{"id":66318,"date":"2017-01-18T12:33:18","date_gmt":"2017-01-18T10:33:18","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66318"},"modified":"2017-01-18T12:33:18","modified_gmt":"2017-01-18T10:33:18","slug":"iii-r-27-15-berufsausbildung-durch-berufsbegleitendes-studium-beim-kindergeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-27-15-berufsausbildung-durch-berufsbegleitendes-studium-beim-kindergeld\/","title":{"rendered":"III&nbsp;R&nbsp;27\/15 &#8211; Berufsausbildung durch berufsbegleitendes Studium beim Kindergeld"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2016, III R 27\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.080916.IIIR27.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Berufsausbildung durch berufsbegleitendes Studium beim Kindergeld<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Ein Kind wird auch dann f&uuml;r einen Beruf ausgebildet, wenn es neben seiner Erwerbst&auml;tigkeit ein Studium ernsthaft und nachhaltig betreibt. <\/p>\n<\/p>\n<p>2. Das Tatbestandsmerkmal einer Berufsausbildung i.S. von &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG enth&auml;lt kein einschr&auml;nkendes Erfordernis eines zeitlichen Mindestumfangs von Ausbildungsma&szlig;nahmen. Die Grunds&auml;tze, die der BFH f&uuml;r die Anerkennung eines Sprachschulunterrichts im Rahmen eines Au-Pair-Aufenthalts als Berufsausbildung aufgestellt hat, finden im Hinblick auf eine im Inland absolvierte Schul- oder Universit&auml;tsausbildung keine Anwendung. <\/p>\n<\/p>\n<p>3. Mehraktige Ausbildungsma&szlig;nahmen sind Teil einer einheitlichen Erstausbildung, wenn sie zeitlich und inhaltlich so aufeinander abgestimmt sind, dass die Ausbildung nach Erreichen des ersten Abschlusses fortgesetzt werden soll und das angestrebte Berufsziel erst &uuml;ber den weiterf&uuml;hrenden Abschluss erreicht werden kann (Anschluss an BFH-Urteile vom 3. Juli 2014 III R 52\/13, BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz 25 f., und vom 16. Juni 2015 XI R 1\/14, BFH\/NV 2015, 1378, Rz 27). <\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 11. November 2015&nbsp;&nbsp;3 K 3221\/15 in vollem Umfang sowie der Kindergeldablehnungsbescheid vom 26. Februar 2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 2. Juli 2015, soweit der Zeitraum Juni 2013 bis September 2014 betroffen ist, aufgehoben. <\/p>\n<\/p>\n<p>Die Beklagte wird verpflichtet, Kindergeld f&uuml;r den Zeitraum Juni 2013 bis September 2014 f&uuml;r die Tochter der Kl&auml;gerin in gesetzlicher H&ouml;he festzusetzen. <\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Klageverfahrens, soweit der Zeitraum September 2012 bis Mai 2013 betroffen ist, hat die Kl&auml;gerin, im &Uuml;brigen die Beklagte zu tragen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Kindergeldanspruch f&uuml;r die Tochter der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) f&uuml;r die Zeit von Juni 2013 bis September 2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die im Juli 1990 geborene Tochter der Kl&auml;gerin (L) wurde nach ihrem Realschulabschluss in der Zeit vom 1.&nbsp;Oktober 2007 bis 30.&nbsp;September 2010 an der S-Schule zur Physiotherapeutin ausgebildet. Am 1.&nbsp;Oktober 2010 erhielt sie die Erlaubnis zur F&uuml;hrung der Berufsbezeichnung &quot;Physiotherapeutin&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bereits im Mai 2010 hatte L eine Zusage zum Besuch einer Fachoberschule, Fachrichtung Sozialwesen, die sie von August 2010 bis Juni 2011 besuchte und mit dem Zeugnis der Fachhochschulreife abschloss. Im Juli 2011 erhielt sie die Zulassung der Hochschule X zum zulassungsbeschr&auml;nkten Studiengang &quot;Physiotherapie Dual&quot; f&uuml;r das Wintersemester 2011\/2012 und wurde dort im September 2011 immatrikuliert. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Hochschule X f&uuml;hrte ab Wintersemester 2010\/2011 einen neu strukturierten Studiengang &quot;Bachelor of Science Physiotherapie&quot; ein. Der Fachbereichsrat beschloss im Mai 2011 die Studien- und Pr&uuml;fungsordnung f&uuml;r den Bachelor-Studiengang &quot;Physiotherapie mit dem Profil Pr&auml;ventions- und Rehabilitationssport (dual)&quot;. Zulassungsvoraussetzung war die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Studium war wie folgt aufgebaut: Die Regelstudienzeit des Studiums umfasste 9&nbsp;Semester. Die duale Phase der ersten 6&nbsp;Semester (3&nbsp;Jahre) bestand aus einer (externen) Ausbildung an einer staatlich anerkannten Berufsfachschule f&uuml;r Physiotherapie mit theoretischem und praktischem Unterricht zum staatlich anerkannten Physiotherapeuten. Parallel wurde an der Hochschule in jedem Semester ein Basismodul von 5&nbsp;Semesterwochenstunden unterrichtet. Dieser akademische Unterricht fand &#8211;mit R&uuml;cksicht auf die externe Ausbildung&#8211; ausschlie&szlig;lich in Bl&ouml;cken, je nach Art der Lehrveranstaltung, pro Semester an 3&nbsp;bis 5&nbsp;Wochenenden statt (in der Zeit von Freitag ab 15&nbsp;Uhr bis Sonntag 18&nbsp;Uhr). Am Ende des 6.&nbsp;Semesters erwarben die Studierenden extern den Abschluss als staatlich anerkannter Physiotherapeut. Vom 7.&nbsp;bis 9.&nbsp;Semester folgte eine &quot;Pr&auml;senzphase&quot;. Im 7.&nbsp;und 8.&nbsp;Semester waren jeweils sechs Module zu absolvieren, im 9.&nbsp;drei sowie eine Bachelorarbeit. Nach erfolgreichem Studium wurde der akademische Grad eines &quot;B. Sc. Physiotherapie&quot; verliehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Studierende, die &#8211;wie die Tochter der Kl&auml;gerin&#8211; bereits vor Aufnahme dieses Studiengangs die Ausbildung als Physiotherapeut(in) erfolgreich abgeschlossen hatten, erhielten diese angerechnet. Sie hatten daher in den ersten sechs Semestern nur jeweils ein Modul (f&uuml;nf Semesterwochenstunden ausschlie&szlig;lich in Wochenendbl&ouml;cken nebst Vor- und Nachbereitung im Eigenstudium) zu belegen; im &Uuml;brigen hatten sie frei. Der Studiengang war in den ersten sechs Semestern nach seiner Konzeption ein dualer und kein berufsbegleitender, wurde jedoch f&uuml;r die Studieninteressenten mit bereits abgeschlossener Berufsausbildung ge&ouml;ffnet und daher f&uuml;r diese faktisch in den ersten sechs Semestern berufs- (oder freizeit-)begleitend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>L arbeitete neben ihrem Studium im Streitzeitraum 30&nbsp;Stunden pro Woche als angestellte Physiotherapeutin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beklagte und Revisionsbeklagte (Familienkasse) lehnte mit Bescheid vom 26.&nbsp;Februar 2015 das Kindergeld u.a. f&uuml;r den Streitzeitraum ab. Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) f&uuml;hrte nach teilweise zur&uuml;ckgenommener Klage f&uuml;r den noch verbliebenen streitigen Zeitraum zur Begr&uuml;ndung aus, dass das Studium zwar eine (mehraktige) Erstausbildung darstelle, es sich aber aufgrund des zeitlichen Umfangs der Ausbildung (5&nbsp;Semesterwochenstunden) jedenfalls in Zusammenschau mit ihrer zeitlichen Verteilung (nur Wochenendbl&ouml;cke) nicht um eine Ausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a des Einkommensteuergesetzes (EStG) handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen dieses Urteil wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision. Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt sie vor, das FG sei rechtsfehlerhaft davon ausgegangen, dass im Streitzeitraum keine Berufsausbildung vorliege, weil der zeitliche Umfang der Ausbildung zu gering sei. Die Tochter habe ihre Ausbildung nach Ma&szlig;gabe des vorgesehenen Umfangs ernsthaft und nachhaltig betrieben. Dar&uuml;ber hinaus m&uuml;ssten noch Vor- und Nachbereitungen hinzugerechnet werden, die mindestens f&uuml;nf weitere Stunden ausmachten. Der Wegfall der Einkommensobergrenze rechtfertige zudem keine Bezugnahme auf eine Untergrenze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Familienkasse unter Aufhebung des Bescheids vom 26.&nbsp;Februar 2015 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 2.&nbsp;Juli 2015 zu verpflichten, f&uuml;r das Kind L f&uuml;r den Zeitraum Juni 2013 bis September 2014 Kindergeld zu gew&auml;hren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Familienkasse beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet; sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung und zur Stattgabe der Klage (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vorentscheidung ist aufzuheben. Denn L befand sich entgegen der Auffassung des FG im Streitzeitraum in Berufsausbildung und hatte eine erstmalige Berufsausbildung noch nicht abgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Ein Kind, das das 18.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat, wird gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG ber&uuml;cksichtigt, wenn es noch nicht das 25.&nbsp;Lebensjahr vollendet hat und f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird. Nach Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung oder eines Erststudiums wird ein Kind in den F&auml;llen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 EStG nur ber&uuml;cksichtigt, wenn es keiner Erwerbst&auml;tigkeit nachgeht (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG). Eine Erwerbst&auml;tigkeit mit bis zu 20&nbsp;Stunden regelm&auml;&szlig;iger w&ouml;chentlicher Arbeitszeit, ein Ausbildungsdienstverh&auml;ltnis oder ein geringf&uuml;giges Besch&auml;ftigungsverh&auml;ltnis i.S. der &sect;&sect;&nbsp;8 und 8a des Vierten Buchs Sozialgesetzbuch sind unsch&auml;dlich (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) In Berufsausbildung befindet sich, wer &quot;sein Berufsziel&quot; noch nicht erreicht hat, sich aber ernsthaft und nachhaltig darauf vorbereitet (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 3.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;R&nbsp;52\/13, BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;29, m.w.N.). Dieser Vorbereitung dienen alle Ma&szlig;nahmen, bei denen Kenntnisse, F&auml;higkeiten und Erfahrungen erworben werden, die als Grundlagen f&uuml;r die Aus&uuml;bung des &quot;angestrebten&quot; Berufs geeignet sind (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 2.&nbsp;April 2009 III&nbsp;R&nbsp;85\/08, BFHE 224, 546, BStBl II 2010, 298, Rz&nbsp;9, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Bundesfinanzhof (BFH) erkennt damit an, dass von Verfassungs wegen ein weiter Entscheidungsspielraum bei der Gestaltung der Ausbildung besteht (BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Juni 1999 VI&nbsp;R&nbsp;33\/98, BFHE 189, 88, BStBl II 1999, 701). Die Ausbildungsma&szlig;nahme braucht Zeit und Arbeitskraft des Kindes nicht &uuml;berwiegend in Anspruch zu nehmen (Senatsurteil vom 24.&nbsp;Juni 2004 III&nbsp;R&nbsp;3\/03, BFHE 206, 413, BStBl II 2006, 294). Insoweit wird der Tatbestand der Berufsausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG auch nicht durch eine daneben ausge&uuml;bte Teilzeit- oder Vollzeiterwerbst&auml;tigkeit ausgeschlossen, wenn die Ausbildung ernsthaft und nachhaltig betrieben wird (Senatsurteil vom 21.&nbsp;Januar 2010 III&nbsp;R&nbsp;68\/08, BFH\/NV 2010, 872, Rz&nbsp;11, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen stellte das von L absolvierte Studium eine Berufsausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG dar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Streitfall war die Erlangung des akademischen Grads eines &quot;Bachelor of Science Physiotherapie&quot; das Ausbildungsziel von L. Das Studium vermittelte ihr auch in den ersten sechs Semestern aufgrund der vorgeschriebenen Basismodule Kenntnisse und F&auml;higkeiten, die Grundlage f&uuml;r ihr angestrebtes Ausbildungsziel waren. Zudem waren diese Basismodule Voraussetzung, um in die &quot;Pr&auml;senzphase&quot; der nachfolgenden Semester (7. bis 9.) und damit zu einem Studienabschluss zu gelangen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der Ansicht des FG scheitert die Annahme einer Berufsausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG nicht an dem geringen Umfang von durchschnittlich 5&nbsp;Semesterwochenstunden, die blockweise an einigen Wochenenden w&auml;hrend des Semesters durchgef&uuml;hrt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das Tatbestandsmerkmal der Berufsausbildung enth&auml;lt kein einschr&auml;nkendes Erfordernis eines zeitlichen Mindestumfangs von Ausbildungsma&szlig;nahmen. Entscheidend ist vielmehr, dass es sich um Ausbildungsma&szlig;nahmen handelt, die als Grundlage f&uuml;r den angestrebten Beruf geeignet sind. Daher k&ouml;nnen die konkreten beruflichen Pl&auml;ne eines Kindes die W&uuml;rdigung von T&auml;tigkeiten beeinflussen, deren Ausbildungscharakter zweifelhaft ist (Senatsurteil vom 8.&nbsp;Mai 2015 III&nbsp;R&nbsp;41\/13, BFHE 245, 237, BStBl II 2014, 717, Rz&nbsp;17). Dar&uuml;ber hinaus kann die Beurteilung als Berufsausbildung entfallen, wenn eine ernsthafte und nachhaltige Vorbereitung auf das Erreichen eines bestimmten Berufsziels unterbleibt. Auch die Art der Ausbildungsma&szlig;nahme kann ein Abgrenzungskriterium sein. So kann bei einem Sprachunterricht im Ausland im Hinblick auf die dann erforderliche Abgrenzung zu Urlaubsaufenthalten von einer Berufsausbildung regelm&auml;&szlig;ig nur dann ausgegangen werden, wenn das Kind an einem theoretisch-systematischen Sprachunterricht mit grunds&auml;tzlich mindestens zehn Wochenstunden teilnimmt (BFH-Urteil in BFHE 189, 88, BStBl II 1999, 701). Ist hingegen der Auslandaufenthalt von einer Ausbildungs- oder Pr&uuml;fungsordnung zwingend vorgeschrieben oder dient er dazu, ein gutes Ergebnis in einem f&uuml;r die Zulassung zum angestrebten Studium oder zu einer anderweitigen Ausbildung erforderlichen Fremdsprachentest (z.B. TOEFL oder IELTS) zu erlangen, kann ein Sprachaufenthalt auch dann als Berufsausbildung anerkannt werden, wenn der Unterricht weniger als zehn Wochenstunden umfasst (Senatsurteil in BFHE 245, 237, BStBl II 2014, 717, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Grunds&auml;tze, die der BFH f&uuml;r die Anerkennung eines Sprachschulunterrichts im Rahmen eines Au-pair-Aufenthalts als Berufsausbildung aufgestellt hat, f&uuml;hren ebenfalls zu keiner Mindestgrenze f&uuml;r eine im Inland absolvierte Schul- oder Universit&auml;tsausbildung (Senatsurteil vom 18.&nbsp;M&auml;rz 2009 III&nbsp;R&nbsp;26\/06, BFHE 225, 331, BStBl II 2010, 296, Rz&nbsp;13). Denn anders als bei einem Sprachunterricht im Ausland, ist bei einer Schul-, Universit&auml;tsausbildung oder einer sonstigen &quot;klassischen&quot; Ausbildung regelm&auml;&szlig;ig eine Abgrenzung zur &quot;reinen Freizeitgestaltung oder zum blo&szlig;en M&uuml;&szlig;iggang&quot; (FG M&uuml;nchen, Urteil vom 18.&nbsp;August 2010&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;2169\/09, Rz&nbsp;16) oder zu &quot;l&auml;ngeren Urlauben oder sonstigen Auslandsaufenthalten, etwa zur Pers&ouml;nlichkeitsbildung&quot; (BFH-Urteil vom 26.&nbsp;Oktober 2012 VI&nbsp;R&nbsp;102\/10, BFH\/NV 2013, 366, Rz&nbsp;14) nicht erforderlich. Dementsprechend hat der Senat einen Mindestumfang f&uuml;r die Ausbildungsma&szlig;nahmen beispielsweise f&uuml;r die Vorbereitung auf ein Abitur f&uuml;r Nichtsch&uuml;ler nicht als notwendig angesehen (vgl. Senatsurteil in BFHE 224, 546, BStBl II 2010, 298). Dar&uuml;ber hinaus sollen nach dem Wegfall des Grenzbetrags in &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG a.F. auch &quot;Ausbildungsg&auml;nge (zum Beispiel Abendschulen, Fernstudium), die neben einer (Vollzeit-)Erwerbst&auml;tigkeit ohne eine vorhergehende Berufsausbildung durchgef&uuml;hrt werden&quot;, beg&uuml;nstigt werden (Gesetzesbegr&uuml;ndung zu der ab 1.&nbsp;Januar 2012 geltenden Neufassung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 ff. EStG &#8211;Steuervereinfachungsgesetz 2011 vom 1.&nbsp;November 2011, BGBl I 2011, 2131, BStBl I 2011, 986&#8211;, BTDrucks&nbsp;17\/5125, S.&nbsp;1, 41).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Soweit allerdings Anhaltspunkte daf&uuml;r bestehen, dass das Kind seinem gew&auml;hlten Ausbildungsgang nicht ernsthaft und hinreichend nachgeht, indem etwa nur eine &quot;Pro-forma-Immatrikulation&quot; besteht, d&uuml;rfte eine Berufsausbildung nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG regelm&auml;&szlig;ig ausgeschlossen sein. Eine strenge Pr&uuml;fung der Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit der Ausbildungsbem&uuml;hungen tr&auml;gt dazu bei, Missbrauch zu vermeiden (Senatsurteil in BFHE 246, 427, BStBl&nbsp;II 2015, 152, Rz&nbsp;32), erfordert aber auch insoweit keine feste Mindestgrenze im Hinblick auf den zeitlichen Umfang einer Ausbildungsma&szlig;nahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass L ihr Studium nicht nachhaltig und ernsthaft betrieben hat, hat das FG nicht festgestellt. Das FG hat vielmehr ausgef&uuml;hrt, dass sich L mittlerweile im 8.&nbsp;Fachsemester (2015) befand. Somit ist davon auszugehen, dass sie ihrem Studium ernsthaft und hinreichend nachgegangen ist (vgl. Senatsurteil in BFHE 224, 546, BStBl&nbsp;II 2010, 298, Rz&nbsp;12).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Anspruch auf Kindergeld ist auch nicht wegen der Erwerbst&auml;tigkeit der L in einem Umfang von 30&nbsp;Wochenstunden im Streitzeitraum ausgeschlossen. Denn L hatte in diesem Zeitraum noch keine erstmalige Berufsausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG abgeschlossen. Das Studium stellte vielmehr einen Teil der Erstausbildung dar. Mangels Abschlusses einer erstmaligen Berufsausbildung i.S. des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG war die Erwerbst&auml;tigkeit der L im Streitzeitraum nicht anspruchsausschlie&szlig;end. Eine Pr&uuml;fung des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 EStG entf&auml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Da es im Rahmen des &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG auf das angestrebte Berufsziel des Kindes ankommt, muss der Tatbestand &quot;Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung&quot; nicht bereits mit dem ersten (objektiv) berufsqualifizierenden Abschluss (z.B. in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang) erf&uuml;llt sein (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl&nbsp;II 2015, 152, Rz&nbsp;25&nbsp;ff.). Dies folgt u.a. aus einer gegen&uuml;ber &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a EStG (Kind, das &quot;f&uuml;r einen Beruf ausgebildet wird&quot;) engeren Auslegung des Berufsausbildungsbegriffs (BFH-Urteil vom 3.&nbsp;September 2015 VI&nbsp;R&nbsp;9\/15, BFHE 251, 10, BStBl II 2016, 166, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Frage, ob bereits der erste (objektiv) berufsqualifizierende Abschluss in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang zum Verbrauch der Erstausbildung f&uuml;hrt oder ob bei einer mehraktigen Ausbildung auch ein nachfolgender Abschluss in einem &ouml;ffentlich-rechtlich geordneten Ausbildungsgang Teil der Erstausbildung sein kann, ist nach nunmehr st&auml;ndiger Rechtsprechung darauf abzustellen, ob sich der erste Abschluss als integrativer Bestandteil eines einheitlichen Ausbildungsgangs darstellt (BFH-Urteile in BFHE 246, 427, BStBl&nbsp;II 2015, 152, Rz&nbsp;25; vom 15.&nbsp;April 2015 V&nbsp;R&nbsp;27\/14, BFHE 249, 500, Rz&nbsp;20; in BFH\/NV 2015, 1378, Rz&nbsp;26; in BFHE 251, 10, BStBl&nbsp;II 2016, 166, Rz&nbsp;16). Insoweit kommt es vor allem darauf an, ob die Ausbildungsabschnitte in einem engen sachlichen Zusammenhang (z.B. dieselbe Berufssparte, derselbe fachliche Bereich) zueinander stehen und in engem zeitlichen Zusammenhang durchgef&uuml;hrt werden. Hierf&uuml;r ist auch erforderlich, dass aufgrund objektiver Beweisanzeichen erkennbar wird, dass das Kind die f&uuml;r sein angestrebtes Berufsziel erforderliche Ausbildung nicht bereits mit dem ersten erlangten Abschluss beendet hat (BFH-Urteil in BFHE 246, 427, BStBl II 2015, 152, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach diesen Grunds&auml;tzen hat der erste berufsqualifizierende Abschluss zur Physiotherapeutin der L noch nicht zu einem &quot;Abschluss einer erstmaligen Berufsausbildung&quot; gef&uuml;hrt. Das Studium steht in einem engen zeitlichen und sachlichen Zusammenhang zur ersten berufsqualifizierenden Ma&szlig;nahme. Das von L angestrebte Berufsziel konnte im Streitfall nur &uuml;ber einen weiteren Abschluss &#8211;also eine weiterf&uuml;hrende Ausbildungsma&szlig;nahme im Rahmen einer mehraktigen Ausbildung&#8211; erreicht werden. Bereits w&auml;hrend ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin hatte sich L bei einer weiterf&uuml;hrenden Schule beworben, um die Fachhochschulreife zu erlangen, die wiederum Voraussetzung f&uuml;r das von ihr angestrebte Studium war. Das Studium schloss sich unmittelbar an die Schulausbildung an. Der erforderliche fachliche Zusammenhang ergibt sich schon daraus, dass sich die Ausbildungsg&auml;nge inhaltlich und schwerpunktm&auml;&szlig;ig auf denselben Fachbereich derselben Berufssparte bezogen und auf dasselbe Berufsfeld vorbereiteten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. L ist als Kind auch dann zu ber&uuml;cksichtigen, wenn sie aufgrund ihrer Erwerbst&auml;tigkeit m&ouml;glicherweise gegen&uuml;ber ihren Eltern &#8211;mangels Bed&uuml;rftigkeit&#8211; keinen Unterhaltsanspruch hatte, da eine typische Unterhaltssituation seitens der Eltern f&uuml;r den Kindergeldanspruch bei vollj&auml;hrigen Kindern nicht erforderlich ist (vgl. BFH-Urteile vom 17.&nbsp;Oktober 2013 III&nbsp;R&nbsp;22\/13, BFHE 243, 246, BStBl II 2014, 257, Rz&nbsp;15; vom 5.&nbsp;M&auml;rz 2014 XI&nbsp;R&nbsp;32\/13, BFH\/NV 2014, 1031, Rz&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da die Revision der Kl&auml;gerin Erfolg hat, kann auch die Kostenentscheidung des FG keinen Bestand haben. Aufgrund der Klager&uuml;cknahme f&uuml;r den Zeitraum September 2012 bis Mai 2013 im erstinstanzlichen Verfahren hat der Senat nach dem Grundsatz der Einheitlichkeit der Kostenentscheidung (vgl. Senatsurteil vom 13.&nbsp;April 2016 III&nbsp;R&nbsp;7\/13, BFH\/NV 2016, 1462, Rz&nbsp;24) &uuml;ber die Kosten des gesamten Verfahrens (Klageverfahren und Revisionsverfahren) zu entscheiden (&sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 FGO). F&uuml;r das Klageverfahren hat die Kl&auml;gerin, soweit sie die Klage zur&uuml;ckgenommen hat (&sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;2 FGO), die Kosten zu tragen, im &Uuml;brigen die Beklagte (&sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO). Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Beklagte zu tragen (&sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.9.2016, III R 27\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.080916.IIIR27.15.0 Berufsausbildung durch berufsbegleitendes Studium beim Kindergeld Leits&auml;tze 1. Ein Kind wird auch dann f&uuml;r einen Beruf ausgebildet, wenn es neben seiner Erwerbst&auml;tigkeit ein Studium ernsthaft und nachhaltig betreibt. 2. Das Tatbestandsmerkmal einer Berufsausbildung i.S. von &sect; 32 Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 Buchst. a EStG enth&auml;lt kein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iii-r-27-15-berufsausbildung-durch-berufsbegleitendes-studium-beim-kindergeld\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">III&nbsp;R&nbsp;27\/15 &#8211; Berufsausbildung durch berufsbegleitendes Studium beim Kindergeld<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66318","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66318","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66318"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66318\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66318"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66318"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66318"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}