{"id":66284,"date":"2017-01-18T12:31:03","date_gmt":"2017-01-18T10:31:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66284"},"modified":"2017-01-18T12:31:03","modified_gmt":"2017-01-18T10:31:03","slug":"iii-b-88-16-zur-verfassungsmaessigkeit-der-hoehe-des-grundfreibetrags-in-den-jahren-2011-und-2012-anforderung-an-die-begruendung-einer-nichtzulassungsbeschwerde","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-b-88-16-zur-verfassungsmaessigkeit-der-hoehe-des-grundfreibetrags-in-den-jahren-2011-und-2012-anforderung-an-die-begruendung-einer-nichtzulassungsbeschwerde\/","title":{"rendered":"III&nbsp;B&nbsp;88\/16 &#8211; Zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der H&ouml;he des Grundfreibetrags in den Jahren 2011 und 2012 &#8211; Anforderung an die Begr&uuml;ndung einer Nichtzulassungsbeschwerde"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.8.2016, III B 88\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.110816.IIIB88.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der H&ouml;he des Grundfreibetrags in den Jahren 2011 und 2012 &#8211; Anforderung an die Begr&uuml;ndung einer Nichtzulassungsbeschwerde<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 3. Mai 2016 7 K 7155\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob die H&ouml;he des Grundfreibetrags den verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Steuerfestsetzung des Existenzminimums gen&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) sind Eheleute, die in den Streitjahren 2011 und 2012 zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wurden. Sie leben mit ihrer minderj&auml;hrigen Tochter in B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Einkommensteuerbescheiden 2011 und 2012 ber&uuml;cksichtigte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) die kindbezogenen Freibetr&auml;ge und die Grundfreibetr&auml;ge in gesetzlicher H&ouml;he. Die Bescheide ergingen hinsichtlich der genannten Freibetr&auml;ge gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 der Abgabenordnung vorl&auml;ufig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Einspruch, mit dem die Kl&auml;ger die Verfassungswidrigkeit der Freibetr&auml;ge geltend machten, blieb erfolglos. Die hiergegen gerichtete Klage wies das Finanzgericht (FG) als unbegr&uuml;ndet ab. Zur Begr&uuml;ndung verwies es u.a. auf den Beschluss des Bundesfinanzhofs (BFH) vom 19.&nbsp;M&auml;rz 2014 III&nbsp;B&nbsp;74\/13 (BFH\/NV 2014, 1032), mit dem die Beschwerde der Kl&auml;ger gegen die Versagung der Aussetzung der Vollziehung des Einkommensteuerbescheids 2011 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde begehren die Kl&auml;ger die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;) und zur Sicherung einer einheitlichen Rechtsprechung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist jedenfalls unbegr&uuml;ndet und deshalb durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 FGO). Sofern Zulassungsgr&uuml;nde &uuml;berhaupt in einer den Darlegungsanforderungen des &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO gen&uuml;genden Form geltend gemacht wurden, liegen sie jedenfalls nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision ist nicht wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Zulassung der Revision wegen grunds&auml;tzlicher Bedeutung der Rechtssache (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO) setzt voraus, dass der Beschwerdef&uuml;hrer eine hinreichend bestimmte Rechtsfrage herausstellt, deren Kl&auml;rung im Interesse der Allgemeinheit an der Einheitlichkeit der Rechtsprechung und der Fortentwicklung des Rechts erforderlich ist und die im konkreten Streitfall kl&auml;rbar ist. Dies erfordert eine Auseinandersetzung mit den zur aufgeworfenen Rechtsfrage in Rechtsprechung und Schrifttum vertretenen Auffassungen sowie die Darlegung, in welchem Umfang, von welcher Seite und aus welchen Gr&uuml;nden die Beantwortung der Rechtsfrage zweifelhaft und streitig ist (z.B. Senatsbeschluss vom 18.&nbsp;Oktober 2013 III&nbsp;B&nbsp;46\/13, BFH\/NV 2014, 179, Rz 9). Soweit die Nichtzulassungsbeschwerde auf den Vorwurf der Verfassungswidrigkeit gest&uuml;tzt wird, muss sie sich dar&uuml;ber hinaus auch mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) auseinandersetzen (BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Januar 2009 X&nbsp;B&nbsp;256\/07, BFH\/NV 2009, 548). Liegt zu der vom Beschwerdef&uuml;hrer herausgestellten Rechtsfrage bereits h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung vor, so geh&ouml;rt zu der Darlegung der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit eine fundierte Stellungnahme dazu, weshalb diese Rechtsprechung noch nicht zu einer hinreichenden Kl&auml;rung gef&uuml;hrt habe oder aufgrund welcher neuen Entwicklungen sie nunmehr erneut in Frage gestellt werden m&uuml;sse (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 24.&nbsp;Februar 2014 XI&nbsp;B&nbsp;15\/13, BFH\/NV 2014, 839, Rz 9).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das Beschwerdevorbringen erf&uuml;llt diese Anforderungen nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit die Kl&auml;ger mit ihrer Beschwerde auf die Rechtsprechung des BVerfG zum Existenzminimum (z.B. Beschl&uuml;sse vom 25.&nbsp;September 1992&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;5\/91, 2&nbsp;BvL&nbsp;8\/91, 2&nbsp;BvL&nbsp;14\/91, BVerfGE 87, 153, BStBl II 1993, 413; vom 29.&nbsp;Mai 1990&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;20\/84, 1&nbsp;BvL&nbsp;26\/84, 1&nbsp;BvL&nbsp;4\/86, BVerfGE 82, 60, BStBl II 1990, 6539) hinweisen, ist das FG von diesen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Das FG hat insbesondere bei der verfassungsrechtlichen &Uuml;berpr&uuml;fung der in den Streitjahren geltenden Grundfreibetr&auml;ge in H&ouml;he von 16.008&nbsp;EUR f&uuml;r zusammenveranlagte Steuerpflichtige den Mindestbedarf gegen&uuml;ber gestellt und nicht festgestellt, dass der Grundfreibetrag den Mindestbedarf unterschreitet. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit die Kl&auml;ger die Frage f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam erachten, ob bei der Ermittlung des dem Grundfreibetrag gegen&uuml;ber zu stellenden Mindestbedarfs vom Regelbedarf eines Alleinstehenden oder einer Bedarfsgemeinschaft auszugehen sei, weil &sect;&nbsp;32a des Einkommensteuergesetzes (EStG) eine Haushaltsersparnis nicht zu entnehmen sei, enth&auml;lt dieser Vortrag ebenfalls keine hinreichende Auseinandersetzung mit der einschl&auml;gigen Rechtsprechung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn das FG hat in seinem Urteil unter Hinweis auf den Beschluss des Senats in BFH\/NV 2014, 1032 zu Recht darauf hingewiesen, dass es entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger nicht darum gehe, ob &sect;&nbsp;32a EStG eine Haushaltsersparnis ber&uuml;cksichtige, sondern um die Ermittlung des Mindestbedarfs. Dar&uuml;ber hinaus hat der Senat in seinem Beschluss in BFH\/NV 2014, 1032 auf die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts und das BFH-Urteil vom 18.&nbsp;November 2009 X&nbsp;R&nbsp;34\/07 (BFHE 227, 99, BStBl II 2010, 414) hingewiesen, mit denen sich die Kl&auml;ger in ihrer Beschwerdebegr&uuml;ndung nicht auseinandergesetzt haben. Des Weiteren ist verfassungsrechtlich gekl&auml;rt, dass das sozialhilferechtlich definierte Existenzminimum, welches die Mindestgrenze f&uuml;r das einkommensteuerliche Existenzminimum bildet, verbrauchsbezogen ermittelt wird (BVerfG-Kammerbeschluss vom 23.&nbsp;August 1999&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;2164\/98, Neue Juristische Wochenschrift &#8211;NJW&#8211; 1999, 3478). Insoweit kann auch die eheliche Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft zum Ankn&uuml;pfungspunkt wirtschaftlicher Rechtsfolgen werden. Die aufgrund einer gemeinsamen Haushaltsf&uuml;hrung mit einer anderen erwachsenen Person entstehenden Synergieeffekte werden regelm&auml;&szlig;ig zur Haushaltsersparnis genutzt (vgl. BVerfG-Beschluss vom 22.&nbsp;Mai 2009&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;310\/07, BStBl II 2009, 884, Rz&nbsp;37, m.w.N.), so dass die Berechnung des Mindestbedarfs von Eheleuten als Bedarfsgemeinschaft im Wege einer Gesamtschau gerechtfertigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Soweit die Kl&auml;ger die Ansicht vertreten, die f&uuml;r die Ermittlung des Mindestbedarfs erforderlichen Daten d&uuml;rften den mangel- und fehlerbehafteten Existenzminimumberichten der Bundesregierung nicht entnommen werden, ziehen sie damit im Stile einer Revisionsbegr&uuml;ndung die materielle Richtigkeit der vorhandenen Rechtsprechung in Zweifel, womit sich die Zulassung der Revision grunds&auml;tzlich nicht erreichen l&auml;sst (vgl. Senatsbeschluss vom 14.&nbsp;August 2013 III&nbsp;B&nbsp;13\/13, BFH\/NV 2013, 1795). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung kann sich der Steuergesetzgeber bei der Pr&uuml;fung der Frage, ob durch den in den Einkommensteuergesetzen festgesetzten Grundfreibetr&auml;gen das Existenzminimum von der Besteuerung ausgenommen bleibt, an den ma&szlig;geblichen Daten der Existenzminimumberichte orientieren, da diese sich weitgehend an den Regels&auml;tzen nach &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 und 3 des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch anlehnen (BFH-Urteil in BFHE 227, 99, BStBl II 2010, 414, Rz&nbsp;122&nbsp;ff., m.w.N.). Die gegen dieses Urteil eingelegte Verfassungsbeschwerde wurde nicht zur Entscheidung angenommen (BVerfG-Beschluss vom 13.&nbsp;Juli 2016&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;288\/10, juris). Dar&uuml;ber hinaus hat das BVerfG mit Beschluss vom 23.&nbsp;Juli 2014&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;10\/12, 1&nbsp;BvL&nbsp;12\/12, 1&nbsp;BvR&nbsp;1691\/13 (BVerfGE 137, 34, Rz&nbsp;81) &#8211;auf den das FG in der angefochtenen Entscheidung ausdr&uuml;cklich hingewiesen hat&#8211; ausgef&uuml;hrt, dass das Grundgesetz (GG) selbst keine exakte Bezifferung des Anspruchs auf existenzsichernde Leistungen vorgebe und sich die verfassungsrechtliche Kontrolle im Wege einer Gesamtschau auf die H&ouml;he der Leistungen insgesamt und nicht auf einzelne Berechnungselemente beziehe. Da das Grundgesetz selbst keine exakte Bezifferung des Anspruchs erlaube, beschr&auml;nke sich &#8211;bezogen auf das Ergebnis&#8211; die materielle Kontrolle darauf, ob die Leistungen evident unzureichend seien (so auch BVerfG-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2010&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvL&nbsp;1\/09, 1&nbsp;BvL&nbsp;3\/09, 1&nbsp;BvL&nbsp;4\/09, BVerfGE 125, 175, Rz&nbsp;141). Das BVerfG hat in seinem Beschluss in BVerfGE 137, 34 zudem festgestellt, dass die als Orientierung dienenden staatlichen Sozialhilfeleistungen f&uuml;r die Streitjahre 2011 und 2012 nicht evident unzureichend sind (Rz&nbsp;86&nbsp;ff.). Mehr gebietet das Sozialstaatsprinzip des Art.&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 GG auch nicht (vgl. BVerfG-Nichtannahmebeschluss vom 27.&nbsp;Juli 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR 2122\/09, NJW 2010, 3564, Rz&nbsp;6). Zu allen diesen Aspekten enth&auml;lt die Beschwerdebegr&uuml;ndung der Kl&auml;ger keine Ausf&uuml;hrungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Soweit die Kl&auml;ger vortragen, das Existenzminimum m&uuml;sse entsprechend der Pf&auml;ndungsfreigrenze mindestens 1.000&nbsp;EUR pro Monat betragen, setzen sie sich ebenfalls nicht weiter mit der zu dieser Frage bestehenden Rechtsprechung auseinander; insbesondere fehlen Ausf&uuml;hrungen zum BFH-Beschluss vom 27.&nbsp;November 2012 X&nbsp;B&nbsp;48\/11 (BFH\/NV 2013, 532). In diesem Beschluss hat der BFH dargestellt, warum bei der Berechnung des Existenzminimums nicht auf die Pf&auml;ndungsfreigrenze des &sect;&nbsp;850c der Zivilprozessordnung abzustellen sei (Rz&nbsp;13&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ee) Soweit die Kl&auml;ger die Frage f&uuml;r grunds&auml;tzlich bedeutsam halten, ob bei der Ermittlung des Mindestbedarfs die Daten f&uuml;r das Wohnen der Wohnungsaufwendungsverordnung Berlin (WAV) oder dem Existenzminimumbericht zu entnehmen seien, fehlt es an einer schl&uuml;ssigen Darlegung der Entscheidungserheblichkeit und damit an der Kl&auml;rungsf&auml;higkeit der Rechtsfrage in einem Revisionsverfahren. Denn das FG hat bei der Berechnung des Mindestbedarfs auch unter Ber&uuml;cksichtigung der WAV ein &Uuml;berschreiten des Mindestbedarfs f&uuml;r Bedarfsgemeinschaften mit zwei Erwachsenen im Vergleich zu den Grundfreibetr&auml;gen nicht festgestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hat das FG sein Urteil kumulativ auf mehrere Begr&uuml;ndungen gest&uuml;tzt, von denen jede f&uuml;r sich das Entscheidungsergebnis tr&auml;gt, ist die Revision nur zuzulassen, wenn mit der Nichtzulassungsbeschwerde f&uuml;r jede dieser Begr&uuml;ndungen ein Zulassungsgrund i.S. des &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 FGO schl&uuml;ssig dargelegt wird und vorliegt (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Januar 2014 X&nbsp;B&nbsp;191\/13, BFH\/NV 2014, 695). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch die Ausf&uuml;hrungen, die Wohnungskosten m&uuml;ssten die regionalen Besonderheiten ber&uuml;cksichtigen, lassen keine hinreichende Auseinandersetzung mit den hierzu ergangenen Rechtsprechungsgrunds&auml;tzen erkennen. Denn der Senat hat schon in seinem Beschluss in BFH\/NV 2014, 1032, unter Rz&nbsp;15 ausgef&uuml;hrt, dass das BVerfG (BVerfG-Beschluss in BVerfGE 87, 153, BStBl II 1993, 413) eine Regionalisierung des Grundfreibetrags im Hinblick auf die Kosten der Unterbringung nicht gefordert habe, weil etwaige Unterschiede durch das Wohngeld ausgeglichen werden k&ouml;nnten. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Hinweis der Kl&auml;ger, der BFH habe in seinem Beschluss in BFH\/NV 2014, 1032 lediglich eine summarische Pr&uuml;fung vorgenommen, macht &#8211;entgegen der Ansicht der Kl&auml;ger&#8211; eine Auseinandersetzung mit den dort dargelegten Rechtsgrunds&auml;tzen nicht entbehrlich. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Ein schwerwiegender Rechtsfehler, der ausnahmsweise die Revisionszulassung nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO gebieten w&uuml;rde, ist nicht ausreichend dargelegt und liegt auch nicht vor. Es ist insbesondere nicht erkennbar, dass die Entscheidung des FG objektiv willk&uuml;rlich sei, auf sachfremden Erw&auml;gungen beruhe und unter keinem denkbaren Gesichtspunkt vertretbar erscheine (vgl. z.B. Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;August 2011 III&nbsp;B&nbsp;155\/10, BFH\/NV 2012, 48, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Von einer weiteren Begr&uuml;ndung sieht der Senat gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz 2 FGO ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.8.2016, III B 88\/16ECLI:DE:BFH:2016:B.110816.IIIB88.16.0 Zur Verfassungsm&auml;&szlig;igkeit der H&ouml;he des Grundfreibetrags in den Jahren 2011 und 2012 &#8211; Anforderung an die Begr&uuml;ndung einer Nichtzulassungsbeschwerde Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;ger wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 3. 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