{"id":66431,"date":"2017-01-18T13:04:23","date_gmt":"2017-01-18T11:04:23","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66431"},"modified":"2017-01-18T13:04:23","modified_gmt":"2017-01-18T11:04:23","slug":"viii-r-70-13-ermittlung-der-emissionsrendite-bei-schuldverschreibungen-mit-einer-phase-fester-und-indexabhaengiger-variabler-verzinsung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-70-13-ermittlung-der-emissionsrendite-bei-schuldverschreibungen-mit-einer-phase-fester-und-indexabhaengiger-variabler-verzinsung\/","title":{"rendered":"VIII&nbsp;R&nbsp;70\/13 &#8211; Ermittlung der Emissionsrendite bei Schuldverschreibungen mit einer Phase fester und indexabh&auml;ngiger variabler Verzinsung"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.10.2015, VIII R 70\/13<\/p>\n<p class=\"titel\">Ermittlung der Emissionsrendite bei Schuldverschreibungen mit einer Phase fester und indexabh&auml;ngiger variabler Verzinsung<\/p>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Revisionskl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 31. August 2012&nbsp;&nbsp;3 K 4554\/11 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Revisionskl&auml;ger zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Streitig ist die Ber&uuml;cksichtigung von Verlusten aus der Ver&auml;u&szlig;erung von zwei Nachranganleihen im Streitjahr (2008).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin wurde im Streitjahr allein veranlagt. Sie verstarb w&auml;hrend des Verfahrens &uuml;ber die Nichtzulassungsbeschwerde am &#8230; 2013. Gesamtrechtsnachfolger ist als Alleinerbe der Sohn der Kl&auml;gerin und jetzige Revisionskl&auml;ger (Kl&auml;ger).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte im Jahr 2005 vom X-Bank &#8230; Wertpapiere (im Folgenden: Schuldverschreibung&nbsp;1 der X-Bank), zum Nennwert von insgesamt 100.000&nbsp;EUR erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ebenfalls im Jahr 2005 hatte sie von der Y Wertpapiere (im Folgenden: Schuldverschreibung&nbsp;2 der Y-Bank), zum Nennwert von insgesamt 200.000&nbsp;EUR erworben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Beide Schuldverschreibungen hatten eine unendliche Laufzeit. Die Emittenten hatten jeweils das Recht, die Schuldverschreibungen zu von ihnen zu bestimmenden Zeitpunkten zu k&uuml;ndigen und (vorbehaltlich der Genehmigung der Versicherungsaufsicht) zur&uuml;ckzuzahlen. Ob und wann eine solche K&uuml;ndigung ausgesprochen werden w&uuml;rde, stand jeweils im freien Ermessen der Emittenten. Ein K&uuml;ndigungsrecht des Anlegers bestand nicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Schuldverschreibung&nbsp;1 der X-Bank bot nach den Emissionsbedingungen f&uuml;r die ersten f&uuml;nf Jahre eine feste Verzinsung (Kupon) von 6&nbsp;%&nbsp;p.a. Danach wurde sie mit dem Vierfachen der Differenz zwischen dem 10-Jahres&nbsp;Euro Swapsatz und dem 2-Jahres&nbsp;Euro Swapsatz zum jeweiligen Fixing verzinst, wobei die minimale Verzinsung 3,5&nbsp;%&nbsp;p.a. und die maximale Verzinsung 10&nbsp;%&nbsp;p.a. entsprach.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Schuldverschreibung&nbsp;2 der Y-Bank wurde nach den Emissionsbedingungen f&uuml;r den Zeitraum 25.&nbsp;Januar 2005 bis 24.&nbsp;Januar 2009 mit einem festen Satz von 5&nbsp;% p.a. verzinst. Ab dem 25.&nbsp;Januar 2009 wurde sie ebenfalls mit dem Vierfachen der Differenz zwischen dem 10-Jahres&nbsp;Euro Swapsatz und dem 2-Jahres&nbsp;Euro Swapsatz verzinst. Die minimale Verzinsung belief sich auf 3&nbsp;%&nbsp;p.a. und die maximale Verzinsung auf 10&nbsp;%&nbsp;p.a.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Zinszahlungen waren bei beiden Schuldverschreibungen an die Bedingung gekn&uuml;pft, dass die Eigenkapitalausstattung der Emittenten eine Aussch&uuml;ttung erm&ouml;glichte. Die Emittenten mussten hierf&uuml;r aussch&uuml;ttungsf&auml;hige Gewinne in einer H&ouml;he erzielen, die eine Bedienung s&auml;mtlicher vorrangiger und bestimmter gleichrangiger Anleger erlaubte. Die Zinszahlungen waren kumulativ aufschiebbar, d.h. Kuponzahlungen konnten ohne eine Verpflichtung der Emittentin zur Nachzahlung und ohne zeitliche Begrenzung (ggf. bis zum Gebrauch des K&uuml;ndigungsrechts durch den Emittenten) verschoben werden oder ganz ausfallen, ohne dass dies als Nichterf&uuml;llung nach den Anleihebedingungen zu werten gewesen w&auml;re.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Verpflichtungen der Emittenten aus den Schuldverschreibungen gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin waren tief nachrangig. Sie gingen den Anspr&uuml;chen aller nicht-nachrangigen Gl&auml;ubiger sowie bestimmter nachrangiger Gl&auml;ubiger im Rang nach. Die Verpflichtungen gingen aber den Anspr&uuml;chen der Aktion&auml;re der Emittenten aus s&auml;mtlichen Aktiengattungen im Rang vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Fall der Insolvenz der Emittenten w&auml;ren die Schuldverschreibungen nur dann zur&uuml;ckgezahlt worden, wenn zuvor alle nicht-nachrangigen und bestimmte nachrangige Verbindlichkeiten vollumf&auml;nglich bedient worden w&auml;ren. Die Kl&auml;gerin trug daher ein deutlich h&ouml;heres Kreditrisiko als die Gl&auml;ubiger der erstrangigen Verbindlichkeiten. Denn der Teil der Verluste der Emittenten, der durch das Eigenkapital nicht mehr gedeckt gewesen w&auml;re, w&auml;re zun&auml;chst von den nachrangigen Gl&auml;ubigern allein zu tragen gewesen. Erst Verluste, die auch die nachrangigen Verbindlichkeiten aufgezehrt h&auml;tten, h&auml;tten die Erf&uuml;llung der vorrangigen Verbindlichkeiten beeintr&auml;chtigt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erzielte im Streitjahr aus der Schuldverschreibung&nbsp;1 Zinseink&uuml;nfte in H&ouml;he von 5.835,62&nbsp;EUR und aus der Schuldverschreibung&nbsp;2 in H&ouml;he von 12.221,80&nbsp;EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Januar des Streitjahres ver&auml;u&szlig;erte die Kl&auml;gerin beide Anleihen in Tranchen und erzielte hierbei Verluste in H&ouml;he von insgesamt .\/.&nbsp;121.500&nbsp;EUR (.\/.&nbsp;32.500&nbsp;EUR aus der Schuldverschreibung&nbsp;1 am 16.&nbsp;Januar 2008 und .\/.&nbsp;89.000&nbsp;EUR aus der Schuldverschreibung&nbsp;2 am 25.&nbsp;Januar 2008). Diese Verluste machte sie in ihrer Einkommensteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr geltend.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionsbeklagte (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) hatte den Verlust aus der Ver&auml;u&szlig;erung der Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 zun&auml;chst anerkannt. Im ge&auml;nderten Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr vom 29.&nbsp;September 2010 setzte das FA die Ver&auml;u&szlig;erungsverluste aus den Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 bei der Ermittlung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen jedoch nicht mehr an.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin erhob Einspruch. Das FA &auml;nderte in der Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;November 2011 auch die Steuerfestsetzung. Es setzte die Ver&auml;u&szlig;erungsverluste unver&auml;ndert nicht an, sah auch die Zinseink&uuml;nfte aus den Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 im Streitjahr (5.835,62&nbsp;EUR und 12.221,80&nbsp;EUR) nicht mehr als steuerbar an und k&uuml;rzte die bislang ber&uuml;cksichtigten Werbungskosten im Zusammenhang mit den Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 (3.477,16&nbsp;EUR und 1.660,23&nbsp;EUR) sowie die Ver&auml;u&szlig;erungskosten in H&ouml;he von jeweils 500&nbsp;EUR je Schuldverschreibung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Finanzgericht (FG) hat die anschlie&szlig;end erhobene Klage abgewiesen. Das Urteil ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2014, 993 ver&ouml;ffentlicht. Es vertrat die Auffassung, die streitigen Schuldverschreibungen erf&uuml;llten nicht die Voraussetzungen des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 des Einkommensteuergesetzes in der f&uuml;r das Streitjahr anzuwendenden Fassung (EStG) und seien keine sonstigen Kapitalforderungen im Sinne der Vorschrift. Es handele sich um Vollrisikopapiere, deren Ertr&auml;ge insgesamt nicht steuerbar seien, da bei der Emission weder die Kapitalr&uuml;ckzahlung noch die Zahlung eines Entgelts f&uuml;r die &Uuml;berlassung sicher gewesen seien. Daher seien auch die Ver&auml;u&szlig;erungsverluste gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG nicht zu ber&uuml;cksichtigen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit der Revision verfolgt der Kl&auml;ger sein Begehren weiter, die Ver&auml;u&szlig;erungsverluste abzuziehen. Das Urteil des FG verletze &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG und damit materielles Bundesrecht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Auffassung des FG, die Schuldverschreibungen seien keine Kapitalforderungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG, gehe fehl.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Ver&auml;u&szlig;erungsverlust der Kl&auml;gerin sei gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG nach der Marktrendite zu berechnen. Die Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 h&auml;tten wegen der Verbindung einer Festzins- und anschlie&szlig;enden Gleitzinsphase und der ungewissen Laufzeit der Anleihen keine Emissionsrendite gehabt (Hinweis auf das Senatsurteil vom 24.&nbsp;Oktober 2000 VIII&nbsp;R&nbsp;28\/99, BFHE 193, 374, BStBl II 2001, 97).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger hat im Revisionsverfahren keinen ausdr&uuml;cklichen Antrag gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Er begehrt sinngem&auml;&szlig;,<br \/>das angefochtene Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die steuerfestsetzende Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;November 2011 dergestalt zu &auml;ndern, dass die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in Bezug auf die Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 in H&ouml;he von .\/.&nbsp;80.042,15&nbsp;EUR angesetzt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt,<br \/>die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist zul&auml;ssig, aber unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 und Abs.&nbsp;4 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Der Zul&auml;ssigkeit der Revision steht nicht entgegen, dass die Revisionsschrift des Kl&auml;gers keinen konkreten Revisionsantrag enth&auml;lt. Ein f&ouml;rmlicher Revisionsantrag ist entbehrlich, wenn sich aus der Revisionsbegr&uuml;ndung ergibt, inwieweit sich der Kl&auml;ger durch das angefochtene Urteil beschwert f&uuml;hlt (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;Februar 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;54\/12, BFHE 249, 228, BStBl II 2015, 693, unter Rz&nbsp;9). Dies ist vorliegend der Fall. Die Revision richtet sich gegen das angefochtene Urteil. Aus ihr ergibt sich, dass der Kl&auml;ger die Aufhebung des FG-Urteils und eine Herabsetzung der festgesetzten Einkommensteuer aufgrund der Verminderung der Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen um 121.500&nbsp;EUR (mithin eines Ansatzes von Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen in Bezug auf die Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 in H&ouml;he von .\/.&nbsp;80.042,15&nbsp;EUR) begehrt. Dieses Klageziel erreicht der Kl&auml;ger, wenn &#8211;wie im sinngem&auml;&szlig;en Antrag des Kl&auml;gers&#8211; die Steuerfestsetzung in Gestalt der Einspruchsentscheidung vom 29.&nbsp;November 2011 ge&auml;ndert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Die Revision des Kl&auml;gers ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 i.V.m. Abs.&nbsp;4 FGO).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Im Streitjahr ist &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG in der am 17.&nbsp;August 2007 geltenden Fassung (vor den &Auml;nderungen durch das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 &#8211;UntStRefG&nbsp;2008&#8211; vom 14.&nbsp;August 2007, BGBl I 2007, 1912) anzuwenden (siehe &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;8 EStG in der Fassung vom 19.&nbsp;Dezember 2008, eingef&uuml;gt durch Art.&nbsp;1 Nr.&nbsp;41 des UntStRefG&nbsp;2008). Die am 31.&nbsp;Dezember 2008 geltende Fassung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG ist erstmals auf Kapitalertr&auml;ge anzuwenden, die dem Gl&auml;ubiger nach dem 31.&nbsp;Dezember 2008 zuflie&szlig;en. Ferner kommt im Streitjahr die am 17.&nbsp;August 2007 geltende Fassung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG zur Anwendung. Die am 31.&nbsp;Dezember 2008 geltende Fassung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 EStG findet nach &sect;&nbsp;52a Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;6 bis&nbsp;8 EStG i.d.F. vom 19.&nbsp;Dezember 2008 im Streitjahr noch keine Anwendung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7, Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG geh&ouml;ren zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen auch die Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung oder Abtretung von sonstigen Kapitalforderungen, bei denen die H&ouml;he der Ertr&auml;ge von einem ungewissen Ereignis abh&auml;ngt (&sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 Buchst.&nbsp;c Alternative&nbsp;2 EStG), soweit sie der rechnerisch auf die Besitzzeit entfallenden Emissionsrendite entsprechen. Haben die Kapitalforderungen keine Emissionsrendite oder weist der Steuerpflichtige sie nicht nach, gilt gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG der Unterschiedsbetrag zwischen dem Entgelt f&uuml;r den Erwerb und den Einnahmen aus der Ver&auml;u&szlig;erung, Abtretung oder Einl&ouml;sung als Kapitalertrag.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Handelt es sich bei den Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 nicht um Kapitalforderungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG (siehe unten unter II.2.b&nbsp;aa), scheidet ein Ansatz der Ver&auml;u&szlig;erungsverluste gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 EStG bereits aus diesem Grunde aus. Denn die Verwirklichung des Ver&auml;u&szlig;erungsverlusts gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 EStG setzt die Ver&auml;u&szlig;erung einer solchen Kapitalforderung voraus. Wenn die Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 hingegen sonstige Kapitalforderungen w&auml;ren, k&auml;me eine Ermittlung und Ber&uuml;cksichtigung der Ver&auml;u&szlig;erungsverluste nach der Marktrendite gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG, die vom Kl&auml;ger erstrebt wird, jedoch ebenfalls nicht in Betracht (siehe unten unter II.2.c&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Unter den Begriff der Kapitalforderung i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG fallen alle auf eine Geldleistung gerichteten Forderungen, deren Steuerbarkeit sich nicht bereits aus einem anderen Tatbestand i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 bis&nbsp;6 oder&nbsp;8 bis&nbsp;10 EStG ergibt, und zwar ohne R&uuml;cksicht auf die Dauer der Kapital&uuml;berlassung oder den Rechtsgrund des Anspruchs (BFH-Urteil vom 12.&nbsp;Mai 2015 VIII&nbsp;R&nbsp;35\/14, BFHE 250, 71, BStBl II 2015, 834). Die Regelung erfasst solche Kapitalforderungen, wenn die Kapitalr&uuml;ckzahlung zugesagt ist, aber die Zahlung eines Entgelts dem Grunde und der H&ouml;he nach ungewiss ist (Alternative&nbsp;1), oder die Kapitalr&uuml;ckzahlung nicht zugesagt ist, aber dem Gl&auml;ubiger f&uuml;r die Kapital&uuml;berlassung ein Entgelt zugesagt oder gew&auml;hrt wird, wobei die H&ouml;he des Entgelts von einem ungewissen Ereignis abh&auml;ngen kann (Alternative&nbsp;2).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Nach der bisherigen Rechtsprechung des Senats wurde die Zusage einer Kapitalr&uuml;ckzahlung verneint, wenn der Steuerpflichtige nur eine teilweise garantierte Mindestr&uuml;ckzahlung erhalten sollte und er im &Uuml;brigen &#8211;wegen der Ankn&uuml;pfung der Kapitalr&uuml;ckzahlung an einen variablen Index&#8211; eindeutig das Risiko eines Kapitalausfalls eingegangen ist (BFH-Urteil vom 4.&nbsp;Dezember 2007 VIII&nbsp;R&nbsp;53\/05, BFHE 219, 339, BStBl II 2008, 563, unter II.1.d&nbsp;bb). Ob der Verkn&uuml;pfung der Kapitalr&uuml;ckzahlung mit einem Index auch die im Streitfall vorliegende Konstellation gleich zu erachten ist, dass eine Kapitalr&uuml;ckzahlung zwar im Fall der K&uuml;ndigung der Schuldverschreibungen vorgesehen ist, aber nur der Emittent nach seinem freien Belieben die K&uuml;ndigung aussprechen kann und ohne K&uuml;ndigung die Laufzeit der Schuldverschreibungen unendlich ist, kann im Streitfall indes offenbleiben. F&uuml;r die Ablehnung einer zugesagten Kapitalr&uuml;ckzahlung k&ouml;nnte sprechen, dass der Steuerpflichtige typischerweise darauf angewiesen ist, durch die Ver&auml;u&szlig;erung der Schuldverschreibungen im Rahmen des Ver&auml;u&szlig;erungserl&ouml;ses auch sein eingesetztes Kapital zur&uuml;ckzuerhalten (siehe zu den Argumenten f&uuml;r die eine oder andere Sichtweise Haberland, Betriebs-Berater 2014, 2328, 2330). Offenbleiben kann auch die weitere Frage, ob i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 Alternative&nbsp;2 EStG noch ein (ungewisses) Entgelt zugesagt ist, wenn die Verpflichtung zur Kuponzahlung der Emittenten von deren Eigenkapitalausstattung abh&auml;ngt und zus&auml;tzlich die Emittenten Kuponzahlungen, die aufgrund einer hinreichenden Eigenkapitalausstattung geschuldet werden, ohne Nachzahlungsverpflichtung aufschieben und verfallen lassen d&uuml;rfen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Dass im Streitjahr und den Vorjahren tats&auml;chlich an die Kl&auml;gerin Zinsen ausgezahlt wurden, f&uuml;hrt jedenfalls nicht zur &quot;Gew&auml;hrung&quot; eines (ungewissen) Entgelts i.S. des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 Alternative&nbsp;2 EStG. Denn der Wortlaut ist teleologisch dahingehend zu reduzieren, dass Ertr&auml;ge aus sonstigen Kapitalforderungen nach dieser Alternative nur dann vorliegen, wenn ohne eine Vereinbarung entweder die Kapitalr&uuml;ckzahlung oder die H&ouml;he eines (Mindest-)Entgelts im Vorhinein sicher feststehen (BFH-Urteil in BFHE 219, 339, BStBl II 2008, 563, unter II.1.c&nbsp;aa). Beides war hier nicht der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Die Revision des Kl&auml;gers ist auch dann unbegr&uuml;ndet, wenn die Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 sonstige Kapitalforderungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG sind. Diese weisen zwar &#8211;wie der Kl&auml;ger geltend macht&#8211; keine Emissionsrendite auf (siehe unter II.2.c&nbsp;aa). Dem Ansatz der Ver&auml;u&szlig;erungsverluste auf Grundlage der Marktrendite steht jedoch nach der st&auml;ndigen Rechtsprechung des Senats der Gesetzeszweck des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG entgegen (siehe unter II.2.c&nbsp;bb).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Der Begriff der Emissionsrendite ist im Einkommensteuergesetz nicht definiert. Nach st&auml;ndiger Rechtsprechung des BFH ist als Emissionsrendite die vom Emittenten bei der Begebung der Anlage von vornherein zugesagte, eindeutig abgrenz- und bezifferbare Rendite zu verstehen, die bis zur Einl&ouml;sung des Papiers bzw. Endf&auml;lligkeit der Kapitalforderung mit Sicherheit erzielt werden kann (BFH-Urteile in BFHE 193, 374, BStBl II 2001, 97; vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;79\/03, BFHE 216, 187, BStBl II 2007, 562; vom 26.&nbsp;Juni 2012 VIII&nbsp;R&nbsp;40\/10, BFH\/NV 2013, 346; vom 17.&nbsp;Dezember 2013 VIII&nbsp;R&nbsp;42\/12, BFHE 244, 36, BStBl II 2014, 319; vom 5.&nbsp;November 2014 VIII&nbsp;R&nbsp;28\/11, BFHE 248, 5, BStBl II 2015, 276; in BFHE 249, 228, BStBl II 2015, 693).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Ma&szlig;geblich f&uuml;r die Pr&uuml;fung des Vorliegens einer Emissionsrendite ist die Ausgestaltung der fraglichen Wertpapiere oder Kapitalforderungen im Zeitpunkt der Emission (st&auml;ndige Rechtsprechung, vgl. dazu im Einzelnen mit Nachweisen die BFH-Urteile vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;62\/04, BFHE 216, 199, BStBl II 2007, 568; vom 20.&nbsp;November 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;97\/02, BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555; vom 11.&nbsp;Juli 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;67\/04, BFHE 215, 86, BStBl II 2007, 553; vom 13.&nbsp;Dezember 2006 VIII&nbsp;R&nbsp;6\/05, BFHE 216, 206, BStBl II 2007, 571).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>34<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>H&auml;ngt die H&ouml;he der Kapitalertr&auml;ge von ungewissen Ereignissen in der Zukunft ab, fehlt es an einer endg&uuml;ltig bezifferbaren Emissionsrendite im Zeitpunkt der Emission (BFH-Urteil in BFHE 249, 228, BStBl II 2015, 693 zu &quot;Par-Schuldverschreibungen&quot; wegen Abh&auml;ngigkeit der Emissionsrendite von der ungewissen BIP-Entwicklung der Republik Argentinien).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>35<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 haben nach den vorstehenden Grunds&auml;tzen keine Emissionsrendite. Bei beiden Schuldverschreibungen schloss sich an eine festverzinsliche Phase eine variable Verzinsung an, die nach der &#8211;jederzeit nach den Verh&auml;ltnissen des Kapitalmarkts &auml;nderbaren&#8211; Differenz zwischen dem 10-Jahres&nbsp;Euro Swapsatz und dem 2-Jahres&nbsp;Euro Swapsatz zum jeweiligen Fixing bemessen und an bestimmte Ober- und Untergrenzen sowie an die Eigenkapitalausstattung der Emittenten sowie daran gebunden war, dass die Verzinsung nicht aufgeschoben wurde. Die Zinsuntergrenzen der Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 f&uuml;hren nicht zur Annahme einer Emissionsrendite. Soweit der Senat eine zugesagte Mindestrendite, die nicht dem Kapitalmarktzins im Zeitpunkt der Emission entspricht, als Emissionsrendite angesehen hat (BFH-Urteil in BFHE 248, 5, BStBl II 2015, 276, Rz&nbsp;21), gilt dies nur in F&auml;llen, in denen diese Verzinsung von vornherein feststeht, nicht aber, wenn wie im Streitfall die Verzinsung von unkalkulierbaren Ereignissen abh&auml;ngt. Letzteres war im Hinblick auf die sich stetig &auml;ndernden Referenzzinss&auml;tze und die weiteren Bedingungen f&uuml;r eine Zinszahlung aus der Sph&auml;re der Emittenten der Fall.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>36<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Grunds&auml;tzlich w&auml;re nach dem Wortlaut des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG daher eine Besteuerung nach der Marktrendite geboten (vgl. dazu BFH-Urteil in BFHE 244, 36, BStBl II 2014, 319, unter Rz&nbsp;13 zu teilweise vergleichbaren nachrangigen Hybridanleihen). Jedoch steht der Gesetzeszweck dem Ansatz der Marktrendite entgegen. Demgem&auml;&szlig; sind die Verluste aus der Ver&auml;u&szlig;erung der hier zu beurteilenden Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 auch nicht gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG einkommensmindernd zu ber&uuml;cksichtigen, wenn die Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 sonstige Kapitalforderungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG w&auml;ren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>37<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aaa) Wie der Senat bereits mit Urteil in BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555 entschieden hat, wollte der Gesetzgeber mit der Neufassung des &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 EStG durch das Mi&szlig;brauchsbek&auml;mpfungs- und Steuerbereinigungsgesetz vom 21.&nbsp;Dezember 1993 (BGBl I 1993, 2310) nicht jegliche Wertver&auml;nderung im Verm&ouml;gensstamm erfassen, sondern lediglich solche Kapitalanlagen, bei denen an sich steuerpflichtige Zinsertr&auml;ge als steuerfreier Wertzuwachs konstruiert werden (vgl. BTDrucks&nbsp;12\/5630, S.&nbsp;59). Diese Kapitalanlagen machten sich den Umstand zunutze, dass nach bis dahin g&uuml;ltigem Recht im Privatverm&ouml;gen zwischen steuerpflichtigen Kapitalertr&auml;gen (z.B. Zinsen) und steuerfreien Verm&ouml;gensmehrungen zu unterscheiden war (vgl. BTDrucks&nbsp;12\/6078, S.&nbsp;116). Der Gesetzgeber wollte sicherstellen, &quot;dass Vorteile, die unabh&auml;ngig von ihrer Bezeichnung und ihrer zivilrechtlichen Gestaltung bei wirtschaftlicher Betrachtung f&uuml;r die &Uuml;berlassung von Kapitalverm&ouml;gen zur Nutzung erzielt werden, zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen geh&ouml;ren&quot; (vgl. BTDrucks&nbsp;12\/5630, S.&nbsp;59).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>38<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bbb) Bei den Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 sind diese Besonderheiten nicht gegeben. &Auml;hnlich wie bei &quot;einfachen Floatern&quot; (vgl. dazu Senatsurteil in BFHE 216, 79, BStBl II 2007, 555) gibt es weder verdeckte Zinsertr&auml;ge noch eine Vermengung von Ertrags- und Verm&ouml;gensebene. Der Zinsertrag beider Schuldverschreibungen liegt vielmehr offen und ist im Streitfall im Nachhinein ohne jede Schwierigkeit zu ermitteln. Der Unterschied zu &quot;einfachen Floatern&quot; besteht lediglich darin, dass bei den Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 zun&auml;chst ein Zeitraum mit einer festen Verzinsung vorgesehen ist, an den sich dann eine variable Verzinsung anschlie&szlig;t, die sich aus einer Differenz der &#8211;jederzeit ver&auml;nderbaren&#8211; Bezugsgr&ouml;&szlig;en des 10-Jahres&nbsp;Euro Swapsatzes und des 2-Jahres&nbsp;Euro Swapsatzes zusammensetzt. Die H&ouml;he der Verzinsung ist damit entscheidend von diesen Referenzzinss&auml;tzen abh&auml;ngig; steigen diese, erh&ouml;ht sich die Verzinsung bis zu einer bestimmten Obergrenze, fallen sie, erm&auml;&szlig;igt sich die Verzinsung bis zu einer bestimmten Untergrenze.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>39<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>d) Die Ver&auml;u&szlig;erungsverluste aus den Schuldverschreibungen&nbsp;1 und&nbsp;2 sind daher, wie vom FG im Ergebnis richtig entschieden, im Streitjahr nicht zu ber&uuml;cksichtigen. Ob das FA in der Einspruchsentscheidung und ihm folgend das FG zu Recht die Zinseinnahmen des Streitjahres mangels Vorliegens sonstiger Kapitalforderungen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG (siehe oben unter II.2.b) als nicht steuerbar und die korrespondierenden Werbungs- und Ver&auml;u&szlig;erungskosten als nicht abzugsf&auml;hig angesehen haben, ist vom Senat nicht zu entscheiden. Denn selbst wenn die hieraus resultierenden Eink&uuml;nfte gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;20 Abs.&nbsp;1 Nr.&nbsp;7 EStG steuerpflichtig w&auml;ren, w&auml;re der Senat aufgrund des Verb&ouml;serungsverbots (&sect;&nbsp;96 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 FGO) daran gehindert, diese im Einkommensteuerbescheid f&uuml;r das Streitjahr zu erfassen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>40<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 27.10.2015, VIII R 70\/13 Ermittlung der Emissionsrendite bei Schuldverschreibungen mit einer Phase fester und indexabh&auml;ngiger variabler Verzinsung Tenor Die Revision des Revisionskl&auml;gers gegen das Urteil des Finanzgerichts D&uuml;sseldorf vom 31. August 2012&nbsp;&nbsp;3 K 4554\/11 E wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen. Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Revisionskl&auml;ger zu tragen. Tatbestand 1&nbsp; I. Streitig &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/viii-r-70-13-ermittlung-der-emissionsrendite-bei-schuldverschreibungen-mit-einer-phase-fester-und-indexabhaengiger-variabler-verzinsung\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">VIII&nbsp;R&nbsp;70\/13 &#8211; Ermittlung der Emissionsrendite bei Schuldverschreibungen mit einer Phase fester und indexabh&auml;ngiger variabler Verzinsung<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-66431","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuer"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66431","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66431"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66431\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66431"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66431"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66431"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}