{"id":6621,"date":"2012-11-30T21:34:19","date_gmt":"2012-11-30T19:34:19","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6621"},"modified":"2012-11-30T21:34:19","modified_gmt":"2012-11-30T19:34:19","slug":"viii-r-5-08-gewinnbegriff-des-par-4-abs-4a-estg-wechsel-der-gewinnermittlungsart-ungleichbehandlung-verfassung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-08-gewinnbegriff-des-par-4-abs-4a-estg-wechsel-der-gewinnermittlungsart-ungleichbehandlung-verfassung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;5\/08 &#8211; Gewinnbegriff des &sect; 4 Abs. 4a EStG &#8211; Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; Ungleichbehandlung &#8211; Verfassung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.11.2011, VIII R 5\/08<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewinnbegriff des &sect; 4 Abs. 4a EStG &#8211; Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; Ungleichbehandlung &#8211; Verfassung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Personengesellschaft (GbR), die im Streitjahr 1999 von der Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich (&sect; 4 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) zur Gewinnermittlung durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung (&sect; 4 Abs. 3 EStG) &uuml;berging und (zun&auml;chst) einen festzustellenden Gewinn von 312.967,22 DM erkl&auml;rte. Dieser Gewinn beruhte u.a. auf der Einnahmen&uuml;berschussrechnung, in der Schuldzinsen in H&ouml;he von 62.495,43 DM als Betriebsausgaben abgezogen waren, sowie der Ermittlung eines &#8211;unstreitigen&#8211; &Uuml;bergangsverlustes wegen Wechsels der Gewinnermittlungsart in H&ouml;he von 606.285,72 DM.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ging (zun&auml;chst) davon aus, dass der erkl&auml;rte Gewinn um einen Hinzurechnungsbetrag nach &sect; 4 Abs. 4a EStG in H&ouml;he von 37.083,65 DM zu erh&ouml;hen sei (Gewinn 312.967,32 DM .\/. Entnahmen 931.028,21 DM = &Uuml;berentnahmen 618.060,89 DM x 6 % = 37.083,65 DM). Demgem&auml;&szlig; stellte er die Eink&uuml;nfte im erstmaligen Feststellungsbescheid 1999 unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect; 164 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung auf 350.050 DM fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragte, den Bescheid unter Ansatz eines Gewinns ohne die Hinzurechnung nach &sect; 4 Abs. 4a EStG zu &auml;ndern. Insgesamt seien Unterentnahmen in H&ouml;he von 67.617,78 DM entstanden. Der &Uuml;bergangsverlust sei bei der Ermittlung der &Uuml;berentnahmen i.S. des &sect; 4 Abs. 4a EStG nicht einzubeziehen. Ferner seien Einlagen aus Sonderbilanzen der Gesellschafter (79.392,95 DM) zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA lehnte den &Auml;nderungsantrag ab. Der dagegen eingelegte Einspruch hatte nur teilweise Erfolg. Das FA stellte die Eink&uuml;nfte mit seiner Einspruchsentscheidung &#8211;weiterhin unter Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung&#8211; auf 347.980,34 DM fest. Es ging dabei von einem Gesamtgewinn vor Anwendung des &sect; 4 Abs. 4a EStG in H&ouml;he von 313.851,34 DM aus und erh&ouml;hte ihn um einen Hinzurechnungsbetrag nach &sect; 4 Abs. 4a EStG in H&ouml;he von 34.129 DM. Den Hinzurechnungsbetrag ermittelte das FA ausgehend von der bereits um Einlagen gek&uuml;rzten &quot;Summe der Entnahmen&quot; (882.667,95 DM), dem Gewinn vor Anwendung des &sect; 4 Abs. 4a EStG (313.851,34 DM) und den sich daraus ergebenden &Uuml;berentnahmen f&uuml;r das Streitjahr 1999 (568.816,61 DM). Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin Verletzung materiellen Rechts. Selbst wenn man von der Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit des &sect; 4 Abs. 4a EStG ausgehe, m&uuml;sse die Vorschrift teleologisch dahingehend ausgelegt werden, dass bei der Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG Entnahmen auch in der H&ouml;he zul&auml;ssig seien, in der Gewinne wirtschaftlich bereits erwirtschaftet worden seien, aber als Betriebseinnahme nach &sect; 11 EStG noch nicht h&auml;tten erfasst werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, das angefochtene Urteil aufzuheben und den Feststellungsbescheid f&uuml;r 1999 vom 15. Dezember 2004 unter Aufhebung des Ablehnungsbescheides vom 19. April 2002 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 27. Juli 2004 in der Weise zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 18 EStG in H&ouml;he von 313.851,34 DM festgestellt werden und der Gewinn entsprechend dem erstinstanzlich gestellten Antrag auf die Feststellungsbeteiligten verteilt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet. Sie ist zur&uuml;ckzuweisen (&sect; 126 Abs. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat &sect; 4 Abs. 4a EStG zutreffend angewendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect; 4 Abs. 4a EStG i.d.F. des Art. 1 des Gesetzes zur Bereinigung von steuerlichen Vorschriften (Steuerbereinigungsgesetz 1999) vom 22. Dezember 1999 (BGBl I 1999, 2601, BStBl I 2000, 13) sind Schuldzinsen nicht abziehbar, wenn &Uuml;berentnahmen get&auml;tigt worden sind. Eine &Uuml;berentnahme ist der Betrag, um den die Entnahmen die Summe des Gewinns und der Einlagen des Wirtschaftsjahres &uuml;bersteigen. Die nicht abziehbaren Schuldzinsen werden typisiert ermittelt mit 6 % der &Uuml;berentnahme des Wirtschaftsjahres zuz&uuml;glich der &Uuml;berentnahmen vorangegangener Wirtschaftsjahre und abz&uuml;glich der Betr&auml;ge, um die in den vorangegangenen Wirtschaftsjahren der Gewinn und die Einlagen die Entnahmen &uuml;berstiegen haben (Unterentnahmen).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der inzwischen st&auml;ndigen Rechtsprechung geht der erkennende Senat zun&auml;chst davon aus, dass &sect; 4 Abs. 4a EStG verfassungsgem&auml;&szlig; ist (vgl. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21. September 2005 X R 47\/03, BFHE 211, 227, BStBl II 2006, 504; vom 17. August 2010 VIII R 42\/07, BFHE 230, 424, BStBl II 2010, 1041; BFH-Beschluss vom 13. Februar 2009 VIII B 73\/08, BFH\/NV 2009, 920 unter Bezugnahme auf Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 15. Januar 2008&nbsp;&nbsp;2 BvL 12\/01, BVerfGE 120, 56, BGBl I 2008, 481).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin unterscheidet sich der Gewinnbegriff in &sect; 4 Abs. 4a EStG mangels einer besonderen Bestimmung in dieser Vorschrift nicht von dem allgemeinen Gewinnbegriff in &sect; 4 Abs. 1 EStG und &sect; 4 Abs. 3 EStG (BFH-Urteile vom 21. September 2005 X R 46\/04, BFHE 211, 238, BStBl II 2006, 125; vom 7. M&auml;rz 2006 X R 44\/04, BFHE 212, 501, BStBl II 2006, 588; BFH-Beschluss vom 12. Dezember 2007 XI B 158\/06, juris; ebenso Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 17. November 2005 IV B 2 -S 2144- 50\/05, BStBl I 2005, 1019 Rdnr. 8; Korn, &sect; 4 EStG Rz 840; Schmidt\/Heinicke, EStG, 24. Aufl., &sect; 4 Rz 523; Crezelius in Kirchhof, EStG, 7. Aufl., &sect; 4 Rz 163; Schallmoser in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 4 EStG Rz 1057; Nacke in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&sect; 4, 5 EStG, Rz 1657; Wendt, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2000, 417, 423, 424; Paus, FR 2000, 957, 960; Hegemann\/Querbach, Deutsches Steuerrecht 2000, 408, 411; Wieczorek, Die Steuerberatung 2000, 301, 303; Eggesiecker\/ Ellerbeck, FR 2000, 689, 692; a.A. Ley, Neue Wirtschafts-Briefe, Fach 3, S. 11167, 11172). F&uuml;r diese Auslegung der Vorschrift sprechen der Wortlaut der Bestimmung und der Sinn und Zweck des Gesetzes (vgl. BFH-Urteil in BFHE 212, 501, BStBl II 2006, 588).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Diese Ma&szlig;geblichkeit des Gewinns i.S. des &sect; 4 Abs. 1 und 3 EStG f&uuml;r die Anwendung des Absatzes 4a kann entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin auch dann keine Einschr&auml;nkung erfahren, wenn dieser wegen Wechsels der Gewinnermittlungsart einen &Uuml;bergangsgewinn oder &#8211;wie im Streitfall&#8211; einen &Uuml;bergangsverlust umfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Dagegen spricht schon, dass eine solche Sonderbehandlung von &Uuml;bergangsverlusten in &sect; 4 Abs. 4a EStG nicht vorgesehen ist, im &Uuml;brigen aber jeweils unterschiedliche Ausnahmen von der Bindungswirkung an den allgemeinen Gewinnbegriff in &sect; 4 Abs. 4a Satz 3 EStG sowohl in der f&uuml;r das Streitjahr ma&szlig;geblichen Fassung als auch i.d.F. des Gesetzes zur &Auml;nderung steuerlicher Vorschriften (Steuer&auml;nderungsgesetz 2001) vom 20. Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3794, BStBl I 2002, 4) benannt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Des Weiteren weisen derartige &Uuml;bergangsverluste keine Besonderheiten auf, die eine einschr&auml;nkende Auslegung des &sect; 4 Abs. 4a EStG im Sinne des Klagebegehrens nahe legen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die Einbeziehung solcher &Uuml;bergangsverluste &#8211;wie auch ggf. entstehender &Uuml;bergangsgewinne&#8211; dient allein dem Zweck, den Gewinn f&uuml;r das Wirtschaftsjahr des Wechsels der Gewinnermittlungsart so zu ermitteln, dass das Gesamtergebnis des unternehmerischen Erfolgs durch den Wechsel nicht verf&auml;lscht, sondern durch Korrekturen derart festgestellt wird, dass dem Steuerpflichtigen durch den &Uuml;bergang weder steuerliche Vor- oder Nachteile erwachsen (BFH-Urteil vom 4. August 1977 IV R 119\/73, BFHE 123, 154, BStBl II 1977, 866, zum &Uuml;bergang vom Bestandsvergleich zur &Uuml;berschussrechnung). Mit diesen Gewinnkorrekturen wird lediglich sichergestellt, dass betriebliche Vorg&auml;nge wie Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben erfasst werden, die ohne diese Korrekturen wegen der unterschiedlichen Systematik des Bestandsvergleichs einerseits und der Einnahmen&uuml;berschussrechnung andererseits nicht oder aber doppelt erfasst w&uuml;rden (BFH-Urteil vom 11. Dezember 1973 VIII R 15\/70, BFHE 111, 404, BStBl II 1974, 315; zur entsprechenden Behandlung des &Uuml;bergangsgewinns bei Wechsel von der Einnahmen&uuml;berschussrechnung zum Bestandsvergleich s. BFH-Urteil vom 13. September 2001 IV R 13\/01, BFHE 196, 546, BStBl II 2002, 287, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der so durch &Uuml;bergangsgewinne oder -verluste korrigierte Gewinn ist &quot;Gewinn&quot; i.S. des &sect; 4 Abs. 1 oder Abs. 3 EStG und als solcher f&uuml;r alle einkommensteuerrechtlichen Regelungen ma&szlig;geblich, die an den &quot;Gewinn&quot; ankn&uuml;pfen (vgl. BFH-Urteil vom 1. Februar 1990 IV R 39\/89, BFHE 159, 502, BStBl II 1990, 495, zur Ma&szlig;geblichkeit f&uuml;r die Steuererm&auml;&szlig;igung des &sect; 34e EStG; zur entsprechenden Ma&szlig;geblichkeit f&uuml;r die Berechnung des beg&uuml;nstigten nicht entnommenen Gewinns nach &sect; 10a EStG a.F. s. auch BFH-Urteil vom 25. Juni 1970 IV 340\/65, BFHE 99, 531, BStBl II 1970, 755).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) F&uuml;r den Anwendungsbereich des &sect; 4 Abs. 4a EStG gilt nichts anderes. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin muss die Regelung n&auml;mlich nicht bei der Gewinnermittlung durch Bestandsvergleich und der Gewinnermittlung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG stets zum gleichen Ergebnis f&uuml;hren. &sect; 4 Abs. 4a EStG ist auf die &Uuml;berschussrechnung nach &sect; 4 Abs. 3 EStG sinngem&auml;&szlig; anzuwenden (&sect; 4 Abs. 4a letzter Satz EStG). Durch die unterschiedliche Gewinnermittlung ergeben sich in einzelnen Jahren unterschiedliche Betr&auml;ge. Daher sind beim Wechsel der Gewinnermittlungsart anfallende &Uuml;bergangsgewinne zu ber&uuml;cksichtigen (BFH-Urteil in BFHE 230, 424, BStBl II 2010, 1041; ebenso BMF-Schreiben in BStBl I 2005, 1019 Rdnr. 8). Soweit ein Wahlrecht hinsichtlich der Gewinnermittlung besteht, obliegt es dem Steuerpflichtigen, das f&uuml;r ihn g&uuml;nstige Verfahren zu w&auml;hlen. Dies gilt insbesondere mit Blick auf die unterschiedlichen Folgen der Anwendung des &sect; 4 Abs. 4a EStG auf nach &sect; 4 Abs. 1 oder nach &sect; 4 Abs. 3 EStG ermittelte Gewinne (BFH-Urteile in BFHE 211, 227, BStBl II 2006, 504; in BFHE 230, 424, BStBl II 2010, 1041), mit der Folge, dass die von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gte Ungleichbehandlung durch die Wahl der Gewinnermittlungsart vermieden werden kann und schon deshalb ein Versto&szlig; gegen Art. 3 Abs. 1 des Grundgesetzes zu verneinen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.11.2011, VIII R 5\/08 Gewinnbegriff des &sect; 4 Abs. 4a EStG &#8211; Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; Ungleichbehandlung &#8211; Verfassung Tatbestand 1&nbsp; I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Personengesellschaft (GbR), die im Streitjahr 1999 von der Gewinnermittlung durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich (&sect; 4 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) zur Gewinnermittlung durch Einnahmen&uuml;berschussrechnung (&sect; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-5-08-gewinnbegriff-des-par-4-abs-4a-estg-wechsel-der-gewinnermittlungsart-ungleichbehandlung-verfassung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;5\/08 &#8211; Gewinnbegriff des &sect; 4 Abs. 4a EStG &#8211; Wechsel der Gewinnermittlungsart &#8211; Ungleichbehandlung &#8211; Verfassung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-6621","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6621","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=6621"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/6621\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=6621"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=6621"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=6621"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}