{"id":66272,"date":"2017-01-18T12:22:50","date_gmt":"2017-01-18T10:22:50","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66272"},"modified":"2017-01-18T12:22:50","modified_gmt":"2017-01-18T10:22:50","slug":"x-b-20-16-nichtzulassungsbeschwerde-verfahrensfragen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-20-16-nichtzulassungsbeschwerde-verfahrensfragen\/","title":{"rendered":"X&nbsp;B&nbsp;20\/16 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde; Verfahrensfragen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.7.2016, X B 20\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.250716.XB20.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Nichtzulassungsbeschwerde; Verfahrensfragen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 17. November 2015&nbsp;&nbsp;8 K 10181\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war neben seinem Vater (V) Gesellschafter einer Gesellschaft b&uuml;rgerlichen Rechts. Das hierf&uuml;r zust&auml;ndige Finanzamt (FA&nbsp;X) erlie&szlig; Gewinnfeststellungsbescheide u.a. f&uuml;r das Streitjahr 1997. Es entspann sich u.a. ein Streit um die Frage der ordnungsgem&auml;&szlig;en Bekanntgabe. V legte Einspruch ein. Das FA&nbsp;X zog den Kl&auml;ger zum Verfahren hinzu und wies den Einspruch zur&uuml;ck. Der Kl&auml;ger sowie der Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen des V erhoben Klage zum dortigen Finanzgericht (FG&nbsp;Y). Nach einem Er&ouml;rterungstermin hob das FA&nbsp;X die Feststellungsbescheide gegen&uuml;ber V auf und &uuml;bersandte dem Insolvenzverwalter Berechnungen gleichen Inhalts. Das FG&nbsp;Y lie&szlig; den Rechtsstreit des Kl&auml;gers als sonstige Erledigung aus dem Prozessregister austragen. Die Anschrift des Kl&auml;gers sei nicht bekannt. Au&szlig;erdem sei mit der Aufhebung der Bescheide gegen&uuml;ber V die Grundlage f&uuml;r eine zul&auml;ssige Klage des Kl&auml;gers entfallen, da dieser nur Hinzugezogener zum Einspruchsverfahren des V gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung des Kl&auml;gers die seitens des FA&nbsp;X festgestellten Eink&uuml;nfte. Im Einspruchsverfahren teilte das FA&nbsp;X dem FA auf Nachfrage mit, der Feststellungsbescheid sei bestandskr&auml;ftig, da mit Aufhebung gegen&uuml;ber V die verbundene Klage des Kl&auml;gers mangels Zul&auml;ssigkeit als erledigt zu betrachten sei. Das FA wies den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen erhob V in Vertretung f&uuml;r den Kl&auml;ger Klage. Eine dem Augenschein nach f&uuml;r V ausgestellte Vollmacht des Kl&auml;gers vom 10.&nbsp;August 2011 wurde zwei Tage darauf nachgereicht. In der Sache trug V vor, der Feststellungsbescheid entspreche nicht den tats&auml;chlichen Ergebnissen und sei dem Kl&auml;ger auch nicht ordentlich zugestellt worden, w&auml;hrend das FA sich auf die Bestandskraft des Feststellungsbescheids berief. Das Finanzgericht (FG) beraumte auf den 17.&nbsp;November 2015 m&uuml;ndliche Verhandlung an. Die Ladung wurde dem V ausweislich der Postzustellungsurkunde am 30.&nbsp;Oktober 2015 durch Einlegen in den zur Wohnung geh&ouml;renden Briefkasten unter der Anschrift in A zugestellt, die V in seinem letzten Schriftsatz vom 1.&nbsp;Februar 2015 verwandt hatte. Am 16.&nbsp;November 2015 teilte V dem FG per Telefax unter einer Anschrift in B mit, er sei nicht mehr bevollm&auml;chtigt, da der Kl&auml;ger einen Anwalt genommen habe, und beantragte Terminsverlegung sowie unmittelbare Ladung des Kl&auml;gers. Er habe seit Monaten einen ersten Wohnsitz in B, die Ladung erst in der letzten Woche erhalten und weder den Kl&auml;ger noch dessen Anwalt erreicht, um den Termin bekanntzugeben. Er selbst sei aufgrund von Lehrverpflichtungen verhindert. Das FG richtete am selben Tage f&uuml;r V eine Anfrage an das Einwohnermeldeamt in A, die aber mangels eindeutiger Identifikation ergebnislos blieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG f&uuml;hrte die Verhandlung durch und wies die Klage ab. Der Kl&auml;ger sei ordnungsgem&auml;&szlig; geladen. Die Vollmacht des V habe fortbestanden, bis ihr Erl&ouml;schen angezeigt wurde. Die Behauptung, er habe den Kl&auml;ger nicht erreichen k&ouml;nnen, sei unglaubhaft. In der Sache sei die Klage unbegr&uuml;ndet. Zwar seien nicht die Einwendungen gegen den Grundlagenbescheid, wohl aber der Umfang der Bindungswirkung des Grundlagenbescheids und damit dessen Wirksamkeit zu pr&uuml;fen. Bei Gesamtw&uuml;rdigung der Umst&auml;nde sei von einer wirksamen Bekanntgabe an den Kl&auml;ger auszugehen. Eine Aussetzung des Verfahrens nach &sect;&nbsp;74 der Finanzgerichtsordnung (FGO) im Hinblick auf m&ouml;gliche &Auml;nderungen des Grundlagenbescheids finde nicht statt, da eine Entscheidung in einem besonderen Grundlagenverfahren nicht zu erwarten sei. Nachdem der Kl&auml;ger selbst keinen Einspruch eingelegt habe und die Einspruchsentscheidung ihn nicht zus&auml;tzlich beschwert habe, sei er trotz Hinzuziehung nicht selbst klagebefugt gewesen. Das FG&nbsp;Y habe daher die Klage des Kl&auml;gers zu Recht als unzul&auml;ssig behandelt und beendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 7.&nbsp;Januar 2016 teilte das Einwohnermeldeamt nach nunmehriger Identifizierung des V mit, die Anschrift in B sei seit dem 21.&nbsp;August 2014 die Hauptwohnung, die Anschrift in A sei seit diesem Zeitpunkt die Nebenwohnung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision r&uuml;gt der nunmehr anwaltlich vertretene Kl&auml;ger im Wesentlichen Verfahrensm&auml;ngel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Durch die Verhandlung in seiner Abwesenheit sei ihm das rechtliche Geh&ouml;r versagt worden. Das FG habe ihn nicht fristgem&auml;&szlig; geladen und den Termin nicht verlegt, obwohl er diesen ohne Verschulden nicht habe wahrnehmen k&ouml;nnen. V sei nicht ordnungsgem&auml;&szlig; geladen worden, da die Zustellung durch Niederlegung nur zul&auml;ssig sei, wenn es zuvor einen Zustellversuch gegeben habe. V habe aber unter der Zustellanschrift in A nicht mehr gewohnt. Die Heilung der fehlerhaften Zustellung in der Woche vor dem Termin habe die Ladungsfrist nicht mehr gewahrt. Ein Verschulden des V m&uuml;sse der Kl&auml;ger sich nicht zurechnen lassen. Im &Uuml;brigen bestehe auch zwischen dem Kl&auml;ger und V seit vielen Jahren ein tiefes Zerw&uuml;rfnis. V sei mehrfach mit gef&auml;lschten Vollmachten und Unterschriften im Gesch&auml;ftsverkehr aufgetreten, was zeige, dass die Wirksamkeit einer Bevollm&auml;chtigung stets hinterfragt werden m&uuml;sse. Das habe das FG vers&auml;umt. Tats&auml;chlich sei eine Vollmacht am 16.&nbsp;November 2015 nicht mehr vorhanden gewesen, was auch das FG zutreffend ausf&uuml;hre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem sei der Kl&auml;ger im Verfahren nicht wirksam vertreten gewesen. Das FG habe sich mit einer Prozessvollmacht des V nicht auseinandergesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG habe den Feststellungsbescheid f&auml;lschlich als Grundlagenbescheid behandelt, da dieser nicht wirksam bekanntgegeben worden sei. Es sei unklar, wann das FG die Bekanntgabe annehme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Schlie&szlig;lich habe das FG zu Unrecht das Verfahren nicht nach &sect;&nbsp;74 FGO ausgesetzt. Selbst wenn der Feststellungsbescheid wirksam bekanntgegeben worden w&auml;re, habe das FG nicht von seiner Bestandskraft ausgehen d&uuml;rfen, nachdem der Kl&auml;ger beim FG&nbsp;Y hiergegen Klage erhoben habe. Es sei nicht korrekt, die Klage als unzul&auml;ssig zu behandeln.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Ein Grund f&uuml;r die Zulassung der Revision nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Durchf&uuml;hrung der m&uuml;ndlichen Verhandlung trotz Abwesenheit des Kl&auml;gers verletzte dessen Anspruch auf rechtliches Geh&ouml;r i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;3 FGO nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Kl&auml;ger wurde &uuml;ber seinen Bevollm&auml;chtigten V ordnungsgem&auml;&szlig;, insbesondere fristgerecht, zur m&uuml;ndlichen Verhandlung geladen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Kl&auml;ger war bis zum 16.&nbsp;November 2015 und damit auch am 30.&nbsp;Oktober 2015 durch V vertreten. V ist als Prozessbevollm&auml;chtigter f&uuml;r den Kl&auml;ger aufgetreten und verf&uuml;gte zun&auml;chst &uuml;ber eine Vollmacht. Diese Vollmacht bezog sich auf alle Verfahren vor dem FG. Der Senat hat davon auszugehen, dass der Kl&auml;ger diese Vollmacht tats&auml;chlich ausgestellt hat. Der Kl&auml;ger hat zwar vorgetragen, dass V sich mehrfach gef&auml;lschter Vollmachten und Unterschriften bedient habe, und hat beanstandet, dass das FG die Vollmacht nicht gepr&uuml;ft habe. Dieser Vorwurf enth&auml;lt aber nicht die Behauptung, gerade diese Vollmacht sei gef&auml;lscht gewesen. Vielmehr hat der Kl&auml;ger ausgef&uuml;hrt, eine Vollmacht sei am 16.&nbsp;November 2015 &quot;nicht mehr&quot; vorhanden gewesen, was notwendig impliziert, dass zuvor eine Vollmacht bestanden hat. Bestand aber eine Vollmacht, so wirkte sie nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;87 Abs.&nbsp;1 der Zivilprozessordnung (ZPO) gegen&uuml;ber dem FG so lange fort, bis das Erl&ouml;schen der Vollmacht angezeigt wurde. Dieser Zeitpunkt war der 16.&nbsp;November 2015. Das bedeutet, dass das FG bis zu diesem Zeitpunkt Prozesshandlungen, insbesondere auch Ladungen (vgl. dazu etwa Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 21.&nbsp;Juli 2011 IV&nbsp;B&nbsp;99\/10, BFH\/NV 2011, 1904, m.w.N.), wirksam gegen&uuml;ber dem bisherigen Bevollm&auml;chtigten vornehmen konnte. Auf die Frage, wann die Vollmacht erloschen ist, kommt es in diesem Zusammenhang noch nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch die Zustellung der Ladung nach &sect;&sect;&nbsp;91, 53 FGO war als Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten nach &sect;&nbsp;53 Abs.&nbsp;2 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;180 ZPO ordnungsgem&auml;&szlig;. Nach dieser Vorschrift kann, wenn die Zustellung nach &sect;&nbsp;178 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 oder 2 ZPO nicht ausf&uuml;hrbar ist, das Schriftst&uuml;ck in einen zu der Wohnung oder dem Gesch&auml;ftsraum geh&ouml;renden Briefkasten oder in eine &auml;hnliche Vorrichtung eingelegt werden. Die Einlegung ist im Streitfall in einen zu der Wohnung des V geh&ouml;renden Briefkasten erfolgt und wurde mit diesem Zeitpunkt wirksam, ungeachtet der Frage, wann V sie tats&auml;chlich zur Kenntnis genommen hat. Damit ist auch die zweiw&ouml;chige Ladungsfrist des &sect;&nbsp;91 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO gewahrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Begriff der Wohnung i.S. des &sect;&nbsp;180 ZPO entspricht angesichts der Verkn&uuml;pfung der beiden Vorschriften dem Wohnungsbegriff des &sect;&nbsp;178 ZPO, so dass die zu dieser Vorschrift ergangene Rechtsprechung ebenfalls heranzuziehen ist. Es handelt sich um den Ort, an dem der Zustellungsempf&auml;nger tats&auml;chlich lebt und schl&auml;ft, so dass die ordnungsbeh&ouml;rdliche Meldung nicht erheblich ist (vgl. Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;53 Rz&nbsp;76). Vor&uuml;bergehende oder l&auml;ngere bis mehrmonatige Abwesenheit ist unsch&auml;dlich (vgl. BFH-Entscheidungen vom 1.&nbsp;Dezember 1988 V&nbsp;R&nbsp;125\/83, BFH\/NV 1989, 523; vom 4.&nbsp;Juni 1987 V&nbsp;R&nbsp;131\/86, BFHE 150, 305, BStBl II 1988, 392, beide jeweils unter 2.a der Entscheidungsgr&uuml;nde; vom 16.&nbsp;Dezember 2004 II&nbsp;B&nbsp;164\/03, BFH\/NV 2005, 716). Erst die endg&uuml;ltige Aufgabe der Wohnung schlie&szlig;t die Zustellung aus (Gr&auml;ber\/Stapperfend, a.a.O.). Wer sich nach au&szlig;en den Anschein gibt, an einem bestimmten Ort eine Wohnung zu haben, somit bewusst und zielgerichtet einen Irrtum &uuml;ber seinen tats&auml;chlichen Lebensmittelpunkt herbeif&uuml;hrt, muss dies bei einer Zustellung gegen sich gelten lassen (vgl. Z&ouml;ller\/St&ouml;ber, ZPO, 31.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;178 Rz&nbsp;7, m.w.N.). Das Bundesverfassungsgericht hat die diesbez&uuml;gliche Rechtsprechung nicht beanstandet (Nichtannahmebeschluss vom 15.&nbsp;Oktober 2009&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2333\/09, Neue Juristische Wochenschrift-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht 2010, 421, unter II.2.a&nbsp;bb&nbsp;(1), unter Auseinandersetzung mit der Rechtsprechung verschiedener Obergerichte).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist davon auszugehen, dass V jedenfalls zum Zeitpunkt der Ladung noch eine Wohnung unter der Anschrift in A unterhielt. V hatte selbst seinen letzten Schriftsatz vom 1.&nbsp;Februar 2015 unter dieser auch fr&uuml;her bereits verwendeten Anschrift verfasst und keine Anschriften&auml;nderung mitgeteilt, was ihm als Prozessbevollm&auml;chtigtem oblegen h&auml;tte. Zu diesem Zeitpunkt war die Wohnung in A bereits als Nebenwohnung registriert. Wenn V weiter unter dieser Anschrift korrespondierte, konnte und musste das FG sich darauf verlassen, dass es sich um eine auch f&uuml;r Zustellungen zur Verf&uuml;gung stehende Wohnung handelte. Soweit der Kl&auml;ger sich nunmehr darauf beruft, V habe dort zum Zeitpunkt der Zustellung nicht mehr gewohnt, ist dies als Schutzbehauptung zu werten, um die Zustellung als mangelbehaftet darzustellen. Aus der meldeamtlichen Herabstufung der Wohnung in A zur Nebenwohnung im Jahre 2014 kann der Kl&auml;ger nichts f&uuml;r sich herleiten. Zum einen ist die Registrierung der Wohnungen beim Einwohnermeldeamt ohnehin nicht erheblich. Zum anderen ist auch eine Nebenwohnung immerhin eine Wohnung. Diese Meldung steht folglich der durch das tats&auml;chliche Verhalten des V begr&uuml;ndeten Annahme, er habe dort eine Wohnung unterhalten, noch weniger entgegen als wenn V dort &uuml;berhaupt nicht gemeldet gewesen w&auml;re. Der Senat kann daher offenlassen, wie im &Uuml;brigen mit Nebenwohnungen zu verfahren ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG war auch nicht zur Verlegung des Termins verpflichtet. Nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;227 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 ZPO kann aus erheblichen Gr&uuml;nden u.a. ein Termin aufgehoben oder verlegt werden. Nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;227 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 ZPO ist das Ausbleiben einer Partei (im Finanzprozess des Beteiligten) oder die Ank&uuml;ndigung, nicht zu erscheinen, kein erheblicher Grund, wenn nicht das Gericht daf&uuml;r h&auml;lt, dass die Partei ohne ihr Verschulden am Erscheinen verhindert ist. Das FG ist zu Recht davon ausgegangen, dass der Kl&auml;ger nicht ohne sein Verschulden am Erscheinen verhindert war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit V erkl&auml;rt hatte, er selbst sei zum Termin verhindert, kam es hierauf nicht mehr an, da er gleichzeitig bekundete, nicht mehr bevollm&auml;chtigt zu sein, somit die Vollmacht auch im Au&szlig;enverh&auml;ltnis am 16.&nbsp;November 2015 endete. Er h&auml;tte den Kl&auml;ger ohnehin nicht mehr vertreten k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit es den Kl&auml;ger selbst betrifft, ist die fehlende Teilnahme am Termin als verschuldet zu bewerten. Das gilt unabh&auml;ngig davon, ob V den Kl&auml;ger noch vor dem Termin unterrichtet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Der Senat kann nicht ausschlie&szlig;en, dass V trotz gegenteiliger Behauptung den Kl&auml;ger noch vor dem Termin informiert hat. Selbst in der Beschwerdeschrift hat der Kl&auml;ger nicht explizit behauptet, er sei nicht informiert worden. In diesem Falle w&auml;re die Nichtwahrnehmung des Termins schon deshalb als verschuldet zu betrachten, weil der Kl&auml;ger keine pers&ouml;nliche Verhinderung geltend gemacht hat. Allein der Vortrag der Beschwerdeschrift, er habe wegen nicht ordnungsgem&auml;&szlig;er Ladung und fehlender Terminsverlegung nicht am Termin teilnehmen k&ouml;nnen, ersetzt dies nicht. Darauf h&auml;tte es keinen Einfluss, zu welchem konkreten Zeitpunkt der Kl&auml;ger die Information des V vor dem Termin erhalten hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Die Abwesenheit in der m&uuml;ndlichen Verhandlung ist aber auch dann verschuldet, wenn V den Kl&auml;ger tats&auml;chlich nicht von dem Termin informiert haben sollte und der Kl&auml;ger deshalb tats&auml;chlich daran gehindert gewesen sein sollte, selbst an der m&uuml;ndlichen Verhandlung teilzunehmen oder einen anderen Bevollm&auml;chtigten damit zu beauftragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat es zutreffend f&uuml;r unglaubhaft erachtet, dass der zwischen der Zustellung der Ladung und der Anzeige des Erl&ouml;schens der Vollmacht noch prozessbevollm&auml;chtigte V unter Aussch&ouml;pfung der &uuml;blichen Kommunikationsmittel (Post, Telefon, Telefax und E-Mail) weder den Kl&auml;ger pers&ouml;nlich noch dessen Anwalt habe erreichen k&ouml;nnen. Sollte V tats&auml;chlich niemanden informiert haben, w&auml;re dies daher V anzulasten. Der Kl&auml;ger wiederum h&auml;tte sich die unzureichende Information durch V nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;1 ZPO zurechnen zu lassen. Soweit der Kl&auml;ger hiergegen Einw&auml;nde erhebt, hat er entgegen &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO deren tats&auml;chliche Voraussetzungen nicht dargelegt. Zwar findet die Verschuldenszurechnung nicht mehr statt, wenn die Vollmacht des fr&uuml;heren Prozessbevollm&auml;chtigten im Innenverh&auml;ltnis nicht mehr besteht und nur noch im Au&szlig;enverh&auml;ltnis nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;87 Abs.&nbsp;1 ZPO fortwirkt (vgl. Beschluss des Bundesgerichtshofs vom 19.&nbsp;September 2007 VIII&nbsp;ZB&nbsp;44\/07, Neue Juristische Wochenschrift 2008, 234, unter II.2.). Der Kl&auml;ger hat aber nicht vorgetragen, wann die Vollmacht des V geendet haben soll, insbesondere, dass dies vor dem 16.&nbsp;November 2015 der Fall gewesen sei. Dann aber kann kein fr&uuml;herer Zeitpunkt angenommen werden. Allein die behaupteten Zerw&uuml;rfnisse beenden keine Vollmacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat kann offenlassen, ob aus der Verschuldenszurechnung auch F&auml;lle auszunehmen sind, in denen der Prozessbevollm&auml;chtigte den Beteiligten vors&auml;tzlich sch&auml;digt (vgl. dazu Z&ouml;ller\/ Vollkommer, ZPO, 31.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;85 Rz&nbsp;13). Der Kl&auml;ger hat zwar eine tiefgreifende St&ouml;rung des Verh&auml;ltnisses zu V behauptet, aber nicht geltend gemacht, V habe ihn absichtlich gerade &uuml;ber den Termin nicht informiert, um ihn den Prozess verlieren zu lassen. Dagegen spricht auch, dass V immerhin noch im Interesse des Kl&auml;gers die Verlegung des Termins beantragt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Aus denselben Gr&uuml;nden liegt der ger&uuml;gte Vertretungsmangel nach &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;4 FGO nicht vor. Der Kl&auml;ger war bis zum 16.&nbsp;November 2015 durch V vertreten. Auch die Fortwirkung der Vertretung nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;87 Abs.&nbsp;1 ZPO ist eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Vertretung. Andernfalls w&auml;re diese Vorschrift obsolet. Von diesem Zeitpunkt an konnte er sich selbst vertreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Mit der R&uuml;ge, das FG sei zu Unrecht von einer Bekanntgabe und folglich von einer Bindungswirkung des Feststellungsbescheids im vorliegenden Einkommensteuerverfahren ausgegangen, beanstandet der Kl&auml;ger lediglich die materiell-rechtliche Unrichtigkeit des FG-Urteils. Damit kann er die Zulassung der Revision nicht erreichen. Das betrifft insbesondere die &Uuml;berlegung, eine Bekanntgabe an V in seiner Eigenschaft als Vertreter des Kl&auml;gers sei nicht m&ouml;glich, da das FA wegen der Differenzen zwischen dem Kl&auml;ger und V die Einzelbekanntgabe gew&auml;hlt habe. Dazu hat der Kl&auml;ger zwar &Uuml;berlegungen zur Sach- und Rechtslage angestellt, aber keinen Zulassungsgrund i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO dargelegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger h&auml;lt dem FG au&szlig;erdem vor, es habe sich mit der Frage nicht auseinandergesetzt, wie am 21.&nbsp;Januar 2003 eine wirksame Bekanntgabe erfolgt sein soll. Ein Begr&uuml;ndungsmangel i.S. des &sect;&nbsp;119 Nr.&nbsp;6 FGO liegt darin nicht. Das FG hat n&auml;mlich gar nicht die Ansicht vertreten, die Bekanntgabe sei zu diesem Datum erfolgt. Es hat vielmehr ausgef&uuml;hrt, dass die Bekanntgabe zu einem nicht n&auml;her zu konkretisierenden Zeitpunkt nach dem Ausfertigungsdatum am 1.&nbsp;Oktober 2002, aber jedenfalls bis zum 21.&nbsp;Januar 2003 erfolgt sei, dem Zeitpunkt, zu dem das FA&nbsp;X im Hinblick auf die Einspruchsfrist zugunsten des V die Bekanntgabe angenommen hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Im Ergebnis zu Recht hat schlie&szlig;lich das FG die Aussetzung des Verfahrens nach &sect;&nbsp;74 FGO abgelehnt. Die Entscheidung &uuml;ber die Aussetzung steht im Ermessen des FG, das allerdings im Streitfall in der Weise auf Null reduziert war, dass die Aussetzung nicht in Betracht kam. Auf die &Uuml;berlegungen des FG zur Zul&auml;ssigkeit der Klage des Kl&auml;gers vor dem FG&nbsp;Y kommt es nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das Verfahren ist regelm&auml;&szlig;ig auszusetzen, wenn die Klage gegen einen Folgebescheid gerichtet ist und Besteuerungsgrundlagen streitig sind, deren abschlie&szlig;ende Pr&uuml;fung dem Verfahren &uuml;ber einen Grundlagenbescheid vorbehalten ist (vgl. i.E. Gr&auml;ber\/Herbert, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;74 Rz&nbsp;12). Allerdings ist im Verfahren &uuml;ber den Folgebescheid zu pr&uuml;fen, ob &uuml;berhaupt ein wirksamer und damit bindender Grundlagenbescheid existiert, da die Wirksamkeit der Bekanntgabe nicht Gegenstand der Entscheidung des Grundlagenbescheids ist (vgl. BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Dezember 1995 I&nbsp;R&nbsp;131\/94, BFH\/NV 1996, 592, unter II.2.). Diese Pr&uuml;fung hat das FG vorgenommen. Ist der Grundlagenbescheid bereits ergangen, aber angefochten, ist regelm&auml;&szlig;ig eine Aussetzung des Verfahrens ermessensgerecht (vgl. Senatsbeschluss vom 8.&nbsp;Januar 2013 X&nbsp;B&nbsp;203\/12, BFH\/NV 2013, 511, unter II.1.a). Von der Aussetzung des Verfahrens kann aber abgesehen werden, wenn eine Entscheidung in einem Grundlagenverfahren nicht zu erwarten, etwa ein Grundlagenbescheid wegen versp&auml;teter Klageerhebung bestandskr&auml;ftig geworden ist (vgl. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1999 I&nbsp;B&nbsp;14\/98, BFH\/NV 1999, 1383, unter 1.c&nbsp;cc).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Im Streitfall war eine &Auml;nderung des Feststellungsbescheids auf die beim FG&nbsp;Y angebrachte Klage des Kl&auml;gers nicht nur nicht zu erwarten, sondern so fernliegend, dass es ermessensfehlerhaft gewesen w&auml;re, das Verfahren auszusetzen. Der Senat kann offenlassen, ob die Klage durch Prozessurteil abgewiesen werden m&uuml;sste, wenn das FG&nbsp;Y sie auf Betreiben des Kl&auml;gers als Feststellungsbeteiligtem wieder bearbeiten sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Vielmehr scheitert die Aussetzung bereits daran, dass das FG&nbsp;Y die Klage des Kl&auml;gers aus dem Verfahrensregister ausgetragen hat und der Kl&auml;ger sie nicht betreibt. Es handelt sich zwar um eine lediglich technische Ma&szlig;nahme, die die Rechtsh&auml;ngigkeit des Klageverfahrens nicht ber&uuml;hrt. Eine &Auml;nderung des Feststellungsbescheids kann aber &uuml;berhaupt nur dann zu erwarten sein, wenn das Klageverfahren vor dem FG&nbsp;Y Fortgang nimmt. Das setzt voraus, dass der Kl&auml;ger es betreibt. Wenn aber das Verfahren aus dem Register ausgetragen ist, wird das FG&nbsp;Y von Amts wegen nichts mehr unternehmen. Ohne Zutun des Kl&auml;gers wird es daher keine &Auml;nderung des Bescheids geben, und zwar unabh&auml;ngig davon, ob die Klage in der Sache Aussicht auf Erfolg h&auml;tte, wenn sie betrieben w&uuml;rde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat nie behauptet, er k&uuml;mmere sich um die Fortsetzung des Verfahrens beim FG&nbsp;Y. Er hat im Gegenteil mit Schriftsatz vom 28.&nbsp;Juni 2014 erkl&auml;rt, die Klagen beim FG&nbsp;Y h&auml;tten keinen Erfolg haben k&ouml;nnen. Der Kl&auml;ger h&auml;tte sich lediglich gegen die Folgebescheide wehren k&ouml;nnen. Wie sich aus einem beigef&uuml;gten Schreiben an das FA&nbsp;X vom 31.&nbsp;Mai 2014 ergibt, ist er zwar dort vorstellig geworden, aber wiederum nicht beim FG&nbsp;Y. Nachdem ihm das FA&nbsp;X mit Schreiben vom 12.&nbsp;Juni 2014 sogar mitgeteilt hatte, er m&ouml;ge sich mit weiterem Vorbringen an das FG&nbsp;Y unter dem dortigen Aktenzeichen wenden, hat der Kl&auml;ger mit Schriftsatz vom 20.&nbsp;Juli 2014 im vorliegenden Verfahren mitgeteilt, es habe keine M&ouml;glichkeit mehr gegeben, gegen den nach eigenem Daf&uuml;rhalten nicht zugestellten Grundlagenbescheid irgendwelche Rechtsmittel einzulegen, und dies mit Schriftsatz vom 14.&nbsp;August 2014 wiederholt. Mit diesem Vortrag hat der Kl&auml;ger unmissverst&auml;ndlich zum Ausdruck gebracht, dass er das Verfahren vor dem FG&nbsp;Y nicht weiter zu f&uuml;hren beabsichtigt. Ob dies wiederum auf einem Rechtsirrtum &uuml;ber die Rechtsfolgen der Registerl&ouml;schung beim FG&nbsp;Y beruht, ist unerheblich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Abgesehen davon, dass es f&uuml;r die Entscheidung des FG &uuml;ber die Aussetzung auf etwaigen Vortrag in der Beschwerdeschrift nicht mehr ank&auml;me, hat der Kl&auml;ger bis heute nichts Gegenteiliges behauptet. Der Vortrag allein, die Verfahrensweise des FG&nbsp;Y sei unzutreffend, ersetzt nicht eine Aktivit&auml;t des Kl&auml;gers, ohne die das FG&nbsp;Y nicht mehr t&auml;tig werden wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die unterbliebene Aussetzung bewirkt keinen endg&uuml;ltigen Rechtsverlust f&uuml;r den Kl&auml;ger, soweit es das Feststellungsverfahren betrifft. Sollte der Kl&auml;ger sich doch noch um den Fortgang des Verfahrens vor dem FG&nbsp;Y bem&uuml;hen und einen materiell-rechtlichen Erfolg erzielen, wird der Einkommensteuerbescheid, der Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) zu &auml;ndern sein. F&uuml;r die Festsetzungsfrist gilt &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;1 AO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Von einer weiteren Darstellung wird nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO abgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 25.7.2016, X B 20\/16ECLI:DE:BFH:2016:B.250716.XB20.16.0 Nichtzulassungsbeschwerde; Verfahrensfragen Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 17. November 2015&nbsp;&nbsp;8 K 10181\/11 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Der Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) war neben seinem Vater &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-b-20-16-nichtzulassungsbeschwerde-verfahrensfragen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;B&nbsp;20\/16 &#8211; Nichtzulassungsbeschwerde; Verfahrensfragen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66272","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66272","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66272"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66272\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66272"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66272"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66272"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}