{"id":66188,"date":"2017-01-18T12:35:36","date_gmt":"2017-01-18T10:35:36","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66188"},"modified":"2017-01-18T12:35:36","modified_gmt":"2017-01-18T10:35:36","slug":"x-r-15-14-par-7g-estg-idf-des-untstrefg-investitionsabsicht-finanzierungszusammenhang","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-15-14-par-7g-estg-idf-des-untstrefg-investitionsabsicht-finanzierungszusammenhang\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;15\/14 &#8211; &sect; 7g EStG i.d.F. des UntStRefG: Investitionsabsicht &#8211; Finanzierungszusammenhang"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.4.2016, X R 15\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.060416.XR15.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">&sect; 7g EStG i.d.F. des UntStRefG: Investitionsabsicht &#8211; Finanzierungszusammenhang<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Der Steuerpflichtige tr&auml;gt die Darlegungs- und Feststellungslast f&uuml;r die Investitionsabsicht gem&auml;&szlig; &sect; 7g EStG i.d.F. des UntStRefG.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Durchf&uuml;hrung einer Investition ist ein Indiz f&uuml;r die Existenz einer entsprechenden Investitionsabsicht.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Ein Finanzierungszusammenhang ist im Geltungsbereich des &sect; 7g EStG i.d.F. des UntStRefG nicht mehr zu fordern (Abweichung von fr&uuml;herer Rechtslage).<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;ger wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 17. Juli 2013 15 K 4719\/12 E aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) werden als Eheleute zusammen zur Einkommensteuer veranlagt. Der Kl&auml;ger erzielt u.a. mit einem Taxiunternehmen Eink&uuml;nfte aus Gewerbebetrieb. Im Streitjahr 2008 ermittelte er seinen Gewinn nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG). Die Einkommensteuer wurde zun&auml;chst unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einer Betriebspr&uuml;fung Ende des Jahres 2011 kam der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) zu der Auffassung, dass f&uuml;r das Streitjahr der Gewinn um 19.260&nbsp;EUR zu erh&ouml;hen sei. Im Rahmen einer Besprechung der Pr&uuml;fungsfeststellungen erwog der Steuerberater des Kl&auml;gers, nachtr&auml;glich f&uuml;r das Jahr 2008 nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 EStG i.d.F. des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 (UntStRefG) vom 14.&nbsp;August 2007 (BGBl I 2007, 1912), einen Investitionsabzugsbetrag f&uuml;r ein 2010 angeschafftes Firmenfahrzeug geltend zu machen. Am 23.&nbsp;November 2011 stellte er einen solchen Antrag &uuml;ber 10.800&nbsp;EUR, der sich auf einen im August 2010 zu einem Nettokaufpreis von 27.193,50&nbsp;EUR erworbenen PKW bezog. Den Kaufpreis hatte der Kl&auml;ger &uuml;ber ein Darlehen mit vierj&auml;hriger Laufzeit finanziert. Das FA ber&uuml;cksichtigte den Investitionsabzugsbetrag nicht, da der erforderliche Finanzierungszusammenhang fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) hat ausgef&uuml;hrt, es stehe nicht zu seiner &Uuml;berzeugung fest, dass der Kl&auml;ger zum Ende des Wirtschaftsjahres 2008 tats&auml;chlich beabsichtigt habe, das dem Grunde nach beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut in dem gesetzlich vorgegebenen Zeitrahmen voraussichtlich anzuschaffen. Die Kl&auml;ger h&auml;tten die erforderliche Investitionsabsicht nicht hinreichend dargelegt und nachgewiesen oder glaubhaft gemacht. Die Behauptung, der Kl&auml;ger habe regelm&auml;&szlig;ig neue Firmenfahrzeuge angeschafft, die &uuml;ber f&uuml;nf Jahre abgeschrieben und meist auch fremdfinanziert worden seien, sei nicht nachgewiesen und auch nicht erheblich. Eine etwaige bisherige &Uuml;bung sage zu den tats&auml;chlichen Verh&auml;ltnissen am ma&szlig;gebenden Stichtag nichts aus, zumal der im Jahre 1943 geborene Kl&auml;ger im Streitjahr das Rentenalter erreicht habe und daher nicht auszuschlie&szlig;en sei, dass er den Betrieb habe verkleinern oder einstellen wollen. Nachweise &uuml;ber die angebliche Investitionsplanung fehlten. Es habe nach Bekunden des Kl&auml;gers selbst keine Gespr&auml;che mit einem Fahrzeugh&auml;ndler &uuml;ber eine Finanzierung gegeben. Die Behauptung, vor der Betriebspr&uuml;fung habe es keine Liquidit&auml;tsprobleme und keine Veranlassung zur R&uuml;cklagenbildung gegeben, sei nicht &uuml;berzeugend, weil der Kl&auml;ger nach eigenem Vorbringen Altschulden mittels einer Lebensversicherung habe tilgen m&uuml;ssen. Die Bedenken gegen eine bereits im Jahr 2008 bestehende Investitionsabsicht w&uuml;rden noch dadurch best&auml;rkt, dass der Kl&auml;ger, wenn auch formell zul&auml;ssig, den Investitionsabzugsbetrag erst als Reaktion auf die angek&uuml;ndigte Gewinnerh&ouml;hung 2008 geltend gemacht habe. Dies spreche f&uuml;r investitionsfremde Gr&uuml;nde. Ob es zus&auml;tzlich eines sog. Finanzierungszusammenhangs bed&uuml;rfe, sei nach alledem unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision machen die Kl&auml;ger geltend, sie h&auml;tten nicht n&auml;her zu der Investitionsabsicht und den Nutzungsvoraussetzungen dargelegt, nachdem das FA die Investitionsabsicht nie bestritten habe. In der m&uuml;ndlichen Verhandlung h&auml;tten sie auf die betriebliche &Uuml;bung des Kl&auml;gers hingewiesen, in dem aus vier Taxen bestehenden Fuhrpark regelm&auml;&szlig;ig Neuinvestitionen vorzunehmen, sobald ein Taxi abgeschrieben sei. Den Kl&auml;ger selbst habe das FG allerdings nicht geh&ouml;rt. Er f&uuml;hre im &Uuml;brigen seinen Betrieb bis heute (2014) unver&auml;ndert fort und sei wegen seiner geringen Rente dazu auch gezwungen. Falls es &uuml;berhaupt eines Finanzierungszusammenhangs bed&uuml;rfe, sei dieser gegeben, nachdem der Kl&auml;ger die Investition tats&auml;chlich vorgenommen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 3.&nbsp;Dezember 2012 in der Weise zu &auml;ndern, dass bei der Ermittlung des Gewinns des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb ein Investitionsabzugsbetrag von 10.800&nbsp;EUR ber&uuml;cksichtigt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein Finanzierungszusammenhang liege nicht mehr vor, wenn der Investitionsabzugsbetrag erst im Rahmen einer Betriebspr&uuml;fung nach Kenntnisnahme der &uuml;brigen Pr&uuml;fungsfeststellungen beantragt werde. Der Kl&auml;ger habe den Antrag ersichtlich nur deshalb gestellt, um nachtr&auml;gliche Einkommenserh&ouml;hungen nach der Betriebspr&uuml;fung auszugleichen. Das sei ein nach dem Anschaffungszeitpunkt entstandener und nicht investitionsbezogener Grund. Im &Uuml;brigen habe das FG in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise den Investitionsabzugsbetrag mit R&uuml;cksicht auf die fehlende Investitionsabsicht versagt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet mit der Ma&szlig;gabe, dass das FG-Urteil gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) aufzuheben und die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen ist. Der Senat vermag nicht abschlie&szlig;end zu beurteilen, ob der Kl&auml;ger den Investitionsabzugsbetrag zu Recht gebildet hat. Dies betrifft insbesondere die Frage, ob es, worauf das FG seine Entscheidung gest&uuml;tzt hat, an der erforderlichen Investitionsabsicht gefehlt hat. Ein Finanzierungszusammenhang ist hingegen &#8211;anders als im Geltungsbereich des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;3 EStG i.d.F. vor Inkrafttreten des UntStRefG (EStG a.F.)&#8211; nicht mehr zu fordern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG k&ouml;nnen Steuerpflichtige f&uuml;r die k&uuml;nftige Anschaffung oder Herstellung eines abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgutes des Anlageverm&ouml;gens bis zu 40&nbsp;% der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten gewinnmindernd abziehen (Investitionsabzugsbetrag). Die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags setzt nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG weiter voraus, dass der Betrieb bestimmte Gr&ouml;&szlig;enmerkmale nicht &uuml;berschreitet (Nr.&nbsp;1), dass der Steuerpflichtige beabsichtigt, das beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut voraussichtlich in den dem Wirtschaftsjahr des Abzugs folgenden drei Wirtschaftsjahren anzuschaffen oder herzustellen (Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a) sowie mindestens bis zum Ende des dem Wirtschaftsjahr der Anschaffung oder Herstellung folgenden Wirtschaftsjahres in einer inl&auml;ndischen Betriebsst&auml;tte des Betriebs ausschlie&szlig;lich oder fast ausschlie&szlig;lich betrieblich zu nutzen (Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;b), und dass er das beg&uuml;nstigte Wirtschaftsgut in den beim FA einzureichenden Unterlagen seiner Funktion nach benennt und die H&ouml;he der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten angibt (Nr.&nbsp;3). &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des UntStRefG begrenzt die innerhalb eines Vierjahreszeitraums m&ouml;gliche Summe der Investitionsabzugsbetr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit der in &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG i.d.F. des UntStRefG enthaltenen Formulierung &quot;beabsichtigt&quot; ist die Investitionsabsicht Teil des gesetzlichen Tatbestands (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 8.&nbsp;Juni 2011 I&nbsp;R&nbsp;90\/10, BFHE 234, 130, BStBl II 2013, 949, unter II.2.b&nbsp;aa; vom 17.&nbsp;Januar 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;48\/10, BFHE 236, 341, BStBl II 2013, 952, unter II.3. [inzident]; vom 11.&nbsp;Juli 2013 IV&nbsp;R&nbsp;9\/12, BFHE 242, 14, BStBl II 2014, 609, unter III.2.b&nbsp;cc (2)). Es handelt sich um eine der wesentlichen Neuerungen des &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG gegen&uuml;ber &sect;&nbsp;7g EStG a.F., unter dessen Geltung die Investitionsabsicht kein gesetzliches Tatbestandsmerkmal war, der BFH zwischenzeitlich auf die Glaubhaftmachung einer Investitionsabsicht ganz verzichtet (vgl. BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Dezember 2001 XI&nbsp;R&nbsp;13\/00, BFHE 197, 448, BStBl II 2002, 385, unter II.2.) und sich zuletzt auf ein Mindestma&szlig; an Plausibilit&auml;t beschr&auml;nkt hatte (vgl. im Einzelnen Senatsbeschluss vom 22.&nbsp;August 2012 X&nbsp;R&nbsp;21\/09, BFHE 238, 153, BStBl II 2014, 447, unter C.I.3.a, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Investitionsabsicht hat sich auf den Gewinnermittlungsstichtag sowie den gesamten Investitionszeitraum zu beziehen. Da sie zu den gesetzlichen Tatbestandsmerkmalen f&uuml;r die Inanspruchnahme einer Steuerverg&uuml;nstigung geh&ouml;rt, tr&auml;gt der Steuerpflichtige f&uuml;r ihr Vorliegen die Darlegungs- und Feststellungslast. Welche Anforderungen an den Nachweis zu stellen sind, ist von den Umst&auml;nden des Falles abh&auml;ngig und nicht allgemeing&uuml;ltig zu beantworten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Zeitpunkt, zu dem der Investitionsabzugsbetrag geltend gemacht wird, l&auml;sst f&uuml;r sich genommen im Allgemeinen keine R&uuml;ckschl&uuml;sse auf das Vorliegen oder Fehlen der Investitionsabsicht zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Bereits im Geltungsbereich des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;3 EStG a.F. hatte es der BFH trotz der in der Vorschrift enthaltenen Wendungen &quot;k&uuml;nftig&quot; sowie &quot;voraussichtlich&quot; grunds&auml;tzlich nicht beanstandet, wenn die die R&uuml;cklage enthaltende Bilanz erst nach der Investition aufgestellt wurde und damit die R&uuml;cklage erst nach Durchf&uuml;hrung der Investition geltend gemacht wurde (vgl. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;August 2001 XI&nbsp;R&nbsp;18\/01, BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181, unter II.2.; vom 29.&nbsp;April 2008 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/06, BFHE 221, 211, BStBl II 2008, 747, unter II.1.c). Diese beiden zukunftsorientierten Formulierungen bezogen sich nach wohl einhelliger Auffassung nicht auf den Zeitpunkt der Fertigung der Gewinnermittlung, sondern auf den Veranlagungszeitraum, f&uuml;r den die Ansparabschreibung gebildet wurde. Zu einer Versch&auml;rfung im Rahmen des &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG besteht kein Anlass (in diesem Sinne bereits entschieden durch BFH-Urteil in BFHE 234, 130, BStBl II 2013, 949, unter II.2.b, sowie das Senatsurteil vom 20.&nbsp;Juni 2012 X&nbsp;R&nbsp;42\/11, BFHE 237, 377, BStBl II 2013, 719, unter II.3.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Ebenso wenig muss der Investitionsabzugsbetrag bereits bei erstmaliger Einreichung der Steuererkl&auml;rung geltend gemacht werden. Bereits zu &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG a.F. hatte es der BFH zugelassen, wenn die R&uuml;cklage sp&auml;ter zum Zwecke der Bescheid&auml;nderung gebildet wurde, etwa durch gegenl&auml;ufige Bilanz&auml;nderung im Rahmen einer Bilanzberichtigung (BFH-Urteil vom 24.&nbsp;Oktober 2012 I&nbsp;R&nbsp;13\/12, BFH\/NV 2013, 520, unter II.2.a), im Einspruchsverfahren nach einer nicht erkl&auml;rungsgem&auml;&szlig;en Steuerfestsetzung (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;Januar 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;23\/09, BFH\/NV 2012, 933, unter II.2.b) oder sogar nach einer Betriebspr&uuml;fung zur Abwendung drohender Mehrergebnisse, es sei denn, es waren nicht investitionsbezogene Gr&uuml;nde ausschlaggebend (so ausdr&uuml;cklich in dem Urteil vom 17.&nbsp;Juni 2010 III&nbsp;R&nbsp;43\/06, BFHE 230, 517, BStBl II 2013, 8, unter II.2.c, unter Hinweis auf das Urteil in BFHE 221, 211, BStBl II 2008, 747). Auch in diesem Punkte besteht f&uuml;r &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG zu einer Versch&auml;rfung gegen&uuml;ber der fr&uuml;heren Rechtsprechung kein Anlass.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit das Bundesministerium der Finanzen (BMF) weiter gehende zwingende Anforderungen an die Investitionsabsicht stellt, folgt der Senat dem nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Das BMF hat in seinem Schreiben vom 20.&nbsp;November 2013 IV&nbsp;C&nbsp;6-S&nbsp;2139-b\/07\/10002, 2013\/1044077 (BStBl I 2013, 1493) die in der Rechtsprechung zu &sect;&nbsp;7g EStG a.F. entwickelten Grunds&auml;tze zum Finanzierungszusammenhang in das neue Tatbestandsmerkmal der Investitionsabsicht inkorporiert und geht davon aus, dass in den betreffenden Fallgruppen die Investitionsabsicht fehlt. Hiervon sind zum einen F&auml;lle erfasst, in denen zum Zeitpunkt der Geltendmachung der Ansparabschreibung die Investition nicht mehr oder realistischerweise nicht mehr durchf&uuml;hrbar war, sei es wegen beschlossener oder bereits durchgef&uuml;hrter Betriebsaufgabe oder -ver&auml;u&szlig;erung, sei es wegen Ablaufs oder kurz bevorstehenden Ablaufs des Investitionszeitraums (vgl. BFH-Urteile in BFH\/NV 2013, 520, unter II.2.a&nbsp;cc; in BFH\/NV 2012, 933, unter II.1.b&nbsp;dd). Zum anderen betrifft es F&auml;lle, in denen die Entscheidung f&uuml;r die Bildung der R&uuml;cklage nach durchgef&uuml;hrter Investition unter Umst&auml;nden getroffen wird, die ihre Funktion der Finanzierungserleichterung nicht wahren. Dies wird typisierend und unwiderleglich vermutet, wenn die R&uuml;cklage sp&auml;ter als zwei bzw. drei Jahre nach der Investition geltend gemacht wird (vgl. zu der f&uuml;r &sect;&nbsp;7g EStG a.F. entwickelten Zwei-Jahresfrist BFH-Urteile in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181; vom 8.&nbsp;November 2006 I&nbsp;R&nbsp;89\/05, BFH\/NV 2007, 671, unter II.3.; in BFHE 230, 517, BStBl II 2013, 8, unter II.2.d; das BMF geht von drei Jahren aus), aber auch dann angenommen, wenn die Entscheidung f&uuml;r die Bildung der R&uuml;cklage von nach dem Anschaffungszeitpunkt entstandenen und nicht investitionsbezogenen Gr&uuml;nden getragen ist, namentlich dann, wenn sie dem Ausgleich von nachtr&auml;glichen Einkommenserh&ouml;hungen dient (vgl. zur Unterschreitung einer Einkommensgrenze BFH-Urteil in BFHE 221, 211, BStBl II 2008, 747, unter II.2.a; zu alledem BMF-Schreiben in BStBl I 2013, 1493, Rz&nbsp;20, 22, 25 und 26).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Soweit eine Investition tats&auml;chlich nicht vorgenommen wird, kann dies zwar ein Indiz f&uuml;r das Fehlen der Investitionsabsicht von Beginn an sein. Die Frage ist jedoch aufgrund der R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Abzugs nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG insbesondere bei Verzinsung nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des UntStRefG praktisch nicht mehr relevant. Im &Uuml;brigen vermag der Senat der Auffassung des BMF in dessen Absolutheit nicht zu folgen. Die Motive und Begleitumst&auml;nde f&uuml;r die Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrags f&uuml;hren f&uuml;r sich genommen noch keinen Beweis f&uuml;r das Vorliegen oder Nichtvorliegen der Investitionsabsicht selbst. Ein zwingender und ausnahmsloser Schluss von einer Zeitdifferenz zwischen Investition und Geltendmachung oder von einem erkennbaren Kompensationszweck auf eine fehlende Investitionsabsicht ist unzutreffend. So ist es ohne weiteres m&ouml;glich, dass ein Investitionsabzugsbetrag unter derartigen Umst&auml;nden geltend gemacht wird, die Investitionsabsicht aber zum Ende des ma&szlig;gebenden Gewinnermittlungszeitraums nachweislich und unzweifelhaft vorlag, nachgewiesen etwa durch die Vorlage einer verbindlichen Bestellung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Das bedeutet allerdings nicht, dass diese Umst&auml;nde im Hinblick auf die Investitionsabsicht stets g&auml;nzlich unerheblich sein m&uuml;ssten. Sie k&ouml;nnen je nach den Umst&auml;nden des Einzelfalls Anlass sein, die Investitionsabsicht genauer zu pr&uuml;fen und dem Steuerpflichtigen diesbez&uuml;glich n&auml;here Darlegung abzuverlangen. Dasselbe gilt f&uuml;r die Frage, ob der Steuerpflichtige, der einen Investitionsabzugsbetrag nach erstmaliger Steuerfestsetzung geltend macht oder aufstockt, zus&auml;tzlich darlegen muss, warum er den Abzugsbetrag nicht bereits in der urspr&uuml;nglichen Gewinnermittlung geltend gemacht hat (in diesem Sinne das BMF-Schreiben in BStBl I 2013, 1493, unter I.5.b, Rz&nbsp;24). Einerseits ist es weder zwingend noch existiert eine tats&auml;chliche Vermutung oder ein allgemeiner Erfahrungssatz daf&uuml;r, dass ein Steuerpflichtiger f&uuml;r jede beabsichtigte Investition, f&uuml;r die ihm ein Investitionsabzugsbetrag zust&uuml;nde, diesen sogleich geltend macht. Andererseits kann das Erkl&auml;rungsverhalten des Steuerpflichtigen einschlie&szlig;lich der Art und Weise, in der er steuerliche Wahlrechte aus&uuml;bt, als Indiz einen Schluss auf seine Absichten zulassen. Die Investitionsabsicht ist eine innere Tatsache, deren Feststellung lediglich anhand &auml;u&szlig;erer Merkmale im Wege von Schlussfolgerungen m&ouml;glich ist. Vor diesem Hintergrund erachtet es der Senat f&uuml;r zul&auml;ssig, auch den Verlauf des konkreten Besteuerungsverfahrens in die Tatsachenfeststellung einzubeziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das durch die Rechtsprechung zu &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;3 EStG a.F. entwickelte Ausschlusskriterium fehlenden Finanzierungszusammenhangs (vgl. die Nachweise oben unter II.1.a&nbsp;bb&nbsp;aaa) ist hingegen im Geltungsbereich des &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG nicht mehr zu fordern (i.E. ebenso Urteil des Nieders&auml;chsischen FG vom 18.&nbsp;Dezember 2013&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;159\/13, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 826, unter 1.c&nbsp;aa der Entscheidungsgr&uuml;nde, BFH-Urteil vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2016 IV&nbsp;R&nbsp;9\/14, BFHE 253, 542; offengelassen im Urteil des FG des Saarlandes vom 9.&nbsp;Juli 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;1290\/12, EFG 2015, 1976, Revision anh&auml;ngig unter I&nbsp;R&nbsp;31\/15; mit gleicher Tendenz der VIII.&nbsp;Senat des BFH in seinem Urteil in BFHE 236, 341, BStBl II 2013, 952, sowie Schmidt\/Kulosa, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;7g Rz&nbsp;59; a.A. Meyer in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;7g EStG Rz&nbsp;34).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit im Urteil in BFHE 237, 377, BStBl II 2013, 719 f&uuml;r den Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG noch formuliert wurde, der &quot;erforderliche Finanzierungszusammenhang&quot; sei gewahrt (unter II.3.), war dies nicht tragend, der Senat h&auml;lt hieran nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Umgestaltung des &sect;&nbsp;7g EStG durch das UntStRefG hat zun&auml;chst zur Folge, dass sich die Frage eines Finanzierungszusammenhangs in vielen F&auml;llen, in denen dieser nach &sect;&nbsp;7g EStG a.F. fraglich sein konnte, schon nach Lage des Gesetzes theoretisch und praktisch nicht mehr stellt. Das negative Tatbestandsmerkmal fehlenden Finanzierungszusammenhangs diente allein der Missbrauchsvermeidung (vgl. BFH-Urteil in BFH\/NV 2013, 520, unter II.2.a&nbsp;cc: &quot;nicht f&ouml;rderungsw&uuml;rdig&quot;). &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG verhindert aber bereits durch seine ge&auml;nderte Konstruktion manche missbr&auml;uchliche Verwendung, die unter &sect;&nbsp;7g EStG a.F. tatbestandlich noch m&ouml;glich gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Bereits das in &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG neu geschaffene Tatbestandsmerkmal der Investitionsabsicht tr&auml;gt hierzu bei. Dieses Erfordernis, verbunden mit der bei dem Steuerpflichtigen liegenden Darlegungs- und Feststellungslast, vermeidet die Geltendmachung von Investitionsabzugsbetr&auml;gen quasi &quot;ins Blaue hinein&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Insbesondere aber gew&auml;hrleistet der ge&auml;nderte Korrekturmechanismus bei ausgebliebener Investition, dass es viele potentielle Missbrauchsf&auml;lle praktisch nicht mehr gibt. W&auml;hrend bei fehlender Durchf&uuml;hrung der Investition nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG a.F. die R&uuml;cklage erst zum Ende der Investitionsfrist gewinnwirksam aufzul&ouml;sen war, so eine endg&uuml;ltige Gewinnverschiebung bewirkte und deshalb trotz des etwaigen Gewinnzuschlags nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;5 EStG a.F. insbesondere bei stark schwankenden Steuers&auml;tzen steuermodellierend genutzt werden konnte, ist dieser Anreiz durch die R&uuml;ckg&auml;ngigmachung des Abzugs im Abzugsjahr nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;3 EStG i.d.F. des UntStRefG entfallen. Die Steuererleichterung des Abzugsjahres ist dann nur vor&uuml;bergehend und verliert im Falle der Verzinsung nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des UntStRefG erst recht an Attraktivit&auml;t. Das bedeutet, dass diejenigen F&auml;lle, in denen die Investition nie vorgenommen wurde und die bisher mit Hilfe fehlenden Finanzierungszusammenhangs aus dem Anwendungsbereich des &sect;&nbsp;7g EStG a.F. ausgeschlossen wurden, unter &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG nicht mehr praktisch relevant werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Senat sieht aufgrund dieses Befundes weder die Notwendigkeit noch eine M&ouml;glichkeit, in die Vorschrift ein ungeschriebenes Tatbestandsmerkmal zu implementieren, um zweckwidrige Inanspruchnahmen auszuschlie&szlig;en.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Neuordnung des &sect;&nbsp;7g EStG i.d.F. des UntStRefG hat es der Gesetzgeber aktiv unternommen, die nicht investitionsbezogene Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrags zu begrenzen. Er hat so mittels gesetzlicher Regelung weitgehend das geleistet, wozu die Rechtsprechung unter &sect;&nbsp;7g EStG a.F. den Finanzierungszusammenhang entwickelt hat. Mit dem Tatbestandsmerkmal der Investitionsabsicht ist er sogar noch dar&uuml;ber hinausgegangen, da diese auch dann fehlen kann, wenn ein Finanzierungszusammenhang zu bejahen gewesen w&auml;re. Der Gesetzgeber hat somit das seinerzeit durch die Rechtsprechung verfolgte Ziel, die zweckwidrige Inanspruchnahme der Ansparabschreibung zu unterbinden, in die Gesetzesfassung eingearbeitet und in der ihm angemessen erscheinenden Weise umgesetzt. Die Rechtsprechung des BFH war bekannt. Sah der Gesetzgeber in Bezug auf bekannte Fallkonstellationen erkennbar keinen Handlungsbedarf, ist grunds&auml;tzlich kein Raum, das Gesetz um ungeschriebene Tatbestandsmerkmale zu erg&auml;nzen. Das zeigt sich insbesondere an derjenigen Fallgruppe, in der die R&uuml;cklage sp&auml;ter als zwei Jahre nach Durchf&uuml;hrung der Investition geltend gemacht wurde (BFH-Entscheidungen in BFHE 198, 415, BStBl II 2004, 181; in BFH\/NV 2007, 671; und in BFHE 230, 517, BStBl II 2013, 8). Wenn der Gesetzgeber noch nicht einmal diese Fallgruppe ausdr&uuml;cklich aus der Beg&uuml;nstigung ausnimmt, was durch eine einfache Fristenregelung m&ouml;glich gewesen w&auml;re, so ist daraus nur zu folgern, dass er an dem Erfordernis des Finanzierungszusammenhangs nicht festhalten wollte. Etwas Gegenteiliges ist auch der Gesetzesbegr&uuml;ndung (BTDrucks 16\/4841, dort S.&nbsp;51&nbsp;ff.) nicht zu entnehmen. Sie &auml;u&szlig;ert sich zu einem etwaigen Finanzierungszusammenhang nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat kann nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben nicht abschlie&szlig;end entscheiden, ob dem Kl&auml;ger der geltend gemachte Investitionsabzugsbetrag zusteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das betrifft zun&auml;chst die Frage, ob der Kl&auml;ger im Streitjahr die erforderliche Investitionsabsicht hatte, was das FG verneint hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Sachverhaltsw&uuml;rdigung des FG geh&ouml;rt zwar grunds&auml;tzlich zu der nicht revisiblen Tatsachenfeststellung i.S. des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO. Das gilt jedoch nicht, wenn sie widerspr&uuml;chlich, unklar, l&uuml;ckenhaft oder mehrdeutig ist oder gegen Denkgesetze oder allgemeine Erfahrungss&auml;tze verst&ouml;&szlig;t (vgl. etwa BFH-Urteile vom 5.&nbsp;Mai 2011 IV&nbsp;R&nbsp;34\/08, BFHE 234, 1, BStBl II 2011, 787, unter II.1.d&nbsp;bb; vom 1.&nbsp;Februar 2012 I&nbsp;R&nbsp;57\/10, BFHE 236, 374, BStBl II 2012, 407, unter II.d&nbsp;cc; vom 26.&nbsp;Juli 2012 III&nbsp;R&nbsp;37\/11, BFH\/NV 2013, 351, unter II.3.a; vom 17.&nbsp;Dezember 2014 XI&nbsp;R&nbsp;16\/11, BFHE 248, 436, BStBl II 2015, 427, unter II.2.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit sich das FG keine &Uuml;berzeugung von der Investitionsabsicht des Kl&auml;gers hat bilden k&ouml;nnen, ist die W&uuml;rdigung l&uuml;ckenhaft und weist zudem einen Versto&szlig; gegen Denkgesetze auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Die &Uuml;berlegungen des FG lassen wesentliche Umst&auml;nde des Streitfalles au&szlig;er Acht. Wie jede Absicht kann auch die Investitionsabsicht als inneres Merkmal lediglich mittels R&uuml;ckschl&uuml;ssen aus &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nden festgestellt werden. Ein unwiderleglicher Beweis f&uuml;r die Existenz einer bestimmten Absicht ist deren tats&auml;chliche Umsetzung. Fraglich ist in solchen F&auml;llen nicht &quot;ob&quot;, sondern nur &quot;wann&quot; erstmalig diese Absicht vorlag. Der Kl&auml;ger hat das Fahrzeug, f&uuml;r dessen Anschaffung der Investitionsabzugsbetrag gebildet wurde, innerhalb des Investitionszeitraums angeschafft. Das beweist, dass der Kl&auml;ger zuvor auch die Absicht hatte, dieses Fahrzeug anzuschaffen. Nur den Zeitpunkt, zu dem er diese Absicht gebildet hat, beweist es nicht. Diese zwingend erforderliche Differenzierung hat das FG nicht vorgenommen. Es hat vielmehr den Umstand, dass der Kl&auml;ger das Fahrzeug tats&auml;chlich angeschafft hat, im Rahmen seiner &Uuml;berzeugungsbildung &uuml;berhaupt nicht ber&uuml;cksichtigt und insoweit eine l&uuml;ckenhafte W&uuml;rdigung vorgenommen. Zwar ist im Zweifel davon auszugehen, dass das FG diejenigen Umst&auml;nde, die es im Tatbestand erw&auml;hnt hat, namentlich den Erwerb des Fahrzeugs, auch bei seiner Beweisw&uuml;rdigung bedacht hat. Diese Annahme widerlegt das FG aber mit seinen Ausf&uuml;hrungen zu den Umst&auml;nden, die erst nach dem Bilanzstichtag eintreten bzw. offenbar werden. Wenn es dazu ausdr&uuml;cklich ausf&uuml;hrt, der Investitionsabzugsbetrag habe der Kompensation der Gewinnerh&ouml;hung durch die Betriebspr&uuml;fung gedient, den ebenfalls nach dem Bilanzstichtag eingetretenen Umstand, dass der Kl&auml;ger das Fahrzeug tats&auml;chlich erworben hat, hingegen nicht erw&auml;hnt, hat es letzteren augenscheinlich &uuml;bersehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Diese L&uuml;ckenhaftigkeit wird nicht dadurch geheilt, dass das FG eine Reihe von Gr&uuml;nden daf&uuml;r benannt hat, dass die Investition auch h&auml;tte ausbleiben k&ouml;nnen. Es entspricht nicht den Regeln der Logik, allein daraus auf eine fehlende Investitionsabsicht zu schlie&szlig;en. Die M&ouml;glichkeit, dass eine Investition einem urspr&uuml;nglichen Plan entgegen nicht durchgef&uuml;hrt wird, besteht immer, gleich wie weit fortgeschritten die Planung ist. Es k&ouml;nnen unvorhergesehene Umst&auml;nde eintreten, die die Durchf&uuml;hrung des Plans objektiv unm&ouml;glich oder wirtschaftlich untunlich erscheinen lassen. Es k&ouml;nnen sich auch vorhersehbare und vorhergesehene Umst&auml;nde &uuml;berraschend als gewichtiger herausstellen als zun&auml;chst eingesch&auml;tzt. Derartige Entwicklungen sprechen noch nicht gegen die urspr&uuml;ngliche Existenz und Ernsthaftigkeit des Plans.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) Demnach h&auml;tte das FG im Rahmen einer widerspruchsfreien W&uuml;rdigung des Sachverhalts die Gr&uuml;nde, die aus seiner Sicht im Streitjahr gegen die Anschaffung des Fahrzeugs sprachen, gewichten und gegen das Vorbringen des Kl&auml;gers zu seiner betrieblichen &Uuml;bung, insbesondere aber auch gegen die tats&auml;chliche Durchf&uuml;hrung der Investition abw&auml;gen m&uuml;ssen. Diese Abw&auml;gung ist origin&auml;re Aufgabe des FG als Tatsacheninstanz, so dass der Senat sie nicht vornehmen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zu den weiteren Voraussetzungen des Investitionsabzugsbetrags, namentlich der Gewinngrenze des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG i.d.F. des UntStRefG sowie der H&ouml;chstbetragssumme nach &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 EStG i.d.F. des UntStRefG, hat das FG folgerichtig ebenfalls keine Feststellungen getroffen, was nachzuholen ist. Erst recht sind dem Senat keine Aussagen dazu m&ouml;glich, ob die Verbleibensvoraussetzung des &sect;&nbsp;7g Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG i.d.F. des UntStRefG gewahrt ist. Sie spielt zwar keine Rolle f&uuml;r den erstmaligen Abzug des Investitionsabzugsbetrags, wohl aber daf&uuml;r, ob er r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen ist. Da die Bindungsfrist lange abgelaufen ist, kann diese Pr&uuml;fung mittlerweile abschlie&szlig;end in die Steuerfestsetzung einbezogen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 6.4.2016, X R 15\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.060416.XR15.14.0 &sect; 7g EStG i.d.F. des UntStRefG: Investitionsabsicht &#8211; Finanzierungszusammenhang Leits&auml;tze 1. Der Steuerpflichtige tr&auml;gt die Darlegungs- und Feststellungslast f&uuml;r die Investitionsabsicht gem&auml;&szlig; &sect; 7g EStG i.d.F. des UntStRefG. 2. Die Durchf&uuml;hrung einer Investition ist ein Indiz f&uuml;r die Existenz einer entsprechenden Investitionsabsicht. 3. 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