{"id":66313,"date":"2017-01-18T12:35:53","date_gmt":"2017-01-18T10:35:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66313"},"modified":"2017-01-18T12:35:53","modified_gmt":"2017-01-18T10:35:53","slug":"vii-r-8-15-marktordnungsrecht-festsetzung-der-binnenmarktabgabe-fuer-c-zucker","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-8-15-marktordnungsrecht-festsetzung-der-binnenmarktabgabe-fuer-c-zucker\/","title":{"rendered":"VII&nbsp;R&nbsp;8\/15 &#8211; Marktordnungsrecht: Festsetzung der Binnenmarktabgabe f&uuml;r C-Zucker"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.9.2016, VII R 8\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.200916.VIIR8.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Marktordnungsrecht: Festsetzung der Binnenmarktabgabe f&uuml;r C-Zucker<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 17. September 2014&nbsp;&nbsp;2 K 1444\/07 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) produzierte im Zuckerwirtschaftsjahr 2000\/2001 eine die marktordnungsrechtliche Quote gem&auml;&szlig; der Zuckermarktordnung &uuml;bersteigende Menge Zucker (sog. C-Zucker). Eine Partie dieses C-Zuckers wurde am 6.&nbsp;September 2001 beim Zollamt T zur Ausfuhr nach Mali angemeldet und per Bahn nach X zur weiteren Verschiffung versandt. Aufgrund eines Fehlers des Zollamts&nbsp;T begleitete das Kontrollexemplar T5 (KE T5) den Transport jedoch nicht, sondern verblieb im Zollamt. Nach Ankunft der Sendung im Hafen wurde diese ohne nochmalige Gestellung auf ein Schiff verladen, das anschlie&szlig;end den Hafen verlie&szlig;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Antrag der Rechtsvorg&auml;ngerin, die Ausfuhrbest&auml;tigung auf dem f&uuml;r die Sendung erstellten KE&nbsp;T5 nachtr&auml;glich zu erteilen, lehnte das Hauptzollamt Y (HZA Y) ab. Einspruch und Klage blieben ohne Erfolg. Das Finanzgericht (FG) Hamburg wies die Klage mit Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2006 IV&nbsp;357\/02 (nicht ver&ouml;ffentlicht) ab. Die hiergegen eingelegte Nichtzulassungsbeschwerde wurde mit Beschluss des erkennenden Senats vom 12.&nbsp;Oktober 2006 VII&nbsp;B&nbsp;85\/06 (BFH\/NV 2007, 520) zur&uuml;ckgewiesen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Hauptzollamt &#8211;HZA&#8211;) hatte zuvor wiederholt Fristverl&auml;ngerungen zur Vorlage des Ausfuhrnachweises, zuletzt bis zum 31.&nbsp;Dezember 2003, gew&auml;hrt. Anschlie&szlig;end hatte die Rechtsvorg&auml;ngerin mit Schreiben vom 22.&nbsp;Januar 2004 eine weitere Fristverl&auml;ngerung bis zur Entscheidung des FG Hamburg beantragt. Dem hatte das HZA mit Schreiben vom 23.&nbsp;Januar 2004 entsprochen und um Unterrichtung gebeten, falls die Entscheidung des FG Hamburg nicht bis zum 31.&nbsp;Dezember 2004 vorliege. Ende April 2006 hatte sich das HZA nach dem Verfahrensstand beim HZA Y erkundigt und von diesem eine Kopie des Urteils des FG Hamburg mit dem Hinweis auf die wegen der eingelegten Nichtzulassungsbeschwerde noch ausstehende Rechtskraft bekommen. Nachdem das HZA am 12.&nbsp;M&auml;rz 2007 vom HZA Y &uuml;ber den Ausgang des Beschwerdeverfahrens informiert worden war, setzte es mit Bescheid vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 die Binnenmarktabgabe f&uuml;r die streitige Menge C-Zucker fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG wies die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage ab. Die Abgabenfestsetzung sei rechtm&auml;&szlig;ig, weil die Kl&auml;gerin den Ausfuhrnachweis nicht erbracht habe. Anders als die Kl&auml;gerin meine, sei die marktordnungsrechtliche Festsetzungsfrist nicht abgelaufen, weil das HZA mit seinem Schreiben vom 23.&nbsp;Januar 2004 die Abgabenfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 der Abgabenordnung (AO) ausgesetzt und die Festsetzungsfrist deshalb nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;8 AO nicht vor dem Ablauf eines Jahres nach Ergehen des Senatsbeschlusses in BFH\/NV 2007, 520 geendet habe. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Revision macht die Kl&auml;gerin geltend, die betreffende Sendung C-Zucker sei unstreitig aus dem Unionsgebiet ausgef&uuml;hrt worden und die unterbliebene Begleitung durch das KE&nbsp;T5 auf dem Transport nach X sei &#8211;ebenfalls unstreitig&#8211; auf einen Fehler des Zollamts T zur&uuml;ckzuf&uuml;hren, weshalb von h&ouml;herer Gewalt auszugehen sei. Dem HZA vorgelegte Ersatznachweise f&uuml;r die Ausfuhr seien zu Unrecht nicht anerkannt worden. Jedenfalls habe das HZA die Abgabe nicht mehr festsetzen d&uuml;rfen. Eine kalenderm&auml;&szlig;ig bestimmte Fristverl&auml;ngerung habe das HZA letztmalig bis zum 31.&nbsp;Dezember 2003 gew&auml;hrt, so dass es die Abgabe vor dem 31.&nbsp;Januar 2004 h&auml;tte festsetzen m&uuml;ssen. Eine Aussetzung der Abgabenfestsetzung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 AO durch das Schreiben vom 23.&nbsp;Januar 2004 k&ouml;nne nicht angenommen werden. Dies sei zum einen dem Schreiben nicht zu entnehmen; zum anderen sei die Anwendung des &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;8 AO mit der unionsrechtlichen Monatsfrist nicht vereinbar. Nationales Verfahrensrecht sei nicht erg&auml;nzend anzuwenden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das HZA schlie&szlig;t sich im Wesentlichen den Ausf&uuml;hrungen des FG an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage im Ergebnis zu Recht abgewiesen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;4 FGO). Der angefochtene Abgabenbescheid ist rechtm&auml;&szlig;ig (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. F&uuml;r die streitige Menge C-Zucker ist die Binnenmarktabgabe entstanden, weil die Kl&auml;gerin bzw. ihre Rechtsvorg&auml;ngerin den erforderlichen Ausfuhrnachweis nicht hat beibringen k&ouml;nnen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Au&szlig;erhalb der festgelegten Quoten erzeugter C-Zucker war nach Art.&nbsp;26 Abs.&nbsp;1 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;1785\/81 des Rates vom 30.&nbsp;Juni 1981 &uuml;ber die gemeinsame Marktorganisation f&uuml;r Zucker (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften &#8211;ABlEG&#8211; Nr.&nbsp;L 177\/4) i.V.m. Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 der im Streitjahr geltenden Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;2670\/81 (VO Nr.&nbsp;2670\/81) der Kommission vom 14.&nbsp;September 1981 mit Durchf&uuml;hrungsvorschriften f&uuml;r die Erzeugung au&szlig;erhalb von Quoten im Zuckersektor (ABlEG Nr.&nbsp;L 262\/14) i.d.F. der (&Auml;nderungs-)Verordnung (EG) Nr.&nbsp;158\/96 der Kommission vom 30.&nbsp;Januar 1996 (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp; 24\/3) aus dem Gemeinschaftsgebiet auszuf&uuml;hren. Anderenfalls galt nach Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;2 VO Nr.&nbsp;2670\/81 die betreffende Menge als auf dem Binnenmarkt abgesetzt mit der Folge, dass &#8211;wie im Streitfall geschehen&#8211; f&uuml;r diese Menge nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;2670\/81 die dort beschriebene Abgabe zu erheben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ausfuhrnachweis war nach Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 VO&nbsp;Nr.&nbsp;2670\/81 der zust&auml;ndigen Stelle des Mitgliedstaats, auf dessen Hoheitsgebiet der C-Zucker erzeugt worden war, vor dem 1.&nbsp;April zu erbringen, der auf das Ende des Wirtschaftsjahres folgte, in dem er erzeugt worden war, und zwar (u.a.) nach Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Unterabs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b VO Nr.&nbsp;2670\/81 durch Vorlage der in Art.&nbsp;30 und 31 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;3183\/80 (VO Nr.&nbsp;3183\/80) der Kommission vom 3.&nbsp;Dezember 1980 &uuml;ber gemeinsame Durchf&uuml;hrungsvorschriften f&uuml;r Einfuhr- und Ausfuhrlizenzen sowie Vorausfestsetzungsbescheinigungen f&uuml;r landwirtschaftliche Erzeugnisse (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;338\/1) genannten Unterlagen zur Freistellung der Kaution. In Ausfuhrf&auml;llen geh&ouml;rte zu diesen Unterlagen nach Art.&nbsp;31 Abs.&nbsp;2 VO&nbsp;Nr.&nbsp;3183\/80 das KE&nbsp;T5 gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;10 der Verordnung (EWG) Nr.&nbsp;223\/77 der Kommission vom 22.&nbsp;Dezember 1976 &uuml;ber Durchf&uuml;hrungsbestimmungen und Vereinfachungsma&szlig;nahmen des gemeinschaftlichen Versandverfahrens (ABlEG Nr.&nbsp;L&nbsp;38\/20). Die letztgenannte Verordnung war im Streitjahr nicht mehr in Kraft, sondern es galt Art.&nbsp;912a Abs.&nbsp;2 der Zollkodex-Durchf&uuml;hrungsverordnung (ZKDVO). Nach dieser Vorschrift war in F&auml;llen, in denen &#8211;wie im Streitfall&#8211; die Anwendung einer Gemeinschaftsvorschrift auf dem Gebiet der Warenausfuhr von dem Nachweis abhing, dass die betreffenden Waren der in dieser Ma&szlig;nahme vorgeschriebenen Bestimmung zugef&uuml;hrt worden waren, dieser Nachweis durch die Vorlage des KE&nbsp;T5 zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach alledem kommt es im Streitfall nicht darauf an, dass &#8211;wie die Revision behauptet&#8211; der C-Zucker seinerzeit unstreitig aus dem Gemeinschaftsgebiet ausgef&uuml;hrt worden ist, denn es fehlt an dem hierf&uuml;r nach den ma&szlig;gebenden gesetzlichen Vorschriften erforderlichen Nachweis durch die Ausgangsbest&auml;tigung der Ausgangszollstelle auf dem KE&nbsp;T5.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Anders als die Revision meint, ist der fehlende Ausfuhrnachweis auf dem KE&nbsp;T5 nicht auf h&ouml;here Gewalt zur&uuml;ckzuf&uuml;hren. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) sind unter &quot;h&ouml;herer Gewalt&quot; ungew&ouml;hnliche und unvorhersehbare Ereignisse zu verstehen, auf die derjenige, der sich auf h&ouml;here Gewalt beruft, keinen Einfluss hat und deren Folgen trotz Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht h&auml;tten vermieden werden k&ouml;nnen (vgl. Urteil Eurofit vom 18.&nbsp;Juli 2013 C-99\/12, EU:C:2013:487, m.w.N.). Diese Voraussetzungen sind im Streitfall nicht erf&uuml;llt. Zwar ist der Hinweis der Revision zutreffend, dass der Verbleib des KE&nbsp;T5 beim Zollamt T auf einem dort unterlaufenen Fehler beruht. Dass die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin die Folgen dieses Fehlers trotz Anwendung der gebotenen Sorgfalt nicht h&auml;tte vermeiden k&ouml;nnen, l&auml;sst sich indes nicht annehmen. Wie das FG Hamburg mit Urteil vom 24.&nbsp;Februar 2006 IV&nbsp;357\/02 richtig erkannt hat, ist der Rechtsvorg&auml;ngerin insoweit grob fahrl&auml;ssiges Verhalten vorzuwerfen, als die Ausfuhrsendung, ohne sie der Ausgangszollstelle zu gestellen (vgl. Art.&nbsp;793 ZKDVO) und ohne das Nichtvorhandensein des KE&nbsp;T5 zu beachten und sich um seine nachtr&auml;gliche Beschaffung zu k&uuml;mmern, verschifft wurde. Auf die zutreffenden Ausf&uuml;hrungen des FG Hamburg wird insoweit verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Binnenmarktabgabe ist auch rechtzeitig festgesetzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Allerdings teilt der erkennende Senat nicht die Auffassung des FG, es habe insoweit die Festsetzungsfrist nach &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 i.V.m. &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;8 AO gegolten. Zwar ist es zutreffend, dass nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 Satz 1 des Gesetzes zur Durchf&uuml;hrung der gemeinsamen Marktorganisationen und der Direktzahlungen auf Abgaben zu Marktordnungszwecken die Vorschriften der Abgabenordnung entsprechend anzuwenden sind. Jedoch war im Streitfall die Abgabenfestsetzung nicht ausgesetzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zweifelhaft erscheint, ob &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 AO &uuml;berhaupt f&uuml;r F&auml;lle einer vom Abgabenpflichtigen beantragten Frist f&uuml;r das Nachreichen erforderlicher Nachweise vorgesehen ist und ob &#8211;was die Revision bezweifelt&#8211; nationale Festsetzungsfristen neben den speziellen Fristen, wie sie in der VO Nr.&nbsp;2670\/81 geregelt sind, angewendet werden k&ouml;nnen. Diese Fragen k&ouml;nnen allerdings im Streitfall offen bleiben. Jedenfalls kann in dem Schreiben des HZA vom 23.&nbsp;Januar 2004 aus der insoweit ma&szlig;geblichen Sicht eines objektiven Empf&auml;ngers keine Aussetzung der Abgabenfestsetzung gesehen werden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Aussetzung der Abgabenfestsetzung nach &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 AO geschieht durch einen im Ermessen der Finanzbeh&ouml;rde stehenden Verwaltungsakt, der dementsprechend zu begr&uuml;nden und mit einer Rechtsbehelfsbelehrung zu versehen ist bzw. versehen sein sollte (&sect;&sect;&nbsp;121, 356 AO). Solche Bestandteile, die h&auml;tten erkennen lassen, das HZA habe eine Regelung durch Verwaltungsakt treffen wollen, enth&auml;lt das Schreiben des HZA vom 23.&nbsp;Januar 2004 nicht. Das HZA hat darin nichts weiter erkl&auml;rt, als dem mit Schreiben vom 22.&nbsp;Januar 2004 gestellten Antrag der Rechtsvorg&auml;ngerin auf Fristverl&auml;ngerung bis zur Entscheidung des FG Hamburg entsprechen zu wollen. Die Vorschrift des &sect;&nbsp;165 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 AO wird weder im Antragsschreiben der Rechtsvorg&auml;ngerin noch in der Antwort des HZA erw&auml;hnt. Im &Uuml;brigen hat das HZA weder in seiner Einspruchsentscheidung vom 1.&nbsp;Oktober 2007 noch in seinen an das FG gerichteten Schrifts&auml;tzen diese Vorschrift f&uuml;r sich reklamiert. Auch von einer Aussetzung der Abgabenfestsetzung war im Verwaltungs- und im finanzgerichtlichen Verfahren zu keinem Zeitpunkt die Rede. Wenn auch die ausdr&uuml;ckliche Nennung der Vorschrift und die Verwendung des Wortes &quot;Aussetzung&quot; im Einzelfall entbehrlich sein m&ouml;gen, so kann eine stillschweigende bzw. konkludente Aussetzung der Steuerfestsetzung gleichwohl nicht angenommen werden, wenn &#8211;wie im Streitfall&#8211; jegliche Hinweise und Andeutungen auf einen darauf gerichteten Willen und dessen erkennbare &Auml;u&szlig;erung fehlen (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 31.&nbsp;August 1977 II&nbsp;R&nbsp;27\/76, BFHE 123, 292, BStBl II 1978, 120).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die f&uuml;r den Streitfall ma&szlig;gebliche Nachweisfrist des Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;1 VO Nr.&nbsp;2670\/81 ist allerdings vom HZA mehrfach gem&auml;&szlig; Unterabs.&nbsp;2 der Vorschrift verl&auml;ngert worden, was nach Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;3 VO Nr.&nbsp;2670\/81 zu einer entsprechenden Verl&auml;ngerung der Festsetzungsfrist des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2 VO&nbsp;Nr.&nbsp;2670\/81 f&uuml;hrte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die von der Revision vertretene Ansicht, die Nachweisfrist k&ouml;nne nur durch Festlegung eines kalenderm&auml;&szlig;ig bestimmten Datums verl&auml;ngert werden, gibt Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;2 VO&nbsp;Nr.&nbsp;2670\/81 keinen Anhalt. Ein kalenderm&auml;&szlig;ig bestimm<span style=\"text-decoration:underline\">bares<\/span> Datum &#8211;wie im Streitfall der Zeitpunkt der Rechtskraft des Urteils des FG Hamburg vom 24.&nbsp;Februar 2006 IV&nbsp;357\/02&#8211; ist ebenfalls zul&auml;ssig. Au&szlig;erdem ist im Streitfall zu ber&uuml;cksichtigen, dass das Nachreichen des Ausfuhrnachweises seinerzeit noch m&ouml;glich schien, weil die Rechtsvorg&auml;ngerin wegen der nachtr&auml;glich zu erteilenden Ausgangsbest&auml;tigung einen Rechtsstreit f&uuml;hrte, auf dessen Fortgang sie keinen Einfluss hatte, so dass das HZA zum damaligen Zeitpunkt eine zeitweise Hinderung der Nachweiserbringung wegen h&ouml;herer Gewalt annehmen durfte und deshalb nach Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Unterabs.&nbsp;3 VO&nbsp;Nr.&nbsp;2670\/81 die Ma&szlig;nahmen zu ergreifen hatte, &quot;die aufgrund der vom Beteiligten geltend gemachten Umst&auml;nde notwendig&quot; waren. Es ist daher rechtlich nicht zu beanstanden, dass das HZA wegen der seitens der Rechtsvorg&auml;ngerin geltend gemachten Umst&auml;nde eine Verl&auml;ngerung der Nachweisfrist &quot;bis zur endg&uuml;ltigen rechtsg&uuml;ltigen Entscheidung des FG Hamburg&quot; f&uuml;r notwendig hielt und der Rechtsvorg&auml;ngerin erteilte. Auch das seitens der Revision angef&uuml;hrte EuGH-Urteil British Sugar vom 10.&nbsp;Januar 2002 C-101\/99 (EU:C:2002:7, Zeitschrift f&uuml;r Z&ouml;lle und Verbrauchsteuern 2002, 161) steht einer solchen Fristverl&auml;ngerung nicht entgegen; die Verl&auml;ngerung der Nachweisfrist ist nicht Gegenstand jener Entscheidung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im &Uuml;brigen verh&auml;lt sich die Kl&auml;gerin treuwidrig, wenn sie nunmehr geltend macht, das HZA habe eine Fristverl&auml;ngerung in dieser Form nicht gew&auml;hren d&uuml;rfen, die in eben dieser Form von ihrer Rechtsvorg&auml;ngerin beantragt worden war. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die in dieser Form sowohl beantragte als auch gew&auml;hrte Fristverl&auml;ngerung war schlie&szlig;lich von einer Mitwirkung der Kl&auml;gerin bzw. ihrer Rechtsvorg&auml;ngerin insoweit abh&auml;ngig, als das HZA, das an dem Rechtsstreit vor dem FG Hamburg nicht beteiligt war, &uuml;ber dessen Ausgang unterrichtet werden musste, was dem HZA von der Rechtsvorg&auml;ngerin zugesagt worden war und auch im letzten Satz des HZA-Schreibens vom 23.&nbsp;Januar 2004 deutlich zum Ausdruck kam. Dieser Mitwirkungspflicht ist weder die Rechtsvorg&auml;ngerin noch die Kl&auml;gerin nachgekommen, was zur Folge hatte, dass das HZA sich beim HZA Y &uuml;ber den Stand des Verfahrens erkundigen musste. Die Kl&auml;gerin muss es daher &#8211;ebenfalls nach dem Grundsatz von Treu und Glauben&#8211; gegen sich gelten lassen, dass die ihr bzw. der Rechtsvorg&auml;ngerin gew&auml;hrte Fristverl&auml;ngerung erst am 12.&nbsp;M&auml;rz 2007 endete, als das HZA vom HZA Y &uuml;ber den Ausgang des Beschwerdeverfahrens beim BFH informiert worden war. Mit dem Bescheid des HZA vom 15.&nbsp;M&auml;rz 2007 ist die Binnenmarktabgabe somit rechtzeitig festgesetzt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.9.2016, VII R 8\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.200916.VIIR8.15.0 Marktordnungsrecht: Festsetzung der Binnenmarktabgabe f&uuml;r C-Zucker Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts des Landes Sachsen-Anhalt vom 17. September 2014&nbsp;&nbsp;2 K 1444\/07 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.&nbsp;&nbsp; Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Die Rechtsvorg&auml;ngerin der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vii-r-8-15-marktordnungsrecht-festsetzung-der-binnenmarktabgabe-fuer-c-zucker\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VII&nbsp;R&nbsp;8\/15 &#8211; Marktordnungsrecht: Festsetzung der Binnenmarktabgabe f&uuml;r C-Zucker<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66313","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66313"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66313\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}