{"id":66283,"date":"2017-01-18T12:42:21","date_gmt":"2017-01-18T10:42:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66283"},"modified":"2017-01-18T12:42:21","modified_gmt":"2017-01-18T10:42:21","slug":"vi-r-53-14-tarifermaessigung-gemaess-par-34-abs-2-nr-4-estg-fuer-mehrjaehrige-taetigkeit-praemie-fuer-einen-verbesserungsvorschlag-sowie-anstelle-einer-bonuszahlung-gewaehrte-versorgungsleistungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-53-14-tarifermaessigung-gemaess-par-34-abs-2-nr-4-estg-fuer-mehrjaehrige-taetigkeit-praemie-fuer-einen-verbesserungsvorschlag-sowie-anstelle-einer-bonuszahlung-gewaehrte-versorgungsleistungen\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;53\/14 &#8211; Tariferm&auml;&szlig;igung gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit: Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag sowie anstelle einer Bonuszahlung gew&auml;hrte Versorgungsleistungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 31.8.2016, VI R 53\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.310816.VIR53.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Tariferm&auml;&szlig;igung gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit: Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag sowie anstelle einer Bonuszahlung gew&auml;hrte Versorgungsleistungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die einem Arbeitnehmer gew&auml;hrte Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag stellt keine Entlohnung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit dar, wenn sie nicht nach dem Zeitaufwand des Arbeitnehmers, sondern ausschlie&szlig;lich nach der Kostenersparnis des Arbeitgebers in einem bestimmten k&uuml;nftigen Zeitraum berechnet wird (Best&auml;tigung des Senatsurteils vom 16. Dezember 1996 VI R 51\/96, BFHE 182, 161, BStBl II 1997, 222).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Versorgungsleistungen aus einer Pensionszusage, die an die Stelle einer in einem vergangenen Jahr erdienten variablen Verg&uuml;tung (Bonus) treten, sind keine Entlohnung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 8. November 2013&nbsp;&nbsp;10 K 83\/12 aufgehoben, soweit der Klage stattgegeben wurde.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird auch insoweit abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) wurde mit seiner Ehefrau zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Im Streitjahr (2008) bezog er neben einer Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung Versorgungsbez&uuml;ge von seiner ehemaligen Arbeitgeberin. Au&szlig;erdem wurden dem Kl&auml;ger Versorgungsleistungen aus einer arbeitnehmerfinanzierten Zusage in H&ouml;he von X&nbsp;EUR und eine Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag aus dem Jahr 1994 in H&ouml;he von Y&nbsp;EUR ausgezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auszahlung der Versorgungsleistungen resultierte aus einem Angebot der Arbeitgeberin an ihre F&uuml;hrungskr&auml;fte, erstmals ab dem Gesch&auml;ftsjahr 1998\/1999 den j&auml;hrlichen Bonus oder einen Teil hiervon im Rahmen einer Entgeltumwandlung in eine zus&auml;tzliche betriebliche Altersversorgung einzubringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hierf&uuml;r galten folgende Bedingungen:<br \/>Nach Ablauf eines Gesch&auml;ftsjahres wurde vom Vorstand eine variable Verg&uuml;tung f&uuml;r die F&uuml;hrungskraft beschlossen und der F&uuml;hrungskraft das Angebot unterbreitet, diese variable Verg&uuml;tung in eine wertgleiche, unverfallbare Zusage auf Altersvorsorgeleistungen umzuwandeln. Die Vorstandsbeschl&uuml;sse wurden j&auml;hrlich neu gefasst; die F&uuml;hrungskraft musste bereits vor Beginn des Gesch&auml;ftsjahres ihr Wahlrecht bez&uuml;glich der Umwandlung einer eventuell zur Auszahlung anstehenden variablen Verg&uuml;tung in eine Zusage auf Vorsorgekapital aus&uuml;ben. Als Versorgungsleistung war f&uuml;r jede j&auml;hrliche Umwandlung eine eigenst&auml;ndige Einmalzahlung bei Erreichen der Altersgrenze von 60&nbsp;Jahren, bei Erwerbsminderung oder im Todesfall vorgesehen. J&auml;hrlich konnte nur eine &quot;Zusage&quot; ausgezahlt werden. Bei Ausscheiden der F&uuml;hrungskraft nach Vollendung des 60.&nbsp;Lebensjahres wurde das Vorsorgekapital j&auml;hrlich mit zus&auml;tzlich &#8230;&nbsp;% verzinst. Das Vorsorgekapital aus der &quot;&auml;ltesten&quot; Umwandlung wurde grunds&auml;tzlich im Januar des auf den Versorgungsfall folgenden Kalenderjahres f&auml;llig. Es war auch m&ouml;glich, alle &quot;Zusagen&quot; in einem Einmalbetrag bei Eintritt des Versorgungsfalls auszahlen zu lassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Wirtschaftsjahre 2000\/2001 bis 2006\/2007 entschied sich der Kl&auml;ger, die Vorsorgezusage jeweils in Anspruch zu nehmen. Zum &#8230; 2006 trat er in den Ruhestand. Entsprechend der Wahl des Kl&auml;gers, die Versorgungsleistungen von 2007 bis 2013, d.h. &uuml;ber mehrere Jahre gestaffelt, ausgezahlt zu bekommen, unterwarf die Arbeitgeberin das Vorsorgekapital &#8211;ohne Anwendung der F&uuml;nftelregelung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 des Einkommensteuergesetzes (EStG)&#8211; der Lohnversteuerung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits im Jahr 1994 hatte der Kl&auml;ger seiner Arbeitgeberin einen Verbesserungsvorschlag auf sozialversicherungsrechtlichem Gebiet unterbreitet. Da ungewiss war, ob dieser Verbesserungsvorschlag einer rechtlichen Pr&uuml;fung standhalten w&uuml;rde, waren der Kl&auml;ger und seine Arbeitgeberin im Jahr 1995 &uuml;bereingekommen, die Zahlung des zweiten Teils der auf &#8230;&nbsp;% der Einsparungen der Arbeitgeberin bemessenen Pr&auml;mie bis zur n&auml;chsten Sozialversicherungspr&uuml;fung auszusetzen und handels&uuml;blich zu verzinsen. Die restliche Pr&auml;mie und die zwischenzeitlich aufgelaufenen Zinsen wurden dem Kl&auml;ger nach der Sozialversicherungspr&uuml;fung und einem anschlie&szlig;enden Rechtsstreit, der mit einem Vergleich endete, im Streitjahr ausbezahlt. Darauf setzte der Beklagte, Revisionsbeklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuer mit Bescheid vom 30.&nbsp;April 2010 ohne Anwendung der F&uuml;nftelregelung fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch blieb erfolglos. Die Klage war insoweit erfolgreich, als das Finanzgericht (FG) die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;34 EStG in Bezug auf den streitigen Vorsorgeplan als gegeben ansah.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen der Kl&auml;ger und das FA jeweils die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>1. das Urteil des FG aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2008 vom 21.&nbsp;September 2010 i.d.F. der Einspruchsentscheidung vom 19.&nbsp;Dezember 2011 dahingehend zu &auml;ndern, dass weitere Eink&uuml;nfte in H&ouml;he von Y&nbsp;EUR als Eink&uuml;nfte aus mehrj&auml;hriger T&auml;tigkeit anerkannt werden und &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG darauf angewandt wird,<br \/>2. die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>1. das Urteil des FG aufzuheben, soweit es zuungunsten des FA ergangen ist, und die Klage abzuweisen,<br \/>2. die Revision des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, soweit der Klage stattgegeben wurde, und insoweit zur Abweisung der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Vorsorgeleistungen zu Unrecht als au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG der erm&auml;&szlig;igten Besteuerung unterworfen. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet, da die Pr&auml;mienzahlung die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;34 EStG nicht erf&uuml;llt. Sie ist deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG ist die auf alle im Veranlagungszeitraum bezogenen au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nfte entfallende Einkommensteuer nach einem erm&auml;&szlig;igten besonderen Tarif, der sogenannten &quot;F&uuml;nftelregelung&quot; (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;2 bis 4 EStG), zu berechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Als erm&auml;&szlig;igt zu besteuernde au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte kommen insbesondere Verg&uuml;tungen f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeiten in Betracht (&sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;1.&nbsp;Halbsatz EStG). Nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4&nbsp;&nbsp;2.&nbsp;Halbsatz EStG ist eine T&auml;tigkeit mehrj&auml;hrig, soweit sie sich &uuml;ber mindestens zwei Veranlagungszeitr&auml;ume erstreckt und einen Zeitraum von mehr als zw&ouml;lf Monaten umfasst. Allerdings reicht es nicht aus, dass der Arbeitslohn in einem anderen Veranlagungszeitraum als dem zuflie&szlig;t, zu dem er wirtschaftlich geh&ouml;rt, und dort mit weiteren Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit zusammentrifft. Die Entlohnung muss vielmehr f&uuml;r sich betrachtet zweckbestimmtes Entgelt f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit sein, die Verg&uuml;tung folglich f&uuml;r einen Zeitraum von mehr als zw&ouml;lf Monaten und veranlagungszeitraum&uuml;bergreifend geleistet werden (z.B. Senatsurteile vom 7.&nbsp;Mai 2015 VI&nbsp;R&nbsp;44\/13, BFHE 249, 523, BStBl II 2015, 890; vom 7.&nbsp;August 2014 VI&nbsp;R&nbsp;57\/12, BFH\/NV 2015, 181, und vom 3.&nbsp;Juli 1987 VI&nbsp;R&nbsp;43\/86, BFHE 150, 431, BStBl II 1987, 820; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;34 Rz&nbsp;32; Schmidt\/ Wacker, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;34 Rz&nbsp;44; Horn in Herrmann\/Heuer\/ Raupach, &sect;&nbsp;34 EStG Rz&nbsp;64; Zimmermann in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;34 Rz&nbsp;121; Bl&uuml;mich\/Lindberg, &sect;&nbsp;34 EStG Rz&nbsp;57; Graf in Littmann\/ Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;34 Rz&nbsp;106; R&nbsp;34.4 Abs.&nbsp;2 der Einkommensteuer-Richtlinien). Diese mehrj&auml;hrige Zweckbestimmung kann sich entweder aus dem Anlass der Zuwendung oder aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden ergeben. Soweit andere Hinweise auf den Verwendungszweck fehlen, kommt der Berechnung des Entgelts ma&szlig;gebliche Bedeutung zu (Senatsurteile vom 16.&nbsp;Dezember 1996 VI&nbsp;R&nbsp;51\/96, BFHE 182, 161, BStBl II 1997, 222; in BFHE 249, 523, BStBl II 2015, 890; Horn, a.a.O., &sect;&nbsp;34 EStG Rz&nbsp;64; Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;34 Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dar&uuml;ber hinaus muss die Entlohnung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit aus wirtschaftlich vern&uuml;nftigen Gr&uuml;nden in zusammengeballter Form erfolgen (Senatsurteil in BFHE 249, 523, BStBl II 2015, 890, Rz&nbsp;17, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Rechtsma&szlig;st&auml;ben hat das FG zu Recht entschieden, dass die streitgegenst&auml;ndliche Pr&auml;mie f&uuml;r den Verbesserungsvorschlag nicht nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;4 EStG erm&auml;&szlig;igt zu besteuern ist. Es fehlt insoweit an einer Arbeitslohnzahlung f&uuml;r mehrere Jahre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die einem Arbeitnehmer gew&auml;hrte Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag stellt keine Entlohnung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit dar, wenn sie nicht nach dem Zeitaufwand des Arbeitnehmers, sondern ausschlie&szlig;lich nach der Kostenersparnis des Arbeitgebers in einem bestimmten k&uuml;nftigen Zeitraum berechnet wird (Senatsurteil in BFHE 182, 161, BStBl II 1997, 222; auch H&nbsp;34.4 des Amtlichen Einkommensteuer-Handbuchs 2008: Verbesserungsvorschl&auml;ge).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den Feststellungen des FG war Grundlage f&uuml;r die Pr&auml;mienberechnung die Einsparung bei der Arbeitgeberin des Kl&auml;gers. Diese am eingetretenen Erfolg bemessene Pr&auml;mie hing danach nicht von der Dauer der f&uuml;r den Vorschlag verwendeten Zeit ab und insbesondere auch nicht davon, dass dem Vorschlag eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit zugrunde lag. Eine anderweitige Zweckbestimmung, die den Schluss auf eine Verg&uuml;tung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit zulie&szlig;e, ist nicht festgestellt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Im Hinblick auf die streitgegenst&auml;ndlichen Versorgungsleistungen entspricht die Vorentscheidung hingegen nicht den angef&uuml;hrten Rechtsgrunds&auml;tzen. Die Entscheidung hat daher keinen Bestand. Die dem Kl&auml;ger ausgezahlten Versorgungsleistungen sind nicht erm&auml;&szlig;igt nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG zu besteuern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Geht man &#8211;wie das FG&#8211; von j&auml;hrlich gesondert zu betrachtenden und rechtlich selbst&auml;ndigen Einzelvereinbarungen &uuml;ber die Umwandlung des erdienten Anspruchs auf Bonuszahlung in einen Anspruch auf sp&auml;tere wertgleiche Versorgungsleistung aus, fehlt ein veranlagungszeitraum&uuml;bergreifendes Geschehen und folglich eine Verg&uuml;tung f&uuml;r eine &quot;mehrj&auml;hrige&quot; T&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach der zwischen dem Kl&auml;ger und seiner Arbeitgeberin im Streitfall getroffenen Vereinbarung treten die Versorgungsleistungen an die Stelle einer variablen Verg&uuml;tung (Bonus). Damit wird die Auszahlung des Bonus, der eine Entlohnung f&uuml;r die Leistungen des vergangenen Gesch&auml;ftsjahres darstellt, aufgeschoben. Mit der sp&auml;teren Auszahlung des Vorsorgekapitals im Versorgungsfall wird also der zur&uuml;ckgehaltene Lohn und somit das f&uuml;r die Vergangenheit innerhalb eines Jahres Erdiente ausbezahlt. Mithin wird mit dem Vorsorgekapital die Leistung des Jahres entgolten, in dem der Anspruch auf den Bonus erdient wurde, nicht hingegen eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) W&uuml;rdigt man das Angebot der Arbeitgeberin hingegen als eine einheitlich konzipierte und zu beurteilende Gesamtversorgung, im Rahmen derer nur die Erh&ouml;hung der Versorgungsleistungen bzw. die Einzahlungsmodalit&auml;ten j&auml;hrlich neu festgelegt werden, so fehlt es an einem zusammengeballten Zufluss des Vorsorgekapitals. Es handelt sich in diesem Fall vielmehr um eine Teilkapitalauszahlung eines einheitlichen Vertrages, f&uuml;r die das Merkmal der Zusammenballung nicht erf&uuml;llt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Senatsrechtsprechung zu Aktienoptionen (Senatsbeschluss vom 10.&nbsp;Juli 2008 VI&nbsp;R&nbsp;70\/06, BFH\/NV 2008, 1828; Senatsurteil vom 15.&nbsp;Januar 2015 VI&nbsp;R&nbsp;16\/12, BFH\/NV 2015, 672) steht dem nicht entgegen. Mit einem Aktienoptionsprogramm soll der Arbeitnehmer zukunftsorientiert an das Unternehmen gebunden werden. Die geldwerten Vorteile aus einem derartigen Programm bilden im Regelfall als Anreizlohn eine Verg&uuml;tung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit, wenn die Laufzeit zwischen Einr&auml;umung und Aus&uuml;bung der Optionsrechte mehr als zw&ouml;lf Monate betr&auml;gt und der Arbeitnehmer in dieser Zeit auch bei seinem Arbeitgeber besch&auml;ftigt ist. Mit einer Bonuszahlung soll demgegen&uuml;ber gerade die Leistung im vergangenen Gesch&auml;ftsjahr honoriert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Der im Auszahlungsbetrag enthaltene Zinsanteil ist steuerlich ebenso zu bewerten wie die Versorgungsleistungen. Der Bonus wurde durch Umwandlung in eine Pensionszusage nicht abgerufen, sondern gestundet. Die Zinsen entstanden aufgrund der zeitversetzten Auszahlung der variablen Verg&uuml;tung. Sie bema&szlig;en sich nicht nach den Arbeitsleistungen des Kl&auml;gers in mehreren Jahren, sondern allein nach der Zeit, f&uuml;r die das Vorsorgekapital nach Erreichen des 60.&nbsp;Lebensjahres gestundet wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die vom Kl&auml;ger erhobenen Verfahrensr&uuml;gen greifen nicht durch. Von einer n&auml;heren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 31.8.2016, VI R 53\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.310816.VIR53.14.0 Tariferm&auml;&szlig;igung gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit: Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag sowie anstelle einer Bonuszahlung gew&auml;hrte Versorgungsleistungen Leits&auml;tze 1. Die einem Arbeitnehmer gew&auml;hrte Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag stellt keine Entlohnung f&uuml;r eine mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit dar, wenn sie nicht nach dem Zeitaufwand des Arbeitnehmers, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-53-14-tarifermaessigung-gemaess-par-34-abs-2-nr-4-estg-fuer-mehrjaehrige-taetigkeit-praemie-fuer-einen-verbesserungsvorschlag-sowie-anstelle-einer-bonuszahlung-gewaehrte-versorgungsleistungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;53\/14 &#8211; Tariferm&auml;&szlig;igung gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 2 Nr. 4 EStG f&uuml;r mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit: Pr&auml;mie f&uuml;r einen Verbesserungsvorschlag sowie anstelle einer Bonuszahlung gew&auml;hrte Versorgungsleistungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66283","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66283","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66283"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66283\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66283"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66283"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66283"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}