{"id":66349,"date":"2017-01-18T12:48:07","date_gmt":"2017-01-18T10:48:07","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66349"},"modified":"2017-01-18T12:48:07","modified_gmt":"2017-01-18T10:48:07","slug":"v-r-33-14-umsatzsteuerrecht-bestimmung-von-leistungsinhalt-und-person-des-leistungsempfaengers-besteuerung-von-im-rahmen-von-postdienstleistungen-erbrachten-transportarbeiten-und-sortierarbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-33-14-umsatzsteuerrecht-bestimmung-von-leistungsinhalt-und-person-des-leistungsempfaengers-besteuerung-von-im-rahmen-von-postdienstleistungen-erbrachten-transportarbeiten-und-sortierarbeiten\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;33\/14 &#8211; Umsatzsteuerrecht: Bestimmung von Leistungsinhalt und Person des Leistungsempf&auml;ngers &#8211; Besteuerung von im Rahmen von Postdienstleistungen erbrachten Transportarbeiten und Sortierarbeiten"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.10.2016, V R 33\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.201016.VR33.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Umsatzsteuerrecht: Bestimmung von Leistungsinhalt und Person des Leistungsempf&auml;ngers &#8211; Besteuerung von im Rahmen von Postdienstleistungen erbrachten Transportarbeiten und Sortierarbeiten<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 27. Juni 2013&nbsp;&nbsp;5 K 2529\/11 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) erbringt im Rahmen von Postdienstleistungen Transport- und Sortierarbeiten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Grund eines Vertrages mit der Deutschen Post AG (D) b&uuml;ndelt sie als sogenannter Postkonsolidierer Sendungen verschiedener Absender, erbringt f&uuml;r diese Sendungen bestimmte Leistungen der Briefbef&ouml;rderungskette selbst und speist sie dann in die Bef&ouml;rderungskette der D ein. Hierf&uuml;r werden ihr &#8211;gestaffelt nach dem Umfang der Einlieferungen&#8211; Verg&uuml;tungen gezahlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hinsichtlich der von ihr betreuten Absender unterscheidet die Kl&auml;gerin zwischen Gro&szlig;kunden und Kleinkunden. Die umsatzsteuerrechtliche Behandlung der Gesch&auml;fte mit den Gro&szlig;kunden ist unstrittig. Mit den Kleinkunden schloss die Kl&auml;gerin Dienstleistungsvertr&auml;ge ab, in denen sie sich verpflichtete, innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens deren Eingangspost zuzustellen und die Ausgangspost abzuholen. Die Kl&auml;gerin holte danach die Post (Standardbriefe) bei den Kunden ab, sortierte sie und lieferte sie in die Briefzentren der D zur weiteren Bef&ouml;rderung durch D ein. Au&szlig;erdem lieferte sie die f&uuml;r die Kunden bestimmte Eingangspost bei diesen ab. Hierf&uuml;r war jeweils ein Pauschalfestpreis von ca. 30 bis 50&nbsp;EUR pro Woche vereinbart worden, dessen umsatzsteuerrechtliche Behandlung unstrittig ist. Die Kunden waren zudem verpflichtet, der Kl&auml;gerin die Sendungen versandfertig und frankiert zu &uuml;bergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die D unterwarf alle bei ihr von der Kl&auml;gerin eingelieferten Postsendungen der Umsatzbesteuerung und behandelte die auf Grund der Frankierung bereits bezahlten Porti als (Netto-)Entgelte, auf die sie 19&nbsp;% Umsatzsteuer berechnete. F&uuml;r die R&uuml;ckverg&uuml;tungen an die Kl&auml;gerin erteilte sie dieser gegen&uuml;ber Gutschriften mit Umsatzsteuerausweis. Die Kl&auml;gerin gab die R&uuml;ckverg&uuml;tungen nicht an ihre Kleinkunden weiter und behandelte sie als umsatzsteuerpflichtiges Entgelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin unterhielt auch Gesch&auml;ftsbeziehungen zu der F-GmbH (F), &uuml;ber die ebenfalls Postsendungen eingeliefert wurden und die der Kl&auml;gerin sog. &quot;Konsolidierungsrabatte&quot; einr&auml;umte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf Grund einer Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung ging der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) davon aus, dass die Kl&auml;gerin als Konsolidierer im eigenen Namen Postdienstleistungen von der D und der F bezogen habe, die sie an ihre Kunden weitergeleistet habe. Sie habe also den Kleinkunden gegen&uuml;ber Postdienstleistungen erbracht, die als steuerpflichtige Ums&auml;tze der Umsatzbesteuerung zu unterwerfen seien. Das FA behandelte das von den Kleinkunden gezahlte Porto (0,55&nbsp;EUR f&uuml;r den Standardbrief) als Bruttoentgelt. Es erkannte s&auml;mtliche der Kl&auml;gerin von der D und der F in Rechnung gestellten Umsatzsteuerbetr&auml;ge, denen jeweils das Porto als Nettoentgelt zugrunde lag, als Vorsteuer an. Auf dieser Grundlage setzte es die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r Juli 2010 auf 9.469,02&nbsp;EUR, f&uuml;r August 2010 auf .\/.&nbsp;10.278,07&nbsp;EUR und f&uuml;r September 2010 auf 27.226,55&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage gegen die Umsatzsteuervorauszahlungsbescheide blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) entschied, es k&ouml;nne dahingestellt bleiben, ob die Postdienstleistungen der D und der F unmittelbar an die Kleinkunden der Kl&auml;gerin erbracht worden seien oder ob eine Leistungskette unter Einschaltung der Kl&auml;gerin vorliege. Im ersten Fall habe die Kl&auml;gerin zwar insoweit keine steuerpflichtigen Ums&auml;tze an die Kleinkunden ausgef&uuml;hrt, mangels steuerpflichtiger Ausgangsums&auml;tze entfalle allerdings der Vorsteuerabzug. Im zweiten Fall habe das FA zurecht steuerpflichtige Postdienstleistungen der Kl&auml;gerin an die Kleinkunden angenommen. In keinem der beiden F&auml;lle erg&auml;be sich aber eine geringere als die festgesetzte Steuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit der Revision. Sie macht geltend, sie erbringe gegen&uuml;ber ihren Kleinkunden lediglich eine Kurierdienstleistung bis zur Annahmestation der D. Zudem f&uuml;hre sie als weitere steuerpflichtige Ausgangsums&auml;tze Konsolidierungsleistungen gegen&uuml;ber D und F aus. Wegen der von ihr ausgef&uuml;hrten steuerpflichtigen Konsolidierungsleistungen k&ouml;nne sie die von D und F in Rechnung gestellte Vorsteuer abziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>das FG-Urteil aufzuheben und die Umsatzsteuervorauszahlung f&uuml;r Juli 2010 auf .\/.&nbsp;25.394,08&nbsp;EUR, f&uuml;r August 2010 auf .\/.&nbsp;29.374,02&nbsp;EUR und f&uuml;r September 2010 auf .\/.&nbsp;7.474,46&nbsp;EUR festzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Kl&auml;gerin hat gegen&uuml;ber ihren Kleinkunden insoweit geleistet, als sie deren Ausgangspost abholte und in das Briefzentrum der D gegen den Pauschalfestpreis einlieferte. Damit entf&auml;llt der Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der D und der F. Die angegriffenen Steuerfestsetzungen enthalten daher keinen Rechtsfehler zum Nachteil der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin hat an die Kleinkunden <span style=\"text-decoration:underline\">nur<\/span> das Abholen der Ausgangspost und deren Einlieferung in das Briefzentrum gegen den Pauschalfestpreis als steuerpflichtige Leistung erbracht. Das Porto war daher kein Entgelt f&uuml;r eine steuerpflichtige Leistung der Kl&auml;gerin an die Kleinkunden, sondern f&uuml;r die Briefbef&ouml;rderung der D.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Der Umsatzsteuer unterliegen nach &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) die Lieferungen und sonstigen Leistungen, die ein Unternehmer im Inland gegen Entgelt im Rahmen seines Unternehmens ausf&uuml;hrt. Voraussetzung daf&uuml;r ist ein Rechtsverh&auml;ltnis zwischen Leistendem und Leistungsempf&auml;nger. Der Leistungsinhalt und die Person des Leistungsempf&auml;ngers sind grunds&auml;tzlich nach dem der Leistung zugrunde liegenden Rechtsverh&auml;ltnis zu bestimmen (Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union Newey vom 20.&nbsp;Juni 2013 C-653\/11, EU:C:2013:409, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 2013, 851, Rz&nbsp;40, 43; Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 3.&nbsp;Dezember 2012&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1747\/11, juris, Rz&nbsp;7; Vorlagebeschluss des Senats vom 22.&nbsp;Dezember 2011 V&nbsp;R&nbsp;29\/10, BFHE 236, 242, BStBl II 2012, 441, Rz&nbsp;23&nbsp;f.; Senatsurteil vom 10.&nbsp;September 2015 V&nbsp;R&nbsp;41\/14, BFHE 251, 439, BStBl II 2016, 308, Rz&nbsp;18).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach den revisionsrechtlich nicht zu beanstandenden Feststellungen des FG war Gegenstand der Vertr&auml;ge zwischen der Kl&auml;gerin und den Kleinkunden nur die Einlieferung der Ausgangspost bei D, nicht die weitere Bef&ouml;rderung ab dem Briefzentrum. Auch die Kl&auml;gerin selbst gibt an, gegen&uuml;ber den Kleinkunden nur eine Bef&ouml;rderungsleistung bis zum Briefzentrum erbracht zu haben. Die weitere Bef&ouml;rderung ab dem Briefzentrum war damit kein Bestandteil einer Leistung der Kl&auml;gerin an die Kleinkunden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r ihre Leistung hat die Kl&auml;gerin nur den Pauschalfestpreis als Entgelt erhalten. Entgelt ist nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG alles, was der Leistungsempf&auml;nger aufwendet, um die Leistung zu erhalten, jedoch abz&uuml;glich der Umsatzsteuer.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Diese Leistung war auch steuerpflichtig. Voraussetzung f&uuml;r eine Steuerbefreiung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;11 Buchst.&nbsp;b UStG w&auml;re unter anderem, dass die Kl&auml;gerin eine Verpflichtung nach &sect;&nbsp;4 Nr.&nbsp;11 Buchst.&nbsp;b Satz&nbsp;2 UStG eingegangen w&auml;re. Daf&uuml;r ist nichts ersichtlich.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Kl&auml;gerin ist nicht zum Vorsteuerabzug aus den Rechnungen der D berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG kann ein Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Lieferungen und sonstige Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Unionsrechtliche Grundlage ist Art.&nbsp;168 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem vom 28.&nbsp;November 2006 (Mehrwertsteuersystemrichtlinie). Soweit die Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r die Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet werden, ist der Steuerpflichtige danach berechtigt, in dem Mitgliedstaat, in dem er diese Ums&auml;tze bewirkt, von dem Betrag der von ihm geschuldeten Steuer die in diesem Mitgliedstaat geschuldete und entrichtete Mehrwertsteuer f&uuml;r Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen, die ihm von einem anderen Steuerpflichtigen geliefert bzw. erbracht wurden oder werden, abzuziehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) F&uuml;r die Steuer aus den Rechnungen der D an die Kl&auml;gerin sind diese Voraussetzungen im Streitfall nicht erf&uuml;llt, da es schon an einer Leistung der D an die Kl&auml;gerin fehlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem vom FG in Bezug genommenen Vertrag zwischen D und der Kl&auml;gerin sollte die Kl&auml;gerin Sendungen verschiedener Absender b&uuml;ndeln, f&uuml;r diese Leistungen bestimmte Leistungen der Briefbef&ouml;rderungskette selbst erbringen und diese Sendungen dann in die Bef&ouml;rderungskette der D einspeisen. Danach liegt nur eine Leistung der Kl&auml;gerin an D vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei dieser Sachlage ist entsprechend der wirtschaftlichen Realit&auml;t (vgl. dazu Senatsbeschluss vom 6.&nbsp;April 2016 V&nbsp;R&nbsp;25\/15, BFHE 254, 139, Rz&nbsp;51, m.w.N.) eine Leistung der D an die Kl&auml;gerin ausgeschlossen. Erbringt die Kl&auml;gerin eine Leistung an D, folgt hieraus, dass D die von der Kl&auml;gerin bezogene Leistung zur Erbringung eigener Leistungen gegen&uuml;ber den Absendern verwendet. Dies entspricht auch den Leistungsbeziehungen zwischen der Kl&auml;gerin und ihren Kleinkunden (siehe unter 1.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Aus dem Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 13.&nbsp;Dezember 2006 IV&nbsp;A&nbsp;5&nbsp;&#8211;&nbsp;S&nbsp;7100&nbsp;&#8211;&nbsp;177\/06 (BStBl I 2007, 119) ergibt sich nichts Gegenteiliges. Danach erbringt ein Postunternehmen eine Postbef&ouml;rderungsleistung gegen&uuml;ber dem Konsolidierer, wenn dieser &#8211;anders als im Streitfall (siehe unter II.1.)&#8211; gegen&uuml;ber dem Postunternehmen im eigenen Namen und auf eigene Rechnung auftritt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Hinsichtlich der unter Beteiligung der F bef&ouml;rderten Sendungen gilt im Ergebnis nichts anderes. Auf Grundlage der Feststellungen des FG geht der Senat davon aus, dass F in einer Leistungskette zwischen der Kl&auml;gerin und D stand. Diese Zwischenschaltung der F l&auml;sst sowohl den Inhalt der Vereinbarungen zwischen der Kl&auml;gerin und den Kleinkunden als auch die Vorsteuerabzugsberechtigung hinsichtlich des Briefportos unber&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.10.2016, V R 33\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.201016.VR33.14.0 Umsatzsteuerrecht: Bestimmung von Leistungsinhalt und Person des Leistungsempf&auml;ngers &#8211; Besteuerung von im Rahmen von Postdienstleistungen erbrachten Transportarbeiten und Sortierarbeiten Tenor Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 27. Juni 2013&nbsp;&nbsp;5 K 2529\/11 U wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-33-14-umsatzsteuerrecht-bestimmung-von-leistungsinhalt-und-person-des-leistungsempfaengers-besteuerung-von-im-rahmen-von-postdienstleistungen-erbrachten-transportarbeiten-und-sortierarbeiten\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;33\/14 &#8211; Umsatzsteuerrecht: Bestimmung von Leistungsinhalt und Person des Leistungsempf&auml;ngers &#8211; Besteuerung von im Rahmen von Postdienstleistungen erbrachten Transportarbeiten und Sortierarbeiten<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66349","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66349","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66349"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66349\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66349"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66349"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66349"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}