{"id":66357,"date":"2017-01-18T12:48:17","date_gmt":"2017-01-18T10:48:17","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66357"},"modified":"2017-01-18T12:48:17","modified_gmt":"2017-01-18T10:48:17","slug":"vi-r-57-15-berechnung-des-unterhaltshoechstbetrags-gemaess-par-33a-abs-1-estg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-57-15-berechnung-des-unterhaltshoechstbetrags-gemaess-par-33a-abs-1-estg\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;57\/15 &#8211; Berechnung des Unterhaltsh&ouml;chstbetrags gem&auml;&szlig; &sect; 33a Abs. 1 EStG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.10.2016, VI R 57\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.201016.VIR57.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Berechnung des Unterhaltsh&ouml;chstbetrags gem&auml;&szlig; &sect; 33a Abs. 1 EStG<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Das Elterngeld z&auml;hlt bei der Berechnung des abzugsf&auml;higen Unterhaltsh&ouml;chstbetrags in vollem Umfang und damit einschlie&szlig;lich des Sockelbetrags (&sect; 2 Abs. 4 BEEG) zu den anrechenbaren Bez&uuml;gen des Unterhaltsempf&auml;ngers i.S. des &sect; 33a Abs. 1 Satz 5 EStG i.d.F. des B&uuml;rgEntlG KV.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision der Kl&auml;gerin gegen das Urteil des S&auml;chsischen Finanzgerichts vom 15. Oktober 2015&nbsp;&nbsp;1 K 436\/14 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob der Sockelbetrag des Elterngeldes im Rahmen der Berechnung des H&ouml;chstbetrags gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes i.d.F. des B&uuml;rgerentlastungsgesetzes Krankenversicherung (B&uuml;rgEntlG&nbsp;KV) vom 16.&nbsp;Juli 2009 (BGBl I 2009, 1959) &#8211;EStG&#8211; zu den (anrechenbaren) Bez&uuml;gen der unterhaltenen Person z&auml;hlt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war im Streitjahr (2012) ledig und erzielte Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit i.S. des &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 EStG. Sie ist Mutter von im Jahr 2012 geborenen Zwillingen. Mit Bescheid vom 11.&nbsp;Oktober 2013 setzte der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) die Einkommensteuer auf 2.374&nbsp;EUR fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte die Kl&auml;gerin Einspruch ein, mit dem sie (erstmals) die Ber&uuml;cksichtigung von Unterhaltsaufwendungen an den unterhaltsberechtigten Vater ihrer Kinder als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastung nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG begehrte (geleisteter Unterhalt laut Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r die Monate November und Dezember 2012: 1.334&nbsp;EUR). Der unterhaltsberechtigte Kindesvater erhielt in diesem Zeitraum Elterngeld nach dem Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) in H&ouml;he von monatlich 1.016,81&nbsp;EUR. Mit Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Februar 2014 wies das FA den Einspruch als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Das Elterngeld, das in vollem Umfang (und nicht um den Sockelbetrag vermindert) als anrechenbarer Bezug des Unterhaltsberechtigten anzusehen sei, &uuml;bersteige den anteiligen Unterhaltsh&ouml;chstbetrag, so dass die von der Kl&auml;gerin geleisteten Unterhaltsaufwendungen nicht nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG abziehbar seien.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die daraufhin erhobene Klage wies das Finanzgericht (FG) mit den in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2016, 914 ver&ouml;ffentlichten Gr&uuml;nden ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin die Verletzung materiellen Rechts.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie beantragt,<br \/>das Urteil des S&auml;chsischen FG vom 15.&nbsp;Oktober 2015&nbsp; 1&nbsp;K&nbsp;436\/14 sowie die Einspruchsentscheidung vom 24.&nbsp;Februar 2014 aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Jahr 2012 vom 11.&nbsp;Oktober 2013 insoweit zu &auml;ndern, als Unterhaltsleistungen in H&ouml;he von 124,38&nbsp;EUR als au&szlig;ergew&ouml;hnliche Belastungen ber&uuml;cksichtigt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Entscheidung ergeht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126a der Finanzgerichtsordnung (FGO). Der Senat h&auml;lt einstimmig die Revision f&uuml;r unbegr&uuml;ndet und eine m&uuml;ndliche Verhandlung nicht f&uuml;r erforderlich. Die Beteiligten sind davon unterrichtet worden und hatten Gelegenheit zur Stellungnahme.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision der Kl&auml;gerin ist als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 FGO). Das FG hat das erhaltene Elterngeld bei der Ermittlung des abzugsf&auml;higen H&ouml;chstbetrags gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG zu Recht einschlie&szlig;lich des Sockelbetrags und damit in voller H&ouml;he als Bezug der unterhaltsberechtigten Person ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Erwachsen einem Steuerpflichtigen Aufwendungen f&uuml;r den Unterhalt einer dem Steuerpflichtigen oder seinem Ehegatten gegen&uuml;ber gesetzlich unterhaltsberechtigten Person, so wird auf Antrag die Einkommensteuer dadurch erm&auml;&szlig;igt, dass die Aufwendungen bis zu 8.004&nbsp;EUR im Kalenderjahr vom Gesamtbetrag der Eink&uuml;nfte abgezogen werden (&sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG). Der Unterhaltsh&ouml;chstbetrag erh&ouml;ht sich gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG um den Betrag der im jeweiligen Veranlagungszeitraum nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 EStG f&uuml;r die Absicherung der unterhaltsberechtigten Person aufgewandten Beitr&auml;ge; dies gilt nicht f&uuml;r Kranken- und Pflegeversicherungsbeitr&auml;ge, die bereits (beim Unterhaltsverpflichteten) nach &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 EStG anzusetzen sind. Hat die unterhaltene Person andere Eink&uuml;nfte oder Bez&uuml;ge, so vermindert sich nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG die Summe der nach Satz&nbsp;1 und Satz&nbsp;2 ermittelten Betr&auml;ge (Unterhaltsh&ouml;chstbetrag) um den Betrag, um den diese Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge den Betrag von 624&nbsp;EUR im Kalenderjahr &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Unter Bez&uuml;gen i.S. des &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5&nbsp; 1.&nbsp;Halbsatz EStG sind alle Einnahmen in Geld oder Geldeswert zu verstehen, also auch nicht steuerbare oder &#8211;z.B. in den &sect;&sect;&nbsp;3 und 3b EStG&#8211; f&uuml;r steuerfrei erkl&auml;rte Einnahmen, die nicht bereits im Rahmen der einkommensteuerrechtlichen Eink&uuml;nfteermittlung erfasst werden. Dar&uuml;ber hinaus geh&ouml;ren gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5&nbsp; 2.&nbsp;Halbsatz EStG hierzu auch steuerfreie Gewinne nach den &sect;&sect;&nbsp;14, 16 Abs.&nbsp;4 EStG, &sect;&nbsp;17 Abs.&nbsp;3 EStG und &sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 EStG, die nach &sect;&nbsp;19 Abs.&nbsp;2 EStG steuerfrei bleibenden Eink&uuml;nfte sowie Sonderabschreibungen und erh&ouml;hte Absetzungen, soweit sie die h&ouml;chstm&ouml;glichen Absetzungen f&uuml;r Abnutzung nach &sect;&nbsp;7 EStG &uuml;bersteigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat braucht im Streitfall nicht zu entscheiden, ob auf den Unterhaltsh&ouml;chstbetrag weiterhin nur solche Bez&uuml;ge anzurechnen sind, die zur Bestreitung des Unterhalts bestimmt oder geeignet sind, oder der Begriff der &quot;Bez&uuml;ge&quot; in &sect;&nbsp;33a EStG durch die Streichung des in &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz 4 EStG a.F. (jetzt: Satz&nbsp;5) enthaltenen Verweises auf &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG a.F. eine inhaltliche &Auml;nderung dahingehend erfahren hat, dass hierzu nunmehr auch zweckgebundene Bez&uuml;ge z&auml;hlen, die dem Unterhaltsberechtigten f&uuml;r seinen &uuml;blichen Lebensunterhalt tats&auml;chlich nicht zur Verf&uuml;gung stehen (Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 15.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33a Rz&nbsp;21; Pust in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;33a Rz&nbsp;196; My&szlig;en\/Wolter, Neue Wirtschafts-Briefe 2009, 3900; a.A. Pfirrmann in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;96; Schmidt\/Loschelder, EStG, 35.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;33a Rz&nbsp;27; Hufeld, in: Kirchhof\/S&ouml;hn\/Mellinghoff, EStG, &sect;&nbsp;33a Rz&nbsp;B&nbsp;65; Bl&uuml;mich\/Heger, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;218; St&ouml;cker in Lademann, EStG, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;411; Fuhrmann in Korn, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;36; Endert in Frotscher, EStG, Freiburg 2011, &sect;&nbsp;33a Rz&nbsp;35). Denn das Elterngeld wird nicht zweckgebunden im Hinblick auf einen famili&auml;ren Sonderbedarf gew&auml;hrt, sondern steht dem Empf&auml;nger einschlie&szlig;lich des Sockelbetrags und damit in voller H&ouml;he zur Bestreitung seines &uuml;blichen Lebensunterhalts zur Verf&uuml;gung (ebenso S&auml;chsisches FG, Urteil vom 21.&nbsp;Oktober 2015&nbsp; 2&nbsp;K&nbsp;1175\/15, EFG 2016, 383, sowie FG M&uuml;nster, Urteil vom 26.&nbsp;November 2015&nbsp; 3&nbsp;K&nbsp;3546\/14&nbsp;E, EFG 2016, 542).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. a) Das Elterngeld nach dem BEEG ist eine eink&uuml;nfteersetzende Sozialleistung (Senatsbeschluss vom 21.&nbsp;September 2009 VI&nbsp;B&nbsp;31\/09, BFHE&nbsp;226, 329, BStBl II 2011, 382). Die von der Kl&auml;gerin vorgebrachte Zweiteilung des Elterngelds in einen rein sozialrechtlichen Sockelbetrag nach &sect; 2 Abs. 4 BEEG (&sect; 2 Abs. 5 BEEG i.d.F. vom 5. Dezember 2006, BGBl I 2006, 2748) und in einen den Eink&uuml;nfteausfall ausgleichenden dar&uuml;ber hinausgehenden Aufstockungsbetrag l&auml;sst sich weder dem BEEG selbst noch der Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs und den weiteren Gesetzgebungsmaterialien entnehmen (BTDrucks 16\/1889, BTDrucks 16\/2454, BTDrucks 16\/2785). Die dort zum Ausdruck kommende Zielsetzung des Gesetzgebers, die durch die Kinderbetreuung entgangenen Eink&uuml;nfte durch das Elterngeld jedenfalls teilweise auszugleichen, spricht vielmehr daf&uuml;r, das Elterngeld einheitlich als Eink&uuml;nfteersatz und damit dem Grunde nach als Bezug gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG anzusehen (a.A. HHR\/ Pfirrmann, &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;96 &quot;Anwendungsf&auml;lle des Relativsatzes&quot;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Auch das Bundessozialgericht (BSG) charakterisiert das Elterngeld als Einkommensersatz. Es weist auf den gegen&uuml;ber dem Gesetz zum Erziehungsgeld und zur Elternzeit vom Gesetzgeber vorgenommenen Systemwechsel hin. Bei dem Erziehungsgeld handelte es sich um eine nur Bed&uuml;rftigen gezahlte Sozialleistung, w&auml;hrend das Elterngeld als Lohnersatzleistung einzustufen ist (vgl. Scholz, Zeitschrift f&uuml;r das gesamte Familienrecht &#8211;FamRZ&#8211; 2007, 7). Das BSG misst insbesondere auch dem Sockelbetrag den Zweck einer Honorierung der Erziehungs- und Betreuungsleistungen zu (BSG-Urteile vom 15.&nbsp;Dezember 2015 B&nbsp;10&nbsp;EG&nbsp;3\/14&nbsp;R, zur amtlichen Ver&ouml;ffentlichung bestimmt, und vom 19.&nbsp;Februar 2009 B&nbsp;10&nbsp;EG&nbsp;1\/08&nbsp;R, juris, mit Hinweis auf Fuchsloch\/Scheiwe, Leitfaden Elterngeld, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Der Senat verkennt dabei nicht, dass das BEEG diverse familien- und gesellschaftspolitische Zielsetzungen verfolgt (vgl. dazu die Einf&uuml;hrung zur Begr&uuml;ndung des Gesetzentwurfs in BTDrucks 16\/1889, BTDrucks 16\/2454 und BTDrucks 16\/2785, sowie Seiler, Neue Zeitschrift f&uuml;r Verwaltungsrecht 2007, 129 &lt;133&gt;; Dau, jurisPR-SozR 24\/2014 Anm.&nbsp;2 und jurisPR-SozR 25\/2009 Anm.&nbsp;4, sowie Bergkemper, jurisPR-SteuerR 49\/2009 Anm.&nbsp;1). Das &auml;ndert aber nichts daran, dass der Gesetzgeber zur Verwirklichung seiner Ziele das Elterngeld im Gegensatz zum Erziehungsgeld (dazu BFH-Urteil vom 24.&nbsp;November 1994 III&nbsp;R&nbsp;37\/93, BFHE&nbsp;176, 114, BStBl II 1995, 527) insgesamt als Eink&uuml;nfteersatz ausgestaltet hat. Das gilt auch f&uuml;r den Sockelbetrag, der unter Ber&uuml;cksichtigung weiterer, jedoch nicht vorrangiger Aspekte wie der Anerkennung der Erziehungs- und Betreuungsleistung dazu dient, Eltern in der Phase, in der sie wegen der Erziehung und Betreuung von Kindern einer Erwerbst&auml;tigkeit nicht oder nur in eingeschr&auml;nktem Umfang nachgehen, finanzielle Unterst&uuml;tzung zu gew&auml;hren. So steht der Sockelbetrag auch Personen zu, die vor der Geburt des Kindes nicht erwerbst&auml;tig waren oder wegen ihres geringen Einkommens vor der Geburt des Kindes nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 bis 3 BEEG ein geringeres Elterngeld erhalten w&uuml;rden (vgl. BTDrucks 16\/1889, S.&nbsp;21).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Sockelbetrag des Elterngeldes (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 BEEG) ist auch nicht wegen &sect;&nbsp;11 Satz&nbsp;1 BEEG bei der Berechnung des Unterhaltsh&ouml;chstbetrags gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG anrechnungsfrei zu stellen (a.A. St&ouml;cker in Lademann, a.a.O., &sect;&nbsp;33a EStG Rz&nbsp;460).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar bleibt der Sockelbetrag des Elterngeldes (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 BEEG) bei der Bemessung eines zivilrechtlichen Unterhaltsanspruchs in der Regel unber&uuml;cksichtigt. Die Bezieher von Elterngeld sind regelm&auml;&szlig;ig so zu stellen, als ob ihnen Mittel in H&ouml;he von 300&nbsp;EUR des Elterngeldes nicht zur Bestreitung des Lebensunterhalts zur Verf&uuml;gung st&uuml;nden. Das bedeutet, dass der Unterhaltsverpflichtete durch den Sockelbetrag des Elterngeldes (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;4 BEEG) in seiner zivilrechtlichen Unterhaltsverpflichtung grunds&auml;tzlich nicht entlastet wird (Wiegand in Wiegand, BEEG &#8211; Bundeselterngeld und Elternzeitgesetz, &sect;&nbsp;11 Rz&nbsp;4; Scholz, FamRZ 2007, 7).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Diese Wertung des Sozialgesetzgebers steht einer Zuordnung des Sockelbetrags des Elterngeldes zu den nach &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;5 EStG anrechenbaren Bez&uuml;gen jedoch nicht entgegen. Denn sie hat in &sect;&nbsp;33a EStG keinen Eingang gefunden. Nach dieser Vorschrift sind die steuerlich zu ber&uuml;cksichtigenden Unterhaltsleistungen nicht nach rein b&uuml;rgerlich-rechtlichen Grunds&auml;tzen unter umfassender Ber&uuml;cksichtigung der Lebensverh&auml;ltnisse des Unterhaltsberechtigten und des Unterhaltsverpflichteten und damit nach dem zivilrechtlich geschuldeten Unterhalt zu bemessen. Der Einkommensteuergesetzgeber hat vielmehr in &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG, insbesondere hinsichtlich des Unterhaltsbedarfs, bewusst eine stark typisierende Regelung getroffen, um eine einheitliche und hinl&auml;nglich praktikable Besteuerung sicherzustellen (BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juni 1989 III&nbsp;R&nbsp;149\/85, BFH\/NV 1990, 225). Dies zeigt sich u.a. daran, dass das Gesetz die Unterhaltsh&ouml;chstbetr&auml;ge f&uuml;r alle Bed&uuml;rftigen ohne R&uuml;cksicht auf deren pers&ouml;nliche Verh&auml;ltnisse und ohne R&uuml;cksicht auf deren Lebensalter in gleicher H&ouml;he festlegt und mit dieser sehr weitgehenden Typisierung in Kauf nimmt, dass die pers&ouml;nlichen Verh&auml;ltnisse der einzelnen Unterhaltsempf&auml;nger und daraus folgend deren unterschiedlicher Unterhaltsbedarf nicht ber&uuml;cksichtigt werden k&ouml;nnen (BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Dezember 1997 III&nbsp;R&nbsp;214\/94, BFHE&nbsp;185, 168, BStBl II 1998, 292, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Verfassungsrechtlichen Bedenken begegnet die Ber&uuml;cksichtigung auch des Sockelbetrags des Elterngeldes als anrechenbarer Bezug bei der Berechnung des Unterhaltsh&ouml;chstbetrags nicht. Insbesondere tritt dadurch keine sachwidrig unterschiedliche steuerliche Entlastung der Unterhaltsverpflichteten ein. Denn &sect;&nbsp;33a Abs.&nbsp;1 EStG entlastet Unterhaltsleistungen der Steuerpflichtigen in gleicher Weise, soweit sie ihnen zwangsl&auml;ufig entstehen. Die Vorschrift tr&auml;gt gleichheitskonform der verminderten subjektiven Leistungsf&auml;higkeit der Unterhaltsleistenden insoweit Rechnung, als sie Unterhaltsaufwendungen erbringen, die zur Abdeckung des steuerlichen Existenzminimums eines Unterhaltsempf&auml;ngers jenseits seiner eigenen Eink&uuml;nfte und Bez&uuml;ge erforderlich sind. Ein Mehr an steuerlicher Entlastung des Unterhaltsleistenden ist verfassungsrechtlich nicht geboten (Senatsurteil vom 18.&nbsp;Juni 2015 VI&nbsp;R&nbsp;45\/13, BFHE&nbsp;250, 138, BStBl II 2015, 928, m.w.N).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 20.10.2016, VI R 57\/15ECLI:DE:BFH:2016:B.201016.VIR57.15.0 Berechnung des Unterhaltsh&ouml;chstbetrags gem&auml;&szlig; &sect; 33a Abs. 1 EStG Leits&auml;tze Das Elterngeld z&auml;hlt bei der Berechnung des abzugsf&auml;higen Unterhaltsh&ouml;chstbetrags in vollem Umfang und damit einschlie&szlig;lich des Sockelbetrags (&sect; 2 Abs. 4 BEEG) zu den anrechenbaren Bez&uuml;gen des Unterhaltsempf&auml;ngers i.S. des &sect; 33a Abs. 1 Satz 5 EStG i.d.F. &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-57-15-berechnung-des-unterhaltshoechstbetrags-gemaess-par-33a-abs-1-estg\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VI&nbsp;R&nbsp;57\/15 &#8211; Berechnung des Unterhaltsh&ouml;chstbetrags gem&auml;&szlig; &sect; 33a Abs. 1 EStG<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66357","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66357","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66357"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66357\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66357"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66357"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66357"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}