{"id":66339,"date":"2017-01-18T12:50:52","date_gmt":"2017-01-18T10:50:52","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66339"},"modified":"2017-01-18T12:50:52","modified_gmt":"2017-01-18T10:50:52","slug":"x-r-31-14-irrige-beurteilung-als-voraussetzung-einen-steuerbescheid-gemaess-par-174-abs-4-ao-zu-aendern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-31-14-irrige-beurteilung-als-voraussetzung-einen-steuerbescheid-gemaess-par-174-abs-4-ao-zu-aendern\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;31\/14 &#8211; Irrige Beurteilung als Voraussetzung, einen Steuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 AO zu &auml;ndern"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.10.2016, X R 31\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.251016.XR31.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Irrige Beurteilung als Voraussetzung, einen Steuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 AO zu &auml;ndern<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Die &Auml;nderung eines Einkommensteuerbescheids gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 AO wegen der irrigen Beurteilung des Sachverhalts in einem anderen Bescheid, welcher auf Initiative des Steuerpflichtigen zu seinen Gunsten ge&auml;ndert wurde, ist nicht ausgeschlossen, wenn das FA bei Erlass des urspr&uuml;nglichen Bescheids wissentlich fehlerhaft gehandelt hat. Der Steuerpflichtige soll vielmehr im Falle seines Obsiegens mit einem gewissen Rechtsstandpunkt an dieser Auffassung festgehalten werden, soweit derselbe Sachverhalt zu beurteilen ist (Bekr&auml;ftigung der BFH-Rechtsprechung, vgl. Entscheidungen vom 21. Mai 2004 V B 30\/03, BFH\/NV 2004, 1497, und vom 10. Mai 2012 IV R 34\/09, BFHE 239, 485, BStBl II 2013, 471). <\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 2. April 2014&nbsp;&nbsp;2 K 1972\/12 aufgehoben. <\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen. <\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) erhielt im Jahr 2005 Kirchensteuererstattungen, die aus den Veranlagungszeitr&auml;umen 2000 bis 2003 resultieren. Mangels ausreichender in diesem Jahr gezahlter Kirchensteuer (vgl. Einkommensteuerbescheid 2005 vom 8.&nbsp;Februar 2007) entstand ein Erstattungs&uuml;berhang. Diesen verrechnete der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit der im Jahr 2004 gezahlten Kirchensteuer und &auml;nderte am 14.&nbsp;September 2009 nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) den Einkommensteuerbescheid 2004. Den danach noch verbleibenden Erstattungs&uuml;berhang verrechnete das FA mit den Kirchensteuerzahlungen des Veranlagungszeitraums 2003.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte mit der gegen den Einkommensteuerbescheid 2004 gerichteten Klage Erfolg. Das Finanzgericht (FG) entschied am 24.&nbsp;August 2011 in dem Rechtsstreit 2&nbsp;K&nbsp;1270\/10, Erstattungs&uuml;berh&auml;nge bei der Kirchensteuer k&ouml;nnten auch aus Vereinfachungsgr&uuml;nden nicht in das j&uuml;ngste Zahlungsjahr zur&uuml;ckgetragen werden, sondern seien dem jeweiligen Zahlungsjahr zuzuordnen. Damit waren im Veranlagungszeitraum 2004 nur noch Erstattungs&uuml;berh&auml;nge in H&ouml;he von 11.199,24&nbsp;EUR verrechenbar.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA &auml;nderte daraufhin am 13.&nbsp;Dezember 2011 den Einkommensteuerbescheid 2004 den Vorgaben des Urteils entsprechend. Die nunmehr nicht ber&uuml;cksichtigten Erstattungs&uuml;berh&auml;nge &uuml;bertrug das FA auf die weiteren Zahlungsjahre und &auml;nderte am 5.&nbsp;April 2012 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO die Einkommensteuerbescheide 2000 bis 2003 zu Ungunsten der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin war und ist der Auffassung, beim Erlass des ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheids 2004 am 14.&nbsp;September 2009 sei f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2000 bis 2003 bereits Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten gewesen. Eine &Auml;nderung sei nur bis zum Ablauf der Festsetzungsfrist f&uuml;r 2004 und damit bis zur Rechtskraft des Urteils im Herbst 2011 zul&auml;ssig gewesen. Ein Hinausschieben der durch ein r&uuml;ckwirkendes Ereignis ge&auml;nderten Festsetzungsfrist sei auch nicht durch Bezugnahme auf &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO m&ouml;glich, da diese Vorschrift im Streitfall nicht anwendbar sei, weil die fehlerhafte Erfassung des Sachverhalts nicht auf einer irrigen Beurteilung des FA beruht habe. Die &Auml;nderungspraxis des FA begegne tiefgreifenden verfassungsrechtlichen Bedenken, da die Einkommensteuerbescheide vielfach ge&auml;ndert worden seien, sie, die Kl&auml;gerin, jedoch einen Anspruch auf Rechtssicherheit habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage hatte Erfolg. Das FG urteilte, das FA habe die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Veranlagungszeitr&auml;ume 2000 bis 2003 am 5.&nbsp;April 2012 wegen der eingetretenen Festsetzungsverj&auml;hrung nicht &auml;ndern d&uuml;rfen (Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2014, 1159). Der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung zum 31.&nbsp;Dezember 2011 sei nicht durch &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO gehindert worden, da dessen Voraussetzungen mangels irriger Beurteilung des FA im Streitfall nicht erf&uuml;llt gewesen seien. Das FA habe trotz der ihm bekannten Rechtsprechung zur Frage der Ber&uuml;cksichtigung von Kirchensteuererstattungen in den Veranlagungszeitr&auml;umen ihrer Zahlung den Erstattungs&uuml;berhang des Jahres 2005 mit den Kirchensteuerzahlungen des Veranlagungszeitraumes 2004 verrechnet, obwohl es gewusst habe, dass seine Vorgehensweise nicht diesen Grunds&auml;tzen entspreche. Die fehlende Vereinbarkeit mit der geltenden Rechtslage ergebe sich auch aus der Verf&uuml;gung der Oberfinanzdirektion Koblenz (OFD) vom 11.&nbsp;April 2005 (S&nbsp;2221&nbsp;A&nbsp;&#8211;&nbsp;St&nbsp;32&nbsp;3), die sich in der Rechtsbehelfsakte wegen der Veranlagungszeitr&auml;ume 2000 bis 2003 befinde. Von der in der Verf&uuml;gung angeordneten L&ouml;sung f&uuml;r den Fall eines Antrags oder Rechtsbehelfs des Steuerpflichtigen habe das FA wissentlich keinen Gebrauch gemacht. Aufgrund des gesamten zeitlichen Ablaufes des Verfahrens sei der Rechtssicherheit f&uuml;r die Kl&auml;gerin Vorrang vor dem Prinzip einer folgerichtigen Umsetzung des von ihr erstrittenen Urteils einzur&auml;umen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA begr&uuml;ndet seine Revision mit der fehlerhaften Auslegung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO durch das FG. Die eine Korrektur nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO erm&ouml;glichende &Auml;nderung eines (anderen) Bescheids m&uuml;sse nach dem Gesetzeswortlaut lediglich durch einen Rechtsbehelf oder Antrag des Steuerpflichtigen ausgel&ouml;st worden sein (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 19.&nbsp;Mai 2005 IV&nbsp;R&nbsp;17\/02, BFHE 209, 384, BStBl II 2005, 637). Zweck der Vorschrift sei allein, nach antragsgem&auml;&szlig;er &Auml;nderung des Steuerbescheids ggf. unter Durchbrechung der Bestandskraft die in einem anderen Steuerbescheid gezogenen steuerlichen Folgerungen r&uuml;ckg&auml;ngig zu machen (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;April 2001 XI&nbsp;R&nbsp;59\/00, BFHE 195, 286, BStBl II 2001, 564), die sich als unzutreffend erwiesen h&auml;tten (so auch Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs einer Abgabenordnung, BTDrucks VI\/1982, S.&nbsp;153, 154; Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 10.&nbsp;November 1997 GrS&nbsp;1\/96, BFHE 184, 1, BStBl II 1998, 83).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das angefochtene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO sei im Streitfall nicht anwendbar, weil der unrichtigen Veranlagung keine irrige Beurteilung eines Sachverhaltes zugrunde gelegen habe. Das FA habe sich nicht in einem Irrtum befunden, sondern die durch die OFD vorgegebene L&ouml;sung wissentlich nicht angewendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Unrecht entschieden, das FA habe die Einkommensteuerbescheide 2000 bis 2003 nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO &auml;ndern d&uuml;rfen. Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO waren im Streitfall erf&uuml;llt (unter 1.). Der &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 2000 bis 2003 stand der Grundsatz von Treu und Glauben nicht entgegen (unter 2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO k&ouml;nnen, wenn aufgrund irriger Beurteilung eines bestimmten Sachverhalts ein Steuerbescheid ergangen ist, der aufgrund eines Rechtsbehelfs oder sonst auf Antrag des Steuerpflichtigen durch die Finanzbeh&ouml;rde zu seinen Gunsten aufgehoben oder ge&auml;ndert wird, aus dem Sachverhalt nachtr&auml;glich durch Erlass oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids die richtigen steuerlichen Folgerungen gezogen werden. Dies gilt auch dann, wenn der Steuerbescheid durch das Gericht aufgehoben oder ge&auml;ndert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der erkennende Senat hat bereits entschieden, dass &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO u.a. die M&ouml;glichkeit er&ouml;ffnet, Folgerungen aus einem bestimmten Sachverhalt, die zun&auml;chst nicht im &quot;richtigen&quot; Bescheid, sondern in einem anderen Verfahren gezogen worden sind, durch Erlass eines richtigen Bescheids nachzuholen (Senatsurteil vom 29.&nbsp;Juni 2005 X&nbsp;R&nbsp;38\/04, BFH\/NV 2005, 1751, unter 1.). Somit erfasst &sect;&nbsp;174 AO auch Sachverhalte wie den Streitfall, in denen die Finanzbeh&ouml;rde dar&uuml;ber irrt, in welchem Jahr die steuerrechtlichen Folgerungen aus einem bestimmten Sachverhalt zu ziehen sind (s. Senatsurteil in BFH\/NV 2005, 1751, unter 1.), hier die streitgegenst&auml;ndliche Frage, in welche Veranlagungszeitr&auml;ume der Erstattungs&uuml;berhang des Jahres 2005 zur&uuml;ckzutragen war. Hier&uuml;ber besteht zwischen den Beteiligten auch Einigkeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nicht nur zwischen den Beteiligten, sondern auch in der Rechtsprechung und im Schrifttum ist indes umstritten, wie das Tatbestandsmerkmal &quot;irrige Beurteilung&quot; auszulegen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Zweifelsfrei ist die Beurteilung eines Sachverhalts irrig, wenn sie sich nachtr&auml;glich als unrichtig erweist (vgl. BFH-Entscheidungen vom 16.&nbsp;Februar 1996 I&nbsp;R&nbsp;150\/94, BFHE 180, 8, BStBl II 1996, 417; vom 18.&nbsp;Februar 1997 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/95, BFHE 183, 6, BStBl II 1997, 647). Dabei ist unerheblich, ob der f&uuml;r die rechtsirrige Beurteilung urs&auml;chliche Fehler im Tats&auml;chlichen oder im Rechtlichen liegt (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 2.&nbsp;Mai 2001 VIII&nbsp;R&nbsp;44\/00, BFHE 195, 14, BStBl II 2001, 562; vom 21.&nbsp;August 2007 I&nbsp;R&nbsp;74\/06, BFHE 218, 487, BStBl II 2008, 277; vom 10.&nbsp;Mai 2012 IV&nbsp;R&nbsp;34\/09, BFHE 239, 485, BStBl II 2013, 471; vom 24.&nbsp;April 2013 II&nbsp;R&nbsp;53\/10, BFHE 241, 63, BStBl II 2013, 755, Rz&nbsp;20; vom 19.&nbsp;August 2015 X&nbsp;R&nbsp;50\/13, BFHE 251, 389, Rz&nbsp;34; vom 4.&nbsp;Februar 2016 III&nbsp;R&nbsp;12\/14, BFHE 253, 290, BStBl II 2016, 818, Rz&nbsp;12, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Fraglich und umstritten ist jedoch, ob eine irrige Beurteilung i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO auch dann angenommen werden kann, wenn dem FA bei Erlass des Bescheids bereits dessen Fehlerhaftigkeit bekannt, d.h. es zu diesem Zeitpunkt subjektiv nicht der Auffassung war, eine richtige Beurteilung vorzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Ein Teil des Fachschrifttums und der Finanzgerichtsbarkeit geht davon aus &#8211;worauf die Kl&auml;gerin und das FG hinweisen&#8211;, dass es an einer irrt&uuml;mlichen Beurteilung i.S. des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO fehle, wenn das FA den Fehler vor Erlass des Steuerbescheids erkenne, den Steuerbescheid aber gleichwohl unver&auml;ndert, also bewusst fehlerhaft erlasse (so z.B. FG Baden-W&uuml;rttemberg, Urteil vom 21.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;4719\/10, juris, Revision X&nbsp;R&nbsp;4\/15; Frotscher in Schwarz, AO, &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;171; Koenig\/Koenig, Abgabenordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;60; von&nbsp;Groll in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;236; nicht eindeutig von&nbsp;Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;97, und Bartone in: K&uuml;hn\/von&nbsp;Wedelst&auml;dt, 21.&nbsp;Aufl., AO, &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;56; nicht streiterhebliche Bedenken &auml;u&szlig;erte auch der V.&nbsp;Senat in dem Beschluss vom 22.&nbsp;Dezember 1988 V&nbsp;B&nbsp;148\/87, BFH\/NV 1990, 341, unter 1.b&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Demgegen&uuml;ber haben sowohl der V.&nbsp;Senat in seinem sp&auml;teren Beschluss vom 21.&nbsp;Mai 2004 V&nbsp;B&nbsp;30\/03 (BFH\/NV 2004, 1497, unter II.1.) als auch der IV.&nbsp;Senat im Urteil in BFHE 239, 485, BStBl II 2013, 471, Rz&nbsp;26 bereits ausdr&uuml;cklich entschieden, eine &Auml;nderung wegen der irrigen Beurteilung des Sachverhalts in einem anderen Bescheid sei auch nicht deshalb ausgeschlossen, weil das FA insoweit vors&auml;tzlich fehlerhaft gehandelt habe. Der Wortlaut des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO enthalte keine weitere Einschr&auml;nkung, nach der zwar eine &Auml;nderung des angefochtenen Bescheids aufgrund des Rechtsbehelfs zul&auml;ssig sein solle, die &Auml;nderung der irrigen Beurteilung in anderen Bescheiden aber deswegen unterbleiben m&uuml;sse, weil das FA vors&auml;tzlich fehlerhaft gehandelt habe. Gegen eine solche Auslegung spreche vor allem der Sinn des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO. Die Vorschrift biete den Finanzbeh&ouml;rden im Falle der Aufhebung oder &Auml;nderung einer unrichtigen Steuerfestsetzung auf Betreiben des Steuerpflichtigen eine Erm&auml;chtigungsgrundlage dahingehend, den nunmehr unber&uuml;cksichtigten Sachverhalt in dem richtigen Bescheid zu erfassen. Der Steuerpflichtige solle im Falle seines Obsiegens mit einem gewissen Rechtsstandpunkt an seiner Auffassung festgehalten werden, soweit derselbe Sachverhalt zu beurteilen sei. Der Steuerpflichtige, der erfolgreich f&uuml;r seine Rechtsansicht gestritten habe, m&uuml;sse auch die damit verbundenen Nachteile hinnehmen (ebenso Loose in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;174 AO Rz&nbsp;45; Forchhammer in Leopold\/ Madle\/Rader AO, &sect;&nbsp;174, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Der erkennende Senat schlie&szlig;t sich dieser Rechtsprechung an und verweist zur Vermeidung von Wiederholungen auf die gerade dargestellte Begr&uuml;ndung, insbesondere auf den Telos der Vorschrift, den Steuerpflichtigen im Falle seines Obsiegens mit einem gewissen Rechtsstandpunkt an dieser Auffassung festzuhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(a) Es handelt sich dabei um eine besondere gesetzliche Ausformung des Grundsatzes von Treu und Glauben (s. Senatsurteil in BFHE 251, 389, Rz&nbsp;42, m.w.N.). Durch &sect;&nbsp;174 AO soll die Finanzbeh&ouml;rde die M&ouml;glichkeit erhalten, in bestimmten F&auml;llen der materiellen Richtigkeit Vorrang einzur&auml;umen, indem vermieden wird, dass Steuerfestsetzungen bestehen bleiben, die inhaltlich zueinander im Widerspruch stehen (Senatsurteil vom 28.&nbsp;Januar 2009 X&nbsp;R&nbsp;27\/07, BFHE 224, 15, BStBl II 2009, 620, Rz&nbsp;15). Wie der Gro&szlig;e Senat des BFH entschieden hat, regelt die Vorschrift die verfahrensrechtlichen (inhaltlichen) Folgerungen aus einer vorherigen Aufhebung oder &Auml;nderung eines Steuerbescheids auf Antrag des Steuerpflichtigen zu dessen Gunsten. Diese Aufhebung oder &Auml;nderung l&ouml;st sodann &#8211;&quot;nachtr&auml;glich&quot;&#8211; die Rechtsfolge des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO aus, dass ein anderer Bescheid erlassen oder ge&auml;ndert werden kann. Die Vorschrift zieht somit die verfahrensrechtliche Konsequenz daraus, dass der andere Bescheid nunmehr eine &quot;widerstreitende Steuerfestsetzung&quot; enth&auml;lt, wie sie das Gesetz nach seiner amtlichen &Uuml;berschrift zu &sect;&nbsp;174 AO voraussetzt (vgl. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 184, 1, BStBl II 1998, 83, unter C.II.1.; Senatsurteil in BFHE 224, 15, BStBl II 2009, 620, Rz&nbsp;15).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(b) Zudem ist auf die erheblichen praktischen Schwierigkeiten hinzuweisen, unter denen die Vorschrift des &sect;&nbsp;174 AO dann nur angewendet werden k&ouml;nnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&uuml;rde gefordert, dass die Finanzverwaltung auch subjektiv der Auffassung gewesen sein m&uuml;sse, nicht rechtswidrig zu handeln, m&uuml;sste die Beh&ouml;rde &#8211;da es sich dann um eine Voraussetzung f&uuml;r ihre &Auml;nderungsbefugnis handelt&#8211; jeweils darlegen und rechtfertigen, warum sie die sich sp&auml;ter als richtig herausstellende Auffassung nicht bereits bei Erlass des fehlerhaften Steuerbescheids vertreten hatte. Es d&uuml;rfte im Regelfall jedoch erhebliche Schwierigkeiten bereiten, die Erw&auml;gungen daraufhin zu &uuml;berpr&uuml;fen, ob sie unter keinen Umst&auml;nden vertretbar gewesen sind, um ein bewusst fehlerhaftes Handeln auszuschlie&szlig;en, wie der Streitfall zeigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(aa) Zun&auml;chst kann aus der Tatsache, dass in der Rechtsbehelfsakte der Streitjahre 2000 bis 2003 die OFD-Verf&uuml;gung vom 11.&nbsp;April 2005 enthalten war, eine bewusst fehlerhafte Steuerfestsetzung durch das FA im Jahr 2009 nicht abgeleitet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar wird in dieser Verwaltungsanweisung die Auffassung vertreten, dass im Falle von Erstattungen f&uuml;r mehrere Jahre in einem Veranlagungszeitraum der verbleibende Erstattungs&uuml;berhang aus Vereinfachungsgr&uuml;nden zun&auml;chst in das j&uuml;ngste Zahlungsjahr zur&uuml;ckzutragen sei. Erst wenn der Steuerpflichtige im Rahmen eines Einspruchs oder &Auml;nderungsantrags eine abweichende, f&uuml;r ihn g&uuml;nstigere Form der Aufteilung beantrage, k&ouml;nne dem Einspruch bzw. dem &Auml;nderungsantrag durch die anteilige Aufteilung des Erstattungs&uuml;berhangs und Korrektur im jeweiligen Zahlungsjahr gefolgt werden. Die OFD-Verf&uuml;gung befindet sich jedoch nicht in der insoweit relevanten Rechtsbehelfsakte f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2004, sondern in der Rechtsbehelfsakte f&uuml;r die Streitjahre 2000 bis 2003. Dass sie dem FA bereits in dem zeitlich vorgelagerten Rechtsbehelfsverfahren bez&uuml;glich der Veranlagung 2004 bekannt gewesen sein soll, kann &#8211;im Gegensatz zur Auffassung der Kl&auml;gerin und des FG&#8211; hieraus nicht gefolgert werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(bb) Aber auch aus anderen Gr&uuml;nden kann nicht von einer bewusst fehlerhaften Steuerfestsetzung 2004 ausgegangen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA hatte in dem Steuerbescheid 2004 vom 14.&nbsp;September 2009, in der Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;Januar 2010 sowie in dem finanzgerichtlichen Verfahren 2&nbsp;K&nbsp;1270\/10 die Meinung vertreten, aus Vereinfachungsgr&uuml;nden und zur Vermeidung eines Kaskadeneffektes sei der Erstattungs&uuml;berhang in das j&uuml;ngste Zahlungsjahr 2004 zur&uuml;ckzutragen. Dass diese Auffassung in den Jahren 2009 und 2010 unter keinem rechtlichen Aspekt zu vertreten gewesen sein sollte, ist eher zu bezweifeln. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass die h&ouml;chstrichterliche Rechtsprechung aus Gr&uuml;nden der Praktikabilit&auml;t und auch der Rechtskontinuit&auml;t bei in der Regel j&auml;hrlich wiederkehrenden Sonderausgaben wie der Kirchensteuer am Grundsatz der Verrechnung im Erstattungsjahr festgehalten hat (s. Senatsurteil vom 26.&nbsp;Juni 1996 X&nbsp;R&nbsp;73\/94, BFHE 181, 144, BStBl II 1996, 646, unter II.2.). Deshalb konnte im Zeitpunkt des Verwaltungshandelns nicht ausgeschlossen werden, dass ggf. die Rechtsprechung aus Vereinfachungsgr&uuml;nden auch eine vorrangige Verrechnung des Erstattungs&uuml;berhangs im ersten Zahlungsjahr erlauben w&uuml;rde. Zudem ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass die relevanten Senatsentscheidungen vom 2.&nbsp;September 2008 X&nbsp;R&nbsp;46\/07 (BFHE 222, 215, BStBl II 2009, 229), vom 9.&nbsp;Dezember 2009 X&nbsp;R&nbsp;4\/09 (BFH\/NV 2010, 596) und vom 19.&nbsp;Januar 2010 X&nbsp;B&nbsp;32\/09 (BFH\/NV 2010, 1250) stammen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die weiteren Voraussetzungen f&uuml;r eine &Auml;nderung der streitgegenst&auml;ndlichen Einkommensteuerbescheide 2000 bis 2003 nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 AO sind &#8211;dies ist wiederum zwischen den Beteiligten unstreitig&#8211; erf&uuml;llt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 2000 bis 2003 war nicht wegen Eintritts der Festsetzungsverj&auml;hrung ausgeschlossen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FG hat den fehlerhaft ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid 2004 vom 14.&nbsp;September 2009 mit Urteil vom 24.&nbsp;August 2011 aufgehoben, das Urteil wurde im Oktober 2011 rechtskr&auml;ftig. Das FA &auml;nderte zugunsten der Kl&auml;gerin den Einkommensteuerbescheid am 13.&nbsp;Dezember 2011 (vgl. &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Die angefochtenen Einkommensteuer-&Auml;nderungsbescheide 2000 bis 2003 ergingen am 5.&nbsp;April 2012, sie sind demnach binnen der Jahresfrist des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO erlassen worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem steht &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 AO nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Nach &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 AO ist der Fristablauf f&uuml;r den Fall, dass die Festsetzungsfrist bereits abgelaufen war, als der sp&auml;ter aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid erlassen wurde, nur unter den zus&auml;tzlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO unbeachtlich. Der in Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;4 genannte &quot;sp&auml;ter aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid&quot; ist der auf Rechtsbehelf oder Antrag des Steuerpflichtigen aufgehobene oder ge&auml;nderte Steuerbescheid (vgl. BFH-Urteile vom 10.&nbsp;November 1993 I&nbsp;R&nbsp;20\/93, BFHE 173, 184, BStBl II 1994, 327, unter II.B.5.; vom 23.&nbsp;Mai 1996 IV&nbsp;R&nbsp;49\/95, BFH\/NV 1997, 89; vom 15.&nbsp;Januar 2009 III&nbsp;R&nbsp;81\/07, BFH\/NV 2009, 1073, unter II.b; BFH-Beschluss vom 8.&nbsp;Februar 2007 XI&nbsp;B&nbsp;70\/06, BFH\/NV 2007, 1071, unter 2.), hier also der ge&auml;nderte Einkommensteuerbescheid 2004 vom 14.&nbsp;September 2009.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Wie das FA und das FG zu Recht erkannt haben, war f&uuml;r die Einkommensteuerbescheide 2000 bis 2003 aufgrund des durch den Einkommensteuerbescheid 2005 vom 8.&nbsp;Februar 2007 ermittelten &Uuml;berhangs an erstatteter Kirchensteuer am 14.&nbsp;September 2009 noch keine Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Einkommensteuerbescheide h&auml;tten zu diesem Zeitpunkt noch gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO ge&auml;ndert werden k&ouml;nnen, da der Erstattungs&uuml;berhang als r&uuml;ckwirkendes Ereignis den Sonderausgabenabzug in den Zahlungsjahren 2000 bis 2003 gemindert h&auml;tte (s. auch Senatsentscheidungen vom 28.&nbsp;Mai 1998 X&nbsp;R&nbsp;7\/96, BFHE 186, 521, BStBl II 1999, 95, Rz&nbsp;19&nbsp;f., und in BFH\/NV 2010, 1250, Rz&nbsp;5). Nach &sect;&nbsp;175 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 AO beginnt in diesem Fall die Festsetzungsfrist mit Ablauf des Kalenderjahrs, in dem das r&uuml;ckwirkende Ereignis eintritt, also im Streitfall mit Ablauf des Jahres 2007. Damit trat unter Ber&uuml;cksichtigung der vierj&auml;hrigen Festsetzungsfrist des &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO f&uuml;r die Jahre 2000 bis 2003 die Festsetzungsverj&auml;hrung erst mit Ablauf des 31.&nbsp;Dezember 2011 ein, so dass der angefochtene &Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 2004 vom 14.&nbsp;September 2009 in noch nicht festsetzungsverj&auml;hrter Zeit ergangen ist. Damit kommt es auf das Vorliegen der Voraussetzungen des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 AO im Streitfall nicht an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die &Auml;nderung der Steuerfestsetzungen 2000 bis 2003 verst&ouml;&szlig;t nicht gegen den Grundsatz von Treu und Glauben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Da bereits die &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ihre Grundlage in dem Grundsatz von Treu und Glauben hat, darf sich das FA als derjenige, der daraus Vorteile zieht, nicht selbst treuwidrig verhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Anwendung des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO kann damit beispielsweise ausgeschlossen sein, wenn die M&ouml;glichkeit best&uuml;nde, dass die Finanzbeh&ouml;rde ihr &Auml;nderungsrecht auf Grund eines entsprechenden vertrauensbegr&uuml;ndenden Vorverhaltens verwirkt hat (noch offengelassen im BFH-Beschluss vom 10.&nbsp;Juli 2003 I&nbsp;B&nbsp;150\/02, BFH\/NV 2003, 1535, unter II.1.). Eine weitere Konstellation f&uuml;r eine nicht treuwidrige &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO kann darin zu sehen sein, dass sich die Finanzverwaltung absichtlich eine ansonsten nicht gegebene Voraussetzung einer &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO verschafft (so auch die Beispiele bei Frotscher in Schwarz, AO, &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;171, und von&nbsp;Wedelst&auml;dt in Beermann\/Gosch, AO &sect;&nbsp;174 Rz&nbsp;97). Allein die abstrakte Besorgnis, die Zul&auml;ssigkeit der &Auml;nderung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO k&ouml;nne die Finanzverwaltung zum Missbrauch einladen, reicht indes nicht aus, um die &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit allgemein einzuschr&auml;nken, da dies den Kern des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO ber&uuml;hrte (ebenso zur im Grundsatz vergleichbaren Zul&auml;ssigkeit der Fehlersaldierung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;177 AO, Senatsurteil vom 22.&nbsp;April 2015 X&nbsp;R&nbsp;24\/13, BFH\/NV 2015, 1334, Rz&nbsp;33). Es bedarf vielmehr konkreter Indizien, die auf ein treuwidriges Verhalten hindeuten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese sind im Streitfall nicht zu erkennen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA h&auml;tte am 8.&nbsp;Februar 2007, d.h. zu dem Zeitpunkt, in dem feststand, dass die im Jahr 2005 erstattete Kirchensteuer die in diesem Jahr gezahlte Kirchensteuer &uuml;berstieg, die Steuerfestsetzungen der Jahre 2000 bis 2003 bereits &auml;ndern k&ouml;nnen und m&uuml;ssen (s. dazu auch oben unter II.1.d&nbsp;bb). Es hat durch das von ihm gew&auml;hlte Verfahren keine ihm ansonsten nicht oder nicht mehr zustehende &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit erhalten. Das FA hat vielmehr die ihm aufgrund des erfolgreichen Rechtsstreits der Kl&auml;gerin einger&auml;umte &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO genutzt, um die materiell rechtm&auml;&szlig;ige Rechtslage herzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Ein Versto&szlig; gegen den Grundsatz von Treu und Glauben ist &#8211;im Gegensatz zur Auffassung der Kl&auml;gerin und des FG&#8211; auch nicht dem konkreten Verfahrensablauf zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Das FA wusste zwar seit der Einkommensteuerveranlagung 2005 vom 8.&nbsp;Februar 2007, dass ein Kirchensteuererstattungs&uuml;berhang gegeben war und somit die Einkommensteuerfestsetzungen fr&uuml;herer Veranlagungszeitr&auml;ume zu &auml;ndern waren. Die gesetzliche Festsetzungsverj&auml;hrung f&uuml;r die davon betroffenen Veranlagungen trat aber erst zum 31.&nbsp;Dezember 2011 ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass das FA erst zwei Jahre nach Kenntnis, aber immer noch innerhalb der Festsetzungsfrist, die ersten &#8211;wenn auch nur teilweise richtigen&#8211; Schlussfolgerungen aus dem Erstattungs&uuml;berhang gezogen und die Einkommensteuerbescheide f&uuml;r die Jahre 2004 und 2003 ge&auml;ndert hat, f&uuml;hrt noch zu keinem Versto&szlig; gegen Treu und Glauben. Dasselbe gilt f&uuml;r die &Auml;nderung der Einkommensteuerbescheide 2000 bis 2003 am 5.&nbsp;April 2012: Auch hier wurde das FA fristgerecht noch innerhalb der Einjahresfrist des &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO t&auml;tig, da das finanzgerichtliche Urteil, das den Einkommensteuerbescheid 2004 &auml;nderte, im Oktober 2011 rechtskr&auml;ftig wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In einer solchen Konstellation, in der &#8211;soweit erkennbar&#8211; keine Anhaltspunkte f&uuml;r einen besonderen Vertrauenstatbestand dergestalt gegeben sind, dass das FA nicht t&auml;tig werden w&uuml;rde, ist es nicht m&ouml;glich, die gesetzlichen Verj&auml;hrungsregelungen au&szlig;er Acht zu lassen, um der Rechtssicherheit zugunsten des Steuerpflichtigen Vorrang einzur&auml;umen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dieser Vorrang kann sich auch nicht in den F&auml;llen ergeben, in denen ein Einkommensteuerbescheid mehrfach ge&auml;ndert werden muss, um die materiell richtige Besteuerung zu gew&auml;hrleisten. Daher kann dem Vorbringen der Kl&auml;gerin auch darin nicht gefolgt werden, dass zumindest der Einkommensteuerbescheid 2003 nicht mehr zu &auml;ndern sei, weil dieser wegen des Kirchensteuer&uuml;berhangs 2005 bereits einmal ge&auml;ndert worden sei. Die in &sect;&nbsp;174 Abs.&nbsp;4 AO getroffene Regelung beinhaltet eine eigenst&auml;ndige &Auml;nderungsm&ouml;glichkeit f&uuml;r den Fall, dass der Steuerpflichtige erfolgreich gegen einen anderen Bescheid vorgegangen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 25.10.2016, X R 31\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.251016.XR31.14.0 Irrige Beurteilung als Voraussetzung, einen Steuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 AO zu &auml;ndern Leits&auml;tze Die &Auml;nderung eines Einkommensteuerbescheids gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 AO wegen der irrigen Beurteilung des Sachverhalts in einem anderen Bescheid, welcher auf Initiative des Steuerpflichtigen zu seinen Gunsten ge&auml;ndert wurde, ist nicht ausgeschlossen, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-31-14-irrige-beurteilung-als-voraussetzung-einen-steuerbescheid-gemaess-par-174-abs-4-ao-zu-aendern\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">X&nbsp;R&nbsp;31\/14 &#8211; Irrige Beurteilung als Voraussetzung, einen Steuerbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 174 Abs. 4 AO zu &auml;ndern<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66339","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66339","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66339"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66339\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66339"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66339"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66339"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}