{"id":66418,"date":"2017-01-18T12:55:55","date_gmt":"2017-01-18T10:55:55","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66418"},"modified":"2017-01-18T12:55:55","modified_gmt":"2017-01-18T10:55:55","slug":"i-b-22-14-umwandlungsbedingte-realisierung-des-koerperschaftsteuerguthabens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-b-22-14-umwandlungsbedingte-realisierung-des-koerperschaftsteuerguthabens\/","title":{"rendered":"I&nbsp;B&nbsp;22\/14 &#8211; Umwandlungsbedingte Realisierung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.11.2015, I B 22\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Umwandlungsbedingte Realisierung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 13. Dezember 2013&nbsp;&nbsp;9 K 1419\/09 K,F wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die Kl&auml;gerin und Beschwerdef&uuml;hrerin (Kl&auml;gerin), eine GmbH &#038; Co. KG, ist im Wege eines zum 1.&nbsp;Januar 2005 erfolgten Formwechsels aus einer 1982 gegr&uuml;ndeten GmbH, der B-GmbH, (im Folgenden: GmbH) hervorgegangen. Die GmbH verf&uuml;gte &uuml;ber ein aus dem &Uuml;bergang vom k&ouml;rperschaftsteuerrechtlichen Anrechnungsverfahren zum Halbeink&uuml;nfteverfahren herr&uuml;hrendes K&ouml;rperschaftsteuerguthaben in H&ouml;he von 1.359.828&nbsp;EUR. Die Kl&auml;gerin streitet mit dem Beklagten und Beschwerdegegner (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) dar&uuml;ber, ob das Guthaben (teilweise) durch Aussch&uuml;ttungen realisiert wurde oder ob es durch die Umwandlung unterging.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 31.&nbsp;Dezember 2001 beschlossen die Gesellschafter der GmbH &quot;mit Wirkung f&uuml;r den Veranlagungszeitraum 2000&quot; eine Gewinnaussch&uuml;ttung in H&ouml;he von 9.197.741&nbsp;DM, die noch am selben Tag vollzogen wurde (im Folgenden: erste Gewinnaussch&uuml;ttung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 20.&nbsp;Dezember 2004 fassten sie den Beschluss, aus dem Bilanzgewinn der GmbH einen Betrag in H&ouml;he von 1.600.000&nbsp;EUR auszusch&uuml;tten (im Folgenden: zweite Gewinnaussch&uuml;ttung).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nachdem dieser Betrag abgeflossen war, verf&uuml;gte die GmbH zum &Uuml;bertragungsstichtag (31.&nbsp;Dezember 2004) &uuml;ber kein aussch&uuml;ttungsf&auml;higes Eigenkapital mehr.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin begehrte f&uuml;r die Streitjahre 2001 und 2004 eine Minderung der K&ouml;rperschaftsteuer durch das ihr zustehende K&ouml;rperschaftsteuerguthaben; dieses sei im Wege der beiden Gewinnaussch&uuml;ttungen (teilweise) realisiert worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) M&uuml;nster folgte dem nicht. In seinem klageabweisenden Urteil vom 13.&nbsp;Dezember 2013 &nbsp;9&nbsp;K&nbsp;1419\/09&nbsp;K,F ging es davon aus, dass f&uuml;r die erste Gewinnaussch&uuml;ttung noch die Vorschriften &uuml;ber das K&ouml;rperschaftsteueranrechnungsverfahren anzuwenden waren. Die zweite Gewinnaussch&uuml;ttung fiel nach Auffassung des FG in den Geltungsbereich des sog. K&ouml;rperschaftsteuermoratoriums (&sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2a des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes &#8211;KStG&#8211; 2002 i.d.F. des Gesetzes zum Abbau von Steuerverg&uuml;nstigungen und Ausnahmeregelungen &#8211;Steuerverg&uuml;nstigungsabbaugesetz&#8211; vom 16.&nbsp;Mai 2003, BGBl I 2003, 660, BStBl I 2003, 321) und vermochte ebenfalls keine Steuerminderung auszul&ouml;sen, ebenso wenig wie die &#8211;an sich unter die Regelung des &sect;&nbsp;10 des Umwandlungssteuergesetzes (UmwStG) 1995 i.d.F. des Gesetzes zur Fortentwicklung des Unternehmenssteuerrechts (Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetz) vom 20.&nbsp;Dezember 2001 (BGBl I 2001, 3858, BStBl I 2002, 35) fallende&#8211; Umwandlung der GmbH in eine Personengesellschaft. Denn die genannte Vorschrift erm&ouml;gliche zwar die Realisierung des Guthabens im Umwandlungsfall durch die Fiktion einer Vollaussch&uuml;ttung, doch setze sie aussch&uuml;ttungsf&auml;higes Eigenkapital voraus, welches im Streitfall u.a. als Folge der fr&uuml;heren Aussch&uuml;ttungen nicht mehr vorhanden gewesen sei. Das FG lie&szlig; die Revision gegen sein Urteil nicht zu. Dagegen wendet sich die Kl&auml;gerin mit ihrer Beschwerde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Beschwerde ist unbegr&uuml;ndet und daher durch Beschluss zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;116 Abs.&nbsp;5 Satz&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Rechtssache hat keine grunds&auml;tzliche Bedeutung (&sect;&nbsp;115 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Kl&auml;gerin wirft folgende Fragen, deren rechtsgrunds&auml;tzliche Bedeutung sie behauptet, auf:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) &quot;Ist das auf Grundlage des Steuersenkungsgesetzes in &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;2 KStG eingef&uuml;hrte K&ouml;rperschaftsteuerguthaben ein durch Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG gesch&uuml;tztes Anwartschaftsrecht? Wird in dieses verfassungsrechtliche Anwartschaftsrecht unzul&auml;ssig eingegriffen, wenn es im Rahmen einer formwechselnden Umwandlung untergeht, soweit im Umwandlungszeitraum nicht ausreichendes aussch&uuml;ttungsf&auml;higes Eigenkapital zur Verf&uuml;gung steht, bspw. soweit dieses aussch&uuml;ttungsf&auml;hige Eigenkapital nur deshalb nicht zur Verf&uuml;gung steht, weil Aussch&uuml;ttungen w&auml;hrend des K&ouml;rperschaftsteuermoratoriums iSd. &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;1 KStG erfolgt sind?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) &quot;Ist &sect;&nbsp;10 UmwStG in der Fassung des UntStFG, BGBl. 2001 I, 3858&nbsp;ff. dasselbe inhaltliche Verst&auml;ndnis wie &sect;&nbsp;10 UmwStG in der Fassung des StSenkG beizulegen, wonach das K&ouml;rperschaftsteuerguthaben durch formwechselnde Umwandlung ungeachtet der Frage aussch&uuml;ttungsf&auml;higen Kapitals im Zeitpunkt der Umwandlung gehoben wird?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &quot;Ist &sect;&nbsp;10 Satz&nbsp;2 UmwStG in der Fassung des Unternehmenssteuerfortentwicklungsgesetzes in der Weise auszulegen, dass s&auml;mtliche Aussch&uuml;ttungen w&auml;hrend des K&ouml;rperschaftsteuermoratoriums iSd. &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2a Nr.&nbsp;1 KStG, jedenfalls aber die Aussch&uuml;ttungen im Gesch&auml;ftsjahr einer formwechselnden Umwandlung, jedenfalls aber in unmittelbar zeitlich-sachlichem Zusammenhang mit einer formwechselnden Umwandlung bei der Ermittlung des fiktiv iSd. &sect;&nbsp;10 UmwStG aussch&uuml;ttbaren Eigenkapitals zu ber&uuml;cksichtigen sind?&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. a) Grunds&auml;tzliche Bedeutung hat eine Sache nur dann, wenn eine h&ouml;chstrichterliche Entscheidung hierzu f&uuml;r die Zukunft richtungsweisend sein kann. Daran fehlt es im Regelfall, wenn die zu kl&auml;rende Rechtsfrage ausgelaufenes oder auslaufendes Recht oder eine &Uuml;bergangsvorschrift betrifft (Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;35, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) So liegt der Fall hier. Der Senat erkennt keine Gr&uuml;nde, die eine Abweichung von dieser Regel angezeigt erscheinen lassen. Solche Gr&uuml;nde sind auch nicht substantiiert in der Beschwerdeschrift darlegt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die streitentscheidenden Normen &uuml;ber das K&ouml;rperschaftsteuerguthaben und dessen Realisierung finden sich im Sechsten Teil des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002 (&quot;Sondervorschriften f&uuml;r den &Uuml;bergang vom Anrechnungsverfahren zum Halbeink&uuml;nfteverfahren&quot;). Es handelt sich mithin um typisches &Uuml;bergangsrecht; zukunftsgerichteter Kl&auml;rungsbedarf ist, zumal im 15. Jahr nach dem Systemwechsel, nicht gegeben. &sect;&nbsp;10 UmwStG 1995 wurde zwischenzeitlich vollst&auml;ndig aufgehoben. Die im Streitfall anwendbare Fassung dieser Bestimmung regelte in Erg&auml;nzung zu &sect;&nbsp;37 KStG 1977 i.d.F. des Gesetzes zur Senkung der Steuers&auml;tze und zur Reform der Unternehmensbesteuerung &#8211;Steuersenkungsgesetz&#8211; vom 23.&nbsp;Oktober 2000 (BGBl I 2000, 1433, BStBl I 2000, 1428) &#8211;KStG 1977&#8211; die Realisation des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens im Sonderfall der Umwandlung einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Insbesondere auch die verfassungsrechtliche Frage, ob der Schutzbereich des Art.&nbsp;14 des Grundgesetzes (GG) im Hinblick auf das K&ouml;rperschaftsteuerguthaben er&ouml;ffnet ist, ist nicht kl&auml;rungsbed&uuml;rftig. Denn diese Frage kn&uuml;pft an das einfach-rechtliche &Uuml;bergangsrecht an und wird sich nach Ablauf des &Uuml;bergangszeitraumes nicht mehr stellen. Ob und unter welchen Voraussetzungen der &quot;normale&quot; Besteuerungszugriff eine Verletzung des Art.&nbsp;14 Abs.&nbsp;1 GG ausl&ouml;sen kann, ist in der verfassungsgerichtlichen Rechtsprechung hinreichend gekl&auml;rt (vgl. Beschl&uuml;sse des Bundesverfassungsgerichts &#8211;BVerfG&#8211; vom 8.&nbsp;April 1997&nbsp; 1&nbsp;BvR&nbsp;48\/94, BVerfGE 95, 267; vom 18.&nbsp;Januar 2006&nbsp; 2&nbsp;BvR&nbsp;2194\/99, BVerfGE 115, 97). Im &Uuml;brigen wird in der Beschwerde nicht dargelegt, dass es auf das Eigentumsgrundrecht &uuml;berhaupt ankommt. Mehrere der in &sect;&sect;&nbsp;36&nbsp;ff. KStG 1977 getroffenen Einzelregelungen k&ouml;nnen zur Minderung oder zum Verlust von K&ouml;rperschaftsteuerguthaben f&uuml;hren (vgl. z.B. BVerfG-Beschluss vom 17.&nbsp;November 2009&nbsp; 1&nbsp;BvR&nbsp;2192\/05, BVerfGE 125, 1; Vorlagebeschluss des FG M&uuml;nster vom 16.&nbsp;September 2014&nbsp; 9&nbsp;K&nbsp;1600\/12&nbsp;F, Entscheidungen der Finanzgerichte 2015, 500). Damit werden Steuerpflichtige, die von solchen Regelungen betroffen sind, schlechter gestellt als nicht regelungsbetroffene Steuerpflichtige, so dass bei gesetzlichen Regelungen, die den Verlust von Guthaben bewirken, typischerweise eine Verletzung des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG in Rede steht. In der verfassungsgerichtlichen wie der Senatsrechtsprechung wurde die verfassungsrechtliche Problematik des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens denn auch unter diesem Gesichtspunkt abgehandelt, die verfassungsrechtlichen Ma&szlig;st&auml;be insoweit hinreichend gekl&auml;rt und die Frage, ob der Schutzbereich des Art.&nbsp;14 GG betroffen ist, ausdr&uuml;cklich offengelassen (vgl. BVerfG-Beschluss in BVerfGE 125, 1; Senatsurteile vom 8.&nbsp;November 2006 I&nbsp;R&nbsp;69,&nbsp;70\/05, BFHE 215, 491, BStBl II 2007, 662; vom 20.&nbsp;April 2011 I&nbsp;R&nbsp;65\/05, BFHE 234, 385, BStBl II 2011, 983). In der Beschwerde wird nicht aufgezeigt, dass die Pr&uuml;fung guthabensvernichtender Regelungen am Ma&szlig;stab des Art.&nbsp;3 Abs.&nbsp;1 GG zu anderen Ergebnissen (h&ouml;heres oder geringeres Schutzniveau) f&uuml;hrt als eine Pr&uuml;fung am Ma&szlig;stab der Freiheitsgrundrechte (zu diesem Aspekt vgl. Senatsurteil in BFHE 234, 385, BStBl II 2011, 983).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Zwar k&ouml;nnen das &Uuml;bergangsrecht betreffende Fragen ausnahmsweise einen Bedarf nach h&ouml;chstrichterlicher Kl&auml;rung ausl&ouml;sen, wenn sich die Fragen bei einer nicht ganz unerheblichen Zahl noch anh&auml;ngiger Verfahren in Zukunft stellen k&ouml;nnen (Gr&auml;ber\/ Ratschow, a.a.O., &sect;&nbsp;115 Rz&nbsp;35). Ein solcher Ausnahmefall liegt jedoch nicht vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach Auffassung der Kl&auml;gerin sind das K&ouml;rperschaftsteuerguthaben, seinen verfassungsrechtlichen Schutz und seinen drohenden Untergang im Umwandlungsfall betreffende F&auml;lle noch mehrhundertfach offen. Der Revisionszulassung steht allerdings entgegen, dass die Existenz solcher F&auml;lle von der Kl&auml;gerin lediglich pauschal behauptet wird. An den Senat sind jedenfalls bis zum heutigen Tage und damit lange Zeit nach Ablauf des K&ouml;rperschaftsteuermoratoriums keine vergleichbaren Neuf&auml;lle herangetragen worden. Au&szlig;erdem wird der Kreis denkbarer F&auml;lle von vornherein dadurch begrenzt, dass die Realisierung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens bereits seit dem Gesetz &uuml;ber steuerliche Begleitma&szlig;nahmen zur Einf&uuml;hrung der Europ&auml;ischen Gesellschaft und zur &Auml;nderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften (SEStEG) vom 7.&nbsp;Dezember 2006 (BGBl I 2006, 2782, BStBl I 2007, 4) aussch&uuml;ttungsunabh&auml;ngig ausgestaltet ist (vgl. &sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;5 KStG i.d.F. des SEStEG; Gosch\/Bauschatz, KStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;37 Rz&nbsp;8) und sich seitdem die Frage der umwandlungsbedingten Realisierung oder eben auch Vernichtung des Guthabens gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 UmwStG 1995 nicht mehr stellt (vgl. Gosch\/Bauschatz, a.a.O., &sect;&nbsp;37 Rz&nbsp;170&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Schlie&szlig;lich ist zu ber&uuml;cksichtigen, dass sich die von der Kl&auml;gerin aufgeworfenen Fragen nur wegen zahlreicher Besonderheiten ihres individuellen Streitfalles stellen. Das FG hat sinngem&auml;&szlig; zu Recht angemerkt, dass eine verfassungsrechtliche und einfach-rechtliche Beschwer der Kl&auml;gerin doch nur daher r&uuml;hrt, weil die in den Jahren 2000, 2001 und 2004 vorgenommenen Aussch&uuml;ttungen aus unterschiedlichen, insbesondere im Verantwortungsbereich der Kl&auml;gerin liegenden Umst&auml;nden (nicht formgerechter Gewinnverteilungsbeschluss, Abschluss einer tats&auml;chlichen Verst&auml;ndigung mit dem FA u.&Auml;.) die &quot;an sich m&ouml;gliche&quot; (Teil-)Realisierung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens einfach-rechtlich nicht zugelassen haben, durch sie aber zugleich das vorhandene aussch&uuml;ttungsf&auml;hige Kapital bis zum Umwandlungsstichtag mit der Folge aufgezehrt wurde, dass auch die an sich beg&uuml;nstigend wirkende Regelung des &sect;&nbsp;10 UmwStG 1995 tatbestandlich nicht mehr eingreifen konnte, so jedenfalls die Rechtsauffassung des FG. Diese individuellen Besonderheiten des Streitfalles nehmen der Sache ihre Allgemeinbedeutung. Diese Bewertung trifft insbesondere auch auf die zweite und dritte Frage zu. Die Fragen, ob zeitnah zur Umwandlung vorgenommene Aussch&uuml;ttungen (gemeint ist die zweite Aussch&uuml;ttung des Streitfalles) noch dem Umwandlungsvorgang mit der Folge der Guthabensrealisierung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;10 UmwStG 1995 zugeordnet werden k&ouml;nnen oder ob eine Umwandlung auch dann zur Realisierung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens f&uuml;hren kann, wenn kein aussch&uuml;ttungsf&auml;higes Kapital vorhanden ist, werden sich in kaum einem anderen Verfahren so stellen. Denn die Kl&auml;gerin hat aus eigenem Entschluss noch kurz vor der &#8211;&quot;an sich beg&uuml;nstigten&quot;&#8211; Umwandlung (vgl. Senatsurteil vom 29.&nbsp;August 2012 I&nbsp;R&nbsp;65\/11, BFHE 238, 382, BStBl II 2013, 555, zur Wirkungsweise des &sect;&nbsp;10 UmwStG 1995) eine das Kapital aufzehrende Aussch&uuml;ttung vorgenommen, die wegen des mittlerweile geltenden Moratoriums keine Steuerminderung bewirkte. Damit haben ihre eigenen gestalterischen Entscheidungen im Ergebnis beide an sich er&ouml;ffnete Verg&uuml;nstigungswege (&sect;&nbsp;37 Abs.&nbsp;2 KStG 1977, &sect;&nbsp;10 UmwStG 1995) nach Ansicht des FG versperrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Beschluss vom 11.11.2015, I B 22\/14 Umwandlungsbedingte Realisierung des K&ouml;rperschaftsteuerguthabens Tenor Die Beschwerde der Kl&auml;gerin wegen Nichtzulassung der Revision gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 13. Dezember 2013&nbsp;&nbsp;9 K 1419\/09 K,F wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. 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