die Pos. 8471 KN, hilfsweise in die Pos. 8473 KN begehrt, wies das Finanzgericht (FG) ab. Das FG urteilte, das Modul sei gem&auml;&szlig; Anm. 5 A Nr. 1 und 2 zu Kap. 84 KN nicht als automatische Datenverarbeitungsmaschine anzusehen, weil es keinen Arbeitsspeicher enthalte, der gro&szlig; genug sei, um ein Datenverarbeitungsprogramm und die zu dessen Durchf&uuml;hrung erforderlichen Daten zu speichern, und weil es nicht entsprechend den Benutzeranforderungen frei programmiert werden k&ouml;nne. Maschinen wie z.B. ein Parkscheinautomat k&ouml;nnten nur mit festen Programmen arbeiten, die vom Benutzer nicht ver&auml;ndert werden k&ouml;nnten. Das Modul sei auch keine Einheit eines Datenverarbeitungssystems i.S. der Anm. 5 C zu Kap. 84 KN, weil es weder ausschlie&szlig;lich noch haupts&auml;chlich in einem automatischen Datenverarbeitungssystem eingesetzt werde, sondern in einer Vielzahl verschiedener Ger&auml;te (medizinische Ger&auml;te, Flugzeuge, Parkscheinautomaten). Hinzu komme, dass das jeweilige Ger&auml;t, in welches das Modul sp&auml;ter eingebaut werde, eine andere Funktion als die Datenverarbeitung aus&uuml;be und deshalb gem&auml;&szlig; Anm. 5 E zu Kap. 84 KN nicht als Einheit eines Datenverarbeitungssystems einzureihen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision vertritt die Kl&auml;gerin die Auffassung, das Embedded Module sei als automatische Datenverarbeitungsmaschine, jedenfalls aber als gesondert gestellte Einheit automatischer Datenverarbeitungsmaschinen in die Pos. 8471 KN einzureihen. Die Ansicht des FG, der auf dem Modul vorhandene Flashspeicher k&ouml;nne kein Datenverarbeitungsprogramm speichern, sei ebenso unzutreffend wie die Ansicht, das Modul k&ouml;nne nicht frei programmiert werden, vielmehr k&ouml;nne derjenige das Modul in beliebiger Weise programmieren, der es in ein bestimmtes Ger&auml;t einbaue. Jedenfalls nach dem Aufstecken eines weiteren Arbeitsspeichers sei das Modul eine vollst&auml;ndige automatische Datenverarbeitungsmaschine mit Zentraleinheit, Hauptspeicher sowie Ein- und Ausgabeeinheiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA schlie&szlig;t sich der Ansicht des FG an. Der f&uuml;r eine automatische Datenverarbeitungsmaschine erforderliche Arbeitsspeicher sei auf dem streitigen Modul nicht vorhanden. Auf dem Flashspeicher sei die BIOS-Software f&uuml;r den Start des Rechners gespeichert. Das Erfordernis der freien Programmierbarkeit sei nicht erf&uuml;llt, sofern das Programm auf einem anderen Ger&auml;t erstellt und danach auf dem Modul gespeichert werde. F&uuml;r eine Programmierung m&uuml;sse der Benutzer dem Modul seine Anweisungen durch entsprechende Hardware (z.B. eine Tastatur) mitteilen k&ouml;nnen, an der es im Streitfall fehle. Einheiten automatischer Datenverarbeitungsmaschinen seien eigenst&auml;ndige Ger&auml;te, die ausschlie&szlig;lich oder haupts&auml;chlich in automatischen Datenverarbeitungssystemen verwendet w&uuml;rden. Das Embedded Module habe jedoch eine universelle Verwendbarkeit, k&ouml;nne in allen Bereichen wie z.B. Medizintechnik, Herstellung von Industrierobotern, Parkautomaten und Flugsimulatoren eingesetzt werden und besitze deshalb eine eigene Funktion.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung sowie der angefochtenen vZTA und der Verpflichtung des HZA, eine vZTA zu erteilen, mit der das Embedded Module in die Unterpos. 8471 50 00 KN eingereiht wird (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Als automatische Datenverarbeitungsmaschinen i.S. der Pos. 8471 KN gelten nach der Anm. 5 A zu Kap. 84 KN solche Maschinen, die<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>das Datenverarbeitungsprogramm oder die Datenverarbeitungsprogramme und mindestens die Daten speichern k&ouml;nnen, die zur Durchf&uuml;hrung dieses Programms oder dieser Programme unmittelbar ben&ouml;tigt werden,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>den Benutzeranforderungen entsprechend frei programmiert werden k&ouml;nnen,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>Rechenoperationen nach den Anweisungen des Benutzers durchzuf&uuml;hren verm&ouml;gen und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;in der Lage sind, ohne menschliche Mitwirkung ein Datenverarbeitungsprogramm durchzuf&uuml;hren, dessen Ausf&uuml;hrung sie w&auml;hrend des Programmablaufs aufgrund logischer Entscheidung selbst &auml;ndern k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das streitige Embedded Module d&uuml;rfte all diese Voraussetzungen erf&uuml;llen. Es enth&auml;lt einen Prozessor, der Datenverarbeitungsprogramme auszuf&uuml;hren in der Lage ist, sowie einen 2 Megabyte Flashspeicher, der Daten speichern und dem Prozessor f&uuml;r die Berechnungen zur Verf&uuml;gung stellen kann. Worauf das FG seine Auffassung st&uuml;tzt, der vorhandene Flashspeicher sei nicht gro&szlig; genug, um ein Datenverarbeitungsprogramm und die zu dessen Durchf&uuml;hrung erforderlichen Daten zu speichern, ist nicht erkennbar. In Anbetracht des Umfangs heutiger Anwendungsprogramme erscheint eine Speicherkapazit&auml;t von 2 Megabyte zwar nur sehr gering; die Anm. 5 A Nr. 1 zu Kap. 84 KN verlangt jedoch von einer automatischen Datenverarbeitungsmaschine nicht die F&auml;higkeit, Programme eines bestimmten Mindestumfangs ausf&uuml;hren zu k&ouml;nnen, und somit auch keine Mindestkapazit&auml;t des Arbeitsspeichers. Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb eine Maschine (vgl. Anm. 5 zu Abschn. XVI KN), die &uuml;ber einen Prozessor und einen (wenn auch kleinen) Arbeitsspeicher verf&uuml;gt, nicht frei programmiert werden kann, nachdem sie &#8211;wie vorgesehen&#8211; mit einem sog. Baseboard verbunden wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings bed&uuml;rfen diese Fragen keiner Entscheidung, da das streitige Modul die &uuml;brigen in den (insoweit in Betracht kommenden) Unterpos. 8471 30 00, 8471 41 00 oder 8471 49 00 KN genannten Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt. Es handelt sich weder um eine tragbare automatische Datenverarbeitungsmaschine der Unterpos. 8471 30 00 KN bestehend aus einer Zentraleinheit, einer Tastatur und einem Bildschirm noch um eine Datenverarbeitungsmaschine der Unterpos. 8471 41 00 KN, die eine Zentraleinheit sowie eine Eingabe- und eine Ausgabeeinheit in einem gemeinsamen Geh&auml;use enth&auml;lt. Um das Modul i.S. der Unterpos. 8471 49 KN &quot;als System gestellt&quot; ansehen zu k&ouml;nnen, m&uuml;sste es nach der Unterpositions-Anmerkung 1 zu Kap. 84 KN aus mindestens einer Zentraleinheit, einer Eingabeeinheit und einer Ausgabeeinheit bestehen. Als eine Ausgabeeinheit, welche &#8211;wie es in den Erl&auml;uterungen zum Harmonisierten System (ErlHS) zur Pos. 8471 KN Rz 22.0 hei&szlig;t&#8211; die von der Maschine gelieferten Signale in eine verst&auml;ndliche Form (Text, Grafiken, Bildschirmanzeigen usw.) oder in kodierte Daten zur weiteren Verwendung umwandelt, kann zwar mit der Revision auch eine Ethernet-Schnittstelle angesehen werden. Diese befindet sich nach den Feststellungen des FG jedoch nicht auf dem Modul, sondern auf dem mit dem Modul zu verbindenden Baseboard. Ob eine entsprechende Eingabeeinheit (ErlHS zur Pos. 8471 KN Rz 21.0) auf dem Modul vorhanden ist, l&auml;sst sich den Feststellungen des FG ebenfalls nicht entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das Embedded Module ist aber jedenfalls als Einheit einer automatischen Datenverarbeitungsmaschine in die Pos. 8471 KN einzureihen. Es erf&uuml;llt s&auml;mtliche Voraussetzungen der Anm. 5 C zu Kap. 84 KN.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob eine Einheit ausschlie&szlig;lich oder haupts&auml;chlich von der in automatischen Datenverarbeitungssystemen verwendeten Art i.S. der Anm. 5 C Nr. 1 zu Kap. 84 KN ist, ist nach den Funktionen zu beurteilen, welche auszuf&uuml;hren die zu tarifierende Ware nach ihren technischen Merkmalen imstande ist (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; vom 19. Februar 2009 C-376\/07 &#8211;Kamino&#8211;, Slg. 2009, I-1167, Rz 56, 60). Nach den vom FG festgestellten Beschaffenheitsmerkmalen des streitigen Moduls (gedruckte Schaltung mit Prozessor, ETX-Schnittstellenanschl&uuml;ssen, 2 Megabyte Flashspeicher und Stecksockel f&uuml;r ein weiteres Speichermodul sowie mit Festplattenanschluss), f&uuml;r dessen Funktionieren es darauf ankommt, dass es auf ein sog. Baseboard aufgesteckt wird, das &uuml;ber verschiedene Schnittstellen f&uuml;r Monitor, Tastatur, Maus, Ethernet und USB verf&uuml;gt, ist es nicht zweifelhaft und wird auch weder vom FG noch vom HZA in Frage gestellt, dass es Daten verarbeitet. Es ist nach seinen objektiven Beschaffenheitsmerkmalen von der haupts&auml;chlich &#8211;wenn nicht gar ausschlie&szlig;lich&#8211; in einem automatischen Datenverarbeitungssystem verwendeten Art, denn es wird &#8211;wovon das FG in tats&auml;chlicher Hinsicht ausgegangen ist&#8211; immer in Kombination mit einem Carrier Board, einer Eingabe- und einer Ausgabeeinheit, einem Arbeitsspeicher sowie weiteren Elementen, also als Bestandteil einer jedenfalls in dieser Form vollst&auml;ndigen Datenverarbeitungsmaschine, in die jeweiligen Endger&auml;te eingebaut.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als das FG und das HZA meinen, kommt es nicht darauf an, wof&uuml;r die automatische Datenverarbeitungsmaschine, deren Bestandteil das streitige Modul ist, eingesetzt wird, wof&uuml;r also die verarbeiteten Daten verwendet werden. Die Verarbeitung digitalisierter Signale zu Text-, Audio- oder Grafikdateien oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; zu Steuerungssignalen f&uuml;r bestimmte Ger&auml;te wie den vom FG als Beispiel angef&uuml;hrten Parkscheinautomaten ist und bleibt in jedem Fall Datenverarbeitung (vgl. Senatsurteil vom 23. September 2009 VII R 42\/07, BFHE 226, 570, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2010, 51).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch die in Anm. 5 C Nr. 2 zu Kap. 84 KN genannte Voraussetzung ist im Streitfall erf&uuml;llt, wobei die Besonderheit besteht, dass das Modul zwar keine an die Zentraleinheit eines Computers unmittelbar oder &uuml;ber andere Einheiten anschlie&szlig;bare Einheit, sondern vielmehr selbst die Zentraleinheit ist. Wie ausgef&uuml;hrt, bildet das Embedded Module jedenfalls zusammen mit dem Baseboard und den darauf vorhandenen bzw. anzuschlie&szlig;enden Ein- und Ausgabeeinheiten ein vollst&auml;ndiges Datenverarbeitungssystem und ist innerhalb dieses Systems diejenige Einheit, welche s&auml;mtliche Steuer- und Rechenvorg&auml;nge ausf&uuml;hrt und &uuml;ber die alle zu verarbeitenden Daten laufen (vgl. dazu: Senatsurteil vom 3. November 1992 VII K 4\/91, BFH\/NV 1993, 451).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das Modul in der Lage ist, Daten in einer Form zu empfangen oder zu liefern, die vom System verwendbar sind (Anm. 5 C Nr. 3 zu Kap. 84 KN), liegt daher auf der Hand und wird weder vom FG noch vom HZA bezweifelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Anm. 5 C zu Kap. 84 KN findet zwar nur vorbehaltlich der Bestimmungen der Anm. 5 D und 5 E zu Kap. 84 KN Anwendung; das Embedded Module geh&ouml;rt jedoch nicht zu den in der Anm. 5 D zu Kap. 84 KN aufgef&uuml;hrten, aus der Pos. 8471 KN ausgewiesenen Waren und es erf&uuml;llt auch nicht die Voraussetzungen der Anm. 5 E zu Kap. 84 KN.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach letztgenannter Anmerkung sind Maschinen, in die eine automatische Datenverarbeitungsmaschine eingebaut ist oder die mit einer automatischen Datenverarbeitungsmaschine zusammenarbeiten und die eine eigene Funktion (andere als die Datenverarbeitung) ausf&uuml;hren, in die ihrer Funktion entsprechende Position einzureihen. Mit dieser Bestimmung soll verhindert werden, dass Ger&auml;te, deren Funktion mit der Datenverarbeitung nichts zu tun hat, nur deshalb in die Pos. 8471 KN eingereiht werden, weil eine automatische Datenverarbeitungsmaschine in sie eingebaut ist oder sie mit einer solchen Maschine zusammenarbeiten (EuGH-Urteil vom 11. Dezember 2008 C-362\/07 und C-363\/07 &#8211;Kip Europe&#8211;, Slg. 2008, I-9489).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Deshalb k&ouml;nnen die Ger&auml;te, in welche das Embedded Module zusammen mit den weiteren Einheiten eingebaut ist &#8211;wie die vom FG als Beispiel angef&uuml;hrten medizinischen Ger&auml;te oder Parkscheinautomaten&#8211; nicht in die Pos. 8471 KN eingereiht werden. Um die tarifliche Einreihung solcher Ger&auml;te geht es jedoch im Streitfall nicht, sondern um das gesondert gestellte Embedded Module, das s&auml;mtliche Voraussetzungen der Anm. 5 C zu Kap. 84 KN erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. In den ErlHS zur Pos. 8471 Rz 40.0 werden Zentraleinheiten als Beispiel f&uuml;r Einheiten automatischer Datenverarbeitungsmaschine im Sinne dieser Position ausdr&uuml;cklich aufgef&uuml;hrt. Bei entsprechender Einreihung des Embedded Module in die Pos. 8471 KN erweist sich die Unterpos. 8471 50 00 KN als die f&uuml;r die Ware zutreffende Unterposition.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach den ErlHS zu Kap. 85 Rz 02.0 geh&ouml;ren zu diesem Kapitel alle elektrischen Maschinen, Apparate und Ger&auml;te sowie deren Teile, mit Ausnahme von Maschinen, Apparaten und Ger&auml;ten der in Kap. 84 aufgef&uuml;hrten Art, die dort eingereiht werden, auch wenn sie elektrisch sind (vgl. auch EuGH-Urteil vom 20. Mai 2010 C-370\/08 &#8211;Data I\/O&#8211;, Slg. 2010, I-4401). Das Embedded Module kann daher nicht &#8211;wie mit der angefochtenen vZTA geschehen&#8211; als anderes elektrisches Ger&auml;t mit eigener Funktion in die Unterpos. 8543 70 90 KN eingereiht werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 13.12.2011, VII R 70\/10 Zolltarif: Abgrenzung automatischer Datenverarbeitungsmaschinen und ihrer Einheiten von elektronischen Maschinen, Apparaten und Ger&auml;ten Tatbestand &nbsp; 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) beantragte im Juni 2008 die Erteilung einer verbindlichen Zolltarifauskunft (vZTA) f&uuml;r ein sog. Embedded Module mit der Bezeichnung &#8230;, bei dem es sich um einen elektronischen &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-70-10-zolltarif-abgrenzung-automatischer-datenverarbeitungsmaschinen-und-ihrer-einheiten-von-elektronischen-maschinen-apparaten-und-geraeten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;70\/10 &#8211; Zolltarif: Abgrenzung automatischer Datenverarbeitungsmaschinen und ihrer Einheiten von elektronischen Maschinen, Apparaten und Ger&auml;ten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6606","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6606","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6606"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6606\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6606"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6606"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6606"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}