{"id":66419,"date":"2017-01-18T12:55:46","date_gmt":"2017-01-18T10:55:46","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66419"},"modified":"2017-01-18T12:55:46","modified_gmt":"2017-01-18T10:55:46","slug":"xi-r-32-14-ermaessigter-steuersatz-fuer-stadtrundfahrten-im-nachtraeglich-genehmigten-linienverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-32-14-ermaessigter-steuersatz-fuer-stadtrundfahrten-im-nachtraeglich-genehmigten-linienverkehr\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;32\/14 &#8211; Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r Stadtrundfahrten im nachtr&auml;glich genehmigten Linienverkehr"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.11.2015, XI R 32\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r Stadtrundfahrten im nachtr&auml;glich genehmigten Linienverkehr<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 11. Juni 2014&nbsp;&nbsp;7 K 7090\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Umsatzsteuer f&uuml;r die Streitjahre wird unter &Auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2005 bis 2007 vom 19. Januar 2012 und f&uuml;r 2008 und 2009 vom 16. November 2011, in Gestalt der jeweiligen Einspruchsentscheidung vom 13. M&auml;rz 2013, sowie der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2010 und 2011 vom 18. November 2014 um &#8230; EUR (2005), um &#8230; EUR (2006), um &#8230; EUR (2007), um &#8230; EUR (2008), um &#8230; EUR (2009), um &#8230; EUR (2010) und um &#8230; EUR (2011) herabgesetzt.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Beklagte zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Die vormals daf&uuml;r zust&auml;ndige Senatsverwaltung erteilte der Kl&auml;gerin und Revisionskl&auml;gerin (Kl&auml;gerin), einer GmbH &#038; Co. KG, am 28.&nbsp;M&auml;rz 2000 die bis zum 30.&nbsp;M&auml;rz 2005 befristete Genehmigung, in &#8230; sog. &quot;Open-Door-Stadtrundfahrten&quot; (Stadtrundfahrten), bei denen die Fahrg&auml;ste an verschiedenen &uuml;ber das Stadtgebiet verteilten Haltestellen ein- und aussteigen k&ouml;nnen, durchzuf&uuml;hren<em>.<\/em><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Noch am selben Tag beantragte die Kl&auml;gerin, die ihr erteilte Genehmigung auf die &quot;&#8230; OHG&quot; (B), die heutige &quot;&#8230; GmbH &#038; Co. KG&quot;, zu &uuml;bertragen. Dem kam die Senatsverwaltung mit Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;Juli 2000 nach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Vertrag vom 27.&nbsp;Dezember 2001 gestattete die B der Kl&auml;gerin die vollst&auml;ndige, selbst&auml;ndige und exklusive Nutzung der Genehmigung zur Durchf&uuml;hrung von Stadtrundfahrten ab dem 1.&nbsp;Januar 2002. Daf&uuml;r erhielt sie, die B, ein Entgelt von j&auml;hrlich &#8230;&nbsp;% der erzielten Nettoums&auml;tze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 genehmigte die nunmehr zust&auml;ndige Beh&ouml;rde (Landesamt) der B (erneut) die Durchf&uuml;hrung von Stadtrundfahrten f&uuml;r den Zeitraum vom 1.&nbsp;April 2005 bis 31.&nbsp;M&auml;rz 2013.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin f&uuml;hrte (ab dem 1.&nbsp;Januar 2002 und auch) in den Streitjahren 2005 bis 2011 die in Rede stehenden Stadtrundfahrten durch und unterwarf die Ums&auml;tze in den entsprechenden Umsatzsteuererkl&auml;rungen dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit gleichlautenden Schreiben vom 14.&nbsp;November 2012 beantragten die Kl&auml;gerin und B jeweils, die mit dem vorgenannten Vertrag vom 27.&nbsp;Dezember 2001 erfolgte &Uuml;bertragung der Genehmigung (r&uuml;ckwirkend) ab dem 1.&nbsp;Januar 2002 gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;43 des Personenbef&ouml;rderungsgesetzes (PBefG) zu gestatten. Diese Antr&auml;ge beschied das Landesamt mit Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;November 2012 wie folgt: &quot;Dem Antrag der beiden Unternehmen auf &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung der open-door-Stadtrundfahrten-Genehmigung, welche als Sonderlinienverkehr &#8230; mit einer G&uuml;ltigkeit vom 01.04.2005 bis zum 31.03.2013 genehmigt wurde, gebe ich statt. Die Betriebsf&uuml;hrerschaft zur Aus&uuml;bung des urspr&uuml;nglich genehmigten Verkehrs wird somit auf die [Kl&auml;gerin] &uuml;bertragen. Grundlage meiner Entscheidung ist &#8230; auch der neben dem Antrag der Unternehmen vorliegende privatrechtliche Vertrag zwischen dem Linieninhaber und dem neuen Betriebsf&uuml;hrer. An dem rechtsbestimmten Inhalt der Verkehrsgenehmigung wird durch die &Uuml;bertragung nichts ge&auml;ndert. Deshalb wird auch weder der Inhalt der Linienurkunde ver&auml;ndert noch findet eine Anpassung der Laufzeit statt. &#8230; Dementsprechend war dem Antrag auf &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung zu entsprechen. Dieser Bescheid ergeht als Erg&auml;nzung zur bereits erteilten Genehmigung. Die mit der urspr&uuml;nglich erteilten Genehmigung festgelegten Bedingungen und Auflagen gelten fortan und sind durch den Betriebsf&uuml;hrer ebenso zu beachten.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten, die Besteuerungszeitr&auml;ume 2005 bis 2007 umfassenden Au&szlig;enpr&uuml;fung vertrat der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) auch hinsichtlich der Folgejahre 2008 bis 2011 die Auffassung, die streitbefangenen Stadtrundfahrten unterl&auml;gen der Art nach nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz, weil sie nicht der &quot;Raum&uuml;berwindung&quot; dienten. Das FA erlie&szlig; dementsprechend am 16.&nbsp;November 2011, 19.&nbsp;Januar 2012 und 13.&nbsp;Juni 2012 ge&auml;nderte bzw. erstmalige Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen legte die Kl&auml;gerin jeweils Einspruch ein.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit Einspruchsentscheidungen vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2013 entsprach das FA dem Begehren der Kl&auml;gerin, soweit sie sich gegen die jeweilige Bemessungsgrundlage gewandt hatte, und wies die Einspr&uuml;che im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck. Es war nunmehr der Ansicht, die Kl&auml;gerin sei in den Streitjahren nicht Inhaberin der erforderlichen Genehmigung f&uuml;r den Linienverkehr gewesen. Der die &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung betreffenden Verf&uuml;gung des Landesamts vom 19.&nbsp;November 2012 komme keine R&uuml;ckwirkung zu.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Verlauf des anschlie&szlig;enden Klageverfahrens &auml;nderte das FA am 23.&nbsp;April 2014 die Umsatzsteuerfestsetzung f&uuml;r das Streitjahr 2011. Der Umsatzsteuer-&Auml;nderungsbescheid f&uuml;r 2011 vom 23.&nbsp;April 2014 wurde Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) wies die Klage ab. Es f&uuml;hrte in seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 1524 ver&ouml;ffentlichten Urteil aus, dass auch touristischen Zwecken dienende Stadtrundfahrten dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) in der f&uuml;r die Streitjahre geltenden Fassung (a.F.) unterliegen k&ouml;nnten, wenn es sich insoweit um genehmigten Linienverkehr handele.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 UStG a.F. erfordere, dass der Unternehmer, der Personen mit Kraftfahrzeugen im Linienverkehr bef&ouml;rdere, im Besitz einer nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;42 oder &sect;&nbsp;43 PBefG erforderlichen Genehmigung sei. Erst die besonderen, mit der Genehmigung nach dem PBefG einhergehenden Pflichten, zu denen insbesondere die Betriebs- und Bef&ouml;rderungspflicht nach &sect;&sect;&nbsp;21, 22 PBefG geh&ouml;rten, rechtfertigten die umsatzsteuerrechtliche Beg&uuml;nstigung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren habe keine Genehmigung f&uuml;r die Kl&auml;gerin zur Durchf&uuml;hrung des Linienverkehrs vorgelegen. Die am 19.&nbsp;November 2012 erteilte Genehmigung zur &Uuml;bertragung der bereits zugunsten der B bestehenden Genehmigung zum Linienverkehr entfalte keine R&uuml;ckwirkung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dem Personenbef&ouml;rderungsrecht sei eine r&uuml;ckwirkende Linienver-kehrsgenehmigung fremd. Der Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;November 2012 k&ouml;nne kein von dieser Rechtslage abweichender Inhalt entnommen werden. Das Landesamt habe den gleichlautenden Antr&auml;gen der Kl&auml;gerin und B, der &Uuml;bertragung der Genehmigung zuzustimmen, nicht r&uuml;ckwirkend entsprochen, sondern entschieden, dass die mit der urspr&uuml;nglich erteilten Genehmigung festgelegten Bedingungen &quot;fortan&quot; gelten w&uuml;rden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG richtet sich die Revision der Kl&auml;gerin.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sie r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und bringt im Wesentlichen vor, der am 19.&nbsp;November 2012 erteilten Zustimmung zur &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung komme R&uuml;ckwirkung mit der Folge zu, dass sie, die Kl&auml;gerin, in den Streitjahren berechtigt gewesen sei, die urspr&uuml;nglich der B erteilten Linienverkehrsgenehmigungen zu nutzen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens hat das FA am 18.&nbsp;November 2014 die angefochtenen Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 2010 und 2011 erneut ge&auml;ndert. Die bisher ber&uuml;cksichtigten Vorsteuerbetr&auml;ge wurden hierbei um &#8230;&nbsp;EUR (2010) bzw. &#8230;&nbsp;EUR (2011) entsprechend den zwischen den Beteiligten nicht streitigen Feststellungen einer bei der Kl&auml;gerin durchgef&uuml;hrten Lohnsteuerau&szlig;enpr&uuml;fung gemindert. Die Kl&auml;gerin hat mit Schreiben vom 1.&nbsp;Oktober 2014 dem FA gegen&uuml;ber mitgeteilt, dass gegen den Erlass der entsprechend ge&auml;nderten Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2010 und 2011 keine Bedenken best&uuml;nden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Umsatzsteuer unter &Auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 2005 bis 2009 vom 16.&nbsp;November 2011 bzw. 19.&nbsp;Januar 2012 in Gestalt der jeweiligen Einspruchsentscheidung vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2013 sowie der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 2010 und 2011 vom 18.&nbsp;November 2014 dahingehend zu &auml;ndern, dass die Umsatzsteuer um &#8230;&nbsp;EUR (2005), &#8230;&nbsp;EUR (2006), &#8230;&nbsp;EUR (2007), &#8230;&nbsp;EUR (2008), &#8230;&nbsp;EUR (2009), &#8230; EUR (2010) und &#8230;&nbsp;EUR (2011) herabgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es h&auml;lt die Vorentscheidung f&uuml;r zutreffend. Eine Linienbef&ouml;rderungsgenehmigung habe in den Streitjahren jeweils nur f&uuml;r die B vorgelegen. Entgegen der Auffassung der Kl&auml;gerin entfalte die am 19.&nbsp;November 2012 erteilte Zustimmung zur &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung keine R&uuml;ckwirkung. Dieser Verf&uuml;gung sei ein erkennbarer Wille der Genehmigungsbeh&ouml;rde, die &Uuml;bertragung r&uuml;ckwirkend zu genehmigen, nicht zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und der Klage stattzugeben (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Unrecht entschieden, dass die von der Kl&auml;gerin ausgef&uuml;hrten Bef&ouml;rderungsums&auml;tze nicht dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Die Vorentscheidung ist, soweit das FG &uuml;ber die angefochtenen Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r die Streitjahre 2010 und 2011 entschieden hat, bereits aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben, weil ihr nach Ergehen der die Umsatzsteuer f&uuml;r 2010 und 2011 betreffenden &Auml;nderungsbescheide vom 18.&nbsp;November 2014 nicht mehr existierende Bescheide zugrunde liegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangenen &Auml;nderungsbescheide vom 18.&nbsp;November 2014 haben die Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2010 und 2011 vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2013 bzw. 23.&nbsp;April 2014, die Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens gewesen sind, i.S. von &sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1 FGO ersetzt. Wird der angefochtene Verwaltungsakt nach Klageerhebung durch einen anderen Verwaltungsakt ge&auml;ndert oder ersetzt, so wird nach der auch im Revisionsverfahren (&sect;&nbsp;121 FGO) geltenden Vorschrift des &sect;&nbsp;68 FGO der neue Verwaltungsakt Gegenstand des Verfahrens (vgl. dazu z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 3.&nbsp;November 2005 V&nbsp;R&nbsp;63\/02, BFHE 212, 161, BStBl II 2006, 337, unter II.1., Rz&nbsp;17; vom 5.&nbsp;Juni 2014 XI&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFHE 245, 465, BFH\/NV 2014, 1692, Rz&nbsp;27; jeweils m.w.N.). Damit liegen der Vorentscheidung in ihrer Wirkung suspendierte Bescheide zugrunde mit der Folge, dass auch das FG-Urteil insoweit keinen Bestand haben kann (vgl. dazu z.B. BFH-Urteil vom 1.&nbsp;Oktober 2014 XI&nbsp;R&nbsp;13\/14, BFHE 248, 367, BFH\/NV 2015, 451, Rz&nbsp;15, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da sich hinsichtlich der streitigen Rechtsfrage durch die &Auml;nderungsbescheide vom 18.&nbsp;November 2014 keine &Auml;nderungen ergeben haben und die Kl&auml;gerin im Revisionsverfahren auch keinen weiter gehenden Antrag gestellt hat, bedarf es keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO. Der erkennende Senat kann auf der Grundlage der fortgeltenden finanzgerichtlichen Feststellungen entscheiden (vgl. dazu z.B. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;September 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/04, BFH\/NV 2008, 37, unter II., Rz&nbsp;16; vom 18.&nbsp;September 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;45\/09, BFHE 239, 226, BStBl II 2013, 479, Rz&nbsp;15; jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Steuer betrug nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;1 UStG f&uuml;r jeden steuerpflichtigen Umsatz in den Streitjahren 2005 und 2006&nbsp;&nbsp;16&nbsp;% und in den Streitjahren 2007 bis 2011&nbsp;&nbsp;19&nbsp;% der Bemessungsgrundlage.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die Steuer erm&auml;&szlig;igte sich nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b UStG a.F. auf 7&nbsp;% u.a. f&uuml;r &quot;die Bef&ouml;rderungen von Personen &#8230; im genehmigten Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen &#8230; aa)&nbsp;innerhalb einer Gemeinde oder bb) wenn die Bef&ouml;rderungsstrecke nicht mehr als 50&nbsp;Kilometer betr&auml;gt&quot;.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b UStG a.F. beruhte auf Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Unterabs.&nbsp;3 i.V.m. Anhang&nbsp;H Kategorie&nbsp;5 der Sechsten Richtlinie 77\/388\/EWG des Rates vom 17.&nbsp;Mai 1977 zur Harmonisierung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten &uuml;ber die Umsatzsteuern (Richtlinie 77\/388\/EWG). Danach konnten die Mitgliedstaaten auf die dort jeweils bezeichneten Lieferungen und Dienstleistungen &#8211;u.a. die &quot;Bef&ouml;rderung von Personen und des mitgef&uuml;hrten Gep&auml;cks&quot;&#8211; statt des in Art.&nbsp;12 Abs.&nbsp;3 Buchst.&nbsp;a Unterabs.&nbsp;1 der Richtlinie 77\/388\/EWG vorgesehenen allgemeinen Steuersatzes einen erm&auml;&szlig;igten Steuersatz anwenden (ab dem 1.&nbsp;Januar 2007 gelten insoweit Art.&nbsp;96 bzw. Art.&nbsp;98 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Anhang&nbsp;III Nr.&nbsp;5 der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) ist auch eine selektive Anwendung der Erm&auml;chtigung zur Einf&uuml;hrung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes erlaubt (vgl. dazu EuGH-Urteil Pro Med Logistik und Pongratz vom 27.&nbsp;Februar 2014 in den verbundenen Rechtssachen C-454\/12 und C-455\/12, EU:C:2014:111, BStBl II 2015, 437, Rz&nbsp;43, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die den Mitgliedstaaten zuerkannte Wahrnehmung der M&ouml;glichkeit einer selektiven Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Mehrwertsteuersatzes unterliegt allerdings der zweifachen Bedingung, dass zum einen f&uuml;r die Zwecke der Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Satzes nur konkrete und spezifische Aspekte der in Rede stehenden Kategorie von Leistungen herausgel&ouml;st werden und zum anderen der Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t beachtet wird (vgl. dazu EuGH-Urteil Pro Med Logistik und Pongratz, EU:C:2014:111, BStBl II 2015, 437, Rz&nbsp;45, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Diese Voraussetzungen der selektiven Anwendung des erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes sind hinsichtlich der Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b UStG a.F. erf&uuml;llt. Denn die nur f&uuml;r die Personenbef&ouml;rderung im genehmigten Linienverkehr geltende Betriebs- und Bef&ouml;rderungspflicht nach &sect;&sect;&nbsp;21, 22 PBefG ist geeignet, unterschiedliche Leistungen zu kennzeichnen, so dass diese T&auml;tigkeit einen konkreten und spezifischen Aspekt der genannten Kategorie darstellen kann (zur Personenbef&ouml;rderung im Verkehr mit Taxen vgl. BFH-Urteil vom 2.&nbsp;Juli 2014 XI&nbsp;R&nbsp;22\/10, BFHE 246, 537, BStBl II 2015, 416, Rz&nbsp;50, m.w.N.). Die selektive Anwendung der Erm&auml;chtigung zur Einf&uuml;hrung eines erm&auml;&szlig;igten Steuersatzes hinsichtlich der beg&uuml;nstigten Personenbef&ouml;rderungen im genehmigten Linienverkehr mit Kraftfahrzeugen verst&ouml;&szlig;t zudem nicht gegen den Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t. Aus ma&szlig;geblicher Sicht des Durchschnittsverbrauchers ist ein Unterschied zwischen Stadtrundfahrten, die im genehmigten Linienverkehr mit Betriebs- und Bef&ouml;rderungspflichten und solchen, die ohne diese Pflichten nicht im genehmigten Linienverkehr durchgef&uuml;hrt werden, gegeben (zur Personenbef&ouml;rderung im Verkehr mit Taxen vgl. BFH-Urteil in BFHE 246, 537, BStBl II 2015, 416, Rz&nbsp;64, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kl&auml;gerin hat in den Streitjahren dem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz unterliegende Bef&ouml;rderungsleistungen i.S. von &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b UStG a.F. ausgef&uuml;hrt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Die streitbefangenen Stadtrundfahrten dienten der Bef&ouml;rderung von Personen. Denn die Kl&auml;gerin hat Personen mit Kraftfahrzeugen als Bef&ouml;rderungsmittel fortbewegt (vgl. dazu BFH-Urteil vom 30.&nbsp;Juni 2011 V&nbsp;R&nbsp;44\/10, BFHE 234, 504, BStBl II 2011, 1003, Rz&nbsp;16&nbsp;ff., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Steuersatzerm&auml;&szlig;igung nach &sect;&nbsp;12 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;10 Buchst.&nbsp;b UStG a.F. setzte ferner eine Personenbef&ouml;rderung &quot;im genehmigten Linienverkehr&quot; im verkehrsrechtlichen Sinne voraus (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 234, 504, BStBl II 2011, 1003, Rz&nbsp;17). Auch diese Voraussetzung ist im Streitfall erf&uuml;llt. Die Kl&auml;gerin hat die in Rede stehenden Stadtrundfahrten im genehmigten Linienverkehr ausgef&uuml;hrt. Denn die zugunsten der Kl&auml;gerin gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;3 i.V.m. &sect;&nbsp;43 PBefG erteilte Genehmigung des Landesamts vom 19.&nbsp;November 2012 zur &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung des bereits der B genehmigten Linienverkehrs wirkt auf die Streitjahre zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der erkennende Senat ist nach &sect;&nbsp;118 Abs.&nbsp;2 FGO an die vom FG n&auml;her begr&uuml;ndete W&uuml;rdigung, der Genehmigung des Landesamts vom 19.&nbsp;November 2012 komme keine R&uuml;ckwirkung zu, nicht gebunden. Denn die Auslegung eines Verwaltungsakts durch das FG ist im Revisionsverfahren &uuml;berpr&uuml;fbar (vgl. dazu BFH-Urteile vom 12.&nbsp;Juni 1997 I&nbsp;R&nbsp;72\/96, BFHE 183, 30, BStBl II 1997, 660; vom 24.&nbsp;August 2005 II&nbsp;R&nbsp;16\/02, BFHE 210, 515, BStBl II 2006, 36; vom 11.&nbsp;Juli 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;10\/05, BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96; vom 4.&nbsp;Juni 2008 I&nbsp;R&nbsp;72\/07, BFH\/NV 2008, 1977; Lange in H&uuml;bschmann\/Hepp\/Spitaler &#8211;HHSp&#8211;, &sect;&nbsp;118 FGO Rz&nbsp;210, m.w.N.). Die Frage, welchen Inhalt ein Verwaltungsakt hat, ist vom Revisionsgericht in eigener Zust&auml;ndigkeit zu beantworten (vgl. dazu BFH-Urteil vom 24.&nbsp;M&auml;rz 1998 I&nbsp;R&nbsp;83\/97, BFHE 186, 67, BStBl II 1998, 601; Lange in HHSp, &sect;&nbsp;118 FGO Rz&nbsp;210, m.w.N.; einschr&auml;nkend Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;25, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Welchen Regelungsinhalt ein Verwaltungsakt hat, ist &uuml;ber den blo&szlig;en Wortlaut hinaus im Wege der Auslegung zu ermitteln, wobei die &sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs auch f&uuml;r &ouml;ffentlich-rechtliche Willensbekundungen geltende Auslegungsregeln enthalten. Entscheidend ist danach, wie der Betroffene nach den ihm bekannten Umst&auml;nden, mithin nach seinem &quot;objektiven Verst&auml;ndnishorizont&quot;, den materiellen Gehalt der Erkl&auml;rung unter Ber&uuml;cksichtigung von Treu und Glauben verstehen konnte (vgl. z.B. BFH-Urteil in BFHE 214, 18, BStBl II 2007, 96, unter II.3.b&nbsp;aa, Rz&nbsp;36&nbsp;f., m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Nach diesen Auslegungsma&szlig;st&auml;ben und nach den gesamten Umst&auml;nden des Streitfalles konnte die Kl&auml;gerin entgegen der vom FG vertretenen Auffassung die Genehmigung des Landesamts vom 19.&nbsp;November 2012 nur dahingehend verstehen, dass die &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung r&uuml;ckwirkend genehmigt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Landesamt hat mit der in Rede stehenden Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;November 2012 den auf Genehmigung der &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung ab dem 1.&nbsp;Januar 2002 gerichteten Antr&auml;gen der Kl&auml;gerin und B vom 14.&nbsp;November 2012 &quot;stattgegeben&quot;. Es weist in dem Genehmigungsschreiben vom 19.&nbsp;November 2012 ausdr&uuml;cklich darauf hin, dass Grundlage f&uuml;r die Entscheidung &quot;auch der neben dem Antrag der Unternehmen vorliegende privatrechtliche Vertrag zwischen dem Linieninhaber und dem neuen Betriebsf&uuml;hrer&quot; gewesen sei, und f&uuml;hrt im Anschluss an verkehrsrechtliche Er&ouml;rterungen abschlie&szlig;end aus, &quot;dementsprechend war dem Antrag auf &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung zu entsprechen&quot;. Danach hat das Landesamt den &uuml;bereinstimmenden Antr&auml;gen der Kl&auml;gerin und der B, die auf die Zustimmung zur &quot;&Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung ab dem 01.&nbsp;Januar 2002&quot; gerichtet waren und denen der in der Genehmigung vom 19.&nbsp;November 2012 ausdr&uuml;cklich als Entscheidungsgrundlage in Bezug genommene privatrechtliche Vertrag vom 27.&nbsp;Dezember 2001 beigef&uuml;gt war, in vollem Umfang, mithin r&uuml;ckwirkend f&uuml;r die Streitjahre, stattgegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit das Landesamt in der Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;November 2012 daneben ausgef&uuml;hrt hat, &quot;die mit der urspr&uuml;nglich erteilten Genehmigung festgelegten Bedingungen und Auflagen gelten fortan und sind durch den Betriebsf&uuml;hrer ebenso zu beachten&quot;, l&auml;sst dies entgegen der vom FG vertretenen Auffassung nicht den Schluss darauf zu, dass die Beh&ouml;rde die &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung abweichend von den unmissverst&auml;ndlichen, auf die (r&uuml;ckwirkende) Genehmigung ab dem 1.&nbsp;Januar 2002 gerichteten Antr&auml;gen der Kl&auml;gerin und B nur mit Wirkung f&uuml;r die Zukunft genehmigt h&auml;tte. Denn diese beh&ouml;rdlichen Ausf&uuml;hrungen bezogen sich nicht auf die &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung (als solche), sondern auf die (k&uuml;nftige) Beachtung der festgelegten Bedingungen und Auflagen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Da es auf die materielle Bindungswirkung der betreffenden Genehmigung ankommt, ist es vorliegend ohne Belang, ob die Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;November 2012 m&ouml;glicherweise verkehrsrechtlichen Vorschriften, die die r&uuml;ckwirkende Genehmigung zur &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung ausschlie&szlig;en, oder einer herrschenden Rechtspraxis, verkehrsrechtliche Genehmigungen nur mit Wirkung f&uuml;r die Zukunft auszusprechen, widerspricht. Es bedarf daher keiner Entscheidung dar&uuml;ber, ob die Genehmigung der &Uuml;bertragung der Betriebsf&uuml;hrung auf einen anderen i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;2 PBefG r&uuml;ckwirkend m&ouml;glich ist. Selbst wenn keine r&uuml;ckwirkende Genehmigung h&auml;tte erteilt werden k&ouml;nnen, w&auml;re diese f&uuml;r diesen Fall rechtswidrige, jedoch nicht nichtige Entscheidung der Beh&ouml;rde rechtswirksam.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die R&uuml;ckwirkung der Genehmigung vom 19.&nbsp;November 2012 ist, anders als das FG meint, nicht auf den Zeitraum ab dem 1.&nbsp;April 2005 begrenzt. Entgegen den Feststellungen des FG war die &Uuml;bertragung der erst am 1.&nbsp;April 2005 beginnenden Verkehrsgenehmigung vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 nicht beantragt. Soweit das Landesamt auf diese der B erteilte Genehmigung vom 23.&nbsp;M&auml;rz 2005 in der Verf&uuml;gung vom 19.&nbsp;November 2012 Bezug nimmt, ergibt sich nichts anderes. Denn den &uuml;bereinstimmenden Antr&auml;gen der Kl&auml;gerin und B, der &Uuml;bernahme der Betriebsf&uuml;hrung ab dem 1.&nbsp;Januar 2002 zuzustimmen, hat das Landesamt ohne Einschr&auml;nkung entsprochen. Aufgrund des Bescheids vom 19.&nbsp;Juli 2000 lag auch eine Genehmigung vor, die &uuml;bertragen werden konnte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Das FG ist von anderen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Das angefochtene Urteil war daher auch hinsichtlich der Streitjahre 2005 bis 2009 aufzuheben. Der Senat kann in der Sache selbst entscheiden. Die Sache ist spruchreif.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 18.11.2015, XI R 32\/14 Erm&auml;&szlig;igter Steuersatz f&uuml;r Stadtrundfahrten im nachtr&auml;glich genehmigten Linienverkehr Tenor Auf die Revision der Kl&auml;gerin wird das Urteil des Finanzgerichts Berlin-Brandenburg vom 11. Juni 2014&nbsp;&nbsp;7 K 7090\/13 aufgehoben. Die Umsatzsteuer f&uuml;r die Streitjahre wird unter &Auml;nderung der Umsatzsteuerbescheide f&uuml;r 2005 bis 2007 vom 19. 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