{"id":66407,"date":"2017-01-18T13:04:31","date_gmt":"2017-01-18T11:04:31","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66407"},"modified":"2017-01-18T13:04:31","modified_gmt":"2017-01-18T11:04:31","slug":"i-r-28-14-besteuerung-sog-invaliditaetszulagen-an-bedienstete-des-europaeischen-patentamts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-28-14-besteuerung-sog-invaliditaetszulagen-an-bedienstete-des-europaeischen-patentamts\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;28\/14 &#8211; Besteuerung sog. Invalidit&auml;tszulagen an Bedienstete des Europ&auml;ischen Patentamts"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2015, I R 28\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Besteuerung sog. Invalidit&auml;tszulagen an Bedienstete des Europ&auml;ischen Patentamts<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 4. Dezember 2012&nbsp;&nbsp;9 K 1741\/10 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Einkommensteuer wird unter Ab&auml;nderung des angefochtenen Einkommensteuerbescheids auf 0 EUR festgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin) war im Streitjahr 2008 verheiratet und hatte ihren Wohnsitz im Inland. Sie wurde getrennt veranlagt und erzielte als Mitarbeiterin des Europ&auml;ischen Patentamts (EPA) Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ab Oktober 2008 erhielt sie statt des regul&auml;ren Grundgehalts eine sog. Invalidit&auml;tszulage. Weitere Eink&uuml;nfte erzielte die Kl&auml;gerin nicht. Sowohl auf das regul&auml;re Grundgehalt als auch auf die Invalidit&auml;tszulage wurde eine interne Steuer zugunsten der Europ&auml;ischen Patentorganisation (EPO) einbehalten. Neben den Pflichtbeitr&auml;gen der Kl&auml;gerin f&uuml;r die soziale Sicherung sowie den Arbeitgeberbeitr&auml;gen entrichtete sie (f&uuml;r die Grundbeitr&auml;ge und die Invalidit&auml;tszulage) Beitr&auml;ge zum Versorgungssystem der EPO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erkl&auml;rte f&uuml;r das Streitjahr steuerfreie Eink&uuml;nfte in Gestalt des Grundgehalts und der Invalidit&auml;tszulage. Sie legte u.a. zwei Bescheinigungen des EPA vor, wonach die Zulage als Bezug nach Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 des Protokolls &uuml;ber die Vorrechte und Immunit&auml;ten der Europ&auml;ischen Patentorganisation (Immunit&auml;tenprotokoll &#8211;PPI&#8211;, BGBl II 1976, 985) der internen Steuer der EPO unterliege und von der staatlichen Einkommensteuer befreit sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) stufte die Invalidit&auml;tszulage als steuerpflichtige Pensionszahlung i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI ein und ber&uuml;cksichtigte das Grundgehalt bei der Steuersatzberechnung (Progressionsvorbehalt).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nchen wies die hiergegen gerichtete Klage mit in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 446 ver&ouml;ffentlichtem Urteil vom 4.&nbsp;Dezember 2012&nbsp;&nbsp;9&nbsp;K&nbsp;1741\/10 als unbegr&uuml;ndet ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin r&uuml;gt mit ihrer Revision eine Verletzung materiellen Rechts. Sie beantragt sinngem&auml;&szlig;, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr auf 0&nbsp;EUR herabzusetzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision der Kl&auml;gerin ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung (FGO) zur Aufhebung des angefochtenen Urteils und antragsgem&auml;&szlig; zur Festsetzung der Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr auf 0&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Zwischen den Beteiligten ist nicht streitig, dass das im Streitjahr von der gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes (EStG 2002) unbeschr&auml;nkt steuerpflichtigen Kl&auml;gerin bezogene regul&auml;re Grundgehalt als Gehalt und Bezug i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 PPI von der deutschen Besteuerung auszunehmen ist. Hierzu bedarf es deshalb keiner weiteren Ausf&uuml;hrungen des Senats.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Streitig ist allein, ob die ab Oktober 2008 gezahlte Invalidit&auml;tszulage als Gehalt und Bezug i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 PPI anzusehen und steuerfrei zu stellen ist oder als steuerpflichtige Rente und Ruhegehalt i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI. Der Senat folgt ersterem; die streitbefangenen Zahlungen unterfallen als Geh&auml;lter und Bez&uuml;ge Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 PPI und sind steuerfrei zu stellen. Das FA &#8211;und ihm folgend die Vorinstanz&#8211; haben die Invalidit&auml;tszulage zu Unrecht als steuerpflichtige Eink&uuml;nfte aus nichtselbst&auml;ndiger Arbeit erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PPI sind u.a. die in Art.&nbsp;14 PPI genannten Bediensteten des EPA f&uuml;r die von der Organisation gezahlten Geh&auml;lter und Bez&uuml;ge nach Ma&szlig;gabe der Bedingungen und Regeln, die der Verwaltungsrat innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des &Uuml;bereinkommens festlegt, zugunsten der Organisation steuerpflichtig. Von diesem Zeitpunkt an sind diese Geh&auml;lter und Bez&uuml;ge von der staatlichen Einkommensteuer befreit (Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 PPI); es handelt sich nicht um eine Ausnahme von der unbeschr&auml;nkten Steuerpflicht, sondern um eine den Regelungen in &sect;&nbsp;3 EStG 2002 vergleichbare Steuerbefreiung. Dadurch soll unter allen Umst&auml;nden die ungehinderte T&auml;tigkeit des EPA und die vollst&auml;ndige Unabh&auml;ngigkeit der Personen, denen die Steuerbefreiung gew&auml;hrt wird, gew&auml;hrleistet werden (Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 PPI). Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI ist Abs.&nbsp;1 auf Renten und Ruhegeh&auml;lter, die von der Organisation an ehemalige Bedienstete des EPA gezahlt werden, nicht anzuwenden. Das Besteuerungsrecht verbleibt insoweit beim Ans&auml;ssigkeitsstaat des ehemaligen Bediensteten (vgl. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 3.&nbsp;August 1998, BStBl I 1998, 1042, Nr.&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach Art.&nbsp;8 und 164 Abs.&nbsp;1 des &Uuml;bereinkommens &uuml;ber die Erteilung europ&auml;ischer Patente (Europ&auml;isches Patent&uuml;bereinkommen &#8211;EP&Uuml;&#8211;) vom 5.&nbsp;Oktober 1973 (BGBl II 1976, 826) ist das Immunit&auml;tenprotokoll Bestandteil dieses &Uuml;bereinkommens. Es ist durch Art.&nbsp;I Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 des Gesetzes &uuml;ber internationale Patent&uuml;bereinkommen vom 21.&nbsp;Juni 1976 (BGBl II 1976, 649) unmittelbar innerstaatliches Recht geworden und am 7.&nbsp;Oktober 1977 in Kraft getreten (vgl. die Bekanntmachung &uuml;ber das Inkrafttreten des Europ&auml;ischen Patent&uuml;bereinkommens vom 9.&nbsp;September 1977, BGBl II 1977, 792, und Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 10.&nbsp;M&auml;rz 1971&nbsp;&nbsp;2&nbsp;BvL&nbsp;3\/68, BVerfGE 30, 272, BStBl II 1973, 431). Einer ausdr&uuml;cklichen Aufnahme der Regelung des Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 PPI in den Katalog der steuerfreien Einnahmen des &sect;&nbsp;3 EStG 2002 bedurfte es von daher nicht (vgl. Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 6.&nbsp;August 1998 IV&nbsp;R&nbsp;75\/97, BFHE 186, 410, BStBl II 1998, 732).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Beschluss vom 14.&nbsp;Dezember 2007 CA\/D&nbsp;30\/07 hat der Verwaltungsrat der EPO durch Einf&uuml;gung des Art.&nbsp;62a in die Statuten der Beamten des Europ&auml;ischen Patentamts (Statut) die Einf&uuml;hrung einer Invalidit&auml;tszulage zum 1.&nbsp;Januar 2008 beschlossen. Nach Art.&nbsp;62a Abs.&nbsp;1 Statut scheidet ein Beamter, der die in Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a Statut vorgesehene Altersgrenze des vollendeten 65.&nbsp;Lebensjahres noch nicht erreicht hat, aus dem Dienst aus und erh&auml;lt eine Invalidit&auml;tszulage. (Weitere) Voraussetzung ist, dass eine Invalidit&auml;t vorliegt, d.h. die k&ouml;rperliche und\/oder geistige Unf&auml;higkeit, die es dem Beamten endg&uuml;ltig unm&ouml;glich macht, seine T&auml;tigkeit oder eine &auml;hnliche T&auml;tigkeit, die ihm zugemutet werden kann, auszu&uuml;ben (Art.&nbsp;62a Abs.&nbsp;2 Statut). Eine solche Unf&auml;higkeit ist nach Art.&nbsp;62a Abs.&nbsp;3 Statut von dem in Art.&nbsp;89 Statut vorgesehenen &Auml;rzteausschuss festzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Weiter hat der Verwaltungsrat der EPO ebenfalls im Beschluss vom 14.&nbsp;Dezember 2007 CA\/D&nbsp;30\/07 Art.&nbsp;3 der &quot;Verordnung &uuml;ber die interne Steuer zu Gunsten der Europ&auml;ischen Patentorganisation&quot; (IntStVO) ge&auml;ndert. Danach wird ab dem 1.&nbsp;Januar 2008 die Steuer auf die gesamten, vom EPA an die steuerpflichtigen Bediensteten gezahlten &quot;Entgelte, Verg&uuml;tungen, Zulagen und Beihilfen einschlie&szlig;lich der Invalidit&auml;tszulage&quot; erhoben. Nach Art.&nbsp;4 IntStVO wird die Steuer monatlich im Wege des Quellenabzugs erhoben. Diese interne Steuer wird nicht vom Bediensteten abgef&uuml;hrt, sondern ist f&uuml;r diesen lediglich eine Rechengr&ouml;&szlig;e, wobei das ihm zustehende Grundgehalt bereits um die interne Steuer bereinigt ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die im Streitfall aufgrund von Art.&nbsp;62a Statut an die Kl&auml;gerin ausgezahlte Invalidit&auml;tszulage ist &#8211;entgegen der Vorinstanz&#8211; als steuerfreies Gehalt und Bezug i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 PPI anzusehen und nicht als steuerpflichtige Rente und Ruhegehalt i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Revision ist allerdings zun&auml;chst nicht darin zu folgen, dass die nationale Besteuerung bereits deshalb entf&auml;llt, weil der Verwaltungsrat der Patentorganisation die vom EPA an die Kl&auml;gerin gezahlte Invalidit&auml;tszulage nach Art.&nbsp;3 IntStVO der internen Besteuerung unterworfen hat. Der Senat hat dies bereits zur insofern rechtlich gleichgelagerten Problematik der an (ehemalige) Bedienstete des EPA neben dem (regul&auml;ren) Ruhegehalt gezahlten sog. Teilausgleichszahlungen entschieden (Senatsurteil vom 7.&nbsp;Juli 2015 I&nbsp;R&nbsp;38\/14, BFH\/NV 2016, 180) und hieran h&auml;lt er auch f&uuml;r den Streitfall fest. Zur n&auml;heren Begr&uuml;ndung wird, auch um Wiederholungen zu vermeiden, auf das Senatsurteil in BFH\/NV 2016, 180 verwiesen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Bei der Invalidit&auml;tszulage nach Art.&nbsp;62a Statut handelt es sich um &quot;Geh&auml;lter und Bez&uuml;ge&quot; i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 PPI.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) V&ouml;lkerrechtliche Vereinbarungen und die darin enthaltenen Begriffe sind prim&auml;r autonom nach Ma&szlig;gabe v&ouml;lkerrechtlicher Grunds&auml;tze auszulegen (vgl. zuletzt Senatsbeschluss vom 11.&nbsp;Dezember 2013 I&nbsp;R&nbsp;4\/13, BFHE 244, 1, BStBl II 2014, 791 unter Hinweis auf Gosch, Internationale Steuer-Rundschau 2013, 87; derselbe in L&uuml;dicke, Vermeidung der Doppelbesteuerung und ihre Grenzen, Forum der Internationalen Besteuerung, Band&nbsp;42, 2013, S.&nbsp;1&nbsp;ff.; jeweils m.w.N.). Ein v&ouml;lkerrechtlicher Vertrag ist danach nach den Grunds&auml;tzen zur Auslegung von Vertr&auml;gen nach Art.&nbsp;31 des Wiener &Uuml;bereinkommens &uuml;ber das Recht der Vertr&auml;ge vom 23.&nbsp;Mai 1969 (BGBl II 1985, 927), in innerstaatliches Recht transformiert seit Inkrafttreten des Zustimmungsgesetzes vom 3.&nbsp;August 1985 (BGBl II 1985, 926) am 20.&nbsp;August 1987 (BGBl II 1987, 757), nach Treu und Glauben in &Uuml;bereinstimmung mit der gew&ouml;hnlichen, seiner Bestimmung in ihrem Zusammenhang zukommenden Bedeutung im Lichte seines Zieles und Zweckes auszulegen. Und dies gilt auch f&uuml;r die Bestimmungen des Immunit&auml;tenprotokolls als Bestandteil des Europ&auml;ischen Patent&uuml;bereinkommens, obwohl dieses vor dem Inkrafttreten des Wiener &Uuml;bereinkommens &uuml;ber das Recht der Vertr&auml;ge vom 23.&nbsp;Mai 1969 beschlossen worden ist, da es sich bei den Auslegungsgrunds&auml;tzen des &Uuml;bereinkommens weitgehend um V&ouml;lkergewohnheitsrecht handelt, das bereits vor dessen eigentlichen Inkrafttreten Geltung beansprucht. Im Vordergrund steht damit in erster Linie die authentische Interpretation eines im Vertrag verwendeten Begriffs durch den Vertrag selbst (vgl. zum Abkommensrecht etwa Weber-Fas, Staatsvertr&auml;ge im Internationalen Steuerrecht, 1982, 87), d.h. ma&szlig;gebend ist zun&auml;chst der Wortlaut der Regelung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI sieht ausdr&uuml;cklich vor, dass Abs.&nbsp;1 der Norm nicht auf Renten und Ruhegeh&auml;lter anzuwenden ist, die von der Organisation an &quot;ehemalige Bedienstete&quot; des EPA gezahlt werden. Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 PPI dagegen erfasst &uuml;ber den Verweis auf Art.&nbsp;14 PPI Geh&auml;lter und Bez&uuml;ge der &quot;Bediensteten&quot; des EPA. Unabh&auml;ngig von der Fragestellung, ob danach eine Abgrenzung zwischen Abs.&nbsp;1 und 2 an den Gruppen der Bediensteten, n&auml;mlich der Gruppe der aktiv Bediensteten einerseits und der Gruppe der ehemaligen Bediensteten andererseits auszurichten ist (vgl. hierzu Senatsurteil in BFH\/NV 2016, 180), kann f&uuml;r den Streitfall eine Abgrenzung zwischen Abs.&nbsp;1 und 2 quasi negativ &uuml;ber Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI vorgenommen werden. Denn der Anwendungsbereich von Abs.&nbsp;1 ist jedenfalls er&ouml;ffnet, soweit es sich bei der Kl&auml;gerin zum einen nicht um eine &quot;ehemalige Bedienstete&quot; handelt und\/oder zum anderen die Invalidit&auml;tszulage nicht als Rente und Ruhegehalt anzusehen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ccc) F&uuml;r die Frage, ob die Kl&auml;gerin bei Bezug der Invalidit&auml;tszulage als &quot;ehemalige Bedienstete&quot; anzusehen ist, sind dem Wortlaut des Immunit&auml;tenprotokolls keine weiteren Hinweise zu entnehmen. Es ist daher im Weiteren auf den Sinn und Zweck dieser Regelungen und dem jeweiligen Regelungszusammenhang abzustellen. Hierbei ist insbesondere die dienstrechtliche Stellung des Beziehers einer Invalidit&auml;tszulage nach dem Statut in den Blick zu nehmen. Jenes spricht gegen eine Zuordnung zu den &quot;ehemaligen Bediensteten&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaaa) Art.&nbsp;39 Abs.&nbsp;1 Statut unterscheidet dienstrechtlich zwischen einem aktiven Dienst, einem nicht aktiven Dienst und dem einstweiligem Ruhestand. Empf&auml;nger der Invalidit&auml;tszulage nach Art.&nbsp;62a Statut werden in Art.&nbsp;42 Statut ausdr&uuml;cklich der Kategorie des nicht aktiven Dienstes zugewiesen. Demgegen&uuml;ber werden in Art.&nbsp;50 Statut abschlie&szlig;end die Tatbest&auml;nde aufgef&uuml;hrt, die zu einem &quot;endg&uuml;ltigen Ausscheiden aus dem Dienst&quot; und damit zu einer Beendigung des Dienstverh&auml;ltnisses f&uuml;hren. In Buchst.&nbsp;c dieser Bestimmung wird ausdr&uuml;cklich die &quot;Versetzung in den Ruhestand&quot; als ein Fall genannt. Dies legt den Schluss nahe, dass mit der Versetzung in den &quot;nicht aktiven Dienst&quot; wegen Invalidit&auml;t nach Art.&nbsp;62a Statut (Art.&nbsp;42 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;f Statut) lediglich ein vor&uuml;bergehender Statuswechsel stattfindet, der gerade nicht zu einer (endg&uuml;ltigen) Beendigung des Dienstverh&auml;ltnisses zur Patentorganisation f&uuml;hrt. Hierf&uuml;r spricht auch, dass die Invalidit&auml;tszulage im &quot;Titel&nbsp;IV&quot; unter der &Uuml;berschrift &quot;Arbeitsbedingungen&quot; und der Unter&uuml;berschrift des Kapitels&nbsp;2 &quot;Urlaub&quot; aufgef&uuml;hrt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbbb) Diese Schlussfolgerung wird auch nicht dadurch in Frage gestellt, dass Art.&nbsp;62a Abs.&nbsp;1 Statut bestimmt, dass ein Beamter, der die Voraussetzungen f&uuml;r die Invalidisierung erf&uuml;llt, &quot;aus dem Dienst aus[scheidet]&quot;. Dies kann nicht den in Art.&nbsp;50 Statut abschlie&szlig;end aufgef&uuml;hrten Tatbest&auml;nden, die zu einem &quot;endg&uuml;ltigen Ausscheiden aus dem Dienst&quot; f&uuml;hren, gleichgestellt werden. Die nach Art.&nbsp;177 Abs.&nbsp;1 EP&Uuml; gleicherma&szlig;en verbindlichen weiteren Sprachfassungen von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 PPI sprechen nach Auffassung des erkennenden Senats gegen ein &quot;Ausscheiden aus dem Dienst&quot; im Sinne einer (endg&uuml;ltigen) Beendigung des Dienstverh&auml;ltnisses. So wird in der englischen Sprachfassung von &quot;cease to perform his duties&quot; und in der franz&ouml;sischen Sprachfassung von &quot;cesse d&#8217;exercer ses fonctions&quot; gesprochen und damit &#8211;worauf die Revision zutreffend hinweist&#8211; von einer Einstellung der dienstlichen T&auml;tigkeiten, nicht aber von einer Beendigung des zugrunde liegenden Dienstverh&auml;ltnisses.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cccc) Im Ergebnis wird diese Auslegung am ehesten der im Statut vorgesehenen zeitlichen Begrenzung der Invalidit&auml;tszulage durch Versetzung in den Ruhestand mit Erreichen der Altersgrenze (vgl. Nr.&nbsp;X Abs.&nbsp;1 der Durchf&uuml;hrungsvorschrift zu Art.&nbsp;62a Statut i.V.m. Art.&nbsp;54 Abs.&nbsp;1a Statut) und dem damit verbundenen (dann) endg&uuml;ltigen Ausscheiden aus dem Dienst (vgl. Art.&nbsp;50 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c Statut) sowie der zwangsl&auml;ufigen (R&uuml;ck-)Versetzung in den aktiven Dienst, wenn der in Art.&nbsp;89 Statut vorgesehene &Auml;rzteausschuss die Voraussetzungen der Invalidit&auml;t nicht mehr feststellen kann (vgl. Nr.&nbsp;X Abs.&nbsp;2 der Durchf&uuml;hrungsvorschrift zu Art.&nbsp;62a Statut), gerecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dddd) Die weiteren Hinweise des FA auf Art.&nbsp;83 Abs.&nbsp;2a und Abs.&nbsp;3a Statut sowie Art.&nbsp;18 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;iii der Versorgungsordnung des EPA und Nr.&nbsp;VI der Durchf&uuml;hrungsvorschrift zu Art.&nbsp;62a Statut verm&ouml;gen dies nicht zu entkr&auml;ften. Zwar wird in diesen Vorschriften m&ouml;glicherweise ein gewisser systematischer Zusammenhang zwischen der Gew&auml;hrung einer Invalidit&auml;tszulage und der Versetzung in den Ruhestand erkennbar, dies ist aber wiederum auf die deutsche Sprachfassung von Art.&nbsp;62a Statut zur&uuml;ckzuf&uuml;hren und l&auml;sst die soeben aufgezeigten Regelungszusammenh&auml;nge unber&uuml;cksichtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>eeee) Aus der durch den Verwaltungsrat der EPO im Beschluss CA\/D&nbsp;30\/07 in Art.&nbsp;29 festgelegten &Uuml;bergangsbestimmung f&uuml;r Beamte, die bei Inkrafttreten des Beschlusses das 65.&nbsp;Lebensjahr noch nicht vollendet und ein Ruhegehalt wegen Dienstunf&auml;higkeit bezogen haben, folgt nichts anderes. Diese werden zwar durch die &Uuml;bergangsbestimmung in das neue System der Invalidit&auml;tszulage gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;62a Statut &uuml;berf&uuml;hrt, damit ist jedoch nicht die Aussage verbunden, dass die neue Invalidit&auml;tszulage wie das fr&uuml;here Ruhegehalt wegen Dienstunf&auml;higkeit nunmehr der nationalen Einkommensbesteuerung nach Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>ddd) Die Invalidit&auml;tszulage nach Art.&nbsp;62a Statut ist auch nicht als Rente oder Ruhegehalt i.S. von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI anzusehen. Die Auslegung nach dem Wortlaut von Art.&nbsp;16 PPI bleibt diesbez&uuml;glich ein weiteres Mal unergiebig. Der Regelungszusammenhang ergibt jedoch einen eindeutigen Befund.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit Art.&nbsp;62a Abs.&nbsp;7 Statut anordnet, dass auf die Invalidit&auml;tszulage u.a. Beitr&auml;ge zum Versorgungssystem erhoben werden, l&auml;sst dies &#8211;entgegen der Vorinstanz, die dem keine weitere Bedeutung beigemessen hat&#8211; nur den Schluss zu, dass es sich bei der Invalidit&auml;tszulage nicht um eine Rente oder ein Ruhegehalt handeln kann. Denn eine Zahlung in das Versorgungssystem bei gleichzeitigem Bezug aus dem Versorgungssystem ist ausgeschlossen. Die Empf&auml;nger der Invalidit&auml;tszulage gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;62a Statut sind vielmehr ausdr&uuml;cklich nicht in die Versorgungsordnung aufgenommen worden (vgl. Art.&nbsp;14 des Beschlusses des Verwaltungsrates der EPO CA\/D&nbsp;30\/07). Weiter ist auch ein gleichzeitiger Bezug von Invalidit&auml;tszulage und von Bez&uuml;gen aus der Versorgungsordnung ausgeschlossen (Nr.&nbsp;VII Abs.&nbsp;2 der Durchf&uuml;hrungsvorschrift zu Art.&nbsp;62a Statut; Art.&nbsp;32 Versorgungsordnung). Dies macht hinreichend deutlich, dass es sich bei der Invalidit&auml;tszulage und dem Ruhegehalt um zwei unterschiedliche (komplement&auml;re) Systeme handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>eee) Die aufgezeigten Regelungszusammenh&auml;nge werden &#8211;entgegen der Annahme des FG&#8211; schlie&szlig;lich nicht dadurch in Frage gestellt, dass vor dem Beschluss des Verwaltungsrates der EPO CA\/D&nbsp;30\/07 die Verg&uuml;tung von Bediensteten, die wegen Invalidit&auml;t vor Erreichen der Altersgrenze aus dem Dienst ausscheiden, in Art.&nbsp;13 und 14 Versorgungsordnung geregelt war. Der Bedienstete erhielt danach ein Ruhegehalt wegen Dienstunf&auml;higkeit, das in Deutschland als Ruhegehalt der Besteuerung unterlag. Auch wenn die (neue) Invalidit&auml;tszulage diese Regelung ersetzt hat, kann hieraus nicht geschlussfolgert werden, dass die Invalidit&auml;tszulage ihrem Kern nach der bisherigen Ruhegehaltszahlung an Bedienstete, die wegen Krankheit in den einstweiligen Ruhestand versetzt wurden, entspreche und deshalb unter Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;2 PPI zu subsumieren sei. Eine dementsprechende Annahme l&auml;sst zum einen die aufgezeigten Unterschiede in der Ausgestaltung der Invalidit&auml;tszulage nach Art.&nbsp;62a Statut (insbesondere Art.&nbsp;62a Abs.&nbsp;7 Statut) gegen&uuml;ber dem fr&uuml;heren Ruhegehalt wegen Dienstunf&auml;higkeit in Art.&nbsp;13 und 14 Versorgungsordnung i.d.F. bis 31.&nbsp;Dezember 2007 und zum anderen die aufgezeigten Regelungszusammenh&auml;nge unber&uuml;cksichtigt. Ein &Uuml;berschreiten der Organisations- und Personalhoheit der Patentorganisation ist nicht ersichtlich, soweit sich die neu geschaffenen Regelungen zur Invalidit&auml;tszulage im Rahmen der materiellen Vorgaben von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 und 2 PPI bewegen, was vorliegend der Fall ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>fff) Der von der Vorinstanz angestrengte Vergleich zu den &quot;Parallelregelungen f&uuml;r die Beamten der EG&quot; ist m&ouml;glich, im Streitfall aber wiederum unergiebig. Zur Auslegung internationaler Vertr&auml;ge k&ouml;nnen zwar Bestimmungen anderer internationaler Vertr&auml;ge herangezogen werden (BFH-Urteil in BFHE 186, 410, BStBl II 1998, 732, m.w.N.), dabei sind jedoch auch die Regelungszusammenh&auml;nge dieser internationalen Vertr&auml;ge zu beachten. Im Streitfall ergibt sich danach, dass ein Vergleich zur Verordnung (EWG, Euratom, EGKS) Nr.&nbsp;259\/68 des Rates vom 29.&nbsp;Februar 1968 zur Festlegung des Statuts der Beamten der Europ&auml;ischen Gemeinschaften und der Besch&auml;ftigungsbedingungen f&uuml;r die sonstigen Bediensteten dieser Gemeinschaften sowie zur Einf&uuml;hrung von Sonderma&szlig;nahmen, die vor&uuml;bergehend auf die Beamten der Kommission anwendbar sind (Amtsblatt der Europ&auml;ischen Gemeinschaften 1968, Nr.&nbsp;L&nbsp;56, 1) &#8211;EG-Beamtenstatut&#8211; schon allein deshalb unzul&auml;ssig ist, weil darin die dienstrechtliche Stellung des &quot;nicht aktiven Dienstes&quot; nicht bekannt ist und &#8211;worauf die Vorinstanz ausdr&uuml;cklich hinweist&#8211; Folgen einer Invalidit&auml;t in Titel&nbsp;III Kapitel&nbsp;4 &quot;Endg&uuml;ltiges Ausscheiden aus dem Dienst&quot; geregelt sind. Die Regelungen im EG-Beamtenstatut sind daher bereits nicht vergleichbar und k&ouml;nnen das Urteil des FG nicht st&uuml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dem kann schlie&szlig;lich auch nicht entgegen gehalten werden, dass die (erst) mit Beschluss des Verwaltungsrates der EPO vom 14.&nbsp;Dezember 2007 CA\/D&nbsp;30\/07 eingef&uuml;hrte Invalidit&auml;tszulage nicht, wie von Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PPI gefordert, &quot;nach Ma&szlig;gabe der Bedingungen und Regeln, die der Verwaltungsrat innerhalb eines Jahres nach Inkrafttreten des &Uuml;bereinkommens festlegt, zugunsten der Organisation steuerpflichtig&quot; ist. Selbst wenn man davon ausgeht, dass mit dieser Formulierung &quot;statisch&quot; auf die mit Beschluss des Verwaltungsrates der EPO vom 29.&nbsp;Oktober 1977 CA\/D&nbsp;13\/77 und damit auf die innerhalb der in Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PPI bestimmten Jahresfrist erlassene Fassung der IntStVO und nicht auf sp&auml;tere Fassungen der IntStVO verwiesen wird (s. dazu auch Gosch, Steuer und Wirtschaft International 2015, 505 Fu&szlig;note&nbsp;5), ergibt sich hieraus f&uuml;r die im Streitfall relevanten Zusammenh&auml;nge eine Steuerpflicht der erst zum 1.&nbsp;Januar 2008 geschaffenen Invalidit&auml;tszulage zugunsten der Patentorganisation. Denn Art.&nbsp;3 IntStVO i.d.F. des Beschlusses CA\/D&nbsp;13\/77 sieht vor, dass die im Immunit&auml;tenprotokoll vorgesehene Steuer &quot;auf die gesamten, vom Patentamt an die steuerpflichtigen Bediensteten gezahlten Entgelte, Verg&uuml;tungen, Zulagen und Beihilfen &#8230; erhoben [wird]&quot;. Da sich aus den aufgezeigten Regelungszusammenh&auml;ngen ergibt, dass die Invalidit&auml;tszulage jedenfalls nicht als Rente oder Ruhegehalt anzusehen ist, handelt es sich demnach um ein Entgelt, eine Verg&uuml;tung oder Zulage i.S. von Art.&nbsp;3 IntStVO i.d.F. des Beschlusses CA\/D&nbsp;13\/77. Es kommt damit nicht darauf an, ob die &quot;Jahresfrist&quot; in Art.&nbsp;16 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 PPI auch &quot;dynamisch&quot; dahin zu verstehen ist, dass nur abstrakt eine Steuerpflicht zugunsten der Patentorganisation innerhalb der Jahresfrist festzulegen war, die Voraussetzungen und Inhalte der Steuerpflicht im Einzelnen aber sp&auml;teren Regelungen vorbehalten bleiben sollten. Es kann weiter offen bleiben, ob ein derartiges Verst&auml;ndnis nicht am ehesten der Regelung in Art.&nbsp;33 Abs.&nbsp;2 EP&Uuml; entspricht, wonach dem Verwaltungsrat der Patentorganisation ausdr&uuml;cklich die Befugnis einger&auml;umt wird, u.a. das Statut der Beamten und deren Besoldung nicht nur zu erlassen, sondern auch zu &auml;ndern.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Vorinstanz hat ein abweichendes Rechtsverst&auml;ndnis vertreten. Die Sache ist spruchreif und der Klage stattzugeben. Die Einkommensteuer f&uuml;r das Streitjahr ist auf 0&nbsp;EUR festzusetzen, da neben dem Grundgehalt und der Invalidit&auml;tszulage keine weiteren inl&auml;ndischen Eink&uuml;nfte erzielt wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung ergeht nach &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2015, I R 28\/14 Besteuerung sog. Invalidit&auml;tszulagen an Bedienstete des Europ&auml;ischen Patentamts Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen vom 4. Dezember 2012&nbsp;&nbsp;9 K 1741\/10 aufgehoben. Die Einkommensteuer wird unter Ab&auml;nderung des angefochtenen Einkommensteuerbescheids auf 0 EUR festgesetzt. Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-28-14-besteuerung-sog-invaliditaetszulagen-an-bedienstete-des-europaeischen-patentamts\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">I&nbsp;R&nbsp;28\/14 &#8211; Besteuerung sog. 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