{"id":6612,"date":"2012-11-30T16:09:44","date_gmt":"2012-11-30T14:09:44","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6612"},"modified":"2012-11-30T16:09:44","modified_gmt":"2012-11-30T14:09:44","slug":"iii-b-24-10-anforderungen-an-die-beibehaltung-des-inlandswohnsitzes-eines-kindes-bei-schulbesuch-im-ausland-ordnungsgemaesse-ruege-einer-amtsaufklaerungspflichtverletzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-24-10-anforderungen-an-die-beibehaltung-des-inlandswohnsitzes-eines-kindes-bei-schulbesuch-im-ausland-ordnungsgemaesse-ruege-einer-amtsaufklaerungspflichtverletzung\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;24\/10 &#8211; Anforderungen an die Beibehaltung des Inlandswohnsitzes eines Kindes bei Schulbesuch im Ausland &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge einer Amtsaufkl&auml;rungspflichtverletzung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.12.2011, III B 24\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Anforderungen an die Beibehaltung des Inlandswohnsitzes eines Kindes bei Schulbesuch im Ausland &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge einer Amtsaufkl&auml;rungspflichtverletzung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat vier Kinder. Die Ehe zur Kindesmutter wurde am 5. Mai 1999 geschieden. Das j&uuml;ngste Kind M (geb. April 1995) ging zun&auml;chst noch in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) in den Kindergarten, zog dann aber Anfang 1999 zu der Mutter nach X (Afrika). Die Mutter hatte sich dorthin bereits 1998 begeben, um sich beruflich neu zu orientieren. Die weiteren drei Kinder blieben im Haushalt des Kl&auml;gers. In X besuchte M deutschsprachige Schulen, zun&auml;chst die Grundschule, dann eine weiterf&uuml;hrende Schule. Die Beklagte und Beschwerdegegnerin (Familienkasse) zahlte f&uuml;r M seit Geburt Kindergeld an den Kl&auml;ger. Im November 2005 reichte der Kl&auml;ger eine Haushaltsbescheinigung ein, in welcher der Name der M von der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rde durchgestrichen war. Nach weiteren Ermittlungen hob die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung f&uuml;r M mit Bescheid vom 23. Mai 2006 ab August 1999 auf und forderte das &uuml;berzahlte Kindergeld in H&ouml;he von 14.318,55 EUR vom Kl&auml;ger zur&uuml;ck. Der Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage teilweise statt. Die Aufhebung der Kindergeldfestsetzung wurde auf den Zeitraum ab Januar 2002 beschr&auml;nkt, der R&uuml;ckforderungsbetrag auf 9.129 EUR reduziert. F&uuml;r die davor liegenden Monate ging das FG mangels Vorliegens einer Steuerhinterziehung oder einer leichtfertigen Steuerverk&uuml;rzung von dem Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung aus. Bei W&uuml;rdigung der Gesamtumst&auml;nde kam das FG zu dem Ergebnis, dass M ab Anfang 1999 keinen Wohnsitz mehr im Inland hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde begehrt der Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;), zur Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO), zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) und wegen des Vorliegens eines Verfahrensfehlers (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 116 Abs. 5 Satz 1 FGO). Sofern Zulassungsgr&uuml;nde &uuml;berhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des &sect; 116 Abs. 3 Satz 3 FGO gen&uuml;genden Form geltend gemacht wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO). Dieser Zulassungsgrund ist nur gegeben, wenn die f&uuml;r bedeutsam gehaltene Rechtsfrage im Allgemeininteresse kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und im Streitfall kl&auml;rbar ist. An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den Bundesfinanzhof (BFH) geboten erscheinen lassen (vgl. etwa Senatsbeschluss vom 29. August 2011 III B 110\/10, BFH\/NV 2011, 2100). So verh&auml;lt es sich hier.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger h&auml;lt wegen der gestiegenen Freiz&uuml;gigkeit der Menschen und der vermehrten Auslandsaufenthalte von Kindern (zu Ausbildungszwecken oder mit einem getrennt lebenden Elternteil) die Fragen f&uuml;r abstrakt kl&auml;rungsbed&uuml;rftig,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&nbsp;&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ob die von der Rechtsprechung entwickelten Grunds&auml;tze zur Bestimmung des steuerrechtlichen Wohnsitzes von t&uuml;rkisch-st&auml;mmigen Kindern, die zwecks Verwurzelung im Heimatland der Eltern in dieses Land geschickt werden, auch auf F&auml;lle anwendbar sind, in denen ein deutschst&auml;mmiges Kind auf ausl&auml;ndischem Boden in einem Umfeld ausgebildet wird, das dem inl&auml;ndischen weitgehend entspricht,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&nbsp;&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">nach welchen Kriterien die Abgrenzung zwischen einem Aufenthalt zu Urlaubs-, Besuchs- oder famili&auml;ren Zwecken und einem Aufenthalt zu Wohnzwecken vorzunehmen ist,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&nbsp;&#8211; <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ob bei einem 3 1\/2-j&auml;hrigen Kind, das zu seiner Mutter ins Ausland reist, die tats&auml;chliche Vermutung besteht, dass es dort zumindest f&uuml;r die Dauer des Kindergartenbesuchs verweilen wird,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&nbsp;&#8211; <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ob bei einem 3 1\/2-j&auml;hrigen Kind die tats&auml;chliche Vermutung besteht, dass es eine nat&uuml;rliche Neigung zur Mutter hat und deshalb immer &#8211;unabh&auml;ngig von den konkreten Umst&auml;nden&#8211; bei der Mutter wohnen m&ouml;chte, <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ob ein 3 1\/2-j&auml;hriges Kind seine Familie im Inland grunds&auml;tzlich jeden Monat, mindestens aber alle zwei Monate besuchen muss, damit kein Verlust der famili&auml;ren Bindungen angenommen werden kann, der auf eine Aufgabe des inl&auml;ndischen Wohnsitzes hindeuten kann,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&nbsp;&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ob auch dann eine Verwurzelung im Ausland angenommen werden kann, wenn ein deutschst&auml;mmiges Kind sich in einem deutschsprachigen, von der deutschen Kultur gepr&auml;gten Umfeld aufh&auml;lt und eine deutsche Schule besucht, die aufgrund des deutschen Lehrplans einen jederzeitigen Wechsel an eine inl&auml;ndische Schule erm&ouml;glicht, und<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">&nbsp;&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">ob die Begr&uuml;ndung eines weiteren steuerlichen Wohnsitzes eines 3 1\/2-j&auml;hrigen Kindes im Ausland zwangsl&auml;ufig zur Aufgabe des inl&auml;ndischen Wohnsitzes des Kindes f&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) aa) Der BFH hat die Grunds&auml;tze, nach denen sich bestimmt, ob jemand einen Wohnsitz (&sect; 8 der Abgabenordnung) im Inland hat, durch langj&auml;hrige Rechtsprechung gekl&auml;rt (vgl. etwa Urteile vom 23. November 2000 VI R 107\/99, BFHE 193, 558, BStBl II 2001, 294, m.w.N., und vom 28. April 2010 III R 52\/09, BFHE 229, 270, BStBl II 2010, 1013). Danach setzt der Wohnsitzbegriff neben zum dauerhaften Wohnen geeigneten R&auml;umlichkeiten das Innehaben der Wohnung in dem Sinne voraus, dass der Nutzer tats&auml;chlich &uuml;ber sie verf&uuml;gen kann und sie als Bleibe entweder st&auml;ndig benutzt oder sie doch mit einer gewissen Regelm&auml;&szlig;igkeit &#8211;wenn auch in gr&ouml;&szlig;eren Zeitabst&auml;nden&#8211; aufsucht. Ein nur gelegentliches Verweilen w&auml;hrend unregelm&auml;&szlig;ig aufeinander folgender kurzer Zeitr&auml;ume zu Erholungszwecken reicht nicht aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die gesetzliche Regelung geht dahin, aus &auml;u&szlig;eren objektiven Tatsachen Schl&uuml;sse auf das zuk&uuml;nftige tats&auml;chliche Verhalten einer Person zu ziehen. Es handelt sich deshalb um eine Prognoseentscheidung. Im Einzelfall k&ouml;nnen auch zwei Wohnsitze nebeneinander bestehen, wenn nach den &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nden der Lebensmittelpunkt zeitlich und &ouml;rtlich zwei Wohnungen in verschiedenen Orten zuzuordnen ist und so zwei Schwerpunkte der Lebensverh&auml;ltnisse gebildet worden sind. Bei von vornherein auf mehr als ein Jahr angelegten Auslandsaufenthalten reichen allerdings kurzzeitige Besuche und sonstige kurzfristige Aufenthalte zu Urlaubs-, Berufs- oder famili&auml;ren Zwecken, die nicht einem Aufenthalt mit Wohncharakter gleichkommen und daher nicht &quot;zwischenzeitliches Wohnen&quot; in der bisherigen Wohnung bedeuten, nicht dazu aus, um die Aufrechterhaltung des Inlandswohnsitzes anzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ob ein Kind im Einzelfall seinen Wohnsitz im Inland hat, hat das FG unter Anwendung der Rechtsgrunds&auml;tze der BFH-Rechtsprechung nach den Umst&auml;nden des einzelnen Falles zu beurteilen. Das gilt auch f&uuml;r die Entscheidung, ob ein 3 1\/2-j&auml;hriges Kind, das zu der geschiedenen Mutter ins au&szlig;ereurop&auml;ische Ausland zieht und dort deutschsprachige Schulen besucht, bei dem im Inland wohnenden Vater einen (weiteren) Wohnsitz beh&auml;lt oder erneut begr&uuml;ndet. Allein das Fehlen einer Entscheidung des BFH zu der konkreten Fallgestaltung begr&uuml;ndet weder einen Kl&auml;rungsbedarf noch das erforderliche Allgemeininteresse (Senatsbeschl&uuml;sse vom 23. Februar 2009 III B 80\/08, juris, und vom 8. M&auml;rz 2010 III B 123\/09, BFH\/NV 2010, 1288). Der Kl&auml;ger hat keine Gesichtspunkte vorgetragen, die in der Rechtsprechung zu dem Problemkreis noch nicht gew&uuml;rdigt wurden. Insbesondere hat der BFH bereits entschieden, dass hinsichtlich der Frage, ob durch einen l&auml;ngeren Auslandsaufenthalt eines Kindes der inl&auml;ndische Wohnsitz aufgegeben wird bzw. unter welchen Umst&auml;nden ein inl&auml;ndischer Wohnsitz neu begr&uuml;ndet wird, in die Gesamtw&uuml;rdigung der tats&auml;chlichen Umst&auml;nde einzubeziehen ist, wie oft und wie lange sich das Kind zwischenzeitlich im Inland aufgehalten hat (z.B. Senatsbeschluss vom 27. August 2010 III B 30\/09, BFH\/NV 2010, 2272, m.w.N.) und ob sich bei einem minderj&auml;hrigen Kind aus den famili&auml;ren und kulturellen Umst&auml;nden am Aufenthaltsort Hinweise f&uuml;r das Entstehen neuer Beziehungen und die Lockerung der bisher bestehenden Bindungen ergeben (Senatsurteil vom 22. April 1994 III R 22\/92, BFHE 174, 523, BStBl II 1994, 887).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat die einzelnen Umst&auml;nde, die bei der im Streitfall vorliegenden Sachverhaltskonstellation zu ber&uuml;cksichtigen sind, erwogen. Es ist dabei insbesondere vor dem Hintergrund, dass M bereits mit 3 1\/2 Jahren auf nicht absehbare Zeit zur Mutter nach X gezogen und w&auml;hrend der ersten fast vier Jahre nicht zum Kl&auml;ger nach Deutschland zur&uuml;ckgekehrt ist, in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise zu dem Ergebnis gekommen, dass M keinen Wohnsitz in Deutschland mehr hatte. Der Entscheidung des FG als Tatsacheninstanz kommt daher keine grunds&auml;tzliche Bedeutung zu (vgl. Senatsbeschluss vom 17. M&auml;rz 2006 III B 67\/05, BFH\/NV 2006, 1255).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus den gleichen Gr&uuml;nden ist auch der Zulassungsgrund der Rechtsfortbildung (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 1 FGO) nicht gegeben. Als spezieller Tatbestand der Grundsatzrevision (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO) setzt auch dieser Zulassungsgrund voraus, dass &uuml;ber eine kl&auml;rungsbed&uuml;rftige und kl&auml;rbare Rechtsfrage zu entscheiden ist (vgl. Senatsbeschluss vom 30. Januar 2006 III B 2\/05, BFH\/NV 2006, 910, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Eine Zulassung der Revision kann auch nicht unter dem Gesichtspunkt der Divergenz (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO) erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei einer Nichtzulassungsbeschwerde, die sich auf die Abweichung der Vorentscheidung von einer Entscheidung des BFH oder eines anderen FG st&uuml;tzt, muss der Beschwerdef&uuml;hrer neben der genauen Bezeichnung der Divergenzentscheidung dartun, dass das erstinstanzliche Gericht seiner Entscheidung einen abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt hat, der mit der n&auml;her angef&uuml;hrten Rechtsprechung des anderen Gerichts nicht &uuml;bereinstimmt (z.B. Senatsbeschluss vom 27. April 2011 III B 62\/10, BFH\/NV 2011, 1379). Eine schl&uuml;ssige R&uuml;ge setzt weiter die Darlegung voraus, dass die Entscheidungen zu gleichen, vergleichbaren oder gleichgelagerten Sachverhalten ergangen sind (z.B. BFH-Beschluss vom 22. Juli 2008 II B 47\/07, BFH\/NV 2008, 1846).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diesen Anforderungen wird die Beschwerdebegr&uuml;ndung des Kl&auml;gers nicht gerecht. Der Kl&auml;ger hat insoweit vorgetragen, das FG-Urteil sei geeignet, hinsichtlich der aufgeworfenen Rechtsfragen eine negative Vorbildfunktion f&uuml;r zuk&uuml;nftige Verfahren zu entwickeln. Ferner hat er geltend gemacht, das FG habe entgegen dem derzeitigen Stand der Rechtsprechung bei der Wohnsitzbestimmung den Willen der Eltern zur Bestimmung des Willens des Kindes herangezogen. Schlie&szlig;lich weiche das FG auch erheblich von der geltenden h&ouml;chstrichterlichen Rechtsprechung ab, wenn es fordere, zur Aufrechterhaltung der famili&auml;ren Bindung m&uuml;sse ein monatlicher Besuch des Kindes bei der Familie im Inland erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus diesen Ausf&uuml;hrungen wird weder deutlich, von welcher Entscheidung und welchem Rechtssatz eines anderen Gerichts das FG-Urteil abweicht, noch ergibt sich hieraus N&auml;heres zum Vorliegen vergleichbarer Sachverhaltskonstellationen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Revision ist schlie&szlig;lich auch nicht wegen eines Verfahrensmangels zuzulassen (&sect; 115 Abs. 2 Nr. 3 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur ordnungsgem&auml;&szlig;en R&uuml;ge der Verletzung der Amtsaufkl&auml;rungspflicht bedarf es der Darlegung, welche Fragen tats&auml;chlicher Art aufkl&auml;rungsbed&uuml;rftig waren, welche Beweismittel zu welchem Beweisthema das FG ungenutzt lie&szlig;, warum der Kl&auml;ger nicht von sich aus einen entsprechenden Beweisantrag gestellt hat, warum sich die Notwendigkeit der Beweiserhebung gleichwohl dem FG auf der Grundlage seiner Rechtsauffassung h&auml;tte aufdr&auml;ngen m&uuml;ssen und inwieweit die als unterlassen ger&uuml;gte Beweiserhebung zu einer anderen Entscheidung h&auml;tte f&uuml;hren k&ouml;nnen. Ferner ist darzulegen, dass der Kl&auml;ger die nach seiner Ansicht unzul&auml;ngliche Sachaufkl&auml;rung vor dem FG ger&uuml;gt hat oder ihm eine solche R&uuml;ge nicht m&ouml;glich gewesen sei (vgl. BFH-Beschluss vom 14. Februar 2006 III B 143\/05, BFH\/NV 2006, 1058).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall fehlt bereits der Vortrag des Kl&auml;gers, weshalb er w&auml;hrend des finanzgerichtlichen Verfahrens keine entsprechende Beweisaufnahme zu dem nach seiner Ansicht aufkl&auml;rungsbed&uuml;rftigen Sachverhalt der Beibehaltung eines (jedenfalls zweiten) Wohnsitzes in Deutschland beantragt hat. Auch geht aus der Niederschrift &uuml;ber die m&uuml;ndliche Verhandlung vom 30. November 2009 nicht hervor, dass der Kl&auml;ger die Nichterhebung von Beweisen ger&uuml;gt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Letztlich wendet sich der Kl&auml;ger mit seinen Ausf&uuml;hrungen gegen die materielle Rechtm&auml;&szlig;igkeit des FG-Urteils. Dies rechtfertigt die Zulassung der Revision nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 27.12.2011, III B 24\/10 Anforderungen an die Beibehaltung des Inlandswohnsitzes eines Kindes bei Schulbesuch im Ausland &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge einer Amtsaufkl&auml;rungspflichtverletzung Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) hat vier Kinder. Die Ehe zur Kindesmutter wurde am 5. Mai 1999 geschieden. Das j&uuml;ngste Kind M (geb. April 1995) ging zun&auml;chst noch &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-24-10-anforderungen-an-die-beibehaltung-des-inlandswohnsitzes-eines-kindes-bei-schulbesuch-im-ausland-ordnungsgemaesse-ruege-einer-amtsaufklaerungspflichtverletzung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;B&nbsp;24\/10 &#8211; Anforderungen an die Beibehaltung des Inlandswohnsitzes eines Kindes bei Schulbesuch im Ausland &#8211; Ordnungsgem&auml;&szlig;e R&uuml;ge einer Amtsaufkl&auml;rungspflichtverletzung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-6612","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6612","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6612"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6612\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6612"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6612"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6612"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}