{"id":66414,"date":"2017-01-18T12:55:58","date_gmt":"2017-01-18T10:55:58","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66414"},"modified":"2017-01-18T12:55:58","modified_gmt":"2017-01-18T10:55:58","slug":"v-r-3-15-beurteilung-der-unternehmereigenschaft-von-durch-eine-agentur-vermittelten-auslaendischen-pflegekraeften-bindung-des-bfh-an-die-wuerdigung-des-fg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-3-15-beurteilung-der-unternehmereigenschaft-von-durch-eine-agentur-vermittelten-auslaendischen-pflegekraeften-bindung-des-bfh-an-die-wuerdigung-des-fg\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;3\/15 &#8211; Beurteilung der Unternehmereigenschaft von durch eine Agentur vermittelten ausl&auml;ndischen Pflegekr&auml;ften &#8211; Bindung des BFH an die W&uuml;rdigung des FG"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2015, V R 3\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Beurteilung der Unternehmereigenschaft von durch eine Agentur vermittelten ausl&auml;ndischen Pflegekr&auml;ften &#8211; Bindung des BFH an die W&uuml;rdigung des FG<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 20. November 2014&nbsp;&nbsp;5 K 32\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagte (Kl&auml;gerin) betreibt seit 2008 eine Agentur (Vermittlung von Betreuungskr&auml;ften und Haushaltshilfen f&uuml;r Senioren) und einen &quot;Seniorenservice&quot; (Vermittlung von Begleitpersonen) mit dem Namen &quot;X&quot;. Bei den Betreuungskr&auml;ften handelt es sich vorwiegend um Frauen mit polnischer Staatsangeh&ouml;rigkeit und Wohnsitz in Polen. Streitig ist, ob die Betreuungskr&auml;fte selbst&auml;ndig i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) t&auml;tig waren und die an sie gezahlten Entgelte bei der Kl&auml;gerin nur durchlaufende Posten i.S. des &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 UStG waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Rahmen einer im Jahr 2011 bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Umsatzsteuersonderpr&uuml;fung stellte der Umsatzsteuersonderpr&uuml;fer fest, dass Grundlage der T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin und der Betreuungskr&auml;fte jeweils drei Vertr&auml;ge waren. Die Kl&auml;gerin schloss mit dem Betreuungsbed&uuml;rftigen bzw. deren Vertretern einen sog. Vermittlungsvertrag und mit der Betreuungskraft einen sog. Dienstleistungs- und Servicevertrag, der die Vermittlung sowie einen B&uuml;roservice beinhaltete. Dar&uuml;ber hinaus schlossen die Betreuungskraft und die betreuungsbed&uuml;rftige Person bzw. deren Vertreter einen Vertrag &uuml;ber die Dienstleistungen, die die Betreuungskraft im Haushalt der Betreuungsbed&uuml;rftigen zu erbringen hatte (24&nbsp;Stunden-Betreuung). Die Betreuungsbed&uuml;rftigen zahlten einmalig eine sog. Organisationsgeb&uuml;hr sowie zu Beginn oder vor Beginn des jeweiligen Abrechnungszeitraums die Betreuungsverg&uuml;tung auf ein Konto der Kl&auml;gerin. Erst nach Erbringen der Leistung durch die jeweilige Betreuerin wurden die an sie zu zahlenden Betr&auml;ge ausgekehrt, wobei die Kl&auml;gerin vorher ihre im Dienstleistungs- und Servicevertrag festgelegte &quot;Servicegeb&uuml;hr&quot; einbehalten hatte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Betreuungskr&auml;fte hatten auf Betreiben der Kl&auml;gerin ein Gewerbe angemeldet. Als Betriebssitz wurde die Adresse der Kl&auml;gerin oder die Adresse der Betreuungsbed&uuml;rftigen genannt, in dessen Haushalt die Betreuungskraft w&auml;hrend ihrer T&auml;tigkeit wohnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte sich von den Betreuungskr&auml;ften bevollm&auml;chtigen lassen, diese vor Beh&ouml;rden (insbesondere in Bezug auf die An-, Um- und Abmeldung eines Gewerbes vor den Meldebeh&ouml;rden, dem Ausl&auml;nderamt und dem Finanzamt) umfassend zu vertreten. Die Betreuungskr&auml;fte verf&uuml;gten &uuml;ber keinen Betriebssitz und keine B&uuml;roausstattung. Sie hatten vielfach keine inl&auml;ndische Bankverbindung. Sie hatten weder Werbung noch Kundenakquisition betrieben. Werbema&szlig;nahmen erfolgten durch die Kl&auml;gerin unter dem Namen &quot;Y&quot; in Form von Internetauftritten, Flyern, Visitenkarten und Zeitungsannoncen. Im Flyer und in Zeitungsannoncen hie&szlig; es u.a.: &quot;Durch unser erfahrenes deutsches und osteurop&auml;isches Pflege- und Betreuungspersonal &#8230;&quot; oder &quot;Wir stellen ihnen qualifiziertes und zuverl&auml;ssiges osteurop&auml;isches Betreuungspersonal&quot;. Die Rechnungen der Betreuungskr&auml;fte wurden durch die Kl&auml;gerin geschrieben. Die Kl&auml;gerin bewahrte diese Rechnungen sowie alle Dokumente\/Unterlagen der Betreuungskr&auml;fte auf.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Betreuungskr&auml;fte hatten keinen Anspruch auf Krankengeld; Weihnachts- und Urlaubsgeld wurde an die Betreuungskr&auml;fte nicht gezahlt. Sie hatten auch keinen Anspruch auf Urlaub. Sobald die zu pflegende Person verstarb oder ins Krankenhaus kam, hatte die Betreuungskraft zun&auml;chst kein Einkommen, bis sie eine neue Stelle durch die Kl&auml;gerin zugewiesen bekam. Ihre T&auml;tigkeit konnten die Betreuungskr&auml;fte inhaltlich unabh&auml;ngig von der Kl&auml;gerin ausgestalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin leitete die Eins&auml;tze der Betreuungskr&auml;fte, bestimmte die Verfahrensabl&auml;ufe (z.B. beim Wechsel zweier Betreuungskr&auml;fte) und sorgte auch bei Urlaub und Krankheit einer Betreuerin f&uuml;r Ersatz. Die Betreuungskr&auml;fte mussten lediglich die Kl&auml;gerin entsprechend informieren. Sie brauchten aber nicht selbst f&uuml;r eine Ersatzkraft zu sorgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin f&uuml;hrte umfangreiche Aufzeichnungen zu den Abrechnungen und erstellte Gewinnermittlungen. Ihr eigentlicher Gewinn resultierte aus den sog. Servicegeb&uuml;hren und der Organisationsgeb&uuml;hr. Diese wurden von ihr selbst bestimmt und betrugen bis zu 45&nbsp;% der durch die Betreuungsbed&uuml;rftigen zu zahlende Betr&auml;ge.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vereinbarte Arbeitszeit konnte von den Betreuungskr&auml;ften in gewissem Ma&szlig;e mitbestimmt werden. Es war jedoch nicht m&ouml;glich einen Auftrag jederzeit selbst abzubrechen oder auszusetzen &#8211; es musste immer die Kl&auml;gerin informiert werden. In den Servicevertr&auml;gen war vereinbart, dass die Betreuungskr&auml;fte bei vorzeitiger Beendigung im ersten Monat eine Strafe von 580&nbsp;EUR an die Kl&auml;gerin zu zahlen hatten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Abrechnungen gegen&uuml;ber den Betreuungsbed&uuml;rftigen bzw. deren Vertretern erfolgten mittels Tagespauschalen. Es wurden immer wieder die gleichen Pauschalen, bezogen auf die jeweiligen T&auml;tigkeiten, berechnet. Die Betreuungskr&auml;fte gaben in Befragungen des Zolls an, dass die Kl&auml;gerin den Verdienst der jeweiligen Betreuungskraft festgelegt habe. Au&szlig;erdem bekamen die Betreuungskr&auml;fte nach eigenen Aussagen vorgefertigte Betreuungsvertr&auml;ge, in denen die Arbeitszeit, die Aufenthaltsdauer und die Tagespauschale bereits eingetragen waren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<blockquote><\/blockquote>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:18\"pt>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin sah die Betreuungskr&auml;fte als selbst&auml;ndige Gewerbetreibende an und erfasste in ihren Umsatzsteuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Streitjahre (2008 bis 2010) deshalb lediglich die den Betreuungsbed&uuml;rftigen berechneten Organisationsgeb&uuml;hren sowie die von den Betreuungskr&auml;ften zu zahlenden Servicegeb&uuml;hren (Differenzen zwischen Geldzug&auml;ngen von den Betreuungsbed&uuml;rftigen und Auszahlung an die Betreuungskr&auml;fte). Die &uuml;brigen Betr&auml;ge behandelte sie als durchlaufende Posten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Umsatzsteuersonderpr&uuml;fer wie auch der Zoll und der Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fer kamen zu dem Ergebnis, dass es sich bei einer Gesamtbetrachtung der Verh&auml;ltnisse und der tats&auml;chlichen Durchf&uuml;hrung der vorgenannten Leistungen nicht um eine Vermittlung, sondern um den Einsatz eigenen Personals gehandelt habe. Die Betreuungskr&auml;fte seien nicht als Selbst&auml;ndige anzusehen, sondern Arbeitnehmer der Kl&auml;gerin. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte den Feststellungen des Umsatzsteuersonderpr&uuml;fers und erfasste in am 22.&nbsp;Dezember 2011 (f&uuml;r 2008 und 2009) und am 23.&nbsp;Dezember 2011 (f&uuml;r 2010) ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheiden die an die Betreuungskr&auml;fte gezahlten Betr&auml;ge als Entgelt f&uuml;r die unternehmerische T&auml;tigkeit der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die nach erfolglosem Einspruchsverfahren erhobene Klage hatte Erfolg. Das Finanzgericht (FG) w&uuml;rdigte den von ihm festgestellten Sachverhalt dahingehend, dass den f&uuml;r die Selbst&auml;ndigkeit der Betreuungskr&auml;fte sprechenden Merkmalen h&ouml;heres Gewicht beizumessen sei als den Merkmalen, die f&uuml;r eine unselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit spr&auml;chen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit der Revision, mit der es Verletzung materiellen Rechts (&sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 und 6 UStG und &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;2 der Abgabenordnung) geltend macht. Das FG sei zu Unrecht von der Selbst&auml;ndigkeit der Betreuungskr&auml;fte ausgegangen. Diese h&auml;tten kein nennenswertes Unternehmerrisiko getragen. Das werde u.a. auch durch die Zahlungsabwicklung best&auml;tigt. Das Risiko des Verg&uuml;tungsausfalls bei Krankheit oder Tod des zu Betreuenden sei das typische Risiko eines nichtselbst&auml;ndigen Gelegenheitsarbeiters. Auch das Risiko des (teilweisen) Fahrtkostenausfalls sei dabei unbeachtlich, weil die Fahrtkosten zur Arbeitsst&auml;tte arbeitnehmertypische Aufwendungen seien. Gegen die Selbst&auml;ndigkeit der Betreuungskr&auml;fte spreche zudem, dass sie das blo&szlig;e Bewirken ihrer Arbeitsleistung, nicht aber einen bestimmten Arbeitserfolg geschuldet h&auml;tten. Auch seien sie weisungsunterworfen gewesen, weil die Kl&auml;gerin den Einsatzort und den Umfang der Dienstleistung vorgegeben habe. Eine gewisse Flexibilit&auml;t bei der Ausf&uuml;hrung der einzelnen T&auml;tigkeiten sei dem Pflegebereich immanent. Die Betreuungskr&auml;fte h&auml;tten auch keine Unternehmerinitiative entwickeln k&ouml;nnen; sie h&auml;tten allein vom zeitlichen Umfang ihrer T&auml;tigkeit her nur f&uuml;r jeweils eine betreuungsbed&uuml;rftige Person t&auml;tig werden k&ouml;nnen und seien insoweit auch in ihrer Arbeitszeit nicht frei gewesen. Gegen die Selbst&auml;ndigkeit der Betreuungskr&auml;fte spreche ferner, dass sie die Kl&auml;gerin umfassend bevollm&auml;chtigt h&auml;tten und die deutsche Sprache nur eingeschr&auml;nkt beherrscht h&auml;tten. Sie h&auml;tten feste Einsatzstellen gehabt und die Dienstpl&auml;ne seien von der Kl&auml;gerin geregelt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie macht sich im Wesentlichen die Ausf&uuml;hrungen in den Gr&uuml;nden des FG-Urteils zu eigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist unbegr&uuml;ndet und deshalb zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat den Sachverhalt in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise dahingehend gew&uuml;rdigt, dass die Betreuungskr&auml;fte selbst&auml;ndig i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG und die an sie gezahlten Entgelte bei der Kl&auml;gerin als durchlaufende Posten i.S. von &sect;&nbsp;10 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;6 UStG zu behandeln sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Unternehmer ist gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz 1 UStG, wer eine gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit selbst&auml;ndig aus&uuml;bt. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 UStG ist gewerblich oder beruflich jede T&auml;tigkeit zur Erzielung von Einnahmen, auch wenn die Absicht, Gewinn zu erzielen, fehlt oder eine Personenvereinigung nur gegen&uuml;ber ihren Mitgliedern t&auml;tig wird. Nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG wird die gewerbliche oder berufliche T&auml;tigkeit nicht selbst&auml;ndig ausge&uuml;bt, soweit nat&uuml;rliche Personen, einzeln oder zusammengeschlossen, einem Unternehmen so eingegliedert sind, dass sie den Weisungen des Unternehmers zu folgen verpflichtet sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Vorschriften beruhen unionsrechtlich auf Art.&nbsp;9 und 10 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem vom 28.&nbsp;November 2006 (MwStSystRL). Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;9 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL gilt als &quot;Steuerpflichtiger&quot;, wer eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit unabh&auml;ngig von ihrem Ort, Zweck und Ergebnis selbst&auml;ndig aus&uuml;bt. Gem&auml;&szlig; Art.&nbsp;10 MwStSystRL schlie&szlig;t die selbst&auml;ndige Aus&uuml;bung der wirtschaftlichen T&auml;tigkeit im Sinne des Artikels&nbsp;9 Absatz&nbsp;1 Lohn- und Gehaltsempf&auml;nger und sonstige Personen von der Besteuerung aus, soweit sie an ihren Arbeitgeber durch einen Arbeitsvertrag oder ein sonstiges Rechtsverh&auml;ltnis gebunden sind, das hinsichtlich der Arbeitsbedingungen und des Arbeitsentgelts sowie der Verantwortlichkeit des Arbeitgebers ein Verh&auml;ltnis der Unterordnung schafft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Bei der Beurteilung der Selbst&auml;ndigkeit sind die einzelnen Merkmale, die f&uuml;r und gegen die Selbst&auml;ndigkeit i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 UStG sprechen, unter Ber&uuml;cksichtigung des Gesamtbildes der Verh&auml;ltnisse im jeweiligen Einzelfall gegeneinander abzuw&auml;gen (Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 14.&nbsp;April 2010 XI&nbsp;R&nbsp;14\/09, BFHE 230, 245, BStBl II 2011, 433, Rz&nbsp;20; vom 25.&nbsp;Juni 2009 V&nbsp;R&nbsp;37\/08, BFHE 226, 415, BStBl II 2009, 873, Rz&nbsp;17; vom 14.&nbsp;Mai 2008 XI&nbsp;R&nbsp;70\/07, BFHE 221, 517, BStBl II 2008, 912, Rz&nbsp;23; vom 10.&nbsp;M&auml;rz 2005 V&nbsp;R&nbsp;29\/03, BFHE 209, 162, BStBl II 2005, 730, Rz&nbsp;10). Diese Abw&auml;gung ist Sache des FG (BFH-Urteil in BFHE 226, 415, BStBl II 2009, 873, Rz&nbsp;20).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r die Selbst&auml;ndigkeit sprechen Selbst&auml;ndigkeit in der Organisation und bei der Durchf&uuml;hrung der T&auml;tigkeit, Unternehmerrisiko, Unternehmerinitiative, Bindung nur f&uuml;r bestimmte Tage an den Betrieb, gesch&auml;ftliche Beziehungen zu mehreren Vertragspartnern. Gegen die Selbst&auml;ndigkeit der T&auml;tigkeit sprechen Weisungsgebundenheit bez&uuml;glich Ort, Zeit und Inhalt der T&auml;tigkeit, feste Arbeitszeiten, Aus&uuml;bung der T&auml;tigkeit gleichbleibend an einem bestimmten Ort, feste Bez&uuml;ge, Urlaubsanspruch, Anspruch auf sonstige Sozialleistungen, Fortzahlung der Bez&uuml;ge im Krankheitsfall, Notwendigkeit der engen st&auml;ndigen Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitern, Eingliederung in den Betrieb, Schulden der Arbeitskraft und nicht eines Arbeitserfolgs, Ausf&uuml;hrung von einfachen T&auml;tigkeiten, die regelm&auml;&szlig;ig weisungsgebunden sind. Besondere Bedeutung kommt dem Handeln auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung und dem Unternehmerrisiko (Verg&uuml;tungsrisiko) zu. Wird eine Verg&uuml;tung f&uuml;r Ausfallzeiten nicht gezahlt, spricht dies f&uuml;r Selbst&auml;ndigkeit; ist der Steuerpflichtige von einem Verm&ouml;gensrisiko der Erwerbst&auml;tigkeit grunds&auml;tzlich freigestellt, spricht dies gegen Selbst&auml;ndigkeit (st&auml;ndige Rechtsprechung, BFH-Urteile in BFHE 230, 245, BStBl II 2011, 433, Rz&nbsp;20; in BFHE 226, 415, BStBl II 2009, 873, Rz&nbsp;17; in BFHE 221, 517, BStBl II 2008, 912, Rz&nbsp;23; in BFHE 209, 162, BStBl II 2005, 730, Rz&nbsp;10; vom 30.&nbsp;Mai 1996 V&nbsp;R&nbsp;2\/95, BFHE 180, 213, BStBl II 1996, 493; BFH-Beschluss vom 14.&nbsp;M&auml;rz 2012 V&nbsp;B&nbsp;10\/11, BFH\/NV 2012, 1315, Rz&nbsp;7). Indiz, aber nicht in erster Linie ausschlaggebend kann nach st&auml;ndiger Rechtsprechung die sozial- und arbeitsrechtliche Einordnung der T&auml;tigkeit als selbst&auml;ndig oder unselbst&auml;ndig sein (z.B. BFH-Urteil in BFHE 209, 162, BStBl II 2005, 730, Rz&nbsp;10).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die W&uuml;rdigung des FG, wonach die Betreuungskr&auml;fte selbst&auml;ndig i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG waren, ist revisionsrechtlich nicht zu beanstanden. Ausgehend von der Rechtsprechung des BFH zur Abgrenzung selbst&auml;ndiger von nichtselbst&auml;ndiger T&auml;tigkeiten ist es im Rahmen einer W&uuml;rdigung der gesamten Umst&auml;nde des Einzelfalls zu dem rechtlich vertretbaren Ergebnis gelangt, dass die Betreuungskr&auml;fte selbst&auml;ndig t&auml;tig waren. Der BFH pr&uuml;ft als Revisionsinstanz nur, ob dem FG bei der tats&auml;chlichen W&uuml;rdigung Rechtsverst&ouml;&szlig;e unterlaufen sind. Er ist an die W&uuml;rdigung des FG gebunden, wenn diese m&ouml;glich war und das FG weder gegen Denkgesetze versto&szlig;en noch wesentliche Umst&auml;nde vernachl&auml;ssigt hat (vgl. BFH-Urteile vom 11.&nbsp;April 2008 V&nbsp;R&nbsp;10\/07, BFHE 221, 456, BStBl II 2009, 741, Rz&nbsp;29; vom 27.&nbsp;Januar 2011 V&nbsp;R&nbsp;21\/09, BFHE 233, 77, BStBl II 2011, 524, Rz&nbsp;24). Ob auch ein anderes Ergebnis der W&uuml;rdigung vertretbar gewesen w&auml;re, ist nicht entscheidend (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteil vom 26.&nbsp;April 2012 V&nbsp;R&nbsp;2\/11, BFHE 237, 286, BStBl II 2012, 634, Rz&nbsp;37).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat ausdr&uuml;cklich auf das Gesamtbild der Verh&auml;ltnisse abgestellt und seine W&uuml;rdigung, dass die Betreuungskr&auml;fte ihre T&auml;tigkeit auf eigene Rechnung und eigene Verantwortung ausge&uuml;bt haben, darauf gest&uuml;tzt, dass sie selbst mit den Pflegebed&uuml;rftigen oder deren Vertretern den jeweiligen Betreuungsvertrag abgeschlossen und hieraus einen eigenen Anspruch auf Zahlung des &quot;Betreuungsgeldes&quot; hatten. Das FG ist ferner davon ausgegangen, dass die Betreuungskr&auml;fte das Unternehmerrisiko, dem ein besonderes Gewicht zukomme, getragen haben. Das schlussfolgert das FG aus der &Uuml;bernahme des Verg&uuml;tungsrisikos (Ausfallrisikos); es verdeutliche sich auch dadurch, dass die Betreuungskr&auml;fte den Verg&uuml;tungsausfall bei einem Krankenhausaufenthalt oder Todesfall des Betreuungsbed&uuml;rftigen h&auml;tten tragen m&uuml;ssen. Hinzu trete ein Kapitalrisiko der Betreuungskr&auml;fte, weil sich der Einsatz von Reisekosten bei vorzeitigem Abbruch des Einsatzauftrags, etwa bei Versterben von Kunden oder deren Verlegung ins Krankenhaus oder Heim nicht habe lohnen k&ouml;nnen. F&uuml;r die Selbst&auml;ndigkeit der Betreuungskr&auml;fte spreche zudem, dass sie weder Anspruch auf Urlaub noch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gehabt h&auml;tten. Die Betreuungskr&auml;fte h&auml;tten in der allt&auml;glichen Arbeit auch keiner Weisungsgebundenheit bzgl. Ort, Zeit und Inhalt der T&auml;tigkeit unterlegen. Vielmehr h&auml;tten sie den Haushalt der Pflegebed&uuml;rftigen selbst&auml;ndig gef&uuml;hrt, allein den Ablauf der einzelnen T&auml;tigkeiten bestimmt und die Verantwortung hierf&uuml;r getragen. Solche erheblichen Handlungsspielr&auml;ume seien f&uuml;r einen Arbeitnehmer untypisch. Zwar regele die Betreuungsvereinbarung zwischen der Betreuungskraft und dem Pflegebed&uuml;rftigen die Arbeitszeiten. Daraus ergebe sich jedoch keine feste Arbeitszeit, weil die Betreuungskr&auml;fte ihre Arbeitszeit innerhalb dieser Grenzen weitgehend selbst h&auml;tten bestimmen k&ouml;nnen. Weiterhin spreche f&uuml;r deren Selbst&auml;ndigkeit, dass sie von der Kl&auml;gerin sozialrechtlich als Selbst&auml;ndige behandelt worden seien. Ihr Gewerbe sei bei den Gemeinden angemeldet worden und es sei keine sozialversicherungsrechtliche Anmeldung erfolgt. Auch die Gestaltung der Festsetzung der Betreuungsverg&uuml;tung als eine Leistung, die von der H&ouml;he der Servicegeb&uuml;hr unabh&auml;ngig gewesen sei, spreche f&uuml;r die Selbst&auml;ndigkeit, weil damit eine strenge Trennung zwischen der Betreuungsverg&uuml;tung aufgrund des Betreuungsvertrages und der Servicegeb&uuml;hr aufgrund des Dienstleistungsvertrages dokumentiert werde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Merkmale, die f&uuml;r eine unselbst&auml;ndige T&auml;tigkeit sprechen, hat das FG ebenfalls gew&uuml;rdigt, aber als gegen&uuml;ber den f&uuml;r die Selbst&auml;ndigkeit sprechenden Merkmalen als nicht entscheidend ins Gewicht fallend beurteilt. So komme der Tatsache, dass die Kl&auml;gerin die werbende T&auml;tigkeit ausge&uuml;bt und die vertraglichen Grundlagen vorgegeben habe ebenso wie der Zahlung der Betreuungskr&auml;fteverg&uuml;tungen durch die Betreuungsbed&uuml;rftigen &uuml;ber ihr Bankkonto eine nur untergeordnete Bedeutung zu. Diese Ma&szlig;nahmen seien der besonderen Situation der Betreuungskr&auml;fte geschuldet, die gr&ouml;&szlig;tenteils die deutsche Sprache nur eingeschr&auml;nkt beherrscht und &uuml;ber kein eigenes Bankkonto in der Bundesrepublik Deutschland verf&uuml;gt h&auml;tten. Das habe die unterst&uuml;tzenden Leistungen der Kl&auml;gerin erfordert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese W&uuml;rdigung ist verfahrensrechtlich einwandfrei zustande gekommen und weist weder Verst&ouml;&szlig;e gegen Denkgesetze auf noch vernachl&auml;ssigt sie wesentliche Umst&auml;nde. Insbesondere hat das FG &#8211;entgegen der Auffassung des FA&#8211; die fehlende Unternehmerinitiative der Betreuungskr&auml;fte in seine W&uuml;rdigung einbezogen, aber im Rahmen der anzustellenden Gesamtw&uuml;rdigung als von untergeordneter Bedeutung angesehen. Das FA setzt in seiner Revisionsbegr&uuml;ndung seine eigene W&uuml;rdigung an die Stelle der des FG. Das f&uuml;hrt nicht zum Erfolg der Revision, denn dass auch das vom FA angestrebte Ergebnis der W&uuml;rdigung vertretbar gewesen w&auml;re, ist aus den o.g. Gr&uuml;nden nicht entscheidend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2015, V R 3\/15 Beurteilung der Unternehmereigenschaft von durch eine Agentur vermittelten ausl&auml;ndischen Pflegekr&auml;ften &#8211; Bindung des BFH an die W&uuml;rdigung des FG Tenor Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 20. November 2014&nbsp;&nbsp;5 K 32\/13 wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. 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