{"id":66148,"date":"2017-01-18T12:43:32","date_gmt":"2017-01-18T10:43:32","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66148"},"modified":"2017-01-18T12:44:04","modified_gmt":"2017-01-18T10:44:04","slug":"x-r-1-13-gemischt-genutztes-arbeitszimmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-1-13-gemischt-genutztes-arbeitszimmer\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;1\/13 &#8211; Gemischt genutztes Arbeitszimmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.2.2016, X R 1\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Gemischt genutztes Arbeitszimmer<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 28. April 2011 15 K 2575\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) erzielte im Streitjahr 2006 u.a. Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb aus dem Betrieb einer Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung, die er durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung ermittelte. Im Rahmen seiner Gewinnermittlung machte er Kosten f&uuml;r einen b&uuml;rom&auml;&szlig;ig ausgestatteten Raum innerhalb seines Einfamilienhauses geltend, in dem er die mit der Fotovoltaikanlage zusammenh&auml;ngenden B&uuml;roarbeiten erledigte. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt -FA-) lehnte die Ber&uuml;cksichtigung dieser Kosten als Betriebsausgaben vollen Umfangs ab. Das Finanzgericht (FG) gab mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 496 ver&ouml;ffentlichten Urteil der hiergegen gerichteten Klage teilweise statt. Da dem Kl&auml;ger f&uuml;r seine Arbeiten im Rahmen seiner gewerblichen T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung gestanden habe, seien die Aufwendungen f&uuml;r den als Arbeitszimmer zu qualifizierenden Raum dem Grunde nach abziehbar. Allerdings habe der Kl&auml;ger den Raum in nicht unwesentlichem Ma&szlig;e auch privat (mit)genutzt, mutma&szlig;lich f&uuml;r die Erledigung privater Korrespondenz, nach eigenen Angaben des Kl&auml;gers und damit gewiss aber beispielsweise auch, um f&uuml;r seine Schwester eine Fotovoltaikanlage zu planen. Nachdem der Gro&szlig;e Senat des Bundesfinanzhofs (BFH) sich mit Beschluss vom 21.&nbsp;September 2009 GrS&nbsp;1\/06 (BFHE 227, 1, BStBl II 2010, 672) von dem bisherigen allgemeinen Aufteilungs- und Abzugsverbot gel&ouml;st habe, seien die Aufwendungen f&uuml;r das Arbeitszimmer ggf. im Wege sachgerechter Sch&auml;tzung unter Ber&uuml;cksichtigung des jeweiligen Nutzungsumfangs aufzuteilen, sofern die betriebliche oder private Veranlassung nicht von v&ouml;llig untergeordneter Bedeutung sei. Das f&uuml;hre im Streitfall zur h&auml;lftigen Aufteilung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision macht das FA geltend, Aufwendungen f&uuml;r einen gemischt genutzten Wohnraum seien nicht aufteilbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 28.&nbsp;M&auml;rz 2014 hat der Senat nach &sect;&nbsp;155 der Finanzgerichtsordnung (FGO) i.V.m. &sect;&nbsp;251 der Zivilprozessordnung das Ruhen des Verfahrens im Hinblick auf das bei dem Gro&szlig;en Senat des BFH anh&auml;ngige Verfahren GrS&nbsp;1\/14 (Vorlagebeschluss des IX. Senats des BFH vom 21.&nbsp;November 2013 IX&nbsp;R&nbsp;23\/12, BFHE&nbsp;243, 563, BStBl II 2014, 312) angeordnet. Der Gro&szlig;e Senat des BFH hat mit Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2015 GrS&nbsp;1\/14 (BFHE 251, 408) &uuml;ber die Vorlagefrage entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Nach der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH &uuml;ber die Vorlagefrage ist die Verfahrensruhe beendet und das Verfahren fortzusetzen. Auf die Revision des FA ist das Urteil des FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO aufzuheben und die Klage abzuweisen. Die Kosten f&uuml;r den Raum, den der Kl&auml;ger f&uuml;r die Verwaltungsangelegenheiten seines Gewerbebetriebs nutzt, sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar, da der Kl&auml;ger diesen Raum nicht ausschlie&szlig;lich oder nahezu ausschlie&szlig;lich zur Erzielung von Einnahmen genutzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) sind Betriebsausgaben die Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind. Aufwendungen f&uuml;r einen in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebundenen Raum jedoch, der sowohl zur Erzielung von Eink&uuml;nften als auch -in mehr als nur untergeordnetem Umfang- zu privaten Zwecken genutzt wird, sind insgesamt nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG nicht abziehbar (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 251, 408, unter&nbsp;D.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach den nicht mit Revisionsr&uuml;gen angegriffenen und daher nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindenden Feststellungen des FG hat der Kl&auml;ger den in Rede stehenden Raum in nicht unerheblichem Umfange auch privat genutzt. Die Ber&uuml;cksichtigung der Aufwendungen als Betriebsausgaben kommt daher nicht in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Senat entscheidet im Einverst&auml;ndnis der Beteiligten nach &sect;&nbsp;121 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 FGO ohne m&uuml;ndliche Verhandlung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 17.2.2016, X R 1\/13 Gemischt genutztes Arbeitszimmer Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 28. April 2011 15 K 2575\/10 aufgehoben. Die Klage wird abgewiesen. Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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