{"id":66124,"date":"2017-01-18T12:50:47","date_gmt":"2017-01-18T10:50:47","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66124"},"modified":"2017-01-18T12:50:47","modified_gmt":"2017-01-18T10:50:47","slug":"ii-r-34-14-geltendmachung-der-erbschaftsteuer-im-nachlassinsolvenzverfahren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-34-14-geltendmachung-der-erbschaftsteuer-im-nachlassinsolvenzverfahren\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;34\/14 &#8211; Geltendmachung der Erbschaftsteuer im Nachlassinsolvenzverfahren"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.1.2016, II R 34\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Geltendmachung der Erbschaftsteuer im Nachlassinsolvenzverfahren<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die vom Erben als Gesamtrechtsnachfolger aufgrund Erbanfalls nach &sect; 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG i.V.m. &sect; 1922 BGB geschuldete Erbschaftsteuer ist eine Nachlassverbindlichkeit, die vom FA als Nachlassinsolvenzforderung im Nachlassinsolvenzverfahren geltend gemacht werden kann.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 30. April 2014&nbsp;&nbsp;3 K 1915\/12 Erb aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) ist Insolvenzverwalter &uuml;ber den Nachlass des am 8.&nbsp;Mai 2009 verstorbenen Erblassers. Erben sind je zur H&auml;lfte die Tochter und die Lebensgef&auml;hrtin des Erblassers. Das Nachlassinsolvenzverfahren wurde am 25.&nbsp;Mai 2010 er&ouml;ffnet und der Kl&auml;ger zum Insolvenzverwalter bestimmt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stellte den Grundbesitzwert f&uuml;r ein Grundst&uuml;ck des Erblassers durch Feststellungsbescheid vom 8.&nbsp;Juni 2010 in H&ouml;he von 332.628&nbsp;EUR gesondert fest. Nachdem das FA die Tochter und die in Wei&szlig;russland wohnende Lebensgef&auml;hrtin des Erblassers vergeblich zur Abgabe einer Erbschaftsteuererkl&auml;rung aufgefordert hatte, sch&auml;tzte es die Besteuerungsgrundlagen unter Einbeziehung des Grundbesitzwerts und setzte die Erbschaftsteuer gegen die Lebensgef&auml;hrtin durch Bescheid vom 30.&nbsp;August 2010 auf 48.990&nbsp;EUR fest. Der Bescheid wurde &ouml;ffentlich zugestellt und nicht mit Einspruch angefochten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 9.&nbsp;September 2010 teilte die Tochter des Erblassers dem FA mit, die Lebensgef&auml;hrtin des Erblassers habe ihren Erbteil auf sie unentgeltlich &uuml;bertragen und der Nachlass sei &uuml;berschuldet. Das FA meldete daraufhin die Erbschaftsteuer als Nachlassforderung zur Insolvenztabelle an. Nachdem der Kl&auml;ger der Anmeldung im Pr&uuml;fungstermin widersprochen hatte, erlie&szlig; das FA am 5.&nbsp;April 2012 einen auf &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzten Feststellungsbescheid. Den dagegen eingelegten Einspruch wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Mai 2012 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage statt. Seiner Ansicht nach war das FA nicht befugt, die Erbschaftsteuer gegen den Kl&auml;ger durch Bescheid festzustellen. Die Erbschaftsteuer sei keine Nachlassverbindlichkeit i.S. des &sect;&nbsp;325 der Insolvenzordnung (InsO) i.V.m. &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs (BGB). Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1363 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dagegen richtet sich die Revision des FA. Es r&uuml;gt die fehlerhafte Anwendung des &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO. Seiner Ansicht nach handelt es sich bei der Erbschaftsteuer um eine Nachlassverbindlichkeit, die im Nachlassinsolvenzverfahren angemeldet und ggf. nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO festgestellt werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das angefochtene Urteil war aufzuheben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das FG zur&uuml;ckzuverweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG ist zu Unrecht davon ausgegangen, dass das FA die geschuldete Erbschaftsteuer nicht als Nachlassverbindlichkeit im Rahmen des Nachlassinsolvenzverfahrens geltend machen und nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO durch Bescheid feststellen durfte. Die tats&auml;chlichen Feststellungen des FG lassen keine Entscheidung dar&uuml;ber zu, ob die angemeldete Forderung der H&ouml;he nach zutreffend festgestellt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Finanzbeh&ouml;rde kann einen Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis, den sie im Insolvenzverfahren &uuml;ber das Verm&ouml;gen eines Steuerschuldners als Insolvenzforderung geltend gemacht und zur Tabelle angemeldet hat, nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO durch Bescheid feststellen, falls die Forderung im Pr&uuml;fungstermin bestritten wird. Voraussetzung daf&uuml;r ist, dass es sich bei dem geltend gemachten Anspruch aus dem Steuerschuldverh&auml;ltnis um eine Insolvenzforderung handelt. Im Nachlassinsolvenzverfahren gelten dieselben Grunds&auml;tze. Das Nachlassinsolvenzverfahren ist als besonderes Insolvenzverfahren innerhalb der Insolvenzordnung geregelt (vgl. &sect;&sect;&nbsp;315&nbsp;ff. InsO). Die Vorschriften der InsO gehen der Verwaltungsvollstreckung nach den Vorschriften der AO vor (&sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;2 Satz 1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Nachlassinsolvenzverfahren k&ouml;nnen nur Nachlassverbindlichkeiten als Insolvenzforderungen geltend gemacht werden (&sect;&nbsp;325 InsO). Zu den Nachlassverbindlichkeiten geh&ouml;ren au&szlig;er den vom Erblasser herr&uuml;hrenden Schulden die den Erben als solchen treffenden Verbindlichkeiten (&sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 BGB). Zu den Erbfallschulden z&auml;hlen neben den in &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;2 BGB beispielhaft genannten Verbindlichkeiten aus Pflichtteilsrechten, Verm&auml;chtnissen und Auflagen z.B. solche aus Erbersatzanspr&uuml;chen, verm&auml;chtnis&auml;hnlichen Anspr&uuml;chen, Unterhaltsanspr&uuml;chen, sowie die Kosten der Beerdigung, sonstige Nachlasskosten und Kosten der Nachlassverwaltung (vgl. Palandt\/Weidlich, BGB, 75.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;7). Eigenschulden des Erben, die unabh&auml;ngig vom Nachlass vor oder nach dem Erbfall in der Person des Erben entstehen und ihn als Tr&auml;ger seines eigenen Verm&ouml;gens ber&uuml;hren, sind keine Nachlassverbindlichkeiten, z.B. nach dem Erbfall entstandene Grundbesitzabgaben f&uuml;r Nachlassgrundst&uuml;cke (zur Abgrenzung vgl. M&uuml;nchKommBGB\/K&uuml;pper, 6.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;25; Palandt\/Weidlich, a.a.O., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;2&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die vom Erben als Gesamtrechtsnachfolger aufgrund Erbanfalls nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Erbschaftsteuergesetzes (ErbStG) i.V.m. &sect;&nbsp;1922 BGB geschuldete Erbschaftsteuer ist eine Nachlassverbindlichkeit, die als Nachlassinsolvenzforderung im Nachlassinsolvenzverfahren geltend gemacht werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die vom Erben als Gesamtrechtsnachfolger aufgrund Erbanfalls nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;1922 BGB geschuldete Erbschaftsteuer erf&uuml;llt alle Voraussetzungen einer Erbfallschuld, denn sie entsteht allein aus Anlass des Erbfalls und ohne Zutun des Erben (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 28.&nbsp;April 1992 VII&nbsp;R&nbsp;33\/91, BFHE 168, 206, BStBl II 1992, 781, 3.b, und vom 11.&nbsp;August 1998 VII&nbsp;R&nbsp;118\/95, BFHE 186, 328, BStBl II 1998, 705, II.A.3.b; Beschluss des Oberlandesgerichts &#8211;OLG&#8211; K&ouml;ln vom 7.&nbsp;Mai 2001&nbsp;&nbsp;2&nbsp;Wx&nbsp;6\/01, Zeitschrift f&uuml;r Erbrecht und Verm&ouml;gensnachfolge &#8211;ZEV&#8211; 2001, 406; Urteil des OLG Sachsen-Anhalt vom 20.&nbsp;Oktober 2006&nbsp;&nbsp;10&nbsp;U&nbsp;33\/06, ZEV 2007, 381; Geck in Kapp\/Ebeling, &sect;&nbsp;10 ErbStG, Rz&nbsp;173; Gebel in Troll\/Gebel\/J&uuml;licher, ErbStG, &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;50; Dr&uuml;en in Tipke\/ Kruse, Abgabenordnung\/Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;45 AO Rz&nbsp;27; Koenig, AO, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;45 Rz&nbsp;20; Neumann in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;251 Rz&nbsp;217; Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;251 AO Rz&nbsp;137; Palandt\/Weidlich, a.a.O., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;7; Erman\/Horn, BGB, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;6; K.&nbsp;Schmidt in K.&nbsp;Schmidt, Insolvenzordnung, 19.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;325 Rz&nbsp;5; Holzer in K&uuml;bler\/Pr&uuml;tting\/ Bork, Insolvenzordnung, &sect;&nbsp;325 Rz&nbsp;5; Busch in Graf-Schlicker, Insolvenzordnung, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;325 Rz&nbsp;2; Andres in Andres\/ Leithaus, Insolvenzordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;325 Rz&nbsp;3; Hess, Insolvenzrecht, &sect;&nbsp;325 Rz&nbsp;9; Roth\/Pfeuffer, Praxishandbuch f&uuml;r Nachlassinsolvenzverfahren, S.&nbsp;166&nbsp;ff.). Unerheblich ist, dass die Erbschaftsteuer gegen den Erben pers&ouml;nlich und nicht gegen den Nachlass als solchen festgesetzt wird. Dadurch unterscheidet sich die Erbschaftsteuer nicht von anderen Erbfallschulden wie z.B. Beerdigungskosten, die ebenfalls in der Person des Erben entstehen und gegen diesen auch zivilrechtlich durchgesetzt werden k&ouml;nnen (vgl. Urteil des OLG Sachsen-Anhalt in ZEV 2007, 381). Solche Erbfallschulden sind im Falle der Nachlassinsolvenz ebenfalls als Nachlassinsolvenzforderungen geltend zu machen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die zu &sect;&nbsp;107 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 der Kostenordnung (KostO) ergangenen Entscheidungen (Beschluss des OLG Hamm vom 3.&nbsp;Juli 1990&nbsp;&nbsp;15&nbsp;W&nbsp;493\/89, Monatsschrift f&uuml;r Deutsches Recht &#8211;MDR&#8211; 1990, 1014; Beschluss des OLG Frankfurt vom 13.&nbsp;Februar 2003&nbsp;&nbsp;20&nbsp;W&nbsp;35\/02) stehen den vorstehenden Ausf&uuml;hrungen nicht entgegen. Diese lassen zwar eine Ber&uuml;cksichtigung der Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeit bei der Festsetzung der Geb&uuml;hren im Erbscheinerteilungsverfahren nicht zu, weil dies eine Verkomplizierung des Verfahrens bedeuten w&uuml;rde, die mit dem Zweck des &sect;&nbsp;107 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 KostO nicht vereinbar w&auml;re. Das ist im Hinblick auf das Verfahren &uuml;ber die Kosten zutreffend. Die hier ma&szlig;gebliche Rechtsfrage, ob die Erbschaftsteuer eine Nachlassverbindlichkeit im Nachlassinsolvenzverfahren sein kann, ist damit aber nicht entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dasselbe gilt f&uuml;r das Urteil des Reichsgerichts (RG) vom 15.&nbsp;November 1943 III&nbsp;77\/43 (Entscheidungen des Reichsgerichts in Zivilsachen &#8211;RGZ&#8211; 172, 147). Darin hat das RG ausgef&uuml;hrt, dass die Erbschaftsteuer nicht zu den eigentlichen Nachlassverbindlichkeiten rechne. Anderenfalls w&auml;re &sect;&nbsp;2379 Satz&nbsp;3 BGB, wonach der K&auml;ufer einer Erbschaft f&uuml;r zu entrichtende Abgaben haftet, neben &sect;&nbsp;2378 Abs.&nbsp;1 BGB, wonach der K&auml;ufer einer Erbschaft dem Verk&auml;ufer gegen&uuml;ber zur Erf&uuml;llung von Nachlassverbindlichkeiten verpflichtet ist, &uuml;berfl&uuml;ssig. Daraus l&auml;sst sich jedoch nicht herleiten, dass die Erbschaftsteuer nicht als Insolvenzforderung im Nachlassinsolvenzverfahren geltend zu machen ist. Zum einen ist die Entscheidung zu einem anderen Sachverhalt ergangen. Zum anderen enth&auml;lt &sect;&nbsp;2379 Satz&nbsp;3 BGB eine Sonderreglung f&uuml;r die Haftung des K&auml;ufers einer Erbschaft, die keine allgemeinen R&uuml;ckschl&uuml;sse f&uuml;r die Behandlung der Erbschaftsteuer im Nachlassinsolvenzverfahren zul&auml;sst. Im &Uuml;brigen setzt &sect;&nbsp;2379 Satz&nbsp;3 BGB seinem Wortlaut nach selbst voraus, dass die Abgaben von der Erbschaft zu entrichten sind. Das spricht eher daf&uuml;r, die dort genannten Abgaben als Nachlassverbindlichkeiten anzusehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Zul&auml;ssigkeit der Geltendmachung der Erbschaftsteuer als Insolvenzforderung im Nachlassinsolvenzverfahren folgt bis zur Auseinandersetzung mehrerer Miterben auch aus &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 ErbStG (Urteil des Bundesgerichtshofs &#8211;BGH&#8211; vom 10.&nbsp;Oktober 2013 IX&nbsp;ZR&nbsp;30\/12, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 2014, 391, Rz&nbsp;21). Danach haftet der Nachlass f&uuml;r die Steuer der am Erbfall Beteiligten bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft. Daraus folgt, dass die Erbschaftsteuer bis zur Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft im Nachlassinsolvenzverfahren grunds&auml;tzlich eine Insolvenzforderung i.S. des &sect;&nbsp;38 Abs.&nbsp;1 InsO ist (BGH-Urteil in NJW 2014, 391, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Entgegen der teilweise in der Rechtsprechung und der Kommentarliteratur vertretenen anderen Auffassung (vgl. Beschluss des OLG Hamm in MDR 1990, 1014; Beschluss des OLG Frankfurt vom 13.&nbsp;Februar 2003&nbsp;&nbsp;20&nbsp;W&nbsp;35\/02; Urteil des OLG Frankfurt vom 27.&nbsp;Januar 2012&nbsp;&nbsp;24&nbsp;U&nbsp;38\/11; Meincke, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Kommentar, 16.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;12; Boeker in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;45 AO Rz&nbsp;64; M&uuml;nchKommBGB\/K&uuml;pper, a.a.O., &sect;&nbsp;1967 Rz&nbsp;16; Marotzke in Staudinger, BGB, &sect;&nbsp;1967 Rz 33; L&uuml;er in Uhlenbruck, Insolvenzordnung, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;325 Rz&nbsp;8; Schallenberg\/Rafiqpoor in Frankfurter Kommentar zur Insolvenzordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;325 Rz&nbsp;8) folgt aus &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 ErbStG nicht im Umkehrschluss, dass nach der Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft die Erbschaftsteuer nicht mehr als Insolvenzforderung im Nachlassinsolvenzverfahren geltend gemacht werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das ergibt sich zum einen daraus, dass die im Zeitpunkt der Er&ouml;ffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens bereits erfolgte Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft f&uuml;r das Nachlassinsolvenzverfahren keine Bedeutung entfaltet. Mit Er&ouml;ffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens werden das Verm&ouml;gen des Erben und der Nachlass mit R&uuml;ckwirkung getrennt (&sect;&nbsp;1976 BGB; vgl. Palandt\/Weidlich, a.a.O., &sect;&nbsp;1976 Rz&nbsp;1). Wird das Nachlassinsolvenzverfahren erst nach der Auseinandersetzung er&ouml;ffnet (vgl. &sect;&nbsp;316 Abs.&nbsp;2 InsO), kann der Insolvenzverwalter die bereits verteilten Nachlassgegenst&auml;nde zur Masse zur&uuml;ckfordern und die Auseinandersetzung so im Ergebnis r&uuml;ckg&auml;ngig machen (Schallenberg\/Rafiqpoor in Frankfurter Kommentar zur Insolvenzordnung, a.a.O., &sect;&nbsp;316 Rz&nbsp;5; L&uuml;er in Uhlenbruck, a.a.O., &sect;&nbsp;316 Rz&nbsp;5&nbsp;f.; m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Zum anderen hat &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 ErbStG einen anderen Regelungsgehalt. Danach tritt die Haftung des Nachlasses nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 ErbStG bis zur Auseinandersetzung der Miterben neben die der Erben f&uuml;r alle Nachlassverbindlichkeiten nach &sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;1 BGB. Die Vorschrift ist eine Sicherungsma&szlig;nahme zugunsten der Finanzbeh&ouml;rde (RG-Urteil in RGZ 172, 147, 149, zur Vorg&auml;ngervorschrift). Die Vorschrift stellt klar, dass der ungeteilte Nachlass f&uuml;r die Erbschaftsteuer aller am Erbfall Beteiligten nur bis zur Auseinandersetzung haftet (BRDrucks 140\/72, S.&nbsp;73; vgl. Meincke, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;11). Bis zur Neuregelung durch das ErbStG 1974 hafteten die Erben pers&ouml;nlich bis zur H&ouml;he des Werts des aus dem Nachlass Empfangenen (vgl. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 ErbStG 1959). Diese auch nach der Auseinandersetzung bestehende Haftung ging nach Ansicht des Gesetzgebers zu weit und sollte durch &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 ErbStG 1974 auf die Zeit vor der Auseinandersetzung beschr&auml;nkt werden (BRDrucks 140\/72, S.&nbsp;73). Hintergrund dieser &Uuml;berlegung war, dass die Erben die gegenseitige Haftung bei der Auseinandersetzung ber&uuml;cksichtigen k&ouml;nnten, nach der Auseinandersetzung jedoch nicht mehr (BRDrucks 140\/72, S.&nbsp;73). Die Ber&uuml;cksichtigung der Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeit war nicht Gegenstand der Regelung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Es kann dabei dahinstehen, ob &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 ErbStG nicht nur die nach &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG i.V.m. &sect;&nbsp;1922 BGB in Person des oder der (Mit-)Erben entstandene Erbschaftsteuer umfasst, sondern auch eine Haftung des Nachlasses f&uuml;r die Erbschaftsteuer aller am Erbfall Beteiligten, einschlie&szlig;lich Verm&auml;chtnisnehmer (f&uuml;r eine umfassende Haftung Gebel in Troll\/Gebel\/ J&uuml;licher, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;52; J&uuml;ptner in Fischer\/J&uuml;ptner\/ Pahlke\/Wachter, ErbStG, 5.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;32; Richter in Viskorf\/Knobel\/Schuck\/W&auml;lzholz, Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz, Bewertungsgesetz, 4.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;20 ErbStG Rz&nbsp;20; Geck in Kapp\/Ebeling, a.a.O., &sect;&nbsp;20 ErbStG Rz&nbsp;15; a.A. Meincke, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;11). Jedenfalls steht &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;3 ErbStG seinem Wortlaut und seinem Regelungsgehalt nach der Einordnung der vom Erben geschuldeten Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeit nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;8 ErbStG steht der Einordnung der Erbschaftsteuer als Nachlassverbindlichkeit ebenfalls nicht entgegen. Danach ist die von dem Erwerber zu entrichtende eigene Erbschaftsteuer nicht als Nachlassverbindlichkeit bei der Festsetzung der Erbschaftsteuer abzugsf&auml;hig. Dieser Vorschrift ist zu entnehmen, dass die Erbschaftsteuer nach den allgemeinen Grunds&auml;tzen nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;5 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 ErbStG grunds&auml;tzlich als Nachlassverbindlichkeit anzusehen ist und nur aufgrund der Ausnahmevorschrift des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;8 ErbStG (&quot;soweit sich nicht aus den Abs&auml;tzen 6 bis 9 etwas anderes ergibt&quot;) nicht als Nachlassverbindlichkeit abgezogen werden darf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Die aufgrund eines Verm&auml;chtnisses, eines geltend gemachten Pflichtteilsanspruchs (&sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 ErbStG) oder die aufgrund sonstiger Erwerbstatbest&auml;nde des &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 und 2 ErbStG geschuldete Erbschaftsteuer beruht nicht auf der Gesamtrechtsnachfolge. Die insoweit anfallende Erbschaftsteuer ist keine Nachlassverbindlichkeit i.S. des &sect;&nbsp;325 InsO, &sect;&nbsp;1967 BGB und au&szlig;erhalb eines Insolvenzverfahrens &uuml;ber den Nachlass gegen den jeweiligen Erwerber pers&ouml;nlich geltend zu machen. Das gilt selbst dann, wenn der Erbe, z.B. im Falle eines Vorausverm&auml;chtnisses, selbst Verm&auml;chtnisnehmer wird oder neben dem Erbe zus&auml;tzlich einen Versicherungsanspruch (vgl. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 ErbStG) erlangt. Insoweit entsteht die Erbschaftsteuer zwar auch in der Person des Erben und wird einheitlich gegen ihn festgesetzt. Sie trifft ihn jedoch nicht als Erben und Gesamtrechtsnachfolger des Erblassers, sondern als sonstigen Erwerber au&szlig;erhalb des Nachlasses. Ggf. w&auml;re die Erbschaftsteuer im Nachlassinsolvenzverfahren aufzuteilen und nur der Teil, der prozentual auf den Erwerb des Nachlasses entf&auml;llt, als Nachlassinsolvenzforderung anzumelden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Daraus folgt keine unsachgerechte Privilegierung des Erben gegen&uuml;ber anderen Erwerbern, insbesondere nicht gegen&uuml;ber Verm&auml;chtnisnehmern (a.A. Meincke, a.a.O., &sect;&nbsp;20 Rz&nbsp;12a). Die Haftung des Erben f&uuml;r Nachlassverbindlichkeiten (&sect;&nbsp;1967 Abs.&nbsp;1 BGB) und die M&ouml;glichkeit des Erben, die Haftung &#8211;auch im Hinblick auf die Erbschaftsteuer&#8211; auf den Nachlass zu beschr&auml;nken (&sect;&nbsp;1975 BGB) korrespondieren vielmehr mit der kurzen Frist, innerhalb der der Erbe die Erbschaft ausschlagen muss (vgl. &sect;&nbsp;1944 Abs.&nbsp;1 BGB). Der Erbe tr&auml;gt nach Ablauf der Ausschlagungsfrist das Risiko eines Wertverfalls des Nachlasses oder der Aufdeckung weiterer Nachlassverbindlichkeiten. Demgegen&uuml;ber kann der Verm&auml;chtnisnehmer &#8211;anders als der Erbe&#8211; das Verm&auml;chtnis bis zur Annahme jederzeit (vgl. &sect;&nbsp;2180 Abs.&nbsp;1 BGB; Palandt\/Weidlich, a.a.O., &sect;&nbsp;2180 Rz&nbsp;1) ausschlagen und dadurch Wertverlusten begegnen, die &#8211;ausnahmsweise&#8211; dazu f&uuml;hren k&ouml;nnen, dass die Erbschaftsteuer h&ouml;her ist als der Wert des Verm&auml;chtnisses selbst. Die Ausschlagung hat in diesen F&auml;llen zur Folge, dass die Steuerpflicht mit R&uuml;ckwirkung nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO entf&auml;llt (vgl. Meincke, a.a.O., &sect;&nbsp;3 Rz&nbsp;39 a.E.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Streitfall konnte das FA die Erbschaftsteuer im Nachlassinsolvenzverfahren durch Insolvenzfeststellungsbescheid nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO geltend machen. Da die Vorentscheidung von einer anderen Rechtsauffassung ausging, war sie aufzuheben. Die Sache ist nicht spruchreif. Das FG hat &#8211;von seiner Rechtsauffassung ausgehend zutreffend&#8211; nicht festgestellt, ob die geltend gemachte Forderung der H&ouml;he nach besteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ein gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO erlassener Bescheid hat die Feststellung zum Inhalt, dass der bestrittene Anspruch in der geltend gemachten H&ouml;he besteht und i.S. von &sect;&nbsp;38 InsO begr&uuml;ndet ist (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 2013 XI&nbsp;R&nbsp;22\/11, BFHE 244, 209, BStBl II 2014, 332, Rz&nbsp;25). Wird der Feststellungsbescheid unanfechtbar, wirkt er in entsprechender Anwendung der Regelung in &sect;&nbsp;183 Abs.&nbsp;1 InsO wie eine rechtskr&auml;ftige Entscheidung gegen&uuml;ber dem Insolvenzverwalter und allen Insolvenzgl&auml;ubigern (vgl. Jatzke in HHSp, &sect;&nbsp;251 AO Rz&nbsp;423). Nichts anderes gilt im Nachlassinsolvenzverfahren (vgl. BGH-Urteil in MDR 2014, 114, Rz&nbsp;21). Ist die Steuerforderung bereits durch einen bestandskr&auml;ftigen Steuerbescheid festgesetzt, ersch&ouml;pft sich die Feststellung darin, dass der Bescheid nicht mehr mit Rechtsmitteln angefochten oder durch &Auml;nderungsvorschriften ge&auml;ndert werden kann (vgl. BFH-Urteil vom 23.&nbsp;Februar 2010 VII&nbsp;R&nbsp;48\/07, BFHE 228, 134, BStBl II 2010, 562; Loose in Tipke\/Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;251 AO Rz&nbsp;66).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG hat zwar festgestellt, dass der Erbschaftsteuerbescheid vom 30.&nbsp;August 2010 nicht mit dem Einspruch angefochten wurde. Es hat aber nicht erkannt, dass das FA die Erbschaftsteuer nach Er&ouml;ffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens am 25.&nbsp;Mai 2010 nicht mehr wirksam gegen&uuml;ber der Erbin festsetzen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Er&ouml;ffnung eines Insolvenzverfahrens wird das Besteuerungsverfahren in entsprechender Anwendung des &sect;&nbsp;240 der Zivilprozessordnung unterbrochen. Dies hat zur Folge, dass eine Finanzbeh&ouml;rde nach Er&ouml;ffnung des Verfahrens Steuern, die zur Insolvenztabelle anzumelden sind, nicht mehr festsetzen darf (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;April 2003 I&nbsp;R&nbsp;51\/02, BFHE 202, 275, BStBl II 2003, 779). Dasselbe gilt im Nachlassinsolvenzverfahren im Hinblick auf die festzusetzende Erbschaftsteuer. Als Nachlassinsolvenzforderung war die Erbschaftsteuer &#8211;wie geschehen&#8211; zur Insolvenztabelle anzumelden und nach &sect;&nbsp;251 Abs.&nbsp;3 AO gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bei der Feststellung, ob die Erbschaftsteuer in der festgestellten H&ouml;he besteht, wird das FG zu beachten haben, dass der Bescheid &uuml;ber die gesonderte Feststellung des Grundbesitzwerts vom 8.&nbsp;Juni 2010 ebenfalls keine Bindungswirkung entfaltet. Dieser Bescheid h&auml;tte nach Er&ouml;ffnung des Nachlassinsolvenzverfahrens nicht mehr gegen die Erben erlassen werden d&uuml;rfen, denn er stellt Besteuerungsgrundlagen fest, die f&uuml;r eine Insolvenzforderung von Bedeutung sind (vgl. BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Dezember 2002 I&nbsp;R&nbsp;33\/01, BFHE 201, 392, BStBl II 2003, 630, und in BFHE 202, 275, BStBl II 2003, 779; Loose in Tipke\/ Kruse, a.a.O., &sect;&nbsp;251 AO Rz&nbsp;46).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.1.2016, II R 34\/14 Geltendmachung der Erbschaftsteuer im Nachlassinsolvenzverfahren Leits&auml;tze Die vom Erben als Gesamtrechtsnachfolger aufgrund Erbanfalls nach &sect; 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG i.V.m. &sect; 1922 BGB geschuldete Erbschaftsteuer ist eine Nachlassverbindlichkeit, die vom FA als Nachlassinsolvenzforderung im Nachlassinsolvenzverfahren geltend gemacht werden kann. 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