{"id":66317,"date":"2017-01-18T12:33:21","date_gmt":"2017-01-18T10:33:21","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66317"},"modified":"2017-01-18T12:33:21","modified_gmt":"2017-01-18T10:33:21","slug":"iii-r-62-11-keine-beruecksichtigung-von-aufwendungen-fuer-einen-mit-bueromoebeln-und-einer-kuechenzeile-ausgestatteten-raum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-62-11-keine-beruecksichtigung-von-aufwendungen-fuer-einen-mit-bueromoebeln-und-einer-kuechenzeile-ausgestatteten-raum\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;62\/11 &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r einen mit B&uuml;rom&ouml;beln und einer K&uuml;chenzeile ausgestatteten Raum"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2016, III R 62\/11<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.080916.IIIR62.11.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Keine Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r einen mit B&uuml;rom&ouml;beln und einer K&uuml;chenzeile ausgestatteten Raum<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen f&uuml;r einen in die h&auml;usliche Sph&auml;re eingebundenen Raum, der sowohl zur Erzielung von Einnahmen als auch zu privaten Wohnzwecken eingerichtet ist und entsprechend genutzt wird, k&ouml;nnen weder insgesamt noch anteilig als Betriebsausgaben ber&uuml;cksichtigt werden (Anschluss an den Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 27. Juli 2015 Grs 1\/14, BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Ein mit B&uuml;rom&ouml;beln und einer K&uuml;chenzeile ausgestatteter Raum, der ausschlie&szlig;lich &uuml;ber einen dem Privatbereich zugeh&ouml;rigen Flur zug&auml;nglich ist, verf&uuml;gt &uuml;ber kein betriebsst&auml;tten&auml;hnliches Gepr&auml;ge. <\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Kl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 25. August 2010&nbsp;&nbsp;2 K 2331\/09 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der im Veranlagungszeitraum 2007 noch nicht verheiratete Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) ist Steuerfachwirt. Er betrieb ein gewerbliches B&uuml;ro f&uuml;r Buchf&uuml;hrungs- und Schreibarbeiten. Seinen hieraus erzielten Gewinn ermittelte er nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;3 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der f&uuml;r das Streitjahr 2007 ma&szlig;geblichen Fassung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger wohnte im Streitjahr in einem rd. 73&nbsp;qm gro&szlig;en angemieteten Zwei-Zimmerapartment mit teilweise offener Bauweise. Das r&auml;umlich abgeschlossene Schlafzimmer umfasste 17,7&nbsp;qm, der in dem Grundriss der Wohnung als Wohnzimmer ausgewiesene Raumteil 38&nbsp;qm. Den letztgenannten Bereich, der nach den Angaben des Kl&auml;gers mit zwei Schreibtischen, zwei Computern, Regalschr&auml;nken, zwei Tischrechnern, zwei Druckern, einer Telefonanlage sowie einem Faxger&auml;t ausgestattet war, nutzte er f&uuml;r seine gewerbliche T&auml;tigkeit. Die K&uuml;che mit einer Gr&ouml;&szlig;e von rd. 3,6&nbsp;qm ragte in offener Bauweise in diesen als B&uuml;ro genutzten Bereich hinein. Die restliche Wohnfl&auml;che entfiel insbesondere auf den Flur (2,7&nbsp;qm) und das Badezimmer (8,3&nbsp;qm). Au&szlig;erhalb seiner Wohnung unterhielt der Kl&auml;ger keinen betrieblich genutzten Raum.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Gewinnermittlung f&uuml;r 2007 brachte der Kl&auml;ger die anteilige Miete und Nebenkosten in H&ouml;he von 3.393,12&nbsp;EUR f&uuml;r den von ihm als B&uuml;ro genutzten Bereich als Betriebsausgaben zum Abzug. Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) erkannte diese Aufwendungen nicht als Betriebsausgaben an. Der hiergegen eingelegte Einspruch hatte keinen Erfolg (Einspruchsentscheidung vom 11.&nbsp;September 2009).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die dagegen erhobene Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2011, 1961 ver&ouml;ffentlichten Urteil als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt der Kl&auml;ger die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 25.&nbsp;August 2010&nbsp;&nbsp;2&nbsp;K&nbsp;2331\/09 aufzuheben und den angefochtenen Einkommensteuerbescheid 2007 dahingehend abzu&auml;ndern, dass weitere Betriebsausgaben in H&ouml;he von 3.393,12&nbsp;EUR bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus Gewerbebetrieb ber&uuml;cksichtigt werden und die Einkommensteuer dementsprechend herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 25.&nbsp;August 2014 hat der Bundesfinanzhof (BFH) das Ruhen des Verfahrens bis zur Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH in der Rechtssache GrS&nbsp;1\/14 angeordnet. Der Gro&szlig;e Senat des BFH hat mit Beschluss vom 27.&nbsp;Juli 2015 GrS&nbsp;1\/14 (BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265) &uuml;ber die vorgelegten Rechtsfragen entschieden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Klage zu Recht abgewiesen; das Urteil entspricht dem Bundesrecht (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1&nbsp;FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1.&nbsp;Das FG hat im Ergebnis zutreffend entschieden, dass die Aufwendungen f&uuml;r den vom Kl&auml;ger als B&uuml;ro genutzten Bereich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;1&nbsp;EStG nicht als Betriebsausgaben abziehbar sind, da er den Raum im Streitjahr sowohl zur Erzielung von Eink&uuml;nften als auch &#8211;in mehr als nur untergeordnetem Umfang&#8211; zu privaten Zwecken genutzt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG legte seinem Urteil den im Zeitpunkt der Entscheidung geltenden &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b&nbsp;EStG i.d.F. des Steuer&auml;nderungsgesetzes 2007 vom 19.&nbsp;Juli&nbsp;2006 (BGBl I 2006, 1652) zugrunde. Der Senat hat indes die eingetretene Rechts&auml;nderung zu ber&uuml;cksichtigen (vgl. z.B. Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;118&nbsp;FGO Rz&nbsp;78, m.w.N.) und &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b&nbsp;EStG i.d.F. des Jahressteuergesetzes 2010 (JStG&nbsp;2010) vom 8.&nbsp;Dezember 2010 (BGBl I 2010, 1768) &#8211;der aktuellen Gesetzesfassung&#8211; anzuwenden, da gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;52 Abs.&nbsp;12 Satz&nbsp;9&nbsp;EStG i.d.F. des JStG 2010 die Neuregelung erstmals ab dem Veranlagungszeitraum 2007 anzuwenden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2.&nbsp;Nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;1&nbsp;EStG d&uuml;rfen Aufwendungen f&uuml;r ein h&auml;usliches Arbeitszimmer sowie die Kosten der Ausstattung den Gewinn nicht mindern. Dies gilt nicht, wenn f&uuml;r die betriebliche oder berufliche T&auml;tigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verf&uuml;gung steht (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;2 EStG). In diesem Fall wird die H&ouml;he der abziehbaren Aufwendungen auf 1.250&nbsp;EUR begrenzt; die Beschr&auml;nkung der H&ouml;he nach gilt nicht, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Bet&auml;tigung bildet (&sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;3&nbsp;EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a)&nbsp;H&auml;usliches Arbeitszimmer i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b&nbsp;EStG ist ein Raum, der seiner Ausstattung nach der Erzielung von Einnahmen dient und ausschlie&szlig;lich oder nahezu ausschlie&szlig;lich zur Erzielung von Eink&uuml;nften genutzt wird. Ein h&auml;usliches Arbeitszimmer ist seiner Lage, Funktion und Ausstattung nach in die h&auml;usliche Sph&auml;re des Steuerpflichtigen eingebunden und dient vorwiegend der Erledigung gedanklicher, schriftlicher, verwaltungstechnischer oder -organisatorischer Arbeiten. Ein solcher Raum ist typischerweise mit B&uuml;rom&ouml;beln eingerichtet, wobei der Schreibtisch regelm&auml;&szlig;ig das zentrale M&ouml;belst&uuml;ck ist (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265, Rz&nbsp;62&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b)&nbsp;Die Abzugsbeschr&auml;nkung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b&nbsp;EStG gilt dagegen nicht, wenn der innerhalb des privaten Wohnbereichs betrieblich genutzte Raum des Steuerpflichtigen &uuml;ber ein betriebsst&auml;tten&auml;hnliches Gepr&auml;ge verf&uuml;gt (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 15.&nbsp;Oktober&nbsp;2014 VIII&nbsp;R&nbsp;8\/11, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2015, 914, Rz&nbsp;25&nbsp;ff., m.w.N.). Aufwendungen f&uuml;r solche betrieblich genutzten R&auml;ume k&ouml;nnen vielmehr unbeschr&auml;nkt als Betriebsausgaben gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4&nbsp;EStG abziehbar sein, wenn sich der betriebliche Charakter des Raums und dessen Nutzung anhand objektiver Kriterien feststellen lassen. Der f&uuml;r die Abzugsbeschr&auml;nkung in &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b EStG ma&szlig;gebliche Grund der nicht auszuschlie&szlig;enden privaten Mitbenutzung gilt f&uuml;r diese R&auml;ume nicht. Denn bereits aus ihrer Ausstattung (z.B. als Werkstatt) und\/oder wegen ihrer Zug&auml;nglichkeit durch dritte Personen l&auml;sst sich eine private Mitbenutzung ausschlie&szlig;en (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265, Rz&nbsp;65, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3.&nbsp;Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben hat das FG zu Recht den als B&uuml;ro genutzten Bereich nicht als betriebsst&auml;tten&auml;hnlichen Raum qualifiziert und zutreffend keine unbeschr&auml;nkte Abzugsm&ouml;glichkeit der geltend gemachten Aufwendungen angenommen. Denn nach den f&uuml;r den Senat bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2&nbsp;FGO) ist der streitgegenst&auml;ndliche Bereich weder einem betriebsst&auml;tten&auml;hnlichen Raum vergleichbar ausgestattet (z.B. Notfallpraxis, Tonstudio, Werkstatt) noch in der erforderlichen Weise f&uuml;r den Publikumsverkehr ge&ouml;ffnet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine betriebsst&auml;tten&auml;hnliche Ausstattung ist nicht festgestellt. Der von dem Kl&auml;ger f&uuml;r die Arbeitst&auml;tigkeit genutzte Bereich ist vielmehr nach Art eines h&auml;uslichen Arbeitszimmers mit B&uuml;rom&ouml;beln eingerichtet und weist auch ansonsten keine f&uuml;r eine Betriebsst&auml;tte typische Einrichtung auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auch das Vorbringen des Kl&auml;gers, in dem als B&uuml;ro genutzten Bereich h&auml;tten Besprechungen mit Auftraggebern und Kunden stattgefunden, f&uuml;hrt zu keiner anderen Beurteilung. Denn ausweislich des vom FG in Bezug genommenen Grundrisses mussten Kunden oder Auftraggeber des Kl&auml;gers nach dem Betreten der Wohnung zun&auml;chst den Flur, der auch den Zugang zu den privaten R&auml;umlichkeiten (z.B. Schlafzimmer und Badezimmer) erm&ouml;glicht, durchqueren, um in den als B&uuml;ro genutzten Bereich zu gelangen. Damit fehlt es an der nach au&szlig;en erkennbaren Widmung der R&auml;umlichkeit f&uuml;r den Publikumsverkehr und deren leichter Zug&auml;nglichkeit f&uuml;r dritte Personen (vgl. z.B. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;November 2003 IV&nbsp;R&nbsp;3\/02, BFHE 205, 46, BStBl II 2005, 203, unter 2., Notfallpraxis).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4.&nbsp;Zutreffend ist das FG in der Vorentscheidung auch davon ausgegangen, dass die anteiligen Kosten f&uuml;r den in dem Grundriss als Wohnzimmer ausgewiesenen Bereich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b Satz&nbsp;1&nbsp;EStG insgesamt nicht abziehbar sind. Denn der Kl&auml;ger hat den (u.a. mit B&uuml;rom&ouml;beln und einer K&uuml;chenzeile ausgestatteten) Raum &#8211;nach den f&uuml;r den Senat bindenden tats&auml;chlichen Feststellungen des FG (vgl. &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2&nbsp;FGO)&#8211; nicht (nahezu) ausschlie&szlig;lich zur Erzielung von Eink&uuml;nften, sondern vielmehr auch in mehr als nur untergeordnetem Umfang zu privaten Wohnzwecken genutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die ausschlie&szlig;liche oder nahezu ausschlie&szlig;liche Nutzung des Raums zur Erzielung von Einnahmen geh&ouml;rt zum Inhalt des Tatbestandsmerkmals &quot;h&auml;usliches Arbeitszimmer&quot; i.S. des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;6b&nbsp;EStG, sodass ein Abzug anteiliger Aufwendungen f&uuml;r gemischt genutzte Zimmer ausscheidet (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265, Rz&nbsp;68). Dies gilt auch f&uuml;r Zimmer, die &#8211;wie vorliegend&#8211; r&auml;umlich sowohl zur Erzielung von Einnahmen als auch zu privaten Wohnzwecken eingerichtet und entsprechend genutzt werden. Zur Vermeidung von Wiederholungen wird insoweit auf die Entscheidungsgr&uuml;nde in dem Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 251, 408, BStBl II 2016, 265, Rz&nbsp;69 und die BFH-Urteile jeweils vom 22.&nbsp;M&auml;rz 2016 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/12 (BFHE 254, 1, Rz&nbsp;25) und VIII&nbsp;R&nbsp;24\/12 (BFHE 254, 7, Rz&nbsp;21&nbsp;f.) Bezug genommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5.&nbsp;Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2&nbsp;FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2016, III R 62\/11ECLI:DE:BFH:2016:U.080916.IIIR62.11.0 Keine Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r einen mit B&uuml;rom&ouml;beln und einer K&uuml;chenzeile ausgestatteten Raum Leits&auml;tze 1. Aufwendungen f&uuml;r einen in die h&auml;usliche Sph&auml;re eingebundenen Raum, der sowohl zur Erzielung von Einnahmen als auch zu privaten Wohnzwecken eingerichtet ist und entsprechend genutzt wird, k&ouml;nnen weder insgesamt noch anteilig als Betriebsausgaben &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-62-11-keine-beruecksichtigung-von-aufwendungen-fuer-einen-mit-bueromoebeln-und-einer-kuechenzeile-ausgestatteten-raum\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;62\/11 &#8211; Keine Ber&uuml;cksichtigung von Aufwendungen f&uuml;r einen mit B&uuml;rom&ouml;beln und einer K&uuml;chenzeile ausgestatteten Raum<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66317","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66317"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66317\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}