{"id":6609,"date":"2012-11-30T16:11:13","date_gmt":"2012-11-30T14:11:13","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6609"},"modified":"2012-11-30T16:11:13","modified_gmt":"2012-11-30T14:11:13","slug":"iii-r-41-07-kein-kindergeld-waehrend-einer-uebergangszeit-von-mehr-als-vier-monaten-zwischen-schulzeit-und-gesetzlichem-wehrdienst-zum-zeitlichen-umfang-der-pruefung-der-kindergeldansprueche-durch-das","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-41-07-kein-kindergeld-waehrend-einer-uebergangszeit-von-mehr-als-vier-monaten-zwischen-schulzeit-und-gesetzlichem-wehrdienst-zum-zeitlichen-umfang-der-pruefung-der-kindergeldansprueche-durch-das\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;41\/07 &#8211; Kein Kindergeld w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit von mehr als vier Monaten zwischen Schulzeit und gesetzlichem Wehrdienst &#8211; Zum zeitlichen Umfang der Pr&uuml;fung der Kindergeldanspr&uuml;che durch das FG &#8211; Ablaufhemmung bei Kindergeldanspr&uuml;chen &#8211; Wehrdienst keine Berufsausbildung &#8211; kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern &#8211; Gesetzesauslegung durch Analogie"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2011, III R 41\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Kindergeld w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit von mehr als vier Monaten zwischen Schulzeit und gesetzlichem Wehrdienst &#8211; Zum zeitlichen Umfang der Pr&uuml;fung der Kindergeldanspr&uuml;che durch das FG &#8211; Ablaufhemmung bei Kindergeldanspr&uuml;chen &#8211; Wehrdienst keine Berufsausbildung &#8211; kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern &#8211; Gesetzesauslegung durch Analogie<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die gesetzliche Ausgestaltung der Tatbest&auml;nde in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG, wonach ein Kind, das nach Beendigung der Schulzeit &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob absehbar oder nicht&#8211; l&auml;nger als vier Monate auf den Beginn des gesetzlichen Wehrdienstes wartet, w&auml;hrend dieser &Uuml;bergangszeit nicht ber&uuml;cksichtigt wird, ist weder l&uuml;ckenhaft noch verst&ouml;&szlig;t sie gegen das GG.<\/p>\n<p>2. Das FG kann den Anspruch auf Kindergeld grunds&auml;tzlich nur in dem zeitlichen Umfang in zul&auml;ssiger Weise zum Gegenstand einer Inhaltskontrolle machen, in dem die Familienkasse den Kindergeldanspruch geregelt hat. Im Falle eines zul&auml;ssigen, in der Sache aber unbegr&uuml;ndeten Einspruchs gegen einen Ablehnungs- oder Aufhebungsbescheid ist der Familienkasse l&auml;ngstens eine Regelung bis zum Ende des Monats der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung m&ouml;glich.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der im August 1984 geborene Sohn (S) des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) legte im Juni 2005 das Abitur ab. Bis einschlie&szlig;lich Juni 2005 hatte der Kl&auml;ger f&uuml;r S Kindergeld bezogen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 7. Oktober 2005 stellte der Kl&auml;ger f&uuml;r S bei der Beklagten und Revisionsbeklagten (Familienkasse) einen auf den 30. September 2005 datierten &quot;Antrag auf Kindergeld f&uuml;r ein &uuml;ber 18 Jahre altes Kind ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz&quot;. Ausweislich der im Antragsformular vermerkten Best&auml;tigung des &quot;Kundenbereichs Vermittlung&quot; der Agentur f&uuml;r Arbeit war S dort seit dem 7. Oktober 2005 als arbeitsuchend gemeldet. Au&szlig;erdem ist im Antrag angegeben, dass S &quot;seit Januar 05 bis voraussichtlich 31.12.05 eine T&auml;tigkeit mit Brutto-Einnahmen in H&ouml;he von monatlich 325 EUR&quot; aus&uuml;bt und dass ein Einberufungsbescheid zum 1. Januar 2006 vorliegt. In einem Vermerk &uuml;ber eine pers&ouml;nliche Vorsprache des S bei der Agentur f&uuml;r Arbeit am 14. Oktober 2005 hei&szlig;t es u.a.: &quot;Die Zeit bis zum Beginn der Bundeswehr will der Kunde nutzen und sich selbst um eine Anstellung\/Ausbildung bem&uuml;hen; an einer Vermittlung in Arbeit unsererseits ist er nicht interessiert und steht daher der Arbeitsvermittlung nicht zur Verf&uuml;gung.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraufhin lehnte die Familienkasse den Kindergeldantrag mit Bescheid vom 29. Oktober 2005 ab. Den hiergegen eingelegten Rechtsbehelf wies sie mit Einspruchsentscheidung vom 12. Januar 2006 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage mit Urteil vom 17. November 2006&nbsp;&nbsp;8 K 674\/06 ab. Dem Kl&auml;ger stehe Kindergeld weder f&uuml;r die Monate Juli 2005 bis Dezember 2005 noch f&uuml;r die Zeit danach zu. F&uuml;r die Monate Juli 2005 bis Dezember 2005 sei S nicht als Kind zu ber&uuml;cksichtigen, weil er sich in diesem Zeitraum weder in einer Berufsausbildung (&sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitzeitraum geltenden Fassung &#8211;EStG&#8211;) noch in einer &Uuml;bergangszeit von h&ouml;chstens vier Monaten zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Wehrdienstes befunden habe (&sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG). Die T&auml;tigkeit des S in der von seiner Mutter und deren Kollegen gef&uuml;hrten Gemeinschaftspraxis k&ouml;nne, auch bei weiter Auslegung, nicht als Ausbildung f&uuml;r einen Beruf (Berufsausbildung) qualifiziert werden. F&uuml;r den Zeitraum Juli 2005 bis Dezember 2005 stehe dem Kl&auml;ger auch kein Kindergeld nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG zu, weil auch die unverschuldete &Uuml;berschreitung der dort normierten &Uuml;bergangszeit kindergeldsch&auml;dlich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger habe auch ab Januar 2006 keinen Kindergeldanspruch. Dies gelte zun&auml;chst f&uuml;r den Zeitraum ab der Einberufung des S zum gesetzlichen Wehrdienst (1. Januar 2006) bis zum Vortag seiner Berufung in das Dienstverh&auml;ltnis eines Soldaten auf Zeit (30. September 2006). Die Ableistung des gesetzlichen Grundwehrdienstes stelle keine Berufsausbildung dar. Allerdings befinde sich S ab dem Beginn seiner Berufung in das Dienstverh&auml;ltnis eines Zeitsoldaten (1. Oktober 2006) in Berufsausbildung. Einer Ber&uuml;cksichtigung als Kind i.S. von &sect; 32 EStG stehe aber entgegen, dass die Eink&uuml;nfte des S ab seiner Berufung in das Zeitsoldatenverh&auml;ltnis den ma&szlig;geblichen (anteiligen) Jahresgrenzbetrag &uuml;berschritten h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner Revision f&uuml;hrt der Kl&auml;ger im Wesentlichen aus, die Einarbeitung in das Abrechnungswesen einer physiotherapeutischen Praxis sei als Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG zu qualifizieren. Aufgrund der Tatsache, dass S nach seiner Bundeswehrzeit unmittelbar in der Praxis besch&auml;ftigt werden sollte, sei die T&auml;tigkeit in der Praxis in jedem Fall als Ausbildung zu beurteilen. Falsch sei im &Uuml;brigen auch die Ansicht des FG, dass der Wehrdienst nicht als Berufsausbildung zu qualifizieren sei. Denn anders als der wesensverschiedene Zivildienst diene der Wehrdienst, auch der gesetzliche, der Berufsausbildung, beispielsweise zum Offizier. Hinzu komme, dass sich S mittlerweile dauerhaft bei der Bundeswehr verpflichtet habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem best&uuml;nde eine Regelungsl&uuml;cke in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG. Die Nichtber&uuml;cksichtigung von unvermeidbaren Zwangspausen bei der Ausbildung, die durch die Leistung eines Pflichtdienstes bedingt seien, sei sachlich nicht zu rechtfertigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;berdies habe das FG gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht versto&szlig;en. Es h&auml;tte, um sich ein besseres Bild von der T&auml;tigkeit des S in der physiotherapeutischen Praxis machen zu k&ouml;nnen, Beweis durch Vernehmung der angebotenen Zeugin erheben m&uuml;ssen. Da das FG dies unterlassen habe, beruhe das Urteil auf einem Verfahrensmangel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des FG, den Ablehnungsbescheid der Familienkasse vom 29. Oktober 2005 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 12. Januar 2006 aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, dem Kl&auml;ger Kindergeld f&uuml;r S ab Juli 2005, hilfsweise ab Januar 2006 zu gew&auml;hren, weiter hilfsweise, das Urteil des FG aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren beigetreten. Es f&uuml;hrt im Wesentlichen aus, es sei keine Regelungsl&uuml;cke in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG f&uuml;r den Fall erkennbar, dass Kinder l&auml;nger als vier Monate zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung eines gesetzlichen Pflichtdienstes warten m&uuml;ssten. Konkrete Zahlen, wie viele Kinder hiervon betroffen seien, l&auml;gen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass dem Kl&auml;ger f&uuml;r den Zeitraum von Juli 2005 bis Januar 2006 kein Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r S zusteht (unten 1.). F&uuml;r den Zeitraum ab Februar 2006 wird die Revision mit der Ma&szlig;gabe zur&uuml;ckgewiesen, dass die Klage bereits unzul&auml;ssig ist (unten 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend hat das FG den S f&uuml;r den Zeitraum von Juli 2005 bis Januar 2006 nicht als Kind gem&auml;&szlig; &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG wird ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, ber&uuml;cksichtigt, wenn es noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat, nicht in einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis steht und bei einer Agentur f&uuml;r Arbeit im Inland als Arbeitsuchender gemeldet ist. Danach scheidet eine Ber&uuml;cksichtigung des S aus, weil er zum Zeitpunkt der Meldung als Arbeitsuchender &#8211;dem 7. Oktober 2005&#8211; bereits sein 21. Lebensjahr vollendet hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG wird ein Kind, das &#8211;wie S im Streitzeitraum&#8211; das 18., aber noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet hat, ber&uuml;cksichtigt, wenn es f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Entscheidung des FG, dass es sich weder bei der von S in den Monaten Juli 2005 bis Dezember 2005 ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit in der physiotherapeutischen Gemeinschaftspraxis seiner Mutter noch bei dem von ihm im Monat Januar 2006 abgeleisteten gesetzlichen Wehrdienst um eine Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG gehandelt hat, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In Berufsausbildung befindet sich, wer sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernsthaft und nachhaltig darauf vorbereitet. Dieser Vorbereitung dienen alle Ma&szlig;nahmen, bei denen Kenntnisse, F&auml;higkeiten und Erfahrungen erworben werden, die als Grundlagen f&uuml;r die Aus&uuml;bung des angestrebten Berufs geeignet sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 2. April 2009 III R 85\/08, BFHE 224, 546, BStBl II 2010, 298, m.w.N.). Hierzu k&ouml;nnen auch berufsspezifische Praktika oder Volont&auml;rt&auml;tigkeiten z&auml;hlen (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 9. Juni 1999 VI R 16\/99, BFHE 189, 113, BStBl II 1999, 713, und VI R 50\/98, BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706). Voraussetzung ist allerdings, dass das Praktikum oder das Volontariat der Erlangung der angestrebten beruflichen Qualifikation dient und somit der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht und es sich nicht lediglich um ein gering bezahltes Arbeitsverh&auml;ltnis handelt (BFH-Urteil in BFHE 189, 98, BStBl II 1999, 706).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG ist im Rahmen einer Gesamtw&uuml;rdigung zu dem Ergebnis gelangt, dass S mit seiner T&auml;tigkeit in der Gemeinschaftspraxis keine berufliche Qualifikation angestrebt, sondern in dieser Praxis lediglich Hilfsarbeiten, wie sie im Alltagsgesch&auml;ft einer physiotherapeutischen Praxis anfielen, wahrgenommen habe, wobei nicht irgendein &quot;Ausbildungscharakter&quot;, sondern der &quot;Erwerbscharakter&quot; im Vordergrund gestanden habe. Da die tats&auml;chliche W&uuml;rdigung des FG verfahrensrechtlich einwandfrei, insbesondere nicht unter Versto&szlig; gegen die Sachaufkl&auml;rungspflicht gem&auml;&szlig; &sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO (dazu unten 3.), zustande gekommen ist und auch nicht gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t, ist sie f&uuml;r den BFH als Revisionsgericht nach &sect; 118 Abs. 2 FGO bindend, selbst wenn die Wertung des FG nicht zwingend, sondern lediglich m&ouml;glich ist (z.B. Senatsurteile vom 21. Januar 2010 III R 17\/07, BFH\/NV 2010, 1423, und vom 26. August 2010 III R 88\/08, BFH\/NV 2011, 26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zudem ist nach der Rechtsprechung des BFH gekl&auml;rt, dass die Ableistung des gesetzlichen Wehrdienstes keine Berufsausbildung darstellt (z.B. BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 19\/02, BFHE 203, 417, BStBl II 2007, 247).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG wird ein Kind, das das 18., aber noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet hat, ber&uuml;cksichtigt, wenn es sich u.a. in einer &Uuml;bergangszeit von h&ouml;chstens vier Monaten zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Wehrdienstes befindet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall lag jedoch eine &Uuml;bergangszeit von sechs Monaten (Juli 2005 bis Dezember 2005) zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn des gesetzlichen Wehrdienstes vor (zur Berechnung der Viermonatsfrist vgl. BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 105\/01, BFHE 203, 102, BStBl II 2003, 847). Nach dem klaren Wortlaut der Vorschrift kommt bei einem &Uuml;berschreiten der &Uuml;bergangszeit eine Beg&uuml;nstigung auch nicht f&uuml;r die ersten vier Monate in Betracht (vgl. BFH-Urteil vom 24. August 2004 VIII R 101\/03, BFH\/NV 2005, 198, m.w.N.; Senatsbeschluss vom 7. September 2005 III B 30\/05, BFH\/NV 2006, 50).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG wird ein Kind, das das 18., aber noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet hat, ber&uuml;cksichtigt, wenn es eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH ist hierf&uuml;r erforderlich, dass sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht (Senatsbeschluss vom 24. Januar 2008 III B 33\/07, BFH\/NV 2008, 786, m.w.N.). Hieran fehlt es im Streitfall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Nach nochmaliger Pr&uuml;fung der Rechtslage h&auml;lt der Senat an der bisherigen Auffassung fest, wonach weder &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b noch Buchst. c EStG analog auf F&auml;lle anwendbar ist, in denen &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob absehbar oder nicht&#8211; die &Uuml;bergangszeit von vier Monaten zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Zivil- oder Wehrdienstes &uuml;berschritten wird (BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 198, m.w.N.; vgl. auch Senatsbeschluss in BFH\/NV 2006, 50).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die f&uuml;r eine Analogie erforderliche &quot;planwidrige Unvollst&auml;ndigkeit des positiven Rechts&quot; ist (nur) dort gegeben, wo das Gesetz, gemessen an seiner eigenen Absicht und der ihm immanenten Teleologie, unvollst&auml;ndig, also erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig ist und wo seine Erg&auml;nzung nicht etwa einer gesetzlich gewollten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widerspricht (BFH-Urteil vom 14. September 1994 I R 136\/93, BFHE 175, 406, BStBl II 1995, 382). Rechtspolitische Unvollst&auml;ndigkeiten, d.h. L&uuml;cken, die nicht dem Gesetzesplan widersprechen, sondern lediglich vom Rechtsanwender als rechtspolitisch unerw&uuml;nscht empfunden werden, k&ouml;nnen entsprechend dem Prinzip der Gewaltenteilung hingegen nicht von den Gerichten geschlossen werden. Sie zu schlie&szlig;en, bleibt Aufgabe des Gesetzgebers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach diesen Grunds&auml;tzen liegt im Streitfall keine Regelungsl&uuml;cke vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Zweck des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG besteht darin, die kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern zu ber&uuml;cksichtigen. Hierf&uuml;r hat der Gesetzgeber in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG die F&auml;lle, in denen in der Regel steuerlich zu ber&uuml;cksichtigende Unterhaltslasten bei den Eltern entstehen, typisierend geregelt. Dabei hat er insbesondere vollj&auml;hrige Kinder im Zusammenhang mit einer Berufsausbildung nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a bis c EStG als ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig angesehen, und zwar solche, die sich in einer Berufsausbildung befinden (Buchst. a), die nach ernsthaften Bem&uuml;hungen noch keinen Ausbildungsplatz gefunden oder einen solchen zugesagt erhalten haben, diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gr&uuml;nden erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt antreten k&ouml;nnen (Buchst. c; vgl. Senatsurteil vom 27. Januar 2011 III R 57\/10, BFH\/NV 2011, 1316), oder die sich h&ouml;chstens in einer viermonatigen &Uuml;bergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten oder zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung einer der in Buchst. b genannten Dienste befinden (Buchst. b). Die Ableistung des gesetzlichen Zivil- oder Wehrdienstes hat er hingegen nicht als Ber&uuml;cksichtigungs-, sondern als Verl&auml;ngerungstatbestand ausgestaltet (&sect; 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG). Damit bringt er zum Ausdruck, dass der Zivil- oder Wehrdienst &#8211;so im &Uuml;brigen auch die Rechtsprechung des BFH (BFH-Urteile vom 16. M&auml;rz 2004 VIII R 86\/02, BFH\/NV 2004, 1242, zum gesetzlichen Zivildienst; in BFHE 203, 417, BStBl II 2007, 247, zum gesetzlichen Grundwehrdienst)&#8211; grunds&auml;tzlich keine Berufsausbildung darstellt und sich die Eltern der Pflichtdienstleistenden bei typisierender Betrachtung &#8211;was auch der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) entspricht (Urteile vom 29. November 1989 IVb ZR 16\/89, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht &#8211;FamRZ&#8211; 1990, 394, zur Wehrpflicht; vom 1. Dezember 1993 XII ZR 150\/92, FamRZ 1994, 303, zum Zivildienst; vgl. auch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 29. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2 BvR 1670\/01, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2004, 694)&#8211; in keiner Unterhaltssituation mehr befinden. Der Gesetzgeber behandelt daher im Rahmen des Familienleistungsausgleichs (&sect;&sect; 31 f., &sect;&sect; 62 ff. EStG) die Berufsausbildung bewusst anders als die gesetzlichen Pflichtdienstzeiten. Dies deutet nicht darauf hin, dass er es planwidrig unterlassen haben k&ouml;nnte, die Vorschrift des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG um die in &sect; 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG genannten Dienste zu erg&auml;nzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Das Fehlen einer Regelungsl&uuml;cke wird schlie&szlig;lich durch das Zweite Gesetz zur Familienf&ouml;rderung vom 16. August 2001 (BGBl I 2001, 2074) best&auml;tigt. Mit diesem Gesetz hat der Gesetzgeber in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2002 der &Uuml;bergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten die &Uuml;bergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Wehr- oder Zivildienstes gleichgestellt. Diese Regelung best&auml;tigt die fr&uuml;here Verwaltungspraxis, wonach u.a. Zwangspausen von h&ouml;chstens vier Monaten Dauer vor und nach der Ableistung des gesetzlichen Wehr- bzw. Zivildienstes wie &Uuml;bergangszeiten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten ber&uuml;cksichtigt wurden (Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes, Stand Mai 2000, 63.3.3 Abs. 3, BStBl I 2000, 636, 639, 664, und R 180a der Einkommensteuer-Richtlinien 2001). Gleichwohl hat es der Gesetzgeber bei dieser Gelegenheit unterlassen, in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG eine l&auml;ngere &Uuml;bergangszeit als vier Monate zu formulieren oder in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG die in &sect; 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG genannten Dienste aufzunehmen. Nach alledem kann nicht von einer planwidrigen Unvollst&auml;ndigkeit des Gesetzes ausgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Ebenso h&auml;lt der Senat an der bisherigen Rechtsprechung fest, wonach gegen die Nichtber&uuml;cksichtigung von Kindern in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG, die sich &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob absehbar oder nicht&#8211; in einer l&auml;ngeren als viermonatigen &Uuml;bergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einer Pflichtdienstzeit befinden, keine verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 198, m.w.N.; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2006, 50, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist weder vorgetragen noch erkennbar, dass die Nichtber&uuml;cksichtigung des S nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG gegen das verfassungsrechtliche Gebot der steuerlichen Verschonung des Familienexistenzminimums versto&szlig;en k&ouml;nnte. Im &Uuml;brigen w&auml;re zu beachten, dass bei einer Nichtber&uuml;cksichtigung des S eine steuerliche Entlastung des Kl&auml;gers im Rahmen des &sect; 33a Abs. 1 EStG m&ouml;glich ist (vgl. dazu BVerfG-Beschluss in HFR 2004, 694). Es liegt aber auch insoweit kein Verfassungsversto&szlig;, insbesondere keiner gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) vor, als dem Kindergeldanspruch die sozialrechtliche Funktion einer Familienf&ouml;rderung zukommt (&sect; 31 Satz 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung, ob eine Regelung, die eine Beg&uuml;nstigung gew&auml;hrt, den beg&uuml;nstigten vom nicht beg&uuml;nstigten Personenkreis im Einklang mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) abgrenzt, ist nicht zu untersuchen, ob der Gesetzgeber die zweckm&auml;&szlig;igste oder gerechteste L&ouml;sung gefunden hat, sondern nur, ob er die verfassungsrechtlichen Grenzen seiner hierbei grunds&auml;tzlich weiten Gestaltungsfreiheit eingehalten hat (BVerfG-Beschluss vom 11. Januar 2005&nbsp;&nbsp;2 BvR 167\/02, BVerfGE 112, 164, m.w.N.). Dem Gesetzgeber steht bei der Ordnung von Massenerscheinungen wie der Gew&auml;hrung von Kindergeld &#8211;auch wenn er bei der Abgrenzung der Leistungsberechtigten nicht sachwidrig differenzieren darf&#8211; ein Spielraum f&uuml;r generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu (BVerfG-Urteil vom 28. April 1999&nbsp;&nbsp;1 BvL 22, 34\/95, BVerfGE 100, 59).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diesen Ma&szlig;st&auml;ben gen&uuml;gt die gesetzliche Ausgestaltung der Ber&uuml;cksichtigungstatbest&auml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Der Gesetzgeber geht in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG davon aus, dass eine kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern nur dann besteht, wenn sich das Kind in einer bestimmten Bed&uuml;rftigkeitslage befindet. Dem entspricht der unterhaltsrechtliche Grundsatz, dass ein vollj&auml;hriges &#8211;nicht in einer bestimmten Bed&uuml;rftigkeitslage befindliches&#8211; Kind f&uuml;r sich selbst verantwortlich ist. Es hat seinen Lebensunterhalt grunds&auml;tzlich durch eine eigene Erwerbst&auml;tigkeit (Erwerbsobliegenheit) zu sichern (z.B. BGH-Urteil vom 6. Dezember 1984 IVb ZR 53\/83, BGHZ 93, 123; Palandt\/Bruderm&uuml;ller, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 71. Aufl., &sect; 1602 Rz 5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei stellt es eine zul&auml;ssige Typisierung dar, dass sich Eltern bei einer bis zu viermonatigen &Uuml;bergangszeit weiterhin in einer Unterhaltssituation befinden. Eine solche Annahme ist mit Blick auf die K&uuml;rze der gesetzlich normierten &Uuml;bergangszeit nicht sachfremd. Umgekehrt darf der Gesetzgeber mit Blick auf den unterhaltsrechtlichen Grundsatz der Selbstverantwortung aber auch annehmen, dass vollj&auml;hrige gesunde Kinder, die l&auml;ngere &Uuml;bergangszeiten zu &uuml;berbr&uuml;cken haben, w&auml;hrend dieser Zeit eine Erwerbst&auml;tigkeit (ggf. Aushilfst&auml;tigkeit) aufnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Sollte nach Ablauf der Viermonatsfrist zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einer Pflichtdienstzeit gleichwohl noch eine Unterhaltssituation bestehen, handelt es sich um einen Ausnahmefall (vgl. BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 78\/99, BFHE 203, 90, BStBl II 2003, 841).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber durfte bei typisierender Betrachtung davon ausgehen, dass es regelm&auml;&szlig;ig m&ouml;glich ist, innerhalb der Viermonatsfrist eine Stelle zur Ableistung eines gesetzlichen Pflichtdienstes anzutreten. Den Ausnahmefall, in dem dies nicht m&ouml;glich ist, durfte er unber&uuml;cksichtigt lassen. Im &Uuml;brigen wird die beschr&auml;nkende Wirkung auf die Kindergeldberechtigung dadurch abgemildert, dass vollj&auml;hrige Kinder w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit trotz eines bevorstehenden Pflichtdienstes &#8211;bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen&#8211; nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG oder nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen. Insbesondere w&uuml;rde eine Ber&uuml;cksichtigung nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG nicht zwangsl&auml;ufig daran scheitern, dass das Kind wegen des bevorstehenden Pflichtdienstes gehindert w&auml;re, sich einer Berufsausbildung zu unterziehen (vgl. hierzu Senatsurteil vom 7. April 2011 III R 24\/08, BFHE 233, 44; BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 79\/99, BFHE 203, 94, BStBl II 2003, 843). Zum einen k&ouml;nnen auch zeitlich befristete Praktika oder andere Ausbildungsma&szlig;nahmen au&szlig;erhalb einer Ausbildungsordnung unter den Begriff der Berufsausbildung fallen (vgl. BFH-Urteil vom 9. Juni 1999 VI R 143\/98, BFHE 189, 107, BStBl II 1999, 710). Zum anderen k&ouml;nnten sich vollj&auml;hrige Kinder f&uuml;r den Fall der Zusage eines Ausbildungsplatzes noch anders entscheiden und sich von der zun&auml;chst beabsichtigten Ableistung des Pflichtdienstes zur&uuml;ckstellen lassen (&sect; 12 Abs. 4 Nr. 3 des Wehrpflichtgesetzes; &sect; 11 Abs. 4 Nr. 3 des Zivildienstgesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Blick auf den gesetzgeberischen Gestaltungsspielraum f&uuml;r typisierende und pauschalierende Regelungen bestehen auch dann keine verfassungsrechtlichen Bedenken, wenn das &Uuml;berschreiten der &Uuml;bergangszeit von vier Monaten f&uuml;r den Kindergeldberechtigten und das Kind nicht absehbar ist. Au&szlig;erdem ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber &#8211;will man das Restrisiko einer Nichtber&uuml;cksichtigung wegen &Uuml;berschreitens der Viermonatsfrist vermeiden&#8211; von dem Kind mit Beendigung des Ausbildungsabschnitts ein aktives Verhalten zur Herbeif&uuml;hrung eines Ber&uuml;cksichtigungstatbestandes nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 oder &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG fordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zwar h&auml;tte das FG die Klage f&uuml;r den Zeitraum ab Februar 2006 bereits mangels Klagebefugnis (&sect; 40 Abs. 2 FGO) als unzul&auml;ssig abweisen m&uuml;ssen. Das angefochtene Urteil ist aber trotz dieses Rechtsfehlers nicht aufzuheben, weil sein Tenor zutreffend ist (vgl. BFH-Urteil vom 30. M&auml;rz 2011 XI R 12\/08, BFHE 233, 304, BStBl II 2011, 819, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Es kann dahinstehen, ob der Kl&auml;ger die Kindergeldanspr&uuml;che f&uuml;r den Zeitraum ab Februar 2006 von Anfang an mit seiner Klage verfolgte oder diese erst nachtr&auml;glich im Wege einer Klage&auml;nderung nach &sect; 67 FGO zum Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens zu machen versuchte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG durfte zwar &#8211;ohne Versto&szlig; gegen &sect; 96 Abs. 1 Satz 2 FGO&#8211; den Vortrag des anwaltlich vertretenen Kl&auml;gers, wonach die T&auml;tigkeit des S bei der Bundeswehr eine Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG darstelle, dahingehend verstehen (&sect;&sect; 133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuches analog), dass auch Kindergeld f&uuml;r die Monate ab Februar 2006 begehrt wird. Zul&auml;ssig w&auml;re dieses Klagebegehren aber nur dann, wenn hierf&uuml;r die allgemeinen Sachurteilsvoraussetzungen vorl&auml;gen (s. dazu Schallmoser in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect; 67 FGO Rz 44; Gr&auml;ber\/von Groll, Finanzgerichtsordnung, 7. Aufl., &sect; 67 Rz 10, m.w.N.). Danach m&uuml;sste der Kl&auml;ger bei der im Streitfall vorliegenden Verpflichtungsklage in der Form der sog. Vornahmeklage nach &sect; 40 Abs. 2 FGO dargetan haben, durch die Ablehnung des Kindergeldanspruchs f&uuml;r den eben genannten Zeitraum in seinen Rechten verletzt zu sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hieran fehlt es aber bereits deshalb, weil der angegriffene Ablehnungsbescheid vom 29. Oktober 2005 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 12. Januar 2006 &uuml;berhaupt keine das Kindergeld ab Februar 2006 ablehnende Regelung enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dies ergibt sich daraus, dass die Familienkasse im Falle eines zul&auml;ssigen, in der Sache aber unbegr&uuml;ndeten Einspruchs gegen einen Ablehnungs- oder Aufhebungsbescheid l&auml;ngstens eine Regelung des Kindergeldanspruchs bis zu dem Ende des Monats der Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung treffen kann (vgl. Senatsurteile vom 4. August 2011 III R 71\/10, BFH\/NV 2012, 298, BFHE 235, 203; vom 9. Juni 2011 III R 54\/09, BFH\/NV 2011, 1858). Dieser zeitliche Regelungsumfang des Ablehnungs- oder Aufhebungsbescheides wird durch die Klageerhebung nicht ver&auml;ndert. Insbesondere ist das gerichtliche Verfahren keine Fortsetzung des Verwaltungsverfahrens. Im Hinblick auf die von der Verfassung vorgegebene Gewaltenteilung (Art. 20 Abs. 2 GG) ist es die Aufgabe der Gerichte, das bisher Geschehene bzw. das Unterlassen auf seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit zu &uuml;berpr&uuml;fen, nicht jedoch, grunds&auml;tzlich der Verwaltung zustehende Funktionen auszu&uuml;ben. Danach fehlt es bereits an der Klagebefugnis des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Etwas anderes l&auml;sst sich auch nicht aus Gr&uuml;nden der Prozess&ouml;konomie vertreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom Bundessozialgericht (BSG) f&uuml;r das sozialgerichtliche Verfahren abweichend vertretene Auffassung, wonach bei einer kombinierten Anfechtungs- und Leistungs- (&sect; 54 Abs. 4 des Sozialgerichtsgesetzes &#8211;SGG&#8211;) bzw. Anfechtungs- und Verpflichtungsklage (&sect; 54 Abs. 1 SGG) gegen einen Verwaltungsakt, durch den die Gew&auml;hrung laufender Zahlungen abgelehnt wird, auch &uuml;ber die nach der Widerspruchsentscheidung abgelaufenen Zeitr&auml;ume zu entscheiden ist (vgl. BSG-Urteil vom 11. Dezember 2007 B 8\/9b SO 12\/06 R, SozR 4-3500 &sect; 21 Nr. 1), ist auf das finanzgerichtliche Verfahren in Kindergeldsachen nicht &uuml;bertragbar. Das BSG ging bei dieser Entscheidung davon aus, dass der im sozialgerichtlichen Verfahren angegriffene Bescheid die Leistung ohne zeitliche Begrenzung abgelehnt hat. Demgegen&uuml;ber trifft ein Aufhebungs- oder Ablehnungsbescheid im Kindergeldrecht &#8211;auch wenn er keine ausdr&uuml;ckliche zeitliche Begrenzung enth&auml;lt&#8211; l&auml;ngstens eine Regelung des Kindergeldanspruchs bis zum Monat der Bekanntgabe der letzten Verwaltungsentscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In dem finanzgerichtlichen Verfahren kann der Anspruch auf Kindergeld grunds&auml;tzlich nur in dem zeitlichen Umfang in zul&auml;ssiger Weise zum Gegenstand einer Inhaltskontrolle gemacht werden, in dem die Familienkasse den Kindergeldanspruch geregelt hat. Gr&uuml;nde der Prozess&ouml;konomie oder der sozialen F&uuml;rsorge (s. BSG-Urteil vom 28. April 1960&nbsp;&nbsp;8 RV 1341\/58, BSGE 12, 127) rechtfertigen es nicht, eine Klage oder Klage&auml;nderung (&sect; 67 FGO) ohne das Vorliegen zwingender Sachurteilsvoraussetzungen als zul&auml;ssig anzusehen (s. Urteile des Bundesverwaltungsgerichts vom 16. Januar 1986&nbsp;&nbsp;5 C 36\/84, Bayerische Verwaltungsbl&auml;tter &#8211;BayVBl&#8211; 1985, 406; vom 30. April 1992&nbsp;&nbsp;5 C 1\/88, BayVBl 1992, 760).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Soweit die Senatsentscheidungen vom 2. Juni 2005 III R 66\/04 (BFHE 210, 265, BStBl II 2006, 184) sowie vom 30. Juni 2005 III R 80\/03 (BFH\/NV 2006, 262) dahingehend verstanden werden k&ouml;nnten, dass die FG bei Klagen gegen Kindergeld-Ablehnungsbescheide die Anspruchsberechtigung bis zu dem Monat der finanzgerichtlichen Entscheidung zu pr&uuml;fen haben, h&auml;lt der Senat aufgrund der vorstehenden Erw&auml;gungen hieran nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der geltend gemachte Verfahrensmangel, wonach das FG gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) versto&szlig;en habe, liegt schon deshalb nicht vor, weil es der rechtskundig vertretene Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung unterlassen hat, das &Uuml;bergehen der von ihm schrifts&auml;tzlich beantragten Zeugenvernehmungen zu r&uuml;gen (vgl. Sitzungsprotoll vom 17. November 2006). Damit hat der Kl&auml;ger sein R&uuml;gerecht verloren (z.B. Senatsbeschluss vom 31. Juli 1997 III B 74\/95, BFH\/NV 1998, 970).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Soweit das Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum ab Februar 2006 betroffen ist, weist der Senat darauf hin, dass bez&uuml;glich dieser Kindergeldanspr&uuml;che noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung (&sect; 31 Satz 3 EStG, &sect; 155 Abs. 4, &sect;&sect; 169 bis 171 der Abgabenordnung &#8211;AO&#8211;) eingetreten ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es greift eine Ablaufhemmung nach &sect; 171 Abs. 3 AO ein. Grunds&auml;tzlich w&auml;re zwar mit Ablauf des Jahres 2010 f&uuml;r die Kindergeldanspr&uuml;che des Jahres 2006 die Festsetzungsfrist abgelaufen (zu deren Berechnung vgl. Senatsurteil vom 18. Mai 2006 III R 80\/04, BFHE 214, 1, BStBl II 2008, 371). Zur Wahrung der Rechte des Kindergeldberechtigten ist aber in einem Fall, in dem der Berechtigte im finanzgerichtlichen Verfahren zum Ausdruck bringt, auch Kindergeld f&uuml;r einen nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung liegenden Zeitraum erhalten zu wollen, ausnahmsweise davon auszugehen, dass ein noch nicht beschiedener &#8211;au&szlig;erhalb des Klageverfahrens liegender&#8211; Antrag auf Kindergeld vorliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2011, III R 41\/07 Kein Kindergeld w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit von mehr als vier Monaten zwischen Schulzeit und gesetzlichem Wehrdienst &#8211; Zum zeitlichen Umfang der Pr&uuml;fung der Kindergeldanspr&uuml;che durch das FG &#8211; Ablaufhemmung bei Kindergeldanspr&uuml;chen &#8211; Wehrdienst keine Berufsausbildung &#8211; kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern &#8211; Gesetzesauslegung durch Analogie Leits&auml;tze 1. 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