{"id":66354,"date":"2017-01-18T12:48:14","date_gmt":"2017-01-18T10:48:14","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66354"},"modified":"2017-01-18T12:48:14","modified_gmt":"2017-01-18T10:48:14","slug":"vi-r-27-15-schadensersatzleistungen-als-erwerbsaufwendungen-beschluss-gemaess-par-126a-fgo-nach-revisionszulassung-durch-bfh","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-27-15-schadensersatzleistungen-als-erwerbsaufwendungen-beschluss-gemaess-par-126a-fgo-nach-revisionszulassung-durch-bfh\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;27\/15 &#8211; Schadensersatzleistungen als Erwerbsaufwendungen &#8211; Beschluss gem&auml;&szlig; &sect; 126a FGO nach Revisionszulassung durch BFH"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.10.2016, VI R 27\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.201016.VIR27.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Schadensersatzleistungen als Erwerbsaufwendungen &#8211; Beschluss gem&auml;&szlig; &sect; 126a FGO nach Revisionszulassung durch BFH<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Auch strafbare Handlungen, die im Zusammenhang mit einer betrieblichen oder beruflichen T&auml;tigkeit stehen, k&ouml;nnen Erwerbsaufwendungen begr&uuml;nden (Anschluss an das Senatsurteil vom 9. Dezember 2003 VI R 35\/96, BFHE 205, 56, BStBl II 2004, 641).<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Die Annahme von Erwerbsaufwendungen setzt allerdings auch in diesen F&auml;llen voraus, dass die &#8211;die Aufwendungen ausl&ouml;senden&#8211; schuldhaften Handlungen noch im Rahmen der betrieblichen oder beruflichen Aufgabenerf&uuml;llung liegen und nicht auf privaten, den betrieblichen oder beruflichen Zusammenhang aufhebenden Umst&auml;nden beruhen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Eine erwerbsbezogene Veranlassung wird aufgehoben, wenn die strafbaren Handlungen mit der Erwerbst&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen nur insoweit im Zusammenhang stehen, als diese eine Gelegenheit zu einer Straftat verschafft. Gleiches gilt, wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber bewusst sch&auml;digen wollte oder sich oder einen Dritten durch die sch&auml;digende Handlung bereichert hat.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Der Umstand, dass der Senat die Revision zugelassen hat, steht dem Verfahren nach &sect; 126a FGO nicht entgegen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;ger gegen das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 29. Oktober 2014&nbsp;&nbsp;5 K 463\/12 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens haben die Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Schadensersatzleistungen als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit im Streitjahr (2009) abzugsf&auml;hig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) sind verheiratet und wurden f&uuml;r das Streitjahr zur Einkommensteuer zusammen veranlagt. Der Kl&auml;ger war vom &#8230;&nbsp;1995 bis zum &#8230;&nbsp;1998 Vorstandsmitglied der &#8230; AG (AG) und war an dieser zun&auml;chst mit &#8230;&nbsp;Aktien beteiligt. Im Jahre 1998 war der Kl&auml;ger lediglich noch im Besitz von &#8230;&nbsp;Aktien, die er am &#8230;&nbsp;1998 zum Preis von &#8230;&nbsp;DM je Aktie verkaufte, wobei die Dividende vereinbarungsgem&auml;&szlig; noch dem Kl&auml;ger zustehen sollte. Aus dieser Aktienbeteiligung floss dem Kl&auml;ger eine Dividendenzahlung f&uuml;r das Gesch&auml;ftsjahr 1997 in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;DM zu. Mit Ablauf des &#8230; 1998 schied der Kl&auml;ger aus dem Vorstand der AG aus. Der neue Vorstand erstattete am &#8230; 1999 Strafanzeige gegen Mitglieder des alten Vorstands. Der Kl&auml;ger wurde mit Urteil des Landgerichts &#8230; wegen &#8230; zum Nachteil der AG verurteilt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am &#8230; 2001 stellte der damalige Vorstandsvorsitzende der AG wegen drohender Zahlungsunf&auml;higkeit einen Insolvenzantrag. Der Insolvenzverwalter der AG klagte gegen den Kl&auml;ger, zwei weitere fr&uuml;here Vorstandsmitglieder (Herr D. und Herr N.) sowie gegen den Insolvenzverwalter &uuml;ber das Verm&ouml;gen des vierten fr&uuml;heren Vorstandsmitglieds auf Schadensersatz. Zur Begr&uuml;ndung verwies der Insolvenzverwalter darauf, dass die Beklagten zum 31.&nbsp;Dezember 1997 eine falsche Bilanz f&uuml;r die AG erstellt h&auml;tten und als Folge auch zum 31.&nbsp;Dezember 1998 eine falsche Bilanz erstellt worden sei. Die unzutreffenden Bilanzen h&auml;tten zu einer Dividendenaussch&uuml;ttung der AG f&uuml;r die Jahre 1997 und 1998 gef&uuml;hrt, obwohl in diesen Jahren tats&auml;chlich kein Gewinn erzielt worden sei. Der Rechtsstreit wurde durch einen Vergleich vor dem Oberlandesgericht (OLG) &#8230; beendet. Darin verpflichteten sich der Kl&auml;ger und Herr N. auf Grundlage des &sect;&nbsp;93 Abs.&nbsp;2 des Aktiengesetzes zur Zahlung von &#8230;&nbsp;EUR an den Insolvenzverwalter, wobei auf jeden die H&auml;lfte des Betrages entfiel. &#8230;&nbsp;EUR waren bis zum &#8230; 2009 zu leisten, w&auml;hrend der Restbetrag von &#8230;&nbsp;EUR in j&auml;hrlichen Raten von je &#8230;&nbsp;EUR zu begleichen war. Der Gesamtbetrag sollte jedoch vom Kl&auml;ger bezahlt werden, da Herr N. nicht &uuml;ber ausreichende eigene Mittel verf&uuml;gte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">In seiner Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr erkl&auml;rte der Kl&auml;ger aus diesen Vorg&auml;ngen Werbungskosten in H&ouml;he von 1.227.818,90&nbsp;EUR bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit, die sich wie folgt zusammensetzten:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Zahlung aus der Vergleichsvereinbarung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Zahlung gem&auml;&szlig; Beschluss des OLG<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Rechtsanwaltskosten<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Zinsen zur Finanzierung<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&#8230;&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die geltend gemachten Aufwendungen bei der Einkommensteuerfestsetzung nicht. Die nach erfolglosem Vorverfahren erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 1524 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gen die Kl&auml;ger die Verletzung formellen und materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragen,<br \/>das Urteil des FG K&ouml;ln vom 29.&nbsp;Oktober 2014&nbsp;&nbsp;5&nbsp;K&nbsp;463\/12 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2009 zuletzt vom 19.&nbsp;Dezember 2013 insoweit zu &auml;ndern, als weitere Werbungskosten in H&ouml;he von 1.227.818,90&nbsp;EUR bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme. Die Revision der Kl&auml;ger ist daher als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Dem steht der Umstand, dass der Senat die Revision zugelassen hat, nicht entgegen. Denn auch in einem solchen Fall kann der Bundesfinanzhof (BFH) nach &sect;&nbsp;126a FGO verfahren, wenn er &#8211;wie vorliegend&#8211; im Revisionsverfahren zu dem Ergebnis kommt, dass die Revision unbegr&uuml;ndet ist (Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 6.&nbsp;September 1996&nbsp;&nbsp;1&nbsp;BvR&nbsp;1485\/89, H&ouml;chstrichterliche Finanzrechtsprechung 1996, 827).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die nach der Anh&ouml;rungsmitteilung der Vorsitzenden von den Kl&auml;gern gestellten Antr&auml;ge, eine m&uuml;ndliche Verhandlung durchzuf&uuml;hren sowie die Rechtssache dem Gro&szlig;en Senat des BFH zur Entscheidung vorzulegen, gehen ins Leere. Derartige Antr&auml;ge sind im Verfahren nach &sect;&nbsp;126a FGO vom Gesetz nicht vorgesehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Entscheidung des FG, dass die Schadensersatzleistungen des Kl&auml;gers an den Insolvenzverwalter nicht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit abzugsf&auml;hig sind, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten, n&auml;mlich Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen, i.S. des &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG) liegen bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit (&sect;&nbsp;19 EStG) vor, wenn sie durch den Beruf veranlasst sind. Sie sind beruflich veranlasst, wenn ein objektiver Zusammenhang mit dem Beruf besteht und die Aufwendungen subjektiv zur F&ouml;rderung des Berufs get&auml;tigt werden (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss vom 9.&nbsp;November 2015 VI&nbsp;R&nbsp;36\/13, BFH\/NV 2016, 194, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Ob Aufwendungen der beruflichen Sph&auml;re oder der steuerunerheblichen Privatsph&auml;re zuzurechnen sind, entscheidet sich dabei unter W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls, ohne dass allerdings schon ein abstrakter Kausalzusammenhang i.S. einer conditio sine qua non die einkommensteuerliche Zuordnung der Aufwendungen zur Erwerbssph&auml;re rechtfertigt. Aufwendungen sind vielmehr nur dann als durch eine Einkunftsart veranlasst anzusehen, wenn sie hierzu in einem steuerrechtlich anzuerkennenden wirtschaftlichen Zusammenhang stehen. Ma&szlig;gebend daf&uuml;r, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die wertende Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen ausl&ouml;senden Moments, zum anderen die Zuweisung dieses ma&szlig;gebenden Besteuerungsgrundes zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. Senatsbeschluss in BFH\/NV 2016, 194; Senatsurteile vom 6.&nbsp;Mai 2010 VI&nbsp;R&nbsp;25\/09, BFHE 229, 297, BStBl II 2010, 851, und vom 17.&nbsp;September 2009 VI&nbsp;R&nbsp;24\/08, BFHE 226, 321, BStBl II 2010, 198).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nach der Entscheidung des Gro&szlig;en Senats des BFH vom 28.&nbsp;November 1977 GrS&nbsp;2-3\/77 (BFHE 124, 43, BStBl II 1978, 105) zu Unfallkosten bei einem bewussten und leichtfertigen Versto&szlig; gegen Verkehrsvorschriften k&ouml;nnen auch schuldhaft verursachte Aufwendungen als Erwerbsaufwendungen zu ber&uuml;cksichtigen sein. In diesen F&auml;llen ist nicht stets die private Lebensf&uuml;hrung des Steuerpflichtigen betroffen. Nach Ansicht des Gro&szlig;en Senats sind &#8211;f&uuml;r die Einordnung von Aufwendungen diesseits oder jenseits der Grenze des &sect;&nbsp;12 EStG&#8211; auf das Verschulden, die Strafbarkeit oder das moralische Verhalten des Steuerpflichtigen abzielende Wertungen ungeeignet, weil die Besteuerung sich grunds&auml;tzlich wertungsindifferent nur nach der wirtschaftlichen Leistungsf&auml;higkeit richtet. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dementsprechend k&ouml;nnen auch strafbare Handlungen, die im Zusammenhang mit einer betrieblichen oder beruflichen T&auml;tigkeit stehen, Erwerbsaufwendungen begr&uuml;nden und die sich aus ihnen ergebenden Schadensersatzverpflichtungen zu Werbungskosten oder Betriebsausgaben sowie Betriebsschulden bzw. R&uuml;ckstellungen i.S. der &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;249 des Handelsgesetzbuchs f&uuml;hren (st&auml;ndige BFH-Rechtsprechung; z.B. Beschluss vom 20.&nbsp;Juli 1994 I&nbsp;B&nbsp;11\/94, BFH\/NV 1995, 198; Urteil vom 2.&nbsp;Oktober 1992 III&nbsp;R&nbsp;54\/91, BFHE 169, 423, BStBl II 1993, 153). Dieses Ergebnis folgt nicht nur aus dem objektiven Nettoprinzip, sondern ergibt sich auch aus &sect;&nbsp;40 der Abgabenordnung (AO). Danach ist es f&uuml;r die Besteuerung unerheblich, ob ein Verhalten, das den Tatbestand eines Steuergesetzes ganz oder zum Teil erf&uuml;llt, gegen ein gesetzliches Gebot oder Verbot oder gegen die guten Sitten verst&ouml;&szlig;t (Senatsurteil vom 9.&nbsp;Dezember 2003 VI&nbsp;R&nbsp;35\/96, BFHE 205, 56, BStBl II 2004, 641). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Annahme von Erwerbsaufwendungen setzt in diesen F&auml;llen allerdings voraus, dass die &#8211;die Aufwendungen ausl&ouml;senden&#8211; schuldhaften Handlungen noch im Rahmen der betrieblichen oder beruflichen Aufgabenerf&uuml;llung liegen und nicht auf privaten, den betrieblichen oder beruflichen Zusammenhang aufhebenden Umst&auml;nden beruhen (Senatsurteil in BFHE 205, 56, BStBl II 2004, 641). So greifen nach der Rechtsprechung private Gr&uuml;nde dann durch, wenn die strafbaren Handlungen mit der Erwerbst&auml;tigkeit des Steuerpflichtigen nur insoweit im Zusammenhang stehen, als diese eine Gelegenheit zu einer Straftat verschafft (vgl. BFH-Urteil vom 19.&nbsp;M&auml;rz 1987 IV&nbsp;R&nbsp;140\/84, BFH\/NV 1987, 577; FG M&uuml;nchen, Urteil vom 30.&nbsp;September 1998&nbsp;&nbsp;1&nbsp;K&nbsp;774\/96, EFG 1999, 108). Ein erwerbsbezogener Veranlassungszusammenhang wird auch aufgehoben, wenn der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber bewusst sch&auml;digen wollte oder sich oder einen Dritten durch die sch&auml;digende Handlung bereichert hat (Senatsurteile vom 18.&nbsp;September 1987 VI&nbsp;R&nbsp;121\/84, BFH\/NV 1988, 353; vom 3.&nbsp;Mai 1985 VI&nbsp;R&nbsp;103\/82, BFH\/NV 1986, 392; vom 6.&nbsp;Februar 1981 VI&nbsp;R&nbsp;30\/77, BFHE 132, 461, BStBl II 1981, 362, und vom 18.&nbsp;Oktober 2007 VI&nbsp;R&nbsp;42\/04, BFHE 219, 197, BStBl II 2008, 223). Diese von der Rechtsprechung entwickelten Grunds&auml;tze zu schuldhaft veranlassten Aufwendungen finden in der Literatur &#8211;soweit ersichtlich&#8211; einhellige Zustimmung (vgl. z.B. von Bornhaupt, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;B&nbsp;211&nbsp;ff.; S&ouml;hn, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;4 Rz&nbsp;E&nbsp;1200, Stichwort Schadensersatzleistungen; Schmidt\/Kr&uuml;ger, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;19 Rz&nbsp;110, Stichwort Schadensersatz; Bergkemper in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;614, Stichwort Schaden, Schadensersatz und Schadensbeseitigung; Bl&uuml;mich\/ Th&uuml;rmer, &sect;&nbsp;9 EStG Rz&nbsp;148 und 700, Stichwort Schadensersatzleistungen; Zimmer in Littmann\/Bitz\/Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;116; Lochte in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;9 Rz&nbsp;42; Hartz\/Mee&szlig;en\/Wolf, ABC-F&uuml;hrer Lohnsteuer, Stichwort Schadensersatz, Rz&nbsp;30&nbsp;ff.). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben ist die angefochtene Entscheidung revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Denn die W&uuml;rdigung des FG, dass es an einem (ausschlie&szlig;lichen) Erwerbsbezug der sch&auml;digenden Handlung &#8211;insbesondere der unrichtigen Darstellung der Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse der AG&#8211; fehlt, weil auch der Kl&auml;ger selbst einen wirtschaftlichen Vorteil daraus gezogen hat, widerspricht weder Denkgesetzen noch Erfahrungss&auml;tzen. Sie liegt vielmehr aufgrund des Umstands, dass sich der Kl&auml;ger die Dividendenauszahlung bei Ver&auml;u&szlig;erung der ihm verbliebenen Anteile am &#8230; 1998 und damit nach dem Erstellen der fehlerhaften Bilanz ausdr&uuml;cklich vorbehalten hat, nahe. Die Gewinnaussch&uuml;ttung, an der der Kl&auml;ger teilhatte, w&auml;re ohne den &uuml;berh&ouml;hten Gewinnausweis, den der Kl&auml;ger als Vorstand der AG zu verantworten hatte und f&uuml;r den er ausweislich der bindenden Feststellungen des FG (&sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO) strafrechtlich zur Verantwortung gezogen wurde, nicht m&ouml;glich gewesen. Zudem hat der Kl&auml;ger dadurch den Wert seiner Beteiligung verf&auml;lscht und bei der Ver&auml;u&szlig;erung seiner Aktien am &#8230; 1998 einen ansonsten am Markt nicht zu erzielenden Kaufpreis erlangt. Insofern bestand neben dem Interesse der AG, die prognostizierte Dividende im Rahmen einer geplanten Kapitalerh&ouml;hung darstellen zu k&ouml;nnen, auch ein erhebliches eigenes Interesse des Kl&auml;gers an der gesch&ouml;nten Gewinndarstellung. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die hiergegen erhobenen Einw&auml;nde der Revision greifen nicht durch. Soweit die Kl&auml;ger vorbringen, dass nicht der &uuml;berh&ouml;hte Gewinnausweis in der Bilanz, sondern das Eigentum an den bezugsberechtigten Aktien (oder wie hier das Eigentum an dem Bezugsrecht nach Verkauf der Aktien zu &quot;ex&quot;-Dividende Konditionen) sowie der Beschluss der Hauptversammlung &quot;conditio sine qua non&quot; des Dividendenbezugs seien, verkennen sie die wesentliche Ursache des Geschehens. Das ausl&ouml;sende Moment, das letztlich zur Aussch&uuml;ttung der Dividende auch an den Kl&auml;ger f&uuml;hrte, ist von ihm gesetzt worden. Er hat die Bilanz f&uuml;r das Jahr 1997 aufgebessert und damit die Kausalkette in Gang gesetzt, die in der Gewinnaussch&uuml;ttung m&uuml;ndete. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der (hilfsweise) Einwand der Kl&auml;ger, der Kl&auml;ger habe durch den Bezug der Dividende keine Bereicherung erfahren, da sich der B&ouml;rsenkurs einer Aktie am Tag der Dividendenauszahlung um den rechnerischen Wert der Dividende vermindere (so genannter Dividendenabschlag), geht ebenfalls fehl. Zum einen bleibt dabei unber&uuml;cksichtigt, dass die unrichtige Darstellung der Verm&ouml;gensverh&auml;ltnisse auch den Ver&auml;u&szlig;erungspreis der Aktien zu Gunsten des Kl&auml;gers beeinflusst hat, zum anderen l&auml;sst diese verm&ouml;gensorientierte Gesamtbetrachtung au&szlig;er Acht, dass das Einkommensteuerrecht zwischen Einkunftsquelle und Ertrag &#8211;vorliegend Kapitalverm&ouml;gen und Dividende&#8211; unterscheidet und deshalb Wertver&auml;nderungen auf der Verm&ouml;gensebene einer Bereicherung durch den Bezug von Eink&uuml;nften (hier &#8230;&nbsp;DM) nicht entgegenstehen k&ouml;nnen. Deshalb steht auch das Vorbringen, der Kl&auml;ger habe bei seinem (vorzeitigen) Ausscheiden aus dem Vorstand der AG im &#8230; 1998 auf die vertraglich zustehende, restliche Entlohnung und auf seine Tantieme f&uuml;r das Jahr 1997 verzichtet, seiner Bereicherung durch die zu Unrecht ausgesch&uuml;ttete Dividende nicht entgegen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch hat das FG die streitigen Aufwendungen zu Recht nicht unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben zum Werbungskostenabzug zugelassen. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) In der Rechtsprechung des BFH ist zwar anerkannt, dass die Finanzbeh&ouml;rden auch au&szlig;erhalb einer Au&szlig;enpr&uuml;fung eine &#8211;nunmehr in &sect;&nbsp;89 Abs.&nbsp;2 AO geregelte&#8211; Zusage geben k&ouml;nnen, deren Verbindlichkeit &#8211;bis zur Einf&uuml;hrung dieser Vorschrift durch das F&ouml;deralismusreform-Begleitgesetz vom 5.&nbsp;September 2006 (BGBl I 2006, 2098) mit Wirkung zum 12.&nbsp;September 2006&#8211; aus den Grunds&auml;tzen von Treu und Glauben abzuleiten war (z.B. BFH-Urteil vom 17.&nbsp;September 2015 III&nbsp;R&nbsp;49\/13, BFHE 252, 17, m.w.N.). Aus einer solchen Auskunft k&ouml;nnen aber Rechtswirkungen nur abgeleitet werden, wenn &#8211;unter weiteren Voraussetzungen, deren Vorliegen im Streitfall dahinstehen kann&#8211; der Steuerpflichtige die (verbindliche) Zusage beantragt und das FA eine solche ohne Einschr&auml;nkung erteilt hat (BFH-Urteil vom 17.&nbsp;September 1992 IV&nbsp;R&nbsp;39\/90, BFHE 169, 290, BStBl II 1993, 218, m.w.N.). Hieran fehlt es jedenfalls vorliegend insoweit, als dem Kl&auml;ger der begehrte Werbungskostenabzug im Streitjahr nicht verbindlich zugesagt worden ist. Insbesondere haben sich die Finanzbeh&ouml;rden entgegen der Auffassung der Revision in dem Schreiben des Finanzamts &#8230; vom &#8230; 2006 und den Ausf&uuml;hrungen im BP-Bericht vom &#8230; 2005 nicht dahingehend gebunden. Denn dort wird lediglich erkl&auml;rt, &quot;dass der Werbungskostenabzug [von Vergleichszahlungen] erst im Jahr der Auszahlung an die &#8230; AG in Betracht kommt (&sect;&nbsp;11 EStG)&quot;. Eine uneingeschr&auml;nkte Zusage zum Werbungskostenabzug ist dieser Erkl&auml;rung nicht zu entnehmen. Vielmehr weist ihr Wortlaut (&quot;in Betracht kommt&quot;) &#8211;worauf das FG zutreffend hinweist&#8211; darauf hin, dass eine abschlie&szlig;ende steuerrechtliche Pr&uuml;fung des voraussichtlichen Geschehens (auch dem Grunde nach) nicht bereits im Rahmen der Betriebspr&uuml;fung, sondern erst im Veranlagungszeitraum der Vergleichszahlungen erfolgen sollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ein Werbungskostenabzug der streitigen Aufwendungen aufgrund einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung kommt ebenfalls nicht in Betracht. Denn nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ist eine tats&auml;chliche Verst&auml;ndigung &uuml;ber Rechtsfragen &#8211;wie hier &uuml;ber den Werbungskostenabzug von Vergleichszahlungen und Schadensersatzleistungen&#8211; ausgeschlossen (BFH-Urteil vom 31.&nbsp;M&auml;rz 2004 I&nbsp;R&nbsp;71\/03, BFHE 206, 42, BStBl II 2004, 742, unter II.11.b).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der von den Kl&auml;gern ger&uuml;gte Verfahrensmangel einer Verletzung ihres Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r (Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 des Grundgesetzes &#8211;GG&#8211;, &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;2 und &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;2 FGO) u.a. durch Erlass einer so genannten &Uuml;berraschungsentscheidung liegt nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;ger tragen vor, das FG habe sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung mit dem Hinweis &uuml;berrascht, dass die dem Kl&auml;ger f&uuml;r das Jahr 1997 gew&auml;hrte Dividende m&ouml;glicherweise gegen eine ausschlie&szlig;liche berufliche Veranlassung spreche.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insoweit fehlt es bereits an einer schl&uuml;ssigen Geh&ouml;rsr&uuml;ge. Denn aus dem kl&auml;gerischen Vortrag ergibt sich, dass das FG den betreffenden rechtlichen Gesichtspunkt nicht erst mit dem Endurteil in das Verfahren eingebracht, sondern bereits in der m&uuml;ndlichen Verhandlung er&ouml;rtert hat. Die Kl&auml;ger mussten allein schon aus diesem Grund damit rechnen, dass das Gericht diesen Gesichtspunkt bei der Urteilsfindung ber&uuml;cksichtigen w&uuml;rde. Auch hatten die rechtskundig vertretenen Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung hinreichend Gelegenheit, sich hierzu zu &auml;u&szlig;ern. Eine zur Verletzung des Anspruchs auf rechtliches Geh&ouml;r f&uuml;hrende &Uuml;berraschungsentscheidung liegt folglich nicht vor (vgl. BFH-Beschluss vom 31.&nbsp;Juli 2014 III&nbsp;B&nbsp;13\/14, BFH\/NV 2014, 1901). <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&Uuml;berdies h&auml;tten sie ihr dahingehendes R&uuml;gerecht verloren. Denn die Kl&auml;ger haben trotz des vermeintlich &uuml;berraschenden richterlichen Hinweises r&uuml;gelos zur Sache verhandelt (&sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 der Zivilprozessordnung &#8211;ZPO&#8211;; vgl. BFH-Beschluss vom 23.&nbsp;Oktober 2015 IX&nbsp;B&nbsp;92\/15, BFH\/NV 2016, 217, m.w.N.). Die mehr als 20 Monate vor der m&uuml;ndlichen Verhandlung schrifts&auml;tzlich ge&auml;u&szlig;erte Bitte um einen Hinweis gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;76 FGO, falls das FG entgegen der Auffassung des Kl&auml;gervertreters eine weitere Stellungnahme zu einem Schriftsatz des FA f&uuml;r erforderlich halte, steht dem Verlust des R&uuml;gerechts nicht entgegen. Vielmehr h&auml;tten die sach- und fachkundig vertretenen Kl&auml;ger in der m&uuml;ndlichen Verhandlung Vertagung oder die Gew&auml;hrung einer weiteren Schriftsatzfrist beantragen m&uuml;ssen (BFH-Beschluss in BFH\/NV 2014, 1901). Entsprechendes gilt f&uuml;r den von den Kl&auml;gern ger&uuml;gten Verfahrensmangel einer Verletzung der Sachaufkl&auml;rungspflicht (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Nichts anderes gilt, soweit die Kl&auml;ger einen Geh&ouml;rsversto&szlig; wegen des &Uuml;bergehens eines lediglich schrifts&auml;tzlich und bedingt (f&uuml;r den Fall des weiteren Bestreitens durch das FA) gestellten Beweisantrags r&uuml;gen. Diese R&uuml;ge kann schon deshalb nicht verfangen, weil die insoweit einschl&auml;gige Norm des &sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO eine Verfahrensvorschrift ist, auf deren Einhaltung die Prozessbeteiligten nach &sect;&nbsp;155 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;295 ZPO &#8211;ausdr&uuml;cklich oder durch Unterlassen einer R&uuml;ge&#8211; verzichten k&ouml;nnen (z.B. BFH-Beschl&uuml;sse in BFH\/NV 2016, 217, und vom 25.&nbsp;M&auml;rz 2013 IX&nbsp;B&nbsp;180\/12, BFH\/NV 2013, 968, jeweils m.w.N.). Aus dem insoweit ma&szlig;geblichen Sitzungsprotokoll (vgl. &sect;&nbsp;94 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;160 Abs.&nbsp;4, &sect;&nbsp;164 ZPO) ergibt sich nicht, dass der Beweisantrag in der m&uuml;ndlichen Verhandlung wiederholt und das &Uuml;bergehen dieses Beweisantrags ger&uuml;gt worden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Soweit die Kl&auml;ger bezweifeln, dass das FG bei seiner Entscheidungsfindung unter Versto&szlig; gegen Art.&nbsp;103 Abs.&nbsp;1 GG alle entscheidungserheblichen Tatsachen und Umst&auml;nde in Erw&auml;gung gezogen habe, entbehrt dieses Vorbringen jeglicher Grundlage. Der Hinweis der Kl&auml;ger auf den Umstand, dass die m&uuml;ndliche Verhandlung um 12:13 Uhr geschlossen und das Urteil bereits um 15:25 Uhr verk&uuml;ndet worden sei, begr&uuml;ndet keine derartigen Zweifel. Vielmehr ist dieser Zeitraum ausreichend, um in einem Fall wie dem vorliegenden s&auml;mtliche f&uuml;r und gegen die Auffassung der Kl&auml;ger sprechenden Umst&auml;nde abzuw&auml;gen und die damit einhergehenden Rechtsprobleme zu entscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.10.2016, VI R 27\/15ECLI:DE:BFH:2016:B.201016.VIR27.15.0 Schadensersatzleistungen als Erwerbsaufwendungen &#8211; Beschluss gem&auml;&szlig; &sect; 126a FGO nach Revisionszulassung durch BFH Leits&auml;tze 1. Auch strafbare Handlungen, die im Zusammenhang mit einer betrieblichen oder beruflichen T&auml;tigkeit stehen, k&ouml;nnen Erwerbsaufwendungen begr&uuml;nden (Anschluss an das Senatsurteil vom 9. Dezember 2003 VI R 35\/96, BFHE 205, 56, BStBl II 2004, &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-27-15-schadensersatzleistungen-als-erwerbsaufwendungen-beschluss-gemaess-par-126a-fgo-nach-revisionszulassung-durch-bfh\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;27\/15 &#8211; Schadensersatzleistungen als Erwerbsaufwendungen &#8211; Beschluss gem&auml;&szlig; &sect; 126a FGO nach Revisionszulassung durch BFH<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66354","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66354","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66354"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66354\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66354"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66354"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66354"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}