{"id":66921,"date":"2017-02-26T12:48:03","date_gmt":"2017-02-26T10:48:03","guid":{"rendered":"http:\/\/steuer.org\/?p=66921"},"modified":"2017-02-26T12:48:03","modified_gmt":"2017-02-26T10:48:03","slug":"i-r-56-15-dauerdefizitaerer-betrieb-eines-freibades","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/i-r-56-15-dauerdefizitaerer-betrieb-eines-freibades\/","title":{"rendered":"I&nbsp;R&nbsp;56\/15 &#8211; Dauerdefizit&auml;rer Betrieb eines Freibades"},"content":{"rendered":"<p class='ueberschrift'>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.11.2016, I R 56\/15<br \/>ECLI:DE:BFH:2016:U.091116.IR56.15.0<\/p>\n<p class=\"titel\">Dauerdefizit&auml;rer Betrieb eines Freibades<\/p>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Leits&auml;tze<\/p>\n<div>\n<p>1. Die steuerliche Beg&uuml;nstigung sog. dauerdefizit&auml;rer T&auml;tigkeiten einer von der &ouml;ffentlichen Hand beherrschten Kapitalgesellschaft gem&auml;&szlig; &sect; 8 Abs. 7 Satz 1 Nr. 2 KStG setzt voraus, dass die Kapitalgesellschaft das Dauerverlustgesch&auml;ft selbst aus&uuml;bt.<\/p>\n<\/p>\n<p>2. &Uuml;bt die Kapitalgesellschaft das Dauerverlustgesch&auml;ft nicht selbst aus, weil sie den verlustbringenden Freibadbetrieb an einen eingetragenen Verein verpachtet hat, ist die Verpachtungst&auml;tigkeit nicht beg&uuml;nstigt.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"tenor\">Tenor<\/p>\n<div>\n<p>Auf die Revision des Beklagten wird das Urteil des Nieders&auml;chsischen Finanzgerichts vom 23. Juni 2015&nbsp;&nbsp;6 K 253\/14 aufgehoben.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Klage wird abgewiesen.<\/p>\n<\/p>\n<p>Die Kosten des gesamten Verfahrens hat die Kl&auml;gerin zu tragen.<\/p>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Tatbestand<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">I.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>1<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Alleingesellschafterin der Kl&auml;gerin und Revisionsbeklagten (Kl&auml;gerin), einer GmbH, ist die Stadt A. Die Kl&auml;gerin ist Organtr&auml;gerin zweier Organgesellschaften, der Stadtwerke A-GmbH und der A-B&auml;dergesellschaft mbH (im Folgenden: B&auml;dergesellschaft).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>2<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die B&auml;dergesellschaft, deren Anteile s&auml;mtlich von der Kl&auml;gerin gehalten werden, betrieb urspr&uuml;nglich die B&auml;der in A und das Freibad in B. Dieses war aufgrund niedriger Besucherzahlen von der Schlie&szlig;ung bedroht. In Folge von B&uuml;rgerprotesten beschloss der Stadtrat von A, die B&auml;dergesellschaft anzuweisen, das Freibad B bis zum Saisonende 2005 weiter zu betreiben. Einem bis dahin zu gr&uuml;ndenden Tr&auml;gerverein wurde f&uuml;r den Fall des Weiterbetriebs ein j&auml;hrlicher Betriebskostenzuschuss von bis zu 100.000&nbsp;EUR in Aussicht gestellt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>3<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Im Dezember 2005 wurde der Tr&auml;gerverein Freibad B e.V. gegr&uuml;ndet und die B&auml;dergesellschaft verpachtete an diesen den Betrieb. Der schriftliche Pachtvertrag sah u.a. die Zahlung einer Pacht vor, die sich nach der H&ouml;he der Abschreibungen bei der B&auml;dergesellschaft bemessen sollte. Des Weiteren sollte die B&auml;dergesellschaft einen Zuschuss gew&auml;hren, dessen H&ouml;he Gegenstand einer gesonderten Vereinbarung sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>4<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese gesonderte Vereinbarung hat im Einzelnen folgenden Wortlaut:<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>5<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table style=\"margin-left:90\"pt>\n<tr>\n<td>&quot;Pr&auml;ambel<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>6<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die A-B&auml;dergesellschaft mbH (ABG) hat dem Tr&auml;gerverein Freibad B (TBF) den Betrieb des Freibades B (FBB) zur Nutzung durch die &Ouml;ffentlichkeit, Schulen und Vereine in eigener Verantwortung und auf eigene Rechnung &uuml;bertragen, damit das FBB kosteng&uuml;nstig betrieben und sein Bestand weiterhin gesichert werden kann.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>7<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(1) Die ABG gew&auml;hrt dem TBF einen j&auml;hrlichen, in Raten abrufbaren Zuschuss.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>8<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(2) Die Zuschussh&ouml;he bemisst sich nach der trotz Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsgebotes nicht durch Eintrittsentgelte, Mitgliederbeitr&auml;ge oder sonstiger Einnahmen (z.B. Spenden, Zuwendungen) gedeckten Aufwendungen f&uuml;r den Badebetrieb.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>9<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(3) Die H&ouml;he des Zuschusses wird zun&auml;chst mit ca. 100&nbsp;TEUR p.a&#8230; erwartet. Die Parteien sind sich dar&uuml;ber einig, dass die Abschreibungen, die &uuml;ber diejenigen zum Zeitpunkt des Ratsbeschlusses hinausgehen, den erwarteten Zuschuss entsprechend erh&ouml;hen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>10<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>(4) &Uuml;bersteigen die Verluste trotz Beachtung des Wirtschaftlichkeitsgebotes den f&uuml;r das jeweilige Wirtschaftsjahr erwarteten Zuschussbedarf, so wird der TBF von einer Verlust&uuml;bernahme freigestellt.&quot;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>11<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>In den Streitjahren 2006 bis 2011 leistete der Tr&auml;gerverein die vereinbarten Pachten &#8211;es handelte sich um Jahresbetr&auml;ge zwischen rund 6.000&nbsp;EUR und 22.500&nbsp;EUR&#8211; und die B&auml;dergesellschaft die Betriebskostenzusch&uuml;sse, zumeist in H&ouml;he von 100.000&nbsp;EUR j&auml;hrlich. Sie behandelte die Zuschusszahlungen in ihrer Gewinnermittlung als Betriebsausgaben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>12<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Beklagte und Revisionskl&auml;ger (das Finanzamt &#8211;FA&#8211;) folgte dem nicht. Er ging davon aus, dass es sich bei den Zahlungen an den Tr&auml;gerverein um verdeckte Gewinnaussch&uuml;ttungen (vGA) handele und die entsprechenden Rechtsfolgen hieraus zu ziehen seien. Die Ausnahmeregelung in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;6 Satz&nbsp;4 des K&ouml;rperschaftsteuergesetzes 2002 i.d.F. des Jahressteuergesetzes (JStG) 2009 vom 19.&nbsp;Dezember 2008 (BGBl I 2008, 2794, BStBl I 2009, 74) &#8211;KStG&#8211; sei tatbestandlich nicht erf&uuml;llt, weil das dauerdefizit&auml;re Freibad nicht unmittelbar von der Kl&auml;gerin selbst, sondern vom Tr&auml;gerverein betrieben worden sei.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>13<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das Nieders&auml;chsische Finanzgericht (FG) war anderer Auffassung. Seines Erachtens setzt die genannte Vorschrift nicht voraus, dass die Kl&auml;gerin als Eigengesellschaft der Stadt A das Dauerverlustgesch&auml;ft selbst aus&uuml;bt (Urteil vom 23.&nbsp;Juni 2015&nbsp;&nbsp;6&nbsp;K&nbsp;253\/14, Entscheidungen der Finanzgerichte &#8211;EFG&#8211; 2016, 224).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>14<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Mit seiner Revision r&uuml;gt das FA die Verletzung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG. Zwar sei dem FG zu konzedieren, dass es ausreiche, wenn eine Eigengesellschaft das beg&uuml;nstigte Dauerverlustgesch&auml;ft mittelbar aus&uuml;be, indem es den Betrieb unter den Voraussetzungen des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 KStG verpachte. Allerdings liege eine solche Verpachtung im Streitfall wegen der Unentgeltlichkeit der Nutzungs&uuml;berlassung nicht vor. (Geringer) Pachtzins und (hoher) Zuschuss seien rechtlich und tats&auml;chlich miteinander verkn&uuml;pft und deshalb zu saldieren.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>15<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Das FA beantragt, das Urteil der Vorinstanz aufzuheben und die Klage abzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>16<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Kl&auml;gerin beantragt, die Revision als unbegr&uuml;ndet zur&uuml;ckzuweisen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p style=\"font-weight:bold;\">Entscheidungsgr&uuml;nde<\/p>\n<div>\n<table>\n<tr>\n<td>&nbsp;<\/td>\n<td>\n<table width=100%>\n<tr>\n<td style=\"text-align:center\">II.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>17<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Die Revision ist begr&uuml;ndet, das FG-Urteil ist aufzuheben und die Klage abzuweisen (&sect;&nbsp;126 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 der Finanzgerichtsordnung &#8211;FGO&#8211;). Das FG hat &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG rechtsfehlerhaft angewendet.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>18<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>1. Nach &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und Satz&nbsp;2 KStG sind bei Kapitalgesellschaften die Rechtsfolgen einer vGA i.S. des Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 nicht bereits deshalb zu ziehen, weil sie ein Dauerverlustgesch&auml;ft aus&uuml;ben. Ein Dauerverlustgesch&auml;ft liegt u.a. vor, soweit aus verkehrs-, umwelt-, sozial-, kultur-, bildungs- oder gesundheitspolitischen Gr&uuml;nden eine wirtschaftliche Bet&auml;tigung ohne kostendeckendes Entgelt unterhalten wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>19<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Gem&auml;&szlig; &sect;&nbsp;15 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 (i.V.m. &sect;&nbsp;34 Abs.&nbsp;10 Satz&nbsp;4) KStG ist &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;7 bei der Organgesellschaft auf Dauerverlustgesch&auml;fte i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 nicht anzuwenden. Sind in dem dem Organtr&auml;ger zugerechneten Einkommen Verluste aus Dauerverlustgesch&auml;ften i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;2 enthalten, ist &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 und Abs.&nbsp;7 bei der Ermittlung des Einkommens des Organtr&auml;gers anzuwenden (&sect;&nbsp;15 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>20<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Diese Regelungen bedeuten, dass zun&auml;chst auf der Ebene der Organgesellschaft zu pr&uuml;fen ist, ob einzelne dauerdefizit&auml;re T&auml;tigkeiten vorliegen, die aus einem &quot;beg&uuml;nstigten&quot; Grund unterhalten werden. Ist dies der Fall, erfolgt im zweiten Schritt eine Ermittlung des zuzurechnenden Einkommens, ohne dass die Rechtsfolgen einer vGA gezogen werden. Den Wortlaut des &sect;&nbsp;15 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;1 KStG, wonach auch Abs.&nbsp;7 nicht anzuwenden sei, erachtet der Senat insoweit als missverst&auml;ndlich, weil bereits mit dem angeordneten Ausschluss der Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG &#8211;zugleich auch&#8211; die Rechtsfolgen der vGA auf Ebene der Organgesellschaft ausgeschlossen werden (vgl. R&ouml;dder\/Liekenbrock in R&ouml;dder\/Herlinghaus\/Neumann, KStG, &sect;&nbsp;15 Rz&nbsp;141). Im letzten Schritt ist auf der Ebene des Organtr&auml;gers zu pr&uuml;fen, ob in dem zugerechneten Einkommen der Organgesellschaft Verluste aus beg&uuml;nstigten Dauerverlustgesch&auml;ften enthalten sind. F&uuml;r diesen Teil des Einkommens sind auf Ebene des Organtr&auml;gers die Rechtsfolgen der vGA nicht zu ziehen. Soweit &sect;&nbsp;15 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;4 Satz&nbsp;2 KStG davon spricht, dass &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 auf der Ebene des Organtr&auml;gers anzuwenden ist, sieht der Senat auch darin &#8211;lediglich&#8211; eine sprachliche Ungenauigkeit (vgl. Ballwieser in Prinz\/Witt, Steuerliche Organschaft, 2015, Rz&nbsp;21.20). Die gleichfalls angeordnete Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 KStG zeigt, dass es allein darum gehen kann, die Folgen einer vGA i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG auch auf der Ebene des Organtr&auml;gers auszuschlie&szlig;en und damit die steuerliche Privilegierung bestimmter T&auml;tigkeiten auf beiden Ebenen sicherzustellen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>21<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>2. Nach diesen Ma&szlig;gaben kommt die gesetzliche Beg&uuml;nstigung bestimmter dauerdefizit&auml;rer T&auml;tigkeiten im Streitfall nicht zum Tragen, weil die B&auml;dergesellschaft das Dauerverlustgesch&auml;ft nicht selbst betrieben hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>22<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>a) Zwischen den Beteiligten besteht zu Recht kein Streit dar&uuml;ber, dass das FG die Zuschusszahlungen der B&auml;dergesellschaft an den Tr&auml;gerverein als tatbestandliche vGA i.S. des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG gewertet hat. Das FG hat seiner Entscheidung in diesem Punkt die einschl&auml;gige Senatsrechtsprechung zugrunde gelegt, auf die zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird (Senatsurteil vom 22.&nbsp;August 2007 I&nbsp;R&nbsp;32\/06, BFHE 218, 523, BStBl II 2007, 961).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>23<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>b) Die Rechtsfolgen des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;3 Satz&nbsp;2 KStG, also die au&szlig;erbilanzielle Hinzurechnung der Zuschusszahlungen, sind im Streitfall zu ziehen, weil die B&auml;dergesellschaft die in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 KStG genannten Voraussetzungen nicht erf&uuml;llt hat.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>24<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>aa) Die B&auml;dergesellschaft geh&ouml;rt zwar grunds&auml;tzlich zum Kreis der Beg&uuml;nstigten, da die Mehrheit der Stimmrechte mittelbar auf die Stadt A als juristischer Person des &ouml;ffentlichen Rechts entfallen und die Kommune als Alleingesellschafterin des Organtr&auml;gers auch s&auml;mtliche Verluste aus dem Dauerverlustgesch&auml;ft tr&auml;gt (&sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 Satz&nbsp;2 KStG). Es gen&uuml;gt hierf&uuml;r, wenn der &ouml;ffentlich-rechtliche Anteilseigner die Verluste mittelbar tr&auml;gt (vgl. Meier\/Semelka in Herrmann\/ Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;8 KStG Rz&nbsp;517).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>25<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>bb) Auch lag ein Dauerverlustgesch&auml;ft im Sinne des Gesetzes im Streitfall vor. Denn der Betrieb des Freibades B stellt eine wirtschaftliche Bet&auml;tigung dar, die aus gesundheitspolitischen Gr&uuml;nden ohne kostendeckendes Entgelt unterhalten wurde. Schwimmb&auml;der werden nach allgemeiner Meinung von den &quot;gesundheitspolitischen Gr&uuml;nden&quot; erfasst (vgl. z.B. Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen &#8211;BMF&#8211; vom 12.&nbsp;November 2009, BStBl I 2009, 1303, Rz&nbsp;46; Meier\/Semelka in Herrmann\/Heuer\/Raupach, &sect;&nbsp;8 KStG Rz&nbsp;527; Gosch, KStG, 3.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1043j; Kohlhepp in Schnitger\/Fehrenbacher, KStG, &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;874). Dass gerade solche Einrichtungen vom Gesetzgeber beg&uuml;nstigt werden sollten, geht auch unmittelbar aus der Gesetzesbegr&uuml;ndung hervor, in der die Regelungsabsichten ausdr&uuml;cklich am Beispiel der Schwimmb&auml;der erl&auml;utert wurden (vgl. BTDrucks 16\/10189, S.&nbsp;69&nbsp;f.).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>26<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>cc) Es ist f&uuml;r die Anwendung des &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 KStG allerdings sch&auml;dlich, dass die B&auml;dergesellschaft das Freibad nicht selbst betrieben hat, sondern die beg&uuml;nstigte T&auml;tigkeit aufgrund des Pachtvertrages unmittelbar vom Tr&auml;gerverein ausge&uuml;bt wurde (gleicher Auffassung Gosch, a.a.O., Rz&nbsp;1043k; Paetsch in R&ouml;dder\/Herlinghaus\/Neumann, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;1845 und 1852; Bl&uuml;mich\/Rengers, &sect;&nbsp;8 KStG Rz&nbsp;1124; Bracksiek, Finanz-Rundschau &#8211;FR&#8211; 2009, 15; Klein\/M&uuml;ller\/D&ouml;pper in M&ouml;ssner\/ Seeger, K&ouml;rperschaftsteuergesetz, 2.&nbsp;Aufl., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;2818; BMF-Schreiben in BStBl I 2009, 1303, Rz&nbsp;47; a.A. z.B. Kohlhepp in Schnitger\/Fehrenbacher, a.a.O., &sect;&nbsp;8 Rz&nbsp;876; Meier, FR 2010, 168; Belcke\/Westermann, Betriebs-Berater 2016, 87; Kr&auml;mer in D&ouml;tsch\/Pung\/M&ouml;hlenbrock, Die K&ouml;rperschaftsteuer, &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 KStG Rz&nbsp;47; Tiedchen, EFG 2016, 227; inzident auch Urteil des FG M&uuml;nster vom 18.&nbsp;August 2015&nbsp;&nbsp;10&nbsp;K&nbsp;1712\/11&nbsp;Kap, EFG 2015, 2076; &auml;hnlich H&uuml;ttemann, Der Betrieb 2009, 2629).<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>27<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat erachtet den Gesetzeswortlaut als eindeutig. Die in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;2 und Satz&nbsp;2 KStG verwendeten Verben &quot;aus&uuml;ben&quot; und &quot;unterhalten&quot; zeigen, dass die Norm nur solche Dauerverlustgesch&auml;fte tatbestandlich erfasst, die von der Kapitalgesellschaft in eigener Person unternommen werden. Auch der Begriff des &quot;Unterhaltens&quot;, der etwas weiter reicht als der des &quot;Aus&uuml;bens&quot;, setzt voraus, dass die Gesellschaft den Betrieb auf eigene Rechnung f&uuml;hrt. Die Leistung eines Verlustausgleichs (verlorener Zuschuss) an einen Dritten (hier: den Tr&auml;gerverein), der seinerseits das Dauerverlustgesch&auml;ft auf eigene Rechnung betreibt, l&auml;sst sich unter den Gesetzeswortlaut nicht mehr subsumieren. Ebenso klar und eindeutig ist der Wortlaut der Parallelregelung in &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 Satz&nbsp;1 Nr.&nbsp;1 KStG (&quot;weil sie ein Dauerverlustgesch&auml;ft aus&uuml;ben&quot;) gefasst. Deshalb ist entgegen dem Vorbringen der Kl&auml;gerin auch im Rahmen dieser Vorschrift ein Verpachtungsbetrieb nicht beg&uuml;nstigt. Die Fiktionswirkung des &sect;&nbsp;4 Abs.&nbsp;4 KStG kommt insoweit nicht zum Tragen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>28<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>Der Senat sieht keinen Anlass f&uuml;r eine wortlaut&uuml;berschreitende Interpretation des Gesetzes, insbesondere die Voraussetzungen f&uuml;r eine Analogie (planwidrige Regelungsl&uuml;cke) liegen nicht vor. Bei &sect;&nbsp;8 Abs.&nbsp;7 KStG handelt es sich der Sache nach um eine Subventionsvorschrift (vgl. z.B. M&auml;rtens in L&uuml;dicke\/ Mellinghoff\/R&ouml;dder [Hrsg.], Nationale und internationale Unternehmensbesteuerung in der Rechtsordnung, Festschrift f&uuml;r Dietmar Gosch, 2016, S.&nbsp;279). Die Beg&uuml;nstigungsvoraussetzungen hat der Gesetzgeber tatbestandlich klar umschrieben. Eine Erweiterung des Anwendungsbereichs der Norm auf andere, unter Umst&auml;nden ebenfalls subventionsw&uuml;rdige Konstellationen muss gesetzgeberischer Entscheidung vorbehalten bleiben.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign='top'>\n<table>\n<tr>\n<td><em>29<\/em>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<td>\n<table>\n<tr>\n<td>3. Die Kostenentscheidung beruht auf &sect;&nbsp;135 Abs.&nbsp;1 FGO.<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<table>\n<tr>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/table>\n<\/div>\n<p> <!-- Ende des eingebetteten Dokumentes --><\/p>\n<p><small>Quelle: bundesfinanzhof.de<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BUNDESFINANZHOF Urteil vom 9.11.2016, I R 56\/15ECLI:DE:BFH:2016:U.091116.IR56.15.0 Dauerdefizit&auml;rer Betrieb eines Freibades Leits&auml;tze 1. 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