{"id":66227,"date":"2017-01-18T12:22:55","date_gmt":"2017-01-18T10:22:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66227"},"modified":"2017-01-18T12:22:55","modified_gmt":"2017-01-18T10:22:55","slug":"v-r-49-15-zur-zulaessigkeit-einer-klage-gegen-einen-auf-0-eur-lautenden-koerperschaftsteuerbescheid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-49-15-zur-zulaessigkeit-einer-klage-gegen-einen-auf-0-eur-lautenden-koerperschaftsteuerbescheid\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;49\/15 &#8211; Zur Zul&auml;ssigkeit einer Klage gegen einen auf 0 EUR lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.6.2016, V R 49\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.220616.VR49.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Zul&auml;ssigkeit einer Klage gegen einen auf 0 EUR lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 23. September 2014&nbsp;&nbsp;9 K 2451\/10 K aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), eine Hochschule, mit dem von ihr errichteten Betrieb gewerblicher Art, medizinische Auftragsforschung (BgA) gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 und\/oder Nr.&nbsp;23 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG) von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin bzw. der BgA f&uuml;hrten verschiedene medizinische Studien durch. Die Kl&auml;gerin erstellte f&uuml;r den BgA jeweils Jahresabschl&uuml;sse. Spenden zugunsten des BgA wurden in den Jahresabschl&uuml;ssen nicht ausgewiesen und sind auch ansonsten nicht ersichtlich. In den Jahresabschl&uuml;ssen zum 31.&nbsp;Dezember 2002 bis 31.&nbsp;Dezember 2005 wurde jeweils ein Jahres&uuml;berschuss in H&ouml;he von 0&nbsp;EUR ausgewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen des Verfahrens zur &Uuml;berpr&uuml;fung des Gemeinn&uuml;tzigkeitsstatus des BgA erteilte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) der Kl&auml;gerin mit Schreiben vom 21.&nbsp;November 2006 die Auskunft, dass der Gemeinn&uuml;tzigkeitsstatus zu versagen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Februar 2007 reichte die Kl&auml;gerin f&uuml;r den BgA Erkl&auml;rungen zur K&ouml;rperschaftsteuer und Gewerbesteuer von K&ouml;rperschaften, die gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecken dienen, f&uuml;r die Streitjahre (2003 bis 2005) ein. Als Zweck der K&ouml;rperschaft gab sie die F&ouml;rderung von Wissenschaft und Forschung an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im M&auml;rz 2007 f&uuml;hrte das FA eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung bei der Kl&auml;gerin f&uuml;r den Voranmeldungszeitraum Dezember 2006 durch und vertrat im Anschluss daran die Auffassung, dass die durch den BgA erbrachten Leistungen nicht dem erm&auml;&szlig;igten Umsatzsteuersatz unterl&auml;gen. Der BgA erf&uuml;lle nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;68 Nr.&nbsp;9 der Abgabenordnung (AO), so dass gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) der Regelsteuersatz gelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Bescheiden vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2007 setzte das FA die K&ouml;rperschaftsteuer 2003 bis 2005 unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung jeweils mit 0&nbsp;EUR fest. In den Erl&auml;uterungen zum K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2003 f&uuml;hrte das FA aus: &quot;Die K&ouml;rperschaft ist nicht gemeinn&uuml;tzig.&quot; Im K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2004 wird auf die Erl&auml;uterungen zum K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2003 Bezug genommen. Der K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2005 enth&auml;lt die Erl&auml;uterung &quot;s. Erl&auml;uterung zum K&ouml;rperschaftsteuerbescheid 2005 vom gleichen Tage&quot;, allerdings auch keine positive Aussage zur Frage der Gemeinn&uuml;tzigkeit. Die Einspr&uuml;che blieben erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) verwarf die Klage durch das in Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 744 ver&ouml;ffentlichte Urteil als unzul&auml;ssig, weil die Kl&auml;gerin durch die angefochtenen Bescheide nicht beschwert sei. Die angefochtenen K&ouml;rperschaftsteuerbescheide 2003 bis 2005 enthielten keinen Regelungsgehalt, der &uuml;ber die blo&szlig;e Steuerfestsetzung hinausreiche und sich im Streitfall f&uuml;r die Kl&auml;gerin in bindender Weise anderweitig ung&uuml;nstig auswirke. Allein ein abstraktes Kl&auml;rungsbed&uuml;rfnis der Kl&auml;gerin mit Blick auf die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;23 KStG, f&uuml;hre nicht zu einer Beschwer der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin. Sie macht geltend, indem das FG die zul&auml;ssige Klage zu Unrecht durch Prozessurteil abgewiesen und in der Sache nicht entschieden habe, leide das Urteil an einem Verfahrensmangel und verletze ihren Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r. Die Klage sei im &Uuml;brigen auch begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das FG-Urteil, die K&ouml;rperschaftsteuerbescheide 2003 bis 2005 vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2007 und die Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Juni 2010 aufzuheben und das FA zu verpflichten, f&uuml;r den BgA der Kl&auml;gerin einen Freistellungsbescheid zur K&ouml;rperschaft- und Gewerbesteuer f&uuml;r die Jahre 2003 bis 2005 zu erlassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil lasse keine Rechtsfehler erkennen. Das FG sei zu Recht davon ausgegangen, dass es an einer Beschwer der Kl&auml;gerin fehle.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Zur&uuml;ckverweisung an das FG (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG-Urteil leidet an einem Verfahrensmangel, weil es die Klage zu Unrecht als unzul&auml;ssig abgewiesen und dadurch den Anspruch der Kl&auml;gerin auf Gew&auml;hrung rechtlichen Geh&ouml;rs (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO) verletzt hat. Der Senat kann mangels hinreichender Feststellungen nicht abschlie&szlig;end in der Sache entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;5 Abs.1 Nr.&nbsp;9 Satz 1 KStG ist eine K&ouml;rperschaft von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit, wenn sie nach der Satzung und der tats&auml;chlichen Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;lich und unmittelbar gemeinn&uuml;tzigen, mildt&auml;tigen oder kirchlichen Zwecken dient (&sect;&sect;&nbsp;51 bis 68 AO). Unterh&auml;lt sie einen wirtschaftlichen Gesch&auml;ftsbetrieb (&sect;&nbsp;14 AO), ist die Steuerbefreiung insoweit ausgeschlossen (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 KStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine K&ouml;rperschaft verfolgt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;1 AO gemeinn&uuml;tzige Zwecke, wenn ihre T&auml;tigkeit darauf gerichtet ist, die Allgemeinheit auf materiellem, geistigem oder sittlichem Gebiet selbstlos zu f&ouml;rdern. Als F&ouml;rderung der Allgemeinheit wird u.a. die F&ouml;rderung von Wissenschaft und Forschung anerkannt (&sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 AO). Steuerbeg&uuml;nstigte Zweckbetriebe sind dabei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;68 Nr.&nbsp;9 AO auch Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, deren Tr&auml;ger sich &uuml;berwiegend aus Zuwendungen der &ouml;ffentlichen Hand oder Dritter oder aus der Verm&ouml;gensverwaltung finanziert. Der Wissenschaft und Forschung dient auch die Auftragsforschung (&sect;&nbsp;68 Nr.&nbsp;9 Satz&nbsp;2 AO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass die Klage unzul&auml;ssig sei, weil die Kl&auml;gerin durch die auf 0&nbsp;EUR lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheide nicht beschwert sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zur Darlegung einer Rechtsverletzung i.S. des &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO durch einen auf 0&nbsp;EUR lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid reicht es aus, dass der Kl&auml;ger geltend macht, in dem Bescheid werde zu Unrecht seine K&ouml;rperschaftsteuerpflicht bejaht, weil er gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG von der K&ouml;rperschaftsteuer befreit sei. Zur Begr&uuml;ndung verweist der Senat auf die Entscheidungsgr&uuml;nde des Urteils des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 13.&nbsp;Juli 1994 I&nbsp;R&nbsp;5\/93 (BFHE 175, 484, BStBl II 1995, 134, Rz&nbsp;15; vgl. auch BFH-Urteile vom 27.&nbsp;November 2013 I&nbsp;R&nbsp;17\/12, BFHE 244, 194, BStBl II 2016, 68, Rz&nbsp;14; vom 21.&nbsp;Oktober 1999 I&nbsp;R&nbsp;14\/98, BFHE 190, 372, BStBl II 2000, 325, Rz&nbsp;7; vom 24.&nbsp;Juli 1996 I&nbsp;R&nbsp;35\/94, BFHE 181, 57, BStBl II 1996, 583, Rz&nbsp;11; BFH-Beschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;Dezember 1987 I&nbsp;B&nbsp;68\/87, juris, Rz&nbsp;13; vom 20.&nbsp;November 1969 I&nbsp;B&nbsp;34\/69, BFHE 97, 281, BStBl II 1970, 133, 1.&nbsp;Leitsatz, Rz&nbsp;23; sowie BFH-Urteil vom 15.&nbsp;M&auml;rz 1995 II&nbsp;R&nbsp;24\/91, BFHE 177, 497, BStBl II 1995, 653 zur Rechtsverletzung durch einen auf 0&nbsp;DM lautenden Verm&ouml;gensteuerbescheid; so auch Gr&auml;ber\/Levedag, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;40 Rz&nbsp;100; Seer in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung\/Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;40 FGO Rz&nbsp;57 und 61).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Erw&auml;gung des FG, die Kl&auml;gerin k&ouml;nne keine Rechtsverletzung i.S. des &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;2 FGO geltend machen, weil sie &#8211;im Gegensatz zu privatrechtlichen K&ouml;rperschaften&#8211; als juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts ohnehin berechtigt sei, Zuwendungsbest&auml;tigungen auszustellen, f&uuml;hrt zu keiner anderen Beurteilung. Das Interesse einer K&ouml;rperschaft an einer gerichtlichen Kl&auml;rung der Frage, ob sie gemeinn&uuml;tzigen Zwecken dient, ist nicht auf die Berechtigung zur Ausstellung von Zuwendungsbest&auml;tigungen i.S. des &sect;&nbsp;50 der Einkommensteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung beschr&auml;nkt. Da &uuml;ber die Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;9 KStG erst im K&ouml;rperschaftsteuerveranlagungsverfahren entschieden wird, muss f&uuml;r den die Steuerbefreiung wegen Gemeinn&uuml;tzigkeit beanspruchenden Steuerpflichtigen die M&ouml;glichkeit bestehen, einen auf 0&nbsp;EUR lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid gerichtlich auf seine Rechtm&auml;&szlig;igkeit hin &uuml;berpr&uuml;fen zu lassen (BFH-Urteil in BFHE 175, 484, BStBl II 1995, 134, Rz&nbsp;15). Die Kl&auml;gerin weist au&szlig;erdem zutreffend darauf hin, dass sie durch die Ablehnung eines Freistellungsbescheids beschwert sei, weil ihr damit der Nachweis f&uuml;r au&szlig;ersteuerliche Zwecke verweigert werde, dass die im BgA, medizinische Auftragsforschung verwendeten Mittel in einem Zweckbetrieb f&uuml;r gemeinn&uuml;tzige Zwecke verwendet worden sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG zudem aufgeworfene Frage, ob die Kl&auml;gerin tats&auml;chlich Spenden eingeworben hat oder dies subjektiv zu tun beabsichtigte, hat keinen Einfluss auf ihr rechtliches Interesse an der Feststellung ihrer Gemeinn&uuml;tzigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Auch aus dem BFH-Urteil vom 15.&nbsp;April 2010 V&nbsp;R&nbsp;11\/09 (BFH\/NV&nbsp;2010, 1830) ergibt sich &#8211;entgegen der Auffassung des FG&#8211; nichts anderes. Der V.&nbsp;Senat hat darin zwar entschieden, dass eine Klage gegen einen auf 0&nbsp;EUR lautenden Umsatzsteuerbescheid im Allgemeinen unzul&auml;ssig ist. Der V.&nbsp;Senat hat aber unter ausdr&uuml;cklicher Bezugnahme auf das zu einem auf 0&nbsp;DM lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid ergangene BFH-Urteil in BFHE 175, 484, BStBl II 1995, 134 auch entschieden, dass es sich anders verhalte, wenn der Regelungsgehalt des Steuerbescheids ausnahmsweise &uuml;ber die blo&szlig;e Steuerfestsetzung hinausreiche (BFH-Urteil in BFH\/NV&nbsp;2010, 1830, Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung stellt es einen zur Aufhebung und Zur&uuml;ckverweisung f&uuml;hrenden Verfahrensmangel dar, wenn &uuml;ber eine zul&auml;ssige Klage nicht zur Sache, sondern durch Prozessurteil entschieden wird. In einem solchen Fall wird zugleich der Anspruch des Kl&auml;gers auf rechtliches Geh&ouml;r nach Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 FGO verletzt (z.B. BFH-Urteil vom 25.&nbsp;September 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;17\/11, juris, Rz&nbsp;30; BFH-Beschl&uuml;sse vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2014 X&nbsp;B&nbsp;230\/12, BFH\/NV&nbsp;2014, 888, Rz&nbsp;12; vom 29.&nbsp;Juli 2009 VI&nbsp;B&nbsp;44\/09, BFH\/NV&nbsp;2009, 1822, Rz&nbsp;8; vom 23.&nbsp;April 2009 X&nbsp;B&nbsp;43\/08, BFH\/NV 2009, 1443, Rz&nbsp;12; vom 16.&nbsp;April 2007 VII&nbsp;B&nbsp;98\/04, BFH\/NV 2007, 1345, Rz&nbsp;5).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar kann der BFH auch dann in der Sache selbst entscheiden, wenn das FG eine Klage zu Unrecht als unzul&auml;ssig abgewiesen hat, die Klage aber nach den vom FG getroffenen Feststellungen zweifelsfrei unbegr&uuml;ndet ist (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO) oder wenn sich die Klage bei jeder denkbaren Sachverhaltsgestaltung als begr&uuml;ndet erweist (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Falle einer zu Unrecht abgewiesenen Klage als unzul&auml;ssig erfordert aber die verfassungsrechtliche Garantie des rechtlichen Geh&ouml;rs nach Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG regelm&auml;&szlig;ig die Zur&uuml;ckverweisung an die Vorinstanz. Beurteilt das FG n&auml;mlich eine Klage als unzul&auml;ssig, so entscheidet es &uuml;ber sie, ohne sich mit dem inhaltlichen Vorbringen der Beteiligten zu befassen (BFH-Urteile vom 4.&nbsp;Juli 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;77\/05, BFH\/NV&nbsp;2008, 53, Rz&nbsp;29; vom 17.&nbsp;Oktober 1990 I&nbsp;R&nbsp;118\/88, BFHE 162, 534, BStBl II 1991, 242, Rz&nbsp;22). In einer solchen Verfahrenslage kommt ein Durcherkennen ausnahmsweise nur dann in Betracht, wenn vollst&auml;ndig ausgeschlossen ist, dass einer der Beteiligten durch einen weiteren Vortrag die Sachentscheidung noch beeinflussen k&ouml;nnte (BFH-Urteil in BFH\/NV 2008, 53, Rz&nbsp;30). Das ist vorliegend nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 22.6.2016, V R 49\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.220616.VR49.15.0 Zur Zul&auml;ssigkeit einer Klage gegen einen auf 0 EUR lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 23. September 2014&nbsp;&nbsp;9 K 2451\/10 K aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nster zur&uuml;ckverwiesen. Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-49-15-zur-zulaessigkeit-einer-klage-gegen-einen-auf-0-eur-lautenden-koerperschaftsteuerbescheid\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;49\/15 &#8211; Zur Zul&auml;ssigkeit einer Klage gegen einen auf 0 EUR lautenden K&ouml;rperschaftsteuerbescheid<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66227","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66227","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66227"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66227\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66227"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66227"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66227"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}