{"id":66307,"date":"2017-01-18T12:33:14","date_gmt":"2017-01-18T10:33:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66307"},"modified":"2017-01-18T12:33:14","modified_gmt":"2017-01-18T10:33:14","slug":"ix-r-15-16-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-glaubhaftmachung-des-fehlenden-verschuldens-an-der-fristversaeumung-bueroversehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-15-16-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-glaubhaftmachung-des-fehlenden-verschuldens-an-der-fristversaeumung-bueroversehen\/","title":{"rendered":"IX&nbsp;R&nbsp;15\/16 &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Glaubhaftmachung des fehlenden Verschuldens an der Fristvers&auml;umung &#8211; B&uuml;roversehen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.8.2016, IX R 15\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.230816.IXR15.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Glaubhaftmachung des fehlenden Verschuldens an der Fristvers&auml;umung &#8211; B&uuml;roversehen<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 4. April 2016&nbsp;&nbsp;8 K 2166\/14 wird als unzul&auml;ssig verworfen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Beteiligten streiten &uuml;ber die Voraussetzungen einer Wiedereinsetzung in den vorigen Stand sowie in der Sache &uuml;ber den Ansatz eines Gewinns aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft nach &sect;&nbsp;23 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einkommensteuerbescheid 2012 vom 26.&nbsp;Juli 2013 sowie mit Einspruchsentscheidung vom 23.&nbsp;Mai 2014 hatte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) einen Gewinn aus einem privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ft in H&ouml;he von 26.000&nbsp;EUR erfasst. Mit Urteil vom 4.&nbsp;April 2016 hat das Finanzgericht Baden-W&uuml;rttemberg (FG) die von den Kl&auml;gern und Revisionskl&auml;gern (Kl&auml;ger) dagegen erhobene Klage abgewiesen und die Revision zugelassen. Das FG-Urteil ist dem von den Kl&auml;gern bevollm&auml;chtigten Rechtsanwalt mittels Empfangsbekenntnis am Dienstag, den 12.&nbsp;April 2016, zugestellt worden. Mit am Dienstag, den 10.&nbsp;Mai 2016, beim Bundesfinanzhof (BFH) eingegangenen Schriftsatz haben die Kl&auml;ger Revision gegen das Urteil eingelegt. Eine Verl&auml;ngerung der Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision durch den Senatsvorsitzenden aufgrund eines vor Ablauf der Frist gestellten Antrags erfolgte nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben des Vorsitzenden vom 20.&nbsp;Juni 2016 wurde der Prozessbevollm&auml;chtigte der Kl&auml;ger auf den am 13.&nbsp;Juni 2016 erfolgten Ablauf der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist und die bis dahin fehlende Revisionsbegr&uuml;ndung hingewiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Schreiben vom 12.&nbsp;Juli 2016 haben die Kl&auml;ger Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragt. Zur Begr&uuml;ndung bringen sie vor, ihr Prozessbevollm&auml;chtigter habe nach Eingang des FG-Urteils die Handakte und den Vorgang seiner erfahrenen und bis dahin stets sorgf&auml;ltig und zuverl&auml;ssig arbeitenden B&uuml;roangestellten ausgeh&auml;ndigt. Er habe diese angewiesen, im Fristenkalender die Revision auf den 12.&nbsp;Mai 2016 sowie die Begr&uuml;ndung der Revision auf den 13.&nbsp;Juni 2016 zu notieren. Zudem habe eine Vorfrist f&uuml;r den 6.&nbsp;Mai 2016 und den 7.&nbsp;Juni 2016 notiert werden sollen. Anschlie&szlig;end habe die Akte ihm mit Ausf&uuml;hrungsbest&auml;tigung sofort wieder vorgelegt werden sollen. Diese Anweisung sei noch im Beisein des Prozessbevollm&auml;chtigten auf dem Urteil notiert worden. Die B&uuml;roangestellte habe anschlie&szlig;end die Eintragung der Frist zur Einlegung der Revision nebst der Vorfrist vorgenommen. Die Eintragung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist, der Vorfrist dazu und die sofortige Wiedervorlage der Akte sei vers&auml;umt worden. Nachdem die Kl&auml;ger den Prozessbevollm&auml;chtigten am 5.&nbsp;Mai 2016 mit der Einlegung der Revision beauftragt h&auml;tten und dieser die Revision am 10.&nbsp;Mai 2016 eingelegt habe, habe sich die Akte im B&uuml;ro ihres Prozessbevollm&auml;chtigten befunden. Bei der B&uuml;roangestellten handele es sich um eine geschulte und stets zuverl&auml;ssige B&uuml;rokraft, die den Fristenkalender seit mehr als f&uuml;nfeinhalb Jahren sorgf&auml;ltig und fehlerlos gef&uuml;hrt habe. Daher liege ein B&uuml;roversehen einer bis dahin fehlerfrei arbeitenden B&uuml;roangestellten vor. An das genaue Geschehen w&auml;hrend der Eintragung der Fristen k&ouml;nne sich die B&uuml;roangestellte allerdings nicht mehr erinnern. Sie vermute, dass sie bei Eintragung der Fristen durch andere Arbeitsauftr&auml;ge abgelenkt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>ihnen Wiedereinsetzung in den vorigen Stand im Hinblick auf die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision zu gew&auml;hren, das Urteil des FG vom 4.&nbsp;April 2016 und die Einspruchsentscheidung vom 23.&nbsp;Mai 2014 aufzuheben und den Bescheid &uuml;ber Einkommensteuer 2012 vom 26.&nbsp;Juli 2013 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus privaten Ver&auml;u&szlig;erungsgesch&auml;ften in H&ouml;he von 26.000&nbsp;EUR nicht ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Revision als unzul&auml;ssig zu verwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unzul&auml;ssig und durch Beschluss zu verwerfen (&sect;&nbsp;124 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;ger haben die Frist f&uuml;r die Begr&uuml;ndung der Revision vers&auml;umt. Nach &sect;&nbsp;120 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 FGO ist die Revision innerhalb von zwei Monaten nach Zustellung des vollst&auml;ndigen Urteils zu begr&uuml;nden. Diese Frist lief im Streitfall am Montag, den 13.&nbsp;Juni 2016, ab. Die Revisionsbegr&uuml;ndung der Kl&auml;ger ist jedoch erst am 12.&nbsp;Juli 2016 &#8211;nach einem Hinweisschreiben des Senatsvorsitzenden vom 20.&nbsp;Juni 2016&#8211; beim BFH eingegangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO kann nicht gew&auml;hrt werden. Denn es l&auml;sst sich nicht feststellen, dass die Kl&auml;ger an der Einhaltung der Frist unverschuldet verhindert waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Wiedereinsetzung ist zu gew&auml;hren, wenn jemand ohne Verschulden an der Einhaltung der gesetzlichen Frist gehindert war (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 FGO). Hiernach schlie&szlig;t jedes Verschulden &#8211;also auch einfache Fahrl&auml;ssigkeit&#8211; die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand aus (vgl. BFH-Urteil vom 29.&nbsp;April 2008 I&nbsp;R&nbsp;67\/06, BFHE 221, 201, BStBl II 2011, 55, unter B.I.1., m.w.N.; Brandis in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;56 FGO Rz&nbsp;10). Der Beteiligte muss sich ein Verschulden seines Prozessbevollm&auml;chtigten zurechnen lassen (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;85 Abs.&nbsp;2 der Zivilprozessordnung). Die Tatsachen, die auf ein fehlendes Verschulden schlie&szlig;en lassen, sind vom Antragsteller glaubhaft zu machen (&sect;&nbsp;56 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 FGO). Dazu geh&ouml;rt eine vollst&auml;ndige, substantiierte und in sich schl&uuml;ssige Darlegung der Tatsachen, die eine Wiedereinsetzung rechtfertigen k&ouml;nnen (vgl. u.a. BFH-Beschluss vom 15.&nbsp;Dezember 2010 IV&nbsp;R&nbsp;5\/10, BFH\/NV 2011, 809).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen eines vom Prozessbevollm&auml;chtigten nicht zu vertretenden B&uuml;roversehens kann nur dann gew&auml;hrt werden, wenn einem mit der b&uuml;rom&auml;&szlig;igen Bearbeitung der Angelegenheit befassten und in der Vergangenheit stets zuverl&auml;ssigen Mitarbeiter trotz ordnungsgem&auml;&szlig;er B&uuml;roorganisation ein Fehler unterlaufen ist (zum B&uuml;roversehen vgl. u.a. BFH-Beschluss vom 26.&nbsp;Februar 2014 IX&nbsp;R&nbsp;41\/13, BFH\/NV 2014, 881, unter II.2.a, m.w.N.; Gr&auml;ber\/Stapperfend, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;56 Rz&nbsp;20, Stichwort &quot;B&uuml;roversehen&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wird &#8211;wie im Streitfall&#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand wegen eines entschuldbaren B&uuml;roversehens begehrt, so muss substantiiert und schl&uuml;ssig vorgetragen werden, dass kein Organisationsfehler vorliegt. Der Prozessbevollm&auml;chtigte muss alle Vorkehrungen getroffen haben, die nach vern&uuml;nftigem Ermessen die Nichtbeachtung von Fristen auszuschlie&szlig;en geeignet sind, und muss durch regelm&auml;&szlig;ige Belehrung und &Uuml;berwachung seiner B&uuml;rokr&auml;fte f&uuml;r die Einhaltung seiner Anordnungen Sorge getragen haben. Bei Bevollm&auml;chtigten, die die Rechts- und Steuerberatung berufsm&auml;&szlig;ig aus&uuml;ben, ist u.a. die Schilderung der Fristenkontrolle nach Art und Umfang erforderlich und diese durch Vorlage des Fristenkontrollbuchs und des Postausgangsbuchs glaubhaft zu machen (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. zuletzt BFH-Beschluss vom 17.&nbsp;November 2015 V&nbsp;B&nbsp;56\/15, BFH\/NV 2016, 222, unter II.2.b, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die Begr&uuml;ndungsfrist f&uuml;r die Revision nicht zu den &uuml;blichen, h&auml;ufig vorkommenden und einfach zu berechnenden Fristen geh&ouml;rt. Der Prozessbevollm&auml;chtigte ist daher bei der Pr&uuml;fung und &Uuml;berwachung des Personals zu besonderer Sorgfalt verpflichtet (vgl. zuletzt BFH-Beschluss in BFH\/NV 2016, 222, unter II.2.c&nbsp;bb, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Unter Beachtung dieser Ma&szlig;st&auml;be haben die Kl&auml;ger weder dargelegt noch glaubhaft gemacht, dass ihr Prozessbevollm&auml;chtigter ohne Verschulden die Frist zur Begr&uuml;ndung der Revision vers&auml;umt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach den Ausf&uuml;hrungen der Kl&auml;ger hat es ihr Bevollm&auml;chtigter unterlassen, nach Eingang der FG-Entscheidung die Ausf&uuml;hrungsbest&auml;tigung hinsichtlich der Notierung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist zu kontrollieren. Gleichfalls hat es der Prozessbevollm&auml;chtigte anl&auml;sslich des Fertigens des Schriftsatzes zur Revisionseinlegung vom 10.&nbsp;Mai 2016 unterlassen, die Erfassung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist (erneut) zu kontrollieren. Nach der Rechtsprechung des BFH geh&ouml;rt es jedoch zu den Pflichten eines Bevollm&auml;chtigten im Rahmen des Revisionsverfahrens, bei der Bearbeitung der Sache eigenst&auml;ndig den Ablauf der Rechtsmittelbegr&uuml;ndungsfrist zu pr&uuml;fen (vgl. BFH-Beschluss vom 13.&nbsp;September 2012 XI&nbsp;R&nbsp;40\/11, BFH\/NV 2013, 213, unter II.2.b&nbsp;bb). F&uuml;r eine sorgf&auml;ltige Pr&uuml;fung bestand auch gerade deswegen Anlass, weil die Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist auch f&uuml;r einen schwerpunktm&auml;&szlig;ig mit der Prozessf&uuml;hrung beauftragten Rechtsanwalt regelm&auml;&szlig;ig keine allt&auml;gliche Frist ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Danach ist ein B&uuml;roversehen ihres Bevollm&auml;chtigten nicht hinreichend dargelegt und glaubhaft gemacht. Der Prozessbevollm&auml;chtigte hat au&szlig;er einer eidesstattlichen Versicherung der B&uuml;roangestellten keine weiteren Unterlagen vorgelegt, die auf ein fehlendes Verschulden hinsichtlich der Vers&auml;umung der Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist hindeuten. Er hat nicht weiter ausgef&uuml;hrt, wie im B&uuml;ro konkret die Fristenkontrolle erfolgt (vgl. dazu BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Dezember 2011 X&nbsp;B&nbsp;50\/11, BFH\/NV 2012, 440, unter 2.). Auch sein Vortrag, auf der im B&uuml;ro eingegangenen FG-Entscheidung sei die Revisionsbegr&uuml;ndungsfrist notiert gewesen und nur versehentlich von der B&uuml;roangestellten nicht erfasst worden, wird nicht durch die Vorlage einer entsprechenden Kopie des Schriftst&uuml;cks glaubhaft gemacht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 23.8.2016, IX R 15\/16ECLI:DE:BFH:2016:B.230816.IXR15.16.0 Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Glaubhaftmachung des fehlenden Verschuldens an der Fristvers&auml;umung &#8211; B&uuml;roversehen Tenor Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts Baden-W&uuml;rttemberg vom 4. April 2016&nbsp;&nbsp;8 K 2166\/14 wird als unzul&auml;ssig verworfen. Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ix-r-15-16-wiedereinsetzung-in-den-vorigen-stand-glaubhaftmachung-des-fehlenden-verschuldens-an-der-fristversaeumung-bueroversehen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IX&nbsp;R&nbsp;15\/16 &#8211; Wiedereinsetzung in den vorigen Stand &#8211; Glaubhaftmachung des fehlenden Verschuldens an der Fristvers&auml;umung &#8211; B&uuml;roversehen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66307","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66307","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66307"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66307\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66307"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66307"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66307"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}