{"id":66358,"date":"2017-01-18T12:45:34","date_gmt":"2017-01-18T10:45:34","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66358"},"modified":"2017-01-18T12:45:34","modified_gmt":"2017-01-18T10:45:34","slug":"ii-r-44-12-zurueckweisung-einer-im-eu-ausland-niedergelassenen-steuerberatungsgesellschaft-wegen-geschaeftsmaessiger-hilfeleistung-in-steuersachen-fuer-inlaendische-steuerpflichtige-einordnung-einer-k","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-44-12-zurueckweisung-einer-im-eu-ausland-niedergelassenen-steuerberatungsgesellschaft-wegen-geschaeftsmaessiger-hilfeleistung-in-steuersachen-fuer-inlaendische-steuerpflichtige-einordnung-einer-k\/","title":{"rendered":"II&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; Zur&uuml;ckweisung einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft wegen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;iger Hilfeleistung in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige &#8211; Einordnung einer Klageart"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.10.2016, II R 44\/12<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.191016.IIR44.12.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Zur&uuml;ckweisung einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft wegen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;iger Hilfeleistung in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige &#8211; Einordnung einer Klageart<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Eine Zur&uuml;ckweisung nach &sect; 80 Abs. 5 AO ist bei einer unbefugten gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen unabh&auml;ngig davon gerechtfertigt, ob die hilfeleistende Person oder Vereinigung als Bevollm&auml;chtigte oder &#8211;wegen fehlender Vollmacht&#8211; als Beistand t&auml;tig geworden ist.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Steuerberatungsgesellschaften, die in einem anderen Mitgliedstaat der EU niedergelassen sind, sind nach &sect; 3a StBerG unter den im Einzelnen festgelegten Voraussetzungen zu einer vor&uuml;bergehenden und gelegentlichen Hilfeleistung in Steuersachen &quot;auf&quot; deutschem Gebiet befugt. &sect; 3a StBerG erfasst nicht grenz&uuml;berschreitende Dienstleistungen ohne physischen Grenz&uuml;bertritt der f&uuml;r die Steuerberatungsgesellschaft handelnden Personen.<\/p>\n<\/p>\n<p>3. Eine in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige oder niedergelassene Steuerberatungsgesellschaft bedarf zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen einer Befugnis nach den nationalen Vorschriften, wenn sie auch in Deutschland niedergelassen ist. Hierf&uuml;r reicht es aus, dass sie in stabiler und kontinuierlicher Weise &quot;in&quot; Deutschland t&auml;tig wird, indem sie sich von einem hier befindlichen Berufsdomizil aus an inl&auml;ndische Steuerpflichtige wendet.<\/p>\n<\/p>\n<p>4. Ist eine in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige oder niedergelassene Steuerberatungsgesellschaft nicht in Deutschland niedergelassen, kann sie aufgrund der unionsrechtlich gew&auml;hrleisteten Dienstleistungsfreiheit zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige befugt sein.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 19. Juli 2012&nbsp;&nbsp;6 K 152\/12 aufgehoben, soweit es den Bescheid des Beklagten vom 12. M&auml;rz 2012 &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung der Kl&auml;gerin als Bevollm&auml;chtigte betrifft.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird insoweit an das Nieders&auml;chsische Finanzgericht zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) ist eine Kapitalgesellschaft britischen Rechts mit Sitz in Gro&szlig;britannien und Niederlassungen in den Niederlanden sowie in Belgien. Gegenstand des Unternehmens sind die Wirtschaftsberatung, Steuerberatung und das Rechnungswesen. Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer (&quot;director&quot;) sind die in der Bundesrepublik Deutschland (Deutschland) ans&auml;ssige S und der in Belgien ans&auml;ssige Y. Y war in Deutschland als Steuerberater bestellt gewesen. Seine Bestellung wurde im Jahr 2000 wegen Verm&ouml;gensverfalls widerrufen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In Deutschland ist die Kl&auml;gerin nicht als Steuerberatungsgesellschaft nach &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3, &sect;&sect;&nbsp;49&nbsp;ff. des Steuerberatungsgesetzes in der f&uuml;r 2012 geltenden Fassung (StBerG) anerkannt. Sie ber&auml;t mehrere in Deutschland ans&auml;ssige Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten und tritt f&uuml;r diese in steuerlichen Verfahren auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r Postsendungen benannte die Kl&auml;gerin als Zustellungsbeauftragte die A-Ltd. mit Sitz in Deutschland. Aus mehreren dem Finanzgericht (FG) vorliegenden Zustellungsurkunden ist ersichtlich, dass Y in den B&uuml;ror&auml;umen der A-Ltd. t&auml;tig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wirkte bei der Anfertigung der Umsatzsteuererkl&auml;rung der in Deutschland niedergelassenen C-Ltd. f&uuml;r 2010 mit. Die nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck erstellte Erkl&auml;rung ging Anfang 2012 beim Beklagten und Revisionsbeklagten (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ein. Das FA wies mit Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 die Kl&auml;gerin als Bevollm&auml;chtigte der C-Ltd. f&uuml;r das Umsatzsteuer-Festsetzungsverfahren des Kalenderjahres 2010 nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 der Abgabenordnung in der bis einschlie&szlig;lich 2016 geltenden Fassung (AO) zur&uuml;ck. Zur Begr&uuml;ndung war angegeben, dass die Kl&auml;gerin nicht befugt sei, gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen zu leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der am 13.&nbsp;April 2012 erhobenen Klage wandte sich die Kl&auml;gerin u.a. gegen ihre Zur&uuml;ckweisung als Bevollm&auml;chtigte. Das FA stimmte der Sprungklage zu. Das FG behandelte die Klage insoweit als Feststellungsklage nach &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Klage hatte keinen Erfolg. Das FG teilte die Auffassung des FA, dass die Kl&auml;gerin nicht befugt sei, der C-Ltd. gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen zu leisten. Auch die Voraussetzungen f&uuml;r eine vor&uuml;bergehende und gelegentliche Hilfeleistung in Steuersachen nach &sect;&nbsp;3a StBerG l&auml;gen nicht vor. Die Kl&auml;gerin habe keine schriftliche Meldung, die den Anforderungen des &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 StBerG entspreche, an die f&uuml;r die Niederlande zust&auml;ndige Steuerberaterkammer D&uuml;sseldorf gerichtet. Nach deren Mitteilung im Schreiben vom 25.&nbsp;Oktober 2011, das dem FG in einem anderen Klageverfahren der Kl&auml;gerin zugegangen sei, habe die Kl&auml;gerin eine tats&auml;chliche Niederlassung und eine tats&auml;chliche befugte mehrj&auml;hrige T&auml;tigkeit in den Niederlanden nicht nachgewiesen. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2012, 2174 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table class=\"Rsp\">\n<tr>\n<th colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\"><\/th>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"2\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Mit der Revision r&uuml;gt die Kl&auml;gerin sinngem&auml;&szlig; die Verletzung des &sect;&nbsp;80 AO und der unionsrechtlichen Bestimmungen in<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Art.&nbsp;3 der Richtlinie 2000\/31\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 8.&nbsp;Juni 2000 &uuml;ber bestimmte rechtliche Aspekte der Dienste der Informationsgesellschaft, insbesondere des elektronischen Gesch&auml;ftsverkehrs, im Binnenmarkt (&quot;Richtlinie &uuml;ber den elektronischen Gesch&auml;ftsverkehr&quot;), Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaft Nr.&nbsp;L 178, 1, &#8211;Richtlinie 2000\/31\/EG&#8211;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 7.&nbsp;September 2005 &uuml;ber die Anerkennung von Berufsqualifikationen (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Union &#8211;ABlEU&#8211; Nr.&nbsp;L 255, 22), zuletzt ge&auml;ndert durch Beschluss der Kommission vom 13.&nbsp;Januar 2016 (ABlEU Nr.&nbsp;L 134, 135) &#8211;Richtlinie 2005\/36\/EG&#8211;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Art.&nbsp;16 der Richtlinie 2006\/123\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 12.&nbsp;Dezember 2006 &uuml;ber Dienstleistungen im Binnenmarkt (ABlEU Nr.&nbsp;L 376, 36), &#8211;Richtlinie 2006\/123\/EG&#8211;,<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">&#8211;&nbsp;&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\" valign=\"top\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:left\">Art.&nbsp;56 des Vertrags &uuml;ber die Arbeitsweise der Europ&auml;ischen Union (AEUV) i.d.F. des Vertrags von Lissabon zur &Auml;nderung des Vertrags &uuml;ber die Europ&auml;ische Union und des Vertrags zur Gr&uuml;ndung der Europ&auml;ischen Gemeinschaft (ABlEU 2008, Nr.&nbsp;C-115, 47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zur Begr&uuml;ndung tr&auml;gt die Kl&auml;gerin vor, einem in den Niederlanden ans&auml;ssigen Dienstleister, der dort in zul&auml;ssiger Weise steuerberatend t&auml;tig sei, k&ouml;nne es nicht untersagt werden, seine Dienstleistungen von den Niederlanden aus, also ohne die Grenze physisch zu &uuml;berschreiten, an in Deutschland ans&auml;ssige Wirtschaftsteilnehmer zu erbringen. Das gelte unabh&auml;ngig davon, dass die steuerberatende T&auml;tigkeit in Deutschland &#8211;anders als in den Niederlanden&#8211; bestimmten Berufstr&auml;gern vorbehalten sei. Im Streitfall sei zur Erbringung der Dienstleistung an die C-Ltd. kein Grenz&uuml;bertritt erfolgt; sie &#8211;die Kl&auml;gerin&#8211; habe die Umsatzsteuererkl&auml;rung in ihrer Niederlassung in den Niederlanden angefertigt und von dort aus an das FA &uuml;bermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat hat mit Beschluss vom 20.&nbsp;Mai 2014 II&nbsp;R&nbsp;44\/12 (BFHE 246, 278, BStBl II 2014, 907) das Revisionsverfahren ausgesetzt und dem Gerichtshof der Europ&auml;ischen Union (EuGH) mehrere Fragen zur Vorabentscheidung vorgelegt, &uuml;ber die der EuGH mit Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft vom 17.&nbsp;Dezember 2015 C-342\/14 (EU:C:2015:827) entschieden hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Vorentscheidung, soweit sie den Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung als Bevollm&auml;chtigte betrifft, und den Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung der Vorentscheidung, soweit sie den Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 &uuml;ber die Zur&uuml;ckweisung der Kl&auml;gerin als Bevollm&auml;chtigte betrifft, und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 FGO). Das FG ist zwar zutreffend davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin zum Zeitpunkt der Zur&uuml;ckweisung nach nationalem Recht nicht zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen befugt war. Das FG hat aber Unionsrecht nicht richtig angewendet. Die Feststellungen des FG tragen nicht seine Entscheidung, dass die Kl&auml;gerin beim Erlass des Bescheids vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 unter die Vorschriften des Niederlassungsrechts (Art.&nbsp;49&nbsp;ff. AEUV) fiel.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Revision der Kl&auml;gerin richtet sich gegen das Urteil des FG, soweit die Klage gegen den Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 abgewiesen wurde. Die weiteren im Klageverfahren verfolgten Feststellungsbegehren sind &#8211;wie aus dem Antrag der Kl&auml;gerin ersichtlich ist und wie sie in der m&uuml;ndlichen Verhandlung klargestellt hat&#8211; nicht Gegenstand des Revisionsverfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die von der Kl&auml;gerin erhobene Klage ist zul&auml;ssig. Die Klage ist entgegen der Auffassung des FG nicht als Feststellungsklage i.S. des &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 FGO, sondern als Anfechtungsklage i.S. des &sect;&nbsp;40 Abs.&nbsp;1 FGO zu verstehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) F&uuml;r die Einordnung und W&uuml;rdigung einer Klageart kommt es nicht auf die Bezeichnung, sondern auf den Inhalt des Klagebegehrens an, der ggf. im Wege der Auslegung zu ermitteln ist (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 29.&nbsp;April 2009 X&nbsp;R&nbsp;35\/08, BFH\/NV 2009, 1777, m.w.N.). In der Auslegung prozessualer Willenserkl&auml;rungen, die im erstinstanzlichen Klageverfahren abgegeben worden sind, ist das Revisionsgericht frei; es ist insoweit nicht an die Auslegung durch die Vorinstanz gebunden (BFH-Urteil vom 20.&nbsp;September 1996 VI&nbsp;R&nbsp;43\/93, BFH\/NV 1997, 249).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Kl&auml;gerin begehrt nicht nur die Feststellung der Nichtigkeit des Bescheids vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012, sondern dar&uuml;ber hinaus die Aufhebung des Bescheids. Dieses Klagebegehren ist im Wege der Anfechtungsklage zu verfolgen, zumal dem Vorbringen der Kl&auml;gerin zu entnehmen ist, dass der Bescheid auch im Falle der Rechtswidrigkeit aufgehoben werden soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da das FA der Klage ohne Vorverfahren zugestimmt hat, ist sie als Sprungklage nach &sect;&nbsp;45 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO zul&auml;ssig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Das FG hat zutreffend erkannt, dass die Zur&uuml;ckweisung im Bescheid vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 nicht deshalb rechtswidrig ist, weil die Kl&auml;gerin als Bevollm&auml;chtigte und nicht als Beistand zur&uuml;ckgewiesen wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO sind Bevollm&auml;chtigte und Beist&auml;nde zur&uuml;ckzuweisen, wenn sie gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen leisten, ohne dazu befugt zu sein. Hilfeleistung in diesem Sinne ist auch die Mitwirkung bei der Anfertigung und Abgabe von Steuererkl&auml;rungen (vgl. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;M&auml;rz 1983 VII&nbsp;R&nbsp;27\/82, BFHE 138, 129, BStBl II 1983, 318; FG N&uuml;rnberg, Urteil vom 14.&nbsp;September 2012&nbsp;&nbsp;4&nbsp;K&nbsp;1870\/10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Eine Zur&uuml;ckweisung nach &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO ist bei einer unbefugten gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen unabh&auml;ngig davon gerechtfertigt, ob die hilfeleistende Person oder Vereinigung als Bevollm&auml;chtigte oder &#8211;wegen fehlender Vollmacht&#8211; als Beistand t&auml;tig geworden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Hat eine Person oder Vereinigung bei der Erstellung und Abgabe der Steuererkl&auml;rung f&uuml;r einen Steuerpflichtigen mitgewirkt und ist diese Mitwirkung aus den Angaben in der Steuererkl&auml;rung erkennbar, kann allein daraus nicht der Schluss gezogen werden, dass der Steuerpflichtige der Person oder Vereinigung eine Vollmacht i.S. des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;1 AO zu allen das Verwaltungsverfahren betreffenden Verfahrenshandlungen erteilt hat. Ein mit der Anfertigung und Abgabe der Steuererkl&auml;rung Betrauter wird hinsichtlich der darin enthaltenen Erkl&auml;rungen nicht als Bevollm&auml;chtigter, sondern lediglich als Erf&uuml;llungsgehilfe des Steuerpflichtigen t&auml;tig (vgl. BFH-Urteile vom 3.&nbsp;Februar 1983 IV&nbsp;R&nbsp;153\/80, BFHE 137, 547, BStBl II 1983, 324, und vom 28.&nbsp;November 1990 VI&nbsp;R&nbsp;174\/87, BFH\/NV 1991, 502). Der Steuerpflichtige kommt seiner Erkl&auml;rungspflicht aufgrund der &sect;&sect;&nbsp;149, 150 AO in eigener Person nach. Das gilt auch f&uuml;r die nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck abzugebende Umsatzsteuer-Jahreserkl&auml;rung (&sect;&nbsp;18 Abs.&nbsp;3 des Umsatzsteuergesetzes in der f&uuml;r 2010 ma&szlig;gebenden Fassung). Liegt eine Vollmacht des Steuerpflichtigen nicht vor, scheidet auch eine Zur&uuml;ckweisung des Hilfeleistenden als Bevollm&auml;chtigter aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Eine Person oder Vereinigung, die nicht Bevollm&auml;chtigte ist und bei der Anfertigung und Abgabe einer Steuererkl&auml;rung des Steuerpflichtigen mitgewirkt hat, ist als Beistand zur&uuml;ckzuweisen, wenn sie ohne Befugnis gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen leistet (a.A. FG K&ouml;ln, Urteil vom 5.&nbsp;November 1996&nbsp;&nbsp;8&nbsp;K&nbsp;4965\/94, EFG 1997, 1144). Beistand ist eine Person oder Vereinigung, die den Beteiligten im Verwaltungsverfahren unterst&uuml;tzt, ohne ihn zu vertreten (Koenig\/W&uuml;nsch, Abgabenordnung, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;80 Rz&nbsp;70; Dr&uuml;en in Tipke\/Kruse, Abgabenordnung, Finanzgerichtsordnung, &sect;&nbsp;80 AO Rz&nbsp;49). Der Begriff des Beistands i.S. des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO ist weit auszulegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Ein Beistand kann auch bei der Anfertigung und Abgabe einer Steuererkl&auml;rung mitwirken. Die Regelung in &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;4 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 AO, nach der ein Beteiligter zu Verhandlungen und Besprechungen mit einem Beistand erscheinen kann und das von dem Beistand Vorgetragene als von dem Beteiligten vorgebracht gilt, soweit dieser nicht unverz&uuml;glich widerspricht, steht dem nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;4 AO beschr&auml;nkt die T&auml;tigkeit eines Beistands nicht auf m&uuml;ndliche &Auml;u&szlig;erungen im Beisein des Beteiligten (vgl. S&ouml;hn in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler, &sect;&nbsp;80 AO Rz 246; zur identischen Vorschrift des &sect;&nbsp;14 des Verwaltungsverfahrensgesetzes: Kopp\/ Ramsauer, VwVfG, Kommentar, 17.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;14 Rz&nbsp;33). Dies ergibt sich aus &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 AO, der zun&auml;chst die Zur&uuml;ckweisung eines Beistands allgemein und danach die Zur&uuml;ckweisung vom m&uuml;ndlichen Vortrag gesondert regelt. Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;1 AO ist ein Beistand vom Vortrag zur&uuml;ckzuweisen, wenn er hierzu ungeeignet ist; vom m&uuml;ndlichen Vortrag kann er nur zur&uuml;ckgewiesen werden, wenn er zum sachgem&auml;&szlig;en Vortrag nicht f&auml;hig ist (&sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;1 Halbsatz&nbsp;2 AO). Daraus ist erkennbar, dass ein Beistand einen Beteiligten auch bei schriftlichem Vorbringen &#8211;wie bei der Erstellung und Abgabe einer Steuererkl&auml;rung&#8211; unterst&uuml;tzen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Im &Uuml;brigen gibt es keine Gr&uuml;nde daf&uuml;r, Bevollm&auml;chtigte und Beist&auml;nde im Rahmen des &sect;&nbsp;80 Abs.&nbsp;5 AO unterschiedlich zu behandeln. Auch ein Beistand kann &#8211;nach der Mitwirkung bei der Anfertigung und Abgabe der Steuererkl&auml;rung&#8211; in dem sich anschlie&szlig;enden Besteuerungsverfahren weiterhin bei schriftlichen &Auml;u&szlig;erungen des Steuerpflichtigen mithelfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Wird eine Person oder Vereinigung, die als Beistand bei der Anfertigung und Abgabe einer Steuererkl&auml;rung mitgewirkt hat, vom Finanzamt &#8211;wie im Streitfall&#8211; f&auml;lschlicherweise als Bevollm&auml;chtigte zur&uuml;ckgewiesen, f&uuml;hrt dies nicht zur Rechtswidrigkeit des Bescheids. Der Bescheid ist nach &sect;&nbsp;128 AO dahin umzudeuten, dass die Zur&uuml;ckweisung die Person oder Vereinigung als Beistand betrifft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kl&auml;gerin war bei Ergehen des Bescheids vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 nach nationalem Recht nicht zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen befugt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen darf nach &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 StBerG nur von Personen und Vereinigungen ausge&uuml;bt werden, die hierzu befugt sind. &sect;&nbsp;2 Satz&nbsp;1 StBerG gilt auch f&uuml;r Steuerberatungsgesellschaften, die &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; ihren Sitz in einem Mitgliedstaat der Europ&auml;ischen Union (EU) haben und von einer Niederlassung in einem anderen Mitgliedstaat (Niederlande) aus Hilfe in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige leisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen sind nach &sect;&nbsp;3 Nr.&nbsp;3 StBerG Steuerberatungsgesellschaften, Rechtsanwaltsgesellschaften, Wirtschaftspr&uuml;fungsgesellschaften und Buchpr&uuml;fungsgesellschaften befugt. Steuerberatungsgesellschaften bed&uuml;rfen der Anerkennung (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 StBerG). Die Anerkennung setzt den Nachweis voraus, dass die Gesellschaft von Steuerberatern, die bestellt sein m&uuml;ssen, verantwortlich gef&uuml;hrt wird (&sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 StBerG). Die Kl&auml;gerin ist keine solche Gesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 StBerG sind Personen, die in einem anderen Mitgliedstaat der EU beruflich niedergelassen sind und dort befugt gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen nach dem Recht des Niederlassungsstaates leisten, zur vor&uuml;bergehenden und gelegentlichen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen auf deutschem Gebiet befugt. Der Umfang der Befugnis zur Hilfeleistung in Steuersachen im Inland richtet sich nach dem Umfang dieser Befugnis im Niederlassungsstaat (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 StBerG). Bei ihrer T&auml;tigkeit im Inland unterliegen sie denselben Berufsregeln wie die in &sect;&nbsp;3 StBerG genannten Personen (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 StBerG). Wenn weder der Beruf noch die Ausbildung zu diesem Beruf im Staat der Niederlassung reglementiert ist, gilt die Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen im Inland nur, wenn die Person den Beruf dort w&auml;hrend der vorhergehenden zehn Jahre mindestens zwei Jahre ausge&uuml;bt hat (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 StBerG). Die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen nach &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 StBerG ist nur zul&auml;ssig, wenn die Person vor der ersten Erbringung im Inland der zust&auml;ndigen Stelle schriftlich Meldung erstattet (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 StBerG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) &sect;&nbsp;3a StBerG erlaubt unter den im Einzelnen festgelegten Voraussetzungen eine vor&uuml;bergehende und gelegentliche Hilfeleistung in Steuersachen &quot;auf&quot; deutschem Gebiet. Die Vorschrift dient der Umsetzung der Richtlinie 2005\/36\/EG in Bezug auf die gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen in Deutschland durch Personen und Vereinigungen aus einem anderen Mitgliedstaat der EU. Nach Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;2 der Richtlinie 2005\/36\/EG gelten die Bestimmungen zur Dienstleistungsfreiheit (Titel II) nur f&uuml;r den Fall, dass sich der Dienstleister zur vor&uuml;bergehenden und gelegentlichen Aus&uuml;bung des Berufs nach Art.&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2005\/36\/EG in den Aufnahmemitgliedstaat begibt. Der zur Umsetzung der Richtlinie 2005\/36\/EG eingef&uuml;gte &sect;&nbsp;3a StBerG ist deshalb nur anwendbar, wenn die Hilfeleistung in Steuersachen auf deutschem Hoheitsgebiet erbracht wird. Eine Anwendung des &sect;&nbsp;3a StBerG scheidet dagegen aus, wenn die Hilfe in Steuersachen ohne physischen Grenz&uuml;bertritt des Dienstleisters oder der f&uuml;r ihn handelnden Personen in einem anderen Mitgliedstaat der EU erbracht wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;3a StBerG f&uuml;r eine vor&uuml;bergehende und gelegentliche Hilfeleistung in Steuersachen &quot;auf&quot; deutschem Hoheitsgebiet liegen nach den Feststellungen des FG nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat f&uuml;r den BFH nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO bindend festgestellt, dass die schriftliche Meldung der Kl&auml;gerin an die Steuerberaterkammer D&uuml;sseldorf nicht den Anforderungen des &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 StBerG entsprochen hat. Die Kl&auml;gerin hat weder eine Bescheinigung &uuml;ber eine rechtm&auml;&szlig;ige Niederlassung zur Aus&uuml;bung der gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen in den Niederlanden (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;5 StBerG) noch einen Nachweis &uuml;ber ihre Berufsqualifikation (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;6 StBerG) noch einen Nachweis dar&uuml;ber vorgelegt, dass sie ihren Beruf im Staat ihrer Niederlassung mindestens zwei Jahre ausge&uuml;bt hat (&sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 StBerG). Zul&auml;ssige und begr&uuml;ndete Revisionsr&uuml;gen hat die Kl&auml;gerin insoweit nicht vorgebracht. Hierf&uuml;r reicht es nicht aus, die Verletzung von &sect;&nbsp;76 FGO zu r&uuml;gen, weil das FG nicht auf die Zuziehung des in einem anderen Verfahren eingegangenen Schreibens der Steuerberaterkammer D&uuml;sseldorf vom 25.&nbsp;Oktober 2011 hingewiesen habe. Die Kl&auml;gerin hat nicht dargelegt, dass die Angaben in diesem Schreiben fehlerhaft seien. Dazu bestand vor allem deshalb Anlass, weil das FA w&auml;hrend des Klageverfahrens vorgetragen hat, dass eine vollst&auml;ndige Meldung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 StBerG zu keinem Zeitpunkt vorgelegen habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Da die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;3a StBerG bereits wegen der unvollst&auml;ndigen Meldung an die Steuerberaterkammer D&uuml;sseldorf nicht erf&uuml;llt sind, kann dahinstehen, ob eine Befugnis nach &sect;&nbsp;3a StBerG auch deshalb nicht gegeben ist, weil das FG von einer dauerhaften Steuerberatungst&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin &quot;in&quot; Deutschland ausgegangen ist. Ebenso kommt es f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;3a StBerG nicht darauf an, ob die Einlassung der Kl&auml;gerin zutrifft, sie habe die Dienstleistung im Niederlassungsstaat (Niederlande) erbracht. Denn in diesem Fall w&auml;re &sect;&nbsp;3a StBerG von vornherein nicht anwendbar, weil keine Dienstleistung &quot;auf&quot; deutschem Hoheitsgebiet vorl&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die nationalen Vorschriften (&sect;&sect;&nbsp;2, 3 Nr.&nbsp;3, 32 Abs.&nbsp;3 StBerG) sind f&uuml;r eine in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige Steuerberatungsgesellschaft auch ma&szlig;gebend, wenn sie in Deutschland niedergelassen ist und damit in den Geltungsbereich der Niederlassungsfreiheit nach Art.&nbsp;49 AEUV f&auml;llt. Das FG hat jedoch die Voraussetzungen f&uuml;r die Anwendung des Art.&nbsp;49 AEUV fehlerhaft angenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Niederlassungsfreiheit umfasst gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;49 Abs.&nbsp;2 AEUV die Aufnahme und Aus&uuml;bung selbst&auml;ndiger Erwerbst&auml;tigkeiten sowie die Gr&uuml;ndung und Leitung von Unternehmen, insbesondere von Gesellschaften i.S. des Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 AEUV, nach den Bestimmungen des Aufnahmestaats f&uuml;r seine eigenen Angeh&ouml;rigen. Die Vorschrift regelt den Inhalt der Niederlassungsfreiheit und legt fest, dass hierf&uuml;r die Bestimmungen des Aufnahmestaats f&uuml;r seine eigenen Angeh&ouml;rigen gelten. F&uuml;r die Anwendung der Vorschriften &uuml;ber die Niederlassungsfreiheit stehen die nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndeten Gesellschaften, die ihren satzungsm&auml;&szlig;igen Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung innerhalb der Union haben, den nat&uuml;rlichen Personen gleich, die Angeh&ouml;rige der Mitgliedstaaten sind (Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;1 AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Bei der Abgrenzung des jeweiligen Geltungsbereichs der Grunds&auml;tze des freien Dienstleistungsverkehrs und der Niederlassungsfreiheit muss festgestellt werden, ob der Wirtschaftsteilnehmer in dem Mitgliedstaat, in dem er die fragliche Dienstleistung anbietet, niedergelassen ist oder nicht (vgl. EuGH-Urteil Duomo Gpa u.a. vom 10.&nbsp;Mai 2012 C-357\/10 bis 359\/10, EU:C:2012:283, Rz&nbsp;30). Die Vorschriften des Kapitels &uuml;ber die Dienstleistungen sind gegen&uuml;ber denen des Kapitels &uuml;ber das Niederlassungsrecht subsidi&auml;r (EuGH-Urteil Gebhard vom 30.&nbsp;November 1995 C-55\/94, EU:C:1995:411, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist der Wirtschaftsteilnehmer in dem Mitgliedstaat, in dem er die Dienstleistung anbietet (Empf&auml;nger- oder Aufnahmemitgliedstaat), niedergelassen, so f&auml;llt er in den Geltungsbereich des Grundsatzes der Niederlassungsfreiheit, wie er in Art.&nbsp;49 AEUV definiert ist (EuGH-Urteile Kommission\/Portugal vom 29.&nbsp;April 2004 C-171\/02, EU:C:2004:270, Rz&nbsp;24, und Duomo Gpa u.a., EU:C:2012:283, Rz&nbsp;30). Ist der Wirtschaftsteilnehmer dagegen nicht im Empf&auml;ngermitgliedstaat niedergelassen, so ist er ein grenz&uuml;berschreitender Dienstleister, der unter den Grundsatz des freien Dienstleistungsverkehrs nach Art.&nbsp;56 AEUV f&auml;llt (vgl. EuGH-Urteile Kommission\/Portugal, EU:C:2004:270, Rz&nbsp;24, und Duomo Gpa u.a., EU:C:2012:283, Rz&nbsp;30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ist eine in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige Steuerberatungsgesellschaft auch in Deutschland niedergelassen, kann sie sich auf die Niederlassungsfreiheit (Art.&nbsp;49 AEUV) berufen. Die Anwendung der Vorschriften &uuml;ber das Niederlassungsrecht hat nach Art.&nbsp;49 Abs.&nbsp;2 AEUV zur Folge, dass die Steuerberatungsgesellschaft mit der Niederlassung den nationalen Vorschriften (&sect;&sect;&nbsp;2, 3 Nr.&nbsp;3, 32 Abs.&nbsp;3 StBerG) unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH ist der Begriff der Niederlassung ein sehr weiter Begriff, der die M&ouml;glichkeit f&uuml;r einen Unionsangeh&ouml;rigen impliziert, in stabiler und kontinuierlicher Weise am Wirtschaftsleben eines anderen Mitgliedstaats als seines Herkunftsstaats teilzunehmen und daraus Nutzen zu ziehen, wodurch die wirtschaftliche und soziale Verflechtung innerhalb der Union im Bereich der selbst&auml;ndigen T&auml;tigkeiten gef&ouml;rdert wird (vgl. EuGH-Urteile Winner Wetten vom 8.&nbsp;September 2010 C-409\/06, EU:C:2010:503, Rz&nbsp;46, und Sto&szlig; vom 8.&nbsp;September 2010 C-316\/07, EU:C:2010:504, Rz&nbsp;59).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Voraussetzung f&uuml;r die Anwendbarkeit der Bestimmungen &uuml;ber das Niederlassungsrecht ist jedoch, dass eine dauernde Pr&auml;senz im Aufnahmemitgliedstaat sichergestellt ist. Diese Pr&auml;senz kann eine Zweigniederlassung, eine Agentur oder ein B&uuml;ro sein, das von einer Person gef&uuml;hrt wird, die zwar unabh&auml;ngig, aber beauftragt ist, auf Dauer f&uuml;r dieses Unternehmen wie eine Agentur zu handeln (vgl. EuGH-Urteile Centro di Musicologia Walter Stauffer vom 14.&nbsp;September 2006 C-386\/04, EU:C:2006:568, Rz&nbsp;19; Winner Wetten, EU:C:2010:503, Rz&nbsp;46; Sto&szlig;, EU:C:2010:504, Rz 59). Ein Unionsangeh&ouml;riger f&auml;llt unter die Vorschriften des Kapitels &uuml;ber das Niederlassungsrecht, wenn er in stabiler und kontinuierlicher Weise eine Berufst&auml;tigkeit &quot;in&quot; einem anderen Mitgliedstaat aus&uuml;bt, in dem er sich von einem dort befindlichen &quot;Berufsdomizil&quot; aus an die Angeh&ouml;rigen dieses Staates wendet (vgl. EuGH-Urteile Gebhard, EU:C:1995:411, Rz&nbsp;28; Schnitzer vom 11.&nbsp;Dezember 2003 C-215\/01, EU:C:2003:662, Rz&nbsp;29; Kommission\/Portugal, EU:C:2004:270, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ein in einem Mitgliedstaat niedergelassener Wirtschaftsteilnehmer ist jedoch nicht schon deshalb als in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassen anzusehen, weil er in diesem anderen Mitgliedstaat &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum hinweg Dienstleistungen erbringt (EuGH-Urteil Kommission\/Portugal, EU:C:2004:270, Rz&nbsp;27). Art.&nbsp;56 AEUV kann auch Dienstleistungen umfassen, deren Erbringung sich &uuml;ber einen l&auml;ngeren Zeitraum, bis hin zu mehreren Jahren, erstreckt (EuGH-Urteil Kommission\/Portugal vom 18.&nbsp;November 2010 C-458\/08, EU:C:2010:692, Rz&nbsp;85, zu Dienstleistungen im Rahmen eines Gro&szlig;bauprojekts).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Nach diesen Grunds&auml;tzen reicht es entgegen der Auffassung des FG f&uuml;r die Anwendung der unionsrechtlichen Vorschriften &uuml;ber das Niederlassungsrecht auf eine steuerberatende T&auml;tigkeit in Deutschland nicht aus, dass ein in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssiger bzw. niedergelassener Dienstleister &#8211;wie die Kl&auml;gerin&#8211; in stabiler und kontinuierlicher Weise eine Berufst&auml;tigkeit in Deutschland aus&uuml;bt. Erforderlich ist vielmehr stets, dass der Dienstleister in Deutschland auch &uuml;ber eine st&auml;ndige Pr&auml;senz (Gesch&auml;ftsr&auml;ume) verf&uuml;gt. Da das FG Unionsrecht insoweit nicht zutreffend angewendet hat, war die Vorentscheidung aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Sache ist nicht spruchreif. Im Streitfall fehlen ausreichende Feststellungen dazu, ob die Kl&auml;gerin zum Zeitpunkt des Ergehens des Zur&uuml;ckweisungsbescheids vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 &uuml;ber eine Niederlassung in Deutschland verf&uuml;gte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat festgestellt, aus mehreren Zustellungsurkunden sei ersichtlich, dass Y unter der Adresse der A-Ltd. t&auml;tig sei. Zudem sei dem FG aus einer Vielzahl von Verfahren, die eine Zur&uuml;ckweisung der Kl&auml;gerin als Bevollm&auml;chtigte betr&auml;fen, bekannt, dass die Kl&auml;gerin unter der Anschrift der A-Ltd. handele und Mandanten im r&auml;umlichen Umfeld dieses inl&auml;ndischen Standorts betreue. Konkrete Feststellungen dazu, ob und f&uuml;r welchen Zeitraum die Kl&auml;gerin die rechtliche oder tats&auml;chliche M&ouml;glichkeit hatte, die Gesch&auml;ftsr&auml;ume der A-Ltd. f&uuml;r eine steuerberatende T&auml;tigkeit zu nutzen, fehlen aber. Dabei kann die T&auml;tigkeit des Y in den Gesch&auml;ftsr&auml;umen der A-Ltd., in denen er wohl zuzustellende Briefsendungen entgegengenommen hat und sonstige, vom FG nicht n&auml;her bezeichnete T&auml;tigkeiten ausgef&uuml;hrt haben soll, der Kl&auml;gerin zuzurechnen sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>46<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hat sich Y aufgrund einer eigenen Nutzungsm&ouml;glichkeit (z.B. als Gesellschafter oder Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der A-Ltd.) in deren Gesch&auml;ftsr&auml;umen aufgehalten, kann davon auszugehen sein, dass er dort auch steuerberatende T&auml;tigkeiten f&uuml;r die Kl&auml;gerin erledigen konnte und damit eine Niederlassung der Kl&auml;gerin bestand. War die Kl&auml;gerin in Deutschland niedergelassen, kann sie sich nicht darauf berufen, dass sie die konkrete Dienstleistung &#8211;die Anfertigung und &Uuml;bersendung der Umsatzsteuererkl&auml;rung der C-Ltd. f&uuml;r 2010&#8211; von den Niederlanden aus erbracht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>47<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das FG wird deshalb Feststellungen dazu nachzuholen haben, ob die Kl&auml;gerin im M&auml;rz 2012 &uuml;ber eine st&auml;ndige Pr&auml;senz in Deutschland verf&uuml;gte. Die Beteiligten sind bei der Erforschung des Sachverhalts heranzuziehen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO). Sie haben ihre Erkl&auml;rungen &uuml;ber tats&auml;chliche Umst&auml;nde vollst&auml;ndig und der Wahrheit gem&auml;&szlig; abzugeben und sich auf Anforderung des Gerichts zu den von den anderen Beteiligten vorgetragenen Tatsachen zu erkl&auml;ren (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 FGO). Die Feststellungslast (objektive Beweislast) f&uuml;r die Tatsachen, die die Annahme einer Niederlassung der Kl&auml;gerin in Deutschland rechtfertigen, tr&auml;gt das FA. Denn eine solche Niederlassung f&uuml;hrt dazu, dass der vom FA erlassene Zur&uuml;ckweisungsbescheid rechtm&auml;&szlig;ig ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>48<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Hatte die Kl&auml;gerin zum Zeitpunkt der Zur&uuml;ckweisung keine Niederlassung in Deutschland, konnte sie m&ouml;glicherweise aufgrund der unionsrechtlich gew&auml;hrleisteten Dienstleistungsfreiheit (Art.&nbsp;56 AEUV) zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige befugt sein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>49<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.&nbsp;56 Abs.&nbsp;1 AEUV sind Beschr&auml;nkungen des freien Dienstleistungsverkehrs innerhalb der Union f&uuml;r Angeh&ouml;rige der Mitgliedstaaten, die in einem anderen Mitgliedstaat als demjenigen des Leistungsempf&auml;ngers ans&auml;ssig sind, nach Ma&szlig;gabe der folgenden Bestimmungen verboten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>50<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dienstleistungen im Sinne der Vertr&auml;ge sind Leistungen, die in der Regel gegen Entgelt erbracht werden, soweit sie nicht den Vorschriften &uuml;ber den freien Waren- und Kapitalverkehr und &uuml;ber die Freiz&uuml;gigkeit der Personen unterliegen (Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;1 AEUV). Als Dienstleistungen gelten insbesondere freiberufliche T&auml;tigkeiten (Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;d AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>51<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Unbeschadet des Kapitels &uuml;ber die Niederlassungsfreiheit kann der Leistende zwecks Erbringung seiner Leistungen seine T&auml;tigkeit vor&uuml;bergehend in dem Mitgliedstaat aus&uuml;ben, in dem die Leistung erbracht wird, und zwar unter den Voraussetzungen, welche dieser Mitgliedstaat f&uuml;r seine eigenen Angeh&ouml;rigen vorschreibt (Art.&nbsp;57 Abs.&nbsp;3 AEUV).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>52<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;62 AEUV finden die Bestimmungen der Art.&nbsp;51 bis 54 AEUV auf das in Kapitel 3 geregelte Sachgebiet &quot;Dienstleistungen&quot; Anwendung. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;1 AEUV stehen die nach den Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats gegr&uuml;ndeten Gesellschaften, die ihren satzungsm&auml;&szlig;igen Sitz, ihre Hauptverwaltung oder ihre Hauptniederlassung innerhalb der Union haben, den nat&uuml;rlichen Personen gleich, die Angeh&ouml;rige der Mitgliedstaaten sind. Als Gesellschaften gelten gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;2 AEUV die Gesellschaften des b&uuml;rgerlichen Rechts und des Handelsrechts einschlie&szlig;lich der Genossenschaften und die sonstigen juristischen Personen des &ouml;ffentlichen und privaten Rechts mit Ausnahme derjenigen, die keinen Erwerbszweck verfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>53<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der EuGH hat mit Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft vom 17.&nbsp;Dezember 2015 C-342\/14 (EU:C:2015:827) entschieden, dass Art.&nbsp;56 AEUV dahin auszulegen ist, dass er es nicht zul&auml;sst, dass eine Regelung eines Mitgliedstaats, in der die Voraussetzungen f&uuml;r den Zugang zur T&auml;tigkeit der gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen festgelegt sind, die Dienstleistungsfreiheit einer Steuerberatungsgesellschaft beschr&auml;nkt, die nach den Rechtsvorschriften eines anderen Mitgliedstaats, in dem sie niedergelassen ist, gegr&uuml;ndet wurde und in diesem Mitgliedstaat, in dem die steuerberatende T&auml;tigkeit nicht reglementiert ist, eine Steuererkl&auml;rung f&uuml;r einen Leistungsempf&auml;nger im erstgenannten Mitgliedstaat erstellt und an die Finanzverwaltung dieses Mitgliedstaats &uuml;bermittelt, ohne dass die Qualifikation, die diese Gesellschaft oder die nat&uuml;rlichen Personen, die f&uuml;r sie die Dienstleistung der gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen erbringen, in anderen Mitgliedstaaten erworben haben, ihrem Wert entsprechend anerkannt und angemessen ber&uuml;cksichtigt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>54<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die EuGH-Entscheidung betrifft eine Dienstleistung mit grenz&uuml;berschreitendem Charakter, die in einem anderen Mitgliedstaat der EU f&uuml;r einen inl&auml;ndischen Steuerpflichtigen erbracht wird, ohne dass sich der Dienstleister oder die f&uuml;r ihn handelnden Personen auf deutsches Hoheitsgebiet begeben (EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;34). Eine solche Dienstleistung f&auml;llt weder unter Art.&nbsp;5 der Richtlinie 2005\/36\/EG noch unter Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 und 2 der Richtlinie 2006\/123\/EG (vgl. EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;40).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>55<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der EuGH hat darauf hingewiesen, dass die Mitgliedstaaten, solange es an einer Harmonisierung der Voraussetzungen f&uuml;r den Zugang zu einem Beruf fehlt, festlegen d&uuml;rfen, welche Kenntnisse und F&auml;higkeiten zu dessen Aus&uuml;bung notwendig sind (EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;44 und die dort angef&uuml;hrte Rechtsprechung). Da die Bedingungen f&uuml;r den Zugang zur T&auml;tigkeit der gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen bisher nicht auf Unionsebene harmonisiert worden sind, bleiben die Mitgliedstaaten befugt, diese Voraussetzungen festzulegen (EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;45). Die Mitgliedstaaten m&uuml;ssen ihre Befugnisse in diesem Bereich jedoch unter Beachtung der vertraglich garantierten Grundfreiheiten aus&uuml;ben (EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;47).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>56<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der freie Dienstleistungsverkehr (Art.&nbsp;56 AEUV) verlangt die Aufhebung aller Beschr&auml;nkungen, sofern sie geeignet sind, die T&auml;tigkeit des Dienstleistenden, der in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassen ist und dort rechtm&auml;&szlig;ig vergleichbare Dienstleistungen erbringt, zu unterbinden, zu behindern oder weniger attraktiv zu machen. Deshalb obliegt es den nationalen Beh&ouml;rden, insbesondere daf&uuml;r Sorge zu tragen, dass die in anderen Mitgliedstaaten erworbene Qualifikation des Dienstleistenden ihrem Wert entsprechend anerkannt und angemessen ber&uuml;cksichtigt wird (vgl. EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;54 und die dort angef&uuml;hrte Rechtsprechung). Eine Verpflichtung des Erbringers einer Dienstleistung der gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen, den Beh&ouml;rden des Mitgliedstaats, in dem der Zugang zur T&auml;tigkeit der gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen reglementiert ist und in dem der Dienstleister solche Leistungen zu erbringen beabsichtigt, &uuml;ber diese Absicht eine einfache vorherige Meldung zu erstatten, w&uuml;rde es den Beh&ouml;rden erm&ouml;glichen, die Qualifikation zu &uuml;berpr&uuml;fen, die der Dienstleistende oder die nat&uuml;rlichen Personen, die f&uuml;r ihn die betreffende Dienstleistung erbringen, in anderen Mitgliedstaaten &#8211;gegebenenfalls durch Berufserfahrung&#8211; auf dem speziellen Gebiet des Steuerwesens erworben haben, in dem der Dienstleistende seine T&auml;tigkeit auszu&uuml;ben beabsichtigt (EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;56).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>57<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Fehlen &#8211;wie im Streitfall&#8211; nationale Regelungen, die eine Ber&uuml;cksichtigung der in anderen Mitgliedstaaten erworbenen Qualifikation einer Gesellschaft oder der f&uuml;r sie handelnden Personen zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen erlauben, gebietet es nach der Rechtsprechung des EuGH (vgl. EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827) die Dienstleistungsfreiheit nach Art.&nbsp;56 AEUV, eine solche Qualifikation ihrem Wert entsprechend anzuerkennen und angemessen zu ber&uuml;cksichtigen. Da der EuGH hierzu keine Rechtsgrunds&auml;tze aufgestellt hat, obliegt es den nationalen Beh&ouml;rden und Gerichten festzulegen, unter welchen Voraussetzungen eine in anderen Mitgliedstaaten erworbene Qualifikation eine Befugnis des Dienstleisters zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen durch grenz&uuml;berschreitende Dienstleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>58<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die Festlegung, welche in einem anderen Mitgliedstaat erworbenen Qualifikationen f&uuml;r eine Befugnis zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen ma&szlig;geblich sind, geben die nationalen Regelungen in &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nrn.&nbsp;6 und 7 StBerG einen Anhaltspunkt. Die dort f&uuml;r die vor&uuml;bergehende und gelegentliche Hilfeleistung auf deutschem Hoheitsgebiet genannten Voraussetzungen stellen auf die berufliche Qualifikation eines Dienstleisters ab und sind deshalb auch als sachgerechte Anforderungen f&uuml;r den Fall geeignet, dass ein Dienstleister von einem anderen Mitgliedstaat aus ohne Grenz&uuml;bertritt eine dauerhafte gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ige Hilfeleistung in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige aus&uuml;ben will. Die berufliche Qualifikation kann sich aufgrund einer abgeschlossenen Berufsausbildung, die Kenntnisse und F&auml;higkeiten zur Aus&uuml;bung einer steuerberatenden T&auml;tigkeit in dem anderen Mitgliedstaat vermittelt, oder &#8211;falls eine solche in dem anderen Mitgliedstaat nicht erforderlich ist&#8211; aufgrund der dort im Zusammenhang mit der Steuerberatung gewonnenen Berufserfahrung ergeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>59<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Ist weder der Beruf noch die Ausbildung zu diesem Beruf in dem anderen Mitgliedstaat reglementiert, gen&uuml;gt in Anlehnung an &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 i.V.m. Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nr.&nbsp;7 StBerG, dass die Person den Beruf im Staat der Niederlassung w&auml;hrend der vorhergehenden zehn Jahre mindestens zwei Jahre ausge&uuml;bt hat. Die Berufsaus&uuml;bung in dem anderen Mitgliedstaat darf sich in diesem Fall aber nicht von vornherein darauf beschr&auml;nken, ausschlie&szlig;lich grenz&uuml;berschreitende Beratungsleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige zu erbringen. Die aufgrund der Berufserfahrung erworbene Qualifikation eines in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassenen Dienstleisters ist nur anzuerkennen, wenn sie auf einer Beratungst&auml;tigkeit beruht, die ihn unionsrechtlich dazu befugt, f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige t&auml;tig zu werden. Da in Deutschland die steuerberatende T&auml;tigkeit reglementiert ist, liegt eine unionsrechtlich zul&auml;ssige Beratungst&auml;tigkeit nicht vor, wenn der Dienstleister ausschlie&szlig;lich grenz&uuml;berschreitende Beratungsleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige erbringt, ohne vorher eine berufliche Qualifikation in dem anderen Mitgliedstaat erworben zu haben. Denn erst die in dem anderen Mitgliedstaat erworbene berufliche Qualifikation berechtigt den Dienstleister &#8211;aus unionsrechtlicher Sicht&#8211; zu den grenz&uuml;berschreitenden Dienstleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige (vgl. EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;54). Insoweit reicht es nicht aus, dass der Dienstleister &uuml;ber Berufserfahrung aus einer in Deutschland ausge&uuml;bten steuerberatenden T&auml;tigkeit verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>60<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Diesem Verst&auml;ndnis einer unionsrechtlich zu beachtenden Qualifikation zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen steht &sect;&nbsp;12 Satz 1 StBerG nicht entgegen. Danach sind Personen und Vereinigungen i.S. des &sect;&nbsp;3 Nrn.&nbsp;1 bis 3 StBerG in Angelegenheiten, die das Recht fremder Staaten betreffen, zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfe in Steuersachen befugt. Die Vorschrift erweitert die nach nationalem Recht erforderliche Befugnis der in &sect;&nbsp;3 Nrn.&nbsp;1 bis 3 StBerG genannten Personen und Gesellschaften zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen. &sect;&nbsp;12 Satz&nbsp;1 StBerG kann aber nicht eine nach dem Recht eines fremden Staates notwendige Befugnis begr&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>61<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ist der Dienstleister eine in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassene Gesellschaft, ist sie zur gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen in Form grenz&uuml;berschreitender Dienstleistungen befugt, wenn der verantwortliche Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer &uuml;ber die erforderliche Qualifikation verf&uuml;gt und ihm die steuerberatende T&auml;tigkeit obliegt. Sind bei einer Steuerberatungsgesellschaft mehrere Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer bestellt, ist die Gesellschaft nur zu grenz&uuml;berschreitenden Dienstleistungen in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige befugt, wenn der die Dienstleistung erbringende Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer die in dem anderen Mitgliedstaat erworbene Qualifikation besitzt. Insoweit kann bei einer in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassenen Gesellschaft nicht auf die formellen Voraussetzungen von &sect;&nbsp;32 Abs.&nbsp;3 und &sect;&nbsp;50 StBerG abgestellt werden. Die Dienstleistungsfreiheit (Art.&nbsp;56 AEUV) erfordert vielmehr nur die Ber&uuml;cksichtigung der Qualifikation der Gesellschaft oder der nat&uuml;rlichen Personen, die f&uuml;r sie die Dienstleistung der gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen erbringen (vgl. EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827). Entscheidend ist danach die Qualifikation der jeweils f&uuml;r die Steuerberatungsgesellschaft verantwortlich handelnden Person, die die konkrete Steuerberatungsleistung erbringt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>62<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Eine in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssige, nicht in Deutschland niedergelassene Steuerberatungsgesellschaft kann unter Berufung auf die Dienstleistungsfreiheit (Art.&nbsp;56 AEUV) grenz&uuml;berschreitende Beratungsleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige nur erbringen, wenn sie &uuml;ber eine Berufshaftpflichtversicherung oder einen anderen individuellen oder kollektiven Schutz in Bezug auf die Berufshaftpflicht verf&uuml;gt (vgl. BFH-Urteil vom 21.&nbsp;Juli 2011 II&nbsp;R&nbsp;6\/10, BFHE 234, 474, BStBl II 2011, 906).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>63<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hat die Gesellschaft eine nach deutschem Recht erforderliche Berufshaftpflichtversicherung f&uuml;r die steuerberatende T&auml;tigkeit abgeschlossen, muss der Versicherungsschutz Beratungsleistungen umfassen, die die Gesellschaft von einem anderen Mitgliedstaat aus f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige erbringt, ohne dass die handelnden Personen physisch die Grenze zu Deutschland &uuml;berschreiten. Ein Versicherungsschutz f&uuml;r Beratungsleistungen i.S. des &sect;&nbsp;3a StBerG reicht nicht aus. Denn diese Beratungsleistungen werden auf deutschem Hoheitsgebiet erbracht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>64<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>f) Die f&uuml;r die Anwendung der Dienstleistungsfreiheit notwendigen Voraussetzungen (Niederlassung und gesch&auml;ftliche T&auml;tigkeit in einem anderen Mitgliedstaat, Erbringung der Dienstleistung von der ausl&auml;ndischen Niederlassung aus, im anderen Mitgliedstaat erworbene berufliche Qualifikation, Versicherungsschutz) sind von dem in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssigen Dienstleister in geeigneter Weise darzulegen und nachzuweisen. Das Gericht erforscht zwar den Sachverhalt von Amts wegen (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO). Da aber ein Sachverhalt zu ermitteln und steuerrechtlich zu beurteilen ist, der sich auf Vorg&auml;nge au&szlig;erhalb des Geltungsbereichs dieses Gesetzes bezieht, bestehen erh&ouml;hte Mitwirkungspflichten der Beteiligten (&sect;&nbsp;76 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;4 FGO i.V.m. &sect;&nbsp;90 Abs.&nbsp;2 AO). Der Dienstleister, der sich auf die Dienstleistungsfreiheit beruft, tr&auml;gt insoweit die Feststellungslast f&uuml;r alle Tatsachen, die f&uuml;r eine Anwendung der Dienstleistungsfreiheit erforderlich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>65<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Allerdings sind an den vom Dienstleister zu erbringenden Nachweis in formeller Hinsicht keine &uuml;berzogenen Anforderungen zu stellen. Insbesondere kann die Befugnis eines in einem anderen Mitgliedstaat ans&auml;ssigen Dienstleisters zu grenz&uuml;berschreitenden Steuerberatungsleistungen nicht deshalb abgelehnt werden, weil er nicht die Nachweise i.S. des &sect;&nbsp;3a Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 Nrn.&nbsp;5 bis 7 StBerG f&uuml;r eine vor&uuml;bergehende und gelegentliche Hilfeleistung in Steuersachen auf deutschem Hoheitsgebiet erbracht hat. Denn diese Regelungen gelten nicht f&uuml;r eine von einem anderen Mitgliedstaat aus erbrachte Steuerberatungsdienstleistung ohne physischen Grenz&uuml;bertritt der handelnden Personen, auch wenn der Inhalt der Regelungen zum Teil bei der Ber&uuml;cksichtigung der in einem anderen Mitgliedstaat erworbenen Qualifikationen herangezogen wird. Der Grundsatz der Rechtssicherheit gebietet es, dass Rechtsvorschriften &#8211;vor allem dann, wenn sie nachteilige Folgen f&uuml;r Einzelne und Unternehmen haben k&ouml;nnen&#8211; klar, bestimmt und in ihren Auswirkungen voraussehbar sein m&uuml;ssen (EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827, Rz&nbsp;58).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>66<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>g) Im Streitfall hat das FG &#8211;ausgehend von seiner Auffassung zu Recht&#8211; noch nicht gepr&uuml;ft, ob die Voraussetzungen daf&uuml;r vorliegen, dass sich die Kl&auml;gerin in Bezug auf die Anfertigung und &Uuml;bersendung der Umsatzsteuererkl&auml;rung der C-Ltd. f&uuml;r 2010 auf die Dienstleistungsfreiheit nach Art.&nbsp;56 AEUV berufen kann und der Zur&uuml;ckweisungsbescheid von 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 deshalb rechtswidrig ist. F&uuml;r den Fall, dass die Kl&auml;gerin nicht in Deutschland niedergelassen ist und damit nicht in den Geltungsbereich der Niederlassungsfreiheit f&auml;llt, sind diese Pr&uuml;fung und die f&uuml;r die Anwendung der Dienstleistungsfreiheit erforderlichen Feststellungen nachzuholen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>67<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat keine Feststellungen dazu getroffen, ob die Kl&auml;gerin zum Zeitpunkt des Ergehens des Zur&uuml;ckweisungsbescheids vom 12.&nbsp;M&auml;rz 2012 in ihrer niederl&auml;ndischen Niederlassung gesch&auml;ftlich t&auml;tig war, die konkrete Dienstleistung an die C-Ltd. von dieser Niederlassung aus erbracht hat und welche in den Niederlanden erworbenen beruflichen Qualifikationen die Kl&auml;gerin bzw. der die konkrete Dienstleistung erbringende Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer zur Aus&uuml;bung einer steuerberatenden T&auml;tigkeit im Jahr 2012 aufweisen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>68<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat in diesem Fall weiter zu ermitteln, ob die von der Kl&auml;gerin abgeschlossene Berufshaftpflichtversicherung Versicherungsschutz f&uuml;r Beratungsleistungen bietet, die die Kl&auml;gerin von einem anderen Mitgliedstaat aus f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige erbringt, ohne dass die handelnden Personen physisch die Grenze zu Deutschland &uuml;berschreiten. Dem Versicherungsschein vom 6.&nbsp;Oktober 2011 kann nicht eindeutig entnommen werden, ob Versicherungsschutz f&uuml;r die von den Niederlanden aus erbrachten Dienstleistungen bestand. Der Versicherungsschein enth&auml;lt zwar die besondere Vereinbarung, dass die gesetzliche Haftpflicht des Versicherungsnehmers f&uuml;r Verm&ouml;genssch&auml;den aus der Hilfeleistung in Steuersachen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;3a StBerG versichert ist. Allerdings ist als versichertes Risiko die &quot;Hilfeleistung in Steuersachen gem. &sect;&nbsp;3a StBerG (vom Ausland aus)&quot; bezeichnet. Da &sect;&nbsp;3a StBerG die Erbringung von Dienstleistungen auf dem Hoheitsgebiet von Deutschland betrifft, sind zwar die Dienstleistungen abgesichert, die in Deutschland erbracht werden. Dienstleistungen, die f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige in den Niederlanden erbracht werden, k&ouml;nnten aber ebenso versichert sein. Darauf deutet die Bezeichnung des versicherten Risikos &quot;Hilfeleistung in Steuersachen vom Ausland aus&quot; hin. Der Umfang des Versicherungsschutzes ist nicht eindeutig und deshalb unter Heranziehung der Versicherungsbedingungen sowie ggf. durch eine schriftliche oder m&uuml;ndliche Best&auml;tigung des Versicherers zu kl&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>69<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Sollten die vom FG nachzuholenden Feststellungen ergeben, dass sich die Kl&auml;gerin auf die Dienstleistungsfreiheit nach Art.&nbsp;56 AEUV berufen kann, so steht dem der Gesichtspunkt des Rechtsmissbrauchs nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>70<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH darf sich niemand in betr&uuml;gerischer oder missbr&auml;uchlicher Weise auf die Rechtsvorschriften der EU berufen (vgl. EuGH-Urteil Kratzer vom 28.&nbsp;Juli 2016 C-423\/15, EU:C:2016:604, Rz&nbsp;37, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>71<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Feststellung eines missbr&auml;uchlichen Verhaltens verlangt das Vorliegen eines objektiven und eines subjektiven Tatbestandsmerkmals (vgl. EuGH-Urteil SICES u.a. vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-155\/13, EU:C:2014:145, Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>72<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das objektive Tatbestandsmerkmal ist erf&uuml;llt, wenn sich aus einer Gesamtw&uuml;rdigung der objektiven Umst&auml;nde ergibt, dass trotz formaler Einhaltung der von der Unionsregelung vorgesehenen Bedingungen das Ziel dieser Regelung nicht erreicht wurde (vgl. EuGH-Urteil Kratzer, EU:C:2016:604, Rz&nbsp;39). Das subjektive Tatbestandsmerkmal liegt vor, wenn aus einer Reihe objektiver Anhaltspunkte ersichtlich ist, dass wesentlicher Zweck der fraglichen Handlungen die Erlangung eines ungerechtfertigten Vorteils ist (vgl. EuGH-Urteil Kratzer, EU:C:2016:604, Rz&nbsp;40). Denn das Missbrauchsverbot greift nicht, wenn die fraglichen Handlungen eine andere Erkl&auml;rung haben k&ouml;nnen als nur die Erlangung eines Vorteils (vgl. EuGH-Urteile Halifax u.a. vom 21.&nbsp;Februar 2006 C-255\/02, EU:C:2006:121, Rz&nbsp;75; Weald Leasing vom 22.&nbsp;Dezember 2010 C-103\/09, EU:C:2010:804, Rz&nbsp;30; SICES u.a., EU:C:2014:145, Rz&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>73<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zum Beweis f&uuml;r das Vorliegen des subjektiven Tatbestandsmerkmals, das auf die Absicht der Handelnden abstellt, kann u.a. der rein k&uuml;nstliche Charakter der fraglichen Handlungen ber&uuml;cksichtigt werden (vgl. EuGH-Urteile Emsland-St&auml;rke vom 14.&nbsp;Dezember 2000 C-110\/99, EU:C:2000:695, Rz&nbsp;53 und 58; Halifax u.a., EU:C:2006:121, Rz&nbsp;81; Part Service vom 21.&nbsp;Februar 2008 C-425\/06, EU:C:2008:108, Rz&nbsp;62; SICES u.a., EU:C:2014:145, Rz&nbsp;33).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>74<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es ist Sache des nationalen Gerichts, gem&auml;&szlig; den Beweisregeln des nationalen Rechts &#8211;soweit dadurch die Wirksamkeit des Unionsrechts nicht beeintr&auml;chtigt wird&#8211; festzustellen, ob die Tatbestandsvoraussetzungen eines missbr&auml;uchlichen Verhaltens im Ausgangsverfahren erf&uuml;llt sind (vgl. EuGH-Urteil Kratzer, EU:C:2016:604, Rz&nbsp;42, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>75<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Umstand, dass eine Gesellschaft in einem Mitgliedstaat nur gegr&uuml;ndet wurde, um in den Genuss vorteilhafterer Rechtsvorschriften zu kommen, stellt keinen Missbrauch dar, und zwar auch dann nicht, wenn die betreffende Gesellschaft ihre T&auml;tigkeiten haupts&auml;chlich oder ausschlie&szlig;lich in diesem zweiten Staat (mit den strengeren Rechtsvorschriften) aus&uuml;bt (vgl. EuGH-Urteile Centros vom 9.&nbsp;M&auml;rz 1999 C-212\/97, EU:C:1999:126, Rz&nbsp;27, 29, und Inspire Art vom 30.&nbsp;September 2003 C-167\/01, EU:C:2003:512, Rz&nbsp;96). Nach diesen Entscheidungen kann es f&uuml;r sich allein keine missbr&auml;uchliche Ausnutzung des Niederlassungsrechts darstellen, wenn eine Gesellschaft in einem Mitgliedstaat nur errichtet wurde, um sich in einem zweiten Mitgliedstaat niederzulassen, in dem die Gesch&auml;ftst&auml;tigkeit im Wesentlichen oder ausschlie&szlig;lich ausge&uuml;bt werden soll. Auch der Umstand, dass sich ein Angeh&ouml;riger eines Mitgliedstaats entschlossen hat, eine Berufsqualifikation in einem anderen Mitgliedstaat als seinem Wohnmitgliedstaat zu erwerben, um dort in den Genuss vorteilhafterer Rechtsvorschriften zu kommen, reicht f&uuml;r sich genommen nicht aus, um von einem Rechtsmissbrauch auszugehen (EuGH-Urteil Torresi vom 17.&nbsp;Juli 2014 C-58\/13, C-59\/13, EU:C:2014:2088, Rz&nbsp;50, zu Art.&nbsp;3 der Richtlinie 98\/5\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 16.&nbsp;Februar 1998 zur Erleichterung der st&auml;ndigen Aus&uuml;bung des Rechtsanwaltsberufs in einem anderen Mitgliedstaat als dem, in dem die Qualifikation erworben wurde). Diesen Entscheidungen ist zu entnehmen, dass der EuGH die Nutzung vorteilhafterer Rechtsvorschriften eines Mitgliedstaats nicht als Rechtsmissbrauch ansieht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>76<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Dieser vom EuGH aufgestellte Grundsatz gilt auch im Bereich der Dienstleistungsfreiheit nach Art.&nbsp;56 AEUV. Errichtet eine in einem Mitgliedstaat ans&auml;ssige Steuerberatungsgesellschaft in einem anderen Mitgliedstaat, in dem die Steuerberatungst&auml;tigkeit nicht reglementiert ist, eine Zweigniederlassung, von der aus sie Steuerberatungsleistungen erbringt, ist weder die Errichtung der Zweigniederlassung noch die Erbringung der Beratungsleistungen in dem Staat der Zweigniederlassung noch die Erbringung grenz&uuml;berschreitender Beratungsleistungen f&uuml;r Staatsangeh&ouml;rige in einem Mitgliedstaat, in dem die Steuerberatung zu den reglementierten Berufen z&auml;hlt, rechtsmissbr&auml;uchlich. Denn die Gesellschaft nimmt insoweit nur die unionsrechtlich gew&auml;hrleisteten Grundfreiheiten wahr. Ein ungerechtfertigter Vorteil wird dadurch nicht erlangt. Auch der EuGH hat in der den Streitfall betreffenden Entscheidung (EuGH-Urteil X-Steuerberatungsgesellschaft, EU:C:2015:827) einen Rechtsmissbrauch nicht angesprochen, sondern nur verlangt, dass f&uuml;r die Erbringung grenz&uuml;berschreitender Steuerberatungsleistungen an Steuerpflichtige in einem anderen Mitgliedstaat, in dem die Steuerberatung reglementiert ist, die Qualifikation, die der Dienstleister im Niederlassungsmitgliedstaat erworben hat, ihrem Wert entsprechend anzuerkennen und angemessen zu ber&uuml;cksichtigen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>77<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Ein Missbrauch liegt auch dann nicht vor, wenn einer der Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Steuerberatungsgesellschaft, die in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassen ist und dort keiner Reglementierung unterliegt, fr&uuml;her Steuerberater in Deutschland gewesen ist und seine Bestellung bestandskr&auml;ftig widerrufen worden war. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Gesellschaft einen weiteren Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hat, bei dem dies nicht zutrifft. Denn die Gesellschaft erf&uuml;llt in dieser Konstellation als solche &#8211;unabh&auml;ngig von dem fr&uuml;her als Steuerberater bestellten Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer&#8211; alle Voraussetzungen zur Inanspruchnahme der Niederlassungsfreiheit und der Dienstleistungsfreiheit. Die Dienstleistungsfreiheit erfasst auch grenz&uuml;berschreitende Beratungsleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige, wenn der weitere Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer hierf&uuml;r &uuml;ber eine im Niederlassungsmitgliedstaat erworbene Qualifikation verf&uuml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>78<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Mitwirkung eines Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers, der wegen des Widerrufs der Bestellung selbst nicht mehr in Deutschland als Steuerberater t&auml;tig sein kann, ist auch hinsichtlich der grenz&uuml;berschreitenden Beratungsleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige kein Rechtsmissbrauch. Dieser Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer erlangt zwar aufgrund seiner Stellung bei der in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft die M&ouml;glichkeit, grenz&uuml;berschreitende Beratungsleistungen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige zu erbringen. Dieser Vorteil ist aber nicht ungerechtfertigt. Denn er wird nur gew&auml;hrt, wenn der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer vor der Erbringung der grenz&uuml;berschreitenden Dienstleistungen im Niederlassungsstaat Qualifikationen erworben hat, die ihm eine Befugnis zu diesen grenz&uuml;berschreitenden Steuerberatungsleistungen verschaffen. Der vormals als Steuerberater in Deutschland t&auml;tige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer kann also nicht ohne Weiteres &uuml;ber eine in einem anderen Mitgliedstaat niedergelassene Steuerberatungsgesellschaft Hilfe in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige leisten. Zudem kann der Widerruf der Bestellung als Steuerberater in Deutschland nicht dazu f&uuml;hren, dass damit zugleich eine Aus&uuml;bung der steuerberatenden T&auml;tigkeit in anderen Mitgliedstaaten verhindert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>79<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>e) Die Errichtung der Kl&auml;gerin in England, die Er&ouml;ffnung einer Niederlassung in den Niederlanden und die Erbringung grenz&uuml;berschreitender Steuerberatungsleistungen an inl&auml;ndische Steuerpflichtige aufgrund einer in den Niederlanden erworbenen Qualifikation sind nicht missbr&auml;uchlich. Das gilt auch, wenn sie letztendlich zum Ziel haben, von der Niederlassung in den Niederlanden aus gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;ig Hilfe in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige zu leisten, und sich die Kl&auml;gerin dadurch dem Anwendungsbereich der nationalen Vorschriften der &sect;&sect;&nbsp;2, 3 Nr.&nbsp;3, 32 Abs.&nbsp;3 StBerG entzieht. Die Kl&auml;gerin ist berechtigt, m&ouml;glicherweise g&uuml;nstigere Rechtsvorschriften der Niederlande f&uuml;r ihre gesch&auml;ftliche T&auml;tigkeit zu nutzen. Unsch&auml;dlich ist, dass Y, dessen Bestellung als Steuerberater in Deutschland widerrufen wurde, Gesellschafter und Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der Kl&auml;gerin ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>80<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>9. Die Richtlinie 2000\/31\/EG ist entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin nicht einschl&auml;gig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>81<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Richtlinie soll einen Beitrag zum einwandfreien Funktionieren des Binnenmarktes leisten, indem sie den freien Verkehr von Diensten der Informationsgesellschaft zwischen den Mitgliedstaaten sicherstellt (Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 der Richtlinie 2000\/31\/EG). Sie findet keine Anwendung auf den Bereich der Besteuerung (Art.&nbsp;1 Abs.&nbsp;5 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2000\/31\/EG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>82<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Mitwirkung einer Gesellschaft bei der Erstellung und Abgabe der Steuererkl&auml;rung eines Steuerpflichtigen nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck f&auml;llt deshalb nicht unter die Richtlinie 2000\/31\/EG. Zudem liegt insoweit auch kein Dienst der Informationsgesellschaft i.S. der Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;2, Art.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2000\/31\/EG i.V.m. Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 der Richtlinie 98\/48\/EG des Europ&auml;ischen Parlaments und des Rates vom 20.&nbsp;Juli 1998 zur &Auml;nderung der Richtlinie 98\/34\/EG &uuml;ber ein Informationsverfahren auf dem Gebiet der Normen und technischen Vorschriften in der bis 6.&nbsp;Oktober 2015 geltenden Fassung (Richtlinie 98\/48\/EG) vor. Ein Dienst ist nach Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 98\/34\/EG eine Dienstleistung der Informationsgesellschaft, d.h. jede in der Regel gegen Entgelt elektronisch im Fernabsatz und auf individuellen Abruf eines Empf&auml;ngers erbrachte Dienstleistung. Die Erstellung einer Steuererkl&auml;rung nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck und die &Uuml;bersendung des ausgef&uuml;llten Vordrucks an das Finanzamt ist keine derartige Dienstleistung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>83<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>10. Die &Uuml;bertragung der Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Revisionsverfahrens auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 19.10.2016, II R 44\/12ECLI:DE:BFH:2016:U.191016.IIR44.12.0 Zur&uuml;ckweisung einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft wegen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;iger Hilfeleistung in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige &#8211; Einordnung einer Klageart Leits&auml;tze 1. Eine Zur&uuml;ckweisung nach &sect; 80 Abs. 5 AO ist bei einer unbefugten gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;igen Hilfeleistung in Steuersachen unabh&auml;ngig davon gerechtfertigt, ob die hilfeleistende Person oder Vereinigung als Bevollm&auml;chtigte oder &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/ii-r-44-12-zurueckweisung-einer-im-eu-ausland-niedergelassenen-steuerberatungsgesellschaft-wegen-geschaeftsmaessiger-hilfeleistung-in-steuersachen-fuer-inlaendische-steuerpflichtige-einordnung-einer-k\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">II&nbsp;R&nbsp;44\/12 &#8211; Zur&uuml;ckweisung einer im EU-Ausland niedergelassenen Steuerberatungsgesellschaft wegen gesch&auml;ftsm&auml;&szlig;iger Hilfeleistung in Steuersachen f&uuml;r inl&auml;ndische Steuerpflichtige &#8211; Einordnung einer Klageart<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66358","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66358","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66358"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66358\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66358"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66358"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66358"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}