{"id":66134,"date":"2017-01-18T12:43:36","date_gmt":"2017-01-18T10:43:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66134"},"modified":"2017-01-18T12:44:07","modified_gmt":"2017-01-18T10:44:07","slug":"vi-r-56-13-zivilprozesskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-56-13-zivilprozesskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;56\/13 &#8211; Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.2.2016, VI R 56\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 26. Juni 2013 7 K 2700\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) wurde f&uuml;r das Streitjahr (2011) einzeln zur Einkommensteuer veranlagt. Er ist der Vater des am &#8230;&nbsp;Juli 2010 geborenen Kindes T. Mit der Kindesmutter L war er nicht verheiratet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger verpflichtete sich am 3.&nbsp;September 2010 vor dem Jugendamt der Stadt X in einer Jugendamtsurkunde zur Zahlung von Kindesunterhalt f&uuml;r T. Au&szlig;erdem verpflichtete er sich am 6.&nbsp;September 2010 in einem notariell beurkundeten Schuldanerkenntnis zur Zahlung von Unterhalt an die Kindesmutter L in H&ouml;he von 440&nbsp;EUR monatlich. Der Kl&auml;ger kam diesen Unterhaltsverpflichtungen regelm&auml;&szlig;ig nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>T und L beantragten noch im Jahr 2010 beim Amtsgericht (AG) X, Familiengericht, die Ab&auml;nderung des Kindesunterhalts und des Unterhalts der Kindesmutter. Der Kl&auml;ger schloss mit T und L vor dem AG schlie&szlig;lich einen Vergleich. Hiernach verpflichtete sich der Kl&auml;ger in Ab&auml;nderung der Jugendamtsurkunde u.a., f&uuml;r T ab Mai 2011 einen monatlichen Unterhalt in H&ouml;he von 128&nbsp;% des Mindestbedarfs abz&uuml;glich des h&auml;lftigen Kindergeldanteils zu zahlen. Der Unterhalt der L wurde f&uuml;r die Zeit von Mai bis September 2011 auf 550&nbsp;EUR monatlich und ab Oktober 2011 auf monatlich 1.100&nbsp;EUR festgesetzt. Die Kosten des Verfahrens und des Vergleichs wurden gegeneinander aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Verfahrensbevollm&auml;chtigte des Kl&auml;gers in dem familiengerichtlichen Verfahren stellte dem Kl&auml;ger mit Rechnung vom 24.&nbsp;April 2011 Rechtsanwaltsgeb&uuml;hren in H&ouml;he von insgesamt 3.154,46&nbsp;EUR in Rechnung, die der Kl&auml;ger im Streitjahr bezahlte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger machte diese Rechtsanwaltsgeb&uuml;hren in seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte die Rechtsanwaltsgeb&uuml;hren auch im Einspruchsverfahren nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 1665 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt, das Urteil des FG K&ouml;ln vom 26.&nbsp;Juni 2013&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K&nbsp;2700\/12 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die geltend gemachten Rechtsanwaltskosten zu Unrecht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung i.S. des &sect;&nbsp;33 des Einkommensteuergesetzes (EStG) ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Erwachsen einem Steuerpflichtigen zwangsl&auml;ufig gr&ouml;&szlig;ere Aufwendungen als der &uuml;berwiegenden Mehrzahl der Steuerpflichtigen gleicher Einkommensverh&auml;ltnisse, gleicher Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse und gleichen Familienstandes (au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung), so wird auf Antrag die Einkommensteuer in bestimmtem Umfang erm&auml;&szlig;igt (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG). Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erwachsen dem Steuerpflichtigen Aufwendungen zwangsl&auml;ufig, wenn er sich ihnen aus rechtlichen, tats&auml;chlichen oder sittlichen Gr&uuml;nden nicht entziehen kann und soweit die Aufwendungen den Umst&auml;nden nach notwendig sind und einen angemessenen Betrag nicht &uuml;bersteigen. Ziel des &sect;&nbsp;33 EStG ist es, zwangsl&auml;ufige Mehraufwendungen f&uuml;r den existenznotwendigen Grundbedarf zu ber&uuml;cksichtigen, die sich wegen ihrer Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit einer pauschalen Erfassung in allgemeinen Freibetr&auml;gen entziehen. Aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;33 EStG ausgeschlossen sind dagegen die &uuml;blichen Aufwendungen der Lebensf&uuml;hrung, die in H&ouml;he des Existenzminimums durch den Grundfreibetrag abgegolten sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;September 1989 III&nbsp;R&nbsp;129\/86, BFHE 158, 380, BStBl II 1990, 418, und vom 26.&nbsp;Juni 2014 VI&nbsp;R&nbsp;51\/13, BFHE 246, 326, BStBl II 2015, 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Bei den Kosten eines Zivilprozesses sprach nach der langj&auml;hrigen Rechtsprechung des BFH eine Vermutung gegen die Zwangsl&auml;ufigkeit (Senatsurteil vom 22.&nbsp;August 1958 VI&nbsp;148\/57&nbsp;U, BFHE 67, 379, BStBl III 1958, 419; BFH-Urteile vom 18.&nbsp;Juli 1986 III&nbsp;R&nbsp;178\/80, BFHE 147, 171, BStBl II 1986, 745; vom 9.&nbsp;Mai 1996 III&nbsp;R&nbsp;224\/94, BFHE 181, 12, BStBl II 1996, 596; vom 4.&nbsp;Dezember 2001 III&nbsp;R&nbsp;31\/00, BFHE 198, 94, BStBl II 2002, 382; vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2004 III&nbsp;R&nbsp;24\/03, BFHE 206, 16, BStBl II 2004, 726, und vom 27.&nbsp;August 2008 III&nbsp;R&nbsp;50\/06, BFH\/NV 2009, 553). Derartige Kosten wurden nur als zwangsl&auml;ufig erachtet, wenn auch das die Zahlungsverpflichtung oder den Zahlungsanspruch ad&auml;quat verursachende Ereignis zwangsl&auml;ufig war (BFH-Urteil in BFHE 181, 12, BStBl II 1996, 596). Daran fehlte es nach der Rechtsprechung des BFH im Allgemeinen bei einem Zivilprozess (BFH-Urteile in BFHE 206, 16, BStBl II 2004, 726, und in BFH\/NV 2009, 553). Vielmehr sei es in der Regel der freien Entscheidung der (Vertrags-)Parteien &uuml;berlassen, ob sie sich zur Durchsetzung oder Abwehr eines zivilrechtlichen Anspruchs einem Prozess(kosten)risiko aussetzten (vgl. BFH-Urteile in BFHE 181, 12, BStBl II 1996, 596; in BFHE 206, 16, BStBl II 2004, 726, und in BFH\/NV 2009, 553). Als zwangsl&auml;ufige Aufwendungen erkannte die Rechtsprechung Zivilprozesskosten nur an, wenn der Prozess existenziell wichtige Bereiche oder den Kernbereich menschlichen Lebens ber&uuml;hrte. Liefe der Steuerpflichtige ohne den Rechtsstreit Gefahr, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bed&uuml;rfnisse in dem &uuml;blichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu k&ouml;nnen, k&ouml;nne er trotz unsicherer Erfolgsaussichten gezwungen sein, einen Zivilprozess zu f&uuml;hren (BFH-Urteile in BFHE 181, 12, BStBl II 1996, 596, und in BFH\/NV 2009, 553).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Demgegen&uuml;ber nahm der Senat in seinem Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2011 VI&nbsp;R&nbsp;42\/10 (BFHE 234, 30, BStBl II 2011, 1015) die Unausweichlichkeit von Zivilprozesskosten unter der Voraussetzung an, dass die beabsichtigte Rechtsverfolgung hinreichende Aussicht auf Erfolg bietet und nicht mutwillig erscheint. Diese Auffassung hat auch das FG dem angefochtenen Urteil zugrunde gelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat h&auml;lt an seiner in dem Urteil in BFHE 234, 30, BStBl II 2011, 1015 vertretenen Auffassung allerdings nicht mehr fest. Wie er in seinem Urteil vom 18.&nbsp;Juni 2015 VI&nbsp;R&nbsp;17\/14 (BFHE&nbsp;250, 153, BStBl II&nbsp;2015, 800) entschieden hat, kehrt er unter Aufgabe seiner in dem Urteil in BFHE 234, 30, BStBl II 2011, 1015 vertretenen Ansicht zu der fr&uuml;heren Rechtsprechung des BFH zur Abziehbarkeit der Kosten eines Zivilprozesses als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung zur&uuml;ck. Wegen der Einzelheiten wird auf das Senatsurteil in BFHE&nbsp;250, 153, BStBl II&nbsp;2015, 800 Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist auch im Streitfall zu pr&uuml;fen, ob die geltend gemachten Kosten f&uuml;r die zivilprozessuale Auseinandersetzung als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen zu ber&uuml;cksichtigen sind. Zivilprozesskosten sind demnach nur insoweit abziehbar, als der Prozess existenziell wichtige Bereiche oder den Kernbereich menschlichen Lebens ber&uuml;hrt. Liefe der Steuerpflichtige ohne den Rechtsstreit Gefahr, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bed&uuml;rfnisse in dem &uuml;blichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu k&ouml;nnen, kann der Steuerpflichtige auch bei unsicheren Erfolgsaussichten zur Durchsetzung oder Abwehr eines zivilrechtlichen Anspruchs aus rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden gezwungen sein, einen Zivilprozess zu f&uuml;hren, sodass die Prozesskosten zwangsl&auml;ufig i.S. von &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erwachsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG ist von anderen Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen. Seine Entscheidung hat daher keinen Bestand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat kann aufgrund der vom FG getroffenen tats&auml;chlichen Feststellungen allerdings in der Sache selbst entscheiden. Die von dem Kl&auml;ger getragenen Rechtsanwaltskosten sind nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen steuermindernd zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Kl&auml;ger sind die Rechtsanwaltskosten entstanden, weil er sich in einem familiengerichtlichen Verfahren gegen von seinem nichtehelichen Kind T und der Kindesmutter L geltend gemachte Unterhaltsanspr&uuml;che verteidigt hat und er in diesem Verfahren einen Vergleich geschlossen hat, nach dem die Kosten des Verfahrens und des Vergleichs gegeneinander aufgehoben wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger lief ohne die Rechtsverteidigung gegen die von T und L geltend gemachten Unterhaltsanspr&uuml;che nicht Gefahr, seine Existenzgrundlage zu verlieren und seine lebensnotwendigen Bed&uuml;rfnisse in dem &uuml;blichen Rahmen nicht mehr befriedigen zu k&ouml;nnen. Er war daher zur Abwehr der gegen ihn geltend gemachten Unterhaltsanspr&uuml;che auch bei ungewissen Erfolgsaussichten nicht aus rechtlichen oder tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden gezwungen, das familiengerichtliche Verfahren zu f&uuml;hren. Die von ihm in Zusammenhang mit diesem Verfahren gezahlten Rechtsanwaltsgeb&uuml;hren sind ihm damit nicht zwangsl&auml;ufig i.S. von &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG erwachsen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Regelung zivilrechtlicher Unterhaltsanspr&uuml;che hat der Gesetzgeber den Unterhaltsberechtigten und den Unterhaltsverpflichteten im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften im Wesentlichen zur eigenverantwortlichen Gestaltung &uuml;bertragen. Deshalb hat der BFH selbst bei einer Ehescheidung Aufwendungen im Zusammenhang mit Scheidungsfolgesachen au&szlig;erhalb des sog. Zwangsverbundes, zu denen auch Unterhaltssachen betreffend die Unterhaltspflicht gegen&uuml;ber einem gemeinschaftlichen Kind und dem (ehemaligen) Ehepartner geh&ouml;ren (&sect;&nbsp;137 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 des Gesetzes &uuml;ber das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit in der im Streitjahr geltenden Fassung), nicht als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen anerkannt (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juni 2005 III&nbsp;R&nbsp;27\/04, BFHE 210, 306, BStBl II 2006, 492). F&uuml;r die Prozesskosten zur Regelung der Unterhaltspflichten gegen&uuml;ber einem nichtehelichen Kind und dessen Kindesmutter kann nichts anderes gelten (vgl. auch BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Dezember 2005 III&nbsp;B&nbsp;98\/05, BFH\/NV 2006, 733).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.2.2016, VI R 56\/13 Zivilprozesskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 26. 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