{"id":66352,"date":"2017-01-18T12:48:10","date_gmt":"2017-01-18T10:48:10","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66352"},"modified":"2017-01-18T12:48:10","modified_gmt":"2017-01-18T10:48:10","slug":"v-r-36-14-zur-versagung-des-vorsteuerabzugs-aus-gutschriften-weil-in-der-gutschrift-nicht-der-leistende-unternehmer-genannt-wird-strohmann-als-leistender-unternehmer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-36-14-zur-versagung-des-vorsteuerabzugs-aus-gutschriften-weil-in-der-gutschrift-nicht-der-leistende-unternehmer-genannt-wird-strohmann-als-leistender-unternehmer\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;36\/14 &#8211; Zur Versagung des Vorsteuerabzugs aus Gutschriften, weil in der Gutschrift nicht der leistende Unternehmer genannt wird &#8211; &quot;Strohmann&quot; als leistender Unternehmer"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.10.2016, V R 36\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.201016.VR36.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur Versagung des Vorsteuerabzugs aus Gutschriften, weil in der Gutschrift nicht der leistende Unternehmer genannt wird &#8211; &quot;Strohmann&quot; als leistender Unternehmer<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 13. November 2013&nbsp;&nbsp;3 K 3180\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist der Vorsteuerabzug aus Gutschriften.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) betrieb im Streitjahr 1997 einen Gro&szlig;handel mit Alt- und Recyclingmetallen. In seiner am 2.&nbsp;Dezember 1998 eingereichten Umsatzsteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr machte er Vorsteuer unter anderem aus Gutschriften an Herrn B geltend. Im Jahr 2001 wurde die Steuerfestsetzung im Anschluss an eine Au&szlig;enpr&uuml;fung aus hier nicht strittigen Gr&uuml;nden ge&auml;ndert und der Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung aufgehoben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aufgrund von Ermittlungen der Steuerfahndung &auml;nderte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Festsetzung mit Bescheid vom 5.&nbsp;November 2008 abermals. Er versagte den Vorsteuerabzug aus den Gutschriften an B, da die darin abgerechneten Lieferungen nicht vom Gutschriftenempf&auml;nger ausgef&uuml;hrt worden seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Einspruch und Klage blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) entschied, das FA sei zum Erlass des angefochtenen Bescheids berechtigt gewesen. Dem h&auml;tten weder der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung noch die &Auml;nderungssperre nach Au&szlig;enpr&uuml;fungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung (AO) entgegengestanden. Da der Kl&auml;ger eine Steuerhinterziehung (&sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO) begangen habe, verl&auml;ngere sich die Festsetzungsfrist auf zehn Jahre (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 AO) und sei ungeachtet der Au&szlig;enpr&uuml;fung eine abermalige &Auml;nderung zul&auml;ssig. Der objektive Tatbestand der Steuerhinterziehung ergebe sich daraus, dass der Kl&auml;ger zu Unrecht den Vorsteuerabzug aus den dem B erteilten Gutschriften geltend gemacht habe. Das FG sei aufgrund einer Gesamtw&uuml;rdigung &uuml;berzeugt, dass B die abgerechneten Waren nicht geliefert und dem Kl&auml;ger daher der Vorsteuerabzug nicht zugestanden habe. Dabei st&uuml;tzte es sich neben anderen Indizien und Zeugenaussagen auf eine Zeugenaussage, wonach B einer von mehreren Strohleuten gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich der Kl&auml;ger mit der Revision. Er r&uuml;gt Verletzung formellen und materiellen Rechts. Das FG sei namentlich bei der Beurteilung, ob B Lieferungen ausgef&uuml;hrt habe, zu Unrecht davon ausgegangen, dass ein Strohmann kein leistender Unternehmer sein k&ouml;nne.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>das FG-Urteil und den Umsatzsteuerbescheid vom 5.&nbsp;November 2008 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 9.&nbsp;September 2010 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vom FG vorgenommene Gesamtw&uuml;rdigung sei weder insgesamt widerspr&uuml;chlich noch versto&szlig;e sie gegen Denkgesetze. Das FG habe zu Recht ein etwaiges Vorliegen eines Strohmanngesch&auml;fts in seinem Urteil nicht weiter er&ouml;rtert, da es davon &uuml;berzeugt gewesen sei, dass der Kl&auml;ger gewusst habe, dass B nicht Lieferant der abgerechneten Ware gewesen sei. Daher komme es f&uuml;r die Vorsteuerabzugsberechtigung nicht mehr darauf an, wer tats&auml;chlich Lieferant gewesen sei. Nachdem der Kl&auml;ger Scheinabrechnungen veranlasst habe, sei ihm auch schon bei der ersten Lieferung klar gewesen, dass B nicht Lieferant der Ware gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat zu Unrecht angenommen, dass der Kl&auml;ger das Recht auf Vorsteuerabzug aus den Gutschriften an B nicht aus&uuml;ben durfte, weil die abgerechneten Lieferungen nicht von B ausgef&uuml;hrt wurden. Der Senat kann aber mangels Spruchreife nicht selbst in der Sache entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (UStG) kann ein Unternehmer die in Rechnungen i.S. des &sect;&nbsp;14 UStG gesondert ausgewiesene Steuer f&uuml;r Lieferungen oder sonstige Leistungen, die von anderen Unternehmern f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Eine solche Rechnung muss nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG unter anderem den vollst&auml;ndigen Namen und die vollst&auml;ndige Anschrift des leistenden Unternehmers enthalten (Senatsurteil vom 6.&nbsp;Dezember 2007 V&nbsp;R&nbsp;61\/05, BFHE 221, 55, BStBl II 2008, 695, unter II.3.a). Als Rechnung gilt nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 UStG auch eine Gutschrift. Daf&uuml;r muss sie nach &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 UStG die in &sect;&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 UStG vorgeschriebenen Angaben enthalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wer bei einem Umsatz als Leistender anzusehen ist, ergibt sich regelm&auml;&szlig;ig aus dem der Leistung zugrunde liegenden Rechtsverh&auml;ltnis (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 23.&nbsp;September 2015 V&nbsp;R&nbsp;4\/15, BFHE 251, 444, BStBl II 2016, 494, Rz&nbsp;14). Daher kann auch ein &quot;Strohmann&quot; leistender Unternehmer sein, sofern er aus den diesem Rechtsverh&auml;ltnis zugrunde liegenden Vereinbarungen zivilrechtlich berechtigt und verpflichtet ist. Unbeachtlich ist das &quot;vorgeschobene&quot; Strohmanngesch&auml;ft nach &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;2 AO aber, wenn es nur zum Schein abgeschlossen wird, d.h. wenn die Vertragsparteien &#8211;der &quot;Strohmann&quot; und der Leistungsempf&auml;nger&#8211; einverst&auml;ndlich oder stillschweigend davon ausgehen, dass die Rechtswirkungen des Gesch&auml;fts gerade nicht zwischen ihnen, sondern zwischen dem Leistungsempf&auml;nger und dem &quot;Hintermann&quot; eintreten sollen. Letzteres ist insbesondere dann zu bejahen, wenn der Leistungsempf&auml;nger wei&szlig; oder davon ausgehen muss, dass der Strohmann keine eigene Verpflichtung aus dem Rechtsgesch&auml;ft &uuml;bernehmen will und dementsprechend auch keine eigenen Leistungen versteuern will (st&auml;ndige Rechtsprechung, zuletzt etwa Senatsurteil vom 10.&nbsp;September 2015 V&nbsp;R&nbsp;17\/14, BFH\/NV 2016, 80, Rz&nbsp;32&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen durfte das FG aufgrund seiner bisherigen Feststellungen nicht annehmen, dass B nicht der Leistende war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Entscheidungserhebliche tats&auml;chliche Feststellungen und rechtliche Grundlagen m&uuml;ssen dem angefochtenen Urteil in einer Weise zu entnehmen sein, die es den Beteiligten und dem Revisionsgericht erm&ouml;glicht, zu erkennen, wie das FG zu dem gefundenen Ergebnis gekommen ist (vgl. &sect;&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2, 119 Nr.&nbsp;6 FGO; st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsurteil vom 5.&nbsp;Juni 2003 V&nbsp;R&nbsp;25\/02, BFHE 202, 191, BStBl II 2003, 734, unter II.1.b., m.w.N.). Unzureichende oder widerspr&uuml;chliche Sachverhaltsdarstellungen im angefochtenen Urteil stellen einen materiell-rechtlichen Fehler dar, der auch ohne diesbez&uuml;gliche R&uuml;ge zum Wegfall der Bindungswirkung des &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO f&uuml;hrt (st&auml;ndige Rechtsprechung, zuletzt etwa Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 17.&nbsp;November 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/13, BFHE 252, 207, BStBl II 2016, 569, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Das FG-Urteil wird diesen Anforderungen nicht gerecht. Es l&auml;sst nicht eindeutig erkennen, ob das FG von den vorstehenden (unter II.1.) Rechtsgrunds&auml;tzen ausgegangen ist. Jedenfalls hat das FG keine ausreichenden Feststellungen zu der Frage getroffen, ob nach den Vorstellungen des Kl&auml;gers und des B die Rechtswirkungen aus den Gesch&auml;ften, die den streitgegenst&auml;ndlichen Gutschriften zugrunde lagen, zwischen dem Kl&auml;ger und B oder zwischen dem Kl&auml;ger und einem Dritten eintreten sollen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat in diesem Zusammenhang substantiiert vorgetragen, er habe sich vor Beginn der Gesch&auml;ftsbeziehung zu B dessen Eigenschaft als Unternehmer und seine Berechtigung, Umsatzsteuer gesondert auszuweisen, durch ein Schreiben des f&uuml;r B zust&auml;ndigen Finanzamts nachweisen lassen. Zudem sei B bei allen Lieferungen pers&ouml;nlich in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen des Kl&auml;gers anwesend gewesen, habe sich durch Vorlage des Wiegescheins als Anlieferer zu erkennen gegeben und habe die abgerechneten Zahlungen pers&ouml;nlich entgegengenommen und quittiert. Trifft das zu, spricht das daf&uuml;r, dass nach der Vorstellung des Kl&auml;gers die Rechtswirkungen der Gesch&auml;fte zwischen ihm und B eintreten sollten. Der vom FG hervorgehobene Umstand, dass B keine Umsatzsteuererkl&auml;rungen abgegeben habe, ist demgegen&uuml;ber f&uuml;r die Annahme, es h&auml;tten keine Rechtsbeziehungen zu B begr&uuml;ndet werden sollen, zumindest dann nicht ausreichend, wenn dieser Umstand &#8211;wie hier&#8211; f&uuml;r den Kl&auml;ger nicht erkennbar war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Nachdem der Kl&auml;ger bereits mit der Sachr&uuml;ge Erfolg hat, muss &uuml;ber die Verfahrensr&uuml;ge nicht mehr entschieden werden (Senatsurteile vom 21.&nbsp;M&auml;rz 2007 V&nbsp;R&nbsp;28\/04, BFHE 217, 59, BStBl II 2010, 999, unter II.1.; vom 8.&nbsp;Oktober 2008 V&nbsp;R&nbsp;59\/07, BFHE 222, 189, BStBl II 2009, 218, unter II.4.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Sache ist nicht spruchreif. F&uuml;r das weitere Verfahren weist der Senat auf Folgendes hin:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Innere Tatsachen lassen sich regelm&auml;&szlig;ig nur anhand &auml;u&szlig;erer Umst&auml;nde feststellen (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 25.&nbsp;Juni 1984 GrS&nbsp;4\/82, BFHE 141, 405, BStBl II 1984, 751, unter C.IV.3.c&nbsp;bb; zuletzt BFH-Urteil vom 7.&nbsp;April 2016 IV&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFHE 253, 390, BStBl II 2016, 765, Rz&nbsp;19, jeweils zur Eink&uuml;nfteerzielungsabsicht). Ob die Rechtswirkungen der streitgegenst&auml;ndlichen Vertr&auml;ge zwischen dem Kl&auml;ger und B oder zwischen dem Kl&auml;ger und einem Dritten eintreten sollten, wird daher ma&szlig;geblich anhand der &auml;u&szlig;eren Umst&auml;nde des Vertragsschlusses zu beurteilen sein. F&uuml;r die Frage, was der Kl&auml;ger wusste oder wovon er ausgehen musste, kommt es dabei auf die f&uuml;r den Kl&auml;ger bei Vertragsschluss erkennbaren Umst&auml;nde an. Zur Ermittlung dieser Umst&auml;nde kann es sich insbesondere anbieten, Mitarbeiter des Kl&auml;gers als Zeugen zu vernehmen (&sect;&nbsp;82 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;373&nbsp;ff. der Zivilprozessordnung), die bei der Anbahnung und Durchf&uuml;hrung der Gesch&auml;fte anwesend waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Sollte B danach nicht als Leistender anzusehen sein, wird es f&uuml;r die Rechtm&auml;&szlig;igkeit der angefochtenen Steuerfestsetzung des Weiteren darauf ankommen, ob die verl&auml;ngerte Festsetzungsfrist (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO) eingreift und ob die vorangegangene Steuerfestsetzung aus dem Jahr 2001 ungeachtet der Tatsache ge&auml;ndert werden konnte, dass sie aufgrund einer Au&szlig;enpr&uuml;fung ergangen ist (&sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO). Daf&uuml;r m&uuml;ssen die objektiven und subjektiven Voraussetzungen einer Steuerhinterziehung, das hei&szlig;t eines der Tatbest&auml;nde des &sect;&nbsp;370 Abs.&nbsp;1 AO, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit festzustellen sein (BFH-Urteile vom 11.&nbsp;Dezember 2012 IX&nbsp;R&nbsp;33\/11, BFH\/NV 2013, 1057, Rz&nbsp;30; vom 29.&nbsp;Oktober 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;27\/10, BFHE 243, 116, BStBl II 2014, 295, Rz&nbsp;15; vom 2.&nbsp;April 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/13, BFHE 245, 295, BStBl II 2014, 698, Rz&nbsp;51, zu &sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 AO; BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Oktober 1988 III&nbsp;R&nbsp;194\/84, BFHE 155, 232, BStBl II 1989, 216; Senatsbeschluss vom 16.&nbsp;M&auml;rz 2016 V&nbsp;B&nbsp;89\/15, BFH\/NV 2016, 993, Rz&nbsp;9, zu &sect;&nbsp;173 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 AO; vgl. bereits Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 5.&nbsp;M&auml;rz 1979 GrS&nbsp;5\/77, BFHE 127, 140, BStBl II 1979, 570).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellungslast f&uuml;r die Tatbestandsmerkmale der Steuerhinterziehung trifft das FA (Beschluss des Gro&szlig;en Senats des BFH in BFHE 127, 140, BStBl II 1979, 570; BFH-Urteile in BFH\/NV 2013, 1057, Rz&nbsp;30; vom 15.&nbsp;Januar 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;22\/10, BFHE 240, 195, BStBl II 2013, 526, Rz&nbsp;14; in BFHE 243, 116, BStBl II 2014, 295, Rz&nbsp;15; in BFHE 245, 295, BStBl II 2014, 698, Rz&nbsp;51). Zwar hat der Unternehmer, der den Vorsteuerabzug geltend macht, die Darlegungs- und Feststellungslast f&uuml;r alle Tatsachen, die den Vorsteuerabzug begr&uuml;nden (Senatsurteil vom 23.&nbsp;Oktober 2014 V&nbsp;R&nbsp;23\/13, BFHE 247, 480, BStBl II 2015, 313, Rz&nbsp;18). Soweit das FA geltend macht, es sei aufgrund eines ungerechtfertigten Vorsteuerabzugs eine Steuerverk&uuml;rzung eingetreten, kommt es aber zu einer Umkehr der Darlegungs- und Feststellungslast. Das FA tr&auml;gt dann die Darlegungs- und Feststellungslast daf&uuml;r, dass der Unternehmer zum Vorsteuerabzug nicht berechtigt war, weil die Voraussetzungen hierf&uuml;r nicht vorlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 20.10.2016, V R 36\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.201016.VR36.14.0 Zur Versagung des Vorsteuerabzugs aus Gutschriften, weil in der Gutschrift nicht der leistende Unternehmer genannt wird &#8211; &quot;Strohmann&quot; als leistender Unternehmer Tenor Auf die Revision des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 13. November 2013&nbsp;&nbsp;3 K 3180\/10 aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht M&uuml;nchen zur&uuml;ckverwiesen. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-36-14-zur-versagung-des-vorsteuerabzugs-aus-gutschriften-weil-in-der-gutschrift-nicht-der-leistende-unternehmer-genannt-wird-strohmann-als-leistender-unternehmer\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;36\/14 &#8211; Zur Versagung des Vorsteuerabzugs aus Gutschriften, weil in der Gutschrift nicht der leistende Unternehmer genannt wird &#8211; &quot;Strohmann&quot; als leistender Unternehmer<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66352","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66352","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66352"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66352\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66352"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66352"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66352"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}