{"id":66366,"date":"2017-01-18T12:53:29","date_gmt":"2017-01-18T10:53:29","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66366"},"modified":"2017-01-18T12:53:29","modified_gmt":"2017-01-18T10:53:29","slug":"v-b-72-16-aufhebung-und-zurueckverweisung-wegen-verfahrensfehler-gesamtergebnis-des-verfahrens-bedeutung-der-umsatzsteuer-identifikationsnummer-fuer-umsatzsteuerfreiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-72-16-aufhebung-und-zurueckverweisung-wegen-verfahrensfehler-gesamtergebnis-des-verfahrens-bedeutung-der-umsatzsteuer-identifikationsnummer-fuer-umsatzsteuerfreiheit\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;72\/16 &#8211; Aufhebung und Zur&uuml;ckverweisung wegen Verfahrensfehler; Gesamtergebnis des Verfahrens, Bedeutung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer f&uuml;r Umsatzsteuerfreiheit"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.11.2016, V B 72\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.021116.VB72.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufhebung und Zur&uuml;ckverweisung wegen Verfahrensfehler; Gesamtergebnis des Verfahrens, Bedeutung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer f&uuml;r Umsatzsteuerfreiheit<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 3. M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;5 K 3431\/14 U aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Diesem wird die Entscheidung &uuml;ber die Kosten des Beschwerdeverfahrens &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine Automobile GmbH, handelt mit gebrauchten Kfz. Anl&auml;sslich einer bei ihr durchgef&uuml;hrten Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung versagte der Beklagte und Beschwerdegegner (das Finanzamt) im Streitjahr (2010) die Steuerfreiheit von Lieferungen gebrauchter PKW an die Firma MP, die eine Umsatzsteuer-Identifikations-Nummer (USt-Id-Nr.) besa&szlig;. Einspruch und Klage gegen den &Auml;nderungsbescheid blieben erfolglos. Das Finanzgericht (FG) begr&uuml;ndete die Klageabweisung damit, dass MP nach Auskunft der zust&auml;ndigen Beh&ouml;rden in der Republik Italien (Italien) kein Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) gewesen sei. Auf Vertrauensschutz nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG k&ouml;nne sich die Kl&auml;gerin nicht berufen, weil sie nicht glaubhaft dargetan habe, dass sie die Unrichtigkeit der Angaben des MP als Abnehmer nicht erkennen konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit ihrer Beschwerde macht die Kl&auml;gerin geltend, das FG habe einen Verfahrensfehler begangen. Es habe ihren Tatsachenvortrag zum Vorliegen von qualifizierten Best&auml;tigungen der USt-Id-Nr. des Abnehmers durch das Bundeszentralamt f&uuml;r Steuern (BZSt) vor Ausf&uuml;hrung des ersten Gesch&auml;fts unber&uuml;cksichtigt gelassen, obwohl dieser Vortrag &#8211;auch bei Zugrundelegung der materiell-rechtlichen Auffassung des FG&#8211; entscheidungserheblich sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist begr&uuml;ndet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung des Rechtsstreits an das FG zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es liegt ein von der Kl&auml;gerin in der erforderlichen Form (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;3 FGO) dargelegter Verfahrensmangel i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 FGO vor, auf dem die Entscheidung des FG beruhen kann. Denn das FG hat &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO verletzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 FGO hat das FG seiner &Uuml;berzeugungsbildung das Gesamtergebnis des Verfahrens, also den gesamten konkretisierten Prozessstoff zu Grunde zu legen. Das bedeutet u.a., dass das FG den Inhalt der ihm vorliegenden Akten vollst&auml;ndig und einwandfrei ber&uuml;cksichtigen muss (Beschl&uuml;sse des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;November 2001 II&nbsp;B&nbsp;29\/00, BFH\/NV 2002, 512; vom 22.&nbsp;Juli 2004 II&nbsp;B&nbsp;26\/03, BFH\/NV 2004, 1546; Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;96 Rz&nbsp;23\/24, m.w.N.). Dabei geh&ouml;rt zum Akteninhalt u.a. das Vorbringen der Beteiligten (BFH-Urteil vom 6.&nbsp;Dezember 1978 I&nbsp;R&nbsp;131\/75, BFHE 126, 379, BStBl II 1979, 162). Deshalb muss das FG in seinem Urteil zwar nicht auf jede Einzelheit des Sachverhalts und des Beteiligtenvortrags ausdr&uuml;cklich eingehen (BFH-Beschluss vom 7.&nbsp;Juli 2004 X&nbsp;B&nbsp;63\/03, BFH\/NV 2004, 1653, 1654, m.w.N.). Es verletzt jedoch seine Pflicht zur vollst&auml;ndigen Ber&uuml;cksichtigung des Streitstoffs, wenn es einen bestimmten Tatsachenvortrag erkennbar unber&uuml;cksichtigt l&auml;sst, obwohl dieser auf der Basis seiner materiell-rechtlichen Auffassung entscheidungserheblich sein kann (BFH-Beschluss vom 21.&nbsp;Dezember 2004 I&nbsp;B&nbsp;128\/04, BFH\/NV 2005, 994).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben liegt der von der Kl&auml;gerin ger&uuml;gte Verfahrensmangel vor, auf dem die Entscheidung des FG beruhen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Kl&auml;gerin hat im finanzgerichtlichen Verfahren vorgebracht, sie habe zum Zeitpunkt des ersten Gesch&auml;fts mit MP am 18.&nbsp;August 2010 eine qualifizierte Abfrage beim BZSt eingeholt. Dabei sei best&auml;tigt worden, dass die Firma des K&auml;ufers in Italien unter der genannten USt-Id-Nr.&nbsp;aktuell existiere. Daneben h&auml;tten Firmenpapiere und der Pass des K&auml;ufers (MP) vorgelegen. F&uuml;r vier weitere Gesch&auml;fte am 31.&nbsp;August 2010 und f&uuml;r das Gesch&auml;ft am 23.&nbsp;Oktober 2010 seien weitere qualifizierte Abfragen erfolgt, die das BZSt positiv beschieden habe. Das Urteil des FG enth&auml;lt weder im Tatbestand noch in den Entscheidungsgr&uuml;nden Ausf&uuml;hrungen zu diesem Vorbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das BZSt best&auml;tigt auf Anfrage dem Unternehmer i.S. des &sect;&nbsp;2 UStG die G&uuml;ltigkeit einer USt-Id-Nr. sowie den Namen und die Anschrift der Person, der die USt-Id-Nr. von einem anderen Mitgliedstaat erteilt wurde. Die USt-Id-Nr.&nbsp;(&sect;&nbsp;27a UStG) bzw. die Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer (Art.&nbsp;214 der Richtlinie des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem 2006\/112\/EG) sind zwar keine materiell-rechtlichen Voraussetzungen der innergemeinschaftlichen Lieferung (vgl. hierzu Urteil des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211; Pl&ouml;ckl vom 20.&nbsp;Oktober 2016 C-24\/15, EU:C:2016:791, Rz&nbsp;41), sie erlangen aber Bedeutung f&uuml;r die Steuerfreiheit aufgrund des Beleg- und Buchnachweises (&sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;17a&nbsp;ff. der Umsatzsteuer-Durchf&uuml;hrungsverordnung &#8211;UStDV&#8211;) sowie f&uuml;r die Steuerfreiheit aufgrund Vertrauensschutzes (&sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 UStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die USt-Id-Nr.&nbsp;des Abnehmers (&sect;&nbsp;17c Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStDV) ist Teil des vom Unternehmer zu f&uuml;hrenden Buchnachweises. Aufzuzeichnen ist die richtige USt-Id-Nr. des wirklichen Abnehmers; diese muss im Zeitpunkt der Lieferung noch g&uuml;ltig sein (BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;April 1997 V&nbsp;B&nbsp;159\/96, BFH\/NV 1997, 629). Im Streitfall hat die Kl&auml;gerin zwar die bei Lieferung noch g&uuml;ltige USt-Id-Nr. des MP aufgezeichnet. Da es sich aber bei dieser Firma &#8211;was unstrittig ist&#8211; um keinen Unternehmer handelt, entf&auml;llt die Beweiskraft dieser buchm&auml;&szlig;igen Aufzeichnung. Es kann daher insoweit nicht zu einer Inanspruchnahme der Steuerfreiheit auf formeller Beweisgrundlage kommen (BFH-Urteil vom 10.&nbsp;August 2016 V&nbsp;R&nbsp;45\/15, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2016, 2402).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Die Steuerfreiheit aufgrund Vertrauensschutzes nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 UStG setzt u.a. voraus, dass der Unternehmer den Nachweispflichten nach &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;3 UStG i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;17a&nbsp;ff. UStDV ihrer Art nach nachgekommen ist (BFH-Urteile in DStR 2016, 2402, sowie vom 12.&nbsp;Mai 2011 V&nbsp;R&nbsp;46\/10, BFHE 234, 436, BStBl II&nbsp;2011, 957, Rz&nbsp;30). Ma&szlig;geblich hierf&uuml;r ist die formelle Vollst&auml;ndigkeit, nicht aber auch die inhaltliche Richtigkeit der Beleg- und Buchangaben, da &sect;&nbsp;6a Abs.&nbsp;4 UStG das Vertrauen auf unrichtige Abnehmerangaben sch&uuml;tzt (BFH-Urteile in BFHE 234, 436, BStBl II 2011, 957, und vom 15.&nbsp;Februar 2012 XI&nbsp;R&nbsp;42\/10, BFH\/NV 2012, 1188). Daf&uuml;r gen&uuml;gt die Aufzeichnung einer im Zeitpunkt der Lieferung g&uuml;ltigen USt-Id-Nr. des Abnehmers, sodass die &#8211;im Streitfall erfolgte&#8211; r&uuml;ckwirkende L&ouml;schung dieser USt-Id-Nr. nach Ausf&uuml;hrung der Lieferung nicht zulasten des gutgl&auml;ubigen Lieferers ber&uuml;cksichtigt werden kann. Denn es widerspr&auml;che dem Grundsatz der Verh&auml;ltnism&auml;&szlig;igkeit, den Verk&auml;ufer allein deshalb zur Mehrwertsteuer heranzuziehen, weil die Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer des Erwerbers r&uuml;ckwirkend aus dem Register gel&ouml;scht wurde (EuGH-Urteile vom 9.&nbsp;Oktober 2014 C-492\/13, EU:C:2014:2267, Rz&nbsp;36, sowie Mecsek-Gabona vom 6.&nbsp;September 2012 C-273\/11, EU:C:2012:547, Rz&nbsp;63 und 64).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Selbst wenn ganz erhebliche und auf den ersten Blick erkennbare Unterschiede hinsichtlich der Unterschrift auf den Abholbelegen f&uuml;r drei PKW und dem Reisepass vorhanden sind (vgl. BFH-Urteil vom 14.&nbsp;November 2012 XI&nbsp;R&nbsp;17\/12, BFHE 239, 516, BStBl II 2013, 407, Leitsatz&nbsp;1 sowie Rz&nbsp;26) und diese Abweichungen allein oder zusammen mit den verschiedenen Angaben der Kl&auml;gerin &uuml;ber den Abholvorgang f&uuml;r die vier am 31.&nbsp;August 2010 verkauften PKW geeignet w&auml;ren, Zweifel hinsichtlich der Person des tats&auml;chlichen Abnehmers und der unternehmerischen Verwendung der verkauften PKW im &uuml;brigen Gemeinschaftsgebiet zu begr&uuml;nden, sind keinerlei Anhaltspunkte daf&uuml;r festgestellt, dass die Kl&auml;gerin bereits bei dem davor liegenden Verkauf vom 18.&nbsp;August 2010 und dem danach erfolgten Verkauf vom 23.&nbsp;Oktober 2010 die Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht beachtet h&auml;tte. Die blo&szlig;e Vermutung, dass die Geschehnisse am 31.&nbsp;August 2010 zwischen der Kl&auml;gerin und MP &quot;m&ouml;glicherweise&quot; bereits am 18.&nbsp;August 2010 abgesprochen worden seien, ist jedenfalls nicht ausreichend, um einem Steuerpflichtigen den aufgrund der seinerzeit g&uuml;ltigen USt-Id-Nr. bestehenden Vertrauensschutz auch f&uuml;r solche Lieferungen zu versagen, in denen zu besonderer Sorgfalt veranlassende Umst&auml;nde weder festgestellt noch offensichtlich sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat h&auml;lt es f&uuml;r sachgerecht, nach &sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;6 FGO zu verfahren, da im Streitfall von einer Revisionsentscheidung keine weitere rechtliche Kl&auml;rung zu erwarten ist (vgl. BFH-Beschl&uuml;sse vom 17.&nbsp;September 2003 I&nbsp;B&nbsp;18\/03, BFH\/NV 2004, 207; vom 29.&nbsp;Januar 2010 II&nbsp;B&nbsp;107\/09, BFH\/NV 2010, 938). Das angefochtene Urteil war daher aufzuheben und der Rechtsstreit insoweit zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die &Uuml;bertragung der Kostenentscheidung auf das FG beruht auf &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 2.11.2016, V B 72\/16ECLI:DE:BFH:2016:B.021116.VB72.16.0 Aufhebung und Zur&uuml;ckverweisung wegen Verfahrensfehler; Gesamtergebnis des Verfahrens, Bedeutung der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer f&uuml;r Umsatzsteuerfreiheit Tenor Auf die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 3. M&auml;rz 2016&nbsp;&nbsp;5 K 3431\/14 U aufgehoben. Die Sache wird an das Finanzgericht D&uuml;sseldorf zur&uuml;ckverwiesen. 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