{"id":6614,"date":"2012-11-30T16:11:11","date_gmt":"2012-11-30T14:11:11","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6614"},"modified":"2012-11-30T16:11:11","modified_gmt":"2012-11-30T14:11:11","slug":"iii-r-67-10-vollzeiterwerbstaetigkeit-schliesst-beruecksichtigung-als-kind-im-familienleistungsausgleich-nicht-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-67-10-vollzeiterwerbstaetigkeit-schliesst-beruecksichtigung-als-kind-im-familienleistungsausgleich-nicht-aus\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;67\/10 &#8211; Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit schlie&szlig;t Ber&uuml;cksichtigung als Kind im Familienleistungsausgleich nicht aus"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2011, III R 67\/10<\/p>\n<p class=\"titel\">Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit schlie&szlig;t Ber&uuml;cksichtigung als Kind im Familienleistungsausgleich nicht aus<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erhielt von der Beklagten und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) zun&auml;chst fortlaufend Kindergeld f&uuml;r seine 1984 geborene Tochter (T). T beendete ihr Studium der Rechtswissenschaften im April 2008 mit dem 1. Staatsexamen. Im Rahmen der Erkl&auml;rung zu den voraussichtlichen Eink&uuml;nften und Bez&uuml;gen der T im Jahr 2008 gab der Kl&auml;ger u.a. an, dass T nach Abschluss des Studiums zwar die Aufnahme in den juristischen Vorbereitungsdienst beantragt habe, sie im Hinblick auf die Wartezeit von einigen Monaten jedoch ab Juni 2008 eine vor&uuml;bergehende Erwerbst&auml;tigkeit aufgenommen habe. Voraussichtlich werde der Grenzbetrag aus diesem Grunde &uuml;berschritten. Daraufhin hob die Familienkasse die Kindergeldfestsetzung mit Bescheid vom 23. Juli 2008 ab Januar 2008 unter Hinweis auf &sect; 70 Abs. 4 des Einkommensteuergesetzes in der im Streitzeitraum geltenden Fassung (EStG) auf und forderte das bereits f&uuml;r die Monate bis August 2008 gezahlte Kindergeld von dem Kl&auml;ger zur&uuml;ck. Den Einspruch des Kl&auml;gers wies sie als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Dezember 2008 begann T das Referendariat. W&auml;hrend des Studiums erzielte sie aus einer Nebent&auml;tigkeit gewerbliche Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von 1.050 EUR. Aus der in den Monaten Juni bis November 2008 ausge&uuml;bten Erwerbst&auml;tigkeit erzielte sie unter Ber&uuml;cksichtigung von Werbungskosten Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von mindestens 17.000 EUR, bei Arbeitnehmerbeitr&auml;gen zur Sozialversicherung von rund 2.000 EUR. F&uuml;r den Monat Dezember 2008 erhielt sie eine Vorauszahlung auf ihre Referendarbez&uuml;ge in H&ouml;he von netto 780 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage, mit der der Kl&auml;ger Kindergeld f&uuml;r die Monate Januar bis einschlie&szlig;lich Mai sowie f&uuml;r Dezember 2008 begehrte, mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2011, 545 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision r&uuml;gt die Familienkasse eine unzutreffende Auslegung des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c und Satz 2 EStG und nimmt auf das Senatsurteil vom 17. Juni 2010 III R 34\/09 (BFHE 230, 61, BStBl II 2010, 982) Bezug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Kindergeld habe die Funktion, die besondere wirtschaftliche Belastung, die Eltern durch ihre Unterhaltsverpflichtung gegen&uuml;ber Kindern entstehe, zumindest teilweise auszugleichen. Das Jahresprinzip widerspreche daher dem im Unterhaltsrecht geltenden Grundsatz der monatlichen Leistungsverpflichtung und k&ouml;nne nicht mit einem behaupteten Verwaltungsmehraufwand bei monatlicher Pr&uuml;fung der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge gerechtfertigt werden. Zudem komme es zu unzumutbaren H&auml;rten, wenn der Grenzbetrag erst durch den Zufluss von Eink&uuml;nften oder Bez&uuml;gen am Ende des Kalenderjahres &uuml;berschritten werde und das Kindergeld zur&uuml;ckgefordert werde, obwohl es seiner Funktion entsprechend verwendet worden sei. Durch das Jahresprinzip k&ouml;nnten die Grundrechte aus Art. 3 und Art. 6 des Grundgesetzes verletzt sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Familienkasse ist nur hinsichtlich des Monats Dezember 2008 begr&uuml;ndet (unten 1.). Insoweit f&uuml;hrt die Revision zur Aufhebung des angegriffenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Hinsichtlich der Monate Januar bis Mai 2008 ist die Revision der Familienkasse als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 FGO). Denn die Familienkasse war zu einer (r&uuml;ckwirkenden) Aufhebung der bestandskr&auml;ftigen Festsetzung f&uuml;r diese Monate nicht berechtigt (unten 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r ein &uuml;ber 18 Jahre altes Kind, das, wie T in 2008, das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, besteht nach &sect; 62 Abs. 1, &sect; 63 Abs. 1 Satz 2 i.V.m. &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2, &sect; 32 Abs. 4 Satz 2 EStG u.a. dann Anspruch auf Kindergeld, wenn das Kind f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird (&sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG) oder eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann (&sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG) und seine zur Bestreitung des Unterhalts oder der Berufsausbildung bestimmten oder geeigneten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge 7.680 EUR im Kalenderjahr nicht &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In Berufsausbildung i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG befindet sich, wer sein Berufsziel noch nicht erreicht hat, sich aber ernsthaft und nachhaltig darauf vorbereitet (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 24. Februar 2010 III R 3\/08, BFH\/NV 2010, 1262). Nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG ist ein Kind zu ber&uuml;cksichtigen, wenn es eine Berufsausbildung mangels Ausbildungsplatzes nicht beginnen oder fortsetzen kann. Das ist nicht nur dann der Fall, wenn das Kind noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, sondern auch dann, wenn ihm ein Ausbildungsplatz bereits zugesagt wurde, es diesen aber aus schul-, studien- oder betriebsorganisatorischen Gr&uuml;nden erst zu einem sp&auml;teren Zeitpunkt antreten kann (z.B. Senatsurteil in BFHE 230, 61, BStBl II 2010, 982).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach geht das FG zun&auml;chst zutreffend davon aus, dass T im gesamten Kalenderjahr 2008 die Voraussetzungen eines Ber&uuml;cksichtigungstatbestands nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 EStG erf&uuml;llt hat. In den Monaten Januar bis April 2008 (Studium) und im Dezember 2008 (Referendariat) wurde sie i.S. des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG f&uuml;r einen Beruf ausgebildet. In den Monaten Mai bis November 2008 war sie als Kind nach &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG zu ber&uuml;cksichtigen, denn nach den bindenden Feststellungen des FG (&sect; 118 Abs. 2 FGO) hatte sie nach Abschluss des Studiums die Aufnahme in den juristischen Vorbereitungsdienst beantragt, die erst zum 1. Dezember 2008 erfolgte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Entgegen der Auffassung des FG wird der Tatbestand des &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG nicht dadurch ausgeschlossen, dass T in den danach auch zu ber&uuml;cksichtigenden Monaten Juni bis November 2008 einer Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit nachging. Insoweit verweist der Senat zur weiteren Begr&uuml;ndung auf sein Urteil in BFHE 230, 61, BStBl II 2010, 982. Danach stand die Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit der T ihrer Ber&uuml;cksichtigung als Kind i.S. des &sect; 32 Abs. 4 EStG nicht entgegen. Bei der Frage, ob der Jahresgrenzbetrag &uuml;berschritten ist, sind daher auch ihre Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge aus den Monaten Juni bis November 2008 einzubeziehen. Die vom FG f&uuml;r den Senat bindend (&sect; 118 Abs. 2 FGO) festgestellten Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge der T &uuml;berschritten im ma&szlig;geblichen gesamten Kalenderjahr den Jahresgrenzbetrag von 7.680 EUR. Dem Kl&auml;ger stand daher f&uuml;r das Jahr 2008 kein Anspruch auf Kindergeld zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die vom Kl&auml;ger gegen die Ausgestaltung des Grenzbetrages als Jahresbetrag gerichteten Einw&auml;nde greifen nicht durch. Eine Ausgestaltung des Grenzbetrages als Monatsbetrag ist im Hinblick auf den dadurch bedingten Verwaltungsmehraufwand und die Typisierungs- und Pauschalierungsbefugnis des Gesetzgebers verfassungsrechtlich nicht geboten (vgl. auch Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Juli 2010&nbsp;&nbsp;2 BvR 2122\/09, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2010, 1109).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Ergebnis zu Recht hat das FG den Bescheid der Familienkasse vom 23. Juli 2008 und die hierzu ergangene Einspruchsentscheidung vom 12. M&auml;rz 2009 aufgehoben, soweit die Familienkasse damit die f&uuml;r Januar bis Mai 2008 bereits bestandskr&auml;ftige Festsetzung von Kindergeld aufgehoben hat. Denn die verfahrensrechtlichen Voraussetzungen f&uuml;r eine r&uuml;ckwirkende Aufhebung lagen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Insbesondere kam eine Korrektur der Festsetzung nach &sect; 70 Abs. 4 EStG nicht in Betracht. Denn im Streitfall haben sich nach den Feststellungen des FG hinsichtlich des Betrages der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge keine tats&auml;chlichen &Auml;nderungen gegen&uuml;ber den Annahmen in der Prognose ergeben. Vielmehr hat sich im Jahr 2008 allein die Rechtsauffassung der Verwaltung zur Ber&uuml;cksichtigungsf&auml;higkeit von Kindern, die w&auml;hrend des Wartens auf einen Ausbildungsplatz (&sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. c EStG) einer Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit nachgehen, mit der Folge ge&auml;ndert, dass die Eink&uuml;nfte aus der Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit bei der Pr&uuml;fung der Grenzbetrags&uuml;berschreitung einzubeziehen sind. Eine derartige &Auml;nderung der Rechtsauffassung gen&uuml;gt allein aber nicht, um eine r&uuml;ckwirkende Korrektur der Festsetzung gem&auml;&szlig; &sect; 70 Abs. 4 EStG zu rechtfertigen. Von den streitbefangenen Monaten konnte die Familienkasse unter Zugrundelegung ihrer ge&auml;nderten Rechtsauffassung gem&auml;&szlig; &sect; 70 Abs. 3 EStG daher nur die Festsetzung von Kindergeld f&uuml;r den Monat Dezember 2008 aufheben. Zur weiteren Begr&uuml;ndung wird auf das Urteil vom 21. Oktober 2010 III R 74\/09 (BFH\/NV 2011, 250) Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Klarstellend weist der Senat darauf hin, dass der Anwendungsbereich des &sect; 70 Abs. 4 EStG dann wieder er&ouml;ffnet ist, wenn nicht allein die Einbeziehung der Eink&uuml;nfte aus der Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit in Folge ge&auml;nderter Rechtsauffassung zur nachtr&auml;glichen Feststellung der Grenzbetrags&uuml;berschreitung f&uuml;hrt, sondern sich zus&auml;tzlich tats&auml;chliche &Auml;nderungen hinsichtlich des Betrages der Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge ergeben &#8211;z.B. durch eine bei Erlass der Prognoseentscheidung nicht absehbare Nebenerwerbst&auml;tigkeit des Kindes, die parallel zu einer avisierten Ausbildung an einer Schule oder Hochschule aufgenommen wird&#8211; und diese tats&auml;chlichen &Auml;nderungen bereits f&uuml;r sich genommen die nachtr&auml;gliche Feststellung der &Uuml;berschreitung des (anteiligen) Grenzbetrages erm&ouml;glicht h&auml;tten. Das Vorliegen eines solchen Sachverhalts hat das FG indes nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.12.2011, III R 67\/10 Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit schlie&szlig;t Ber&uuml;cksichtigung als Kind im Familienleistungsausgleich nicht aus Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erhielt von der Beklagten und Revisionskl&auml;gerin (Familienkasse) zun&auml;chst fortlaufend Kindergeld f&uuml;r seine 1984 geborene Tochter (T). T beendete ihr Studium der Rechtswissenschaften im April 2008 mit dem 1. Staatsexamen. 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