{"id":6610,"date":"2012-11-30T16:11:12","date_gmt":"2012-11-30T14:11:12","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6610"},"modified":"2012-11-30T16:11:12","modified_gmt":"2012-11-30T14:11:12","slug":"iii-r-5-07-kein-kindergeld-waehrend-einer-uebergangszeit-von-mehr-als-vier-monaten-zwischen-schulzeit-und-zivildienst-zivildienst-keine-berufsausbildung-kindesbedingte-minderung-der-leistungsfaehigkei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-5-07-kein-kindergeld-waehrend-einer-uebergangszeit-von-mehr-als-vier-monaten-zwischen-schulzeit-und-zivildienst-zivildienst-keine-berufsausbildung-kindesbedingte-minderung-der-leistungsfaehigkei\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;5\/07 &#8211; Kein Kindergeld w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit von mehr als vier Monaten zwischen Schulzeit und Zivildienst &#8211; Zivildienst keine Berufsausbildung &#8211; kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern &#8211; Gesetzesauslegung durch Analogie"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2011, III R 5\/07<\/p>\n<p class=\"titel\">Kein Kindergeld w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit von mehr als vier Monaten zwischen Schulzeit und Zivildienst &#8211; Zivildienst keine Berufsausbildung &#8211; kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern &#8211; Gesetzesauslegung durch Analogie<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die gesetzliche Ausgestaltung der Tatbest&auml;nde in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG, wonach ein Kind, das nach Beendigung der Schulzeit &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob absehbar oder nicht&#8211; l&auml;nger als vier Monate auf den Beginn des Zivildienstes wartet, w&auml;hrend dieser &Uuml;bergangszeit nicht ber&uuml;cksichtigt wird, ist weder l&uuml;ckenhaft noch verst&ouml;&szlig;t sie gegen das Grundgesetz.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der im August 1979 geborene Sohn (S) des Kl&auml;gers und Revisionskl&auml;gers (Kl&auml;ger) besuchte die Schule f&uuml;r Datentechnische Assistenten, die er mit Ablegen der Fachhochschulreife zum 26. Juli 2000 verlie&szlig;. Nach Anerkennung als Wehrdienstverweigerer trat er aufgrund des Einberufungsbescheids vom 14. November 2000 den Zivildienst an seiner Dienststelle am 1. M&auml;rz 2001 an. In der Zwischenzeit hatte sich S erfolglos um einen Arbeitsplatz bem&uuml;ht, sich aber nicht beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet. Den Antrag auf Zahlung von Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum August 2000 bis Februar 2001 lehnte die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) mit Bescheid vom 31. Juli 2003 &#8211;best&auml;tigt durch Einspruchsentscheidung vom 17. September 2003&#8211; mit der Begr&uuml;ndung ab, dass weder die Voraussetzungen nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r den Streitzeitraum geltenden Fassung (EStG) noch nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b oder c EStG vorl&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus, eine Ber&uuml;cksichtigung des S gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG f&uuml;r den Monat August 2000 scheitere bereits an der fehlenden Arbeitslosmeldung des S. Eine Ber&uuml;cksichtigung nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG scheide deshalb aus, weil sich S nicht in einer &Uuml;bergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten, sondern in einer &Uuml;bergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und dem Zivildienst, der unstreitig keine Ausbildung darstelle, befunden habe. Selbst wenn die Vorschrift in der Auslegung der Finanzverwaltung (vgl. R 180a der Einkommensteuer-Richtlinien &#8211;EStR&#8211; 2001) anzuwenden w&auml;re, k&auml;me sie nicht zum Tragen, weil die &Uuml;bergangszeit von vier Monaten &uuml;berschritten sei. Etwas anderes ergebe sich auch nicht daraus, dass die Ursache f&uuml;r das &Uuml;berschreiten nicht in der Sph&auml;re des Kl&auml;gers und des S gelegen habe. Schlie&szlig;lich sei auch &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG nicht anwendbar, da sich S nicht um einen Ausbildungsplatz, sondern um einen Arbeitsplatz beworben habe. Ebenso scheide eine analoge Anwendung dieser Vorschrift mangels einer Regelungsl&uuml;cke aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung seiner Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S sei in der Zeit nach dem Abschluss seiner Schulausbildung bereit gewesen, jede zumutbare Besch&auml;ftigung anzunehmen. Dies gehe daraus hervor, dass er von sich aus etwa 150 Bewerbungsschreiben verschickt habe, mit denen er sich, im Ergebnis allerdings erfolglos, um einen Arbeitsplatz bem&uuml;ht habe. S sei also nach dem Abschluss seiner Schulausbildung trotz seiner eigenen Bem&uuml;hungen um einen Arbeitsplatz &quot;arbeitslos&quot; gewesen. Er habe daher der Arbeitsvermittlung st&auml;ndig zur Verf&uuml;gung gestanden mit der Folge, dass der streitgegenst&auml;ndliche Kindergeldanspruch auch nach der vom Bundesfinanzhof (BFH) im Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 56\/00 (BFHE 203, 302, BStBl II 2004, 104) vertretenen Rechtsauffassung begr&uuml;ndet sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass ein Kind, dessen Einberufung zum Zivil- oder Wehrdienst unmittelbar bevorstehe, schwer vermittelbar sei, habe der BFH in dem erw&auml;hnten Urteil selbst betont, er habe jedoch unmissverst&auml;ndlich festgestellt, dass das Risiko der Vermittlung in diesem Fall die Agentur f&uuml;r Arbeit trage. Dass zwischen dem Abschluss der Schulausbildung des S und dem Beginn von dessen Zivildienst ein Zeitraum von ca. sieben Monaten gelegen habe, habe seinen Grund ausschlie&szlig;lich darin gehabt, dass die Entscheidung &uuml;ber den Zeitpunkt und den Ort der Einberufung zum Zivildienst allein beim Bundesamt f&uuml;r Zivildienst gelegen habe, ohne dass der Kl&auml;ger bzw. S eine Einflussm&ouml;glichkeit darauf gehabt h&auml;tten. Deshalb sei die &Uuml;bergangszeit im Streitfall als Zeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten zu sehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erdem beruhe das vorinstanzliche Urteil auf einem Verfahrensmangel. Das FG habe den angebotenen Beweis nicht erhoben, dass S im Streitzeitraum seinen Wohnsitz bei seinen Eltern gehabt habe, wo er auch polizeilich gemeldet gewesen sei, und sich mit ca. 150 Bewerbungsschreiben um einen Arbeitsplatz bem&uuml;ht habe, folglich der Arbeitsvermittlung st&auml;ndig zur Verf&uuml;gung gestanden habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;, das angefochtene Urteil, den Ablehnungsbescheid der Familienkasse vom 31. Juli 2003 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 17. September 2003 aufzuheben und die Familienkasse zu verpflichten, Kindergeld f&uuml;r S ab August 2000 bis Februar 2001 zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Bundesministerium der Finanzen ist dem Verfahren beigetreten. Es f&uuml;hrt im Wesentlichen aus, es sei keine Regelungsl&uuml;cke in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG f&uuml;r den Fall erkennbar, dass Kinder l&auml;nger als vier Monate zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung eines gesetzlichen Pflichtdienstes warten m&uuml;ssten. Konkrete Zahlen, wie viele Kinder hiervon betroffen seien, l&auml;gen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass dem Kl&auml;ger f&uuml;r die hier streitige &Uuml;bergangszeit von sieben Monaten (August 2000 bis Februar 2001) zwischen dem Schulabschluss und dem Beginn des Zivildienstes kein Anspruch auf Kindergeld f&uuml;r S zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zutreffend hat das FG S nicht als Kind gem&auml;&szlig; &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG wird ein Kind, das das 18. Lebensjahr vollendet hat, ber&uuml;cksichtigt, wenn es noch nicht das 21. Lebensjahr vollendet hat und arbeitslos im Sinne des Dritten Buches Sozialgesetzbuch ist. Gem&auml;&szlig; &sect; 16 des Dritten Buches Sozialgesetzbuch in der f&uuml;r den Streitzeitraum ma&szlig;geblichen Fassung (SGB III) sind Arbeitslose Personen, die wie beim Anspruch auf Arbeitslosengeld vor&uuml;bergehend nicht in einem Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis stehen, eine versicherungspflichtige Besch&auml;ftigung suchen und dabei den Vermittlungsbem&uuml;hungen des Arbeitsamtes zur Verf&uuml;gung stehen und sich beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet haben. Zur Begr&uuml;ndung der Arbeitslosigkeit nach dem SGB III sind daher Eigenbem&uuml;hungen (vgl. &sect; 118 Abs. 1 Nr. 2, &sect; 119 Abs. 1 Nr. 1 SGB III) allein nicht ausreichend. Es muss die Arbeitslosmeldung des Kindes beim Arbeitsamt (vgl. &sect; 122 SGB III) hinzukommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Danach scheidet eine Ber&uuml;cksichtigung des S aus, weil er sich nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (vgl. &sect; 118 Abs. 2 FGO) nicht beim Arbeitsamt arbeitslos gemeldet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG wird ein Kind, das &#8211;wie S im Streitzeitraum&#8211; das 18., aber noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet hat, ber&uuml;cksichtigt, wenn es sich in einer &Uuml;bergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten von h&ouml;chstens vier Monaten befindet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall kann offen bleiben, ob diese Vorschrift in der vor der Einf&uuml;hrung des Zweiten Gesetzes zur Familienf&ouml;rderung vom 16. August 2001 (BGBl I 2001, 2074) geltenden Fassung die &Uuml;bergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einem gesetzlichen Pflichtdienst &uuml;berhaupt erfasst. Selbst wenn &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG bereits in der bis zum 31. Dezember 2001 geltenden Fassung auf eine solche &Uuml;bergangszeit (analog) anzuwenden sein sollte, w&uuml;rde die Vorschrift im Streitfall nicht eingreifen, weil sie nur eine &Uuml;bergangszeit von h&ouml;chstens vier Monaten beg&uuml;nstigt. Dieser Zeitraum ist im Streitfall jedoch mit sieben Monaten &uuml;berschritten. Nach dem klaren Wortlaut der Vorschrift k&auml;me bei einem &Uuml;berschreiten der &Uuml;bergangszeit auch keine Beg&uuml;nstigung f&uuml;r die ersten vier Monate in Betracht (vgl. BFH-Urteil vom 24. August 2004 VIII R 101\/03, BFH\/NV 2005, 198, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG wird ein Kind, das das 18., aber noch nicht das 27. Lebensjahr vollendet hat, ber&uuml;cksichtigt, wenn es eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des BFH ist hierf&uuml;r erforderlich, dass sich das Kind ernsthaft um einen Ausbildungsplatz bem&uuml;ht (Senatsbeschluss vom 24. Januar 2008 III B 33\/07, BFH\/NV 2008, 786, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>S hat sich jedoch nach den den Senat bindenden Feststellungen des FG (vgl. &sect; 118 Abs. 2 FGO) nicht um einen Ausbildungsplatz, sondern in Eigeninitiative um einen Arbeitsplatz bem&uuml;ht. Im &Uuml;brigen stellen die Bem&uuml;hungen eines Kindes, einen Platz als Zivildienstleistender zu erhalten, grunds&auml;tzlich keine Ausbildungsplatzsuche dar, weil der Zivildienst im Allgemeinen keine Berufsausbildung darstellt (vgl. dazu BFH-Urteil vom 16. M&auml;rz 2004 VIII R 86\/02, BFH\/NV 2004, 1242).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach nochmaliger Pr&uuml;fung der Rechtslage h&auml;lt der Senat an der bisherigen Auffassung fest, wonach weder &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b noch Buchst. c EStG analog auf F&auml;lle anwendbar ist, in denen &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob absehbar oder nicht&#8211; die &Uuml;bergangszeit von vier Monaten zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Zivil- oder Wehrdienstes &uuml;berschritten wird (BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 198, m.w.N.; vgl. auch Senatsbeschluss vom 7. September 2005 III B 30\/05, BFH\/NV 2006, 50).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die f&uuml;r eine Analogie erforderliche &quot;planwidrige Unvollst&auml;ndigkeit des positiven Rechts&quot; ist (nur) dort gegeben, wo das Gesetz, gemessen an seiner eigenen Absicht und der ihm immanenten Teleologie, unvollst&auml;ndig, also erg&auml;nzungsbed&uuml;rftig ist und wo seine Erg&auml;nzung nicht etwa einer gesetzlich gewollten Beschr&auml;nkung auf bestimmte Tatbest&auml;nde widerspricht (BFH-Urteil vom 14. September 1994 I R 136\/93, BFHE 175, 406, BStBl II 1995, 382). Rechtspolitische Unvollst&auml;ndigkeiten, d.h. L&uuml;cken, die nicht dem Gesetzesplan widersprechen, sondern lediglich vom Rechtsanwender als rechtspolitisch unerw&uuml;nscht empfunden werden, k&ouml;nnen entsprechend dem Prinzip der Gewaltenteilung hingegen nicht von den Gerichten geschlossen werden. Sie zu schlie&szlig;en, bleibt Aufgabe des Gesetzgebers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen liegt im Streitfall keine Regelungsl&uuml;cke vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Zweck des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG besteht darin, die kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern zu ber&uuml;cksichtigen. Hierf&uuml;r hat der Gesetzgeber in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG die F&auml;lle, in denen in der Regel steuerlich zu ber&uuml;cksichtigende Unterhaltslasten bei den Eltern entstehen, typisierend geregelt. Dabei hat er insbesondere vollj&auml;hrige Kinder im Zusammenhang mit einer Berufsausbildung gem&auml;&szlig; &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a bis c EStG als ber&uuml;cksichtigungsf&auml;hig angesehen, und zwar solche, die sich in einer Berufsausbildung befinden (Buchst. a), die nach ernsthaften Bem&uuml;hungen noch keinen Ausbildungsplatz gefunden oder einen solchen zugesagt erhalten haben, diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gr&uuml;nden erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt antreten k&ouml;nnen (Buchst. c; vgl. Senatsurteil vom 27. Januar 2011 III R 57\/10, BFH\/NV 2011, 1316), oder die sich h&ouml;chstens in einer viermonatigen &Uuml;bergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten befinden (Buchst. b). Die Ableistung des gesetzlichen Zivil- oder Wehrdienstes hat er hingegen nicht als Ber&uuml;cksichtigungs-, sondern als Verl&auml;ngerungstatbestand ausgestaltet (&sect; 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG). Damit bringt er zum Ausdruck, dass der Zivil- oder Wehrdienst &#8211;so im &Uuml;brigen auch die Rechtsprechung des BFH (Urteile in BFH\/NV 2004, 1242, zum gesetzlichen Zivildienst; vom 15. Juli 2003 VIII R 19\/02, BFHE 203, 417, BStBl II 2007, 247, zum gesetzlichen Grundwehrdienst)&#8211; grunds&auml;tzlich keine Berufsausbildung darstellt und sich die Eltern der Pflichtdienstleistenden bei typisierender Betrachtung &#8211;was auch der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) entspricht (Urteile vom 29. November 1989 IVb ZR 16\/89, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht &#8211;FamRZ&#8211; 1990, 394, zur Wehrpflicht; vom 1. Dezember 1993 XII ZR 150\/92, FamRZ 1994, 303, zum Zivildienst; vgl. auch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 29. M&auml;rz 2004&nbsp;&nbsp;2 BvR 1670\/01, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung &#8211;HFR&#8211; 2004, 694)&#8211; in keiner Unterhaltssituation mehr befinden. Der Gesetzgeber behandelt daher im Rahmen des Familienleistungsausgleichs (&sect;&sect; 31 f., &sect;&sect; 62 ff. EStG) die Berufsausbildung bewusst anders als die gesetzlichen Pflichtdienstzeiten. Dies deutet nicht darauf hin, dass er es planwidrig unterlassen haben k&ouml;nnte, die Vorschrift des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG um die in &sect; 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG genannten Dienste zu erg&auml;nzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nichts anderes ergibt sich dann, wenn man unterstellt, dass die &Uuml;bergangszeit zwischen dem Ende der Schulausbildung und dem Beginn des Zivil- oder Wehrdienstes in der f&uuml;r 2000 und 2001 geltenden Gesetzesfassung weder in Buchst. b noch in Buchst. c des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG geregelt war und dass insoweit eine planwidrige Regelungsl&uuml;cke vorlag (s. oben II.1.b). Diese L&uuml;cke w&auml;re durch eine entsprechende Anwendung des Buchst. b, nicht des Buchst. c zu schlie&szlig;en (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2004, 1242). Die Annahme einer weiteren Regelungsl&uuml;cke in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG f&uuml;r den Fall, dass die eben beschriebene &Uuml;bergangszeit l&auml;nger als vier Monate dauert, k&auml;me nicht mehr in Betracht. Eine solche Analogie w&uuml;rde der im Gesetz eindeutig normierten Viermonatsfrist widersprechen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das Fehlen einer Regelungsl&uuml;cke wird schlie&szlig;lich durch das Zweite Gesetz zur Familienf&ouml;rderung vom 16. August 2001 (BGBl I 2001, 2074) best&auml;tigt. Mit diesem Gesetz hat der Gesetzgeber in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG mit Wirkung ab dem Veranlagungszeitraum 2002 der &Uuml;bergangszeit zwischen zwei Ausbildungsabschnitten die &Uuml;bergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und der Ableistung des gesetzlichen Wehr- oder Zivildienstes gleichgestellt. Diese Regelung best&auml;tigt die fr&uuml;here Verwaltungspraxis, wonach u.a. Zwangspausen von h&ouml;chstens vier Monaten Dauer vor und nach der Ableistung des gesetzlichen Wehr- bzw. Zivildienstes wie &Uuml;bergangszeiten zwischen zwei Ausbildungsabschnitten ber&uuml;cksichtigt wurden (Dienstanweisung zur Durchf&uuml;hrung des Familienleistungsausgleichs nach dem X. Abschnitt des Einkommensteuergesetzes, Stand Mai 2000, 63.3.3 Abs. 3, BStBl I 2000, 636, 639, 664, und R 180a EStR 2001). Gleichwohl hat es der Gesetzgeber bei dieser Gelegenheit unterlassen, in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. b EStG eine l&auml;ngere &Uuml;bergangszeit als vier Monate zu formulieren oder in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG die in &sect; 32 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG genannten Dienste aufzunehmen. Nach alledem kann nicht von einer planwidrigen Unvollst&auml;ndigkeit des Gesetzes ausgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Ebenso h&auml;lt der Senat an der bisherigen Rechtsprechung fest, wonach gegen die Nichtber&uuml;cksichtigung von Kindern in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG, die sich &#8211;unabh&auml;ngig davon, ob absehbar oder nicht&#8211; in einer l&auml;ngeren als viermonatigen &Uuml;bergangszeit zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einer Pflichtdienstzeit befinden, keine verfassungsrechtlichen Bedenken bestehen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2005, 198, m.w.N.; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2006, 50, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall ist weder vorgetragen noch erkennbar, dass die Nichtber&uuml;cksichtigung des S nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG gegen das verfassungsrechtliche Gebot der steuerlichen Verschonung des Familienexistenzminimums versto&szlig;en k&ouml;nnte. Im &Uuml;brigen w&auml;re zu beachten, dass bei einer Nichtber&uuml;cksichtigung des S eine steuerliche Entlastung des Kl&auml;gers im Rahmen des &sect; 33a Abs. 1 EStG m&ouml;glich ist (vgl. dazu BVerfG-Beschluss in HFR 2004, 694). Es liegt aber auch insoweit kein Verfassungsversto&szlig;, insbesondere keiner gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes (GG) vor, als dem Kindergeldanspruch die sozialrechtliche Funktion einer Familienf&ouml;rderung zukommt (&sect; 31 Satz 2 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei der &Uuml;berpr&uuml;fung, ob eine Regelung, die eine Beg&uuml;nstigung gew&auml;hrt, den beg&uuml;nstigten vom nicht beg&uuml;nstigten Personenkreis im Einklang mit dem allgemeinen Gleichheitssatz (Art. 3 Abs. 1 GG) abgrenzt, ist nicht zu untersuchen, ob der Gesetzgeber die zweckm&auml;&szlig;igste oder gerechteste L&ouml;sung gefunden hat, sondern nur, ob er die verfassungsrechtlichen Grenzen seiner hierbei grunds&auml;tzlich weiten Gestaltungsfreiheit eingehalten hat (BVerfG-Beschluss vom 11. Januar 2005&nbsp;&nbsp;2 BvR 167\/02, BVerfGE 112, 164, m.w.N.). Dem Gesetzgeber steht bei der Ordnung von Massenerscheinungen wie der Gew&auml;hrung von Kindergeld &#8211;auch wenn er bei der Abgrenzung der Leistungsberechtigten nicht sachwidrig differenzieren darf&#8211; ein Spielraum f&uuml;r generalisierende, typisierende und pauschalierende Regelungen zu (BVerfG-Urteil vom 28. April 1999&nbsp;&nbsp;1 BvL 22, 34\/95, BVerfGE 100, 59).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Ma&szlig;st&auml;ben gen&uuml;gt die gesetzliche Ausgestaltung der Ber&uuml;cksichtigungstatbest&auml;nde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Gesetzgeber geht in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG davon aus, dass eine kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern nur dann besteht, wenn sich das Kind in einer bestimmten Bed&uuml;rftigkeitslage befindet. Dem entspricht der unterhaltsrechtliche Grundsatz, dass ein vollj&auml;hriges &#8211;nicht in einer bestimmten Bed&uuml;rftigkeitslage befindliches&#8211; Kind f&uuml;r sich selbst verantwortlich ist. Es hat seinen Lebensunterhalt grunds&auml;tzlich durch eine eigene Erwerbst&auml;tigkeit (Erwerbsobliegenheit) zu sichern (z.B. BGH-Urteil vom 6. Dezember 1984 IVb ZR 53\/83, BGHZ 93, 123; Palandt\/Bruderm&uuml;ller, B&uuml;rgerliches Gesetzbuch, 71. Aufl., &sect; 1602 Rz 5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei stellt es eine zul&auml;ssige Typisierung dar, dass sich Eltern bei einer bis zu viermonatigen &Uuml;bergangszeit weiterhin in einer Unterhaltssituation befinden. Eine solche Annahme ist mit Blick auf die K&uuml;rze der gesetzlich normierten &Uuml;bergangszeit nicht sachfremd. Umgekehrt darf der Gesetzgeber mit Blick auf den unterhaltsrechtlichen Grundsatz der Selbstverantwortung aber auch annehmen, dass vollj&auml;hrige gesunde Kinder, die l&auml;ngere &Uuml;bergangszeiten zu &uuml;berbr&uuml;cken haben, w&auml;hrend dieser Zeit eine Erwerbst&auml;tigkeit (ggf. Aushilfst&auml;tigkeit) aufnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Sollte nach Ablauf der Viermonatsfrist zwischen einem Ausbildungsabschnitt und einer Pflichtdienstzeit gleichwohl noch eine Unterhaltssituation bestehen, handelt es sich um einen Ausnahmefall (vgl. BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 78\/99, BFHE 203, 90, BStBl II 2003, 841).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Gesetzgeber durfte bei typisierender Betrachtung davon ausgehen, dass es regelm&auml;&szlig;ig m&ouml;glich ist, innerhalb der Viermonatsfrist eine Stelle zur Ableistung eines gesetzlichen Pflichtdienstes anzutreten. Den Ausnahmefall, in dem dies nicht m&ouml;glich ist, durfte er unber&uuml;cksichtigt lassen. Im &Uuml;brigen wird die beschr&auml;nkende Wirkung auf die Kindergeldberechtigung dadurch abgemildert, dass vollj&auml;hrige Kinder w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit trotz eines bevorstehenden Pflichtdienstes &#8211;bei Vorliegen weiterer Voraussetzungen&#8211; nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 EStG oder nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen. Insbesondere w&uuml;rde eine Ber&uuml;cksichtigung nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG nicht zwangsl&auml;ufig daran scheitern, dass das Kind wegen des bevorstehenden Pflichtdienstes gehindert w&auml;re, sich einer Berufsausbildung zu unterziehen (vgl. hierzu Senatsurteil vom 7. April 2011 III R 24\/08, BFHE 233, 44; BFH-Urteil vom 15. Juli 2003 VIII R 79\/99, BFHE 203, 94, BStBl II 2003, 843). Zum einen k&ouml;nnen auch zeitlich befristete Praktika oder andere Ausbildungsma&szlig;nahmen au&szlig;erhalb einer Ausbildungsordnung unter den Begriff der Berufsausbildung fallen (vgl. BFH-Urteil vom 9. Juni 1999 VI R 143\/98, BFHE 189, 107, BStBl II 1999, 710). Zum anderen k&ouml;nnten sich vollj&auml;hrige Kinder f&uuml;r den Fall der Zusage eines Ausbildungsplatzes noch anders entscheiden und sich von der zun&auml;chst beabsichtigten Ableistung des Pflichtdienstes zur&uuml;ckstellen lassen (&sect; 12 Abs. 4 Nr. 3 des Wehrpflichtgesetzes; &sect; 11 Abs. 4 Nr. 3 des Zivildienstgesetzes).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Blick auf den gesetzgeberischen Gestaltungsspielraum f&uuml;r typisierende und pauschalierende Regelungen bestehen auch dann keine verfassungsrechtlichen Bedenken, wenn das &Uuml;berschreiten der &Uuml;bergangszeit von vier Monaten f&uuml;r den Kindergeldberechtigten und das Kind nicht absehbar ist. Au&szlig;erdem ist es verfassungsrechtlich nicht zu beanstanden, dass der Gesetzgeber &#8211;will man das Restrisiko einer Nichtber&uuml;cksichtigung wegen &Uuml;berschreitens der Viermonatsfrist vermeiden&#8211; von dem Kind mit Beendigung des Ausbildungsabschnitts ein aktives Verhalten zur Herbeif&uuml;hrung eines Ber&uuml;cksichtigungstatbestandes nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 1 oder &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG fordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Verfahrensr&uuml;ge des Kl&auml;gers, wonach das FG wegen Nichterhebung angebotener Beweise gegen seine Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect; 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) versto&szlig;en habe, greift nicht durch. Insofern sieht der Senat von einer Begr&uuml;ndung ab (&sect; 126 Abs. 6 Satz 1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2011, III R 5\/07 Kein Kindergeld w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit von mehr als vier Monaten zwischen Schulzeit und Zivildienst &#8211; Zivildienst keine Berufsausbildung &#8211; kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern &#8211; Gesetzesauslegung durch Analogie Leits&auml;tze Die gesetzliche Ausgestaltung der Tatbest&auml;nde in &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 EStG, wonach ein Kind, das nach &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-5-07-kein-kindergeld-waehrend-einer-uebergangszeit-von-mehr-als-vier-monaten-zwischen-schulzeit-und-zivildienst-zivildienst-keine-berufsausbildung-kindesbedingte-minderung-der-leistungsfaehigkei\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;5\/07 &#8211; Kein Kindergeld w&auml;hrend einer &Uuml;bergangszeit von mehr als vier Monaten zwischen Schulzeit und Zivildienst &#8211; Zivildienst keine Berufsausbildung &#8211; kindesbedingte Minderung der Leistungsf&auml;higkeit der Eltern &#8211; Gesetzesauslegung durch Analogie<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6610","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6610","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6610"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6610\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6610"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6610"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6610"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}