{"id":66424,"date":"2017-01-18T13:04:48","date_gmt":"2017-01-18T11:04:48","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66424"},"modified":"2017-01-18T13:04:48","modified_gmt":"2017-01-18T11:04:48","slug":"x-r-12-13-tarifbeguenstigte-besteuerung-von-abschlagszahlungen-an-einen-handelsvertreter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/x-r-12-13-tarifbeguenstigte-besteuerung-von-abschlagszahlungen-an-einen-handelsvertreter\/","title":{"rendered":"X&nbsp;R&nbsp;12\/13 &#8211; Tarifbeg&uuml;nstigte Besteuerung von Abschlagszahlungen an einen Handelsvertreter"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.10.2015, X R 12\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Tarifbeg&uuml;nstigte Besteuerung von Abschlagszahlungen an einen Handelsvertreter<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 26. Februar 2013&nbsp;&nbsp;6 K 2742\/12 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2004 vom 6. August 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7. August 2012 wird dergestalt ge&auml;ndert, dass von den gewerblichen Eink&uuml;nften des Kl&auml;gers nur ein Teilbetrag von 184.845,60 EUR gem&auml;&szlig; &sect; 34 Abs. 1 des Einkommensteuergesetzes erm&auml;&szlig;igt besteuert wird.<\/p>\n<\/p>\n<p>Im &Uuml;brigen wird die Klage abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Steuerberechnung wird dem Beklagten &uuml;bertragen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben der Kl&auml;ger zu 40 % und der Beklagte zu 60 % zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger) wurde im Streitjahr 2004 zusammen mit seiner Ehefrau zur Einkommensteuer veranlagt. Er erzielte u.a. als Handelsvertreter f&uuml;r &#8230; aufgrund einer Vertriebsvereinbarung mit der &quot;&#8230;&quot; (X) vom 28.&nbsp;Dezember 1993 Eink&uuml;nfte aus Gewerbetrieb nach &sect;&nbsp;15 des Einkommensteuergesetzes (EStG), die er durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich nach &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;1, &sect;&nbsp;5 EStG ermittelte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Am 6.&nbsp;April 2004 vereinbarten der Kl&auml;ger und die &quot;&#8230;&quot; (X-AG), die Rechtsnachfolgerin der X, einen Nachtrag zu der Vertriebsvereinbarung. Dieser beruhte ausweislich der Pr&auml;ambel auf einer zwischenzeitlich eingetretenen Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation am &#8230;markt und einem damit verbundenen erh&ouml;hten Preisdruck. Gegenstand dieser Vereinbarung war eine stufenweise Senkung der Provisionss&auml;tze des Kl&auml;gers von Jahr zu Jahr vom 1.&nbsp;Januar 2004 an (r&uuml;ckwirkend) bis zum Jahr 2007. In Ziffer&nbsp;2 stellten die X-AG und der Kl&auml;ger fest, dass dies keine Ausgleichsanspr&uuml;che i.S. von &sect;&nbsp;89b des Handelsgesetzbuchs (HGB) begr&uuml;nde, andernfalls der Kl&auml;ger &quot;hiermit ausdr&uuml;cklich&quot; auf diesen Anspruch verzichte. In den Ziffern&nbsp;3 und 4 verpflichtete sich die X-AG, dem Kl&auml;ger 308.076&nbsp;EUR zu zahlen, und zwar mit folgendem Vertragstext:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&quot;3. Im Gegenzug erkl&auml;rt X-AG sich bereit, dem Handelsvertreter bereits jetzt einen Abschlag auf die ihm bei Beendigung dieses Handelsvertretervertrages unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;9 des Handelsvertretervertrages zustehenden Ausgleichsanspruch zu zahlen. Der H&ouml;he nach bel&auml;uft sich dieser Abschlag auf 60&nbsp;% des maximalen gesetzlichen Ausgleichsanspruchs (errechnet als Jahres-Durchschnitt der Provisionen der Jahre 1999-2003, ohne &#8230;), der dem Handelsvertreter zustehen w&uuml;rde, wenn der Vertrag zum Stichtag des 31.12.2003 beendet worden w&auml;re. Den dergestalt berechneten Betrag beziffern die Parteien &uuml;bereinstimmend mit EUR&nbsp;308.076,00. Er wird 4&nbsp;Wochen nach Unterzeichnung dieser Vereinbarung zur Auszahlung f&auml;llig.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach dem &uuml;bereinstimmenden Willen der Parteien stellt die von X-AG nach Ma&szlig;gabe der vorstehenden Ziff.&nbsp;3 geleistete Abschlagszahlung ungeachtet der Tatsache, da&szlig; ihr die unverminderten Provisionss&auml;tze zugrunde liegen, 60&nbsp;% des dem Handelsvertreter bei Beendigung des Handelsvertretervertrages gem&auml;&szlig; dessen &sect;&nbsp;9 bzw. &sect;&nbsp;89b HGB voraussichtlich zustehenden Ausgleichsanspruches dar. Die Parteien sind sich daher einig, da&szlig; in diesem prozentualen Umfang ein etwaiger zuk&uuml;nftiger Ausgleichsanspruch des Handelsvertreters mit Auszahlung des in Ziff.&nbsp;3 genannten Betrages bereits abgegolten ist. Sofern keine Gr&uuml;nde i.S.v. Ziff.&nbsp;9.3 des Handelsvertretervertrages vorliegen, kann der Handelsvertreter bei Beendigung des Handelsvertretervertrages folglich in Erg&auml;nzung zu dieser Abschlagszahlung 40&nbsp;% der in den letzten f&uuml;nf Jahren vor Vertragsbeendigung verdienten durchschnittlichen Jahresprovision verlangen.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der im Nachtragsvertrag in Bezug genommene &quot;&sect;&nbsp;9 des Handelsvertretervertrages&quot; (richtig: &sect;&nbsp;9 der Vertriebsvereinbarung) entsprach in seinen Ziffern&nbsp;1 bis&nbsp;4 im Wesentlichen der gesetzlichen Regelung des &sect;&nbsp;89b Abs.&nbsp;1 bis&nbsp;4 HGB in der bis zum 4.&nbsp;August 2009 geltenden Fassung des Gesetzes zur Durchf&uuml;hrung der EG-Richtlinie zur Koordinierung des Rechts der Handelsvertreter vom 23.&nbsp;Oktober 1989 (BGBl I 1989, 1910).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger schrieb den von der X erworbenen Gesch&auml;fts- oder Firmenwert au&szlig;erplanm&auml;&szlig;ig in H&ouml;he von 60&nbsp;% des Restwerts ab. Zudem beantragte er, die Zahlung von 308.076&nbsp;EUR nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG erm&auml;&szlig;igt zu besteuern. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) lehnte dies ab. Das Finanzgericht (FG) hat der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte 2013, 863 ver&ouml;ffentlichten Urteil in vollem Umfang stattgegeben. Mit der Zahlung sei der Kl&auml;ger kumulativ f&uuml;r die Zustimmung der Absenkung der Provisionss&auml;tze, die einverst&auml;ndliche Feststellung, dass derzeit kein Anspruch aus &sect;&nbsp;89b HGB bestehe, und die Entwertung des k&uuml;nftigen Anspruchs aus &sect;&nbsp;89b HGB entsch&auml;digt worden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision r&uuml;gt das FA, es liege weder ein &quot;eigenst&auml;ndiges Schadensereignis&quot; i.S. von &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG vor noch seien die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG i.V.m. &sect;&nbsp;89b HGB &quot;direkt oder analog&quot; gegeben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist mit der Ma&szlig;gabe begr&uuml;ndet, dass die streitgegenst&auml;ndliche Zahlung nicht insgesamt, sondern lediglich im Umfang vom 184.845,60&nbsp;EUR gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1, Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG erm&auml;&szlig;igt zu besteuern ist. Im &Uuml;brigen liegen laufende, nicht tarifbeg&uuml;nstigte Eink&uuml;nfte vor. Der Nachtragsvertrag zwischen der X-AG und dem Kl&auml;ger ist in eine nicht beg&uuml;nstigte Vorauszahlung auf einen Ausgleichsanspruch nach &sect;&nbsp;89b HGB in H&ouml;he von 123.230,40&nbsp;EUR und eine beg&uuml;nstigte Entsch&auml;digung f&uuml;r entgehende Einnahmen in H&ouml;he von 184.845,60&nbsp;EUR aufzuspalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach der Konzeption des Nachtragsvertrags sollte der in dessen Ziffer&nbsp;3 vereinbarte kl&auml;gerische Anspruch teilweise die Senkung der Provisionsanspr&uuml;che einschlie&szlig;lich der damit einhergehenden Schm&auml;lerung des k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruchs nach &sect;&nbsp;89b HGB kompensieren, teilweise &#8211;wenn auch ebenfalls zu Kompensationszwecken&#8211; eine Vorauszahlung auf den tats&auml;chlichen Ausgleichsanspruch nach &sect;&nbsp;89b HGB darstellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Da das FG durch Bezugnahmen nach &sect;&nbsp;105 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung (FGO) den Inhalt der Vereinbarungen umfassend festgestellt hat, kann der Senat selbst nach &sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Nr.&nbsp;1 FGO die rechtlichen Folgerungen hieraus ziehen (vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, Finanzgerichtsordnung, 8.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;126 Rz&nbsp;12&nbsp;f.). Weiterer Aufkl&auml;rungsma&szlig;nahmen bedarf es nicht. Der Vertrag ist aus sich heraus zu verstehen. Da das FG die Auslegung des Nachtragsvertrags jedenfalls partiell unterlassen hat, ist der Senat auch befugt, diese unter Anwendung der Grunds&auml;tze der &sect;&sect;&nbsp;133, 157 des B&uuml;rgerlichen Gesetzbuchs nachzuholen und zu erg&auml;nzen (vgl. Gr&auml;ber\/Ratschow, a.a.O., &sect;&nbsp;118 Rz&nbsp;24, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die eingangs genannte Doppelfunktion der Zahlung ist dem Zusammenwirken der verschiedenen Regelungen des Nachtragsvertrags zu entnehmen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Nachdem die Parteien zun&auml;chst in Ziffer&nbsp;1 die Senkung der Provisionss&auml;tze vereinbart und in Ziffer&nbsp;2 ihre &uuml;bereinstimmende Auffassung festgestellt hatten, dass dies f&uuml;r sich genommen keinen Anspruch aus &sect;&nbsp;89b HGB begr&uuml;nde, kann eine in Ziffer&nbsp;3 mit den Worten &quot;Im Gegenzug&quot; eingeleitete und begr&uuml;ndete Zahlungsverpflichtung gegen&uuml;ber dem Kl&auml;ger in einem ersten Schritt nur eine Kompensation f&uuml;r etwaige mit den Ziffern&nbsp;1 und 2 akzeptierte Einbu&szlig;en sein. Da die mit Ziffer&nbsp;1 vereinbarte Senkung der Provisionen zum einen die laufenden Provisionsanspr&uuml;che k&uuml;rzt, zum anderen aber auch den k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruch des Kl&auml;gers aus &sect;&nbsp;89b HGB mindert, weil dieser seinerseits von der H&ouml;he der in den Jahren zuvor bezogenen Provisionen abh&auml;ngig ist, sollte die Zahlung beiderlei Nachteile ausgleichen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) In einem zweiten Schritt aber widmet die Anrechnungsklausel in Ziffer&nbsp;4 des Nachtragsvertrags, soweit sie reicht, die Zahlung zu einer Vorauszahlung auf den k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruch nach &sect;&nbsp;89b HGB um. Dies betrifft einen Teilbetrag von 123.230,40&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unerheblich ist, ob diese Klausel entgegen &sect;&nbsp;89b Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 HGB den k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruch des Kl&auml;gers teilweise ausgeschlossen haben k&ouml;nnte. Zivilrechtlich l&auml;sst sich dies wohl erst dann beurteilen, wenn die H&ouml;he des k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruchs feststeht. Steuerrechtlich kommt es darauf nach &sect;&nbsp;41 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) weder jetzt noch k&uuml;nftig an. Nach den Sachverhaltsfeststellungen des FG ist davon auszugehen, dass die Beteiligten das entsprechende wirtschaftliche Ergebnis gleichwohl eintreten und bestehen lassen wollen (vgl. zum diesbzgl. Ma&szlig;stab Klein\/Ratschow, AO, 12.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;41 Rz&nbsp;20&nbsp;ff.). Hierf&uuml;r spricht nicht nur die langj&auml;hrige Gesch&auml;ftsbeziehung des Kl&auml;gers zur X-AG, sondern vor allem die am Ende der salvatorischen Klausel in Ziffer&nbsp;5 des Nachtragsvertrags abgegebene Erkl&auml;rung, wonach der gemeinsame Wille der Parteien &quot;In jedem Fall (&#8230;) dahin (gehe), da&szlig; die auf Grundlage dieser Vereinbarung (&#8230;) geleistete Abschlagszahlung bei der Berechnung eines dem Handelsvertreter bei Beendigung dieses Handelsvertretervertrages zustehenden Ausgleichsanspruches angemessen zu ber&uuml;cksichtigen ist.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Indes erfasst diese Umwidmung nicht die gesamte streitige Zahlung. Da einerseits der k&uuml;nftige Ausgleichsanspruch nicht feststeht, andererseits der Zahlungsanspruch steuerrechtlich zu dem Zeitpunkt zu qualifizieren ist, zu dem er entsteht, ist eine Prognose hinsichtlich der H&ouml;he des k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruchs vorzunehmen, die sich nach der inneren Struktur des Nachtragsvertrags und den darin zum Ausdruck kommenden Vorstellungen der Parteien &uuml;ber die Wertigkeit der jeweiligen Vertragsbestandteile richtet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Vertragsparteien m&uuml;ssen zun&auml;chst davon ausgegangen sein, dass der Nachtragsvertrag die Ertragsaussichten aus dem mit der Vertriebsvereinbarung begr&uuml;ndeten Handelsvertreterverh&auml;ltnis um 60&nbsp;% gemindert hat. Nur auf dieser Grundlage ist es verst&auml;ndlich, eine Zahlung gerade in H&ouml;he von 60&nbsp;% desjenigen Ausgleichsanspruchs nach &sect;&nbsp;89b HGB vorzusehen, der entstanden w&auml;re, w&auml;re das Vertragsverh&auml;ltnis vollst&auml;ndig beendet worden. Allerdings w&auml;re damit allein die Anrechnungsklausel in Ziffer&nbsp;4 nicht zu erkl&auml;ren. Ihre innere Rechtfertigung ist darin zu sehen, dass der Nachtragsvertrag nach der wohl zutreffenden Annahme der Parteien von Rechts wegen &uuml;berhaupt keinen Ausgleichsanspruch begr&uuml;ndete. Insofern entsprach es deren Interessenlage, den durch den Nachtragsvertrag ausgel&ouml;sten fiktiven anteiligen Ausgleichsanspruch nicht vollst&auml;ndig zu bedienen, sondern durch eine (teilweise) Anrechnung auf den k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruch zu reduzieren. Ziffer&nbsp;4 des Nachtragsvertrags kann angesichts des Kontexts nicht so verstanden werden, dass die Zahlung unabh&auml;ngig von den ge&auml;nderten Provisionss&auml;tzen in vollem Umfang als Vorauszahlung auf 60&nbsp;% des k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruchs aus &sect;&nbsp;89b HGB zu werten sein sollte. Der tats&auml;chliche k&uuml;nftige Ausgleichsanspruch errechnet sich anders als der Zahlbetrag auf der Grundlage der durch den Nachtragsvertrag erheblich geminderten Provisionen. Dies war den Parteien angesichts der in Ziffer&nbsp;4 enthaltenen Formulierung &quot;ungeachtet der Tatsache, da&szlig; ihr die unverminderten Provisionss&auml;tze zugrunde liegen, (&#8230;)&quot; auch bewusst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Wenn der streitige Betrag von 308.076&nbsp;EUR (60&nbsp;% des noch auf Grundlage der bisherigen h&ouml;heren Provisionss&auml;tze errechneten fiktiven Ausgleichsanspruchs) den Anrechnungsbetrag nach Ziffer&nbsp;4 (60&nbsp;% des auf Grundlage der k&uuml;nftigen geminderten Provisionss&auml;tze errechneten k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruchs) nicht &uuml;berschreiten soll, m&uuml;ssten die Parteien davon ausgegangen sein, dass nach Abschluss des Nachtragsvertrags die durch den Kl&auml;ger vermittelten Ums&auml;tze in einem solchen Ma&szlig;e steigen w&uuml;rden, dass sie die durch die Minderung der Provisionss&auml;tze bewirkten Einbu&szlig;en wenigstens ausglichen. Nur dann erreichte der k&uuml;nftige Ausgleichsanspruch betragsm&auml;&szlig;ig den fiktiven Ausgleichsanspruch zum Zeitpunkt des Nachtragsvertrags und es verbliebe kein Differenzbetrag zwischen dem Umfang der Anrechnung und dem Zahlbetrag. Zwar benennt die Pr&auml;ambel des Nachtragsvertrags lediglich allgemein die Verschlechterung der wirtschaftlichen Bedingungen am &#8230;markt, ohne zwischen Gewinnspannen und Ums&auml;tzen zu differenzieren, es bestehen aber keine Anhaltspunkte daf&uuml;r, dass die Parteien ausgerechnet einen derartigen Anstieg der Umsatzzahlen bei der X-AG prognostiziert h&auml;tten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Sind die Parteien nach alledem davon ausgegangen, dass die Ertragsaussichten der Handelsvertretung um 60&nbsp;% sinken w&uuml;rden, so gilt dies f&uuml;r die laufenden Provisionen sowie den k&uuml;nftigen tats&auml;chlichen Ausgleichsanspruch gleicherma&szlig;en. Den k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruch m&uuml;ssen sie also mit 40&nbsp;% des ohne Provisionsk&uuml;rzung errechneten Ausgleichsanspruchs kalkuliert haben. Die Anrechnungsklausel der Ziffer&nbsp;4 umfasst danach 60&nbsp;% von diesen 40&nbsp;%. Wenn der volle Ausgleichsanspruch bei bisherigen Provisionen &#8211;unter sonst gleichbleibenden Verh&auml;ltnissen&#8211; maximal 513.460&nbsp;EUR betr&auml;gt (die Zahlung in H&ouml;he von 308.076&nbsp;EUR entspricht 60&nbsp;% von 513.460&nbsp;EUR), so bel&auml;uft sich der volle Ausgleichsanspruch auf Grundlage geminderter Provisionen &#8211;unter sonst gleichbleibenden Verh&auml;ltnissen&#8211; auf maximal 205.384&nbsp;EUR (40&nbsp;% von 513.460&nbsp;EUR). Davon wiederum werden also 123.230,40&nbsp;EUR (60&nbsp;% von 205.384&nbsp;EUR) durch die streitgegenst&auml;ndliche Zahlung abgegolten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Das bedeutet, dass diese Zahlung (nur) mit einem Teilbetrag von 123.230,40&nbsp;EUR eine Vorauszahlung auf den k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruch aus &sect;&nbsp;89b HGB ist. Mit einem Teilbetrag von 184.845,60&nbsp;EUR ist sie hingegen Ersatz f&uuml;r die Minderung von Provisionsanspr&uuml;chen sowie des korrespondierenden h&ouml;heren Ausgleichsanspruchs. Dieser Teil der Zahlung kann keine Vorauszahlung auf einen Ausgleichsanspruch darstellen, auch wenn dessen mittelbar bewirkte Verringerung kompensiert wird, da der h&ouml;here Ausgleichsanspruch niemals mehr entstehen kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Soweit die Zahlung Ersatz f&uuml;r die Einbu&szlig;en aus der Minderung der Provisionsanspr&uuml;che darstellt, ist sie nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG beg&uuml;nstigt. Soweit sie als Vorauszahlung auf den Ausgleichsanspruch aus &sect;&nbsp;89b HGB wirkt, ist sie es nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;1 EStG ist die Einkommensteuer f&uuml;r au&szlig;erordentliche Eink&uuml;nfte nach einem erm&auml;&szlig;igten Steuersatz zu berechnen. Zu den au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften geh&ouml;ren u.a. gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG Entsch&auml;digungen i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 EStG, die gew&auml;hrt werden f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen (&sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG), f&uuml;r die Aufgabe oder Nichtaus&uuml;bung einer T&auml;tigkeit, f&uuml;r die Aufgabe einer Gewinnbeteiligung oder einer Anwartschaft auf eine solche (&sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;b EStG) sowie als Ausgleichszahlungen an Handelsvertreter nach &sect;&nbsp;89b HGB (&sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG). Der Begriff &quot;Entsch&auml;digung&quot; wird im Gesetz nicht n&auml;her definiert. Er setzt seinem Wortlaut nach &#8211;insoweit allgemein f&uuml;r die Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a bis&nbsp;c des &sect;&nbsp;24 EStG&#8211; voraus, dass der Steuerpflichtige infolge einer Beeintr&auml;chtigung einen Schaden erlitten hat und die Zahlung unmittelbar dazu bestimmt ist, diesen Schaden auszugleichen (vgl. z.B. Senatsurteil vom 27.&nbsp;November 1991 X&nbsp;R&nbsp;10\/91, BFH\/NV 1992, 455, unter 1., zur Abstandszahlung bei vorzeitiger Aufl&ouml;sung eines Tankstellen-Pachtvertrags; Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 1.&nbsp;Juli 2004 IV&nbsp;R&nbsp;23\/02, BFHE 206, 287, BStBl II 2004, 876, unter 1., zur &quot;Buy-Out&quot;-Verg&uuml;tung eines Drehbuchautors; Bl&uuml;mich\/Heuermann\/Fischer, &sect;&nbsp;24 EStG Rz&nbsp;10; Schmidt\/Wacker, EStG, 34.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;4). Zudem ist allen au&szlig;erordentlichen Eink&uuml;nften des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 EStG und damit auch des &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 EStG gemein, dass die in Frage kommenden Eink&uuml;nfte steuerlich jeweils in einem Veranlagungszeitraum zu erfassen sind, erh&ouml;hte steuerliche Belastungen also allein durch die Zusammenballung von Einnahmen entstehen (vgl. BFH-Urteil vom 20.&nbsp;Juli 1988 I&nbsp;R&nbsp;250\/83, BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936, unter 1.c).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Ausgleichsanspr&uuml;che aus &sect;&nbsp;89b HGB sind von der Spezialvorschrift des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG erfasst.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Soweit ein Handelsvertreter veranlagungszeitraum&uuml;bergreifend Vorauszahlungen als Teilzahlungen auf einen Ausgleichsanspruch nach &sect;&nbsp;89b HGB erh&auml;lt, sind diese nicht nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG beg&uuml;nstigt. Der Ausgleichsbetrag muss, dem Grundsatz der Zusammenballung entsprechend, in einer Summe gezahlt werden (grundlegend BFH-Urteil in BFHE 154, 98, BStBl II 1988, 936, unter 1.c, betr. &quot;Vorabentsch&auml;digungen&quot; eines Handelsvertreters; Bl&uuml;mich\/ Heuermann\/Fischer, &sect;&nbsp;24 EStG Rz&nbsp;60; Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;44; Mellinghoff in Kirchhof, EStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;34 Rz&nbsp;11, jeweils m.w.N., sowie aktuell BFH-Urteil vom 14.&nbsp;April 2015 IX&nbsp;R&nbsp;29\/14, BFH\/NV 2015, 1354). Zwar hat der BFH mit Urteil vom 1.&nbsp;Februar 1957 VI&nbsp;87\/55&nbsp;U (BFHE 64, 271, BStBl III 1957, 104) eine Verteilung auf zwei Jahre nicht beanstandet. Dem lagen indes Billigkeitserw&auml;gungen zugrunde. Die Vorauszahlung ihrerseits diente der Behebung existentieller Not der Nachkriegsjahre. Im &Uuml;brigen ist die Verteilung auf zwei verschiedene Veranlagungszeitr&auml;ume sch&auml;dlich (vgl. ausdr&uuml;cklich zu &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG Senatsbeschluss vom 4.&nbsp;Dezember 2001 X&nbsp;B&nbsp;112\/01, BFH\/NV 2002, 346, unter 1., m.w.N.). Das gilt auch dann, wenn die Tatsache, dass &uuml;berhaupt eine Zahlung im Voraus geleistet wird, ihrerseits Entsch&auml;digungscharakter hat, da andernfalls das Merkmal der Zusammenballung f&uuml;r den Tatbestand des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG leer liefe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Anrechnungsklausel wurde im Streitfall eine Vorauszahlung auf den k&uuml;nftigen Ausgleichsanspruch des Kl&auml;gers vereinbart und dieser so auf zwei Veranlagungszeitr&auml;ume aufgeteilt, ohne dass eine der Entscheidung in BFHE 64, 271, BStBl III 1957, 104 ansatzweise vergleichbare Sondersituation vorgelegen h&auml;tte. Das bedeutet, dass der entsprechende Teilbetrag von 123.230,40&nbsp;EUR mangels Zusammenballung nicht tarifbeg&uuml;nstigt ist. Es liegen insoweit laufende Eink&uuml;nfte vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Soweit das FG mit &Uuml;berlegungen zu einer Vermischung von Beg&uuml;nstigungstatbest&auml;nden zu einem abweichenden Ergebnis gelangt, folgt der Senat dem nicht. Das FG hat zutreffend ausgef&uuml;hrt, dass die tatbestandlichen Voraussetzungen des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG zum Zeitpunkt des Nachtragsvertrags nicht vorlagen. Die in &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a und&nbsp;c EStG geregelten Entsch&auml;digungszwecke schlie&szlig;en sich zudem rechtlich und wirtschaftlich gegenseitig aus.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend es sich bei einer als &quot;Ersatz f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen&quot; gew&auml;hrten Entsch&auml;digung (&sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG) um eine echte Kompensations- bzw. Sekund&auml;rleistung handelt, statuiert &sect;&nbsp;89b HGB (bzw. im Streitfall die inhaltsgleiche Regelung in &sect;&nbsp;9 der Vertriebsvereinbarung) einen zus&auml;tzlichen Verg&uuml;tungsanspruch f&uuml;r die vor dem Vertragsende geleisteten und nach Vertragsende fortwirkenden Dienste (grundlegend BFH-Urteil vom 22.&nbsp;Oktober 1959 IV&nbsp;118\/59&nbsp;S, BFHE 70, 52, BStBl III 1960, 21), dessen Entstehung dem Grunde nach dem laufenden Gewinn zuzurechnen ist (z.B. BFH-Urteil vom 9.&nbsp;Februar 2011 IV&nbsp;R&nbsp;37\/08, BFH\/NV 2011, 1120, unter II.2.a, mit zahlreichen weiteren Rechtsprechungsnachweisen; Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;21; Schindler in Littmann\/Bitz\/ Pust, Das Einkommensteuerrecht, Kommentar, &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;54). Dies war der Grund, mit dem Steuer&auml;nderungsgesetz vom 13.&nbsp;Juli 1961 (BGBl I 1961, 981, BStBl I 1961, 444) die Sonderregelung des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c EStG einzuf&uuml;hren (s. dazu z.B. Horn in Herrmann\/Heuer\/Raupach &#8211;HHR&#8211;, &sect;&nbsp;24 EStG Rz&nbsp;60). Zahlungen auf solche Ausgleichsanspr&uuml;che sind daher autonom zu beurteilen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Aus dem Urteil des BFH vom 21.&nbsp;Januar 2004 XI&nbsp;R&nbsp;40\/02 (BFHE 205, 129, BStBl II 2004, 716) folgt nichts anderes. In jenem Fall lagen den einzelnen Schadensersatzleistungen drei gesonderte Vergleiche mit jeweils eigener Abfindungserkl&auml;rung zugrunde, von denen jeder einen klar abgegrenzten und vom Gegenstand der anderen Vergleiche ausdr&uuml;cklich ausgenommenen Zeitraum des Verdienstausfalls des nach einem Unfall querschnittsgel&auml;hmten Kl&auml;gers zum Gegenstand hatte. Im Streitfall geht es hingegen um die Frage, ob ein einheitlicher Ausgleichsanspruch unsch&auml;dlich in zwei verschiedenen Veranlagungszeitr&auml;umen bedient werden kann. Im &Uuml;brigen hat der Senat, indem er die streitige Zahlung aufgrund ihrer Doppelfunktion in eine Ausgleichszahlung nach &sect;&nbsp;89b HGB und eine Ersatzleistung f&uuml;r die Provisionsminderung aufgespalten hat, eine der Entscheidung in BFHE 205, 129, BStBl II 2004, 716 &auml;hnliche Aufteilung vorgenommen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Anders verh&auml;lt es sich mit dem die Einbu&szlig;en aus der Provisionsk&uuml;rzung abgeltenden Teil der Zahlung in H&ouml;he von 184.845,60&nbsp;EUR. Insoweit liegt eine Entsch&auml;digung nach &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;2 Nr.&nbsp;2 EStG i.V.m. &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Bei der Pr&uuml;fung, ob Ersatz f&uuml;r entgangene oder entgehende Einnahmen i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG vorliegt, ist zwischen echten Entsch&auml;digungen und Erf&uuml;llungsleistungen zu differenzieren. Zahlungen, die nicht an die Stelle weggefallener Einnahmen treten, sondern b&uuml;rgerlich-rechtliche Erf&uuml;llungsleistungen eines Rechtsverh&auml;ltnisses darstellen, geh&ouml;ren nicht zu den Entsch&auml;digungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die an die Stelle der bisherigen Einnahmen tretende Ersatzleistung muss auf einer neuen Rechts- oder Billigkeitsgrundlage gr&uuml;nden (vgl. BFH-Urteil in BFHE 206, 287, BStBl II 2004, 876, unter&nbsp;1.; HHR\/Horn, &sect;&nbsp;24 EStG Rz&nbsp;26, jeweils m.w.N.). Allerdings stellt nicht jede Leistung des Vertragspartners, die auf einem neu geschlossenen Vertrag beruht, allein deshalb bereits eine Entsch&auml;digung dar. Vielmehr kann es sich in solchen F&auml;llen auch um schlichte Anpassungs- bzw. Anschlussvertr&auml;ge oder um einen Vertrag handeln, der an die Stelle eines schuldrechtlich gest&ouml;rten, unwirksamen oder in seiner Rechtswirksamkeit zweifelhaften Vertrags tritt. Derartige Vertr&auml;ge, die Erf&uuml;llungspflichten, nicht aber Ersatzverpflichtungen begr&uuml;nden, unterscheiden sich von den nach &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG erfassten Abfindungsvertr&auml;gen insbesondere dadurch, dass sie den Vertragsparteien f&uuml;r die Zukunft modifizierte bzw. neu begr&uuml;ndete Leistungspflichten auferlegen und die Zahlung des einen Vertragspartners eine Gegenleistung f&uuml;r die Leistung des anderen bildet (vgl. BFH-Urteile vom 14.&nbsp;Juli 1993 I&nbsp;R&nbsp;84\/92, BFH\/NV 1994, 23, unter II.1.a, zur Abfindung eines freien Erfinders, und in BFHE 206, 287, BStBl II 2004, 876, unter 2.b, m.Anm. Pf&uuml;tzenreuter, jurisPR-SteuerR 22\/2004 Anm.&nbsp;4; s. dazu auch Mellinghoff, a.a.O., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;7, und Schindler, a.a.O., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;22). Dem entsprechend gen&uuml;gen Vertr&auml;ge nicht, die die bisherige Basis bestehen lassen und lediglich die Zahlungsmodalit&auml;ten &auml;ndern (vgl. BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Januar 2005 IX&nbsp;R&nbsp;67\/02, BFH\/NV 2005, 1044, unter II.1.a aa, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Nach diesen Ma&szlig;st&auml;ben begr&uuml;ndete der Nachtragsvertrag einen Entsch&auml;digungsanspruch i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG. Neue oder modifizierte Erf&uuml;llungsanspr&uuml;che in diesem Sinne lagen in der streitigen Zahlung nicht. Der Erf&uuml;llungsanspruch auf k&uuml;nftige Provisionszahlungen war mit Ausnahme seines r&uuml;ckwirkenden Teils, den die Parteien im Ergebnis noch nicht einmal umgesetzt haben, vor Abschluss des Nachtragsvertrags noch nicht entstanden. Allein die vertragliche &Auml;nderung von Provisionss&auml;tzen realisiert noch keine Provisionsanspr&uuml;che. Die k&uuml;nftig entstehenden Provisionsanspr&uuml;che hatten vielmehr von vornherein einen geringeren Umfang. Hinsichtlich des abgeschmolzenen Teils der Provisionsanspr&uuml;che hatte der Kl&auml;ger keinerlei Erf&uuml;llungspflichten mehr. Seine diesbez&uuml;gliche Leistung bestand ausschlie&szlig;lich darin, die K&uuml;rzung k&uuml;nftiger Anspr&uuml;che hinzunehmen. Dies ist geradezu prototypisch f&uuml;r Entsch&auml;digungsleistungen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Dem steht das insoweit grundlegende BFH-Urteil vom 2.&nbsp;Dezember 1965 IV&nbsp;55\/64&nbsp;S (BFHE 84, 250, BStBl III 1966, 91) nicht entgegen. Danach liegt eine im Rahmen eines Gewerbebetriebs anfallende tarifbeg&uuml;nstigte Entsch&auml;digung i.S. des &sect;&nbsp;24 Nr.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a EStG nicht vor, wenn der zur Entsch&auml;digung f&uuml;hrende Sachverhalt zur Begr&uuml;ndung und Abwicklung normaler und &uuml;blicher Gesch&auml;ftsvorf&auml;lle, ggf. auch zur Beendigung bisheriger ertragbringender Gesch&auml;ftsbeziehungen geh&ouml;rt und nicht unmittelbar auf einem vom Willen des Steuerpflichtigen unabh&auml;ngigen Ereignis beruht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die vorliegende substantielle K&uuml;rzung der Provisionsanspr&uuml;che bewegte sich aber nicht mehr im Rahmen des Normalen und &Uuml;blichen. W&auml;hrend die &quot;normale&quot; Beendigung einer Gesch&auml;ftsbeziehung in diesem Sinne sich auf eine von mehreren Gesch&auml;ftsbeziehungen des Gewerbetreibenden bezieht, sei sie auch besonders ertragreich, stellten im Streitfall die Vertragsbeziehungen mit der X-AG die Grundlage der gewerblichen T&auml;tigkeit des Kl&auml;gers &uuml;berhaupt dar. Dies ist ein wesentlicher qualitativer Unterschied.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Dieses Ergebnis entspricht auch den im Senatsurteil in BFH\/NV 1992, 455 entwickelten Grunds&auml;tzen. Der Senat hatte in dieser Entscheidung darauf abgestellt, dass eine Entsch&auml;digung nicht vorliegt, wenn und soweit die Ersatzleistung der Erf&uuml;llung oder dem Ausgleich des Interesses an der Erf&uuml;llung solcher Vertr&auml;ge dient, die im laufenden Gesch&auml;ftsverkehr geschlossen worden sind und sich unmittelbar auf den Gesch&auml;ftsgegenstand des Unternehmens beziehen, und zwar selbst dann, wenn im Falle von Vertragsst&ouml;rungen das Erf&uuml;llungsinteresse geleistet wird. Es m&uuml;sse sich um einen au&szlig;ergew&ouml;hnlichen Vorgang handeln, der &uuml;ber einkunftsarttypische Gesch&auml;fte hinausgeht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Letzteres war hier aber der Fall. Die streitgegenst&auml;ndliche Provisionsabrede war kein Gesch&auml;ft des laufenden Gesch&auml;ftsverkehrs, sondern Grundlage des Gesch&auml;fts selbst. Der Senat hatte zur Illustration seiner Auffassung sinngem&auml;&szlig; weiter erl&auml;utert (unter II.2.b), es komme darauf an, ob die Zahlung ihre Rechtsgrundlage in der Erf&uuml;llung des Vertrags habe oder &#8211;wie in der Entscheidung des BFH vom 8.&nbsp;August 1986 VI&nbsp;R&nbsp;28\/84 (BFHE 147, 370, BStBl II 1987, 106)&#8211; der Vertragspartner zur Beendigung des Vertrags bewogen werden solle, mit der Folge, dass beiderseitige Erf&uuml;llungsanspr&uuml;che gar nicht mehr entst&uuml;nden. Es besteht aber kein ma&szlig;gebender Unterschied, ob Erf&uuml;llungsanspr&uuml;che &uuml;berhaupt nicht mehr entstehen sollen oder, wie im Streitfall, nicht mehr entstehen sollen, soweit sie einen gewissen Umfang &uuml;berschreiten. In beiden F&auml;llen verliert der Vertragspartner urspr&uuml;ngliche Erf&uuml;llungsanspr&uuml;che.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>dd) Unsch&auml;dlich ist es schlie&szlig;lich, dass der Kl&auml;ger am Abschluss des Nachtragsvertrags mitgewirkt hat. Eine Entsch&auml;digung kann auch dann vorliegen, wenn der Steuerpflichtige durch Abschluss einer Vereinbarung an der Entstehung des Schadens mitwirkt, sofern er unter einem nicht unerheblichen rechtlichen, wirtschaftlichen oder tats&auml;chlichen Druck oder zumindest in einer Konfliktlage zur Vermeidung von Streitigkeiten gehandelt hat (vgl. nur Schmidt\/Wacker, a.a.O., &sect;&nbsp;24 Rz&nbsp;6, m.w.N.; gro&szlig;z&uuml;gig im zuletzt genannten Sinne BFH-Urteil vom 29.&nbsp;Februar 2012 IX&nbsp;R&nbsp;28\/11, BFHE 237, 56, BStBl II 2012, 569, unter II.1.b, zur Erfinderverg&uuml;tung eines Arbeitnehmers). Das FG hat in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise eine solche Drucksituation des Kl&auml;gers bejaht, das FA die diesbez&uuml;glichen Feststellungen nicht angegriffen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Berechnung der festzusetzenden Steuer wird dem FA &uuml;bertragen (&sect;&nbsp;100 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2, &sect;&nbsp;121 Satz&nbsp;1 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Alternative&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.10.2015, X R 12\/13 Tarifbeg&uuml;nstigte Besteuerung von Abschlagszahlungen an einen Handelsvertreter Tenor Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nchen, Au&szlig;ensenate Augsburg, vom 26. Februar 2013&nbsp;&nbsp;6 K 2742\/12 aufgehoben. Der Einkommensteuerbescheid f&uuml;r 2004 vom 6. August 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 7. 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