{"id":66367,"date":"2017-01-18T12:55:43","date_gmt":"2017-01-18T10:55:43","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66367"},"modified":"2017-01-18T12:55:43","modified_gmt":"2017-01-18T10:55:43","slug":"v-b-81-16-beseitigung-der-gefaehrdung-des-steueraufkommens-bei-unberechtigtem-steuerausweis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-81-16-beseitigung-der-gefaehrdung-des-steueraufkommens-bei-unberechtigtem-steuerausweis\/","title":{"rendered":"V&nbsp;B&nbsp;81\/16 &#8211; Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.11.2016, V B 81\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:B.031116.VB81.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 18. Mai 2016&nbsp;&nbsp;1 K 1047\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. <\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"gruende\">Gr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet. Denn die vom Kl&auml;ger und Beschwerdef&uuml;hrer (Kl&auml;ger) geltend gemachten Zulassungsgr&uuml;nde liegen nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung i.S. von &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung kommt einer Rechtssache nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) zu, wenn die f&uuml;r die Beurteilung des Streitfalls ma&szlig;gebliche Rechtsfrage das (abstrakte) Interesse der Allgemeinheit an der einheitlichen Entwicklung und Handhabung des Rechts ber&uuml;hrt. Au&szlig;erdem muss die Rechtsfrage kl&auml;rungsbed&uuml;rftig und in einem k&uuml;nftigen Revisionsverfahren kl&auml;rbar sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;Dezember 2015 XI&nbsp;B&nbsp;113\/14, BFH\/NV 2016, 599, Rz&nbsp;7, m.w.N.). An der Kl&auml;rungsbed&uuml;rftigkeit fehlt es, wenn die Rechtsfrage anhand der gesetzlichen Grundlagen und der bereits vorliegenden Rechtsprechung beantwortet werden kann und keine neuen Gesichtspunkte erkennbar sind, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung der Rechtsfrage durch den BFH geboten erscheinen lassen (vgl. Beschluss in BFH\/NV 2016, 599, Rz&nbsp;7, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Danach ist die vom Kl&auml;ger sinngem&auml;&szlig; aufgeworfene Rechtsfrage, ob eine Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens i.S. von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) beseitigt ist, wenn ein Vorsteuerabzug schon deshalb nicht vorgenommen wurde, weil der Rechnungsempf&auml;nger wegen der Durchf&uuml;hrung einer &#8211;ergebnisoffenen&#8211; Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung an der Geltendmachung des begehrten Vorsteuerabzugs faktisch gehindert war, nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Denn die Antwort auf diese Rechtsfrage l&auml;sst sich schon &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStG entnehmen, wonach die Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens beseitigt ist, wenn ein Vorsteuerabzug beim Empf&auml;nger der Rechnung nicht durchgef&uuml;hrt oder die geltend gemachte Vorsteuer an die Finanzbeh&ouml;rde zur&uuml;ckgezahlt worden ist. Da diese Vorschrift ihrem Wortlaut nach lediglich darauf abstellt, ob ein Vorsteuerabzug im Ergebnis nicht durchgef&uuml;hrt wurde, ist sie unabh&auml;ngig davon anwendbar, weshalb der Vorsteuerabzug letztlich nicht geltend gemacht werden konnte. Dies bedeutet entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers, dass sie auch eingreift, wenn der Rechnungsempf&auml;nger im Einzelfall &#8211;wie hier&#8211; wegen einer &#8211;ergebnisoffenen&#8211; Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung an der Durchf&uuml;hrung des begehrten Vorsteuerabzugs tats&auml;chlich gehindert war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat auch keine Anhaltspunkte vorgetragen, die eine erneute Pr&uuml;fung und Entscheidung des BFH erforderlich machen. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass durch das von ihm angegriffene Urteil des Finanzgerichts (FG) nun eine &quot;Gef&auml;hrdung&quot; i.S. von &sect;&nbsp;14c UStG in allen F&auml;llen ausgeschlossen w&auml;re, in denen an &quot;irgendeiner Stelle des f&uuml;r den Rechnungsempf&auml;nger zust&auml;ndigen Finanzamtes Zweifel an dessen Berechtigung des Vorsteuerabzuges aufgekommen sind&quot;. Denn das FG hat im Streitfall ersichtlich lediglich eine Einzelfallentscheidung getroffen, bei der die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStG vorlagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision ist nicht wegen Divergenz nach &sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 Alternative&nbsp;2 FGO zuzulassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der behaupteten Divergenzentscheidung hat der BFH entschieden, dass eine Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens nicht i.S. von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;3 UStG beseitigt ist, wenn die zust&auml;ndige Steuerfahndungsstelle Zweifel daran hat, ob in Rechnung gestellte Leistungen tats&auml;chlich ausgef&uuml;hrt worden sind (BFH-Urteil vom 16.&nbsp;September 2015 XI&nbsp;R&nbsp;47\/13, Betriebs-Berater &#8211;BB&#8211; 2016, 481). Danach ist schon nicht ersichtlich, dass es sich bei dem Streitfall und der behaupteten Divergenzentscheidung um einen gleichen oder vergleichbaren Sachverhalt handelt, bei dem es um dieselbe Rechtsfrage gehen w&uuml;rde (vgl. z.B. BFH-Beschluss vom 2.&nbsp;Juni 2016 IX&nbsp;B&nbsp;10\/16, BFH\/NV 2016, 1448, Rz&nbsp;9). Im &Uuml;brigen zitiert der BFH in der behaupteten Divergenzentscheidung auch den Gesetzestext von &sect;&nbsp;14c Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;4 UStG (Urteil in BB 2016, 481, Rz&nbsp;47), der im Streitfall &#8211;im Unterschied zur behaupteten Divergenzentscheidung&#8211; einschl&auml;gig war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Senat sieht von einer weiteren Begr&uuml;ndung ab (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;2 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 3.11.2016, V B 81\/16ECLI:DE:BFH:2016:B.031116.VB81.16.0 Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis Tenor Die Beschwerde des Kl&auml;gers wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts des Saarlandes vom 18. Mai 2016&nbsp;&nbsp;1 K 1047\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen. Gr&uuml;nde 1&nbsp; Die Beschwerde ist &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-b-81-16-beseitigung-der-gefaehrdung-des-steueraufkommens-bei-unberechtigtem-steuerausweis\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;B&nbsp;81\/16 &#8211; Beseitigung der Gef&auml;hrdung des Steueraufkommens bei unberechtigtem Steuerausweis<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-66367","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66367","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66367"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66367\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66367"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66367"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66367"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}