{"id":66421,"date":"2017-01-18T12:55:53","date_gmt":"2017-01-18T10:55:53","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66421"},"modified":"2017-01-18T12:55:53","modified_gmt":"2017-01-18T10:55:53","slug":"v-r-8-15-vorsteuerabzug-bei-beabsichtigter-unternehmensgruendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-8-15-vorsteuerabzug-bei-beabsichtigter-unternehmensgruendung\/","title":{"rendered":"V&nbsp;R&nbsp;8\/15 &#8211; Vorsteuerabzug bei beabsichtigter Unternehmensgr&uuml;ndung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2015, V R 8\/15<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug bei beabsichtigter Unternehmensgr&uuml;ndung<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Der Gesellschafter einer noch zu gr&uuml;ndenden GmbH kann im Hinblick auf eine beabsichtigte Unternehmenst&auml;tigkeit der GmbH nur dann zum Vorsteuerabzug berechtigt sein, wenn der Leistungsbezug durch den Gesellschafter bei der GmbH zu einem Investitionsumsatz f&uuml;hren soll.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 30. Januar 2015&nbsp;&nbsp;1 K 1523\/14 U aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat der Kl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) beabsichtigte die Aufnahme einer unternehmerischen (wirtschaftlichen) T&auml;tigkeit &uuml;ber eine von ihm zu gr&uuml;ndende GmbH, deren Alleingesellschafter er sein sollte. Geplant war der Erwerb der Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde der bereits langj&auml;hrig im Gesch&auml;ft mit Bauelementen t&auml;tigen B-GmbH. Der Kl&auml;ger bezog hierf&uuml;r Beratungsleistungen einer Unternehmensberatung zur Existenzgr&uuml;ndung sowie eines Rechtsanwalts zu einem (geplanten) Unternehmenskauf. Der Erwerb der Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde der B-GmbH unterblieb ebenso wie die GmbH-Gr&uuml;ndung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der beim Beklagten und Revisionskl&auml;ger (Finanzamt &#8211;FA&#8211;) nicht als Unternehmer gef&uuml;hrte Kl&auml;ger machte mit seiner Umsatzsteuerjahreserkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2008 den Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) f&uuml;r die von ihm bezogenen Beratungsleistungen geltend. Das FA lehnte dies ab. Der Einspruch hatte keinen Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Demgegen&uuml;ber gab das Finanzgericht (FG) der Klage mit dem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2015, 686 ver&ouml;ffentlichten Urteil statt. Der Kl&auml;ger sei &#8211;unter Ber&uuml;cksichtigung der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL) und der hierzu ergangenen Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union (EuGH) und des Bundesfinanzhofs (BFH)&#8211; als Einzelperson vergleichbar einer Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft berechtigt, aus Rechnungen &uuml;ber von ihm bezogene Beratungsleistungen zum Zwecke der Vorbereitung und Errichtung einer Ein-Mann-GmbH den Vorsteuerabzug vorzunehmen. Es habe objektiv erkennbar die Absicht bestanden, mit der Ein-Mann-GmbH umsatzsteuerpflichtige Ums&auml;tze auszuf&uuml;hren. Dem Vorsteuerabzug stehe weder der Umstand, dass zu keinem Zeitpunkt umsatzsteuerpflichtige Ausgangsums&auml;tze get&auml;tigt wurden, noch die Tatsache entgegen, dass es tats&auml;chlich nicht zur Gr&uuml;ndung der Ein-Mann-GmbH gekommen sei. Unerheblich sei auch, dass der Kl&auml;ger bei Bezug der Eingangsleistungen in der Gr&uuml;ndungsphase nicht selbst als nat&uuml;rliche Person besteuerte Ums&auml;tze ausf&uuml;hren wollte. Es sei zudem mit dem Grundsatz der steuerlichen Neutralit&auml;t nicht vereinbar, zwischen einer Ein-Mann-Kapitalgesellschaft ohne Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft und einer Zwei-Mann-Kapitalgesellschaft mit Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft zu unterscheiden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hiergegen wendet sich das FA mit seiner Revision. Anders als bei Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft und GmbH blieben nat&uuml;rliche Person und GmbH stets unterschiedliche Steuersubjekte. Damit fehle es an der Vergleichbarkeit. Auch der Gesellschafter stehe der GmbH als Dritter gegen&uuml;ber. Die vom Kl&auml;ger bezogenen Beratungsleistungen k&ouml;nnten auch zur Einsch&auml;tzung des Werts einer GmbH-Beteiligung gedient haben. Es h&auml;tten auch andere Gestaltungsm&ouml;glichkeiten f&uuml;r die Erlangung des Vorsteuerabzugs bestanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision des FA ist begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz 1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Der Kl&auml;ger ist nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Vorsteuerabzug steht nach den insoweit &uuml;bereinstimmenden Regelungen des nationalen Rechts wie auch des Unionsrechts nur Unternehmern (&quot;Steuerpflichtigen&quot;) zu. So setzt &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz 1 Nr.&nbsp;1 UStG einen Leistungsbezug durch einen Unternehmer f&uuml;r dessen Unternehmen voraus und berechtigt Art.&nbsp;168 MwStSystRL den Steuerpflichtigen &quot;f&uuml;r die Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze&quot; zum Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Kl&auml;ger ist nicht aufgrund einer eigenen unternehmerischen (wirtschaftlichen) T&auml;tigkeit zum Vorsteuerabzug berechtigt. Er beabsichtigte nicht, als Einzelunternehmer eine derartige T&auml;tigkeit aufzunehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Kl&auml;ger ist auch nicht als Gesellschafter einer zu gr&uuml;ndenden GmbH zum Vorsteuerabzug berechtigt. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des EuGH ist der Gesellschafter nur dann Unternehmer (Steuerpflichtiger), wenn er entgeltliche Leistungen im Rahmen einer wirtschaftlichen T&auml;tigkeit erbringt (vgl. hierzu zuletzt EuGH-Urteil vom 16.&nbsp;Juli 2015 C-108\/14 Larentia + Minerva, und C-109\/14 Marenave Schiffahrt, EU:C:2015:496, Rz&nbsp;19&nbsp;ff.). Danach sind der blo&szlig;e Erwerb und das blo&szlig;e Halten von Gesellschaftsanteilen keine wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten, die den Gesellschafter zum Steuerpflichtigen (Unternehmer) machen, da der blo&szlig;e Erwerb von Beteiligungen an anderen Unternehmen keine Nutzung eines Gegenstands zur nachhaltigen Erzielung von Einnahmen darstellt. Anders ist es nur, wenn die Beteiligung mit unmittelbaren oder mittelbaren Eingriffen in die Verwaltung der Gesellschaft einhergeht und es sich hierbei um eine wirtschaftliche T&auml;tigkeit gegen Entgelt handelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hieran fehlt es im Streitfall. Nach den Feststellungen des FG beabsichtigte der Kl&auml;ger nicht, gegen&uuml;ber der zu gr&uuml;ndenden GmbH entgeltliche Leistungen zu erbringen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Der Kl&auml;ger ist schlie&szlig;lich auch nicht aufgrund eines &Uuml;bertragungsvorgangs auf eine zu gr&uuml;ndende Gesellschaft zum Vorsteuerabzug berechtigt. Der Gesellschafter einer noch zu gr&uuml;ndenden GmbH kann im Hinblick auf eine beabsichtigte Unternehmenst&auml;tigkeit der GmbH nur dann zum Vorsteuerabzug berechtigt sein, wenn der Leistungsbezug durch den Gesellschafter bei der GmbH zu einem Investitionsumsatz f&uuml;hren soll.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nach der EuGH-Rechtsprechung kann das Recht auf Vorsteuerabzug auch im Zusammenhang mit &Uuml;bertragungsvorg&auml;ngen auf Gesellschaften bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Nach dem EuGH-Urteil vom 29.&nbsp;April 2004 C-137\/02 Faxworld (EU:C:2004:267) ist eine Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft zum Vorsteuerabzug berechtigt. Die Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft ist Steuerpflichtige, da sie die Ver&auml;u&szlig;erung der von ihr erworbenen Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde auf die noch zu gr&uuml;ndende Aktiengesellschaft bewirkt (EuGH-Urteil Faxworld, EU:C:2004:267, Rz&nbsp;26 und 30).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Damit die Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft zudem &quot;f&uuml;r die Zwecke ihrer besteuerten Ums&auml;tze&quot; (Art.&nbsp;168 MwStSystRL, und EuGH-Urteil Faxworld, EU:C:2004:267, Rz&nbsp;31) handelt, reicht es aus, dass im Verh&auml;ltnis zwischen Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft und Aktiengesellschaft eine Gesch&auml;ftsver&auml;u&szlig;erung vorliegt, aufgrund derer es zu einer Rechtsnachfolge kommt (vgl. &sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1a Satz 3 UStG und Art.&nbsp;19 Abs.&nbsp;1 MwStSystRL), so dass die &quot;Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft als &Uuml;bertragender die besteuerten Ums&auml;tze des Beg&uuml;nstigten der &Uuml;bertragung, n&auml;mlich der Aktiengesellschaft, ber&uuml;cksichtigen&quot; kann (EuGH-Urteil Faxworld, EU:C:2004:267, Rz&nbsp;42).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Im Urteil vom 1.&nbsp;M&auml;rz 2012 C-280\/10 Polski Trawertyn (EU:C:2012:107) hat der EuGH zu einem &quot;Investitionsumsatz&quot;, bei dem es sich um die Einbringung eines Grundst&uuml;cks in eine Gesellschaft handelte, entschieden, dass Art.&nbsp;9, 168 und 169 MwStSystRL einer nationalen Regelung entgegenstehen, nach der weder die Gesellschafter einer Gesellschaft noch die Gesellschaft ein Recht auf Vorsteuerabzug f&uuml;r Investitionskosten geltend machen d&uuml;rfen, die vor Gr&uuml;ndung und Eintragung dieser Gesellschaft von den Gesellschaftern f&uuml;r die Zwecke und im Hinblick auf die wirtschaftliche T&auml;tigkeit der Gesellschaft getragen wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Schlie&szlig;lich hat der EuGH im Urteil vom 13.&nbsp;M&auml;rz 2014 C-204\/13 Malburg (EU:C:2014:147) entschieden, dass die unentgeltliche &Uuml;berlassung eines Mandantenstamms durch den Gesellschafter an seine Gesellschaft anders als die Einbringung eines Grundst&uuml;cks in eine Gesellschaft nicht in den Anwendungsbereich der Steuer f&auml;llt und auch keine wirtschaftliche T&auml;tigkeit ist (EuGH-Urteil Malburg, EU:C:2014:147, Rz&nbsp;35; vgl. hierzu auch BFH-Urteil vom 26.&nbsp;August 2014 XI&nbsp;R&nbsp;26\/10, BFHE 247, 269, unter II.2.). Nach dem Urteil des EuGH f&uuml;hrt selbst der Neutralit&auml;tsgrundsatz nicht zu einer Ausweitung des Anwendungsbereichs des Vorsteuerabzugs (EuGH-Urteil Malburg, EU:C:2014:147, Rz&nbsp;43).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kl&auml;ger ist auch unter Ber&uuml;cksichtigung dieser EuGH-Rechtsprechung nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dabei scheitert der Vorsteuerabzug nicht daran, dass die Gr&uuml;ndung der GmbH entgegen der urspr&uuml;nglichen Planung des Kl&auml;gers als k&uuml;nftiger GmbH-Gesellschafter unterblieben ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ma&szlig;geblich ist vielmehr, dass die vom Kl&auml;ger bezogenen Beratungsleistungen &#8211;anders als die Verm&ouml;gensgegenst&auml;nde in den EuGH-Urteilen Faxworld (EU:C:2004:267) und Polski Trawertyn (EU:C:2012:107) zugrunde liegenden Rechtssachen&#8211; auch im Fall einer tats&auml;chlich gegr&uuml;ndeten GmbH nicht auf die GmbH &uuml;bertragbar waren. Durch die vom Kl&auml;ger bezogenen Leistungen sind keine auf eine GmbH &uuml;bertragbaren Verm&ouml;genswerte (&quot;Investitionsg&uuml;ter&quot;) entstanden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Best&auml;tigt wird dies durch das EuGH-Urteil Malburg (EU:C:2014:147), nach dem eine unentgeltliche Nutzungs&uuml;berlassung kein Recht auf Vorsteuerabzug des Gesellschafters begr&uuml;ndet. Dies gilt auch f&uuml;r denjenigen, der eine Gesellschaftsgr&uuml;ndung zwar beabsichtigt, aber aufgrund des Scheiterns der Gesellschaftsgr&uuml;ndung nicht Gesellschafter wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Das Urteil des FG, das die EuGH-Rechtsprechung im Hinblick auf das Erfordernis einer Verm&ouml;gens&uuml;bertragung nicht zutreffend gew&uuml;rdigt hat, ist daher aufzuheben und die Klage abzuweisen. Mangels Verm&ouml;gens&uuml;bertragung stellt sich die vom FG aufgeworfene Frage nach einer ggf. unzul&auml;ssigen Differenzierung zwischen Ein-Mann-Kapitalgesellschaft ohne Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft und Zwei-Mann-Kapitalgesellschaft mit Vorgr&uuml;ndungsgesellschaft im Streitfall nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 11.11.2015, V R 8\/15 Vorsteuerabzug bei beabsichtigter Unternehmensgr&uuml;ndung Leits&auml;tze Der Gesellschafter einer noch zu gr&uuml;ndenden GmbH kann im Hinblick auf eine beabsichtigte Unternehmenst&auml;tigkeit der GmbH nur dann zum Vorsteuerabzug berechtigt sein, wenn der Leistungsbezug durch den Gesellschafter bei der GmbH zu einem Investitionsumsatz f&uuml;hren soll. Tenor Auf die Revision des Beklagten wird &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/v-r-8-15-vorsteuerabzug-bei-beabsichtigter-unternehmensgruendung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">V&nbsp;R&nbsp;8\/15 &#8211; Vorsteuerabzug bei beabsichtigter Unternehmensgr&uuml;ndung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-66421","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66421"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66421\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}