{"id":66310,"date":"2017-01-18T12:42:16","date_gmt":"2017-01-18T10:42:16","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66310"},"modified":"2017-01-18T12:42:16","modified_gmt":"2017-01-18T10:42:16","slug":"iii-r-62-13-keine-besteuerung-alleinerziehender-nach-dem-splittingtarif-krankheitskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-62-13-keine-besteuerung-alleinerziehender-nach-dem-splittingtarif-krankheitskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;62\/13 &#8211; Keine Besteuerung Alleinerziehender nach dem Splittingtarif &#8211; Krankheitskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.9.2016, III R 62\/13<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.290916.IIIR62.13.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Besteuerung Alleinerziehender nach dem Splittingtarif &#8211; Krankheitskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Besteuerung Alleinerziehender nach dem Grundtarif anstelle einer Besteuerung nach dem Splittingtarif ist verfassungsgem&auml;&szlig;.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Krankheitskosten sind als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen um die zumutbare Belastung zu mindern (Anschluss an das BFH-Urteil vom 2. September 2015 VI R 32\/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151). <\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 6. Mai 2013&nbsp;&nbsp;7 K 114\/10 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die seit Mitte 2006 verwitwete Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erzielte im Streitjahr (2008) als Steuerberaterin Eink&uuml;nfte aus selbst&auml;ndiger Arbeit und lebte mit ihren beiden 1993 und 1998 geborenen T&ouml;chtern zusammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) setzte die Einkommensteuer der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr im Bescheid vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2010 nach dem Grundtarif (&sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes &#8211;EStG&#8211;) auf &#8230;&nbsp;EUR fest. Die von der Kl&auml;gerin erkl&auml;rten au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen wegen Krankheitskosten setzte das FA &#8211;ohne &Uuml;berpr&uuml;fung&#8211; mit 1.479&nbsp;EUR an. Nach Abzug der deutlich h&ouml;heren zumutbaren Belastung (&sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG) wirkten sie sich steuerlich nicht aus. F&uuml;r die beiden T&ouml;chter zog das FA die Freibetr&auml;ge nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;6 EStG in H&ouml;he von insgesamt 11.616&nbsp;EUR ab und erh&ouml;hte die Einkommensteuer im Gegenzug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;31 Satz&nbsp;4 EStG um das Kindergeld in H&ouml;he von 3.696&nbsp;EUR. Ferner zog es den Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;24b EStG in H&ouml;he von 1.308&nbsp;EUR von der Summe der Eink&uuml;nfte ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den dagegen gerichteten Einspruch wies das FA am 18.&nbsp;Mai 2010 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage, mit der die Kl&auml;gerin neben der Anwendung des Splitting-Verfahrens (&sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;5 EStG) u.a. den Abzug ihrer Krankheitskosten in H&ouml;he von 1.479&nbsp;EUR ohne Abzug einer zumutbaren Belastung als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung (&sect;&nbsp;33 EStG) begehrte, hatte keinen Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied, die Einkommensteuerfestsetzung entspreche den Regelungen des EStG. Dessen Bestimmungen zur Besteuerung Alleinerziehender und zur Ber&uuml;cksichtigung einer zumutbaren Belastung bei Krankheitskosten seien nicht verfassungswidrig (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 354).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung ihrer Revision tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, der Ausschluss verwitweter Alleinerziehender vom Splitting-Verfahren sei mit dem Gleichheitsgrundsatz (Art.&nbsp;3 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;) und dem Schutz der Familie und damit der Kinder (Art.&nbsp;6 GG) unvereinbar. Die K&uuml;rzung der Krankheitskosten um die zumutbare Belastung versto&szlig;e gegen das aus Art.&nbsp;3 GG herzuleitende Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit. Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt zudem die Zust&auml;ndigkeit des III.&nbsp;Senats; zust&auml;ndig sei der II.&nbsp;Senat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das FG-Urteil sowie die Einspruchsentscheidung vom 18.&nbsp;Mai 2010 aufzuheben und den Steuerbescheid f&uuml;r 2008 vom 4.&nbsp;M&auml;rz 2010 dahin zu &auml;ndern, dass der Splittingtarif gem&auml;&szlig; &sect;&sect;&nbsp;26, 26b EStG angewandt wird und Krankheitskosten in H&ouml;he von 1.479&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen ohne K&uuml;rzung einer zumutbaren Belastung ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO) durch Beschluss. Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden, nachdem zuvor ein gegenstandslos gewordener Gerichtsbescheid ergangen war; sie hatten Gelegenheit zur Stellungnahme (vgl. Beschluss des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 23.&nbsp;April 2009 VIII&nbsp;R&nbsp;6\/08, BFH\/NV 2009, 1397, Rz&nbsp;14). Auch ein m&ouml;glicherweise gegebenes &ouml;ffentliches Interesse am Ausgang des Rechtsstreits hindert den Senat nicht, entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin durch Beschluss nach &sect;&nbsp;126a FGO zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zutreffend entschieden, dass das zu versteuernde Einkommen der Kl&auml;gerin dem sog. Grundtarif zu unterwerfen ist und die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen um die zumutbare Belastung zu vermindern sind; die jeweiligen Regelungen sind verfassungsrechtlich unbedenklich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der III.&nbsp;Senat ist f&uuml;r die Entscheidung des Rechtsstreits zust&auml;ndig, dies ergibt sich aus dem insoweit ma&szlig;geblichen Gesch&auml;ftsverteilungsplan 2016 des BFH.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der III.&nbsp;Senat ist danach sachlich zust&auml;ndig f&uuml;r &quot;4. Einkommensteuer &#8230; , betreffend&nbsp;&nbsp;a) Tariffragen (&sect;&sect;&nbsp;26 bis 26c EStG, &sect;&nbsp;32a EStG &#8230;) &#8230;, wenn nur diese Fragen streitig sind&quot;. Zwar ist der VI.&nbsp;Senat zust&auml;ndig f&uuml;r die hier ebenfalls streitige &quot;1. Einkommensteuer &#8230;, betreffend &#8230; d) au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen, wenn nur diese streitig sind&quot;. Aber dessen Zust&auml;ndigkeit wird verdr&auml;ngt durch die &quot;Erg&auml;nzenden Regelungen&quot; (II.1.d). Danach ist von mehreren f&uuml;r Einkommensteuer zust&auml;ndigen Senaten der Senat zur Entscheidung berufen, &quot;in dessen Aufgabengebiet die &uuml;berwiegenden streitbefangenen Besteuerungsgrundlagen fallen&quot;. Die einkommensteuerliche Auswirkung des Splittingtarifs &uuml;bersteigt im Streitfall deutlich die des Wegfalls der zumutbaren Belastung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung der Kl&auml;gerin, dass der Rechtsstreit stattdessen vom II.&nbsp;Senat zu entscheiden ist (&quot;17. Streitigkeiten, die im Gesch&auml;ftsverteilungsplan nicht geregelt sind.&quot;), trifft nicht zu. Denn die Streitigkeiten sind geregelt, n&auml;mlich &#8211;wie vorstehend dargelegt-&#8212; durch die Bestimmungen &uuml;ber die sachlichen Zust&auml;ndigkeiten und die &quot;Erg&auml;nzenden Regelungen&quot;. Der f&uuml;r den Splittingtarif und die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen bestimmte Vorbehalt &quot;wenn nur diese (Fragen) streitig sind&quot; ist dahin zu verstehen, dass bei einem auch andere Fragen betreffenden Verfahren der f&uuml;r die anderen Fragen zust&auml;ndige Senat zu entscheiden hat, also z.B. bei einem Streit &uuml;ber die H&ouml;he der Eink&uuml;nfte aus Land- und Forstwirtschaft sowie die Zusammenveranlagung der IV.&nbsp;Senat oder bei einem Streit &uuml;ber die H&ouml;he von Eink&uuml;nften aus Vermietung und Verpachtung sowie au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen der IX.&nbsp;Senat. Der II.&nbsp;Senat ist dagegen f&uuml;r keine der hier vorliegend streitigen Fragen zust&auml;ndig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Das FA hat die Einkommensteuer der Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr zu Recht nach dem in &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 EStG normierten Einkommensteuertarif und nicht nach dem Splitting-Verfahren festgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das zu versteuernde Einkommen unbeschr&auml;nkt steuerpflichtiger nat&uuml;rlicher Personen ist grunds&auml;tzlich der tariflichen Einkommensteuer (&sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;1 EStG) &#8211;sog. Grundtarif&#8211; zu unterwerfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die tarifliche Einkommensteuer ist dagegen nach dem Splitting-Verfahren (&sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;5 EStG) zu ermitteln, wenn Ehegatten oder eingetragene Lebenspartner (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;8 EStG) nach den &sect;&sect;&nbsp;26, 26b EStG zusammenveranlagt werden und daher das addierte Einkommen zweier Steuerpflichtiger der Besteuerung unterworfen ist. Die Einkommensteuer betr&auml;gt danach das Zweifache des Steuerbetrags, der sich f&uuml;r die H&auml;lfte ihres gemeinsam zu versteuernden Einkommens ergibt. Das Splitting-Verfahren unterstellt, dass die Ehegatten oder Lebenspartner ihr gemeinsames zu versteuerndes Einkommen jeweils h&auml;lftig erzielen; es f&uuml;hrt daher zu einem Progressionsvorteil, wenn die Ehegatten oder Lebenspartner Einkommen in unterschiedlicher H&ouml;he erzielen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Splitting-Verfahren ist dar&uuml;ber hinaus anzuwenden, wenn der Ehegatte oder Lebenspartner des Steuerpflichtigen im vorangegangenen Jahr verstorben ist und zwischen beiden im Zeitpunkt des Todes die Voraussetzungen einer Zusammenveranlagung gegeben waren (&sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin erf&uuml;llt die gesetzlichen Voraussetzungen zur Anwendung des Splitting-Verfahrens nicht, da sie weder mit einem Ehegatten noch mit einer Lebenspartnerin zusammen zur Einkommensteuer veranlagt wird und ihr Ehegatte auch nicht im Vorjahr verstorben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat bereits im Aussetzungsverfahren entschieden, dass keine ernstlichen Zweifel daran bestehen, dass die allein erziehende Kl&auml;gerin vom Splitting-Verfahren ausgeschlossen ist (Senatsbeschluss vom 17.&nbsp;Oktober 2012 III&nbsp;B&nbsp;68\/12, BFH\/NV 2013, 362, Rz&nbsp;17; vgl. auch Senatsbeschl&uuml;sse vom 27.&nbsp;Mai 2013 III&nbsp;B&nbsp;2\/13, BFH\/NV 2013, 1406, mit Nachweisen aus der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211;; vom 17.&nbsp;August 2004 III&nbsp;B&nbsp;121\/03, BFH\/NV 2005, 46; vom 20.&nbsp;September 2002 III&nbsp;B&nbsp;40\/02, BFH\/NV 2003, 157). Ein Anspruch Alleinerziehender auf Anwendung des Splitting-Verfahrens ergibt sich weder aus dem aus Art.&nbsp;3 GG abzuleitenden Prinzip der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit noch unter Ber&uuml;cksichtigung des Schutzbereichs des Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der allgemeine Gleichheitssatz (Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG) gebietet, wesentlich Gleiches gleich und wesentlich Ungleiches ungleich zu behandeln (BVerfG-Beschl&uuml;sse vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2005&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;7\/00, BVerfGE 112, 268, BGBl I 2005, 1622 Rz&nbsp;66; vom 15.&nbsp;Juli 1998&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1554\/89, 1&nbsp;BvR&nbsp;963\/94, 1&nbsp;BvR&nbsp;964\/94, BVerfGE 98, 365). Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG verbietet daher grunds&auml;tzlich einen gleichheitswidrigen Beg&uuml;nstigungsausschluss. Differenzierungen bed&uuml;rfen insoweit stets der Rechtfertigung durch Sachgr&uuml;nde, die dem Differenzierungsziel und dem Ausma&szlig; der Ungleichbehandlung angemessen sind (BVerfG-Beschluss vom 7.&nbsp;Mai 2013&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvR&nbsp;909\/06, 2&nbsp;BvR&nbsp;1981\/06, 2&nbsp;BvR&nbsp;288\/07, BVerfGE 133, 377, Rz&nbsp;73, betreffend den Ausschluss eingetragener Lebenspartner vom Ehegattensplitting).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das Splittingverfahren &#8211;so ausdr&uuml;cklich das BVerfG in seinem Beschluss zur Einbeziehung eingetragener Lebenspartner in das Ehegattensplitting-&#8212; nimmt den die zivilrechtliche Ausgestaltung der Ehe bestimmenden Grundgedanken der Ehe als eine Gemeinschaft des Erwerbs und Verbrauchs auf. Die wechselseitige Verpflichtungsbefugnis bei Gesch&auml;ften zur Deckung des Lebensbedarfs (&sect;&nbsp;1357 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs &#8211;BGB&#8211;, &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;2 des Lebenspartnerschaftsgesetzes &#8211;LPartG&#8211;), die Eigentumsvermutung zugunsten der Gl&auml;ubiger des anderen Partners (&sect;&nbsp;1362 BGB, &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;1 LPartG), die eingeschr&auml;nkte Verf&uuml;gungsberechtigung &uuml;ber eigenes Verm&ouml;gen (&sect;&sect;&nbsp;1365 bis 1369 BGB, &sect;&nbsp;6 Satz 2 LPartG) sowie die Regelungen &uuml;ber den Zugewinnausgleich (&sect;&sect;&nbsp;1371 bis 1390 BGB, &sect;&nbsp;6 Satz 2 LPartG) und den Versorgungsausgleich (&sect;&nbsp;1587 BGB i.V.m. den Vorschriften des Versorgungsausgleichsgesetzes, &sect;&nbsp;20 LPartG) lassen den Grundsatz erkennen, dass das w&auml;hrend der Ehe oder Lebenspartnerschaft Erworbene gemeinschaftlich erwirtschaftet ist. In &Uuml;bereinstimmung mit diesem Grundgedanken des Familienrechts geht das Splitting-Verfahren davon aus, dass zusammenlebende Eheleute und Lebenspartner eine Gemeinschaft des Erwerbs und Verbrauchs bilden, in der ein Partner an den Eink&uuml;nften und Lasten des anderen wirtschaftlich jeweils zur H&auml;lfte teilhat. In den Gesetzesmaterialien wird das Splitting dementsprechend als &quot;steuerpolitische Konsequenz&quot; und &quot;logische steuerrechtliche Folgerung&quot; des zuvor eingef&uuml;hrten Regelg&uuml;terstandes der Zugewinngemeinschaft bezeichnet (so BVerfG-Beschluss in BVerfGE&nbsp;133, 377, Rz&nbsp;94).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Blick auf diese Ausf&uuml;hrungen im Beschluss des BVerfG bestehen &#8211;entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin-&#8212; keine durchgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken gegen das Splitting-Verfahren selbst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dar&uuml;ber hinaus ist es &#8211;auch insoweit entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; von Verfassungs wegen nicht geboten, verwitwete Elternteile ehelicher Kinder in den Anwendungsbereich des Splitting-Verfahrens einzubeziehen. Denn mit dieser dem Splitting-Verfahren zugrunde liegenden Situation ist die Lage Alleinerziehender weder in rechtlicher noch in tats&auml;chlicher Hinsicht vergleichbar. Die f&uuml;r Ehegatten und Lebenspartner geltenden g&uuml;terrechtlichen Regelungen sowie der Versorgungsausgleich kommen im Verh&auml;ltnis zwischen Eltern und Kindern nicht zur Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Verh&auml;ltnis von allein erziehenden Elternteilen und ihren minderj&auml;hrigen oder nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 EStG zu ber&uuml;cksichtigenden vollj&auml;hrigen Kindern stellt sich auch nicht als institutionell geregelte und andere Personen ausschlie&szlig;ende Gemeinschaft des Erwerbs und Verbrauchs dar. Es ist &#8211;unbeschadet der gegenseitigen Unterhaltsverpflichtung von Verwandten in gerader Linie (&sect;&sect;&nbsp;1601 ff. BGB)&#8211; fast immer einseitig durch F&uuml;rsorge, Erziehung und Unterhalt der Kinder durch den Elternteil gepr&auml;gt. Es handelt sich auch nicht um eine ausschlie&szlig;liche und dauerhafte Gemeinschaft zweier Personen. Denn zum einen k&ouml;nnen allein erziehende Elternteile &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; mehr als ein Kind haben, zum anderen k&ouml;nnen zu ber&uuml;cksichtigende Kinder mit Dritten eine Ehe oder Lebenspartnerschaft eingehen und dadurch &#8211;folgte man der Auffassung der Kl&auml;gerin&#8211; sowohl dem Elternteil als auch dem Ehegatten des Kindes den Splittingtarif er&ouml;ffnen (zur Exklusivit&auml;t der eingetragenen Lebensgemeinschaft vgl. BVerfG-Urteil vom 17.&nbsp;Juli 2002&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvF&nbsp;1\/01, 1&nbsp;BvF&nbsp;2\/01, BVerfGE 105, 313, Rz&nbsp;110).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Gew&auml;hrung des Splittingtarifs f&uuml;r verwitwete Alleinerziehende mit Kindern w&uuml;rde dar&uuml;ber hinaus zu weiteren Verwerfungen f&uuml;hren. So d&uuml;rfte sich die Situation Alleinerziehender, die vom anderen Elternteil ihrer Kinder getrennt leben und von diesem weder finanziell noch auf andere Weise unterst&uuml;tzt werden, nicht wesentlich von der Verwitweter unterscheiden, deren Ehegatte bereits vor mehreren Jahren verstorben ist. Weiter stellte sich die Frage, ob verwitwete Alleinerziehende mit Kindern besser gestellt werden d&uuml;rften als z.B. Geschwistergemeinschaften, die mutma&szlig;lich h&auml;ufiger als &quot;Gemeinschaft des Erwerbs und Verbrauchs&quot; ausgestaltet sind, welche der Gesetzgeber der Zusammenveranlagung und dem Splittingtarif zugrunde gelegt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG enth&auml;lt einen besonderen Gleichheitssatz, der es untersagt, Eltern oder alleinerziehende Elternteile gegen&uuml;ber Kinderlosen schlechter zu stellen (BVerfG-Beschl&uuml;sse in BVerfGE 112, 268; vom 10.&nbsp;November 1998 2 BvR 980\/91, BVerfGE 99, 216, BStBl II 1999, 182). Die Gew&auml;hrung des Splittingtarifs f&uuml;r Alleinerziehende ist jedoch durch Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG nicht geboten. Art.&nbsp;6 Abs.&nbsp;1 GG erfordert, dass bei der Besteuerung einer Familie das Existenzminimum s&auml;mtlicher Familienmitglieder steuerfrei bleiben muss (BVerfG-Beschluss vom 8.&nbsp;Juni 2004&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;5\/00, BVerfGE 110, 412). Dem Gebot der steuerlichen Verschonung des Kinderexistenzminimums wird durch das Kindergeld oder die &#8211;wie hier&#8211; g&uuml;nstigeren Kinderfreibetr&auml;ge gen&uuml;gt (vgl. Senatsurteil vom 20.&nbsp;Dezember 2012 III&nbsp;R&nbsp;29\/12, BFH\/NV 2013, 723).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Kl&auml;gerin weist zutreffend darauf hin, dass &sect;&nbsp;32a Abs.&nbsp;3 EStG i.d.F. vom 1.&nbsp;Dezember 1971 (BGBl&nbsp;I 1971, 1881) verwitweten Alleinerziehenden mit Kindern den Splittingtarif gew&auml;hrte. Diese Regelung ist indessen aus den vorstehenden Gr&uuml;nden verfassungsrechtlich nicht geboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat auch zutreffend angenommen, dass die au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Belastungen der Kl&auml;gerin nur zu ber&uuml;cksichtigen sind, soweit sie die zumutbare Belastung &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Typische und unmittelbare Krankheitskosten werden als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;1 EStG vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen, ohne dass die Zwangsl&auml;ufigkeit dieser Aufwendungen dem Grunde oder der H&ouml;he nach gepr&uuml;ft wird; ihre Zwangsl&auml;ufigkeit aus tats&auml;chlichen Gr&uuml;nden und ihre Angemessenheit und Notwendigkeit im Einzelfall werden wie ihre Au&szlig;ergew&ouml;hnlichkeit unwiderleglich unterstellt (BFH-Urteil vom 14.&nbsp;April 2015 VI&nbsp;R&nbsp;89\/13, BFHE 249, 483, BStBl II 2015, 703).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG h&auml;ngt die zumutbare Belastung von der H&ouml;he der Eink&uuml;nfte, der Anwendung des Grund- oder des Splitting-Verfahrens sowie der Zahl der zu ber&uuml;cksichtigenden Kinder ab; sie betr&auml;gt zwischen 1&nbsp;% und 7&nbsp;% des Gesamtbetrags der Eink&uuml;nfte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist zu Recht nicht streitig, dass die Krankheitskosten der Kl&auml;gerin ihre nach &sect;&nbsp;33 Abs.&nbsp;3 EStG ermittelte zumutbare Belastung nicht &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der BFH hat mit Urteil vom 2.&nbsp;September 2015 VI&nbsp;R&nbsp;32\/13, BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151 (m. abl. Anmerkung von Karrenbrock\/Petrak, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8212;- 2016, 47; Verfassungsbeschwerde eingelegt unter Az. 2&nbsp;BvR&nbsp;180\/16) entschieden, dass es von Verfassungs wegen nicht geboten sei, bei der einkommensteuerrechtlichen Ber&uuml;cksichtigung von Krankheitskosten auf den Ansatz der zumutbaren Belastung zu verzichten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem schlie&szlig;t sich der Senat an (a.A. z.B. Haupt, DStR 2016, 902). Zum einkommensteuerrechtlich zu verschonenden Existenzminimum geh&ouml;ren auch die Aufwendungen des Steuerpflichtigen f&uuml;r die Kranken- und Pflegeversorgung, die dem Grunde nach nicht nur die Beitr&auml;ge zu einer Krankenversicherung, sondern auch den eigentlichen Sachaufwand f&uuml;r eine Krankenversorgung umfassen. Da sich die Bemessung des einkommensteuerrechtlich ma&szlig;geblichen Existenzminimums jedoch grunds&auml;tzlich nach dem im Sozialhilferecht niedergelegten Leistungsniveau richtet und auch Empf&auml;nger von Sozialleistungen Zuzahlungen aus den ihnen zur Verf&uuml;gung gestellten Sozialleistungen bis zur Belastungsgrenze selbst zu erbringen haben, geh&ouml;ren Zuzahlungen i.S. des &sect;&nbsp;61 des F&uuml;nften Buchs Sozialgesetzbuch nicht zum einkommensteuerrechtlichen Existenzminimum. Das BFH-Urteil in BFHE 251, 196, BStBl II 2016, 151 nennt insoweit zutreffend Aufwendungen f&uuml;r Zahnreinigung, Laboratoriumsmedizin und Zweibettzimmerzuschl&auml;ge in einer Klinik; diese geh&ouml;ren ebenfalls nicht zum Existenzminimum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat muss nicht entscheiden, ob dieser Grundsatz einzuschr&auml;nken ist, wenn Aufwendungen f&uuml;r medizinisch notwendige Leistungen, die sich in dem durch das Sozialhilferecht bestimmten Rahmen halten, aufgrund au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Umst&auml;nde &#8211;z.B. bei Auslandserkrankungen&#8211; vom Krankenversicherer nicht erstattet werden. Der Senat muss auch nicht entscheiden, ob im Falle einer Unterschreitung des Grundfreibetrags durch Zuzahlungen von Verfassungs wegen anderes gilt (vgl. BFH-Urteil in BFHE 251, 196, Rz&nbsp;27; Bl&uuml;mich\/K.&nbsp;Heger, EStG, &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;134; Schmidt\/Loschelder, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;28; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33 Rz&nbsp;48).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Eine weitere Minderung der Einkommensteuer kommt auch nicht aus anderen Gr&uuml;nden in Betracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat keinen Anspruch auf einen h&ouml;heren Entlastungsbetrag f&uuml;r Alleinerziehende. Dessen H&ouml;he begegnet keinen verfassungsrechtlichen Zweifeln; er ist auch dann nicht zu erh&ouml;hen, wenn der andere Elternteil nicht zum Unterhalt der Kinder beitr&auml;gt (Senatsurteil vom 17.&nbsp;September 2015 III&nbsp;R&nbsp;36\/14, BFH\/NV 2016, 545).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hat wegen der Belastung mit Unterhaltsleistungen f&uuml;r ihre Kinder auch keinen Anspruch auf Abzug weiterer au&szlig;ergew&ouml;hnlicher Belastungen nach &sect;&nbsp;33 oder &sect;&nbsp;33a EStG (vgl. Senatsurteil in BFH\/NV&nbsp;2016, 545).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung ergibt sich aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 29.9.2016, III R 62\/13ECLI:DE:BFH:2016:B.290916.IIIR62.13.0 Keine Besteuerung Alleinerziehender nach dem Splittingtarif &#8211; Krankheitskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen Leits&auml;tze 1. Die Besteuerung Alleinerziehender nach dem Grundtarif anstelle einer Besteuerung nach dem Splittingtarif ist verfassungsgem&auml;&szlig;.&nbsp;&nbsp; 2. Krankheitskosten sind als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen um die zumutbare Belastung zu mindern (Anschluss an das BFH-Urteil vom 2. September 2015 VI &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-62-13-keine-besteuerung-alleinerziehender-nach-dem-splittingtarif-krankheitskosten-als-aussergewoehnliche-belastungen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;62\/13 &#8211; Keine Besteuerung Alleinerziehender nach dem Splittingtarif &#8211; Krankheitskosten als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66310","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66310","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66310"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66310\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66310"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66310"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66310"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}