{"id":66823,"date":"2017-02-02T13:14:33","date_gmt":"2017-02-02T11:14:33","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66823"},"modified":"2017-02-02T13:14:33","modified_gmt":"2017-02-02T11:14:33","slug":"iv-r-8-14-gewerbesteuerrechtliche-folgen-der-atypisch-stillen-beteiligung-am-handelsgewerbe-einer-personengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-8-14-gewerbesteuerrechtliche-folgen-der-atypisch-stillen-beteiligung-am-handelsgewerbe-einer-personengesellschaft\/","title":{"rendered":"IV&nbsp;R&nbsp;8\/14 &#8211; Gewerbesteuerrechtliche Folgen der atypisch stillen Beteiligung am Handelsgewerbe einer Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.12.2016, IV R 8\/14<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.081216.IVR8.14.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Gewerbesteuerrechtliche Folgen der atypisch stillen Beteiligung am Handelsgewerbe einer Personengesellschaft<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Betreibt eine Personengesellschaft als Inhaber eines Handelsgewerbes, an dem sich ein anderer atypisch still beteiligt, ein gewerbliches Unternehmen i.S. des &sect; 15 EStG, unterh&auml;lt sowohl die atypisch stille Gesellschaft, der dieses Unternehmen f&uuml;r die Dauer ihres Bestehens zugeordnet wird, als auch die Personengesellschaft jeweils einen selbst&auml;ndigen Gewerbebetrieb.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. Der Inhaber des Handelsgewerbes hat f&uuml;r jeden dieser Gewerbebetriebe jeweils eine eigenst&auml;ndige Gewerbesteuererkl&auml;rung abzugeben. <\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Die Revision des Beklagten gegen das Urteil des Finanzgerichts M&uuml;nster vom 27. Juni 2012&nbsp;&nbsp;7 K 3732\/10 G wird als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des Revisionsverfahrens hat der Beklagte zu tragen. <\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">A.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gegenstand des Unternehmens der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), einer GmbH &#038; Co. KG, ist die Anfertigung und Konstruktion von Maschinen aller Art.&nbsp;Gesellschafter waren urspr&uuml;nglich die X-GmbH als Komplement&auml;rin ohne Einlage sowie die Geschwister A, B und C als Kommanditisten.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1998 beteiligten sich zun&auml;chst M und sp&auml;ter auch A, B und C als atypisch still Beteiligte an der Kl&auml;gerin. In den Folgejahren &uuml;bertrugen zun&auml;chst C und sp&auml;ter auch M ihre Beteiligungen auf A und B. Im Streitjahr 2002 verblieben danach nur A und B als Kommanditisten in der Kl&auml;gerin und als atypisch still Beteiligte in der KG &#038; atypisch Still. Zum 30.&nbsp;Juni 2007 k&uuml;ndigten auch sie ihre stillen Beteiligungen, so dass die atypisch stille Gesellschaft endete.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>F&uuml;r das Streitjahr 2002 gab die Kl&auml;gerin im Mai 2003 eine Gewerbesteuererkl&auml;rung ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Gewerbesteuer-Messbescheide f&uuml;r 1999 bis 2002, mit denen der Gewerbesteuer-Messbetrag wegen Verlustvortr&auml;gen jeweils auf 0&nbsp;DM\/EUR festgesetzt wurde, sowie die Verlustfeststellungen standen gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;1 der Abgabenordnung (AO) unter dem Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Eine im Jahr 2004 f&uuml;r die Jahre 1999 bis 2002 durchgef&uuml;hrte Betriebspr&uuml;fung endete mit einer Schlussbesprechung am &#8230;&nbsp;Dezember 2004. Der Pr&uuml;fer vertrat in seinem Bericht die Auffassung, dass durch die atypisch stillen Beteiligungen nicht eine erweiterte KG, sondern eine neue Personengesellschaft &quot;KG und atypisch Still&quot; entstanden sei. Es handle sich um eine doppelst&ouml;ckige Personengesellschaft. Die &quot;KG und atypisch Still&quot; k&ouml;nne wegen fehlender Unternehmeridentit&auml;t den in der Kl&auml;gerin entstandenen Gewerbeverlust nicht mit eigenen Gewerbeertr&auml;gen verrechnen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) schloss sich der Auffassung des Pr&uuml;fers an. Gegen&uuml;ber der Kl&auml;gerin hob das FA unter der bisherigen Steuernummer bei dem Gewerbesteuer-Messbescheid 2002 lediglich den Vorbehalt der Nachpr&uuml;fung gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;164 Abs.&nbsp;3 AO auf, ohne die Festsetzung zu &auml;ndern. Dar&uuml;ber hinaus erlie&szlig; es am &#8230;&nbsp;Januar 2006 unter einer neuen Steuernummer (u.a.) einen Bescheid, mit dem es den Gewerbesteuer-Messbetrag 2002 auf &#8230;&nbsp;EUR festsetzte und einen Verlustabzug unterlie&szlig;. Bei der neuen Steuernummer handelte es sich um eine Hilfssteuernummer, die eine ordnungsgem&auml;&szlig;e Zustellung der Gewerbesteuer-Messbescheide f&uuml;r die &quot;KG und atypisch Still&quot; erm&ouml;glichen sollte. Der Bescheid war gerichtet an die in der abgegebenen Erkl&auml;rung als Empfangsbevollm&auml;chtigte angegebene Steuerberatungsgesellschaft als Empfangsbevollm&auml;chtigte f&uuml;r die KG; zudem hei&szlig;t es, der Bescheid betreffe die KG als Inhaber des Handelsgewerbes mit einem oder mehreren still beteiligten Gesellschaftern. In den Erl&auml;uterungen des Bescheids ist ausgef&uuml;hrt, dass dieser Bescheid den unter der bisherigen Steuernummer ergangenen Bescheid &auml;ndere und der Festsetzung &quot;die Ergebnisse der bei Ihnen durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung&quot; zu Grunde l&auml;gen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen eingelegte Einspruch blieb erfolglos. Aufgrund der sodann erhobenen Klage hob das Finanzgericht (FG) mit (rechtskr&auml;ftigem) Urteil vom 22.&nbsp;April 2009 u.a. den unter der neuen Steuernummer ergangenen Gewerbesteuer-Messbescheid f&uuml;r 2002 vom &#8230;&nbsp;Januar 2006 auf. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte das FG aus, der Bescheid sei wegen inhaltlicher Unbestimmtheit nichtig, da nicht bestimmt werden k&ouml;nne, ob er sich an die KG oder aber an eine neue &quot;KG und atypisch Still&quot; als Inhaltsadressat richte. Selbst wenn man aber zu dem Ergebnis gekommen w&auml;re, dass Inhaltsadressat eine &quot;KG und atypisch Still&quot; sei, w&auml;re der Bescheid aufzuheben, da diese Personengesellschaft nicht entstanden sei. Vielmehr bestehe wegen der Einheitlichkeit des Gewerbebetriebs Unternehmeridentit&auml;t zwischen der KG einerseits und der KG unter Einbeziehung der atypisch still Beteiligten andererseits.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In der Folge erlie&szlig; das FA am &#8230;&nbsp;Dezember 2009 &#8211;wiederum unter der neuen Steuernummer&#8211; einen neuen Gewerbesteuer-Messbescheid f&uuml;r 2002, mit dem es den Gewerbesteuer-Messbetrag bei unver&auml;nderter Berechnung und erneut ohne Verlustabzug auf &#8230;&nbsp;EUR festsetzte. Als Inhaltsadressaten gab das FA an:<\/p>\n<p>&quot;&#8230;&nbsp;GmbH &#038; Co. KG als Inhaber des Handelsgewerbes mit einem oder mehreren still beteiligten Gesellschaftern als objektiv steuerpflichtig mit der Summe der Mitunternehmer der atypisch stillen Gesellschaft in ihrer gesellschaftsrechtlichen Verbundenheit. Mitunternehmer sind die &#8230;&nbsp;GmbH &#038; Co. KG sowie die atypisch still Beteiligten M, A und B.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der hiergegen gerichtete Einspruch blieb erfolglos.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FG gab der daraufhin erhobenen Klage mit Urteil vom 27.&nbsp;Juni 2012&nbsp;&nbsp;7&nbsp;K 3732\/10&nbsp;G statt. Zur Begr&uuml;ndung f&uuml;hrte es im Wesentlichen aus: Der angegriffene Gewerbesteuer-Messbescheid sei zwar nicht nichtig, insbesondere k&ouml;nne durch Auslegung ermittelt werden, dass er an die Kl&auml;gerin als Inhaberin des Handelsgewerbes der &quot;KG und atypisch Still&quot; als Inhaltsadressatin gerichtet sei. Der Bescheid sei aber rechtswidrig, da seinem Erlass der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung entgegengestanden habe. Entgegen der Auffassung des FA seien im Streitfall nicht zwei Steuererkl&auml;rungen f&uuml;r die Kl&auml;gerin und die &quot;KG und atypisch Still&quot; abzugeben, sondern nur eine einzige f&uuml;r den gesamten Gewerbebetrieb der Kl&auml;gerin, da durch die Beteiligung der Kommanditisten als atypisch stille Gesellschafter kein weiterer Gewerbebetrieb entstanden sei. Da die Kl&auml;gerin ihre Steuererkl&auml;rung bereits im Mai 2003 abgegeben und auch die Schlussbesprechung im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung bereits im Dezember 2004 stattgefunden habe, sei sp&auml;testens mit Ablauf des Jahres 2008 Festsetzungsverj&auml;hrung eingetreten, so dass der angegriffene Bescheid im Dezember 2009 in festsetzungsverj&auml;hrter Zeit ergangen sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA eine Verletzung von &sect;&nbsp;14a Satz&nbsp;2 i.V.m. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 3, &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 S&auml;tze&nbsp;1 und 2 des Gewerbesteuergesetzes in der im Streitjahr geltenden Fassung (GewStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Es beantragt,<br \/>das angegriffene Urteil aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt,<br \/>die Revision zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">B.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist unbegr&uuml;ndet und daher zur&uuml;ckzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;2 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Im Ergebnis zu Recht ist das FG in dem angegriffenen Urteil davon ausgegangen, dass der streitige Gewerbesteuer-Messbescheid aufzuheben ist, weil seinem Erlass der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung entgegensteht.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>I. Im Ergebnis zu Recht hat das FG die Klage als von der GmbH &#038; Co. KG als Inhaberin des Handelsgewerbes der GmbH &#038; Co. KG &#038; Still erhoben angesehen. Zwar hat es &uuml;bersehen, dass die atypisch stille Gesellschaft bei Klageerhebung bereits beendet war; dies steht der Zul&auml;ssigkeit der Klage jedoch nicht entgegen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Begr&uuml;ndet der Inhaber eines Handelsgewerbes an seinem gesamten Betrieb eine stille Gesellschaft und ist die Gesellschaft ertragsteuerlich als Mitunternehmerschaft anzusehen, weil der stille Gesellschafter Mitunternehmerinitiative entfalten kann und Mitunternehmerrisiko tr&auml;gt, entsteht eine atypisch stille Gesellschaft als eigenst&auml;ndige Mitunternehmerschaft. Deren Mitunternehmer sind der Inhaber des Handelsgewerbes und der oder &#8211;wenn sich mehrere am gesamten Handelsgewerbe des Inhabers atypisch still beteiligen&#8211; die (atypisch) still Beteiligten. F&uuml;r die Dauer des Bestehens der atypisch stillen Gesellschaft wird das Unternehmen des Inhabers des Handelsgewerbes ertragsteuerlich dieser Mitunternehmerschaft zugeordnet. Die Entstehung einer atypisch stillen Gesellschaft ist ertragsteuerlich also insoweit wie eine Einbringung des Betriebs des Inhabers des Handelsgewerbes in die stille Gesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;24 des Umwandlungssteuergesetzes (UmwStG) zu w&uuml;rdigen. Handelt es sich beim Inhaber des Handelsgewerbes, an dem sich ein anderer atypisch still beteiligt, um eine Personengesellschaft, entsteht durch die Errichtung der stillen Gesellschaft daher eine doppelst&ouml;ckige Personengesellschaftsstruktur mit der Personengesellschaft als Obergesellschaft und der atypisch stillen Gesellschaft als Untergesellschaft (Urteil des Bundesfinanzhofs &#8211;BFH&#8211; vom 24.&nbsp;April 2014 IV&nbsp;R&nbsp;34\/10, BFHE 245, 253).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwischen den Beteiligten ist zu Recht nicht streitig, dass im Streitjahr 2002 A und B an der GmbH &#038; Co. KG atypisch still beteiligt waren, so dass eine atypisch stille Gesellschaft bestand. Insoweit sieht der Senat von weiteren Ausf&uuml;hrungen ab.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Da es sich bei der GmbH &#038; Co. KG um eine Personengesellschaft handelt, entstand durch die Errichtung der atypisch stillen Gesellschaft eine doppelst&ouml;ckige Personengesellschaftsstruktur mit der GmbH &#038; Co. KG als Obergesellschaft und der GmbH &#038; Co. KG &#038; Still als Untergesellschaft. An Letzterer waren als Mitunternehmer einerseits die GmbH &#038; Co. KG und andererseits A und B beteiligt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Streitfall geht es um die Rechtm&auml;&szlig;igkeit eines Gewerbesteuer-Messbescheids f&uuml;r den Gewerbeertrag des Betriebs, der f&uuml;r die Dauer ihres Bestehens der GmbH &#038; Co. KG &#038; Still zugeordnet war. Ein solcher Bescheid ist nicht an die atypisch stille Gesellschaft, sondern an den Inhaber des Handelsgewerbes in seiner Funktion als Inhaber des Han-delsgewerbes der atypisch stillen Gesellschaft zu richten und kann dementsprechend mit Erfolg auch nur von diesem mit Rechtsmitteln angegriffen werden.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Auch wenn durch die atypisch stille Beteiligung am Handelsgewerbe eines anderen eine atypisch stille Gesellschaft als eigenst&auml;ndige Mitunternehmerschaft entsteht, ist diese Gesellschaft nicht Schuldnerin der Gewerbesteuer. &sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;3 GewStG ist f&uuml;r eine atypisch stille Gesellschaft als Innengesellschaft ohne Gesamthandsverm&ouml;gen, das Gegenstand einer Zwangsvollstreckung sein kann, nicht anwendbar mit der Folge, dass nur der nach au&szlig;en t&auml;tige Unternehmer (&sect;&nbsp;5 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG) &#8211;also der Inhaber des Handelsgewerbes&#8211; der pers&ouml;nlichen Gewerbesteuerpflicht unterliegt (st&auml;ndige Rechtsprechung, z.B. BFH-Urteile vom 12.&nbsp;November 1985 VIII&nbsp;R&nbsp;364\/83, BFHE 145, 408, BStBl II 1986, 311, unter IV.; vom 22.&nbsp;Januar 2009 IV&nbsp;R&nbsp;90\/05, BFHE 224, 364, unter II.1.d; vom 5.&nbsp;Februar 2014 X&nbsp;R&nbsp;1\/12, BFHE 244, 516, BStBl II 2016, 567, Rz&nbsp;18). Dem steht nicht entgegen, dass der Betrieb des Inhabers des Handelsgewerbes ertragsteuerlich f&uuml;r die Dauer des Bestehens der atypisch stillen Gesellschaft zugeordnet und sein Betriebsverm&ouml;gen dadurch als mitunternehmerisches Verm&ouml;gen angesehen wird. Denn diese steuerliche Zuordnung &auml;ndert nichts daran, dass die atypisch stille Gesellschaft zivilrechtlich &uuml;ber kein eigenes Gesellschaftsverm&ouml;gen verf&uuml;gt, in das vollstreckt werden k&ouml;nnte. Vielmehr gibt es zivilrechtlich lediglich das (Betriebs-)Verm&ouml;gen des Inhabers des Handelsgewerbes, das dieser w&auml;hrend des Bestehens der atypisch stillen Gesellschaft im eigenen Namen, aber f&uuml;r Rechnung der Mitunternehmerschaft verwaltet (vgl. BFH-Urteil vom 18.&nbsp;Juni 2015 IV&nbsp;R&nbsp;5\/12, BFHE 250, 121, BStBl II 2015, 935, Rz&nbsp;31).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Ist danach der Inhaber des Handelsgewerbes als der nach au&szlig;en t&auml;tige Unternehmer Schuldner der Gewerbesteuer, sind Gewerbesteuer-Messbescheide f&uuml;r den Gewerbeertrag der atypisch stillen Gesellschaft an ihn als Inhaber des Handelsgewerbes der atypisch stillen Gesellschaft zu adressieren. Dementsprechend kann auch nur der Inhaber des Handelsgewerbes &#8211;in seiner Funktion als Inhaber des Handelsgewerbes der atypisch stillen Gesellschaft&#8211; mit Aussicht auf Erfolg Klage gegen einen entsprechenden Bescheid erheben (vgl. BFH-Beschluss vom 20.&nbsp;Dezember 2012 IV&nbsp;B&nbsp;141\/11).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>c) Bezogen auf den Streitfall konnte danach allein die GmbH &#038; Co. KG als Inhaberin des Handelsgewerbes der (ehemaligen) GmbH &#038; Co. KG &#038; Still mit Aussicht auf Erfolg gegen den streitbefangenen Gewerbesteuer-Messbescheid 2002 vom &#8230;&nbsp;Dezember 2009 Klage erheben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Der Zul&auml;ssigkeit der Klage steht nach Ansicht des Senats auch nicht entgegen, dass die atypisch stille Gesellschaft infolge des 2007 erfolgten Ausscheidens der atypisch still Be-teiligten A und B bei Klageerhebung nicht mehr bestand. Viel-mehr blieb weiterhin die GmbH &#038; Co. KG als Inhaberin des Handelsgewerbes der (jetzt: ehemaligen) GmbH &#038; Co. KG &#038; Still Schuldnerin der Gewerbesteuer f&uuml;r die sachlich gewerbesteuerpflichtigen Ge-sellschafter der (ehemaligen) atypisch stillen Gesellschaft.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>II. Im Ergebnis zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass der angegriffene Gewerbesteuer-Messbescheid aufzuheben war, da seinem Erlass der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung entgegenstand. Anders als das FG meint, folgt dies aber nicht bereits daraus, dass es nur einen Gewerbebetrieb gab und folglich auch nur eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abzugeben war, die bereits 2003 abgegeben wurde. Insoweit hat das FG &uuml;bersehen, dass die zwei eigenst&auml;ndigen Mitunternehmerschaften &#8211;die GmbH &#038; Co. KG einerseits und die GmbH &#038; Co. KG &#038; Still andererseits&#8211; jeweils einen eigenen Gewerbebetrieb hatten, so dass auch zwei eigenst&auml;ndige Gewerbesteuererkl&auml;rungen abzugeben sind (dazu B.II.1.). Im Ergebnis zu Recht ist das FG allerdings davon ausgegangen, dass f&uuml;r den der GmbH &#038; Co. KG &#038; Still zuzurechnenden Gewerbebetrieb bereits im Mai 2003 eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abgegeben wurde, so dass dem Erlass des angegriffenen Gewerbesteuer-Messbescheids, der diesen Betrieb betrifft, der Eintritt der Festsetzungsverj&auml;hrung entgegenstand (dazu B.II.2.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Wie bereits ausgef&uuml;hrt, ist die Entstehung einer atypisch stillen Gesellschaft ertragsteuerlich wie eine Einbringung des Betriebs des Inhabers des Handelsgewerbes in die stille Gesellschaft i.S. des &sect;&nbsp;24 UmwStG zu w&uuml;rdigen, soweit der Betrieb des Inhabers des Handelsgewerbes ertragsteuerlich der atypisch stillen Gesellschaft zugeordnet wird. Handelt es sich beim Inhaber des Handelsgewerbes, an dem sich ein anderer atypisch still beteiligt, um eine Personengesellschaft, entsteht durch die Errichtung der stillen Gesellschaft jedoch eine doppelst&ouml;ckige Struktur mit der Personengesellschaft als Obergesellschaft und der atypisch stillen Gesellschaft als Untergesellschaft (BFH-Urteil in BFHE 245, 253). Da die T&auml;tigkeit von Personengesellschaften, bei denen die Gesellschafter als Mitunternehmer anzusehen sind, nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG auch gewerbesteuerlich als Gewerbebetrieb anzusehen ist, liegen in dieser Situation auch zwei (unterschiedliche) Gewerbebetriebe vor.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Betreibt der Inhaber des Handelsgewerbes &#8211;wie im Streitfall die Kl&auml;gerin&#8211; ein gewerbliches Unternehmen i.S. des &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 des Einkommensteuergesetzes (EStG) und wird f&uuml;r die Dauer des Bestehens der atypisch stillen Gesellschaft dieses Unternehmen der atypisch stillen Gesellschaft zugeordnet, so ist die atypisch stille Gesellschaft gewerblich t&auml;tig und unterh&auml;lt nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG i.V.m. &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;2 EStG auch gewerbesteuerrechtlich einen Gewerbebetrieb, der nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG der Gewerbesteuer unterliegt. Die GmbH &#038; Co. KG &#038; Still unterhielt danach im Streitjahr 2002 einen Gewerbebetrieb, f&uuml;r den nach &sect;&nbsp;14a Satz&nbsp;1 GewStG eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abzugeben war.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Gilt der Gewerbebetrieb des Inhabers des Handelsgewerbes f&uuml;r die Dauer des Bestehens der atypisch stillen Gesellschaft als deren Betrieb, so erzielen die an der atypisch stillen Gesellschaft mitunternehmerisch Beteiligten ihrerseits gewerbliche Eink&uuml;nfte nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 EStG. Ist als Mitunternehmer, wie im Streitfall die Kl&auml;gerin, eine Personengesellschaft beteiligt, gilt dann auch deren T&auml;tigkeit nach &sect;&nbsp;15 Abs.&nbsp;3 EStG in vollem Umfang als Gewerbebetrieb. Auch sie unterh&auml;lt damit einen Gewerbebetrieb i.S. des &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;2 GewStG, der nach &sect;&nbsp;2 Abs.&nbsp;1 Satz&nbsp;1 GewStG der Gewerbesteuer unterliegt und f&uuml;r den nach &sect;&nbsp;14a Satz&nbsp;1 GewStG eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abzugeben ist. Es liegen damit zwei selbst&auml;ndige Gewerbebetriebe vor, f&uuml;r die jeweils eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abzugeben ist. Abweichendes ergibt sich auch nicht aus dem BFH-Urteil vom 11.&nbsp;Oktober 2012 IV&nbsp;R&nbsp;38\/09 (BFHE 240, 90, BStBl II 2013, 958). In jener Entscheidung ging es um die Frage, ob und ggf. in welchem Umfang die dortige Kl&auml;gerin, eine GmbH &#038; Co. KG, die sich am Handelsgewerbe einer GmbH atypisch still beteiligt hatte, nach der Verschmelzung der GmbH auf sie den in der atypisch stillen Gesellschaft entstandenen Verlustvortrag nutzen konnte. Insoweit stellte sich im Rahmen des &sect;&nbsp;10a GewStG die Frage der Unternehmensidentit&auml;t des von der Kl&auml;gerin nach der Verschmelzung (fort-)gef&uuml;hrten Betriebs mit dem Betrieb, den die GmbH als Inhaberin des Handelsgewerbes bis zu ihrer Verschmelzung f&uuml;r Rechnung der atypisch stillen Gesellschaft gef&uuml;hrt hat. Ebenso wenig betraf das BFH-Urteil vom 23.&nbsp;April 2009 IV&nbsp;R&nbsp;73\/06 (BFHE 225, 343, BStBl II 2010, 40) die hier streitige Frage, f&uuml;r wie viele Gewerbebetriebe eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abzugeben ist, wenn sich am gesamten Handelsgewerbe einer Personengesellschaft Einzelne atypisch still beteiligen. Sollte dieses Urteil gleichwohl dahin zu verstehen sein, dass es in einem solchen Fall nur einen Gewerbebetrieb &#8211;den des Inhabers des Handelsgewerbes&#8211; gibt, h&auml;lt der Senat daran jedenfalls nicht mehr fest.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin hatte danach f&uuml;r das Streitjahr 2002 als Steuerschuldnerin zwei Gewerbesteuererkl&auml;rungen abzugeben &#8211; zum einen f&uuml;r den Betrieb, der der GmbH &#038; Co. KG &#038; Still f&uuml;r die Dauer ihres Bestehens als eigener Gewerbebetrieb zugerechnet wurde, und zudem f&uuml;r den Betrieb, den sie selbst als Obergesellschaft der doppelst&ouml;ckigen Personengesellschaft f&uuml;r die Dauer des Bestehens der atypisch stillen (Unter-)Gesellschaft unterhielt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Im Ergebnis zu Recht ist das FG allerdings davon ausgegangen, dass dem Erlass des streitigen Gewerbesteuer-Messbescheids Festsetzungsverj&auml;hrung entgegenstand.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>30<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Mit dem angegriffenen Bescheid hat das FA den Gewerbe-steuer-Messbetrag f&uuml;r den Gewerbebetrieb festgesetzt, der f&uuml;r die Dauer ihres Bestehens der GmbH &#038; Co. KG &#038; Still zugerechnet wurde. Im Ergebnis zu Recht ist das FG davon ausgegangen, dass die Kl&auml;gerin f&uuml;r diesen Betrieb bereits im Mai 2003 eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abgegeben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>31<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Zwischen den Beteiligten ist nicht streitig, dass die Kl&auml;gerin f&uuml;r das Streitjahr 2002 nur eine Gewerbesteuererkl&auml;rung abgegeben hat und dass sie &#8211;ausgehend von ihrem Ansatz, demzufol-ge trotz der atypisch stillen Beteiligungen nur ein einziger Gewerbebetrieb existiert&#8211; mit dieser Erkl&auml;rung die erforder-lichen Angaben f&uuml;r die Festsetzung des Gewerbesteuer-Messbe-trags f&uuml;r den unter der Beteiligung der stillen Gesellschafter gef&uuml;hrten Gewerbebetrieb machen wollte und auch gemacht hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>32<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Hat danach die Kl&auml;gerin als Erkl&auml;rungspflichtige f&uuml;r den der GmbH &#038; Co. KG &#038; Still zuzurechnenden Betrieb die Gewerbesteuererkl&auml;rung f&uuml;r das Streitjahr 2002 bereits im Mai 2003 abgegeben, begann die vierj&auml;hrige Festsetzungsfrist (&sect;&nbsp;169 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 AO) f&uuml;r den Erlass des diesen Betrieb betreffenden Gewerbesteuer-Messbescheids nach &sect;&nbsp;170 Abs.&nbsp;2 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 Alternative&nbsp;1 AO mit Ablauf des Jahres 2003 und endete &#8211;selbst bei Annahme einer Ablaufhemmung aufgrund der durchgef&uuml;hrten Au&szlig;enpr&uuml;fung&#8211; nach &sect;&nbsp;171 Abs.&nbsp;4 Satz&nbsp;3 AO sp&auml;testens mit Ablauf des Jahres 2008, da die Schlussbesprechung im Rahmen der Au&szlig;enpr&uuml;fung im Dezember 2004 erfolgte. Der streitige Gewerbesteuer-Messbescheid vom &#8230;&nbsp;Dezember 2009 erging daher in festsetzungsverj&auml;hrter Zeit.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>33<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>III. Die Kostenentscheidung folgt aus &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;2 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 8.12.2016, IV R 8\/14ECLI:DE:BFH:2016:U.081216.IVR8.14.0 Gewerbesteuerrechtliche Folgen der atypisch stillen Beteiligung am Handelsgewerbe einer Personengesellschaft Leits&auml;tze 1. Betreibt eine Personengesellschaft als Inhaber eines Handelsgewerbes, an dem sich ein anderer atypisch still beteiligt, ein gewerbliches Unternehmen i.S. des &sect; 15 EStG, unterh&auml;lt sowohl die atypisch stille Gesellschaft, der dieses Unternehmen f&uuml;r die Dauer ihres &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/iv-r-8-14-gewerbesteuerrechtliche-folgen-der-atypisch-stillen-beteiligung-am-handelsgewerbe-einer-personengesellschaft\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">IV&nbsp;R&nbsp;8\/14 &#8211; Gewerbesteuerrechtliche Folgen der atypisch stillen Beteiligung am Handelsgewerbe einer Personengesellschaft<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[212],"tags":[],"class_list":["post-66823","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bfh-urteile-alle-urteile-des-bundesfinanzhofes-online"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=66823"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/66823\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=66823"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=66823"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=66823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}