{"id":6647,"date":"2012-11-30T21:34:22","date_gmt":"2012-11-30T19:34:22","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=6647"},"modified":"2012-11-30T21:34:22","modified_gmt":"2012-11-30T19:34:22","slug":"i-r-108-09-einkuenfte-aus-kapitalvermoegen-aus-einem-als-eigenbetrieb-gefuehrten-bga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-108-09-einkuenfte-aus-kapitalvermoegen-aus-einem-als-eigenbetrieb-gefuehrten-bga\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;108\/09 &#8211; Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen aus einem als Eigenbetrieb gef&uuml;hrten BgA"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.11.2011, I R 108\/09<\/p>\n<p class=\"titel\">Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen aus einem als Eigenbetrieb gef&uuml;hrten BgA<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die Aufl&ouml;sung von R&uuml;cklagen zu Zwecken au&szlig;erhalb des BgA f&uuml;hrt zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft. Dies gilt auch f&uuml;r Gewinne des BgA, die im ersten Jahr der Geltung des KStG i.d.F. des StSenkG vom 23. Oktober 2000 erwirtschaftet wurden. Die Annahme, der Gewinn des BgA und die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen w&uuml;rden gleichzeitig erzielt, gilt nicht f&uuml;r einen nach den Eigenbetriebsgesetzen der L&auml;nder gef&uuml;hrten BgA (Abgrenzung zum Senatsurteil vom 11. Juli 2007 I R 105\/05, BFHE 218, 327, BStBl II 2007, 841).<\/p>\n<p>2. Gewinne eines als Eigenbetrieb gef&uuml;hrten BgA, deren &Uuml;berf&uuml;hrung in den allgemeinen Haushalt noch nicht beschlossen wurde und die auch nicht ohne einen entsprechenden Beschluss tats&auml;chlich an die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft zur allgemeinen Verwendung geleistet wurden (vGA), f&uuml;hren noch nicht zu Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002, sondern gelten als den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrt.<\/p>\n<p>3. In die Verwendungsrechnung des &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 sind &#8211;von Kapitalherabsetzungen abgesehen&#8211; s&auml;mtliche Transferleistungen des Eigenbetriebs an seine Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft, die nicht auf der Grundlage eines steuerlich anzuerkennenden (fiktiven) gegenseitigen Vertrages erbracht werden, einzubeziehen. Allein der Aussch&uuml;ttungsbeschluss f&uuml;hrt zu einem Abfluss der entsprechenden Leistung beim BgA und damit zu einer Minderung des steuerlichen Einlagekontos.<\/p>\n<p>4. Der Kapitalertragsteuer werden sachverhaltsbezogen nur einzelne Eink&uuml;nfte unterworfen. Das FG kann daher nicht im Wege der Saldierung einen in einem Kapitalertragsteuerbescheid nicht enthaltenen Sachverhalt erfassen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Der Kl&auml;ger und Revisionsbeklagte (Kl&auml;ger), eine K&ouml;rperschaft des &ouml;ffentlichen Rechts (Kreis), unterh&auml;lt mit dem Eigenbetrieb &quot;&#8230;&quot; seit 1991 einen Betrieb gewerblicher Art (BgA) i.S. der &sect;&sect; 1 Abs. 1 Nr. 6, 4 Abs. 1 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes (KStG 2002). Der Eigenbetrieb unterliegt den Vorschriften des Hessischen Eigenbetriebsgesetzes. Dem BgA zugeordnet sind als gewillk&uuml;rtes Betriebsverm&ouml;gen Aktien an einem &#8230;-Unternehmen. Die H&auml;lfte dieser Anteile wurde im Mai 2002 zu einem Preis von 53.691.673,96 EUR ver&auml;u&szlig;ert. Der BgA erzielte hieraus einen au&szlig;erordentlichen Ertrag in H&ouml;he von 41.423.000 EUR.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kreistag des Kl&auml;gers beschloss am 23. September 2002 folgende Aussch&uuml;ttung des BgA an den Kl&auml;ger:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table cellpadding=\"1\" cellspacing=\"2\" border=\"0\" class=\"Rsp\">\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">EUR<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Allgemeine R&uuml;cklage<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">16.068.652,18<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Bilanzgewinn bis einschlie&szlig;lich 2000<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">3.616.329,10<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Bilanzgewinn 2001<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">6.904.734,05<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Vorabaussch&uuml;ttung Jahresgewinn 2002<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">7.649.001,74<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\"><span style=\"text-decoration:underline\">Herabsetzung Stammkapital auf 0 EUR<\/span><\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\"><span style=\"text-decoration:underline\">2.761.282,93<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">Summe<\/td>\n<td colspan=\"1\" rowspan=\"1\">\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:right\">37.000.000,00<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der gleichen Sitzung beschloss der Kreistag, das Stammkapital von 2.761.282,93 EUR auf 0 EUR herabzusetzen. Die auszuzahlenden Betr&auml;ge wurden aus dem Verkaufserl&ouml;s der Aktien finanziert.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der BgA erwirtschaftete im Jahr 2002 einen Jahresgewinn von 40.212.574,54 EUR. Mit Beschluss des Kreistages vom 24. Februar 2003 wurde das Stammkapital des BgA auf 2 Mio. EUR neu festgesetzt und aus Eigenmitteln (Gewinnen) finanziert. In einem weiteren Beschluss des Kreistages vom 24. Februar 2003 wurde in Erg&auml;nzung des Beschlusses vom 23. September 2002 beschlossen, dem Kl&auml;ger zus&auml;tzlich einen R&uuml;ckzahlungsanspruch gegen den BgA in H&ouml;he von 4.363.890,44 EUR einzur&auml;umen, so dass der (Brutto-)Aussch&uuml;ttungsbetrag insgesamt 41.363.890,44 EUR betrug.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger meldete mit Steueranmeldung f&uuml;r Oktober 2002 vom 20. Dezember 2002&nbsp;&nbsp;1.627.024,60 EUR Kapitalertragsteuer zuz&uuml;glich Solidarit&auml;tszuschlag zur Kapitalertragsteuer an. Darin wertete er als kapitalertragsteuerpflichtig den Bilanzgewinn 2001 sowie die Vorabaussch&uuml;ttung des Jahresgewinns 2002. Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) war hingegen der Auffassung, auch die R&uuml;ckzahlung des Stammkapitals sei kapitalertragsteuerpflichtig und setzte mit &Auml;nderungsbescheid vom 24. Februar 2006 Kapitalertragsteuer f&uuml;r 2002 in H&ouml;he von 1.935.720 EUR fest. Dem lag als Bemessungsgrundlage die Summe der Aussch&uuml;ttungen aus der Vorabaussch&uuml;ttung 2002 (7.649.001,74 EUR), des Bilanzgewinns 2001 (6.904.734,05 EUR) und der Herabsetzung des Stammkapitals (2.761.282,93 EUR) in H&ouml;he von 17.315.018,71 EUR zu Grunde, woraus sich ein Aussch&uuml;ttungsbetrag einschlie&szlig;lich Kapitalertragsteuer in H&ouml;he von 19.357.203,71 EUR und eine Kapitalertragsteuer von 1.935.720 EUR ergab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Klage begehrte der Kl&auml;ger eine Festsetzung der Kapitalertragsteuer auf 855.114 EUR. Er war nunmehr der Auffassung, nur die Vorabaussch&uuml;ttung des Jahresgewinns 2002 f&uuml;hre zu kapitalertragsteuerpflichtigen Eink&uuml;nften. Die Klage hatte insoweit Erfolg, als das Hessische Finanzgericht (FG) mit Urteil vom 7. Oktober 2009&nbsp;&nbsp;4 K 3240\/06 die Kapitalertragsteuer 2002 auf 1.201.289 EUR festsetzte. Im &Uuml;brigen wies es die Klage ab. Es hielt die Vorabaussch&uuml;ttung des Jahresgewinns 2002 in H&ouml;he von 7.649.001,74 EUR und den R&uuml;ckzahlungsanspruch in H&ouml;he von 4.363.890,44 EUR f&uuml;r kapitalertragsteuerpflichtig. Im &Uuml;brigen sei der Gewinn 2002 den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrt worden. Die Aussch&uuml;ttung der &uuml;brigen Betr&auml;ge f&uuml;hre nicht zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen. Das Urteil des FG ist in Entscheidungen der Finanzgerichte 2010, 1319 ver&ouml;ffentlicht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung materiellen Rechts; das FG habe zu Unrecht den Bilanzgewinn 2001 (6.904.734,05 EUR) und die Herabsetzung des Stammkapitals (2.761.282,93 EUR) nicht in die Bemessungsgrundlage der Kapitalertragsteuer einbezogen. Das FA beantragt, das Urteil des FG aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Kl&auml;ger beantragt, die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>    <\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Die Revision ist begr&uuml;ndet. Sie f&uuml;hrt zur Aufhebung des FG-Urteils und zur Zur&uuml;ckverweisung der Sache an das FG (&sect; 126 Abs. 3 Satz 1 Nr. 2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Die Feststellungen des FG erm&ouml;glichen keine abschlie&szlig;ende Beurteilung, in welcher H&ouml;he die Kapitalertragsteuer festzusetzen ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Von Kapitalertr&auml;gen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b des Einkommensteuergesetzes 2002 (EStG 2002) wird die Einkommensteuer durch Abzug vom Kapitalertrag erhoben (&sect; 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7c EStG 2002). Als Gl&auml;ubiger der Kapitalertr&auml;ge und damit als Schuldner der Kapitalertragsteuer (&sect; 44 Abs. 1 Satz 1 EStG 2002) gilt in diesen F&auml;llen gem&auml;&szlig; &sect; 44 Abs. 6 Satz 1 EStG 2002 die juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts; der BgA gilt als Schuldner der Kapitalertr&auml;ge. Die Kapitalertragsteuer entsteht, auch soweit sie auf verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA) entf&auml;llt, die im abgelaufenen Wirtschaftsjahr vorgenommen worden sind, im Zeitpunkt der Bilanzerstellung; sie entsteht sp&auml;testens acht Monate nach Ablauf des Wirtschaftsjahrs; in den F&auml;llen des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b Satz 2 EStG 2002 entsteht sie am Tag nach der Beschlussfassung &uuml;ber die Verwendung (&sect; 44 Abs. 6 Satz 2 EStG 2002). Die Kapitalertragsteuer ist gem&auml;&szlig; &sect; 44 Abs. 6 Satz 4 i.V.m. Abs. 1 Satz 3 EStG 2002 von der die Kapitalertr&auml;ge auszahlenden Stelle f&uuml;r Rechnung des Gl&auml;ubigers der Kapitalertr&auml;ge einzubehalten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Zu den Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 geh&ouml;ren bei nicht von der K&ouml;rperschaftsteuer befreiten BgA i.S. des &sect; 4 KStG 2002 ohne eigene Rechtspers&ouml;nlichkeit unter den weiteren in der Vorschrift genannten Voraussetzungen der nicht den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrte Gewinn und vGA. Die Aufl&ouml;sung der R&uuml;cklagen zu Zwecken au&szlig;erhalb des BgA f&uuml;hrt zu einem Gewinn i.S. des Satzes 1. &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 enth&auml;lt eine Aussch&uuml;ttungsfiktion, denn aufgrund der fehlenden rechtlichen Selbst&auml;ndigkeit des BgA kann eine tats&auml;chliche Gewinnaussch&uuml;ttung an die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft nicht erfolgen (BTDrucks 14\/2683, S. 114 f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der BgA &quot;&#8230;&quot; ist rechtlich unselbst&auml;ndig, ermittelt seinen Gewinn durch Betriebsverm&ouml;gensvergleich und hat im Wirtschaftsjahr 2002, das dem Kalenderjahr entspricht, einen Gewinn in H&ouml;he von 40.212.574,54 EUR erzielt. Dieser Gewinn f&uuml;hrt gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 beim Kl&auml;ger grunds&auml;tzlich zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen, sofern er nicht den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrt wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>4. Nach den Feststellungen des FG unterliegt der BgA dem Hessischen Eigenbetriebsgesetz. W&auml;hrend bei Regiebetrieben Einnahmen und Ausgaben unmittelbar in den allgemeinen Haushalt der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft flie&szlig;en und von dort bestritten werden, kann die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft auf die im Eigenbetrieb erzielten Gewinne nicht unmittelbar zugreifen (vgl. Senatsurteil vom 23. Januar 2008 I R 18\/07, BFHE 220, 357, BStBl II 2008, 573). Denn es handelt sich um eine organisatorisch und haushaltsm&auml;&szlig;ig verselbst&auml;ndigte Einrichtung, die finanzwirtschaftlich Sonderverm&ouml;gen der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft ist. Erst wenn das hierf&uuml;r zust&auml;ndige Gremium &#8211;im Streitfall der Kreistag&#8211; beschlie&szlig;t, den Gewinn ganz oder teilweise in den allgemeinen Haushalt der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft zu &uuml;berf&uuml;hren, kann die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft hier&uuml;ber verf&uuml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Hieraus folgt, dass in Eigenbetrieben erzielte Gewinne, deren &Uuml;berf&uuml;hrung in den allgemeinen Haushalt noch nicht beschlossen wurde und die auch nicht ohne einen entsprechenden Beschluss tats&auml;chlich an die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft zur allgemeinen Verwendung geleistet wurden (vGA), noch nicht zu Eink&uuml;nften i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 f&uuml;hren, sondern als den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrt gelten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Soweit die Verwaltung (Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 08.August 2005, BStBl I 2005, 831) die Bildung von R&uuml;cklagen in Abkehr von ihrer bisherigen Auffassung (BMF-Schreiben vom 11. September 2002, BStBl I 2002, 935) nur zulassen will, wenn die Zwecke des BgA ohne die R&uuml;cklagenbildung nachhaltig nicht erf&uuml;llt werden k&ouml;nnen, folgt dem der Senat f&uuml;r Eigenbetriebe nicht (gleicher Ansicht Bott, Deutsche Steuer-Zeitung 2009, 710, 724). &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002, dessen Wortlaut eine dementsprechende Einschr&auml;nkung nicht enth&auml;lt, bezweckt, die juristische Person des &ouml;ffentlichen Rechts mit ihrer wirtschaftlichen Bet&auml;tigung durch den rechtlich unselbst&auml;ndigen BgA im Ergebnis derselben Steuerbelastung zu unterwerfen wie Anteilseigner, die sich wirtschaftlich &uuml;ber eine Kapitalgesellschaft bet&auml;tigen (BTDrucks 14\/2683, S. 114; vgl. Senatsurteil in BFHE 220, 357, BStBl II 2008, 573). Der im BgA erzielte Gewinn wird daher einer zus&auml;tzlichen Kapitalertragsteuerbelastung unterworfen. Solange der in einem Eigenbetrieb erzielte Gewinn der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft aber nicht zur Verwendung im allgemeinen Haushalt zur Verf&uuml;gung gestellt wird, kann diese hierauf ebenso wenig zugreifen wie in der vergleichbaren Situation der Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft auf den Gewinn der Gesellschaft. Insoweit unterscheiden sich Regie- und Eigenbetriebe. &Uuml;ber Gewinne eines Regiebetriebs kann die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft unmittelbar verf&uuml;gen, sodass es gerechtfertigt ist, R&uuml;cklagen nur zuzulassen, wenn dies betrieblich erforderlich ist.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>5. Der Kreistag hat am 23. September 2002 eine Vorabaussch&uuml;ttung des Jahresgewinns 2002 in H&ouml;he von 7.649.001,74 EUR beschlossen. Zutreffend hat das FG angenommen, dass insoweit grunds&auml;tzlich kapitalertragsteuerpflichtige Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 vorliegen. In dieser H&ouml;he ist der Gewinn des Jahres 2002 nicht den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrt, sondern in den allgemeinen Haushalt des Kl&auml;gers ausgesch&uuml;ttet worden. Ob es sich um eine vGA oder eine offene Aussch&uuml;ttung handelt, kann dahingestellt bleiben, weil die Rechtsfolgen hier wie dort gleich sind. Die Kapitalertragsteuer entsteht sowohl f&uuml;r offene Aussch&uuml;ttungen als auch f&uuml;r vGA im Zeitpunkt der Bilanzerstellung, sp&auml;testens jedoch acht Monate nach Ablauf des Wirtschaftsjahrs (&sect; 44 Abs. 6 Satz 2 EStG 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>6. Das FG hat angenommen, der Kl&auml;ger habe auch insoweit Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen erzielt, als ihm durch Beschluss des Kreistages vom 24. Februar 2003 ein R&uuml;ckzahlungsanspruch von 4.363.890,44 EUR einger&auml;umt worden ist. Dies trifft zwar zu. Denn ab diesem Zeitpunkt konnte der Kl&auml;ger &uuml;ber diesen Teil des Gewinns frei verf&uuml;gen und es stand fest, dass eine Gewinnr&uuml;cklage nicht gebildet werden sollte. Dieser Sachverhalt war aber nicht Gegenstand der angefochtenen Kapitalertragsteuerfestsetzung und damit auch nicht Gegenstand der Anfechtungsklage vor dem FG.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>W&auml;hrend K&ouml;rperschaftsteuer- und Einkommensteuerbescheide s&auml;mtliche Eink&uuml;nfte erfassen, die innerhalb des Veranlagungszeitraums bezogen werden, werden der Kapitalertragsteuer nur einzelne Eink&uuml;nfte unterworfen. Die Anmeldung der Kapitalertragsteuer gem&auml;&szlig; &sect; 45a i.V.m. &sect; 44 Abs. 1 und Abs. 6 EStG 2002 ist deswegen ebenso wie die davon abweichende Nachforderung durch einen Festsetzungsbescheid gem&auml;&szlig; &sect; 167 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung unbeschadet des in &sect; 44 Abs. 1 Satz 5 EStG 2002 geregelten Anmeldungszeitraums sachverhalts- und nicht zeitraumbezogen ausgestaltet. Bei Zusammenfassung mehrerer Zahlungen in einer Anmeldung oder in einem Nachforderungsbescheid handelt es sich mithin um einen sog. Sammelbescheid; es liegen mehrere Streitgegenst&auml;nde vor. Im Streitfall hat das FA zwar &#8211;insoweit missverst&auml;ndlich&#8211; den angefochtenen Nachforderungsbescheid &uuml;ber Kapitalertragsteuer mit &quot;Zeitraum 2002&quot; bezeichnet. Es hat aber im Bescheid jene Vorg&auml;nge, die es als kapitalertragsteuerpflichtig beurteilt hat, im Einzelnen benannt: die Herabsetzung des Stammkapitals, die Aussch&uuml;ttung des Gewinns 2001 und die Vorabaussch&uuml;ttung des Gewinns 2002. Streitgegenstand kann daher auch nur die Frage sein, ob diese Aussch&uuml;ttungen eine Kapitalertragsteuerpflicht ausl&ouml;sen, nicht aber, ob weitere, bislang nicht einbezogene steuerausl&ouml;sende Betr&auml;ge aus dem Gewinn des Jahrs 2002 kapitalertragsteuerpflichtig sind.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>7. Das FG hat zu Unrecht angenommen, dass die Aussch&uuml;ttung des Bilanzgewinns 2001 in H&ouml;he von 6.904.734,05 EUR nicht zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 gef&uuml;hrt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b Satz 2 EStG 2002 f&uuml;hrt die Aufl&ouml;sung von R&uuml;cklagen zu Zwecken au&szlig;erhalb des BgA zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen. Da die Vorschrift im Wirtschaftsjahr 2002 anwendbar ist (&sect; 52 Abs. 37a Satz 2 EStG 2002\/1997 i.d.F. des Gesetzes zur Senkung der Steuers&auml;tze und zur Reform der Unternehmensbesteuerung &#8211;StSenkG&#8211; vom 23. Oktober 2000, BGBl I 2000, 1433), hat der Kl&auml;ger Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen in dieser H&ouml;he erzielt, f&uuml;r die Kapitalertragsteuer am Tag nach der Beschlussfassung &uuml;ber die Verwendung entstanden ist (&sect; 44 Abs. 6 Satz 2 EStG 2002).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Senat hat allerdings mit Urteil vom 11. Juli 2007 I R 105\/05 (BFHE 218, 327, BStBl II 2007, 841) entschieden, dass Gewinne eines BgA ohne eigene Rechtspers&ouml;nlichkeit, die &#8211;bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr&#8211; 2001 erwirtschaftet werden, noch nicht zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen f&uuml;hren. Dem lag die Erw&auml;gung zu Grunde, dass der Gewinn des BgA und die Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen wegen der rechtlichen Identit&auml;t der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft und des BgA zeitgleich erzielt w&uuml;rden. Diese zu einem Regiebetrieb entwickelte Annahme ist auf den hier vorliegenden Fall des Eigenbetriebs nicht &uuml;bertragbar. Wie vorstehend unter II.4. und im Senatsurteil in BFHE 220, 357, BStBl II 2008, 573, unter II.2.b cc ausgef&uuml;hrt, kann die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft auf in Eigenbetrieben erwirtschaftete Gewinne &#8211;&auml;hnlich dem Anteilseigner einer Kapitalgesellschaft&#8211; erst zugreifen, wenn der Gewinn durch Aussch&uuml;ttungsbeschluss oder vGA an die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft f&uuml;r Zwecke au&szlig;erhalb des BgA &uuml;berf&uuml;hrt wird. Dies rechtfertigt es, auch erst zu diesem Zeitpunkt von einer Verwirklichung des Tatbestands des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 auszugehen. Soweit sich die Ausf&uuml;hrungen im Senatsurteil in BFHE 218, 327, BStBl II 2007, 841 unterschiedslos auf alle BgA ohne eigene Rechtspers&ouml;nlichkeit beziehen, h&auml;lt der Senat daran mithin nicht fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) &sect; 52 Abs. 37a Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des StSenkG stellt entgegen der Auffassung des Kl&auml;gers den vom BgA erzielten Gewinn 2001 nicht unabh&auml;ngig davon frei, wann er der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft zugeflossen ist. Der Wortlaut der Regelung k&ouml;nnte zwar diese Deutung zulassen. Dies lie&szlig;e aber au&szlig;er Acht, dass &sect; 52 Abs. 37a EStG 1997 i.d.F. des StSenkG eine &Uuml;berleitungsvorschrift zu &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des StSenkG ist und folglich nur regeln kann, wann die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft erstmals Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen erzielt. &sect; 52 Abs. 37a Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des StSenkG ist daher dahingehend auszulegen, dass die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft &#8211;bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr&#8211; erstmals in 2002 (fiktiv) zugeflossene Gewinne ihrer BgA als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen versteuern muss. Wird der Gewinn 2001 eines Eigenbetriebs weder im Wege der vGA noch durch Vorabaussch&uuml;ttung an die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft ausgesch&uuml;ttet, sondern erst durch Gewinnverwendungsbeschluss im Jahr 2002 der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft zugewiesen oder wird er zur G&auml;nze zun&auml;chst den R&uuml;cklagen zugef&uuml;hrt und sp&auml;ter aufgel&ouml;st, steht &sect; 52 Abs. 37a Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des StSenkG der Anwendung des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b Satz 2 EStG 2002 nicht entgegen. Nur diese Auslegung meidet Wertungswiderspr&uuml;che zu &sect; 52 Abs. 37a Satz 1 EStG 1997 i.d.F. des StSenkG, nach der bei rechtlich selbst&auml;ndigen BgA die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft erstmals Leistungen als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. a EStG 1997 i.d.F. des StSenkG versteuern muss, die &#8211;bei kalenderjahrgleichem Wirtschaftsjahr&#8211; im Wirtschaftsjahr 2002 der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft zuflie&szlig;en. Es ist nicht ersichtlich, dass der Gesetzgeber abweichend hiervon bei rechtlich unselbst&auml;ndigen BgA den im ersten Jahr des Halbeink&uuml;nfteverfahrens erzielten Gewinn g&auml;nzlich als Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen freistellen wollte.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>8. Ob die Herabsetzung des Nennkapitals eine Vorabaussch&uuml;ttung des Gewinns 2002 ist und damit im Grundsatz zu kapitalertragsteuerpflichtigen Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen f&uuml;hrt, h&auml;ngt davon ab, ob diese nach den landesrechtlichen Vorschriften zul&auml;ssig war. Feststellungen zum einschl&auml;gigen Landesrecht hat das FG &#8211;aus seiner rechtlichen Sicht zu Recht&#8211; nicht getroffen. Da die Feststellung von Landesrecht zu den tats&auml;chlichen Feststellungen geh&ouml;rt (&sect; 118 Abs. 2 FGO), kann der Senat sie nicht selbst&auml;ndig treffen. Sollte eine Herabsetzung des Nennkapitals und zeitnahe Heraufsetzung des Nennkapitals in nahezu gleicher H&ouml;he nach den einschl&auml;gigen landesrechtlichen Vorschriften zul&auml;ssig gewesen sein, f&uuml;hrte dies zu einem Zugang auf dem steuerlichen Einlagekonto in H&ouml;he des Nennkapitals und einem entsprechenden Abgang, ohne dass die Verwendungsreihenfolge des &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 1999 n.F. zu beachten ist (&sect; 27 Abs. 1 Satz 3 i.V.m. &sect; 28 Abs. 2 Satz 2 KStG 1999 n.F.; Berninghaus in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect; 27 KStG Rz 150; Gosch\/Heger, KStG, 2. Aufl., &sect; 28 Rz 21a). Es l&auml;ge dann eine steuerfreie Einlagenr&uuml;ckgew&auml;hr vor. War hingegen die Herabsetzung des Nennkapitals und die unverz&uuml;gliche nachfolgende Heraufsetzung landesrechtlich nicht erlaubt, handelt es sich um eine kapitalertragsteuerpflichtige Vorabaussch&uuml;ttung des Gewinns 2002.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>9. In welcher H&ouml;he der Kl&auml;ger steuerpflichtige Eink&uuml;nfte i.S. des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 erzielt hat, h&auml;ngt auch von den Best&auml;nden des steuerlichen Einlagekontos des BgA zum 31. Dezember 2001 ab. Denn steuerpflichtige Eink&uuml;nfte liegen insoweit nicht vor, als f&uuml;r die Aussch&uuml;ttungen Betr&auml;ge aus dem steuerlichen Einlagekonto des BgA i.S. des &sect; 27 KStG 2002 als verwendet gelten (&sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b Satz 5 i.V.m. Nr. 1 Satz 3 EStG 2002; vgl. Senatsurteil vom 9. Juni 2010 I R 43\/09, BFH\/NV 2010, 2117, a.E.). Das FG hat hierzu keine Feststellungen getroffen; aus den Akten ist aber ersichtlich und wurde so von den Beteiligten in der m&uuml;ndlichen Verhandlung auch best&auml;tigt, dass der Stand zum 31. Dezember 2001&nbsp;&nbsp;19.684.971,28 EUR betragen hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Gem&auml;&szlig; &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 mindern Leistungen der Kapitalgesellschaft mit Ausnahme der R&uuml;ckzahlung von Nennkapital i.S. des &sect; 28 Abs. 2 Satz 2 KStG 2002 das steuerliche Einlagekonto nur, soweit die Summe der im Wirtschaftsjahr erbrachten Leistungen den auf den Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahrs ermittelten aussch&uuml;ttbaren Gewinn &uuml;bersteigt. Als aussch&uuml;ttbarer Gewinn gilt das um das gezeichnete Kapital geminderte in der Steuerbilanz ausgewiesene Eigenkapital abz&uuml;glich des Bestands des steuerlichen Einlagekontos (&sect; 27 Abs. 1 Satz 4 KStG 2002). Diese Vorschriften gelten sinngem&auml;&szlig; auch f&uuml;r BgA (&sect; 27 Abs. 7 KStG 2002), die seit Einf&uuml;hrung des &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 1997 i.d.F. des StSenkG ebenfalls verpflichtet sind, ein steuerliches Einlagekonto zu f&uuml;hren (vgl. Senatsurteil vom 21. August 2007 I R 78\/06, BFHE 218, 515, BStBl II 2008, 317).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Der Kreistag hat am 23. September 2002 beschlossen, insgesamt 37 Mio. EUR an den Kl&auml;ger auszusch&uuml;tten. Insoweit handelt es sich mit Ausnahme der Herabsetzung des Stammkapitals &#8211;sofern diese Herabsetzung landesrechtlich wirksam ist&#8211; s&auml;mtlich um Leistungen, die in die Verwendungsrechnung des &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 einzubeziehen sind. Denn unter Leistungen sind alle Auskehrungen an die Gesellschafter &#8211;bei BgA an die Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft&#8211; zu verstehen, die ihre Ursache im Gesellschaftsverh&auml;ltnis haben (Senatsurteil in BFH\/NV 2010, 2117; BMF-Schreiben vom 4. Juni 2003, BStBl I 2003, 366, Tz. 11). Erfasst werden dabei Leistungen, die im Wirtschaftsjahr erbracht, d.h. abgeflossen sind. Bezogen auf BgA, die als Eigenbetriebe gef&uuml;hrt werden, bedeutet dies, dass s&auml;mtliche Transferleistungen des BgA an seine Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft, die nicht auf der Grundlage eines steuerlich anzuerkennenden (fiktiven) gegenseitigen Vertrages erbracht werden, Leistungen i.S. des &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 sind. Das Gesetz enth&auml;lt zwar in &sect; 20 Abs. 1 Nr. 10 Buchst. b EStG 2002 eine Aussch&uuml;ttungsfiktion; im Rahmen der Verwendungsrechnung des &sect; 27 Abs. 1 Satz 3 KStG 2002 kommt es aber &#8211;jedenfalls bei Eigenbetrieben&#8211; auf den tats&auml;chlichen Abfluss an. Damit werden BgA, die als Eigenbetriebe gef&uuml;hrt werden, im Verh&auml;ltnis zu ihrer Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft wie selbst&auml;ndige Kapitalgesellschaften behandelt. Wie bei beherrschenden Gesellschaftern einer Kapitalgesellschaft f&uuml;hrt allerdings allein der Aussch&uuml;ttungsbeschluss zu einem Abfluss der entsprechenden Leistung beim BgA und damit zu einer Minderung des steuerlichen Einlagekontos (Urteil des Bundesfinanzhofs vom 17. November 1998 VIII R 24\/98, BFHE 187, 292, BStBl II 1999, 223).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Da der Stand des steuerlichen Einlagekontos zum 31. Dezember 2001&nbsp;&nbsp;19.684.971,28 EUR betr&auml;gt, hat bereits die Auskehrung der allgemeinen R&uuml;cklagen und des Bilanzgewinns bis einschlie&szlig;lich 2000 der H&ouml;he nach das steuerliche Einlagekonto vollst&auml;ndig aufgezehrt. Da das steuerliche Einlagekonto nicht negativ werden kann (Senatsurteile vom 6. Oktober 2009 I R 24\/08, BFH\/NV 2010, 248; in BFH\/NV 2010, 2117), ist ausgeschlossen, dass die &uuml;brigen Aussch&uuml;ttungen (Bilanzgewinn 2001, Vorabaussch&uuml;ttung Jahresgewinn 2002 und ggf. die Herabsetzung des Stammkapitals, falls diese landesrechtlich nicht anzuerkennen ist) aus dem steuerlichen Einlagekonto finanziert wurden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>10. Das FG ist von anderen rechtlichen Grunds&auml;tzen ausgegangen. Sein Urteil ist daher aufzuheben. Die Sache ist aus den dargelegten Gr&uuml;nden nicht spruchreif und daher an das FG zur erneuten Verhandlung und Entscheidung zur&uuml;ckzuverweisen. Das FG wird bei der anderweitig festzusetzenden Kapitalertragsteuer zu ber&uuml;cksichtigen haben, dass sich die Kapitalertragsteuer aus dem Aussch&uuml;ttungsbetrag zuz&uuml;glich der Kapitalertragsteuer ermittelt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 16.11.2011, I R 108\/09 Eink&uuml;nfte aus Kapitalverm&ouml;gen aus einem als Eigenbetrieb gef&uuml;hrten BgA Leits&auml;tze 1. Die Aufl&ouml;sung von R&uuml;cklagen zu Zwecken au&szlig;erhalb des BgA f&uuml;hrt zu Eink&uuml;nften aus Kapitalverm&ouml;gen der Tr&auml;gerk&ouml;rperschaft. Dies gilt auch f&uuml;r Gewinne des BgA, die im ersten Jahr der Geltung des KStG i.d.F. des StSenkG vom 23. 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