{"id":66232,"date":"2017-01-18T12:23:01","date_gmt":"2017-01-18T10:23:01","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66232"},"modified":"2017-01-18T12:23:01","modified_gmt":"2017-01-18T10:23:01","slug":"iii-r-8-15-anordnung-einer-zweiten-anschlusspruefung-bei-einem-mittelbetrieb-anforderungen-an-die-begruendung-der-pruefungsanordnung-ermessensgerechtigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-8-15-anordnung-einer-zweiten-anschlusspruefung-bei-einem-mittelbetrieb-anforderungen-an-die-begruendung-der-pruefungsanordnung-ermessensgerechtigkeit\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;8\/15 &#8211; Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung bei einem Mittelbetrieb &#8211; Anforderungen an die Begr&uuml;ndung der Pr&uuml;fungsanordnung &#8211; Ermessensgerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.6.2016, III R 8\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.150616.IIIR8.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung bei einem Mittelbetrieb &#8211; Anforderungen an die Begr&uuml;ndung der Pr&uuml;fungsanordnung &#8211; Ermessensgerechtigkeit<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung f&uuml;r ein gewerbliches Einzelunternehmen, das im Zeitpunkt der Bekanntgabe dieser Pr&uuml;fungsanordnung als Mittelbetrieb eingestuft ist, bedarf grunds&auml;tzlich keiner &uuml;ber &sect; 193 Abs. 1 AO hinausgehenden Begr&uuml;ndung.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Eine derartige Pr&uuml;fung ist ermessensgerecht, wenn keine Anhaltspunkte f&uuml;r eine willk&uuml;rliche oder schikan&ouml;se Belastung bestehen und sie nicht gegen das &Uuml;berma&szlig;verbot verst&ouml;&szlig;t. Sie ist nicht &uuml;berm&auml;&szlig;ig, wenn das Unternehmen w&auml;hrend des vorgesehenen Pr&uuml;fungszeitraumes zeitweise als Gro&szlig;betrieb eingeordnet war und sich aufgrund vorliegenden Kontrollmaterials aus Sicht des FA ein Pr&uuml;fungsbedarf ergibt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 27. M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;4 K 2166\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) betreibt in mehreren Filialen einen Einzelhandel mit Waren verschiedener Art. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3 der Betriebspr&uuml;fungsordnung 2000 &#8211;BpO&#8211; (BStBl I 2000, 368, zuletzt ge&auml;ndert BStBl I 2011, 710) war der Betrieb des Kl&auml;gers zum 1.&nbsp;Januar 2004 als Kleinbetrieb, zum 1.&nbsp;Januar 2007 als Mittelbetrieb, zum 1.&nbsp;Januar 2010 als Gro&szlig;betrieb und mit Wirkung ab dem 1.&nbsp;Januar 2013 wieder als Mittelbetrieb eingestuft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2002 bis 2004 sowie f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2005 bis 2007 f&uuml;hrte der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) beim Kl&auml;ger Au&szlig;enpr&uuml;fungen durch, die zu keinen nennenswerten Beanstandungen f&uuml;hrten. Am 22.&nbsp;Januar 2013 ordnete das FA eine weitere Au&szlig;enpr&uuml;fung an, die sich auf die Feststellung der Eink&uuml;nfte sowie die Gewerbesteuer f&uuml;r die Jahre 2008 bis 2011 erstrecken sollte. Auf den Einspruch des Kl&auml;gers hin erlie&szlig; das FA am 20.&nbsp;Februar 2013 eine neue Pr&uuml;fungsanordnung, in der es den Pr&uuml;fungszeitraum auf drei Jahre (2008 bis 2010) begrenzte. In einer Anlage zur Pr&uuml;fungsanordnung forderte das FA den Kl&auml;ger auf, die elektronischen Daten seines Warenwirtschaftssystems, des Kassensystems und seiner Erl&ouml;se zur Verf&uuml;gung zu stellen. Dieser Aufforderung kam der Kl&auml;ger nach, gleichwohl hielt er an seinem Einspruch fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidung vom 30.&nbsp;April 2013 wies das FA den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung verwies es darauf, dass es sich bei der Anordnung einer routinem&auml;&szlig;igen Au&szlig;enpr&uuml;fung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) um eine Ermessenentscheidung handele, die mit der Angabe der Rechtsgrundlage hinreichend begr&uuml;ndet sei. Dies gelte auch im Falle einer Anschlusspr&uuml;fung, die nach dem Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 28.&nbsp;September 2011 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/09 (BFHE 235, 298, BStBl II 2012, 395) weder ein zu erwartendes Mehrergebnis noch relevante Pr&uuml;fungsfeststellungen in den vorangegangenen Pr&uuml;fungen voraussetze. Da die Anordnung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung einen erheblichen Eingriff in die Sph&auml;re des Steuerpflichtigen darstelle, d&uuml;rfe das Auswahlermessen des FA nicht auf sachfremden Erw&auml;gungen beruhen oder sich als willk&uuml;rlich oder schikan&ouml;s darstellen. Das sei jedoch unstreitig nicht der Fall. Das FA habe sich auch durch den Wechsel der Gr&ouml;&szlig;enklasse vom Gro&szlig;- zum Mittelbetrieb zum 1.&nbsp;Januar 2013 zur Pr&uuml;fung veranlasst gesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erhob daraufhin Klage. W&auml;hrend des Klageverfahrens &uuml;bersandte das FA dem Finanzgericht (FG) Ausz&uuml;ge aus ihm vorliegenden Kontrollmaterial. Auf einen rechtlichen Hinweis des FG, dass zweifelhaft sei, ob die Pr&uuml;fungsanordnung vom 20.&nbsp;Februar 2013 ausreichend begr&uuml;ndet sei, erlie&szlig; das FA w&auml;hrend des Klageverfahrens am 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 eine neue Pr&uuml;fungsanordnung, die wiederum auf &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO gest&uuml;tzt war. Sie ergehe aufgrund einer Ermessensentscheidung, bei der das Kontrollmaterial von ausschlaggebender Bedeutung sei, da es den Schluss zulasse, dass im Pr&uuml;fungszeitraum nicht alle Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle zutreffend erfasst worden seien. Es sei daher notwendig, eine zweite Anschlusspr&uuml;fung durchzuf&uuml;hren, obgleich die letzte Betriebspr&uuml;fung nicht zu nennenswerten Beanstandungen gef&uuml;hrt habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 879 ver&ouml;ffentlichten Urteil vom 27.&nbsp;M&auml;rz 2014&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;2166\/13 gab das FG der Klage statt und hob die Pr&uuml;fungsanordnung vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 auf. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es aus, das Kontrollmaterial indiziere zumindest f&uuml;r das Jahr 2008 einen Pr&uuml;fungsbedarf. Die Pr&uuml;fungsanordnung leide aber an einem Begr&uuml;ndungsmangel i.S. des &sect;&nbsp;121 Abs.&nbsp;1 AO, da sie keine sachgerechte Ermessensaus&uuml;bung erkennen lasse. Es sei nicht auszuschlie&szlig;en, dass zumindest eine Plausibilit&auml;tspr&uuml;fung durch Abgleich des Kontrollmaterials mit der bereits vorgelegten elektronischen Buchf&uuml;hrung m&ouml;glich und die Pr&uuml;fungsanordnung daher unverh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig sei. Zudem sei nicht auszuschlie&szlig;en, dass der Anfangsverdacht einer Steuerstraftat gegen den Kl&auml;ger bestehe und daher mit der Pr&uuml;fungsanordnung &sect;&nbsp;393 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;397 Abs.&nbsp;3 AO, der Grundsatz der Selbstbelastungsfreiheit sowie die aufgrund der Selbstbindung der Verwaltung zu beachtenden Vorgaben des &sect;&nbsp;10 BpO unterlaufen werden sollten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil wendet sich das FA mit der Revision. Es r&uuml;gt die Verletzung formellen und materiellen Bundesrechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er verteidigt das FG-Urteil und verweist hinsichtlich der Begr&uuml;ndungspflicht f&uuml;r Pr&uuml;fungsanordnungen auf das BFH-Urteil vom 16.&nbsp;November 1989 IV&nbsp;R&nbsp;29\/89 (BFHE 159, 28, BStBl II 1990, 272). Das dem FA vorliegende Kontrollmaterial und die Angebote, zu denen keine Rechnungen vorl&auml;gen, erlaubten nicht den Schluss, dass Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle nicht zutreffend erfasst worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Gegenstand des Verfahrens ist die Pr&uuml;fungsanordnung vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird der angefochtene Verwaltungsakt nach Bekanntgabe der Einspruchsentscheidung ge&auml;ndert oder ersetzt, so wird der neue Verwaltungsakt nach &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO Gegenstand des Verfahrens. Dies gilt auch bei Ermessensentscheidungen (BFH-Urteile vom 16.&nbsp;Dezember 2008 I&nbsp;R&nbsp;29\/08, BFHE 224, 195, BStBl II 2009, 539, unter II.2.d; vom 15.&nbsp;Mai 2013 VI&nbsp;R&nbsp;28\/12, BFHE 241, 200, BStBl II 2013, 737, Rz&nbsp;11; vom 26.&nbsp;Juni 2014 IV&nbsp;R&nbsp;17\/14, BFH\/NV 2014, 1507, Rz&nbsp;20&nbsp;ff.; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/ Spitaler &#8211;HHSp&#8211; &sect;&nbsp;102 FGO Rz&nbsp;63; Schallmoser in HHSp, &sect;&nbsp;68 FGO Rz&nbsp;16).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die Pr&uuml;fungsanordnung vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 ist rechtm&auml;&szlig;ig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob und in welchem Umfang bei einem Steuerpflichtigen nach &sect;&nbsp;193 AO eine Au&szlig;enpr&uuml;fung angeordnet wird, ist eine Ermessensentscheidung, die vom Gericht nach &sect;&nbsp;102 FGO nur darauf zu pr&uuml;fen ist, ob die gesetzlichen Grenzen der Ermessensvorschrift eingehalten wurden und ob die Beh&ouml;rde das ihr einger&auml;umte Ermessen unter Beachtung des Gesetzeszwecks (&sect;&nbsp;5 AO) fehlerfrei ausge&uuml;bt hat (BFH-Urteil in BFHE 235, 298, BStBl II 2012, 395, Rz&nbsp;20). Die Pr&uuml;fungsanordnung vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 entspricht diesen Vorgaben. Das FA hat die gesetzlichen Grenzen des Ermessens beachtet (dazu 1.) und frei von Ermessensfehlern entschieden (dazu 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die gesetzlichen Grenzen des Ermessens sind nicht &uuml;berschritten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ist nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO u.a. zul&auml;ssig bei Steuerpflichtigen, die &#8211;wie der Kl&auml;ger&#8211; einen gewerblichen Betrieb unterhalten. Weitere Anforderungen enth&auml;lt die Norm nicht; es handelt sich um eine tatbestandlich voraussetzungslose Pr&uuml;fungserm&auml;chtigung. Im Rahmen des &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO sind daher Au&szlig;enpr&uuml;fungen in den Grenzen des Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeitsprinzips und des Willk&uuml;rverbots grunds&auml;tzlich unbeschr&auml;nkt zul&auml;ssig (BFH-Urteile vom 2.&nbsp;Oktober 1991 X&nbsp;R&nbsp;89\/89, BFHE 166, 105, BStBl II 1992, 220, unter 2.a und 2.h; in BFHE 235, 298, BStBl II 2012, 395, Rz&nbsp;21, 25; vom 16.&nbsp;Dezember 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;52\/12, BFHE 250, 1, Rz&nbsp;20; Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;B&nbsp;8\/14, BFH\/NV 2014, 1880, Rz&nbsp;10, jeweils m.w.N.). Weder der Abgabenordnung noch der Betriebspr&uuml;fungsordnung ist zu entnehmen, dass Au&szlig;enpr&uuml;fungen nur in einem bestimmten Turnus oder mit zeitlichen Abst&auml;nden erfolgen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Pr&uuml;fungsanordnung stand &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 AO nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach dieser Vorschrift ist eine Au&szlig;enpr&uuml;fung bei anderen als den in &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO bezeichneten Steuerpflichtigen zul&auml;ssig, wenn die f&uuml;r die Besteuerung erheblichen Verh&auml;ltnisse der Aufkl&auml;rung bed&uuml;rfen und eine Pr&uuml;fung an Amtsstelle nach Art und Umfang des zu pr&uuml;fenden Sachverhalts nicht zweckm&auml;&szlig;ig ist. Demgegen&uuml;ber enth&auml;lt &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO keinen Vorrang der Pr&uuml;fung an Amtsstelle. Betriebe i.S. dieser Vorschrift unterliegen kraft Gesetzes der Au&szlig;enpr&uuml;fung und sind daher verpflichtet, die damit verbundenen Eingriffe zu dulden (BFH-Urteil in BFHE 166, 105, BStBl II 1992, 220; BFH-Beschluss vom 16.&nbsp;Februar 2011 VIII&nbsp;B&nbsp;246\/09, BFH\/NV 2011, 748; Senatsbeschluss in BFH\/NV 2014, 1880, Rz&nbsp;12). Der Gesetzgeber ging davon aus, dass die steuererheblichen Verh&auml;ltnisse der dort genannten Steuerpflichtigen, zu denen auch der Kl&auml;ger z&auml;hlt, &quot;durchweg&quot; nur durch Au&szlig;enpr&uuml;fungen genau &uuml;berpr&uuml;ft werden k&ouml;nnten (BTDrucks 6\/1982, S.&nbsp;161). Dabei wird nicht zwischen erstmaligen Pr&uuml;fungen und Anschlusspr&uuml;fungen unterschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) F&uuml;r die Anordnung einer Au&szlig;enpr&uuml;fung ist unerheblich, ob &#8211;was f&uuml;r den Senat nicht ersichtlich ist&#8211; hinsichtlich der betroffenen Steuerarten und Besteuerungszeitr&auml;ume der Anfangsverdacht einer Steuerstraftat besteht (BFH-Urteile vom 4.&nbsp;November 1987 II&nbsp;R&nbsp;102\/85, BFHE 151, 324, BStBl II 1988, 113; vom 4.&nbsp;Oktober 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/04, BFHE 215, 12, BStBl II 2007, 227, unter II.2.b; s.a. BFH-Beschluss vom 29.&nbsp;Dezember 2010 IV&nbsp;B&nbsp;46\/09, BFH\/NV 2011, 634; anderer Ansicht Dr&uuml;en, Ver&ouml;ffentlichungen der Deutschen Steuerjuristischen Gesellschaft, Band&nbsp;38, S.&nbsp;219, 232).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FA hat von seinem Ermessen in einer dem Zweck der Erm&auml;chtigung entsprechenden Weise Gebrauch gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Anordnung der zweiten Anschlusspr&uuml;fung verst&ouml;&szlig;t nicht gegen den Grundsatz der Selbstbindung der Verwaltung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die BpO bewirkt eine auch im gerichtlichen Verfahren zu beachtende Selbstbindung der Finanzverwaltung bei der Anordnung von Au&szlig;enpr&uuml;fungen (BFH-Urteile vom 19.&nbsp;August 1998 XI&nbsp;R&nbsp;37\/97, BFHE 186, 506, BStBl II 1999, 7, unter II.1.; vom 23.&nbsp;Februar 2005 XI&nbsp;R&nbsp;21\/04, BFH\/NV 2005, 1218, unter II.4.a; Klein\/ R&uuml;sken, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;194 Rz&nbsp;18&nbsp;f.; s.a. BFH-Beschluss vom 3.&nbsp;Februar 2009 VIII&nbsp;B&nbsp;114\/08, BFH\/NV 2009, 887). Es handelt sich um eine ermessenslenkende Verwaltungsvorschrift, so dass ihre Auslegung sich nicht nach den f&uuml;r die Auslegung von Gesetzen geltenden Ma&szlig;st&auml;ben richtet, sondern danach, wie die Verwaltung sie versteht und verstanden wissen will. Die gerichtliche &Uuml;berpr&uuml;fung beschr&auml;nkt sich darauf, ob die Auslegung durch die Beh&ouml;rde m&ouml;glich ist (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 887; vgl. auch BFH-Urteil vom 19.&nbsp;September 2012 VI&nbsp;R&nbsp;54\/11, BFHE 239, 85, BStBl II 2013, 395, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach der BpO bestimmt die Finanzbeh&ouml;rde den Umfang der Au&szlig;enpr&uuml;fung nach pflichtgem&auml;&szlig;em Ermessen (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1 BpO). Bei Gro&szlig;betrieben und bestimmten anderen Unternehmen soll der Pr&uuml;fungszeitraum an den vorhergehenden Pr&uuml;fungszeitraum anschlie&szlig;en (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BpO). Bei anderen Betrieben soll der Pr&uuml;fungszeitraum in der Regel nicht mehr als drei zusammenh&auml;ngende Besteuerungszeitr&auml;ume umfassen. Der Pr&uuml;fungszeitraum kann insbesondere dann drei Besteuerungszeitr&auml;ume &uuml;bersteigen, wenn mit nicht unerheblichen &Auml;nderungen der Besteuerungsgrundlagen zu rechnen ist oder wenn der Verdacht einer Steuerstraftat oder einer Steuerordnungswidrigkeit besteht; Anschlusspr&uuml;fungen sind zul&auml;ssig (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 BpO). Dabei ist grunds&auml;tzlich die Gr&ouml;&szlig;enklasse (&sect;&nbsp;3 BpO) ma&szlig;gebend, in die der Betrieb im Zeitpunkt der Bekanntgabe der Pr&uuml;fungsanordnung eingeordnet ist (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 BpO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Betrieb des Kl&auml;gers war danach bei Erlass der streitgegenst&auml;ndlichen Pr&uuml;fungsanordnung als Mittelbetrieb eingestuft, so dass er nicht schon nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 BpO der Anschlusspr&uuml;fung unterlag. Die BpO l&auml;sst jedoch Anschlusspr&uuml;fungen auch bei Mittelbetrieben ausdr&uuml;cklich zu und macht sie auch nicht von besonderen Voraussetzungen abh&auml;ngig (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 BpO). Im &Uuml;brigen wird im sog. Rationalisierungserlass die Bedeutung der Unvorhersehbarkeit der Au&szlig;enpr&uuml;fung hervorgehoben (abgedruckt bei Schallmoser in HHSp, Vor &sect;&sect;&nbsp;193 bis 203 AO Rz&nbsp;107, unter 3.1). Diese Unvorhersehbarkeit spricht somit aus Sicht der Verwaltung gegen eine Bindung von Au&szlig;enpr&uuml;fungen an einen bestimmten Turnus oder einen Anspruch auf pr&uuml;fungsfreie Jahre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Andere Ermessensfehler sind nicht erkennbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Finanzbeh&ouml;rden sind verpflichtet, f&uuml;r eine steuerliche Belastungsgleichheit zu sorgen und diese auch hinsichtlich des tats&auml;chlichen Erfolges zu gew&auml;hrleisten (Urteil des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 27.&nbsp;Juni 1991&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;1493\/89, BStBl II 1991, 654, 665). Die Herstellung der steuerlichen Lastengleichheit spricht f&uuml;r eine m&ouml;glichst l&uuml;ckenlose Pr&uuml;fung; die Verwaltung kann daher grunds&auml;tzlich alle Veranlagungszeitr&auml;ume durch eine Au&szlig;enpr&uuml;fung kontrollieren (BFH-Urteile in BFHE 166, 105, BStBl II 1992, 220; vom 10.&nbsp;Juni 1992 I&nbsp;R&nbsp;142\/90, BFHE 168, 226, BStBl II 1992, 784, Rz&nbsp;21). Da eine umfassende Pr&uuml;fung der unter &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO fallenden Steuerpflichtigen nicht realisierbar ist, kann sich die Finanzbeh&ouml;rde zumindest die prophylaktische Wirkung nutzbar machen, die in der Unberechenbarkeit eines pr&uuml;fungsfreien Zeitraums zwischen den turnusm&auml;&szlig;igen Pr&uuml;fungen liegt (vgl. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;September 1988 III&nbsp;R&nbsp;280\/84, BFHE 154, 425, BStBl II 1989, 4; BFH-Beschluss in BFH\/NV 2009, 887). Daher ist bei der Ermessensaus&uuml;bung nach &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO f&uuml;r die Ber&uuml;cksichtigung eines Individualinteresses auf Verschonung von den durch eine Au&szlig;enpr&uuml;fung ausgel&ouml;sten Belastungen vorbehaltlich des &Uuml;berma&szlig;- sowie des Willk&uuml;r- und Schikaneverbots grunds&auml;tzlich kein Raum (z.B. BFH-Urteil in BFHE 166, 105, BStBl II 1992, 220, Rz&nbsp;21&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Anhaltspunkte f&uuml;r eine willk&uuml;rliche oder schikan&ouml;se Belastung des Kl&auml;gers (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil in BFHE 235, 298, BStBl II 2012, 395) sind weder vorgetragen noch sonst ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Der Kl&auml;ger wurde durch die Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung auch nicht in ermessensfehlerhafter Weise &uuml;berm&auml;&szlig;ig belastet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ob ein Ermessensfehler gegeben ist, beurteilt sich grunds&auml;tzlich nach Begr&uuml;ndung der Pr&uuml;fungsanordnung durch das FA (BFH-Urteil in BFHE 159, 28, BStBl II 1990, 272, unter 2.). Da die Anordnung einer Pr&uuml;fung grunds&auml;tzlich ermessensgerecht ist, wenn sie nicht gegen das &Uuml;berma&szlig;-, das Willk&uuml;r- oder das Schikaneverbot verst&ouml;&szlig;t, bedarf sie indessen regelm&auml;&szlig;ig keiner &uuml;ber die Angabe der gesetzlichen Grundlage &#8211;hier &sect;&nbsp;193 Abs.&nbsp;1 AO&#8211; hinausgehenden Begr&uuml;ndung. Dies gilt nicht nur f&uuml;r die erste Anschlusspr&uuml;fung bei einem Mittelbetrieb (BFH-Beschluss vom 19.&nbsp;November 2009 IV&nbsp;B&nbsp;62\/09, BFH\/NV 2010, 595), sondern auch &#8211;wie hier&#8211; f&uuml;r die zweite Anschlusspr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wurde durch die Pr&uuml;fungsanordnung nicht &uuml;berm&auml;&szlig;ig belastet. Denn das Unternehmen des Kl&auml;gers war, worauf sich das FA auch berufen hat, zwar zum ma&szlig;geblichen Zeitpunkt (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 BpO) als Mittelbetrieb eingestuft, aber zuvor &#8211;zum 1.&nbsp;Januar 2010 und damit innerhalb des vorgesehenen Pr&uuml;fungszeitraums&#8211; als Gro&szlig;betrieb eingeordnet. Dabei handelt es sich um ein Kriterium, das es als ermessensfehlerfrei erscheinen l&auml;sst, den Pr&uuml;fungsabstand k&uuml;rzer als bei anderen Mittelbetrieben zu bemessen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen eine &uuml;berm&auml;&szlig;ige Belastung des Kl&auml;gers spricht zudem das dem FA vorliegende Kontrollmaterial, das vom FG &#8211;f&uuml;r den BFH bindend (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO)&#8211; dahin gew&uuml;rdigt wurde, dass es einen Pr&uuml;fungsbedarf indiziere.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat braucht insoweit nicht zu entscheiden, ob das FA durch die erstmalige Bezugnahme auf das Kontrollmaterial in der Pr&uuml;fungsanordnung vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 seine vorherigen Ermessenserw&auml;gungen in zul&auml;ssiger Weise erg&auml;nzte (&sect;&nbsp;102 Satz&nbsp;2 FGO) oder ob es dadurch unzul&auml;ssig Ermessenserw&auml;gungen erstmals anstellte, die Ermessensgr&uuml;nde auswechselte oder vollst&auml;ndig nachholte (BFH-Urteile in BFHE 224, 195, BStBl II 2009, 539, unter II.2.d; vom 24.&nbsp;April 2014 IV&nbsp;R&nbsp;25\/11, BFHE 245, 499, BStBl II 2014, 819, Rz&nbsp;49). Denn Umst&auml;nde, die f&uuml;r oder gegen einen Versto&szlig; gegen das &Uuml;berma&szlig;-, Willk&uuml;r- oder Schikaneverbot sprechen, sind unabh&auml;ngig davon zu ber&uuml;cksichtigen, ob sie sich aus der Begr&uuml;ndung der Pr&uuml;fungsanordnung ergeben (BFH-Urteil in BFHE 235, 298, BStBl II 2012, 395).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dahinstehen kann, welche Folgen eine nach den vorstehenden Grunds&auml;tzen nicht gebotene, aber fehlerhafte oder sonst unzureichende Begr&uuml;ndung hat (vgl. BFH-Urteil in BFHE 159, 28, BStBl II 1990, 272).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nachdem die Revision bereits mit der Sachr&uuml;ge Erfolg hat, ist &uuml;ber die Verfahrensr&uuml;ge nicht mehr zu entscheiden (vgl. z.B. Senatsurteil vom 23.&nbsp;Juni 2015 III&nbsp;R&nbsp;37\/14, BFHE 250, 377, BStBl II 2016, 55, Rz&nbsp;21, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 15.6.2016, III R 8\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.150616.IIIR8.15.0 Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung bei einem Mittelbetrieb &#8211; Anforderungen an die Begr&uuml;ndung der Pr&uuml;fungsanordnung &#8211; Ermessensgerechtigkeit Leits&auml;tze 1. Die Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung f&uuml;r ein gewerbliches Einzelunternehmen, das im Zeitpunkt der Bekanntgabe dieser Pr&uuml;fungsanordnung als Mittelbetrieb eingestuft ist, bedarf grunds&auml;tzlich keiner &uuml;ber &sect; 193 Abs. 1 AO hinausgehenden &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-8-15-anordnung-einer-zweiten-anschlusspruefung-bei-einem-mittelbetrieb-anforderungen-an-die-begruendung-der-pruefungsanordnung-ermessensgerechtigkeit\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;8\/15 &#8211; Anordnung einer zweiten Anschlusspr&uuml;fung bei einem Mittelbetrieb &#8211; Anforderungen an die Begr&uuml;ndung der Pr&uuml;fungsanordnung &#8211; Ermessensgerechtigkeit<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66232","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66232","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66232"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66232\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66232"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66232"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66232"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}