{"id":66129,"date":"2017-01-18T12:45:17","date_gmt":"2017-01-18T10:45:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66129"},"modified":"2017-01-18T12:45:17","modified_gmt":"2017-01-18T10:45:17","slug":"iii-r-12-14-aenderung-des-einkommensteuerbescheids-nach-par-174-abs-4-ao-versagung-der-tarifbegrenzung-gemaess-par-32c-estg-af-nach-aufhebung-des-gewerbesteuermessbescheids","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-12-14-aenderung-des-einkommensteuerbescheids-nach-par-174-abs-4-ao-versagung-der-tarifbegrenzung-gemaess-par-32c-estg-af-nach-aufhebung-des-gewerbesteuermessbescheids\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;12\/14 &#8211; &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Versagung der Tarifbegrenzung gem&auml;&szlig; &sect; 32c EStG a.F. nach Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheids"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.2.2016, III R 12\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">&Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Versagung der Tarifbegrenzung gem&auml;&szlig; &sect; 32c EStG a.F. nach Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheids<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Wird der Gewerbesteuermessbescheid aufgrund eines Rechtsbehelfs aufgehoben, weil der Steuerpflichtige eine selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG aus&uuml;bt, ist das FA nach &sect; 174 Abs. 4 AO im Grundsatz berechtigt, den Einkommensteuerbescheid durch Versagung der Tarifbegrenzung gem&auml;&szlig; &sect; 32c EStG a.F. zu &auml;ndern.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. In diesem Fall beruhen beide steuerlichen Folgerungen &#8211;sowohl die Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheids als auch die Versagung der Tarifbegrenzung nach &sect; 32c EStG a.F.&#8211; auf der rechtlichen Qualifikation der vom Steuerpflichtigen ausge&uuml;bten T&auml;tigkeit und damit auf dem gleichen &quot;bestimmten Sachverhalt&quot; i.S. des &sect; 174 Abs. 4 Satz 1 AO.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Weder der Gewerbesteuermessbescheid noch der Gewerbesteuerbescheid sind Grundlagenbescheide f&uuml;r die Tarifbegrenzung nach &sect; 32c EStG a.F..<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 13. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;14 K 3588\/11 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Rechtsanwalt und vorwiegend auf dem Gebiet der Insolvenzverwaltung t&auml;tig. Er wurde im Jahr 1998 zusammen mit seiner damaligen Ehefrau und in den Jahren 1999 und 2000 einzeln zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger &uuml;bte seine T&auml;tigkeit als Rechtsanwalt und Insolvenzverwalter in den Streitjahren in einer Einzelkanzlei mit Zweigstellen in &#8230; aus. Im Jahr 1998 besch&auml;ftigte er durchgehend zwei, in den Jahren 1999 und 2000 drei Rechtsanw&auml;lte sowie fortlaufend einen Hochschulingenieur&ouml;konom, f&uuml;nf bis sieben Fachkr&auml;fte und einige Hilfskr&auml;fte. Die Eink&uuml;nfte aus dieser T&auml;tigkeit erkl&auml;rte er in den Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre unter der Berufsangabe &quot;Rechtsanwalt\/Konkursverwalter&quot; insgesamt als Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit. Die Einkommensteuererkl&auml;rungen f&uuml;r 1998 und 1999 sind im Jahr 2000, die f&uuml;r 2000 im Jahr 2002 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) eingegangen. In den unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung ergangenen Einkommensteuerbescheiden f&uuml;r diese Jahre setzte das FA die Eink&uuml;nfte zun&auml;chst erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig; als solche aus selbst&auml;ndiger Arbeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;18 des Einkommensteuergesetzes (EStG) an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Infolge einer im Dezember 2002 angeordneten und im selben Monat beim Kl&auml;ger begonnenen Au&szlig;enpr&uuml;fung, die sich u.a. auf die Einkommensteuer und Gewerbesteuer 1998 bis 2000 erstreckte, kam die Pr&uuml;ferin zu dem Ergebnis, dass der Kl&auml;ger aus seiner T&auml;tigkeit als Insolvenzverwalter gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. des &sect;&nbsp;15 EStG erzielt habe. Daraufhin erlie&szlig; das FA mit Datum vom 19.&nbsp;Juli 2005 erstmals Bescheide &uuml;ber den Gewerbesteuermessbetrag 1998 bis 2000; es erfasste die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als Gewinn aus Gewerbebetrieb. Ebenso erlie&szlig; es am 21.&nbsp;Juli 2005 aufgrund der Au&szlig;enpr&uuml;fung Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheide f&uuml;r 1998 bis 2000 und hob zugleich die Vorbehalte der Nachpr&uuml;fung auf. Die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit wurden in den Bescheiden nunmehr als solche aus Gewerbebetrieb nach &sect;&nbsp;15 EStG erfasst. Zudem gew&auml;hrte das FA f&uuml;r diese Eink&uuml;nfte eine Tarifbegrenzung f&uuml;r gewerbliche Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32c EStG in der f&uuml;r die Streitjahre 1998 bis 2000 geltenden Fassung (EStG&nbsp;a.F.), die sich f&uuml;r das Jahr 1998 auf 110.380&nbsp;DM, f&uuml;r das Jahr 1999 auf 265.507&nbsp;DM und f&uuml;r das Jahr 2000 auf 194.202&nbsp;DM belief.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wandte sich mit Einspruch und Klage gegen die Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2000. Der Einspruch blieb erfolglos. Nachdem das Finanzgericht (FG) D&uuml;sseldorf mit Urteil vom 21.&nbsp;Januar 2010&nbsp;&nbsp;14&nbsp;K&nbsp;575\/08&nbsp;G, Zerl die hiergegen erhobene Klage abgewiesen hatte, gab der Bundesfinanzhof (BFH) der Revision des Kl&auml;gers mit Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2010 VIII&nbsp;R&nbsp;13\/10 (BFH\/NV 2011, 1309) statt und hob das Urteil des FG sowie die Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2000 vom 19.&nbsp;Juli 2005 in Gestalt der Einspruchsentscheidung auf. Der BFH f&uuml;hrte aus, die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus seiner T&auml;tigkeit als Insolvenzverwalter seien zu Unrecht wegen der Beteiligung fachlich vorgebildeter Angestellter als gewerblich angesehen und deshalb der Gewerbesteuer unterworfen worden. Die Eink&uuml;nfte seien als solche aus sonstiger selbst&auml;ndiger T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG zu erfassen und unterl&auml;gen nicht der Gewerbesteuerpflicht. An der Rechtsprechung zur sog. Vervielf&auml;ltigungstheorie werde im Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG nicht l&auml;nger festgehalten. Mit Bescheiden vom 27.&nbsp;April 2011 hob das FA die Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2000 auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 10.&nbsp;Juni 2011 ergingen ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheide 1999 und 2000 sowie am 22.&nbsp;Juni 2011 ein ge&auml;nderter Einkommensteuerbescheid 1998, die auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 der Abgabenordnung (AO) gest&uuml;tzt wurden. In diesen Bescheiden wurden die Eink&uuml;nfte des Kl&auml;gers aus der Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als solche aus selbst&auml;ndiger Arbeit erfasst und die zuvor gew&auml;hrte Tarifbegrenzung f&uuml;r gewerbliche Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. versagt. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FA aus, dass es sowohl f&uuml;r den Erlass eines Gewerbesteuermessbescheids als auch f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Tarifbegrenzung nach &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. auf die Gewerblichkeit der Eink&uuml;nfte ankomme. Es sei folglich von einem einheitlichen Sachverhalt auszugehen. Der gegen die Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheide 1998 bis 2000 eingelegte Einspruch blieb erfolglos (Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;September 2011). Ebenso wies das FG die hiergegen erhobene Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1360 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger r&uuml;gt mit seiner Revision eine Verletzung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO. Die Gewerbesteuermessbescheide seien vor Einf&uuml;hrung des &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;3 EStG keine Grundlagenbescheide f&uuml;r die Einkommensteuerbescheide gewesen. Dieses Vers&auml;umnis k&ouml;nne nicht durch die Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ausgeglichen werden. Gerade deshalb enthalte das BFH-Urteil vom 22.&nbsp;August 2007 X&nbsp;R&nbsp;39\/02 (BFHE 218, 503, BStBl II 2008, 4) nur Ausf&uuml;hrungen zu &sect;&nbsp;175 AO und keine zu &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO. Au&szlig;erdem spiele der im Rahmen der Gewerbesteuermessbescheide fehlerhaft beurteilte Sachverhalt &#8211;die Anzahl der qualifizierten Mitarbeiter&#8211; bei der Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. keine Rolle. Nach dem BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Februar 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/95 (BFHE 183, 6, BStBl II 1997, 647) d&uuml;rfe der Sachverhalt i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO nicht um weitere Tatsachen erg&auml;nzt werden. Genau dies sei aber durch das FA und FG geschehen, indem sie auf die Rechtsfolge der &quot;Gewerblichkeit&quot; abgestellt h&auml;tten. Das FG versuche dies dadurch zu verschleiern, dass es die Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit als den ma&szlig;geblichen Sachverhalt beurteilt habe. Damit stelle es aber &#8211;wie in der Vorentscheidung auch ausgef&uuml;hrt&#8211; auf einen Sachverhaltskomplex ab. Diese Auslegung sei mit dem Wortlaut des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO nicht vereinbar, der nur von einem &quot;bestimmten Sachverhalt&quot; spreche. Die Anzahl der qualifizierten Mitarbeiter sei kein Tatbestandsmerkmal des &sect;&nbsp;32c EStG a.F.; diese Vorschrift kn&uuml;pfe an die Rechtsfolge der &quot;Gewerblichkeit&quot; an. Die Gewerblichkeit ergebe sich aber gerade nicht nur aus der Anzahl der qualifizierten Mitarbeiter, sondern aus einer Reihe weiterer Sachverhaltselemente. Zudem h&auml;tte der BFH in dem Urteil in BFHE 218, 503, BStBl II 2008, 4 &#8211;w&auml;re die Auffassung des FA und des FG zutreffend&#8211; die Korrektur einfach auf &sect;&nbsp;174 AO st&uuml;tzen k&ouml;nnen, was jedoch nicht geschehen sei. Im &Uuml;brigen habe der BFH bei Tarifbestimmungen wie z.B. &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. noch nie &sect;&nbsp;174 AO angewendet, weil Tarifbestimmungen nicht an einen bestimmten Sachverhalt, sondern an eine Rechtsfolge ankn&uuml;pften. Die fehlerhafte Anwendung einer Tarifbestimmung k&ouml;nne daher nicht nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO korrigiert werden. Schlie&szlig;lich sei ihm &#8211;dem Kl&auml;ger&#8211; unter Verweis auf die Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 10.&nbsp;November 1997 GrS&nbsp;1\/96 (BFHE 184, 1, BStBl II 1998, 83) Vertrauensschutz zu gew&auml;hren. Seine Einkommensbesteuerung versto&szlig;e gegen Art.&nbsp;1 des Grundgesetzes (GG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, das FG-Urteil, die angefochtenen Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheide 1998 bis 2000 vom 10. und 22.&nbsp;Juni 2011 sowie die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;September 2011 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Recht entschieden, dass die Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheide 1998 bis 2000 vom 10. und 22.&nbsp;Juni 2011 rechtm&auml;&szlig;ig sind. Das FA war berechtigt, die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 1998 bis 2000 auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO zu st&uuml;tzen (dazu&nbsp;1. bis 4.). Einer &Auml;nderung standen auch sonstige Gr&uuml;nde nicht entgegen (dazu&nbsp;5. bis 7.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ist aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, so k&ouml;nnen nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden. Dies gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO auch dann, wenn der Steuerbescheid durch das Gericht aufgehoben oder ge&auml;ndert wird. Nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO ist der Ablauf der Festsetzungsfrist unbeachtlich, wenn die steuerlichen Folgerungen innerhalb eines Jahres nach Aufhebung oder &Auml;nderung des fehlerhaften Steuerbescheids gezogen werden. War die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen, als der sp&auml;ter aufgehobene oder ge&auml;nderte Bescheid erlassen wurde, gilt dies nur unter den Voraussetzungen des Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 (&sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Tatbestandsvoraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO sind erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2000 sind aufgrund einer irrigen Beurteilung ergangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine irrige Beurteilung liegt vor, wenn sich die Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts nachtr&auml;glich als unrichtig erweist (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Februar 2015 V&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFHE 248, 504, Rz&nbsp;21, m.w.N.). Dabei ist unerheblich, ob der f&uuml;r die rechtsirrige Beurteilung urs&auml;chliche Fehler im Tats&auml;chlichen oder im Rechtlichen liegt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 24.&nbsp;April 2013 II&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 241, 63, BStBl II 2013, 755, Rz&nbsp;20). Im Streitfall lag den Gewerbesteuermessbescheiden 1998 bis 2000 &#8211;wie der BFH mit Urteil in BFH\/NV 2011, 1309 entschied&#8211; die irrige Rechtsansicht zugrunde, die T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers als Insolvenzverwalter sei wegen der Beteiligung fachlich vorgebildeter Angestellter als gewerblich zu qualifizieren. Tats&auml;chlich hat der Kl&auml;ger nicht der Gewerbesteuer unterliegende Eink&uuml;nfte aus sonstiger selbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG erzielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die irrige Beurteilung betraf einen bestimmten Sachverhalt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung ist unter einem bestimmten Sachverhalt der einzelne Lebensvorgang zu verstehen, an den das Gesetz steuerliche Folgen kn&uuml;pft. Der Begriff erfasst nicht nur eine einzelne steuererhebliche Tatsache oder ein einzelnes steuerrechtlich bedeutsames Merkmal, sondern &#8211;entgegen der Rechtsansicht des Kl&auml;gers&#8211; den einheitlichen, f&uuml;r die Besteuerung ma&szlig;geblichen Sachverhaltskomplex (vgl. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;November 2012 I&nbsp;R&nbsp;53\/11, BFH\/NV 2013, 690, Rz&nbsp;9; in BFHE 248, 504, Rz&nbsp;17, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nat&uuml;rliche Personen werden zur Gewerbesteuer herangezogen, wenn sie im Inland einen stehenden Gewerbebetrieb unterhalten. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 des Gewerbesteuergesetzes (GewStG) ist hierf&uuml;r ma&szlig;geblich, dass sie eine gewerbliche T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 EStG aus&uuml;ben. Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG ist Gewerbebetrieb eine selbst&auml;ndige nachhaltige Bet&auml;tigung, die mit der Absicht, Gewinn zu erzielen, unternommen wird und sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt, wenn die Bet&auml;tigung weder als Aus&uuml;bung von Land- und Forstwirtschaft noch als Aus&uuml;bung eines freien Berufs noch als eine andere selbst&auml;ndige Arbeit anzusehen ist. Bei der Pr&uuml;fung der Frage, ob der Kl&auml;ger ein gewerbesteuerpflichtiges Unternehmen i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GewStG unterhalten hat, war daher auf seine gesamte T&auml;tigkeit als Konkurs-\/Insolvenzverwalter abzustellen (so auch FG Berlin, Urteil vom 2.&nbsp;Dezember 1986 V&nbsp;84\/85, EFG 1987, 441); dies war der ma&szlig;gebliche &quot;bestimmte Sachverhalt&quot; i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO. Die Frage, ob die Beteiligung fachlich vorgebildeter Angestellter der Annahme einer selbst&auml;ndigen Arbeit entgegensteht, war hingegen nur ein einzelnes steuererhebliches Merkmal.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Gewerbesteuermessbescheide wurden durch den BFH mit Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2010 in BFH\/NV 2011, 1309 zugunsten des Kl&auml;gers aufgehoben (&sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 AO); die anschlie&szlig;ende Aufhebung der genannten Gewerbesteuermessbescheide durch das FA war nur noch deklaratorisch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das Vorliegen dieser Voraussetzungen berechtigte das FA nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz 1 AO, die auf der irrigen Annahme der Erzielung gewerblicher Eink&uuml;nfte beruhenden Einkommensteuerbescheide 1998 bis 2000 zu &auml;ndern und die richtigen steuerlichen Folgerungen aus dem Sachverhalt durch Versagung der Tarifbegrenzung nach &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. zu ziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO erlaubt nur, aus demselben &#8211;unver&auml;nderten und nicht durch weitere Tatsachen erg&auml;nzten&#8211; Sachverhalt andere (richtige) steuerliche Folgerungen in einem anderen Steuerbescheid zu ziehen (vgl. BFH-Urteil in BFHE 183, 6, BStBl II 1997, 647, unter B.1.b; Klein\/R&uuml;sken, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;52); eine vollst&auml;ndige Identit&auml;t der Sachverhalte ist allerdings nicht erforderlich (vgl. BFH-Urteil in BFHE 248, 504, Rz&nbsp;17, m.w.N.). Die steuerlichen Folgerungen d&uuml;rfen nur aus dem Sachverhalt, nicht aus den steuerlichen Folgerungen dieses Sachverhalts gezogen werden (vgl. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;M&auml;rz 1994 XI&nbsp;R&nbsp;45\/93, BFHE 174, 290, unter II.3.; Klein\/R&uuml;sken, a.a.O., &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;56); deshalb ist es nicht zul&auml;ssig, die steuerlichen Folgerungen auf andere bestandskr&auml;ftige Steuerbescheide ebenfalls zugunsten des Steuerpflichtigen entsprechend zu &uuml;bertragen (vgl. BFH-Urteil vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1999 XI&nbsp;R&nbsp;28\/98, BFHE 188, 409, BStBl II 1999, 475, unter II.2.). Die Folge&auml;nderung muss nicht auf die gleiche Rechtsfolge gerichtet sein (vgl. BFH-Urteil in BFHE 183, 6, BStBl II 1997, 647, unter B.II.2.a) oder die gleiche Steuerart betreffen (vgl. BFH-Urteile in BFHE 188, 409, BStBl II 1999, 475, unter II.2.; vom 30.&nbsp;August 2007 IV&nbsp;R&nbsp;50\/05, BFHE 218, 564, BStBl II 2008, 129, unter II.1.b&nbsp;bb, m.w.N.). Ma&szlig;geblich ist allein, ob, bezogen auf den zu beurteilenden Sachverhalt, eine sachliche Verbindung zwischen beiden Regelungsgegenst&auml;nden besteht (BFH-Urteil in BFHE 218, 564, BStBl II 2008, 129, unter II.1.b&nbsp;bb). Der Steuerpflichtige soll im Fall seines Obsiegens an seinem Rechtsstandpunkt festgehalten werden, soweit derselbe Sachverhalt zu beurteilen ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 248, 504, Rz 17, m.w.N.). Da die Regelung den Ausgleich einer zugunsten des Steuerpflichtigen eingetretenen &Auml;nderung bezweckt, erlaubt sie nur eine &Auml;nderung zuungunsten des Steuerpflichtigen (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 690, Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall bewegt sich die vom FA vorgenommene Korrektur in diesen Grenzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entgegen der Rechtsansicht des Kl&auml;gers sind die richtigen steuerlichen Folgerungen aus dem Sachverhalt (Konkurs-\/Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit) und nicht aus den steuerlichen Folgerungen dieses Sachverhalts gezogen worden (gleicher Ansicht FG M&uuml;nchen, Urteil vom 29.&nbsp;April 2003&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;2925\/02, juris). Die Gew&auml;hrung der Tarifbegrenzung nach &sect;&nbsp;32c Abs.&nbsp;1 EStG&nbsp;a.F. setzt u.a. voraus, dass in dem zu versteuernden Einkommen gewerbliche Eink&uuml;nfte i.S. des Abs.&nbsp;2 enthalten sind. Nach Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 sind gewerbliche Eink&uuml;nfte &quot;vorbehaltlich des Satzes&nbsp;2 Gewinne oder Gewinnanteile, die nach &sect;&nbsp;7 &#8230; des Gewerbesteuergesetzes der Gewerbesteuer unterliegen&quot;. Die Annahme von der Gewerbesteuer unterliegenden Gewinnen nach &sect;&nbsp;32c Abs.&nbsp;2 EStG&nbsp;a.F. i.V.m. &sect;&nbsp;7 GewStG setzt daher ebenso wie das Vorliegen eines gewerbesteuerpflichtigen Einzelunternehmens i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 GewStG die Aus&uuml;bung einer gewerblichen T&auml;tigkeit i.S. des &sect;&nbsp;15 EStG voraus. Demnach beruhen beide steuerliche Folgerungen &#8211;sowohl die Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheids als auch die Versagung der Tarifbegrenzung nach &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F.&#8211; auf der Qualifikation der vom Kl&auml;ger ausge&uuml;bten Konkurs-\/Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit und damit auf dem gleichen &quot;bestimmten Sachverhalt&quot; i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO. Beide Regelungsgegenst&auml;nde sind sachlich miteinander verbunden; es handelt sich um zwei aus dem gleichen Sachverhalt abgeleitete steuerliche Folgerungen. Dass die steuerlichen Folgerungen bei der Einkommensteuer andere sind (Versagung der Tarifbegrenzung) als bei der Gewerbesteuer (fehlende Gewerbesteuerpflicht) ist ebenso unsch&auml;dlich wie der Umstand, dass unterschiedliche Steuerarten betroffen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenso l&auml;sst sich &#8211;entgegen der Ansicht des Kl&auml;gers&#8211; aus der Rechtsprechung des BFH nicht ableiten, &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO sei auf Tarifbestimmungen nicht anwendbar. Weder dem Wortlaut noch den vom Kl&auml;ger zitierten BFH-Urteilen l&auml;sst sich eine derartige Einschr&auml;nkung entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In dem Senatsurteil vom 27.&nbsp;Januar 2011 III&nbsp;R&nbsp;90\/07 (BFHE 232, 485, BStBl II 2011, 543) war die Frage zu kl&auml;ren, ob aufgrund der nachtr&auml;glichen Festsetzung\/Zahlung von Kindergeld der bestandskr&auml;ftig durch Steuerbescheid festgesetzte Solidarit&auml;tszuschlag noch durch den Ansatz der f&uuml;r Kinder zu gew&auml;hrenden Freibetr&auml;ge (vgl. &sect;&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 des Solidarit&auml;tszuschlagsgesetzes i.V.m. &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG) herabgesetzt werden kann. Der Senat lie&szlig; in dieser Entscheidung &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO nicht deshalb unerw&auml;hnt, weil diese Norm nicht anwendbar war, sondern weil sie die begehrte Herabsetzung des Solidarit&auml;tszuschlags nicht erm&ouml;glicht h&auml;tte. So erlaubt &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO &#8211;wie ausgef&uuml;hrt&#8211; nur eine &Auml;nderung zuungunsten des Steuerpflichtigen, nicht hingegen die &Uuml;bertragung der steuerlichen Folgerungen auf andere bestandskr&auml;ftige Steuerbescheide zugunsten des Steuerpflichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) In dem BFH-Urteil vom 8.&nbsp;Juli 1992 XI&nbsp;R&nbsp;54\/89 (BFHE 168, 231, BStBl II 1992, 867) wurde entschieden, dass &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO der Finanzbeh&ouml;rde keine Rechtsgrundlage daf&uuml;r bietet, einen bereits durch eine Gerichtsentscheidung ge&auml;nderten Steuerbescheid nochmals nach dieser Vorschrift zu &auml;ndern. Die fehlende Anwendbarkeit dieser Korrekturvorschrift lag daher nicht darin begr&uuml;ndet, dass materiell-rechtlich (u.a.) eine Tarifvorschrift (&sect;&nbsp;34 EStG) in Streit stand, sondern darin, dass das FA die richtigen steuerlichen Folgerungen in dem durch das Gericht ge&auml;nderten Steuerbescheid und nicht &#8211;wie &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz 1 AO voraussetzt&#8211; in einem anderen Steuerbescheid ziehen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 1998 bis 2000 war nicht wegen Ablaufs der Festsetzungsverj&auml;hrung ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der BFH hat die fehlerhaften Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2000 vom 19.&nbsp;Juli 2005 mit Urteil vom 15.&nbsp;Dezember 2010 aufgehoben (vgl. &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Die angefochtenen Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheide 1998 bis 2000 vom 10. und 22.&nbsp;Juni 2011 sind demnach binnen der Jahresfrist des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO erlassen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Unbeachtlichkeit des Fristablaufs nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO k&ouml;nnte auch nicht dessen Satz&nbsp;4 entgegenstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 AO ist der Fristablauf f&uuml;r den Fall, dass die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen war, als der sp&auml;ter aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid erlassen wurde, nur unter den zus&auml;tzlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO unbeachtlich. Der in Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 genannte &quot;sp&auml;ter aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid&quot; ist der auf Rechtsbehelf oder Antrag des Steuerpflichtigen aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid (vgl. BFH-Urteile vom 10.&nbsp;November 1993 I&nbsp;R&nbsp;20\/93, BFHE 173, 184, BStBl II 1994, 327, unter II.B.5.; vom 23.&nbsp;Mai 1996 IV&nbsp;R&nbsp;49\/95, BFH\/NV 1997, 89; Senatsurteil vom 15.&nbsp;Januar 2009 III&nbsp;R&nbsp;81\/07, BFH\/NV 2009, 1073, unter II.b; BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Februar 2007 XI&nbsp;B&nbsp;70\/06, BFH\/NV 2007, 1071, unter 2.; Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;52; Frotscher in Schwarz\/Pahlke, Abgabenordnung\/Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;185), hier die Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2000 vom 19.&nbsp;Juli 2005.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Festsetzungsfristen f&uuml;r die Einkommensteuer 1998 bis 2000 waren bei Erlass der sp&auml;ter aufgehobenen Gewerbesteuermessbescheide 1998 bis 2000 vom 19.&nbsp;Juli 2005 noch nicht abgelaufen. Damit kommt es auf das Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die &#8211;regul&auml;r am 31.&nbsp;Dezember 2004 endenden (Eingang der Steuererkl&auml;rungen im Jahr 2000; vgl. &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO)&#8211; Festsetzungsfristen f&uuml;r die Jahre 1998 und 1999 waren im Streitfall zumindest bis zum Ablauf des 25.&nbsp;August 2005 gehemmt. Aufgrund der beim Kl&auml;ger durchgef&uuml;hrten &#8211;sich u.a. auf die Einkommensteuer 1998 und 1999 erstreckenden&#8211; Au&szlig;enpr&uuml;fung endeten die Festsetzungsfristen nicht, bevor die aufgrund der Au&szlig;enpr&uuml;fung zu erlassenden Steuerbescheide unanfechtbar wurden (&sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO). Die aufgrund der Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangenen Einkommensteuerbescheide vom 21.&nbsp;Juli 2005 galten am 25.&nbsp;Juli 2005 als bekanntgegeben (&sect;&nbsp;122 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 AO i.V.m. &sect;&nbsp;108 Abs.&nbsp;3 AO). Deren Unanfechtbarkeit (vgl. dazu Frotscher in Schwarz\/ Pahlke, a.a.O., &sect;&nbsp;171 AO Rz&nbsp;97) konnte daher fr&uuml;hestens mit Ablauf der einmonatigen Einspruchsfrist (vgl. &sect;&nbsp;355 Abs.&nbsp;1 AO) am 25.&nbsp;August 2005 eintreten. Die (regul&auml;re) Festsetzungsfrist f&uuml;r das Jahr 2000 endete aufgrund der im Jahr 2002 eingereichten Einkommensteuererkl&auml;rung ohnehin erst am 31.&nbsp;Dezember 2006 (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2, &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Entgegen der Rechtsansicht des Kl&auml;gers ist die Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO auch nicht wegen der fehlenden Korrektur-m&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist in &Uuml;bereinstimmung mit den Beteiligten zutreffend davon ausgegangen, dass der Gewerbesteuermessbescheid kein Grundlagenbescheid i.S. des &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 AO f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Tarifbegrenzung nach &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. ist (Wendt in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, 186.&nbsp;Lieferung November 1996, &sect;&nbsp;32c EStG Rz&nbsp;15; a.A. Schmidt\/Glanegger, EStG, 21.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;32c Rz&nbsp;10). Grundlagenbescheide sind gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 AO Feststellungsbescheide, Steuermessbescheide oder sonstige f&uuml;r eine Steuerfestsetzung bindende Verwaltungsakte. F&uuml;r die Annahme einer derartigen Bindungswirkung ist nach der Rechtsprechung des BFH grunds&auml;tzlich eine gesetzliche Regelung erforderlich (vgl. z.B. Senatsurteil in BFHE 232, 485, BStBl II 2011, 543, Rz&nbsp;20, m.w.N.). Hieran fehlt es. &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. bestimmt nicht, dass die Gew&auml;hrung der Tarifbegrenzung vom Gewerbesteuer- oder Gewerbesteuermessbescheid abh&auml;ngt. Eine solche verfahrensrechtliche Bindungswirkung l&auml;sst sich auch nicht aus der in &sect;&nbsp;32c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG&nbsp;a.F. gebrauchten Formulierung ableiten, wonach Gewinne oder Gewinnanteile beg&uuml;nstigt sind, die &quot;&#8230; der Gewerbesteuer unterliegen&quot;. Hiermit bringt der Gesetzgeber gerade nicht &#8211;obwohl ihm dies m&ouml;glich gewesen w&auml;re&#8211; hinreichend klar zum Ausdruck, dass die Gew&auml;hrung der Tarifbeg&uuml;nstigung von der Festsetzung der Gewerbesteuer oder des Gewerbesteuermessbetrags abh&auml;ngen soll. Vielmehr wird mit dieser Formulierung gesagt, dass f&uuml;r die Gew&auml;hrung der Tarifbegrenzung die tatbestandsm&auml;&szlig;igen Voraussetzungen f&uuml;r die Vornahme einer Gewerbebesteuerung vorliegen m&uuml;ssen. Aus der fehlenden Korrekturm&ouml;glichkeit nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO l&auml;sst sich jedoch nicht ableiten, dass eine &Auml;nderung nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ausscheidet. Vielmehr h&auml;tte sich umgekehrt bei Eingreifen des &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO die Frage gestellt, ob diese Bestimmung dem &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO vorgeht (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 28.&nbsp;September 2009 IV&nbsp;B&nbsp;99\/08, BFH\/NV 2010, 167; Frotscher in Schwarz\/ Pahlke, a.a.O., &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;38&nbsp;ff.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gegenteiliges ergibt sich auch nicht aus dem vom Kl&auml;ger zitierten BFH-Urteil in BFHE 218, 503, BStBl II 2008, 4. Dieser Entscheidung l&auml;sst sich nicht entnehmen, dass der &#8211;die Korrektur nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO ausl&ouml;sende&#8211; ge&auml;nderte Gewinnfeststellungsbescheid (Grundlagenbescheid) aufgrund eines Rechtsbehelfs oder Antrags ge&auml;ndert wurde. Damit fehlte es bereits an den tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ebenso wenig folgt etwas anderes aus dem mit Wirkung zum Veranlagungszeitraum 2001 eingef&uuml;gten &#8211;die Vorschrift des &sect;&nbsp;32c EStG&nbsp;a.F. ersetzenden&#8211; &sect;&nbsp;35 EStG (vgl. &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;50a EStG i.d.F. des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2001 vom 20.&nbsp;Dezember 2001, BGBl I 2001, 3794, BStBl I 2002, 4). Nach &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;1 EStG wird die auf gewerbliche Eink&uuml;nfte entfallende Einkommensteuer durch pauschalierte Anrechnung der Gewerbesteuer erm&auml;&szlig;igt. F&uuml;r die Ermittlung dieser Steuererm&auml;&szlig;igung werden in &sect;&nbsp;35 Abs.&nbsp;3 S&auml;tze&nbsp;2 und 3 EStG verschiedene Bescheide zu Grundlagenbescheiden bestimmt. Diese Regelung dient der verfahrensrechtlichen Vereinfachung und soll sicherstellen, dass bei ver&auml;nderten Ausgangsgr&ouml;&szlig;en auch die Steuererm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO korrigiert werden kann (vgl. BTDrucks 14\/2683, S.&nbsp;116; BTDrucks 16\/4841, S.&nbsp;65; HHR\/ Levedag, &sect;&nbsp;35 EStG Rz&nbsp;81). Hieraus l&auml;sst sich jedoch nicht ableiten, dass in den Jahren vor Geltung des &sect;&nbsp;35 EStG eine &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO trotz Vorliegens der Voraussetzungen ausgeschlossen gewesen sein soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Dem hier gefundenen Ergebnis steht auch nicht der Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 10.&nbsp;November 1997 GrS&nbsp;1\/96 (BFHE 184, 1, BStBl II 1998, 83) entgegen. Der Gro&szlig;e Senat entschied, dass &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO nicht die verfahrensrechtliche M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, vorab eine andere bestandskr&auml;ftige Veranlagung (hier K&ouml;rperschaftsteuer 1984) aufzuheben oder zu &auml;ndern, um hieraus die Rechtswidrigkeit des angefochtenen Bescheides (K&ouml;rperschaftsteuer 1985) herzuleiten. Somit h&auml;tte die Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO auf Tatbestandsseite vorausgesetzt, dass zun&auml;chst der angefochtene Bescheid (K&ouml;rperschaftsteuer 1985) ge&auml;ndert oder aufgehoben worden w&auml;re, bevor auf Rechtsfolgenseite die bestandskr&auml;ftige Vorjahresveranlagung (K&ouml;rperschaftsteuer 1984) h&auml;tte korrigiert werden k&ouml;nnen (vgl. Stapperfend, Anm. zum Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 10.&nbsp;November 1997 GrS&nbsp;1\/96, Finanz-Rundschau 1998, 103). Hieran fehlte es, so dass die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO &uuml;berhaupt nicht gegeben waren. Ebenso lehnte der Gro&szlig;e Senat des BFH eine analoge Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO ab (Beschluss in BFHE 184, 1, BStBl II 1998, 83, unter C.II.2.). Im Streitfall sind hingegen die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Schlie&szlig;lich kann der Senat nicht erkennen, aus welchen Gr&uuml;nden die &Auml;nderung der Einkommensteuerfestsetzungen 1998 bis 2000 gegen Art.&nbsp;1 GG versto&szlig;en soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 4.2.2016, III R 12\/14 &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Versagung der Tarifbegrenzung gem&auml;&szlig; &sect; 32c EStG a.F. nach Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheids Leits&auml;tze 1. Wird der Gewerbesteuermessbescheid aufgrund eines Rechtsbehelfs aufgehoben, weil der Steuerpflichtige eine selbst&auml;ndige T&auml;tigkeit i.S. des &sect; 18 Abs. 1 Nr. 3 EStG aus&uuml;bt, ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-12-14-aenderung-des-einkommensteuerbescheids-nach-par-174-abs-4-ao-versagung-der-tarifbegrenzung-gemaess-par-32c-estg-af-nach-aufhebung-des-gewerbesteuermessbescheids\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;12\/14 &#8211; &Auml;nderung des Einkommensteuerbescheids nach &sect; 174 Abs. 4 AO &#8211; Versagung der Tarifbegrenzung gem&auml;&szlig; &sect; 32c EStG a.F. nach Aufhebung des Gewerbesteuermessbescheids<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66129","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66129","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66129"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66129\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66129"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66129"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66129"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}