{"id":66374,"date":"2017-01-18T13:04:39","date_gmt":"2017-01-18T11:04:39","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66374"},"modified":"2017-01-18T13:04:39","modified_gmt":"2017-01-18T11:04:39","slug":"vi-r-7-16-aufwendungen-eines-arbeitnehmers-fuer-die-feier-seines-geburtstags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/vi-r-7-16-aufwendungen-eines-arbeitnehmers-fuer-die-feier-seines-geburtstags\/","title":{"rendered":"VI&nbsp;R&nbsp;7\/16 &#8211; Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r die Feier seines Geburtstags"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.11.2016, VI R 7\/16<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.101116.VIR7.16.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r die Feier seines Geburtstags<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Aufwendungen f&uuml;r eine Feier anl&auml;sslich eines Geburtstags sind in der Regel auch durch die gesellschaftliche Stellung des Arbeitnehmers veranlasst und im Allgemeinen nicht als Werbungskosten anzuerkennen. <\/p>\n<\/p>\n<p>2. Allerdings kann sich trotz des herausgehobenen pers&ouml;nlichen Ereignisses aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden des einzelnen Falls ergeben, dass die Kosten f&uuml;r eine solche Feier ausnahmsweise ganz oder teilweise beruflich veranlasst sind.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz vom 12. November 2015&nbsp;&nbsp;6 K 1868\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist, ob Aufwendungen eines angestellten GmbH-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers f&uuml;r die Feier anl&auml;sslich seines runden Geburtstags als Werbungskosten zu ber&uuml;cksichtigen sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger und Revisionsbeklagten (Kl&auml;ger) sind zusammen veranlagte Eheleute. Der Kl&auml;ger war im Streitjahr (2011) alleiniger Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft (GmbH). Er ist Beamter der Stadt X und seit Juli 2002 beurlaubt, um die Gesch&auml;fte der GmbH &#8211;befristet auf f&uuml;nf Jahre mit einer Verl&auml;ngerung um weitere f&uuml;nf Jahre&#8211; zu f&uuml;hren. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger vollendete im Streitjahr sein 60.&nbsp;Lebensjahr. Anl&auml;sslich seines Geburtstags lud er s&auml;mtliche Mitarbeiter der GmbH sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden (insgesamt ca. 70&nbsp;Personen) in eine Werkstatthalle des Arbeitgebers ein, der in die Organisation der Geburtstagsfeier eingebunden war. Die Werkstatthalle wurde f&uuml;r die Feierlichkeit mit Mobiliar des Arbeitgebers (Bierzeltgarnituren) ausgestattet. Die Feier fand an einem Freitag von 12 Uhr bis 17 Uhr statt. Ein Teil der G&auml;ste erschien in Arbeitskleidung. Die Kosten der Feier beliefen sich auf ca. 35&nbsp;EUR pro Person. Au&szlig;erdem fanden private Geburtstagsfeiern des Kl&auml;gers mit deutlich h&ouml;heren Kosten statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Jahr 2011 machten die Kl&auml;ger Aufwendungen f&uuml;r die Geburtstagsfeier in H&ouml;he von 2.470&nbsp;EUR als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit geltend. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) ber&uuml;cksichtigte die streitigen Aufwendungen bei der Einkommensteuerfestsetzung des Streitjahres jedoch nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der nach erfolglos eingelegtem Einspruch erhobenen Klage statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung von &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das Urteil des FG Rheinland-Pfalz vom 12.&nbsp;November 2015 6&nbsp;K&nbsp;1868\/13 aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;ger beantragen,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Feier seines 60.&nbsp;Geburtstags zu Recht als Werbungskosten bei den Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit ber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung der Einnahmen (&sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 EStG). Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) liegen Werbungskosten vor, wenn zwischen den Aufwendungen und den steuerpflichtigen Einnahmen ein Veranlassungszusammenhang besteht. Davon ist auszugehen, wenn die Aufwendungen mit der Eink&uuml;nfteerzielung objektiv zusammenh&auml;ngen und ihr subjektiv zu dienen bestimmt sind, d.h. wenn sie in wirtschaftlichem Zusammenhang mit den Einnahmen aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit stehen. Ma&szlig;geblich daf&uuml;r, ob ein solcher Zusammenhang besteht, ist zum einen die &#8211;wertende&#8211; Beurteilung des die betreffenden Aufwendungen &quot;ausl&ouml;senden Moments&quot;, zum anderen dessen Zuweisung zur einkommensteuerrechtlich relevanten Erwerbssph&auml;re. Dabei bilden die Gr&uuml;nde, die den Steuerpflichtigen zu den Aufwendungen bewogen haben, das ausl&ouml;sende Moment (Senatsurteile vom 8.&nbsp;Juli 2015 VI&nbsp;R&nbsp;46\/14, BFHE 250, 392, BStBl II 2015, 1013, und vom 20.&nbsp;Januar 2016 VI&nbsp;R&nbsp;24\/15, BFHE 253, 326, BStBl II 2016, 744).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach diesen Grunds&auml;tzen ist auch zu kl&auml;ren, ob und in welchem Umfang die von einem Arbeitnehmer f&uuml;r die Durchf&uuml;hrung einer Veranstaltung oder Feier getragenen Kosten als Werbungskosten bei seinen Eink&uuml;nften aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit in Abzug gebracht werden k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) F&uuml;r die danach erforderliche Beurteilung, ob die Aufwendungen beruflich oder privat veranlasst sind, ist nach der Rechtsprechung des Senats in erster Linie auf den Anlass der Feier abzustellen. Indes ist der Anlass einer Feier nur ein erhebliches Indiz, nicht aber das alleinentscheidende Kriterium f&uuml;r die Beurteilung der beruflichen oder privaten Veranlassung der Bewirtungsaufwendungen. Trotz eines herausgehobenen pers&ouml;nlichen Ereignisses kann sich aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden des Einzelfalls ergeben, dass die Aufwendungen f&uuml;r die Feier beruflich veranlasst sind. Umgekehrt begr&uuml;ndet ein Ereignis in der beruflichen Sph&auml;re allein nicht die Annahme, die Aufwendungen f&uuml;r eine Feier seien (nahezu) ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst. Denn auch diese Ereignisse werden h&auml;ufig im Rahmen eines privaten Festes unter Einschluss befreundeter Arbeitskollegen begangen. Ob die Aufwendungen Werbungskosten sind, ist daher anhand weiterer Kriterien zu beurteilen. So ist von Bedeutung, wer als Gastgeber auftritt, wer die G&auml;steliste bestimmt, ob es sich bei den G&auml;sten um Kollegen, Gesch&auml;ftsfreunde oder Mitarbeiter (des Steuerpflichtigen oder des Arbeitgebers), um Angeh&ouml;rige des &ouml;ffentlichen Lebens, der Presse, um Verbandsvertreter oder um private Bekannte oder Angeh&ouml;rige des Steuerpflichtigen handelt. Zu ber&uuml;cksichtigen ist au&szlig;erdem, an welchem Ort die Veranstaltung stattfindet, ob sich die finanziellen Aufwendungen im Rahmen vergleichbarer betrieblicher Veranstaltungen bewegen und ob das Fest den Charakter einer privaten Feier aufweist oder ob das nicht der Fall ist (Senatsurteile vom 11.&nbsp;Januar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;52\/03, BFHE 216, 320, BStBl II 2007, 317; vom 1.&nbsp;Februar 2007 VI&nbsp;R&nbsp;25\/03, BFHE 216, 522, BStBl II 2007, 459; vom 10.&nbsp;Juli 2008 VI&nbsp;R&nbsp;26\/07, BFH\/NV 2008, 1831; in BFHE 250, 392, BStBl II 2015, 1013, und in BFHE 253, 326, BStBl II 2016, 744).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Da Personen, die zusammen arbeiten, h&auml;ufig auch private Kontakte untereinander pflegen, kann f&uuml;r die Zuordnung der Aufwendungen zum beruflichen oder privaten Bereich ferner bedeutsam sein, ob nur ausgesuchte Arbeitskollegen eingeladen werden oder ob die Einladung nach allgemeinen Kriterien ausgesprochen wird. Werden Arbeitskollegen wegen ihrer Zugeh&ouml;rigkeit zu einer bestimmten betrieblichen Einheit (z.B. alle Arbeitnehmer einer Abteilung) oder nach ihrer Funktion, die sie innerhalb des Betriebes aus&uuml;ben (z.B. alle Au&szlig;endienstmitarbeiter oder Auszubildenden), eingeladen, legt dies den Schluss nahe, dass die Aufwendungen f&uuml;r diese G&auml;ste (nahezu) ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst sind, und zwar auch dann, wenn der Steuerpflichtige zu einzelnen dieser nach abstrakten berufsbezogenen Gr&uuml;nden eingeladenen Kollegen freundschaftlichen Kontakt pflegen sollte. Werden demgegen&uuml;ber nur einzelne Arbeitskollegen eingeladen, kann dies auf eine nicht nur unerhebliche private Mitveranlassung der Aufwendungen f&uuml;r diese G&auml;ste schlie&szlig;en lassen und ein Abzug deshalb ausscheiden (Senatsurteile in BFHE 250, 392, BStBl II 2015, 1013, und in BFHE 253, 326, BStBl II 2016, 744).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Dabei obliegt die Beurteilung, ob Aufwendungen beruflich oder privat veranlasst sind, in erster Linie dem FG als Tatsacheninstanz. Es hat anhand einer Gesamtw&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalls zu bestimmen, wo die Grenze zwischen betrieblichem und privatem Bereich verl&auml;uft und welche Indizien f&uuml;r sich allein ausreichend sind, um eine betriebliche Veranlassung zu bejahen. Der BFH ist hieran gebunden, soweit die W&uuml;rdigung verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und nicht durch Denkfehler oder die Verletzung von Erfahrungss&auml;tzen beeinflusst ist (z.B. Senatsentscheidungen vom 26.&nbsp;Januar 2010 VI&nbsp;B&nbsp;95\/09, BFH\/NV 2010, 875; vom 19.&nbsp;Juni 2008 VI&nbsp;R&nbsp;33\/07, BFHE 222, 359, BStBl II 2009, 11, und in BFHE 250, 392, BStBl II 2015, 1013).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Grunds&auml;tzen ist die Entscheidung des FG, die Aufwendungen des Kl&auml;gers f&uuml;r die Feier aus Anlass seines 60.&nbsp;Geburtstags seien so gut wie ausschlie&szlig;lich beruflich veranlasst, revisionsrechtlich nicht zu beanstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Das FG hat zun&auml;chst den Anlass der Feier in den Blick genommen und zutreffend darauf erkannt, dass der Feier ein privater Anlass &#8211;ein runder Geburtstag&#8211; zu Grunde lag. Aufwendungen, die im Zusammenhang mit einem solchen Ereignis anfallen, sind nach der Rechtsprechung des BFH regelm&auml;&szlig;ig auch durch die gesellschaftliche Stellung des Arbeitnehmers veranlasst (&sect;&nbsp;12 Nr.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 EStG) und daher nicht als Werbungskosten anzuerkennen (Senatsbeschluss vom 24.&nbsp;September 2013 VI&nbsp;R&nbsp;35\/11, BFH\/NV 2014, 500). Entsprechendes gilt bei Einzelunternehmern und Mitunternehmern von Personengesellschaften (z.B. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Dezember 1991 IV&nbsp;R&nbsp;58\/88, BFHE 167, 46, BStBl II 1992, 524; vom 23.&nbsp;September 1993 IV&nbsp;R&nbsp;38\/91, BFH\/NV 1994, 616, und vom 27.&nbsp;Februar 1997 IV&nbsp;R&nbsp;60\/96, BFH\/NV 1997, 560, sowie BFH-Urteil vom 28.&nbsp;November 1991 I&nbsp;R&nbsp;13\/90, BFHE 166, 251, BStBl II 1992, 359, betr. die &Uuml;bernahme der Kosten einer Veranstaltung aus Anlass des Geburtstags des Gesellschafter-Gesch&auml;ftsf&uuml;hrers einer GmbH als verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttung). Denn die Einladung zu einem Empfang aus Anlass eines herausgehobenen Geburtstags entspricht einer gesellschaftlichen Konvention, die ihren Grund in der privaten Lebensf&uuml;hrung hat. Sie dient dazu, mit Verwandten und Freunden einen besonderen Tag im Leben des Jubilars zu feiern. Je nach der sozialen und gesellschaftlichen Stellung des Jubilars bestimmt sich der gesellschaftliche Umfang der sich aus einem solchen Ereignis ergebenden Repr&auml;sentationspflichten und damit auch der Kreis der G&auml;ste. Es ist allgemein &uuml;blich, dass solch herausgehobene Ereignisse wie ein runder Geburtstag nicht nur in der Familie begangen, sondern gerade bei Gesch&auml;ftsleuten auch die Gesch&auml;ftspartner, Berufskollegen und Mitarbeiter des eigenen Unternehmens einbezogen werden (BFH-Urteil in BFH\/NV 1997, 560). Dies gilt auch dann, wenn nur Personen aus dem beruflichen und\/oder gesch&auml;ftlichen Umfeld eingeladen werden. Denn auch in diesem Fall leisten die Personen der Einladung Folge, um ein in der pers&ouml;nlichen Sph&auml;re liegendes Ereignis desjenigen zu feiern, mit dem sie st&auml;ndig beruflich oder gesch&auml;ftlich zu tun haben (BFH-Urteil in BFHE 167, 46, BStBl II 1992, 524, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Allerdings kann sich trotz eines herausgehobenen pers&ouml;nlichen Ereignisses aus den &uuml;brigen Umst&auml;nden des einzelnen Falls ergeben, dass die Kosten f&uuml;r die Feier eines Arbeitnehmers ausnahmsweise ganz oder teilweise beruflich veranlasst sind (Senatsentscheidungen in BFHE 216, 522, BStBl II 2007, 459, und in BFH\/NV 2014, 500). Dies ist insbesondere m&ouml;glich, wenn die Feier nicht in erster Linie der Ehrung des Jubilars und damit nicht der repr&auml;sentativen Erf&uuml;llung gesellschaftlicher Konventionen, sondern dem kollegialen Miteinander und daher der Pflege des Betriebsklimas dient, der Jubilar mit seiner Einladung der Belegschaft (den Kolleginnen und Kollegen) Dank und Anerkennung zollt oder gefestigten betrieblichen Gepflogenheiten Rechnung tr&auml;gt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach der Rechtsprechung des BFH im Rahmen der Gesamtschau zu w&uuml;rdigenden Kriterien hat das FG beachtet. Es hat die ausschlie&szlig;lich berufliche Veranlassung der Veranstaltung u.a. damit begr&uuml;ndet, dass neben dem Aufsichtsratsvorsitzenden &#8211;einer Person aus dem beruflichen Umfeld des Kl&auml;gers&#8211; ausschlie&szlig;lich (und s&auml;mtliche) Mitarbeiter der GmbH eingeladen waren und der Arbeitgeber in die Organisation der Veranstaltung eingebunden und damit zumindest mittelbar an deren Kosten beteiligt war. Es hat den Berufsbezug der Geburtstagsfeier weiter aus den ma&szlig;vollen Kosten (ca. 35&nbsp;EUR pro Person bei ca. 70&nbsp;G&auml;sten), aus dem Veranstaltungsort (mit Bierzeltgarnituren hergerichtete und einfach geschm&uuml;ckte Werkstatthalle des Arbeitgebers) und der -zeit (Freitags von 12&nbsp;Uhr bis 17&nbsp;Uhr und damit zumindest teilweise w&auml;hrend der Arbeitszeit) sowie der Billigung der Feier durch den Arbeitgeber gesch&ouml;pft. Dies ist nicht zu beanstanden, da im Streitfall keine durchgreifenden Umst&auml;nde erkennbar sind, die neben dem Anlass der Feier f&uuml;r eine private Veranlassung der vom Kl&auml;ger geltend gemachten Aufwendungen streiten. Insbesondere ist nicht ersichtlich, dass der Kl&auml;ger als Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer der GmbH mit der Einladung im Gesellschaftlichen wurzelnden Repr&auml;sentationspflichten Rechnung getragen hat. Denn Vertreter des &ouml;ffentlichen Lebens, der Kommune oder der Medien, Gesch&auml;ftspartner sowie andere nicht betriebszugeh&ouml;rige Personen, die der Geburtstagsfeier des Kl&auml;gers das Gepr&auml;ge einer gesellschaftlichen und damit privaten Veranstaltung (Empfang) zu Ehren des Jubilars geben k&ouml;nnten, waren nicht geladen. Vielmehr hatte die Feier trotz der gehobenen beruflichen Position des Kl&auml;gers unstreitig keinen repr&auml;sentativen, sondern einen rustikalen betriebsinternen Charakter. Dementsprechend gekleidet &#8211;teilweise in Arbeitskleidung&#8211; sind die G&auml;ste zur Feier erschienen. Auch hat der Kl&auml;ger seinen Geburtstag im privaten Rahmen und mit deutlich h&ouml;heren Kosten gefeiert. Angesichts dessen ist es auch nicht zu beanstanden, dass das FG dem Umstand, dass der Kl&auml;ger selbst und nicht sein Arbeitgeber &#8211;eine kommunale Gesellschaft&#8211; zu der Geburtstagsfeier eingeladen hat, im Streitfall keine entscheidende Bedeutung zu Lasten des Kl&auml;gers beigemessen hat. <\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Abzugsbeschr&auml;nkung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;9 Abs.&nbsp;5 i.V.m. &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG kommt nicht zur Anwendung, wenn &#8211;wie vorliegend&#8211; ein Arbeitnehmer aus beruflichem Anlass Aufwendungen f&uuml;r die Bewirtung von Arbeitskollegen tr&auml;gt (Senatsurteil in BFHE 253, 326, BStBl II 2016, 744, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 10.11.2016, VI R 7\/16ECLI:DE:BFH:2016:U.101116.VIR7.16.0 Aufwendungen eines Arbeitnehmers f&uuml;r die Feier seines Geburtstags Leits&auml;tze 1. Aufwendungen f&uuml;r eine Feier anl&auml;sslich eines Geburtstags sind in der Regel auch durch die gesellschaftliche Stellung des Arbeitnehmers veranlasst und im Allgemeinen nicht als Werbungskosten anzuerkennen. 2. 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