{"id":66428,"date":"2017-01-18T13:05:24","date_gmt":"2017-01-18T11:05:24","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66428"},"modified":"2017-01-18T13:05:24","modified_gmt":"2017-01-18T11:05:24","slug":"xi-r-28-14-vorsteuerabzug-aus-der-rechnung-des-nachlassinsolvenzverwalters","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-28-14-vorsteuerabzug-aus-der-rechnung-des-nachlassinsolvenzverwalters\/","title":{"rendered":"XI&nbsp;R&nbsp;28\/14 &#8211; Vorsteuerabzug aus der Rechnung des Nachlassinsolvenzverwalters"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.10.2015, XI R 28\/14<\/p>\n<p class=\"titel\">Vorsteuerabzug aus der Rechnung des Nachlassinsolvenzverwalters<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>Dient ein Insolvenzverfahren &uuml;ber einen Nachlass sowohl der Befriedigung von Verbindlichkeiten des vormals als Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigten Erblassers wie auch der Befriedigung von dessen Privatverbindlichkeiten, ist der Gesamtrechtsnachfolger aus den Leistungen des Insolvenzverwalters grunds&auml;tzlich im Verh&auml;ltnis der unternehmerischen zu den privaten Verbindlichkeiten, die im Nachlassinsolvenzverfahren jeweils als Insolvenzforderungen geltend gemacht werden, zum anteiligen Vorsteuerabzug berechtigt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revisionen des Beklagten und des Kl&auml;gers wird das Urteil des Finanzgerichts K&ouml;ln vom 9. Mai 2014&nbsp;&nbsp;4 K 2584\/13 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Umsatzsteuer f&uuml;r 2012 wird unter &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids des Beklagten vom 15. September 2014 auf &#8230; EUR festgesetzt und die Klage im &Uuml;brigen als unbegr&uuml;ndet abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens haben der Beklagte zu 4\/10 und der Kl&auml;ger zu 6\/10 zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Das zust&auml;ndige Insolvenzgericht er&ouml;ffnete mit Beschluss vom 10.&nbsp;Juli 2006 auf den Antrag des gerichtlich bestellten Nachlasspflegers das Insolvenzverfahren &uuml;ber den Nachlass des am 4.&nbsp;Juni 2006 verstorbenen A, der bis zu seinem Tod eine Apotheke betrieb, und bestellte den Kl&auml;ger, Revisionsbeklagten und Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger) zum Insolvenzverwalter.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Hauptverbindlichkeit des Nachlasses, die aus der &Uuml;bernahme der Apotheke herr&uuml;hrte, machte einen Anteil von &#8230;&nbsp;EUR der Insolvenzforderungen aus, die sich auf insgesamt ca. &#8230;&nbsp;EUR beliefen. Den Verbindlichkeiten standen Aktiva aus dem Privat- und Unternehmensverm&ouml;gen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR bzw. &#8230;&nbsp;EUR gegen&uuml;ber.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger erteilte f&uuml;r seine T&auml;tigkeit als Insolvenzverwalter am 14.&nbsp;Juni 2012 eine Rechnung mit einem gesonderten Steuerausweis &uuml;ber &#8230;&nbsp;EUR. Dementsprechend machte der Kl&auml;ger mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung f&uuml;r das 2.&nbsp;Kalendervierteljahr 2012 vom 2.&nbsp;Juli 2012 f&uuml;r die Masse einen Vorsteuerbetrag in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR und damit eine sich hieraus ergebende Vorsteuererstattung in gleicher H&ouml;he geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Anschluss an eine Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung setzte der Beklagte, Revisionskl&auml;ger und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) mit Bescheid vom 5.&nbsp;September 2012 die Umsatzsteuer-Vorauszahlung f&uuml;r das 2.&nbsp;Kalendervierteljahr 2012 auf &#8230;&nbsp;EUR fest. Das FA differenzierte hinsichtlich der Vorsteuerbetr&auml;ge danach, ob die vom Kl&auml;ger verwerteten Aktiva aus dem Privatverm&ouml;gen oder aus dem Unternehmensverm&ouml;gen stammten, ging entsprechend den Pr&uuml;fungsfeststellungen davon aus, dass 67&nbsp;% der verwerteten Aktiva dem Privatverm&ouml;gen zuzuordnen seien und versagte insoweit den Vorsteuerabzug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Den Einspruch des Kl&auml;gers wies das FA mit Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;Juli 2013 als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ck.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) gab der Klage mit seinem in Entscheidungen der Finanzgerichte (EFG) 2014, 1726 ver&ouml;ffentlichten Urteil teilweise statt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwar sei die Abwicklung des Unternehmens des A noch unternehmerisch. Der Kl&auml;ger, der als Verwalter im Insolvenzverfahren &uuml;ber den Nachlass des A dessen hinterlassenes Privat- und Unternehmensverm&ouml;gen zur Bedienung der privaten und unternehmerischen Verbindlichkeiten ver&auml;u&szlig;ert habe, k&ouml;nne die Vorsteuer jedoch nur anteilig abziehen. Bei der erforderlichen Vorsteueraufteilung f&uuml;r Leistungsbez&uuml;ge, die einer wirtschaftlichen und einer nichtwirtschaftlichen T&auml;tigkeit dienten, sei &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 des Umsatzsteuergesetzes (UStG) analog anzuwenden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Insolvenzverwaltert&auml;tigkeit habe nur insoweit unternehmerischen Interessen gedient, als Verbindlichkeiten des vormaligen Unternehmens bedient worden seien. Die Quote der unternehmerischen Insolvenzforderungen sei ein feststehender Wert, der einen objektiven Verursachungsbeitrag des Unternehmens an der Insolvenz widerspiegele. Das FA habe dagegen eine Zurechnung nach dem Verh&auml;ltnis der Verm&ouml;gensanteile vorgenommen. Diese sei schon nicht pr&auml;zise, weil eine eindeutig nachvollziehbare Zuordnung zum Privat- oder Unternehmensverm&ouml;gen schwer m&ouml;glich sei. Die Aufteilung des FA sei zudem fehlerhaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Entsprechend dem Anteil der dem Unternehmen zuzuordnenden Verbindlichkeiten (&#8230;&nbsp;EUR) am Gesamtbestand der Insolvenzforderungen (&#8230;&nbsp;EUR) von gerundet 60&nbsp;% sah das FG &#8230;&nbsp;EUR der ausgewiesenen Vorsteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR als abziehbar an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegen das Urteil des FG richten sich die Revisionen des FA und des Kl&auml;gers.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA r&uuml;gt die Verletzung materiellen Rechts und bringt im Wesentlichen vor, es komme bei der Vorsteueraufteilung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG auf den objektiven Inhalt einer Eingangsleistung, nicht auf deren Entstehungsgrund an. Demnach sei entgegen der vom FG vertretenen Rechtsansicht nicht darauf abzustellen, ob die aus der Verwertung des (privaten) Verm&ouml;gens erzielten Erl&ouml;se der Tilgung unternehmerischer Verbindlichkeiten dienten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es versto&szlig;e gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze, wenn das FG davon ausgehe, dass die Eingangsleistung des Insolvenzverwalters in keinem direkten und unmittelbaren Zusammenhang mit einzelnen Ausgangsums&auml;tzen stehe und zu den Ver&auml;u&szlig;erungsvorg&auml;ngen keinerlei Bezug habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Verh&auml;ltnis der vorhandenen Verm&ouml;genswerte sei insbesondere deshalb ein sachgerechter Aufteilungsma&szlig;stab, weil es, anders als das FG meine, leicht ermittelbar sei und im Zeitpunkt des Vorsteuerabzugs definitiv feststehe. Dagegen sei die Aufteilung der Vorsteuer nach der Quote der unternehmerisch veranlassten Insolvenzforderungen nicht praktikabel, weil nicht alle Forderungen angemeldet w&uuml;rden und deshalb nicht bekannt seien. Zudem k&auml;me es bei jeder &Auml;nderung der H&ouml;he einer Insolvenzforderung zu einer &Auml;nderung des Aufteilungsma&szlig;stabs.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend des Revisionsverfahrens hat das FA am 15.&nbsp;September 2014 den Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2012 erlassen und hierin unter Ber&uuml;cksichtigung weiterer Vorsteuern in unstreitiger H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR die Umsatzsteuer auf &#8230;&nbsp;EUR festgesetzt. Entsprechend der Umsatzsteuer-Sonderpr&uuml;fung sowie der Festsetzung der Umsatzsteuer-Vorauszahlung f&uuml;r das 2.&nbsp;Kalendervierteljahr 2012 vom 5.&nbsp;September 2012 hat es auch bei der Festsetzung der Umsatzsteuer f&uuml;r 2012 von der vom Kl&auml;ger ausgewiesenen Vorsteuer in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR nur anteilig &#8230;&nbsp;EUR anerkannt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Klage abzuweisen sowie die Revision des Kl&auml;gers zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>die Vorentscheidung aufzuheben und die Umsatzsteuer f&uuml;r 2012 unter &Auml;nderung des Umsatzsteuerbescheids vom 15.&nbsp;September 2014 auf &#8230;&nbsp;EUR festzusetzen sowie die Revision des FA zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Urteil des FG versto&szlig;e gegen &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 und Abs.&nbsp;4 UStG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine Aufteilung der Vorsteuern aus Eingangsleistungen der Masse komme bei einer Unternehmerinsolvenz nicht in Betracht. Das Insolvenzverfahren betreffe nur den unternehmerischen Bereich, wenn das Unternehmensverm&ouml;gen nicht nur untergeordnet beteiligt sei. Die &quot;Miterledigung&quot; von privaten Verbindlichkeiten sei nur eine Reflexwirkung der Unternehmerinsolvenz. Entgegen der Ansicht des FG sei im Streitfall der volle Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG zu gew&auml;hren. Eine Vorsteueraufteilung i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG scheide vorliegend aus, da der verstorbene A als Betreiber der Apotheke zum vollen Vorsteuerabzug berechtigt gewesen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Auf die Revision des FA erwidert der Kl&auml;ger, dass nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 UStG eine Aufteilung anhand der Ausgangsums&auml;tze nur erfolgen k&ouml;nne, wenn, was hier nicht der Fall sei, keine andere wirtschaftliche Zurechnung m&ouml;glich sei. Gehe man vorliegend von einer Vorsteueraufteilung aus, sei es sachgerecht, auf das Verh&auml;ltnis der Verbindlichkeiten abzustellen, weil das Insolvenzverfahren nach &sect;&nbsp;1 Satz&nbsp;1 der Insolvenzordnung (InsO) prim&auml;r dazu diene, die Gl&auml;ubiger gemeinschaftlich zu befriedigen. Die Verwertung des Verm&ouml;gens sei nur das Mittel zu diesem Zweck. Im Streitfall bestehe auch ein rechtlicher Zusammenhang zwischen der steuerpflichtigen T&auml;tigkeit des verstorbenen A und den Leistungen, die er, der Kl&auml;ger, als Insolvenzverwalter erbracht habe.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Beide Revisionen sind zwar aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden begr&uuml;ndet. Das Urteil des FG ist aufzuheben und der Umsatzsteuerbescheid f&uuml;r 2012 vom 15.&nbsp;September 2014 im Umfang des Tenors zu &auml;ndern und die Klage im &Uuml;brigen abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). In der Sache haben jedoch weder die Revision des FA noch die des Kl&auml;gers Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG hat zu Recht entschieden, dass die in Rede stehende Vorsteuer nur entsprechend dem Anteil der dem Unternehmen des verstorbenen A zuzuordnenden Verbindlichkeiten am Gesamtbestand der Insolvenzforderungen in H&ouml;he von &#8230;&nbsp;EUR abziehbar ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>A. Die Vorentscheidung ist aus verfahrensrechtlichen Gr&uuml;nden aufzuheben. Da dem FG-Urteil ein nicht mehr existierender Verwaltungsakt zugrunde liegt, konnte es keinen Bestand haben (vgl. z.B. Urteile des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 30.&nbsp;Mai 2001 VI&nbsp;R&nbsp;85\/00, BFH\/NV 2001, 1291, unter 1., Rz&nbsp;10; vom 3.&nbsp;November 2005 V&nbsp;R&nbsp;63\/02, BFHE 212, 161, BStBl II 2006, 337, unter II.1., Rz&nbsp;16; vom 10.&nbsp;November 2010 XI&nbsp;R&nbsp;79\/07, BFHE 231, 373, BStBl II 2011, 311, Rz&nbsp;23&nbsp;f.; vom 24.&nbsp;April 2013 XI&nbsp;R&nbsp;3\/11, BFHE 242, 410, BStBl II 2014, 86, Rz&nbsp;25).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der w&auml;hrend des Revisionsverfahrens ergangene Umsatzsteuer-Jahresbescheid f&uuml;r 2012 vom 15.&nbsp;September 2014 hat den Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid f&uuml;r das 2.&nbsp;Kalendervierteljahr 2012 vom 5.&nbsp;September 2012 in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 16.&nbsp;Juli 2013, der Gegenstand des finanzgerichtlichen Verfahrens gewesen ist, i.S. der &sect;&sect;&nbsp;68 Satz&nbsp;1, 121 Satz&nbsp;1 FGO ersetzt. Wird der angefochtene Verwaltungsakt nach Klageerhebung durch einen anderen Verwaltungsakt ge&auml;ndert oder ersetzt, so wird gem&auml;&szlig; der auch im Revisionsverfahren (&sect;&nbsp;121 FGO) geltenden Vorschrift des &sect;&nbsp;68 FGO der neue Verwaltungsakt Gegenstand des Verfahrens. Das gilt auch f&uuml;r den Umsatzsteuer-Jahresbescheid im Verh&auml;ltnis zum Umsatzsteuer-Vorauszahlungsbescheid (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 21.&nbsp;Februar 1991 V&nbsp;R&nbsp;130\/86, BFHE 163, 408, BStBl II 1991, 465, unter II., Rz&nbsp;9; vom 4.&nbsp;November 1999 V&nbsp;R&nbsp;35\/98, BFHE 190, 67, BStBl II 2000, 454, unter II.1., Rz&nbsp;12&nbsp;ff.; in BFHE 212, 161, BStBl II 2006, 337, unter II.1., Rz&nbsp;17; in BFHE 231, 373, BStBl II 2011, 311, Rz&nbsp;24; in BFHE 242, 410, BStBl II 2014, 86, Rz&nbsp;26, jeweils m.w.N.). Gegenstand der revisionsrechtlichen Pr&uuml;fung ist deshalb nunmehr die Rechtm&auml;&szlig;igkeit des Umsatzsteuer-Jahresbescheids f&uuml;r 2012 vom 15.&nbsp;September 2014.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Dennoch bedarf es vorliegend keiner Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;127 FGO, da die Sache spruchreif ist. Der erkennende Senat kann auf der Grundlage der gleichwohl fortgeltenden finanzgerichtlichen Feststellungen entscheiden (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;September 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;38\/04, BFH\/NV 2008, 37, unter II., Rz&nbsp;13; vom 11.&nbsp;Juli 2012 XI&nbsp;R&nbsp;17\/09, BFH\/NV 2013, 266, Rz&nbsp;28; vom 5.&nbsp;Juni 2014 XI&nbsp;R&nbsp;25\/12, BFHE 245, 465, Umsatzsteuer-Rundschau 2014, 743, Rz&nbsp;29, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>B. Die zul&auml;ssige Revision des FA hat in der Sache keinen Erfolg. Wie das FG zutreffend entschieden hat, hat die vorzunehmende Aufteilung der vom Kl&auml;ger als Verwalter im Insolvenzverfahren &uuml;ber den Nachlass des A in Rechnung gestellten Vorsteuer ausschlie&szlig;lich auf der Grundlage der angemeldeten Insolvenzforderungen zu erfolgen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG kann der Unternehmer die gesetzlich geschuldete Steuer f&uuml;r Leistungen, die von einem anderen Unternehmer f&uuml;r sein Unternehmen ausgef&uuml;hrt worden sind, als Vorsteuer abziehen. Ausgeschlossen ist der Vorsteuerabzug nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG f&uuml;r Leistungen, die der Unternehmer f&uuml;r steuerfreie Ums&auml;tze verwendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Diese Vorschriften beruhen unionsrechtlich auf Art.&nbsp;168 Buchst.&nbsp;a der Richtlinie 2006\/112\/EG des Rates vom 28.&nbsp;November 2006 &uuml;ber das gemeinsame Mehrwertsteuersystem (MwStSystRL). Danach ist der Steuerpflichtige, der &quot;Gegenst&auml;nde und Dienstleistungen f&uuml;r die Zwecke seiner besteuerten Ums&auml;tze verwendet&quot;, zum Vorsteuerabzug berechtigt. Hierf&uuml;r muss ein direkter und unmittelbarer Zusammenhang zwischen Eingangs- und Ausgangsleistung bestehen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Bei richtlinienkonformer Auslegung setzt &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG somit voraus, dass der Unternehmer Leistungen f&uuml;r sein Unternehmen (&sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;9 MwStSystRL) und damit f&uuml;r seine wirtschaftlichen T&auml;tigkeiten zur Erbringung entgeltlicher Leistungen (&sect;&nbsp;1 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 UStG, Art.&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Buchst.&nbsp;a und c MwStSystRL) zu verwenden beabsichtigt. Die Ausgangsleistungen des Unternehmers m&uuml;ssen zudem steuerpflichtig oder in &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 UStG (Art.&nbsp;169 MwStSystRL) benannt sein (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile vom 9.&nbsp;Februar 2012 V&nbsp;R&nbsp;40\/10, BFHE 236, 258, BStBl II 2012, 844, Rz&nbsp;19&nbsp;ff., m.w.N. zur Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europ&auml;ischen Union &#8211;EuGH&#8211;; vom 15.&nbsp;April 2015 V&nbsp;R&nbsp;44\/14, BFHE 250, 263, BStBl II 2015, 679, Rz&nbsp;10, m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Beabsichtigt der Unternehmer eine von ihm bezogene Leistung zugleich f&uuml;r seine wirtschaftliche und seine nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit zu verwenden, kann er den Vorsteuerabzug grunds&auml;tzlich nur insoweit in Anspruch nehmen, als die Aufwendungen hierf&uuml;r seiner wirtschaftlichen T&auml;tigkeit zuzurechnen sind. Beabsichtigt der Unternehmer daher eine teilweise Verwendung f&uuml;r eine nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit, ist er insoweit nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt. Bei der dann erforderlichen Vorsteueraufteilung f&uuml;r Leistungsbez&uuml;ge, die einer wirtschaftlichen und einer nichtwirtschaftlichen T&auml;tigkeit des Unternehmers dienen, ist &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 UStG analog anzuwenden (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. z.B. BFH-Urteile in BFHE 236, 258, BStBl II 2012, 844, Rz&nbsp;25; in BFHE 250, 263, BStBl II 2015, 679, Rz&nbsp;11, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der V.&nbsp;Senat des BFH hat mit seinem Urteil in BFHE 250, 263, BStBl II 2015, 679 entschieden, dass ein zum Vorsteuerabzug berechtigter Unternehmer aus der einheitlichen Leistung des Insolvenzverwalters nur im Verh&auml;ltnis der unternehmerischen zu den privaten Verbindlichkeiten, die im Insolvenzverfahren jeweils als Insolvenzforderungen geltend gemacht werden, die betreffende Vorsteuer anteilig abziehen kann (Rz&nbsp;12&nbsp;ff.). Dieser Rechtsprechung schlie&szlig;t sich der erkennende Senat aus den dort genannten Gr&uuml;nden, auf die er zur Vermeidung von Wiederholungen verweist, an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. F&uuml;r das hier vorliegende Nachlassinsolvenzverfahren gilt nichts anderes.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwar endet mit dem Tod des Unternehmers dessen Unternehmereigenschaft i.S. von &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 UStG und somit auch die Berechtigung zum Vorsteuerabzug i.S. von &sect;&nbsp;15 UStG. Der Gesamtrechtsnachfolger tritt jedoch in die umsatzsteuerrechtlich noch nicht abgewickelten unternehmerischen Rechtsverh&auml;ltnisse seines Rechtsvorg&auml;ngers ein (vgl. dazu BFH-Urteil vom 13.&nbsp;Januar 2010 V&nbsp;R&nbsp;24\/07, BFHE 229, 378, BStBl II 2011, 241, Rz&nbsp;24, m.w.N.). Unternehmen und Unternehmereigenschaft erl&ouml;schen erst, wenn der Unternehmer alle Rechtsbeziehungen abgewickelt hat, die mit dem aufgegebenen Betrieb zusammenh&auml;ngen (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 229, 378, BStBl II 2011, 241, Rz&nbsp;26, m.w.N.). Als Gesamtrechtsnachfolger hat der Erbe deshalb f&uuml;r die Abwicklung aller umsatzsteuerrechtlich relevanten Vorg&auml;nge zu sorgen. F&uuml;hrt der Gesamtrechtsnachfolger die wirtschaftliche T&auml;tigkeit des Erblassers nicht fort, sondern verkauft er im Rahmen der Liquidation des Unternehmens die Gegenst&auml;nde des ererbten Unternehmensverm&ouml;gens, handelt er insoweit als Unternehmer (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 229, 378, BStBl II 2011, 241, Rz&nbsp;22).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Wie das FG zutreffend erkannt hat, hat die Er&ouml;ffnung eines Insolvenzverfahrens keinen Einfluss auf die Unternehmereigenschaft des Insolvenz- bzw. Gemeinschuldners (vgl. z.B. BFH-Urteile vom 20.&nbsp;Februar 1986 V&nbsp;R&nbsp;16\/81, BFHE 146, 287, BStBl II 1986, 579, unter 1., Rz&nbsp;11; vom 15.&nbsp;Juni 1999 VII&nbsp;R&nbsp;3\/97, BFHE 189, 14, BStBl II 2000, 46, unter 2.c&nbsp;aa, Rz&nbsp;37; vom 28.&nbsp;Juni 2000 V&nbsp;R&nbsp;45\/99, BFHE 192, 129, BStBl II 2000, 703, unter II.1., Rz&nbsp;9; Bunjes\/Korn, UStG, 14.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;38; Meyer in Offerhaus\/S&ouml;hn\/Lange, &sect;&nbsp;2 UStG Rz&nbsp;142; Stadie in Rau\/D&uuml;rrw&auml;chter, Umsatzsteuergesetz, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;666; St&ouml;cker in K&uuml;ffner\/St&ouml;cker\/Zugmaier, Umsatzsteuer, &sect;&nbsp;2 Rz&nbsp;509, jeweils m.w.N.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Danach kann auch das Nachlassinsolvenzverfahren gleicherma&szlig;en der Befriedigung unternehmerischer wie auch privater Verbindlichkeiten dienen, wenn der Erblasser, wie hier, bis zu seinem Tod als Unternehmer t&auml;tig war. Der f&uuml;r den Vorsteuerabzug ma&szlig;gebliche direkte und unmittelbare Zusammenhang zwischen der einheitlichen Leistung des Kl&auml;gers, die er als Verwalter im Insolvenzverfahren &uuml;ber den Nachlass des A erbracht hat, und vormals von diesem ausgef&uuml;hrten und zum vollen Vorsteuerabzug berechtigenden Ausgangsums&auml;tzen liegt mithin vor, soweit der Kl&auml;ger das Nachlassverm&ouml;gen anteilig zur Befriedigung unternehmerischer Insolvenzforderungen verwendet hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Die Vorentscheidung hat die sich aus dem Begriff der wirtschaftlichen Zurechnung i.S. von &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 UStG ergebenden Aufteilungsgrunds&auml;tze zutreffend ber&uuml;cksichtigt. Die hiergegen vom FA erhobenen Einwendungen greifen nicht durch.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Entgegen der vom FA vertretenen Ansicht kommt eine Ber&uuml;cksichtigung einzelner Verwertungshandlungen des Insolvenzverwalters nicht in Betracht (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 250, 263, BStBl II 2015, 679, Rz&nbsp;17).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Das FG ist ohne Versto&szlig; gegen Denkgesetze und Erfahrungss&auml;tze in revisionsrechtlich nicht zu beanstandender Weise davon ausgegangen, dass die Verwertung des Nachlasses nur das Mittel zum Zweck sei, das letztlich dem Ziel der Verwaltert&auml;tigkeit, der Tilgung der Verbindlichkeiten, diene. Denn das Verfahren der Nachlassinsolvenz bezieht sich auf das gesamte nachgelassene Verm&ouml;gen, dessen Verwertung zu einer gemeinschaftlichen Befriedigung der Gl&auml;ubiger des Erblassers f&uuml;hren soll (&sect;&nbsp;1 Satz&nbsp;1 i.V.m. &sect;&sect;&nbsp;315&nbsp;ff. InsO). Die Leistung des Kl&auml;gers als Insolvenzverwalter bestand daher nicht, wie der Aufteilungsma&szlig;stab des FA nahelegt, im Ausf&uuml;hren von Verwertungsums&auml;tzen, sondern in der Abwicklung des gesamten Nachlasses zur gemeinschaftlichen Befriedigung der Gl&auml;ubiger. F&uuml;r den Vorsteuerabzug aus der vom Insolvenzverwalter erbrachten Leistung kommt es mithin entgegen der Ansicht des FA nicht auf die Ums&auml;tze im Insolvenzverfahren an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Aufteilung der Vorsteuer nach der Quote der unternehmerisch begr&uuml;ndeten Verbindlichkeiten zu den Privatverbindlichkeiten ist, anders als das FA meint, auch praktikabel, weil jeweils auf die im Insolvenzverfahren angemeldeten Insolvenzforderungen, mithin auf feststehende Zahlen, abzustellen ist (vgl. BFH-Urteil in BFHE 250, 263, BStBl II 2015, 679, Rz&nbsp;19). Im &Uuml;brigen ist im Streitfall nicht zu entscheiden, ob und unter welchen Voraussetzungen der Kl&auml;ger als Verwalter im Insolvenzverfahren &uuml;ber den Nachlass des A die betreffende Vorsteuer durch eine andersartige sachgerechte Sch&auml;tzung nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 UStG h&auml;tte aufteilen k&ouml;nnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>C. Die gleichfalls zul&auml;ssige Revision des Kl&auml;gers hat in der Sache ebenso wenig Erfolg.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat als Verwalter im Verfahren der Insolvenz &uuml;ber den Nachlass des A keinen Anspruch darauf, dass die Umsatzsteuer f&uuml;r das Streitjahr auf &#8230;&nbsp;EUR festgesetzt wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>41<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Auch im Verfahren der Insolvenz &uuml;ber einen Nachlass, das sowohl der Befriedigung von Verbindlichkeiten des zum Vorsteuerabzug berechtigten vormaligen Unternehmers wie auch der Befriedigung von Privatverbindlichkeiten desselben dient, ist der Insolvenzverwalter &#8211;wie vorstehend unter II.B.2.&nbsp;ff. ausgef&uuml;hrt&#8211; aus seiner Leistung nur im Verh&auml;ltnis der unternehmerischen zu den privaten Verbindlichkeiten, die im Insolvenzverfahren jeweils als Insolvenzforderungen geltend gemacht werden, zum anteiligen Vorsteuerabzug berechtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>42<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Der Senat weist darauf hin, dass sich aus der Entscheidung des EuGH Larentia + Minerva vom 16.&nbsp;Juli 2015 C-108\/14 und C-109\/14 (EU:C:2015:496, Deutsches Steuerrecht &#8211;DStR&#8211; 2015, 1673) nichts anderes ergibt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>43<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Rechtssachen betreffen schon anders als im Streitfall die Besonderheiten der Vorsteueraufteilung bei Holdinggesellschaften (vgl. auch BFH-Urteile in BFHE 250, 263, BStBl II 2015, 679, Rz&nbsp;21; vom 16.&nbsp;September 2015 XI&nbsp;R&nbsp;27\/13, BFH\/NV 2016, 252, Rz&nbsp;41). Das hier vorliegende Nachlassinsolvenzverfahren diente zudem, was zwischen den Beteiligten unstreitig ist, gleicherma&szlig;en der Befriedigung unternehmerischer wie auch privater Verbindlichkeiten, so dass die vom Kl&auml;ger als Verwalter im Insolvenzverfahren &uuml;ber den Nachlass des A erbrachte Leistung sowohl die vormals wirtschaftliche als auch nichtwirtschaftliche T&auml;tigkeit des A betroffen hat und die Vorsteuer auch im Lichte des EuGH-Urteils Larentia + Minerva (EU:C:2015:496, DStR 2015, 1673) entsprechend aufzuteilen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>44<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>D. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;136 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1, &sect;&nbsp;143 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>45<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kosten des gesamten Verfahrens sind verh&auml;ltnism&auml;&szlig;ig zu teilen, wenn wie hier ein Beteiligter teils obsiegt, teils unterliegt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 21.10.2015, XI R 28\/14 Vorsteuerabzug aus der Rechnung des Nachlassinsolvenzverwalters Leits&auml;tze Dient ein Insolvenzverfahren &uuml;ber einen Nachlass sowohl der Befriedigung von Verbindlichkeiten des vormals als Unternehmer zum Vorsteuerabzug berechtigten Erblassers wie auch der Befriedigung von dessen Privatverbindlichkeiten, ist der Gesamtrechtsnachfolger aus den Leistungen des Insolvenzverwalters grunds&auml;tzlich im Verh&auml;ltnis der unternehmerischen zu den &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/xi-r-28-14-vorsteuerabzug-aus-der-rechnung-des-nachlassinsolvenzverwalters\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">XI&nbsp;R&nbsp;28\/14 &#8211; Vorsteuerabzug aus der Rechnung des Nachlassinsolvenzverwalters<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66428","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66428","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66428"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66428\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66428"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66428"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66428"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}